Phantastische Heimatseite

Die Welt als schillernde Vorstellung

 

Archiv 2008

 

Andere Jahre: Archiv 2009 -- 2007 -- 2006 -- 2005

Für das laufende Jahr siehe die AKTUELLE HEIMATSEITE

 

 

2.1.2008

Mein lieber Scholli, ist es wirklich schon 2008??! Wir leben in fernster Zukunft!!

Es fragt sich, wann dann wohl „die Gegenwart war? Irgendwann Anfang der 70er Jahre, als der Unterzeichnete zirka 16 war? Egal, sie ist dennoch hier und jetzt, die Gegenwart, und ist die einzige, die es jemals gab oder geben wird, das einzige Jetzt, von dem aus die Zukunft sich gestalten lässt, das Einzige, was wir jemals haben, die jetzt gegenwärtige Gegenwart. Halli-hallo und sei gegrüßt! Sei umschlungen, o stets Entfleuchende, flüchtig Umfangene, ach, schon Vergangene! Sei durchdrungen, du rhythmisch Kreuchende, manchmal gar Keuchende! O Gegenwart, du komisches Vieh, mich hoffentlich nicht mit dem Zeitgeist Verseuchende! Spiel uns die Zukunftsmelodie! 

Zum Jahresauftakt ein dichterisches Stimmungsbild: >> Daseinslust.

Und außerdem, zur Einführung in ein weiteres diskussionsreiches Jahr für die von Rabulisten (spitzfindigen, rechthaberischen Wortverdrehern) geplagte Menschheit, hier ein kleiner Scherz auf Kosten der Logiker:

<Daß ... unrichtige Beweisführungen, auf die Wirklichkeit bezogen, zur Lächerlichkeit führen können, beweist folgende Beweisführung. Ein Sohn kehrte zu seinem Vater von der Universität zurück, der den Letzteren viel Geld gekostet hatte. Bei Tische, wo der Sohn neben dem Vater saß, und sich noch drei gesottene Eyer auf einem Teller befanden, fragte der Vater den Sohn: wie er seine Zeit auf der Hochschule verbracht, und was er Reelles gelernt habe? Der Sohn antwortete: "Ich habe, lieber Vater, der Philosophie meinen besondern Fleiß gewidmet, und hauptsächlich der Logik oder Vernunftlehre, und um dieses zu beweisen, so erkläre ich, daß hier nicht drei Eyer auf dem Teller liegen, sondern fünf. Sollte Dir, Vater, diese Subtilität aber zu hoch seyn, Du sie, als Laie, nicht begreifen können, so mußt Du wissen, daß die Logik eine Kunst ist, die man nicht genug bezahlen kann, weil sie Dinge lehrt, die gewöhnlich über unserm Horizonte liegen, und deshalb hast Du mich auch auf die Hochschule geschickt, damit ich Weisheit und Kunst lerne. Ich argumentire demnach, und mache einen solchen Schluß: Wer drei Eyer hat, der hat auch zwei, und zwei und drei sind fünf, wie alle Rechenmeister gestehen müssen. Hieraus folgt also, daß wer drei Eyer hat, auch fünf habe." Der Vater lächelte, und sprach: "Ich sehe, daß ich mein Geld bei Dir gut angelegt habe, indessen will ich mich mit dem Reellen begnügen, und die drei Eyer, die auf dem Teller liegen, verzehren, und die übrigen zwei, die Du Dir durch Deine Logik erworben hast, auch zu Deiner Disposition lassen, Du mögest sie verzehren, und hieraus den Schluß ziehen: daß es mit dem Einnehmen des wahrhaft Vorhandenen doch wohl besser ist, als mit dem Argumentirten."> (Oekonomische Encyklopädie Krünitz, http://www.kruenitz1.uni-trier.de/, eine fabelhafte "neue" Informationsquelle aus dem 18. und 19. Jahrhundert, in der Definition des Begriffs "Theorem")

Das erinnert mich erstens aus verschiedenen unlogischen Gründen an Professor Harald Lesch, dem ich trotz seiner extrem überzeugenden Beweisführung in Fragen der Astrophysik kein einziges Wort glaube, denn so, wie er sagt, hat sich die Geschichte des Universums ganz bestimmt nicht abgespielt.

Zweitens erinnert es mich an die Tatsache, dass das weltweite Finanzsystem wegen einer absolut spitzfindigen, völlig theoretischen, affengeil unwirklichen Spekulationsblase zusammenzubrechen droht, nämlich aufgrund eines giga-kolossalen Ramschpaketes von lächerlich abstrakten „Derivaten (komplizierten, weitschweifig hergeleiteten Finanzinstrumenten), die mit der wirklichen Welt überhaupt nichts mehr zu tun haben und sich nach Schätzungen auf summa summarum 750 Billionen Dollar (siebenhundertundfünfzigtausend Milliarden Dollar) belaufen, was ungefähr dem 35-fachen des konkreten Wertes der Weltwirtschaft entspräche und somit durch nichts, aber auch gar nichts gedeckt ist. Es ist traditionelle Bankiers-Weisheit, dass man ungefähr neunmal so viel Geld verleihen kann, wie man wirklich einkassiert hat, weil die Leute das Geld nicht alle auf einmal zurückverlangen. Das 35-fache wäre natürlich der reine Wahnsinn; außerdem ist der Wert der gesamten Weltwirtschaft keineswegs bei den Banken und Spekulanten „eingezahlt worden; oder soweit doch, sollte er ihnen unter gar keinen Umständen zur Verfügung gestellt werden, sobald der Wahnsinn ausbricht und sie uns alle noch schnell auslutschen wollen.

Um die drohende Katastrophe von einer bestimmten Region oder Nation so weit als möglich abzuwenden, müsste man die Realwirtschaft (richtige, handfeste Betriebe und Immobilien) sowie die normalen Sparkassen von den Auswirkungen der bald zu erwartenden Detonation des Derivatmarktes komplett abkoppeln, damit sie weiter funktionieren können. Mit anderen Worten, niemand sollte sein hart erwirtschaftetes Vermögen dafür herzugeben brauchen, dass diese blutsaugerischen Geldfälscher und unwirklichen Spekulanten am Ende noch ein paar Milliarden für sich ins Trockene bringen, denn die haben uns mit ihren wertlosen Wertpapieren, Düsenjets und Champagner-Hotels jetzt lange genug ausgesaugt.

 

15.1.2008

Zwar sage ich dieser Tage nicht viel in meiner Website, denn als Übersetzer habe ich inmitten des Weltgetöses komischerweise gerade Hochkonjunktur und Vollbeschäftigung, aber ein kurzer, schräger Blick auf die Überschriften der letzten paar Tage im Handelsblatt zeigt, dass die Risse im weltweiten Finanzgefüge sich erwartungsgemäß und unvermeidlich ausweiten. Ich habe zwar nicht viel Zeit für solchen Unsinn, aber leider sah ich gestern abend, ganz momentan, nur wenig Brot auf den örtlichen Supermarkt-Regalen hier in Kopenhagen; keine Katastrophe, und inzwischen ist das Brot wieder aufgetaucht. Jedoch weckte die flüchtige Fehlleistung des Systems mein Misstrauen, sodass ich heute kurz in die elektronischen Zeitungen schaute.

Ich erwähnte oben schon den Derivatmarkt. Dessen völlige Unrealität können Sie, wenn Sie das Thema gründlicher studieren wollen, in dem Handelsblatt-Artikel Wettlauf der Systeme nachlesen.

Falls das noch nicht reicht, sehen Sie die aktuellen Überschriften im Handelsblatt  durch (ich weiß nicht, ob meine Kommentare dabei helfen, aber mehr als den Inhalt dieser Überschriften, gewürzt mit ein paar sarkastischen Bemerkungen, braucht man wohl gar nicht zu wissen): 

Merrill sichert sich neue Milliardenspritze • „Keine Leichen im Keller“ [Sagt bloß!] • UBS bittet um Vertrauen [Wie bitte? Eine der größten Banken der Welt „bittet“ um Vertrauen?] • Das große Zittern • Banken gehen weniger Risiken ein [Das heißt: sie haben den Bogen völlig überspannt, denn normalerweise gehen sie unfassbar große Risiken ein.] • Schadenersatzklage gegen US-Banken • UBS rechnet mit weiterem Krisenjahr • Neue Milliardenlöcher durch Kreditkrise • Finanzkrise setzt American Express zu [Ein weiterer Gigant kommt ins Wanken, nachdem er idiotisch viel Kredit an unsichere Kantonisten verteilt hat.] • Banken suchen verzweifelt Kapital [Normalerweise „schaffen“ sie Kapital.] • Problembanken suchen angeblich frisches Geld [Das wächst freilich nicht auf den Salatfeldern; es muss kräftig nachgedruckt oder mit weiteren hirnrissigen Derivaten aus den Fingern gesaugt werden, was eine galoppierende Inflation zur Folge hat.] • Kommentar: Kleine Brötchen • Erstmals Ratingagentur Opfer der Kreditkrise [Der ultimative Vertrauens-Absturz] • Das Kartenhaus der Wackelkredite • Britische Banken drehen den Kredithahn zu [Au weia! Das ist das Chaos-Signal!] • Finanzkrise trifft deutsche Dienstleister [klar] • Finanzkrise: „Zu früh für Entwarnung“ • Winter in der Finanzwelt [brrrrr ...] • Kreditkrise erreicht britischen Einzelhandel • 2008 wird stürmisch [bedarf wohl kaum noch der Erwähnung, interessant ist aber, dass nichts mehr beschönigt wird] • Banken wollen Krise abhaken [möchten sie gern ... Vogel Strauß lässt grüßen] • Amerika rüstet sich für die Talfahrt [upps ...] • Die Schnäppchenjagd hat begonnen [ja, irgendwer wird noch schnell profitieren ...] • Deutsche Banken sehen Silberstreif am Horizont [wie lieb! Hoffentlich haben sie sich ein bisschen Silber aufgehoben? Nein ... ?? Gold? Auch nicht???] • Citigroup und HSBC wollen Töchter verkaufen [Das ist besonders hübsch – wenn man nichts mehr hat, dann kann man, als letzter Ausweg, seine Töchter verkaufen; die Scheichs lassen grüßen.] • Kreditversicherer in der Klemme • Derivaten drohen weitere Herabstufungen [Die waren von vornherein nichts wert!!] • EU-Aufseher klopfen Versicherer auf Risiken ab • Analyse: Die Zeit war längst reif [Das ist die Lust der Analysten.] • Bear Stearns streicht weitere 300 Stellen • Bear Stearns schockiert, Goldman glänzt • Gerüchte um Kapitalspritze aus China für Bear Stearns [wieder mal China; die Chinesen werden in dieser Krise obenauf bleiben, das steht fest] • Bear Stearns wegen Hedge-Fonds verklagt [d.h., der Risikoausgleich funktioniert nicht mehr] • Neue Interventionen am Geldmarkt • Europäische Zentralbank flutet Geldmarkt [mit anderen Worten: sie fördert die Inflation] • Kommentar: Offene Schleusen • Bank of England stellt weitere Milliarden bereit [Inflation, Inflation ...] • Die Verzweifelung der EZB [darf man das tatsächlich laut aussprechen?] • US-Senat hilft Hausbesitzern aus der Klemme [aber wohl nicht besonders effektiv, oder? Wo soll das Geld herkommen? Fuderweise aus der Druckmaschine? Wenn sogar die Banken verzweifelt nach Geld suchen?] • Konzertierte Aktion verpufft • Notenbanken springen in die Bresche [Da haben wir's! Das sind die mit der "Lizenz zum Drucken"!! Katabomm, katabomm, katabomm!] • Krisenfonds der US-Großbanken fast startklar [aber nur fast ...] • US-Rettungsfonds ist gescheitert [Auf wen sollen wir dann noch bauen???] 

Den Rest braucht man kaum noch zu kommentieren: Französischer Superfonds kommt Anfang 2008 • Französische Banken beschließen wohl Aufbau von Krisenfonds • BlackRock soll US-Krisenfonds managen • Frankreichs Banken planen Superfonds • Kanadische Bank schreibt Milliarden ab • Vor der Rezession? • Deutschen Banken drohen Abschreibungen • US-Baukonzern legt Rekordverlust vor • Finanzkrise verängstigt britische Banken • Kreditausfälle dürften drastisch steigen • IWF-Chef: Subprime-Krise schwächt Wachstum in Europa und USA • „Die Rezession kommt“ • Hedge-Fonds in Lauerstellung • „Erdbeben im Weltfinanzsystem“ • Citigroup schreibt Rekordsumme ab • Kommentar: Der Koloss wankt • Milliardenspritze aus China • Citigroup fasst US-Hypothekengeschäfte zusammen • Citigroup schafft sich neue Probleme • Ex-Chef rät von Citigroup-Aufspaltung ab • Citigroup bürdet sich Milliarden-Last auf • Was die Araber wollen • Merrill Lynch will mehr als 1000 Stellen abbauen • Merrill Lynch sichert sich Milliardenspritze • Der große Kehraus • Merrill Lynch wechselt Finanzchef aus • Mindestens 45 Millionen für Merrill-Lynch-Chef • Technokrat mit viel Teamgeist • Thain wird Chef bei Merrill Lynch • Kreditkrise trifft kanadische Großbank • Crédit Agricole schreibt 2,5 Milliarden Euro ab • Morgan Stanley holt sich Bares aus China • Italiens Banken stehen unter Druck • Goldman Sachs zieht in der Krise davon • Krise erreicht Englands Banken • Kreditmarktkrise zerlegt weiteren Immobilienkonzern • Investmentbank Lehman Brothers schlägt sich wacker • Bank of America schockiert mit höheren Abschreibungen • Eine bittere Bilanz - [All das waren Überschriften einzelner, aktueller Artikel im Handelsblatt, die Sie online nachlesen können.]

Falls Sie zu den bislang so Glücklichen gehören, die ein Vermögen ihr Eigen nennen, stecken Sie es jetzt am besten in konkrete, überlebensfähige Werte. Das wird zwar, wenn es alle machen, den Zusammenbruch des jetzigen Systems beschleunigen, aber der kommt sowieso. Die nationalen Regierungen sind aufgefordert, ihre reellen Wirtschaftswerte vom Irrsinn des Derivatmarktes und von allen anderen Abstraktionen und Absurditäten der Weltwirtschaft abzukoppeln. (Leicht gesagt, ich weiß ...)

Demnächst geht's trotzdem weiter.

 

17.1.2008

Aber vielleicht ist die oben wiedergegebene Panikmache im Handelsblatt völlig übertrieben. Ich bin ja kein Wirtschaftsfachmann. Eine Reihe von guten Gründen, wieso der ganz große Absturz ausbleiben wird, finden Sie u.a. in der WELT vom 17. Januar 2008: Kommt der ganz große Absturz an den Börsen? Es ist nicht ratsam, die Zukunft schwärzer zu malen, als sie ist. Gelegentlich sollte man ihr direkt und kaltblütig ins Auge sehen, um ein paar unschöne Details nach Möglichkeit mit scharfem Desintegratorblick aufzulösen. Jawohl, es dürfte möglich sein, Eurasien vom US-Debakel weitgehend abzukoppeln, und auch das Letztere sollte wohl eher als eine Finanzkrise begriffen werden. Nicht unbedingt eine alles auffressende Wirtschaftskrise, sondern ein Aufholen der Wirklichkeit gegenüber einer völlig unrealen Spekulations- und Schuldenblase.

Zurück zur anständigen Arbeit, zur gediegenen Produktion, zum planmäßigen Schuldenabzahlen und Häuslebauen, zum stinknormalen Barzahlen und zum ganz normalen Fleiß. Mundet zunächst nicht sehr, wird aber bald bekömmlicher.

Da war noch was ... ach ja, heute morgen, viel Zeit dafür hatte ich leider nicht, denn der Produktionsdruck hatte mich erfasst. Novalis, ein jung verstorbener Dichter vom Ende des 18. Jahrhunderts, leider nur Fragmente und ein paar ergreifende Gedichte, aber was für eine große, edle Qualität der Phantasie, welch schillernde Sprache, welch große Sehnsucht!

Bemerkenswert aus „Die Lehrlinge zu Sais: <Von weitem hört’ ich sagen: die Unverständlichkeit sei Folge nur des Unverstandes; dieser suche, was er habe, und also niemals weiter finden könnte. Man verstehe die Sprache nicht, weil sich die Sprache selber nicht verstehe, nicht verstehen wolle; die echte Sanskrit spräche, um zu sprechen, weil Sprechen ihre Lust und ihr Wesen sei.> (Novalis)

Mystisch, sehr schön mystisch, auf süffige, spezifisch deutsche Art und Weise extrem geheimnisvoll, geisterbahnmäßig abgehoben bei einem reichlich bemessenen Schoppen Rheinwein. Was will er uns hier erzählen? Ist die Sprache denn ein lebendes Wesen? Quasselt sie aus eigenem Antrieb? Ist es die Sprache, die diese Art Sprechlust empfindet, oder ist es nicht vielmehr der Dichter, der Benutzer, der Politiker, der bewusst Sprechende? Jedoch die Bemerkung über den Unverstand, der nur seinesgleichen zu suchen vermag, und sich deshalb über Unverständlichkeit beklagt, das ist gar nicht so weit hergeholt. Dennoch würde ich meinen: Was klar gedacht und klar gesagt wurde, kann mit Hilfe eines Wörterbuchs und ggf. einer Erläuterung des Kontextes auch klar verstanden werden. Wer freilich nur aus Sprechlust spricht, noch dazu aus einer Sprechlust heraus, die er einer ganz anderen Quelle zuschreibt als sich selbst, nämlich dem mystischen Überwesen der Sprache als solcher, ja solch ein seltsamer, mystisch instrumentalisierter Sprecher hat freilich nicht den blassesten Schimmer, was er selbst eigentlich aussagen wollte, und deshalb wohl kaum das Recht, sich über den Unverstand oder die mangelnde Hörlust seiner potenziellen Zuhörer zu beklagen, zumal er gar keinen Vergleichsmaßstab besäße, um die mangelhafte Rezeption seiner ihm selbst unbekannten Aussagen überhaupt erkennen und ermessen zu können.

Diese Sorgen sind, genau gesagt, eine der vielen Nachwirkungen des undurchdringlichen Nebels, den unser „großer Philosoph Immanuel Kant in den Köpfen hervorgerufen hat, nämlich eine völlig überflüssige Huldigung des angeblich „Unwissbaren.

Alle Klarheiten restlos aus dem Weg geräumt? Dann brate ich mir jetzt meine Chicken Wings und produziere weiter meine namenlosen, anständig bezahlten Übersetzungen (Tourismus-Belletristik) bis in die tiefe Nacht hinein. Auf dass der Dichter dann wieder in Ruhe dichten und der planetarische Monitor, Verzeihung, Motzer wieder ungestört motzen kann. Bis ihn ein unparteiischer Mäzen entdeckt, der ihm eine Art Altersrente und eine unbegrenzte Lizenz zum Schwätzen verleiht.

 

20.1.2008

Leicht verärgert bei der Übersetzung der letzten paar Seiten einer Tourismus-Broschüre: Wieso sagen wir andauernd „das herrliche Wetter? Das herrliche Wetter, das HERR-liche Wetter - was ist das für ein Macho-Gerede? Wieso sagen wir nicht endlich mal: „das dämliche Wetter

Ähhh ... ach so. Darum. Und wie kommt das?

Der gute alte Wahrig von 1976, der so schöne Herkunftsbeschreibungen enthielt, führt das Wort „dämlich” nicht auf die Damen zurück, sondern auf ein etwas obskures Verb dameln, dämeln” = sich kindisch, töricht benehmen, im Kopfe verwirrt, unklar sein. Dieser angeblich norddeutsche Ausdruck wiederum soll auf ein germanisches Stammwort mit der Bedeutung betäubt, ermattet” zurückgehen. Hingegen kam die Dame” übers Französische ins Deutsche herein, und zwar vom lateinischen domina, Herrin. Somit sind die Damen auch etymologisch gesehen keineswegs dämlich, was sowieso niemand behaupten wollte, sondern ganz und gar ebenbürtig im Angesichte des Herrn, lateinisch dominus!

Und sanft säuseln die Sylphen. Hier nun noch mein Gegenwarts-Gedicht, ein bisschen ausgeweitet nach den ersten obigen Anfängen vom 2.1.2008: Huldigung an die Gegenwart.

 

21.1.2008

Mal wieder auf peinlichste Art und Weise laut nachgedacht:

Als ich 14 oder 15 war, ist es immer so schön gewesen, OHNE JEDE VERDAMMTE ERKLÄRUNG DES UNIVERSUMS mit den hübschen kleinen Mädchen zu tanzen. Die konnten gut schmusen und dufteten recht schön. Außerdem war die Dosierung ziemlich gescheit, man musste immer erst 15-20 Minuten lang zur schnellen Rockmusik toben und konnte sich dann beim Blues in die Arme fallen. Schüchterne Erektionen im Preis inbegriffen. War echt gut. Ich hoffe, wenn ich das nächste Mal in dem Alter bin, lassen sie sich wieder so etwas Ähnliches einfallen, oder wenn nicht, dann mache ich schleunigst eine Schmuse-Disco auf.

Habe ich je danach gefragt, ob das Parfüm Schadstoffe enthält? Ich wäre doch schön doof gewesen, wenn ich mir darüber den Kopf zerbrochen hätte. Habe ich damals anhand irgendeines mathematischen Schemas nachgerechnet, ob und in welchem Grade diese Blues-Tänze als ethisch akzeptable Verhaltensweise einzustufen wären? Haben mich Instinkt und Abenteuerlust nicht sehr viel besser angeleitet als später die endlosen Verkrampfungen der Vernunft? Oder was?

Aufgrund gewisser Fehlschläge und lustfeindlicher Zumutungen habe ich später phiel zu phiel philosophiert.

 

8.2.2008

Seltsame Zeitungsmeldung in seltsamen Zeiten:

Gehirnverschmutzung

Poppeln, den 8. Februar 2008. - Um den gefährlich auswuchernden Praktiken der freiwilligen Gehirnwäsche entgegenzuwirken, hat der Magistrat der Stadt Poppeln jetzt ein breit gefächertes Maßnahmenpaket zur Förderung der Gehirnverschmutzung angeordnet. Es wird unter anderem zur allgemeinen Bürgerpflicht, sich von 20:00 Uhr bis 20:15 Uhr die Tagesschau anzusehen; Telefonanrufe und sonstige Störungen werden in dieser Zeit mit Bußgeldern in Höhe von 60 bis 200 Euro geahndet. Wer im fraglichen Zeitraum auf der Straße oder bei anderen Tätigkeiten erwischt wird, muss sogar mit einer Haftstrafe rechnen. Auch muss jeder erwachsene Bürger spätestens am 5. eines jeden Monats beim Amt für Gehirnverschmutzung die Unterschrift zweier Zeugen vorlegen, mit der bescheinigt wird, dass er sich im Laufe des Vormonats mindestens drei Pornofilme angeschaut hat. Des weiteren wird in alle Fernseher ein Zähler eingebaut, um den Konsum von mindestens neunzehn Stunden Werbung pro Monat sicherzustellen. Alle früheren Verordnungen, die es den Bürgern gestatteten, die Annahme von Werbepost abzulehnen, sind aufgehoben. - Die panisch anmutenden Reaktionen des Magistrats wurden durch die spöttische Bemerkung eines Hare-Krishna-Mitglieds ausgelöst, im Falle hochgradiger Verschmutzung des Gehirns wäre es doch möglicherweise eine gute Idee, wenn das Ding mal gewaschen würde. [Allgemeines Zugebrettertes Desinformationsblatt, 8.2.08]

Na, so was?! Bestätigen kann ich eigentlich nur, dass vor einigen Jahren tatsächlich ein dänischer Hare-Krishna-Anhänger mit diesem genialen Argument konterte, als mal wieder der unterbelichtete Vorwurf der Gehirnwäsche an ihn herangetragen wurde. Aber Poppeln liegt ja bekanntlich nicht in Dänemark, sondern in Arimanien ... Heil Schnitzler! Und ein bisschen meschugge war Poppeln schon immer. Laut Augenzeugenberichten beten manche Bewohner der Stadt zur Diensthabenden Gräfin der DDR und lassen sich von diesem verbotenen Kult partout nicht abbringen.

 

21.2.2008

Was kann man zu alldem noch sagen? In Dänemark wurden von Freitagnachmittag bis Dienstagmorgen laut Ekstra Bladet  (ganz richtig, wir haben hier eine regulär erscheinende Boulevardzeitung, die Extrablatt heißt) insgesamt 619 Brandstiftungen verzeichnet. 43 junge Leute kamen in Untersuchungshaft. Mal wieder alles nur wegen des Nachdrucks einer Karikatur.

Wieso klappt die Integration nicht? Wessen Idee war sie? Ist sie überhaupt möglich? Wenn ja, für wen? Und wie benimmt man sich in der Fremde? (So nannte es meine Großmutter, ehrfürchtig innehaltend, wenn sie vom Ausland sprach: in der Fremde”!)

Grundregeln: Wenn in Rom, tu's den Römern gleich! Ansonsten, was willst du in Rom? Oder wenn du schon die Toleranz der Einheimischen in Anspruch nimmst, dann toleriere auch die Einheimischen!

Das wäre wohl das Mindeste.

Und umgekehrt: Es ist nicht ratsam, auf den religiösen Empfindungen anderer Menschen herumzutrampeln, egal wie sehr sie in der Minderheit oder Mehrheit sind.

Ausführliche Gedanken dazu unter der Überschrift Fanatische Brandstifter. 

 

28.2.2008

Leute, die mit Gewehren wedeln und Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürteln auf belebte Marktplätze schicken oder eine Katastrophe in öffentlichen Verkehrsmitteln planen, verdienen bei solcher Betätigung keine Rücksicht auf ihre angebliche Religiosität.

Unter solchen Umständen ist die Atmosphäre freilich aufgeladen. Schließlich setzt man sich zu Entspannungszwecken an einen Bildschirm und beginnt allerlei herunterzuladen.

Damit stellt sich die Frage: Was bin ich denn laden?

Ja, was? Sie finden unter diesem Link eine Art lyrische Charakterstudie über einen der seltsamsten Popanze unserer Zeit.

 

1.3.2008

Und bitte noch einen drauf, aber deutlich: Nedal nib Amaso.

Völlig herzlos und darum nichts für Zartbesaitete. Trotzdem irgendwie lächerlich!

Es geht um die beknackte Idee, auf den Marktplatz zu gehen und bumm zu machen. Wie zum Teufel kann man die Leute derart indoktrinieren? Sind Drogen im Spiel? Und die herbeste Enttäuschung erwartet den Täter selbst, wenn er hinterher dusslig umherschwebt und auf den Transport in ein nichtexistentes Paradies wartet. Döööööh ...!!! Dummy-dumb-dumb!

Zurück in die Windeln, zurück in eine Welt, die durch deine grauenhafte Untat im vorigen Leben wieder noch ein bisschen schlimmer geworden ist!!!

Und selbst wenn es das vielbesungene Paradies gäbe, gehört nach der zugehörigen, absolut allgemeinverständlichen Sortierlogik ein Mörder bestimmt nicht hinein.

In einem einschlägigen Forumsbeitrag schreibt Zahiruddin am 3. August 2007: 

Mich nervt diese Haltung mancher Muslime, alles auf dunkle Mächte zurückzuführen, während wir doch sehen, dass gerade jetzt der Laden überall auseinander kracht. Selbstmord(attentate) sind ja fast schon Pflichtprogramm. Leider tun unsere ‘Gelehrten’ sehr wenig, bis auf einige Ausnahmen, etwa Scheikh Muhammad Afifi al-Akiti, um auf diese fatale Fehlentwicklung hinzuweisen. Selbst der Oberguru Qaradawi aus Qatar hält es für erlaubt, dass Musliminnen, die einen Selbstmord(anschlag) begehn wollen, dies auch ohne Hijab [Kopftuch] tun dürfen. Dieser Guru hat ein Millionenpublikum. Leider! Wann stehen die Ulama’ [Schriftgelehrten, Rechtsgelehrten] endlich auf und sagen diesen Verrückten, dass sie durch ihren Selbstmord nie und nimmer eine Aussicht auf al-Djannah [das Paradies] haben werden? Wann? (Islampress: War der 9. 11. "selbst gemacht"?)

Wann die islamischen Gelehrten nun endlich eindeutig Farbe bekennen werden, ist eine sehr gute Frage, und eine Diskussion dieser Art in den eigenen Reihen ist immer ein gutes Zeichen. Es versteht sich auch von selbst, dass die Diskussion in Gang kommt. Die Terroristen sind ein extremer Ausnahmefall und haben mit der wahren Religion überhaupt nichts zu tun. Statt Trost in einer Welt, die sowieso hart und steinig ist, verbreiten sie Angst naturgemäß auch bei den vielen hundert Millionen redlichen und vernünftigen Gläubigen. Da tut dann kaum noch einer den Mund auf.

 

 

16.3.2008

War draußen, die erste Radeltour des Jahres, die bis ans Meer führte; erstaunlich viele Spaziergänger am Kastrup-Strand, ja sogar bis auf die weitläufigen Landzungen der künstlichen Lagune hinaus, strahlender Himmel bei 8 Grad und wenig Wind, spiegelglatte See, das Meer phänomenal hellblau bis weißblau, und darin goldfunkelnd das Spiegelbild der weißen Wolkenbank am östlichen Horizont über Schweden, jenseits des Öresunds.

Hier sei ein kleiner Zusatz zum Gottes- und Magdalena-Thema eingeschoben, eine tiefgründige Aussage von Meister Eckhart, dem großen Mystiker des Mittelalters, oder zumindest legendär ihm zugeschrieben. Es ist hundertprozentig seine Denke und Schreibe, stammt also sicher aus der Denkstube des Meisters selbst. Man sollte hierbei definitionshalber wissen, dass Meister Eckhart unter „Kreatur  im Prinzip alle geschaffenen Dinge verstand, also nicht nur die physische Erscheinungsform der Lebewesen, sondern auch alles rein Physikalische:


Meister Eckhart sprach, dass wir in dem Wesen der Seele Gott gut sehen und erkennen können. Denn je näher ein Mensch in diesem Leben mit seiner Erkenntnis dem Wesen der Seele kommt, um so näher ist er der Erkenntnis Gottes. Und das geschieht allein dadurch, dass wir die Kreatur ablegen und aus uns selbst herausgehen. Du sollst wissen, obschon ich die Kreatur in Gott liebe, so kann ich doch Gott niemals in der Kreatur so rein lieben wie in mir. Du sollst aus dir selbst gehen und dann wieder in dich selbst: da liegt und wohnt die Wahrheit, die niemand findet, der sie in äußern Dingen sucht. Als Maria Magdalena sich aller Kreatur entschlug und in ihr Herz hineinging, da fand sie unsern Herrn. Gott ist rein und klar: darum kann ich Gott nirgends finden als in einem Reinen. Das innerste meiner Seele aber ist klarer und reiner als jede Kreatur; darum finde ich Gott am allersichersten in meinem Innersten. [Landauer, S. 228 f.] (17)

Dass Gott in Ruhe ist, das bringt alle Dinge zum Laufen. Etwas ist so lustvoll, das bringt alle Dinge zum Laufen, dass sie zurückkommen in das, von dem sie gekommen sind, und das doch unbeweglich in sich selber bleibt, und auf je höherer Stufe ein Ding ist, um so lustvoller läuft es. [Landauer, S. 229] (18) [http://www.eckhart.de/legende.htm]

 

Ding-Ding! „Auf je höherer Stufe ein Ding ist, um so lustvoller läuft es!”

Die ganze Aussage des alten Meisters ist so unglaublich gut und wahr, dass sie schon beinahe ketzereiverdächtig ist! Der Mann war eine absolute Schnuckelmaus der innigen Gottesliebe und Gotterkenntnis. Sage ich mal so ganz subjektiv (wie denn sonst!). 

 

23.3.2008

Zu Ostern habe ich den bereits vorhandenen Kraftakt über den Speer des Schicksals um einen Abschnitt über die fesche Gräfin Heila von Westarp (eigentlich Hella von Westarp) erweitert, die Sekretärin der Thule-Gesellschaft. Ei, da hätten wir sogar ein niedliches, seltenes Foto dieses später zur Protonazi-Märtyrerin hochgestylten Mordopfers der bayerischen Roten Armee von 1919 (links).

Wieso nun just dieses? Weil mir gerade danach war. Ist es Jux? Ist es Dollerei? Für Heila war es bitterer Ernst: peng! Ich meine auch keineswegs, dass diese Dame verherrlicht werden sollte: aber sehen Sie sich das Gesicht doch wenigstens mal genau an! Mausilein kommt unter die Räder der Geschichte! Sie trägt ja sinnigerweise das Rad bereits auf dem Kopp!

Und Onkel Osama, oder der synthetische Popanz, den uns gewisse Geheimdienstexperten hüben und/oder drüben von Zeit zu Zeit als angebliche Osama-Stimme servieren, droht mal wieder mit Vergeltungsschlägen. (Ich muss da unweigerlich an Charlie Chaplins Hitler-Persiflage denken ... Ja, jaaa, wir werden sie straffen, straffen mit die Blitzkriech und mit die Gulaschkanone, ja bumm werrden wirr machen mit die Sprängstopfgirtel, bis ihnen das Unglauben aus die Orren herauskömmt, oder so ähnlich. „Hamlet hat heude nacht zum errschten Mal auch mit regulären Witzbläddern die falsche Node gefurzt! Von jetscht an wird Plombe mit Plombe entgoldet!) 

Das ist doch alles nur Zirkus, oder? Damit wir den Militäretat hochschrauben können?! Wer belohnt den pfiffigen Graubart eigentlich dafür, falls es ihn noch gibt? War er nicht, wie es hieß, bereits vor sieben Jahren schwer krank? Wie soll er dann bis jetzt überlebt haben, angeblich in Höhlenkomplexen und ständig auf der Flucht? Wird er überhaupt verfolgt? Hat man ihm gar irgendwo mit amerikanischen Steuergeldern einen Palast gebaut? Ist die Nachricht gefälscht? Handelt es sich hier um eine giftbraune, langfristig wirksame, global ausgeheckte Propagandamaschine, um die Völker gegeneinander aufzuhetzen und einen Konflikt zwischen Kulturen vom Zaun zu brechen, der normalerweise gar nicht da wäre? Nur damit hinterher der Ruf nach dem starken Mann ertönt und jemand eine Art faschistische Weltregierung etablieren kann?

Nur die allerwenigsten Muslime sind Radikalinskis, nur die allerwenigsten Christen sind engstirnige Provokateure.

Es ist also ganz bestimmt eine von langer Hand vorbereitete Propagandamasche, vorbereitet  durch klotzige Macht-Manipulatoren wie Zbigniew Brzezinski und Samuel P. Huntington mit ihrem angeblichen Clash of Civilizations, und typischerweise tut es kurz vor Ostern lospiepsen, denn Ostern ist gewöhnlich das Fest der heftigsten Propaganda. Da werden die Monumentalfilme aufgedreht, da knallt man uns Moses und Titus, Jesus und Julius Cäsar, den Papst und Jean-Claude van Damme um die Ohren, dass es eine Art hat, auf dass wir angemessen präpariert sind für den nächsten großen Feldzug. Möge er winselnd im Keim ersticken, der große Feldzug, egal wessen. Anstatt immer mit hinzulatschen, wenn's irgendwo brennt oder in die Schlacht geht, warum bleibt ihr nicht einfach alle zu Hause und zelebriert japanische Teekunst oder knackt 'ne Dose Bier!

Eines muss ich jedoch vorsichtshalber unterstreichen, denn in manchen religiösen Winkeln sind auch Kräfte am Werk, die andere Menschen zum Glauben zwingen wollen:

Ich bin für die Freiheit des Glaubens, und ganz genauso für die Freiheit des Unglaubens. Das muss mal gesagt werden, und daran sollte man unbeirrbar festhalten, denn Freiheit ist Freiheit und in diesem Punkt nicht verhandelbar. That's the bottom line, wie man auf Englisch sagt. Ohne die Freiheit des Unglaubens könnte eine allzu radikal geschützte Glaubensfreiheit zur terroristisch erzwungenen, staatlich geförderten Glaubensdominanz hinführen, die rasch tyrannische Züge annimmt wie unter den Taliban, Saudis oder Ayatollahs von heute oder unter den inquisitorischen Christen des Mittelalters. Es soll schon vorgekommen sein, dass sogar im Namen einer Religion der Liebe genüsslich drauflos gefoltert wurde ... Es muss also auch die Freiheit des Unglaubens geschützt bleiben; sie ist eine unter großen Opfern errungene Frucht der Aufklärung und bleibt eine Grundvoraussetzung der freien Vernunft, des kritischen Denkens und der unabhängigen Wissenschaft.

Wenn die Partei der übereifrigen Gläubigen (gleichwelcher Couleur) das Recht hat, ihren friedlich dahinlebenden Mitmenschen die Schrecklichkeit des imaginären Höllenfeuers an die Wand zu malen und alle möglichen wüsten, irrationalen Flüche, Drohungen, Verdammungen, Verbannungen, Offenbarungen, Untergangsvisionen und Beleidigungen an den Kopf zu knallen, dann muss der freundliche Atheist, Skeptiker oder Individualmystiker von nebenan, der sowieso meistens die Klappe hält, aus Gründen der Selbstverteidigung und Seelenhygiene auch das Recht haben, sich gelegentlich darüber lustig zu machen und mit Nachdruck zu knurren: Das ist doch alles Schrott, was ihr mir da erzählt!”, oder: „Ihr tickt wohl nicht richtig, oder in den Worten von Meister Eckhart: „Auf je höherer Stufe ein Ding ist, um so lustvoller läuft es!”

Damit das mal klar ist! Mädel, komm rüber und sei geknutscht! Und dann prost!

Zu den Tönen der wunderbaren Madonna-Platte Time goes by so slowly  ...

 

28.3.2008

So wie der Holländer Geert Wilders seine „Redefreiheit benutzt, so geht es natürlich nicht! Das ist die grelle, einseitige Redefreiheit eines schmutzigen Nazi-Propagandisten, der an Julius Streicher erinnert, und will im Grunde nur den Hass fördern. Hoffentlich hat man in Holland ein Gesetz gegen Volksverhetzung ...? Redefreiheit muss mit Verantwortung einhergehen, auch mit einer vernünftigen Einschätzung der Folgen einschließlich der Effekte beim vermeintlichen Gegner, der mit solchen Entgleisungen überhaupt erst nennenswert aufgebaut wird.

Wenn einer den Mund aufmacht, sollte er sich zumindest bei brisanten Themen gut überlegen, was er überhaupt damit bezweckt oder welchen Effekt es haben soll bzw. voraussichtlich haben wird. Das ist der Fluch der Politik; man ist dort oft Sklave der Realität. Im rein künstlerischen, imaginären Bereich kann man sich hingegen auf die wohltuende Gnade der Zweckfreiheit berufen. Das ist das Königtum der Phantasie.

Darum lieber etwas völlig anderes:

Jüdischer Altherrenwitz:

»Wie geht es, Kohn?«

»Danke die Frage. Es geht noch. Monatlich ein-, zweimal ...«

»Aber, aber! Ich habe es doch nicht so gemeint! Ich frage: Wie geht es zu Hause?«

»Ja, zu Hause ...? Zu Hause geht es überhaupt nicht mehr.« 

 

Arabischer Altherrenwitz:

Der Satiriker Goha (1336-1405) wurde einmal gefragt:

»Kann ein Mann noch Kinder zeugen, wenn er 60 Jahre alt ist?«

Goha: »Es ist möglich!«

Frage: »Und wenn er die 80 schon überschritten hat?«

Goha: »Es ist möglich!«

»Und wenn er 100 ist?«

Goha: »Ja, wenn er einen zwanzigjährigen Nachbarn hat, schon!«

Freilich könnte die gleiche Art Witz in einer Karnevalsrede zu Kölle vorkommen, ist also kulturübergreifend zeitlos. Vielleicht haben ja die Büttenredner diesen Stil irgendwann bei den Arabern gelernt, oder umgekehrt; es ist nicht auszuschließen. Wahrscheinlicher ist einfach die Gemeinsamkeit des menschlichen Zustandes.

 

4.4.2008

Ein Baum, der fällt, macht mehr Lärm als ein ganzer Wald, der wächst.

    Tibetische Weisheit

Da kratze ich mich zwar selbstkritisch am Kopf, muss aber feststellen, dass ich bereits in meinem ersten, zarten Wachstumszustand eine Menge Krach gemacht habe ... Ob ich denn nicht wisse, was das, rein logisch gesehen, bedeutet? Nein, lieber nicht ... 

Oder ich spreche es doch aus, weil es sich so schön reimt:

Ich kam auf die Welt als ein Baum, der fällt,

Und lärme mehr als ein Wald, der wächst.

Denn während der Wald

Um mich herum wächst,

Bin ich die Gestalt,

Die sich selber verhext.

Hexe mich groß und hexe mich klein,

Will Herr meines eigenen Schicksals sein.

Vermisse den Schoß

Der Gemeinsamkeit

Und pflege

Die fruchtbare Einsamkeit.

Wer die letzte Zeile oberflächlich liest, denkt sich vielleicht „die furchtbare Einsamkeit. Die jedoch verdient nicht gepflegt zu werden. Wenn es furchtbar wird, statt fruchtbar zu sein, dann lieber zurück in die Zwei-, Drei- oder Vielsamkeit. 

 

5.5.2008

Das war eine lange Pause. Was mich geistig ein bisschen blockiert hat, ist das Thema Islamisten, das ich vor acht Wochen angesprochen habe. Da herrscht nämlich so viel Irrationalität, dass mit Worten eigentlich gar nichts ausgerichtet werden kann; sondern nur mit Liebe und indem man Besseres erschafft. Vielleicht werde ich den Artikel über die „fanatischen Brandstifter streichen oder auf eine rein spirituelle Botschaft reduzieren.

Oder vielleicht sollte man sich, wenn überhaupt, zwecks Aufklärung nur mit den fanatischen Anstiftern befassen, den konfliktschürenden Hintermännern wie Dick Cheney, Condoleezza Rice, Samuel Huntington, Zbigniew Brzezinski, Donald Rumsfeld und Richard Perle in Amerika (und deren Zahlmeistern). Zu beachten wären auch die zwei engstirnigsten dänischen Chefredakteure, nämlich Carsten Juste von Morgenavisen Jyllands-Posten und Tøger Seidenfaden von Politiken. 

Herr Juste ist für den wiederholten Abdruck beleidigender Zeichnungen berüchtigt, die angeblich den Propheten Mohammed darstellten. Dies geschah im Wesentlichen als Provokation und um einen Aufruhr zu erzeugen. Der Aufruhr war enorm und hat Dänemark schwer geschadet.

Hingegen sorgt Herr Seidenfaden, scheinbar auf der gegnerischen, „ausländerfreundlichen Seite der Debatte, nicht nur mit pseudolinker Autorität und Haarspalterei (stets durchaus „politisch korrekt) für Zorn, Verwirrung und Polarisierung, sondern laut dänischer Wikipedia-Kurzbiographie hat er sich seit 1994 auch als dänischer Top-Bilderberger und seit 2005 als Mitglied des Steering Committee der Trilateralen Kommission hervorgetan; mal ganz abgesehen davon, dass er in dem einzigartigen Logensystem der dänischen Hintergrundpolitik, den sogenannten VL-Gruppen (nein, keine Freimaurer!), zur Spitzenloge VL-Gruppe 1 gehört und seit 1987 auch Vorstandsmitglied der dänischen Gesellschaft für Auswärtige Politik ist (Det Udenrigspolitiske Selskab), einem Abklatsch des amerikanischen CFR; nebenbei auch Vorsitzender des Kopenhagener Redakteurverbandes (1996-98 und wieder seit 2004). 

VL-grupper: Um nun, ganz gewissenhaft, auch den dänischen Ausdruck "VL-grupper" vollständig zu klären: Die Abkürzung "VL" steht für virksomhedsleder, was eigentlich "Unternehmer" oder "Manager, leitender Angestellter" bedeutet, jedoch bei den VL-Gruppen ausgeweitet wird auf viele andere einflussreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter Politiker und Mitglieder des Banken- und Verwaltungsapparats sowie auch der Presse. Diese Gruppen dienen angeblich dem Erfahrungsaustausch und sollen sich erwartungsgemäß 6 bis 8 Mal pro Jahr reihum bei dem einen oder anderen Mitglied treffen. VL-Gruppe 1 besitzt in diesem System eine höhere Autorität als VL-Gruppe 2, vielleicht sogar eine implizierte Weisungsbefugnis, und so geht es weiter abwärts durch die ganze Hierarchie, die nach Angaben ihrer Dachorganisation Dansk Selskab for Virksomhedsledelse ganze 72 Gruppen umfasst. Dies wirft natürlich die Frage auf, inwieweit ein solches inoffizielles Kommunikations- und Machtsystem, wo die Grenzen zwischen Volksvertretern, Beamten und privatwirtschaftlichen Kräften in einer nahezu geheimen Atmosphäre verschwimmen, mit dem grundsätzlich sehr demokratischen Anspruch der dänischen Gesellschaft vereinbar ist. Umgekehrt könnte dieses Verflechtungs-System natürlich auch zum bedeutenden Erfolg des dänischen Modells während der letzten Jahrzehnte beigetragen haben.

Aber ich schweife ab. Wie gesagt, eventuell wäre es besser, sich sowieso nur auf das Setzen erfreulicher Zeichen zu konzentrieren und im Übrigen Toleranz, vor allem in religiösen Fragen, sowie die Wahrung der Menschenrechte einzufordern.

Seltsam ist, nebenbei gesagt, dass Google mal wieder den Link zu dieser meiner Heimatseite verloren hat und auch keinerlei Link mehr zu meinem Artikel über den Speer des Schicksals aufführt. Es kann aber, genauso unerklärlich, in ein paar Tagen die ganze Google-Verknüpfung wiederhergestellt sein. Ich habe z.B., was den „Speer betrifft, in keinster Weise einen faschistischen Artikel geschrieben, selbst wenn ich zur Beschreibung der Ursprünge und Anfänge des Nationalsozialismus natürlich einen Haufen Nazi-Namen und Nazi-Wörter benutzen musste. Gibt es Sortierprinzipien, wonach Texte mit bestimmten Wörtern aus der Liste herausfliegen? Wohl kaum, denn viele Internet-Seiten mit absolut grässlichen Wörtern, Inhalten und Absichten werden bei Google lustig weiter aufgeführt. Muss unbedingt der Verfassungsschutz oder ein obskures Bilderberg-Komitee dahinterstecken, wenn sich die Link-Auflistung bei Google mysteriöserweise total ändert? Wurde zu viel Wahrheit offenbart? Hat jemand Zeit, all diese Dinge auszusortieren? Nein! Ich gehe eher davon aus, dass sich die Programme in einem gigantischen Urwald von Such- und Findekriterien tatsächlich gegenseitig bekämpfen und dass nach unterschiedlichen Sortierprinzipien wie „Homepages aus Dänemark und „Webseiten in deutscher Sprache und „häufig angeklickte Seiten oder „Seiten mit anspruchsvollem Vokabular oder auch „regelmäßige Updates eben manchmal dieses, manchmal jenes nach oben gespült wird. Das Kriterium „regelmäßige Updates” wäre natürlich ein echtes Zwangskriterium, weil es dem Urheber nicht unbeschadet erlaubt, seinen Internet-Auftritt auch mal ein paar Monate lang ruhen zu lassen.

Es verbleibt ein leiser Zweifel, denn oft steht jetzt unter den Google-Ergebnisseiten der Vermerk, man habe bestimmte Suchergebnisse wegen juristischer Hinweise oder Bitten gestrichen, und wer dem Link dieses Vermerks weiter nachgeht, kann manchmal feststellen, dass eine deutsche Aufsichtsbehörde, die namentlich ungenannt bleibt, sich bei Google beschwert hat, weil gewisse (ungenannt bleibende) Texte widerrechtlich seien. Ohne irgendein weiteres Verfahren zu nennen, schreitet Google sodann voran und entfernt den Link zu dem entsprechenden Dokument. Es wäre denkbar, dass ein solcher Vorgang mit Hunderten oder Tausenden von Internet-Texten gleichzeitig passiert. 

Na schön. Ich versuche den Leser komplett und wahrheitsgemäß zu informieren und beziehe dabei eindeutig Stellung gegen Faschismus, Diktatur und Totalitarismus. Davon abgesehen krähe ich gelegentlich ein paar satirische Übertreibungen in die Welt hinaus; der Unterschied zwischen Satire und Sachartikel bleibt jedoch gewahrt. Problematisch sind natürlich freiheitsfeindliche Tendenzen innerhalb des Staatsapparates selbst, falls zum Beispiel der Verfassungsschutz oder ein Innenminister im Widerspruch zum Geist des Grundgesetzes handeln würde. Die übelste Volksverhetzung (Kriegspropaganda, Feindbildpflege, Terrorgequassel und Schmähung von Minderheiten) kippt doch tagtäglich aus den althergebrachten Medien hervor besonders aus dem Fernsehen –, und fast nirgendwo in Deutschland wird die Menschenwürde so eklatant verletzt wie in den allgegenwärtigen Action- und Horrorfilmen und völlig legalen, brachialen Computerspielen. Erleben wir jetzt, zumindest im Kampf gegen den freimütigen Intellektuellen, die Wiederkehr der Zensur?

Zur Erklärung der aktuellen Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Lebensmittelkrise, Inflation und Bankenkrise möchte ich Sie jedenfalls auf einen wunderbar allgemeinverständlichen Artikel hinweisen, der nicht aus meiner Feder stammt, aber voriges Jahr von mir übersetzt wurde und jetzt erhältlich ist: Warum überall Geld fehlt. (Der Fehler im System: Die Geschichte von Fabian, dem Goldschmied: Gib mir die Welt plus 5 Prozent! Das unentdeckte Geheimnis des Banken- und Geldsystems.) Besser und einfacher sind solche Krisen wohl noch nie erklärt worden.

 

6.5.2008

 

 

Und siehe, sie träumten seltsame Träume

Von graugesichtigen Fremdlingen, mager und hungrig,

Von Echsenwesen, scheinbaren Hütern des Buches

Und allerlei atheistischen Konquistadoren,

Schlangengestalten aus lebhafter Täuschung,

Unsäglichen Prüfungen, schmerzhaften Versteifungen,

Verzückungen, Entrückungen, Verdrückungen

Schmutzigsten Wassers und giftigsten Blutes,

Und unbarmherzig tickenden Maya-Kalendern,

Schwachsinn fürs breite Volk und Gelächter für irre Führer.

 

So dösten sie völlig bescheuert dahin, während gierige Banker

Die Tische und sämtliche Teller räumten

Und alles Gold aus den Kellern leerten

Und alles, was Wert noch hatte oder verkäuflich sein konnte,

An sich rissen in grenzenloser Habgier und alles, ja Alles

Verscherbelten nach dem Platzen der wertlosen Blasen,

Die einst ein Haufen Protzspekulanten erschuf

Aus reinem Blendwerk und digital frisierten Preisen.

 

Wir sind jetzt an dem Punkt angelangt, wo all die blutsaugerischen, völlig hypothetischen Kreditinstrumente und Finanzderivate keinen Pfifferling mehr wert sind. Da geht es ans Eingemachte, meine Herrschaften, und das bedeutet: Jetzt wird mit unserem Essen spekuliert, mit den börsennotierten Vorräten, mit dem noch gar nicht gesäten Weizen, mit der Ernte des kommenden Jahres, mit der Essenz des Lebens als solcher, und wenn auch da die letzten paar ehrlichen Pfennige herausgekitzelt worden sind, das heißt wenn die gigantische Abzocke der Sozialisten, Kapitalisten und Taschendiebe ihr natürliches Ende gefunden hat, dann müssen wir den Tauschhandel neu erlernen und es kommt die Notregierung und die Männer mit den Stiefeln und der ganze Kack. Aber so lange dürfen wir noch herumdösen und uns das teurer werdende Bier in den Rachen kippen und die brutaler werdenden Videospiele genießen und uns von den heftiger und wahnsinniger werdenden religiös-fundamentalistischen Visionen verschrecken lassen, sofern uns überhaupt noch irgendetwas anständig oder unanständig zu kitzeln vermag.

 

9.5.2008

Und hier, um angemessen in sarkastische Pfingststimmung zu kommen, sehen Sie den glorreichen Korvettenkapitän Alan D’Jock in seiner Abschusspose bei der Abfertigung einer F/A-18F Super Hornet: Todbringender Kackvogel. Das unchristliche Abendland verteidigt seine Pfründe.

All diese kriegerischen Posen und Geräte verletzen ernstlich den Zweck des Daseins und sind quälende Wundmale [eine Kreuzigung, wenn man so will] im weltgewordenen Grundstoff der Göttlichkeit, die einstmals aus den weitläufigen, langweiligen Linienphantomen, Nichtflächen und Würdegern-Vorräumen des ewigen Ur-Nichts ein blubberndes Etwas erschuf, das in bunter, blühender Vielfalt zur Harmonie gelangen sollte, um sich zu erheben als Weltkathedrale und uralter Dom und glückselige Verwirklichung göttlicher Vorsehung in unendlicher, liebevoller Differenzierung. 

Oder einfach gesagt: Wir sind hier, um uns zu vertragen, nicht um uns gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Man kann, wie einer meiner Freunde, auch fordern: Wir sollten uns einig werden. Das stimmt, jedenfalls wenn es mit dem gütlichen, naturgemäßen, gottgefälligen „Sichvertragen nicht klappen will. Mit diesen guten Wünschen sind zwar bis jetzt nicht alle einverstanden, aber ich hoffe doch, es kommt eines Tages so weit. Öffnen wir also zum Fest der Herabsendung des Heiligen Geistes unsere Seelen, um zur Abwechslung auch einmal der liebenden Stille und wispernden Weisheit zu lauschen, und seien wir dankbar für den Sonnenschein und den blauen Himmel. 

 

23.5.2008

Und inzwischen das Übliche, neulich den 53. Geburtstag gefeiert: Ente, Rotwein und Altherrenwitze im Schrebergarten eines lustigen alten Piraten, bekloppte Vogelimitationen inbegriffen; außerdem kamen alle möglichen lieben Anrufe und E-Mails. Ja, und fick mich doch der Hugo, es war sogar eine böse Anfeindung darunter, frisch vom Kaliberg abgekratzt, ganz zickig in „aufrichtige Liebe eingekleidet, damit ich nur ja nicht in Wohlwollen für alle Menschen und reine Glückseligkeit zerfließe! 

Den Kaliberg gibt es wirklich; ich bin diesmal in nur drei Kilometer Entfernung vom Kaliberg bei Hildesheim geboren, dem Wahrzeichen der Gemeinde Giesen. Total irre übrigens der Zeitraffer-Film vom Kaliberg auf YouTube, den sollten Sie sich unbedingt mal reinziehen! Und in Anlehnung ans indische Pantheon scheint es nicht nicht nur Bilderberger, sondern auch „Kaliberger zu geben. Der Grundgedanke der Verehrung der indischen Göttin Kali ist offenbar der, dass hinter der Zerstörung natürlich der Weg in ein neues Leben aufscheint, sodass man auch diesem Aspekt des Daseins etwas Positives abgewinnen kann. Sozusagen durch die Scheiße gehen, um zum nächsten Kuchen zu kommen. Ich würde aber sagen, für diesmal schmeckt's mir noch (der Kuchen oder wenigstens die Schokolade).

Zum Abschluss des Geburtstags, um darauf zurückzukommen, gab es schließlich Portwein allein vor der Glotze und übrigens nicht allzu viel Weltschmerz, nur dass die knifflige Übersetzungsarbeit an Fachtexten für eine Ölgesellschaft schon wieder auf mich wartete. So abstrus, widersprüchlich und beknackt ist das Leben, meine Damen und Herren, aber auch so schön und vielfältig.

In meinem neuesten Gedicht, Ahnfried aus der Stanze, sage ich dazu unter anderem:

Die Seele kommt unter Stanzmaschinen,

Bis ihr das Gebiss aus dem Bauchnabel fällt,

Geht unbeirrt dann in Motorradläden

Und knattert trotzig durch die Welt.

Lassen Sie sich also von den paar Sauerpunzen, Möchtegern-Willensbrechern und eingefleischten Nazi-Stanzmaschinen dieser und jener Welt nicht die Wonne verderben, sondern ahnen und atmen Sie auch weiterhin den wunderbaren Frieden aus Überwelten!

 

29.5.2008

Juppheidi, mal so ganz ohne Grund!

Ein sparsamer, aber ulkiger Zwölfzeiler rutschte mir heute früh aus dem Bleistift:

Ali aus Bali

Außerdem überlegte ich mir, ob „Volle Kraft voraus! oder „Let's be a great success in the real world! nicht vielleicht doch ein besseres Motto wäre als meine bisher gepflegte Trotzhaltung „Alles Glück kommt nur aus dem Reich der Phantasie oder noch krasser: „Nothing will ever happen in the physical universe, wie ich mir das einst bei einem ernsten Zusammenprall mit den Autoritäten dieser Welt zurechtgelegt hatte.

Besser spät als nie.

 

5.6.2008

Heute ist es mal halbwegs ruhig: Dänischer Nationalfeiertag, der „Tag des Grundgesetzes (Grundlovsdag). Obendrein schönes Wetter, wie schon seit Wochen, und gar ein Donnerstag, sodass viele der Versuchung eines langen Wochenendes nachgeben. Zwar hat unsereins noch einige Rechnungen zu schreiben und als braver Freelance-Übersetzer auch einen Job übers „Wochenende” angenommen, dieweil sich doch gerade die Gelegenheit zum Geldverdienen bot, aber es bleibt auch etwas Zeit für Gwen Stefani, Pink, Green Day, Portwein, Radeltouren, spirituelle Studien und ein bisschen politische Grübelei. Manche werden meinen, die Weihenfolge sei falsch, aber das kann doch jeder so halten, wie er will, nämlich obenbleiben oder runterfallen wie ein Dachdecker, oder gar nicht erst aufs Dach steigen. Habe ich jetzt echt „Weihenfolge geschrieben? Da war der wahrheitsliebende Tippfehlerteufel am Werk. Damit am Feiertag nicht allzu sehr die Rübe qualmt, beschränke ich mich auf drei hinterlistig genial zusammengestellte Zitate:

 

DESINFORMATION: "Dabei handelt es sich um die bewusste, kalkulierte Verbreitung zweifelhafter - teils wahrer, teils falscher - Angaben, mit deren Hilfe man etwas verbergen, Menschen von etwas ablenken, die Aufmerksamkeit in die eine oder andere Nebenrichtung umleiten will. Und die besten Lügen sind nicht pure Erfindungen, sondern Umschreibungen oder Variationen der Wahrheit. Die wirksamste Desinformation enthält immer einen wahren Kern. Von diesem Kern geht dann ein Labyrinth von Sackgassen und Irrwegen aus." (Lincoln, Baigent, Leigh: Das Vermächtnis des Messias [1986]. Bastei-Lübbe-Taschenbuch Band 64092, dritte Auflage 1995. Seite 359.)

"Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Ebenso bringt jeglicher gute Baum gute Früchte, aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. Ein jeglicher Baum, der keine gute Frucht bringt, ist nur noch dazu gut, umgehauen und ins Feuer geworfen zu werden. Darum: An ihren Früchten sollt ihr das Gute von dem Schlechten unterscheiden."
(Jesus-Zitat laut "Universelles Leben", so aufgefunden in dem Artikel: Ist Gott ein Kriegsgott? Ist Gott ein Staatsgott?)


"Der Übergang vom Kalten Krieg in eine neue, heiße Phase begann nach der unerhörten Provokation vom 11. September 2001, die in Wirklichkeit die Funktion eines aufputschenden Massenspektakels erfüllte. Die Eingeweihten verstehen, daß der sogenannte 'Terroranschlag', der zur Zerstörung der Zwillingstürme des Welthandelszentrums in New York führte, nichts weiter als eine sorgfältig geplante Diversion
[Ablenkung] war. Nur die Geheimdienste der USA und Israels, die auf dem Gebiet der internationalen Provokationen bereits auf eine lange und gedeihliche Zusammenarbeit zurückblicken können, waren imstande, eine dermaßen komplexe und zerstörerische Operation zu organisieren. Bin Laden, die Taliban und andere islamische Extremisten waren nichts weiter als ein Rauchvorhang zur Tarnung der wirklichen Geschehnisse. Der Zweck der Provokation bestand ganz offenkundig darin, der NATO freie Hand für eine totale Aggressionspolitik auf weltweiter Ebene zu verschaffen, welche die fortgesetzte Existenz dieser Organisation rechtfertigt, ihre Rivalen schwächt, große finanzielle Investitionen in eine Modernisierung des Waffenarsenals fördert und die stagnierende westliche Wirtschaft mitsamt ihrer aufgebauschten (virtuellen) Leitwährung – dem Dollar – stützt." (Pawel Tulajew, russischer Akademiker, in dem Artikel: Der Vierte Weltkrieg.)

 

Wohlgemerkt, es wird bei dem zuletzt zitierten Herrn Tulajew kaum etwas an die Wand gemalt, was nicht sowieso schon beobachtbare Tatsache wäre. Der "Krieg" findet diesmal nämlich mit anderen Mitteln statt – vor allem als ein Krieg um Verstand und Loyalität der Menschen, und als religiös oder ethnisch geprägte Aufhetzung von Bevölkerungsteilen. – Und FREILICH wäre eine Welt unter sowjetischer Herrschaft noch sehr viel unangenehmer gewesen als die aktuell erkennbaren Alternativen.

Wie man sieht, wird dem Leser nichts anderes übrig bleiben, als unabhängig und eigenständig selbst zu denken.

Am wahrsten ist sicher die obige Definition der Desinformation, weil es dabei um Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten der Propaganda an sich geht, und wer diese Dinge weiß, ist schon wesentlich gescheiter als zuvor. Man kann ihn nicht mehr so leicht übers Ohr hauen.

Etwas weniger wahr, weil weniger leicht anwendbar, ist die Warnung vor den falschen Propheten. Wie soll man die richtigen und die falschen Propheten auseinanderhalten? Na schön: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel, und die Zwischenprodukte sollten von der Qualität des Endproduktes zeugen. Aber nichtsdestotrotzquam: Ein Prophet sagt Ereignisse voraus, die oft weit in der Zukunft oder im Jenseits liegen. Ob er recht hatte, sieht man doch erst viel später. Insofern bleibt uns nichts anderes übrig, als durch gute Beobachtung zu eigenen praktischen Schlüssen zu gelangen. Und je mehr unsere Überlegungen tatsächlich mit Lösungen für Probleme der unmittelbaren oder absehbaren Lebensqualität zu tun haben, umso besser. 

Relativ am zweifelhaftesten ist wohl das, was der oben zitierte Russe sagt, denn wir haben keinen regelrechten Beweis dafür, dass bei 9-11 konkret die Geheimdienste der USA und Israels dahintersteckten. Außerdem ist die Tatsache, dass ein bestimmter Umstand eine „Funktion erfüllt, noch keineswegs ein Beweis dafür, dass der Umstand von irgendjemandem bewusst zu diesem Zweck herbeigeführt wurde. Was das betrifft, irren sich die Linken und die Verschwörungstheoretiker recht häufig. Es gibt aber genug seltsame Widersprüche und Ungereimtheiten in der offiziellen Story, dass man sehr misstrauisch werden kann. Diese offenen Fragen lesen Sie am besten in der Dokumentation Die Beweise auf den Tisch! Untersuchungen zum 11. September 2001 nach, die ich vor längerer Zeit ins Deutsche übersetzt habe.

 

6.6.2008

Keine Angst vor Propaganda!

Die Wahrung des Scheins ist sowieso lächerlich: Zicken, Zacken, Zitzenblitzen.

Schnoddrig gereimt aufs Papier gedroschen. 

Und bleiben wir nicht immer so schrecklich logisch.

Wir wissen doch ganz genau, was los ist.

 

15.7.2008

Neues Gedicht, eine Dampf-, Kraft- und Saftleistung aus der süffig alternden Verseschmiede in meinem schwer geplagten Dachstübchen: Zappen bis der Sensenmann kommt. (Zwei Strophen daraus, die schon früher entstanden sind, findet man bereits oben unter dem Krokodilsbild am 6.5.2008. Aber jetzt hat das Bild sich abgerundet.) 

Im Übrigen läuft wohl für den Rest des Jahres das große Rennen McBrainwash gegen Osama Rhetoricus Hohlquatsch, oder wie die Kerle heißen. Man wagt es kaum, hinzugucken.

Wichtiger sind und bleiben auf jeden Fall die Engel der Liebe, die draußen über den sommerlichen Wiesen und Wipfeln am Rand meines Bewusstseins schweben. Nur veränderte Zellstrukturen im Gehirn über fünfzig? Nein. Diese wunderbaren Wesen wuselten da draußen, und in mir drin, bereits rum, als „ich jung „war”.

ODER WOLLT IHR DAS TOTALE KROKODIL???

Außerdem wimmelt es derzeit rund um den Erdball von verzweifelten Feuerwehrleuten, die ehrlich bemüht sind, alle Menschen aufzuwecken, bevor es zu spät ist, aber weil sie andauernd Sturm läuten und sich extrem lästig benehmen und weil sie irgendwie nicht beweisen können, dass es wirklich brennt, werden sie von ihren Mitmenschen ständig verlacht, verdächtigt und manchmal sogar heftig angebrüllt. Trotzdem haben sie möglicherweise recht und sind in praktischer, „objektiver Hinsicht sehr viel legitimer als meine Liebesengel. Wer weiß? Mir kommt die Aufregung amerikanisch oder gar arkanisch vor, und ich werde zu alt, um da mitzuschwingen.

Aber auch Lachsbrötchen sind nicht übel.

Bevor wir hier die Welt retten, müssen wir Großmeister des Prekariats von Zion leider erst mal das Geld retten: jedenfalls dasjenige Geld, das wir zum nackten, wenn auch beknackten Überleben für den nächsten Monat benötigen. Das Schmierfett der irdischen Gefangenschaft, das Öl im Getriebe der Ölknechtschaft, die albernen, bunt bedruckten Zahlemann-Zettelchen, die wir immer seltener zu Gesicht bekommen und die uns immer rascher aus der Hand oder besser gesagt, vom abstrakten Konto gerissen werden, sobald wir sie angeblich „haben. Aber HABEN wir sie denn je? Wenn wir alle hingingen und all die Scheinchen zuerst einmal physisch abheben wollten, bevor wir sie dem Vermieter, dem Fiskus, der Telegesellschaft und den Supermärkten in den Rachen werfen, dann würde sich schnell herausstellen, dass die Banken nicht einmal die nötigen SCHEINCHEN haben, die den SCHEIN des Schweins repräsentieren sollen vom Schwein selbst ganz zu schweigen. Ja, Illusion, Illusion, du ahnst es schon.

 

18.7.2008

Inmitten des irrsinnigen Getöses von Telefonen, E-Mails, durch den Äther schwirrenden drahtlosen Unaussprechlichkeiten in Bild und Ton, Hektik, Irrsinn, Warnungen, verzweifelten Einladungen und Rettungskampagnen, Terrorbekämpfungs- und Lauschangriffs-Mechanismen, Reklamespots für wertlosen Tand und nahezu allgegenwärtigen Abbildungen von sekundären und primären Geschlechtsmerkmalen, inmitten all dieser diabolischen Ablenkungsmanöver also, ... 

... ist es ganz heilsam, sich von der zwanghaften, besessenen und besitzergreifenden Bilderwelt abzukehren, sich also gleichsam zu „entbilden”, wie Meister Eckhart es nennen würde, sich auch mal abzuwenden von dem Ansturm der geschaffenen Dinge (dem Reich der „Kreaturen), und sich der Wahrheit des Ursprungs zuzuwenden, dem eigentlichen Quellgrund und Born der Liebe und des wonnigen Seins an sich. 

So spricht Meister Eckhart in seiner Predigt 53:

„Wenn ich predige, so pflege ich zu sprechen von Abgeschiedenheit und dass der Mensch ledig werden soll seiner selbst und aller Dinge. Zum zweiten, dass man wieder eingebildet werden soll in das einfaltige Gut, das Gott ist. Zum dritten, dass man des großen Adels gedenken soll, den Gott in die Seele gelegt hat, auf dass der Mensch damit auf wunderbare Weise zu Gott komme. Zum vierten von der Lauterkeit göttlicher Natur.“ (Hier zitiert nach Kurt Flasch/Ruedi Imbach: Meister Eckhart in seiner Zeit. Schriftenreihe der identity foundation, Bd. 7, Düsseldorf 2005; ISBN 3-9807839-5-2)

Und mit solcher, gelegentlicher Stärkung dürften auch die Werke des Menschen wieder auf einfache und gute Weise von der Hand gehen. Nicht dass wir dauernd mit leeren Händen dastehen und uns von allen Dingen und Menschen permanent und radikal abkehren sollten – oh nein, das hätte doch eher einen Anklang von Selbstmord und würde uns traurig stimmen! Aber ohne Rückbezug auf den ruhigen Urgrund und das innere Licht alles Erschaffenen nimmt in diesen Zeiten nur allzu leicht die obrigkeitlich und illuminatisch geförderte Verwirrung überhand, während die seuchenartigen Versuchungen billiger Stimuli (Explosionen, Geblinke, Geschmacksstoffe, Stöhngeräusche, Prahlereien, Behämmerung, Klingeltöne) das Bewusstsein in trübe Sümpfe absaugen. Das illuminatische Element bringt natürlich kein Licht in die Gesellschaft, denn es zielt auf Finsternis für die Massen und Erleuchtung (wenn überhaupt) nur für die Wenigen. 

 

20.7.2008

Raumschiffe werden an Mücken zerschellen! Aufgezwungene, invasive, zermürbende kollektive Liebe kann genauso schlimm sein wie gezielter persönlicher Hass. Wie sagte so trocken Napoleon, der kaltblütige Zerstörer unserer deutschen Märchenwelt und Traumseligkeit: Man lasse sich töten. Tz, tz.

 

21.7.2008

Das folgende, 33 Jahre alte Gedicht (ein klassisches Sonett) stammt nicht von mir, sondern von einem Freund und Kollegen aus den Jahren 197577: einem Herrn Georg Zeitler aus Murnau. Es widerspiegelt auf wunderbare Weise den damaligen Stand unserer Träume hier oben in den Zaubersälen von Kopenhagen, und genau an diesen Träumen gilt es festzuhalten, denn darum geht's, darum ging's, und so wird es sein. Ich weiß nicht, ob der Dichter noch lebt, und kann ihn nicht um sein Einverständnis für diese Veröffentlichung bitten, weil der Faden vor langer Zeit abriss, aber ich bin sicher, er würde sich darüber freuen (außerdem besitze ich wahrscheinlich das einzige Exemplar dieses Gedichts – handschriftlich – in meinem Archiv, und wenn ich es hier nicht herauslasse, verschwindet es für immer in der Versenkung). 

 

Gesang der Macht

 

Die strahlenden Kaskaden ferner Sonnen

Sind nur ein Dämmertag zu Herbstbeginn,

Ein Nebelpfad im dunklen Alterssinn.

Wir spielen mit den eigentlichen Wonnen,

 

Wir sind es, die den Regenbogen machen,

Und auch den Donner, Blitz und Sturmgesang,

Die klaren Nächte voll von Sternenklang,

Und Wolken, Seen, Wind und Lachen.

 

Und Säen, Ernten, Regen, Hagelschauer,

Und Morgen, Abend, Meer und Land,

Und Werden, Schwinden, Sein und Dauer.

 

Wir sind es, die den Regenbogen machen;

Die Zeit ist wie ein goldnes Band,

Das seit Äonen hallt von unserm Lachen.

 

Georg Zeitler (1975)

 

Sehr schön! Das konnte ich damals, in unserem privaten lyrischen Wettbewerb, nicht überbieten; selbst heute wär's ein förmlich herausfordernder Klimmzug. Und inhaltlich: Hermann Hesse mit seiner Morgenlandfahrt  lässt grüßen. Ja, alle Wunder sind auch heute noch vorhanden. Die graue Farbe haben wir uns selbst auf die Windschutzscheibe gesprüht.

Reimschema: Zwei Vierzeiler, zwei Dreizeiler, und wie man so sagt: ABBA, ABBA, CDC-EDE. Versuchen Sie's mal! Wir brauchen Nachwuchs in den Reihen der Sonettdichter!

 

3.8.2008

Zur Abwechslung ein paar giftige polemische Verse, fast im Limerick-Stil, auf Englisch:

When, as now ... denn nach den Hundstagen nun der Beginn der Regensaison?

 

4.8.2008

Wenn ich schon mal beim Englischen bin, dann hier gleich noch ein seltsamer, skurriler Text obendrauf, eine wirre Publikation aus der Zukunft: das Bulletin No. 1 of the Black-Faced Tronix Vanguard vom 20. März 2029.

Dieses brüllende Stück Quatsch hat mir ein gewisser Wilfried Wolkenheim schon vor längerer Zeit durch eine Art elektronischen Zeittunnel aus dem Jahr 2032 zukommen lassen, und erst wollte ich es nicht auf mein Publikum loslassen, weil es mir zu albern schien, aber inzwischen ist mir der Inhalt irgendwie ans Herz gewachsen. Denn diese Nachricht hat doch möglicherweise einen Schuss Pataphysik.

 

14.8.2008

Unglaublich! Jetzt hat in ferner Zukunft Wilfried Wolkenheim schon wieder zugeschlagen, der Mann, der sich als Fettbäuchiger Bedeutungs-Rächer (Fat-Bellied Significance Avenger) bezeichnet, jedoch ein paar Jahre vorher, nämlich im März 2029, nachweislich den Posten des Uppermost Living Implement (Höchste Lebende Gerätschaft) der Black-Faced Tronix Vanguard bekleidet hat, oder ich sollte wohl besser sagen: bekleiden wird, denn es handelt sich ja um eine Gestalt aus der Zukunft.

Jedenfalls schickt er mir ganz schamlos sein geniales, aber empörendes Bulletin No. 2 of the Black-Faced Tronix Vanguard vom 24. März 2029. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, aber ich glaube, er möchte, dass wir etwas daraus lernen und die Zukunft von uns aus gesehen vielleicht doch ein bisschen angenehmer gestalten. Dass daraus ein zeitliches Paradoxon entstehen könnte, durch das er seine eigene Existenz auflösen würde, scheint diesem Herrn Wolkenheim, der dem Namen nach wohl deutscher Abstammung ist, nicht das Geringste auszumachen. Vielleicht verlässt er sich auf den Fortbestand in einem Paralleluniversum.

Der Mann ist Amerikaner und schwätzt ganz flegelhaft in seiner Muttersprache daher. Dagegen kann ich freilich nichts machen. Er kann keine Gegenstände oder Personen durch die Zeit transportieren, verfügt jedoch über die technischen Mittel, um durch eine Art elektronisches Wurmloch gelegentlich eine seiner Dateien ins Internet der Vergangenheit hochzuladen, und so bin ich ganz unverhofft in meinem FTP-Server darauf gestoßen.

 

19.8.2008

Ach wie gruselig, die Außenminister der Nato tagen in Brüssel und kratzen sich am Kopf.

Hoffentlich bleibt es beim ratlosen Kopfkratzen.

Noch besser wäre die Beachtung eines simplen Ratschlags:

>> Lösungswege aus der Kaukasus-Krise Schluss mit der Geopolitik der Nato!

Im Übrigen deutet alles darauf hin, dass der georgische Angriff auf Südossetien der eigentliche Auslöser des dortigen Kleinkriegs war, dass der georgische Präsident damit eine Wahnsinnstat beging (was hatte er sich denn erhofft, verdammt noch mal?) und dass die Georgier definitiv ein kleines Massaker unter der Bevölkerung der Provinzhauptstadt Zchinvali angerichtet hatten, bevor Einheiten der 58. Armee der Russischen Föderation sie zurückdrängten und ein gewisses Maß an Ordnung wiederherstellten (mit militärischen Mitteln, ja logisch jedoch unter allen Vorbehalten dieses Scheißspiels nicht gerade unverhältnismäßig).

Na schön. So viel dazu. Eigentlich ist es nicht mein Thema, aber wenn sich jemand einbildet, das wunderschöne Spielfeld des Planeten Erde gefährden zu dürfen, dann platzt mir gewissermaßen der Kragen, und Leute wie Saakaschwili haben in der Nato bestimmt nichts verloren.

 

16.9.2008

Damit nicht jemand denkt, ich hätte bereits den Geist aufgegeben (was ja eigentlich sowieso „den Körper aufgegeben heißen sollte), möchte ich hier mal wieder ein paar Notizen ausspucken, und zwar vorrangig meine Notizen vom 12. November 2002 über die Lehman Brothers und die Société Générale. Diesen Lehman Brothers braucht niemand eine Träne nachzuweinen, wenn sie jetzt bankrott gehen. Aber die Tatsache, dass ausgerechnet die Lehman Brothers zusammenbrechen, die bislang zur (sichtbaren) Spitze der weltweiten Macht- und Finanzstruktur gehörten, lässt vermuten, dass irgendwo da oben in der Höhe (oder wollen wir lieber sagen, irgendwo weit unten in den grässlichen Tiefen der Hölle) ein gigantischer Kampf um die eingebildete (!) Vorherrschaft auf Erden entbrannt ist.

Oder NOCH tiefer hinabgeschaut: „Jemand (immer dasselbe Drahtzieher-Grüppchen) verschiebt jetzt einfach seine Billiönchen und seine Machtzentren nach Dubai, Moskau, Hongkong, Oslo, Caracas und wie die Öl-Schlupflöcher noch alle heißen. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff, dessen vormals so widerstandsfähigen Rumpf sie selbst zernagt haben. Braun? Definitiv braun:

 

Global Healthcare • Lehman Brothers • Société Générale: Die Société Générale veranstaltet im November 2002 eine "Global Healthcare Conference" - und zwar wo? In Paris, natürlich. Die Société Générale wird von Etienne Davignon geleitet, dem Mann, der unlängst auch den Vorsitz der Bilderberger-Konferenz geführt hat und der außerdem Präsident der AMUE ist, jener mächtigen europäischen Lobby-Organisation, die uns mit gewaltiger Drahtzieherei bereits den Euro beschert hat. Der kümmert sich nun auch um die Gesundheit, sprich um die Aufzwingung einer schädlichen und widerwärtigen Pharmazie auf Kosten von Naturheilverfahren, würde ich vermuten. • Die Lehman Brothers auf der anderen Seite des Großen Teichs veranstalten alljährlich ebenfalls eine "Global Healthcare Conference", so unlängst vom 28.2. bis 2.3.2002 in Disney's Grand Floridian in Orlando, Florida. Anwesend waren Top-Execs von über 190 Firmen, einschließlich Novartis, Cardinal Health, Pfizer, ALZA Corp. und Medtronic, Inc. Die Lehman Brothers zählen zu den alten Rothschild-Vertretern in den USA. Wenn einer Unrat im Kopf hat, dann war er vorher oft bei den Lehman Brothers beschäftigt - zum Beispiel James A. Johnson, der Vorsitzende der Brookings Institution, oder Richard C. Holbrooke (U.S. Ambassador to the U.N. [1999-2001]), oder CFR-Mitglied Jeffrey E. Garten, der Dekan der Yale School of Management; oder Dr. James Schlesinger, Chairman of the Board of Trustees of the MITRE Corporation, der fettesten amerikanischen Rüstungs-Denkfabrik und -Entwicklungsmaschine. Oder Bruce P. Jackson vom kriegstreiberischen "Project for the New American Century". DIE WAREN VORHER ALLE BEI LEHMAN BROTHERS BESCHÄFTIGT. • Auf der Lehman-Brothers-Konferenz wurde u.a. analysiert, "wie sich die Genom-Forschung auf die biopharmazeutische Industrie auswirken wird". Also nicht, was für die Menschen gut ist, sondern womit sich die meiste Kohle machen lässt. (Eckehard Junge, Notizen vom 12.11.2002)

 

Gesundheit!

Unterdessen sei noch einmal gesagt, dass die NATO, eine der verrücktesten und mittlerweile überflüssigsten Organisationen der Weltgeschichte, in Georgien absolut nichts zu suchen hat. Der Westen unterliegt in Georgien einem schweren strategischen Irrtum, siehe dazu Zeit-Fragen Nr. 38 vom 15.9.2008 (externer Link).

Meine große Schreibpause in dieser Website seit vier Wochen hatte etwas damit zu tun, dass für mich genau wie für viele andere Menschen die ökonomischen Verhältnisse zurzeit einen besonders energischen Einsatz und Zeitaufwand erfordern, damit das persönliche Überleben gewährleistet bleibt. Darüber hinaus erhöht sich, vorhersagbar, das Getöse von allen Seiten, auch vonseiten der verzweifelten Guten und Edlen, denen man die Aufregung verzeihen und nach Möglichkeit helfen sollte. Aber trotzdem gilt:

Raumschiffe werden an Mücken zerschellen,

Winzlinge werden die Riesen anbellen,

Panzer werden vor Scham verglühen,

Traumschiffe werden an Brücken prellen ...

Oder sie bersten beim Aufprall der Flasche,

Mit der die Prinzessin sie taufen wollte.

Die Reichen werden die Zeche prellen,

Und Zahlemann machen die kleinen Leute.

Frei bist du nur unterm Himmelszelt

Und ohne Funkgerät in der Tasche:

Frei, deine Schritte selbst zu lenken, 

Wenn du es schaffst, nicht nachzudenken.

Na, so sieht's doch aus. 

In einer solchen grimmigen Stimmung erstellte ich auch eine englische Version meines Gedichtes Zappen bis der Sensenmann kommt vom 15. Juli 2008, unter dem Titel Zap it until The Skeleton Calls. Auf Englisch wird es immer so schön drastisch und plastisch, während sich der deutsche Text gern im Mystisch-Nebelhaften verliert. Dennoch siegt, wie es mir derzeit recht ist, das Mystisch-Nebelhafte. Hier also ein kleiner Vorgeschmack:


... Behold, their dreams were eerie to say the least,
Of meager grey-faced aliens, mean and voracious,
Modernized versions of ultimate pix of the Beast,
Of lizardy freaks, ostentatiously guarding The Book,
And atheist Conquistadores wherever you look, ...
And click me, please click me!

Dah-dah-doodie-dah. Glaub an Dich selbst, orientiere Dich an Deinen eigenen Beobachtungen, und rühme und lobe und ahne aus inniger Sehnsucht die Majestät des Reinsten und Höchsten Wesens!

Denn siehe, die öl- und blutbeschmierten Schweinswesen sind weit voranmarschiert (ganz im Stil des schauderhaften Invasionsversuches, den William Hope Hodgson in seinem okkulten Roman The House on the Borderland  schildert, unter dem ominösen Innentitel-Motto „Beware of the coming of the Sloan!). Wehe, da branden sie schon an den Saum Deiner einstmals so goldenen Stadt! Nein, schlimmer noch, ihre ekligen Glitzerpaläste verschandeln bereits die Hafenfront! Gedenke darum Deines eigenen Ewigen Jerusalem oder Shambala, Deines überirdischen Mekka oder Liebesplaneten, und weigere Dich stur, Dir die Hände zu beschmutzen, wenn sie da angetrötet kommen mit wertlosem Blech und niederträchtiger weltlicher Propaganda.

„Gott im Teilchenzoo schreibt lästerlich-klarsichtig die ZEIT online, weil die CERN-Teufel bei Genf am 10. September den großen Teilchenbeschleuniger einschalteten. Das hat nun gerade noch gefehlt, meine lieben Damenschaften ... diese futuristische Maschine („die größte, die die Menschheit je gebaut hat) wurde vorige Woche am Mittwochmorgen in Gang gesetzt (jedenfalls nach offiziellen Angaben nicht eher). Diese Leute spinnen natürlich total, weil sie alles „aus einer Kollision oder letztlich „aus einer Explosion erklären wollen. Derzeit suchen sie, blasphemisch, nach einem sogenannten „Gottesteilchen, mit dem man theoretisch zu erklären versucht, wieso Materie überhaupt Masse hat.

Unschädlich? Das hoffen wir, aber wir WISSEN es nicht hundertprozentig. Meiner Meinung nach sollten solche Experimente eigentlich nur auf dem Pluto durchgeführt werden, oder weit außerhalb des Sonnensystems, und wenn das gegenwärtig noch nicht machbar ist, dann sollte man sich  gedulden und vorläufig darauf verzichten. Lieber „hick! als Higgs.

Denn: Bloody hell! Mensch! NATÜRLICH wackelt bei solchen Versuchen die Atmosphäre, natürlich gerät hier etwas aus den Fugen, und NATÜRLICH ist all das extrem unangenehm und Besorgnis erregend und obendrein zum Teil aus unseren Steuergeldern finanziert!!! Es erinnert mich mit einem Schauder an die mysteriösen, vermutlich planetenumspannenden Einflüsse aus der gigantischen Sendestation HAARP in Alaska. Darüber habe ich schon vor Jahren die wesentlichen Daten im unteren Drittel meines Artikels über Psychotronik zusammengestellt (siehe http://www.jungeheimatseite.webs.com/corner/psychotronik.html). Kein angenehmes Thema und definitiv bloß ein Stiefkind unter meinen verschiedenen Interessen.

Es ist eine Sciencefiction-Welt, aber das gilt ja schon seit einiger Zeit.

Ich würde sagen: Armageddon, nein danke! Was brutzelt ihr euch da zusammen?

 

20.9.2008

 

Gottesteilchen

 

Wieso die Materie Masse hat? 

Der Geist war einst ein leeres Blatt, 

Ganz leicht und luftig, schwerelos, 

Und fühlte sich so nackt und bloß, 

Dass er sich flugs die Schwere erdachte.   

 

Als er dann nicht mehr darüber lachte, 

Musste er viele Milliarden verschwenden, 

Um Gottes Handschrift im Kosmos zu lesen. 

Nur, Gottesteilchen seid ihr doch selbst,

Ihr zahllosen nichtmateriellen Wesen.

 

Immer kleiner, immer kleiner, klitzeklein, klitze-klitze-klein – puff!

Und au Scheiße, jetzt ist mir ein Schwarzes Loch runtergefallen, schade um die Steuergelder! Oh! Mann, wie das schluckt! Dürfte bis 17:30 Uhr in Zürich angekommen sein. Weltende bei den Vereinten Nationen um 18:43 Uhr, alles nach Fahrplan und haargenau berechnet. Pünktlich wie die Post. Die Deutschen haben 800 Millionen Euro beigesteuert. Ja, das ist fröhliche Wissenschaft.

Stimmt, die Wahrscheinlichkeit „datt dat passiiat” war EXTREEEEEM GERING, aber angesichts der Schadenssumme zur Deckung des totalen Verschwindens unseres Planeten, mit Mann, Maus und Dildo, ja, ja, samt all den lieben kleinen Kindern und Souvenir-Biergläsern, mit Reisepass, Vorzugsaktien und Lamborghini, da hätte die Wahrscheinlichkeit doch NULL sein müssen!!! WELCHER LOCHFREUND HAT FÜR DIESES EXPERIMENT DIE GENEHMIGUNG ERTEILT? Wenn keiner mehr da ist, wer soll das dann alles bezahlen? Womit? Und wem?

Aber nachdem die völlig bankrotte, sowieso schon mit $ 10,6 Billionen (zehntausendsechshundert Milliarden Dollar) in der Kreide stehende US-Regierung sich nun verpflichten will, weitere 700 Milliarden Dollar Schulden zugunsten des ruinierten Finanzsystems zu übernehmen, wäre ja sowieso kein Geld mehr dagewesen. Es sei denn, man druckt es wie verrückt, aber dann ist es bekanntlich weniger wert als Klopapier. Denn Klopapier hat wenigstens die dermatologisch-biodynamisch geeignete Oberflächenstruktur und stinkt zuerst einmal nicht so.

 

23.9.2008

Hier ist eine schamlose kleine Geschichte.

Sie betrifft „Alberne Vorgänge auf der Bank:

Heute gehe ich, inmitten der weltweiten Finanzkrise, drei Wochen zu spät an den Schalter der Danske Bank, Filiale Tårnby, um endlich meine Miete zu überweisen. September ist oft ein schwieriger Monat für den sonst allzu sorglosen Freelancer, wegen Auftragsflaute im Sommer und nachwirkender Ebbe in der Kasse.

Ich werde allmählich alt und habe nicht genug geschlafen. Halte mich etwas wacklig am Tresen fest, während ich zuerst einmal die privat geborgten Scheinchen hinblättere, die auf dem Konto noch für den Mietbetrag fehlen, und höre am Schalter nebenan einen Mann sagen: „Die Bankgeschäfte sind doch sowieso eine Illusion. Das sehen wir an der gegenwärtigen Finanzkrise. Der Bankangestellte da drüben murmelt nur ganz leise was.

Jetzt ist mal für 30 Sekunden genug Geld auf meinem Konto, um die überfällige Miete zu zahlen. Ich halte mich ein bisschen angestrengt am Tresen fest, während ganz langsam der Beleg ausgedruckt wird. „Mein Bankangestellter sagt: „Na, haben Sie noch die Kraft zu unterschreiben? „Ja. Ich unterschreibe. Bisschen zittrig, aber es geht noch. (Ich höre wohl nicht richtig? Ist es derart offensichtlich? Oder kriege ich das Gefrotzel nur zu hören, weil die Bank ebenfalls bald zusammenklappen könnte? Die sanfteren Damen, die sonst hier arbeiten, sind an den Schaltern nicht zu sehen.)

Nun greife ich wie üblich nach der bereitstehenden Heftmaschine, um die Zettel aus der heutigen Transaktion zusammenzuheften. „Die geht nicht, sagt der Bankangestellte. „Die ist leer geworden. Nun, das hatten wir noch nie.

Er füllt sie auch nicht etwa!

Er wendet sich an seinen Kollegen. „Kannst du mir mal deine Heftmaschine leihen? „Leihen? höhnt der Kollege. Die kann ich dir doch nicht leihen. Da kriege ich sie nie wieder. Na, komm schon. Der Hefter wird rübergereicht, ich hefte ab und packe ein. Im Weggehen kommt mir das alles recht komisch vor. LEIHEN! sage ich. Das hört man dieser Tage häufig.

Die Kerle kichern verhalten. Ich entferne mich aus der Bank.

Draußen ist mir etwas frischer zumute.

Ich gehe in den Supermarkt (Discounter-Ladenkette Netto) und kaufe sechs plastikverpackte Standard-Tomaten (10 Kronen), eine relativ kleine Aubergine (9 Kronen), einen Riegel dunkle Schokolade (Mountain Bar, 100 Gramm, 8,95 Kronen), einen Liter Orangensaft (Marke SunC, 9 Kronen), eine deutsche Kaiser-Jagdwurst (5,95 Kronen) und acht Scheiben Schwarzbrot (Marke Elmelund, 9,25 Kronen).

Macht summa summarum 52 Kronen, 15 Øre (umgerechnet mit Faktor 7,45 macht das tatsächlich genau 7 Euro), wobei man die 15 Øre auf 25 aufrundet. Das tut man ja schon sehr lange, denn kleinere Münzen als die 25er gibt es nicht mehr. Ich bin mal gespannt, was derselbe kleine Warenkorb in drei Monaten kosten wird. Die Statistiker der Regierungen lügen uns was vor. Deshalb habe ich hier eine kleine Momentaufnahme gemacht. Denn soweit ich mich erinnere, hätte man denselben Kram vor gut einem Jahr für ca. 40 Kronen einkaufen können, das ergäbe eine Inflationsrate von 30 Prozent. Also gucken wir mal, wie's zu Weihnachten steht. 

Na schön. Summa summarum, es geht noch, und meine sogenannte Auftragslage hat sich in letzter Zeit auch wieder gebessert.

Fühle mich heute trotzdem ein bisschen angeschlagen und radle nach Hause. Die etwas magere Einkaufstüte schlenkert am Lenker. Der Gepäckträger ist vor ein paar Tagen kaputtgegangen, als ich alte Flaschen zurückbrachte. Das hat man davon.

Auf zu neuen Abenteuern!

Denn demnächst geht's vermutlich weiter.

 

14.10.2008

Was zum Teufel ist hier eigentlich los?

Schon seit ein paar Monaten hatte ich den Eindruck, dass ein gewaltiges Ringen, ein großer unsichtbarer Machtkampf hinter den Kulissen stattfand, sodass man kaum einen klaren Gedanken fassen konnte, und jetzt ist in der Tat das ganze Weltgefüge derart am Krachen, dass einem leicht die Spucke wegbleibt. Hysterie, Mann, Hysterie! Trotzdem bleibt es in der eigenen Wohnung recht still, zumindest wenn man die Geräte mal alle abschaltet.

Oder was sage ich still? Es wabert trotzdem etwas in der Atmosphäre. Man nennt das zum Beispiel Elektrosmog. Wir sind jetzt derart eingedeckt mit allen möglichen Magnetfeldern und elektromagnetischen Wellen, dass wir schon gar nicht mehr daran denken wollen. Werden wir gebraten? Nein. Aber es juckt und irritiert, es verfickt dir den Geist, es sudelt und brabbelt unsichtbar und tonlos vor sich hin. Hinzu kommt, falls Sie okkulten oder fundamental religiösen Neigungen frönen, vermutlich auch das heftige Wetter, das aus dem titanenhaften Ringen der Heerscharen von Gut und Böse erwächst, die jetzt allemal so nervös und aufgescheucht sind wie schon seit Generationen nicht mehr (der Realitätsgehalt dieser Kräfte ist leider nicht von der Hand zu weisen, wenngleich ich seit längerer Zeit an ihrem Sinngehalt  zweifle).

Die Lage ist ungemütlich. Es hat sehr viel schönere Zeiten gegeben auf dieser Erde. Weniger technisch, weniger hygienisch, weniger gut abgesichert, aber weitaus gesünder für Geist und Seele. Klare Seen, gesunde Wälder, gediegene griechische Säulen, ungespritzte Weintrauben, liebliche, reine Mädchen und kräftige, gute Männer, saubere Luft, Gottes Segen, pfiffige Teufel und saftige Küsse der Musen, sanfte Engel aus hohen und lichtvollen Sphären, bezaubernde Geschichten aus uralten Büchern, fleißiges Handwerk und stolze, rassige Pferde.

Doch was hören wir heute, was ficht uns an? Sehr zermürbend vor allem die tägliche Kunde von immer größenwahnsinnigeren Verbrechen, die unsere angeblich Herrschenden und unsäglich weggetretene Finanzspezialisten an der Bevölkerung begehen, Unterschlagungen und Amtsmissbrauch von historisch beispielloser Größenordnung, ultra-gigantischer Diebstahl an den kommenden Generationen, Plünderungen und Verarschungen von nie gekannter Dimension. Glauben die wirklich, dass sie uns mit den ekligen Chemikalien im Essen, mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln, abartigen pharmazeutischen Psychodrogen und seltsamen Wellen aus arktischer HAARP-Station, mit weitgehend gleichgeschalteten Medien und ständigen Geldsorgen bereits so sehr das Hirn vernebelt haben, dass wir es nicht mehr merken, wenn sie uns jetzt auf Jahrzehnte hinaus die Butter vom Brot und das Taschengeld aus der Hose stehlen?

Da stellt sich ein amerikanischer Präsident heute in seinem Rosengarten vor die Öffentlichkeit und hat die bodenlose Unverschämtheit, den Missbrauch oder soll ich sagen, die eklatante Veruntreuung eines Großteils der vom Kongress genehmigten siebenhundert Milliarden Dollar anzukündigen (wo auch immer diese Phantasiesumme herkommen sollte, nachdem der Staat SOWIESO SCHON mit zehntausendsechshundert Milliarden Dollar verschuldet war und nachdem doch angeblich die Banken nichts mehr verleihen konnten).

Nun, eigentlich hatte er mit diesem Märchengeld eine Unmenge an zweifelhaften Hypotheken und unsicheren Papierchen aufkaufen sollen, was sowieso schon eine absolut blödsinnige Idee war; aber damit nicht genug, jetzt begeht er auch noch die SCHAMLOSE UNTERSCHLAGUNG, 250 Milliarden Dollar aus dieser niedlichen Portokasse genau denjenigen grölend lachenden Haifischen und Krokodilen in den Rachen zu schmeißen, ja angeblich geradezu „aufzudrängen, die uns mit ihren uferlosen abstrakten Spekulationen und Geldabsaugungen die ganze Scheiße überhaupt eingebrockt haben: JP Morgan, Citygroup, Wells Fargo, Goldman Sachs und wie sie alle heißen. Rockefeller und Rothschild lassen grüßen.

Hat man jemals von einer vergleichbaren Unterdrückung der Menschheit gehört? Falls tatsächlich davon auszugehen ist, dass Beträge in solcher Fantasillionenhöhe überhaupt existieren, dann hätte man sie den arbeitenden Menschen zur Verfügung stellen sollen, den ehrlichen Produktionsbetrieben mit konkreten Produkten, den klassischen Spar- und Darlehenskassen sowie den Organisationen, die sich um Hilfe am Mitmenschen bemühen. Für die Welthungerhilfe haben die reichen Länder gerade mal 10 Milliarden zur Verfügung gestellt und selbst damit knausern sie noch herum; aber für die unfassbar unethische, winzig kleine Clique der weltweiten Bankiers und Finanzjongleure werden international Billionen locker gemacht. Achten Sie insbesondere auch auf den anmaßenden Schwachsinn der City of London und britischer Fernsehsender; da wurde heute auf Sky News allen Ernstes das Gerücht verbreitet, Gordon Brown sei der Retter der Welt, weil er den beschissenen Plan ausgeheckt hat, der jetzt im übrigen Europa und in den USA kopiert wird, nämlich die „rettenden Milliarden direkt den Banken in den Rachen zu werfen, indem der Staat „vorübergehend gigantische „Anteile an ihnen erwirbt. Leute, jetzt ist die faschistische Super-Kacke am Dampfen.

Okay, soviel wollte ich gerade mal sagen, um wenigstens das unbedingt Notwendige gesagt zu haben. Lasst euch jetzt nicht zum Bürgerkrieg oder zu irgendwelchen anderen Dummheiten provozieren, sonst grölen die Vampire vor Vergnügen derart laut, dass man sie bis zum Arkturus hört. Pflegt lieber eure Wohnung!

Und hütet euch alsdann vor den Schweinswesen, die draußen an den Mauern emporklettern und auch aus weiter Ferne, extrem beharrlich, durch den geschundenen Äther pausenlos klingeln und piepsen und propagandieren! Rottet sie aus mit Stumpf und Stiel, schaltet die ekligen Geräte ab, besinnt euch auf Verwandte, Freunde und Nachbarn, pflegt die Gemeinsamkeit und die Liebe zum Mitmenschen! Lest gute Bücher! Esst frisches Gemüse! Werft alles auf den Müll, was verdächtig aussieht, denn wahrlich, die Zeit der großen Anfechtung ist gekommen, und selig sind die Einfachen!

Demnächst geht's vermutlich noch ein kleines Stückchen weiter.

 

20.10.2008

Nun greift mir wieder mein Freund Wilfried Wolkenheim aus der Zukunft unter die Arme, damit wir die Schweinswesen auch in englischer Sprache bekämpfen können. Denn die börgerfressenden Jungs und Mädels auf der anderen Seite des nahezu leergefischten Großen Teichs müssen mal wieder an die Wahlurne gehen, oder sieht das Ding mittlerweile so aus wie ein einarmiger Bandit? Eine Glücksspielmaschine mit einem Hebel dran? Es wäre besser, sie täten Kreuze machen.

Na, jedenfalls nimmt der „Fettbäuchige Bedeutungsrächer diesmal kein Blatt vor den Mund, was das „Amerikanische Armageddon betrifft: Das Bulletin No. 3 of the Black-Faced Tronix Vanguard vom 4. April 2029 heißt: American Armageddon How the Vice-Empress of Gomorrah Succeeded the Manchurian Emperor of Sodom. Irgendwie hat er es wieder geschafft, diesen Text durch die sogenannte elektronische Zeitkrümmung zu schicken, sodass er in meiner E-Mail auftauchen und somit ins heutige Internet gelangen konnte.

Demnächst geht's weiter. (Und im Vertrauen gesagt: Derzeit spinnen fast alle.)

 

5.11.2008

Hurra, die Warnung aus ferner Zukunft (siehe oben), nebst ähnlichen Botschaften, die Wilfried Wolkenheim und seine Freunde durch die Zeit zu uns zurückgeschleust haben, hat ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. Die Amis trafen beim Urnengang eine bessere Entscheidung, als wir noch zu hoffen wagten. Das war in den Annalen der Paralleluniversen gar nicht so vorgesehen und dürfte in Wilfrieds Welt einen schauderhaften Zeitsturm ausgelöst haben, sodass unsere Zukunft jetzt paradoxerweise besser aussieht als vorher. Ich hoffe, dass Wilfried das Paradoxon überlebt hat und sich demnächst wieder meldet! Man muss allerdings begreifen, dass die Zukunft von jedem beliebigen Punkt der Gegenwart aus ein völlig offenes, kaum beschriebenes Buch ist und daher jederzeit von uns selbst bestimmt und gemacht wird. „Botschaften aus der Zukunft sind somit eigentlich nur Schimären unserer Gegenwartsphantasie. Oder?

 

 

12.11.2008

Unratssekretär Johannes Arschkraft vom amerikanischen Beleidigungsministerium hat nach Angaben der Globalen Heimatschmutzbehörde am Dienstag bekannt gegeben, dass die Abbildung von Entbindungslöchern, Samenstängeln, Eiern, Milchdrüsen und jeder Art unbedeckten Sitzfleisches mit elektronischen, chemischen oder physikalischen Mitteln ab 1.1.2009 streng verboten ist. Bei Zuwiderhandlung droht die standrechtliche Verhängung der Prangerstrafe mit Faulobstbewurf durch johlende Volksmassen und zweimal täglich Windelwechseln an öffentlichen Plätzen zwecks Wiederherstellung eines natürlichen Schamgefühls. Die drakonische Maßnahme wurde damit begründet, dass der amerikanischen Wirtschaft pro Jahr etwa 24 Milliarden Arbeitsstunden durch sinnloses Beglotzen primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale verloren gehen, was sich in diesen schweren Zeiten nun wirklich niemand leisten kann. Indem diese 24 Milliarden Arbeitsstunden zugunsten der allgemeinen Produktivität gerettet werden, sollte sich das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten um 530 Milliarden Dollar pro Jahr steigern lassen. Nur so könne man ohne fortgesetzte Kreditkrise die herzzerreißend verarmten amerikanischen Bankiers retten und den notleidenden Spekulanten auf den Cayman-Inseln (Kaimaninseln) eine moderate Altersvorsorge sichern.

Was den Hedge-Fonds-Wahnsinn auf den Caymans betrifft, lesen Sie am besten den BüSo-Artikel über Tote Kaimane am Strand Ihrer Majestät [externer Link]. Diese BüSo-Leute, wie überhaupt die ganze LaRouche-Bewegung, übertreiben zwar meines Erachtens die These von der abgrundtiefen Bosheit und weltbeherrschenden Macht der britischen Finanzkreise, aber sie haben doch äußerst interessante Informationen zusammengetragen. Da heißt es zum Beispiel: <Ende 2006 waren die Cayman Islands der nominelle Sitz von mehr als 8000 Hedgefonds und ihre Banken hatten 1400 Mrd. Dollar an Einlagen. Damit sind die Inseln hinsichtlich des Bankenwesens das viertgrößte „Land" der Welt, nach den USA, Japan und Großbritannien. Sie wurden auch ein wichtiges Zentrum für Versicherungen, mit etwa 30 Bio. Dollar Versicherungsvermögen der spekulativeren Art.>

And totally fucking out of control, mind you!

 

2.12.2008

Was für Leute treiben sich eigentlich auf diesem Erdball herum?

Nun, zur Charakterisierung der Seelen-Ursprünge unserer Erdbevölkerung fällt mir unmittelbar ein treffender Animationsfilm ein, auf den mich neulich ein Freund aufmerksam machte:

http://www.flixxy.com/film-school-short-animation.htm

So könnte man die Unfügsamen hier abgekippt haben.

Somit hätten wir hier zumeist die „anderswo Unbrauchbaren, die Nonkonformisten, Revoluzzer, Kriminellen und Künstler, die allzu erfinderischen Erfinder, die allzu gierigen Bankiers und Perverslinge, die allzu tapferen Soldaten, die unbestechlichen Genies, die Irren und die Exzentriker, die Gurus und Grübler, die Paradigmenwechsler und Ausnahmefall-Fetischisten. 

Konkret wären das Leute wie Lennon, Lenin, Himmler, Picasso, Tesla, Rothschild, Hefner, Rommel, G. B. Shaw, Bin Laden, Warhol, Maharishi, Hegel, Newton, Popper ... als einzelne Beispiele für die genannten Kategorien, jeweils mit großer Anhängerschar ... Man stelle sich vor, die genannten Personen würden gemeinsam zum Kartoffelschälen abkommandiert, dann bräche aber die Hölle los und du hättest am Ende keine einzige geschälte Kartoffel!

Deshalb brodelt es dauernd, statt dass irgendwann mal eine halbwegs stabile, friedliche, lässige und abgerundete Zivilisation zustande käme (in der wir ein paar tausend Jahre lang aufatmen könnten, weil sich endlich mal nicht alles in atemberaubendem Tempo ändert; deshalb früher die Wirksamkeit der populistischen Phrase vom Tausendjährigen Reich, bis die Leute auch in dieser sehnsüchtigen Bemühung grausam betrogen wurden).

Darüber hinaus haben wir hier andererseits, wie es scheint, auch scharenweise kaputtgegangene Schafe, die früher mal gute Konformisten waren und denen es das Herz gebrochen hat, Konformisten zu sein, weil sie selbst DAFÜR noch schwer bestraft wurden (in Schützengräben, Versuchsanlagen, Massenexperimenten, Erziehungsfabriken etcetera).

(Des Weiteren habe ich den Eindruck, dass die vielen nötigen, zusätzlichen Seelen für das Bevölkerungswachstum unter allen möglichen Steinen und irgendwo aus Höhlen und Tiefseeregionen "hervorgesaugt" werden und dass es sich bei 20 bis 30 Prozent der jüngsten Generation dann möglicherweise um Grottenolme, blinde Fische und triste Erdgeister oder Dornröschentypen handelt, die blass und ziellos, noch müde von ihrem langen Schlaf oder abseitigen Dämmerzustand, jetzt durch eine Welt tuckern, deren Werte, Moralvorstellungen und Weihnachtsfeste sie schlichtweg scheiße finden, weil sie "noch nie davon gehört haben". Diese letzte, schräge Feststellung ist aber eher satirisch gemeint, denn das weiß ich nicht so genau. Man müsste diese blassen, schlurfenden, trauernden, schulterhochziehenden Kapuzenmenschen mal auf den Kopf zu fragen, wo sie hergekommen sind. Allerdings nehmen sie einem diese Frage eventuell übel, und die Kapuzen können auch als natürliche Abwehrreaktion gegen die vielen Überwachungskameras gewertet werden.)

Tja, und was den Mangel an echten Therapeuten auf diesem Erdball betrifft ... darüber könnte ich bei späterer Gelegenheit recht viel sagen. Natürlich haben wir hier einige. Aber meistens leiden sie nicht nur unter der Ansteckung des Zeitgeistes und des Wahnsinns, sondern werden obendrein, wenn sie tatsächlich etwas können, aufs Übelste diffamiert, was ihnen viele Knüppel zwischen die Beine wirft. Auch ist das selbstbestimmte Individuum natürlich das Ziel, jedoch unterwegs nicht immer das geeignete und gewünschte Mittel. Soviel dazu für den Augenblick.

 

11.-12.12.2008

Das nullte Gebot: Du sollst nicht Bescheid wissen.

Um diesem Fluch zu entgehen, wird es nicht ausreichen, wenn Sie sich von einer obskuren Geheimgesellschaft einen gruselig-schön klingenden Titel verleihen lassen, wie etwa Bruder der Fledermaus, Unbefleckter Lichtträger, Großmeister der Ewigen Nacht, Numinos-Mystischer Hierophant (ein Hierophant wäre ja immerhin ein Interpret heiliger Geheimnisse und verborgener Lehrsätze, aber diese Fähigkeit erwirbt man nicht durch einen Titel), Ehrenwerter Patriarch des Tabernakels, oder hoch oben in der Hierarchie tatsächlich auch Prinz des Wyrms und des Unsterblichen Mistkäfers. Wer würde da nicht gratulieren??!! Denn Unsterblicher Mistkäfer war ja schon seit den Tagen der rotzfrech-fiktiven Westgalaktischen Kerbtier-Invasion, deren Heerscharen vor allem Ernst Jünger mit seinen Käfersammlungen ein ewiges Denkmal gesetzt hat, eine besondere Ehrenauszeichnung.

Trotzdem, wie ich schon sage, das reicht nicht.

Sie werden sich offenbar entscheiden müssen, ob Sie zur Demut der frommen Schafe zurückkehren sollten, die vielleicht der einzige Schlüssel zum Himmelreich ist, oder ob Sie mit Ihrer unziemlichen Neugier und Faktenliebe weiter voranpreschen wollen, die vielleicht der einzige Ausweg aus den Vortäuschungen und Vorspiegelungen eines böswillig errichteten Irrgartens ist. Ich gebe zu, dass dies eine sehr schwere Entscheidung ist, die auch mich zurzeit ins Grübeln bringt.

Denn hat man eigentlich noch Töne, und reichen für diesen fickrigen Seelenporno, egal ob orthodox oder paradigmenwechselnd, die Kräfte noch bis zum Erkenntnis-Orgasmus?

Lange nicht gebumst, wie? Oder zu oft allein gewesen.

Aber als sinnvollen dritten Weg, jenseits der Polarität des unterwürfigen Immer-Müssens und des trotzigen Alles-Dürfens, gibt es hoffentlich eine gesunde Achtung vor den Menschen, die unbestechliche Pflichterfüllung in der täglichen Arbeit, eine selbstbestimmte, von allem Priestertum freie Verehrung Gottes und undogmatische Geborgenheit in Gott und überdies ein allmähliches, maßhaltendes spirituelles Wachstum im Einklang mit sichtbaren Weggefährten.

Anstelle der Selbstverleugnung eines demütigen Mäh-Sagers einerseits und anstelle der sündhaften Vermessenheit eines Allmachts-Aspiranten andererseits gäbe es denn wohl auch die revolutionäre Alternative: Gott will, dass du stark bist und dass du durchblickst.” Das wäre in unserem Kulturkreis mal etwas völlig Neues. Weil Religionisten ihrem vielzitierten Gott oft den eigenen Willen in den Mund legen und weil demütige Schafe angeblich leichter unter Kontrolle zu halten sind, und weil sich umgekehrt die Vertreter einer radikalen Selbstbefreiung oft hochmütig auch von Gott lossagen, ist auf eine Aussage dieser Art noch kaum jemand gekommen. Nur tätige Missionare, die den Menschen auch bei konkreten Problemen halfen, haben den Wahrheitsgehalt einer solchen Aufforderung bemerkt.

 

 

Andere Jahre: Archiv 2009 -- 2007 -- 2006 -- 2005.

Für das laufende Jahr siehe die AKTUELLE HEIMATSEITE

 

 

 

Copyright © 2008 Eckehard Junge. Alle Rechte vorbehalten.

- Krokodilscollage: Eckehard Junge

- Das Foto der Heila von Westarp ist mindestens 90 Jahre alt und kann mittlerweile wohl als altes allgemeines Kulturgut gelten.