Phantastische Heimatseite

Die Welt als schillernde Vorstellung

 

Archiv 2007

 

Andere Jahre: Archiv 2009 -- 2008 -- 2006 -- 2005.

Für das laufende Jahr siehe die AKTUELLE HEIMATSEITE 

 

9.1.2007

Meine deutsche Übersetzung der epochalen Aufklärungs-DVD von Jimmy Walter über die ungeklärten Fragen der Anschläge vom 11. September 2001 auf World Trade Center und Pentagon ist jetzt frei erhältlich. Siehe die kostenlose Aufklärungs-DVD von Jimmy Walter; auch eine komplette deutsche Abschrift oder eine englische Abschrift dieses 160 Minuten langen Dokumentarfilms kann man sich mühelos holen.

In diesem Fall kann ich als Übersetzer einfach mal andere Leute für mich sprechen lassen. Sie sagen es deutlich genug! Es wird dabei nicht jedes Rätsel gelöst, aber man sieht zumindest, dass sich hinter dem aufwühlendsten Ereignis der jüngeren Geschichte vermutlich noch ganz andere Dinge verbergen, als die Propaganda uns weismachen will.

 

22.1.2007

Nun arbeite ich mal wieder an der Lebensgeschichte von Pierre Plantard, dem erfolgreichsten Lügenbaron des 20. Jahrhunderts.

Letzten Endes bewahrheitet sich, dass dieser schrullige Franzose, der Urheber des Phantasiegespinstes um die nichtexistente Prieuré de Sion, wirklich ALLES frei erfunden hat, dass er beinahe jedesmal in seinem Leben gelogen hat, sobald er den Mund aufmachte, und dass er am Ende von seiner Berühmtheit ganz arg überwältigt wurde, denn plötzlich befand er sich in viel tieferem Wasser, als er vertragen konnte. Es wurde ihm schon sehr mulmig zumute, als die neugierigen BBC- und Buch-Autoren Lincoln, Baigent und Leigh sich über ihn hermachten, die seine Merowinger-Story ganz schamlos zum Magdalena-Skandal ausweiteten und ihm plötzlich nicht nur den Königsanspruch bekräftigten, sondern auch noch die Abstammung direktemang von JESUS andichteten! Damit hatte er gar nicht gerechnet. Der Ärmste, der sich bis dahin nur als Verkäufer von gefälschten esoterischen Hochgraden, als Dokumentenfälscher und als Urheber verschiedener fiktiver Geheimorganisationen einen Namen gemacht hatte, sah sich plötzlich in eine weltweite Intrige verstrickt, die seine Kragenweite überstieg. Ich habe den Eindruck, dass er daran beinahe zerbrochen ist, wenngleich er das stattliche Alter von 79 Jahren erreichte.

 

23.1.2007

Mit der nächsten geplanten Veröffentlichung hänge ich im Prinzip bei einem Thema fest, dessen Schwachsinn immer deutlicher zutage tritt, je länger man sich damit befasst: Pierre Plantard und seine Merowinger, Pierre Plantard und seine erfundene Geheimgesellschaft Prieuré de Sion die aberwitzige Grundlage der späteren internationalen Seifenblase um den Da Vinci Code. Trotzdem ist der Lebenslauf des Lügenbarons Plantard ein wunderbares Paradebeispiel für pseudo-esoterische Entartung und für die Nemesis des Großen Lügners, und somit auch eine hoffentlich aufschlussreiche Analogie zum Charakter des 20. Jahrhunderts. Wie auch sonst, gerät bei mir der Fakten-Essay unweigerlich zum Kunstprojekt, und aus welchem Urgrund heraus und zu welchen faszinierenden Interpretationsmöglichkeiten sich das Ding weiterentwickelt, ist noch kaum abzusehen. Ich mache weiter, zeitweise schmerzhaft, aber so war es ja auch bei meinen bereits publizierten Aufsätzen über indische Urgeschichte (Indien: Kosmische Urgewalten; Ewigkeit, High-Tech und Donnerwaffen) und Alternativtechniken der Energiegewinnung (Unbegrenzte Energie: Das Ende des Knappheitsmärchens; Raumenergie). Forschen und Nachforschen sind immer ein Abenteuer.

 

1.2.2007

Es war ein müder Januar, der wärmste seit Beginn der Klimaaufzeichnungen”. Das ist nicht so gut, aber auf meine alten Tage soll's mir subjektiv beinahe recht sein. Wohlgemerkt nur subjektiv.

In der Politik sind die Weiber im Vormarsch, und das ist gut so. Allein dadurch wird aber der Friede nicht garantiert sein, wir müssen also weiter daran arbeiten. Denn bei der Bundeswehr sind ebenfalls die Weiber im Vormarsch, mittlerweile sollen es 13.600 sein; ich finde das völlig pervers und unvorstellbar. Die haben da nichts zu suchen. Es war schon schlimm genug, dass die Männer jahrtausendelang so blöd gewesen sind, sich gegenseitig die Schädel einzuschlagen und die Gedärme aus dem Leib zu reißen, meistens wegen irgendeiner politischen oder religiösen Spitzfindigkeit, oder wegen der Gier bzw. Inkompetenz ihrer Machthaber. Schluss damit! Wie sagte John Lennon: Der Krieg ist vorbei, wenn du es willst.

Eine leuchtend verehrte Kollegin aus ferner Jugendzeit, von der mich nur selten noch eine Nachricht aus zweiter Hand erreichte, hat unlängst das Zeitliche gesegnet. Einst Inbegriff französischer Schönheit, elegant, schwarzhaarig, nahezu unfreiwillig glutäugig und Gegenstand zahlloser Träume, starb sie, nachdem ihr eigener Traum vorzeitig abgelebt hatte. Gießen wir daher lieber Öl auf das Feuer unserer Träume und wahren wir unsere Loyalitäten – soweit sich diese Dinge überhaupt beeinflussen lassen.

In diesem Sinne ein altes Gedicht: Die Königin von Salphur ist tot.

Leider macht auch der Pegasus  niemanden wieder lebendig, aber die Seele lebt fort und bereichert an neuen Gestaden die Zukunft.

 

21.2.2007

Man hat zu tun, man hat zu tun. Aber hier ist zumindest ein größerer Essay, der in den letzten Wochen heranreifte und sich auf gediegene Weise mit den angeblich letzten Dingen befasst: Traurige Altersromantik oder fröhliche Himmelfahrt (Gedanken zu Reife, Tod und Wiedergeburt).

 

4.3.2007

Die folgende Aussage ist so extrem schwachsinnig, dass niemand scharf genug hingucken kann, um sie aufzulösen und das ganze ihr zugrunde liegende System zu beseitigen: Geld entsteht durch Verschuldung und verschwindet wieder durch Rückzahlung von Schulden. Diese Vorgänge nennt man Geldschöpfung und Geldvernichtung. (Quelle: Wikipedia unter Geldschöpfung)

Verdienen Sie sich Ihr Geld lieber selbst, durch redliche Arbeit! Da fühlt man sich wohler. Dann kann man es auch guten Gewissens vernichten, indem man es ausgibt. Näheres zu diesem Thema siehe Steuern, Staatsverschuldung und Zinsknechtschaft.

 

11.3.2007

Das Establishment verschiedener religiöser und politischer Organisatiönchen hätte am liebsten geschlechtslose Mitarbeiter, weil es dann doch viel weniger Probleme gäbe und sich die Leute viel  besser auf die Arbeit konzentrieren könnten!

Eine kleine Geschichte aus dem fernen Altertum veranschaulicht das krasseste aller Methödchen, um diese Sehnsucht zu verwirklichen: Kombabus (oder Combabus): Bei Vertragsantritt bitte die Genitalien abliefern! (Ein Extremfall der Selbstbeschnipselung; nur figürlich zu verstehen und bitte zu Hause nicht nachahmen!). 

 

13.3.2007

Zur Aufmunterung für all die fleißigen Ketzer dort draußen:

Der Ausdruck Häresie" (engl. heresy, also Ketzerei) kommt vom griechischen Wort hairesis, das heißt: sich selbst entscheiden, eine eigene Wahl treffen, und bedeutet somit ursprünglich eine Überzeugung, zu der man selbständig und von sich aus gelangt ist. Das ist natürlich schlimm! Entscheidungsfreiheit in puncto eigene Meinung wurde lange Zeit als Verbrechen geahndet.

 

17.3.2007

Und hier ein skurriles, neues Gedicht: Mitschurkig sind die Heinzelmännchen.

Aber möglicherweise liegt's auch an den Gartenzwergen.

Und im selben Sinne gleich noch einen drauf: Der heilige Prahl. So ratterte mir das gleich mittäglich vor dem Aufstehen aufs Papier. Den Ihren gibt's die Muse im Halbschlaf.

 

18.3.2007

Im Jahre 2004 wurden neue Duden-Regeln veröffentlicht, nach denen es wieder zulässig sein soll, das Wort sogenannte zusammenzuschreiben, ebenso ölproduzierende, furchteinflößende o.Ä. Tja. Das ist gut, und es ist mir recht. Aber wie verkaufe ich das meinen Kunden hier im Ausland, in Dänemark und Norwegen? Man könnte ja meinen, hier merkt es keiner, aber zumindest bei meinen Übersetzungsagenturen bemerken die Sprachliebhaber diesen kolossalen Wirrwarr sehr wohl. Die rufen seit Jahren nur noch Ah und Oh, wenn sie von den Qualen der Deutschen hören. Jeder weiß, dass es völlig undeutsch ist, wenn mehrere Schreib-Alternativen gleichzeitig als richtig gelten. Egal. Ich schreibe, wie es mir passt. Wie sonst? Wer mich brieflich mit du anredet, wird mit du angeredet, wer jedoch „Du sagt, wird als Du behandelt. So ungefähr jedenfalls. Das ist aber nur die persönliche Lösung, aus Respekt vor meinen Korrespondenten.

Es sollte niemals ZWEI Schreibweisen geben, die wischi-waschi, psychologisch-mitleidig, sozialistisch-dialektisch bescheuert alle beide richtig sind, sondern nur EINE RICHTIGE, und wer sich das alles nicht merken kann, kriegt eine Sechs und sollte büffeln! Basta! Dann hat das Büffeln wenigstens einen Sinn! Die unverdiente Anerkennung ist der Untergang der Qualität!

Der Zweck der Übung ist, uns – das heißt, die verbliebenen selbständigen Denker und freien Literaten, aber natürlich auch den Rest der ketzerischen Bevölkerung – irgendwie auf die Palme zu bringen, gack-gack, auf dass wir uns unter den modisch rasierten Achselhöhlen kratzen und mit Furcht einflößenden, anders denkenden Kokosnüssen, Tunfischen und Spagetti schmeißen.

Falls überhaupt noch irgendetwas, das von außen hereinkommt, mit einem nachweislichen Zweck geschieht! Vielleicht gibt es ja gar keine Verschwörung, sondern nur ein Chaos aus widerstreitenden Absichten, wenngleich bei gewissen Machtcliquen zeitweise Einigkeit zu mutmaßen ist.

Darum mal was völlig anderes. Mystiker unter sich! Ich zitiere Heinrich von Nördlingen, der um den 15. August 1346 eine Dame namens Margaretha Ebner mit den kunstvollen, aufrichtig schwärmerischen Worten anschrieb:


<Dem innig geliebten Kind Gottes, von dem der ewige Vater Ehre empfängt und weiterhin empfangen wird in seinem eingeborenen Sohn, im Widerschein aller auserwählten Geister! Darin entbietet ein großer Sünder und ein unwürdiger Priester eine geistliche Himmelfahrt in allen Freuden mit himmlischer Gesellschaft: weg aus der Wüste dieser Welt, zusammen mit Maria zum süßen Herzen ihres Kindes hingeneigt, zerfließend in allem Wohlgefühl, freundlich empfangen vom ganzen himmlischen Hof, liebreich hineingeführt in die Freude deines Herrn, wunderbar geziert zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit! Ich wünsche dir als Steuerruder in dieser heiligen Zeit ein schuldloses Leben, ein lauteres Herz, eine durchglänzte Seele, einen liebenden Geist, einen brennenden Eifer, ein sehnsuchtsvolles Verlangen, ein unablässiges Hinsterben, ein begieriges Jagen, ein weises Schauen, ein wahrhaftiges Erkennen,
    ein heimliches Drängen,
    ein kraftvolles Überspringen,
    ein gewaltiges Einfangen,
    ein liebliches Ergreifen,
    ein tiefes Sinken,
    ein lustvolles Trinken,
    einen liebreichen Empfang,
    ein freundliches Wiedersehen,
    ein süßes Begrüßen,
    ein zärtliches Genießen,
    ein inneres Ansichdrücken,
    ein heftiges Aufflackern,
    ein barmherziges Umfangen,
    ein unscheidbares Nahesein,
    ein rasches Hindurchblitzen,
    ein ewiges Zusammenstricken
    von Deinem mit Seinem
    im Liebeskämmerlein der drei Personen.
Wenn du magst, so gedenke meiner!>

 

     (Zitiert aus: Deutsche Mystik, Deutscher Taschenbuch Verlag/Manesse Verlag, München 1996, dtv 24064)

 

Unbezahlbar, diese Formulierungen ... vor allem, wenn er sagt: Ich wünsche dir als Steuerruder in dieser heiligen Zeit ein schuldloses Leben ..., das ist doch voll königlich ... Heutzutage müsste man eher sagen: Ich wünsche dir als Steuerzahler in dieser unheiligen Zeit ein schuldenfreies Leben. Das wäre schon beinahe der größte Segen, der aktuell denkbar ist.

 

5.4.2007

Ich erwähnte bereits am 4.3.2007 den Wahnsinn der heutigen Definition von Geldschöpfung, nämlich dass Geld durch Verschuldung entsteht.

Können Sie sich abzahlungsfreie 100-Jahres-Darlehen vorstellen? So nennt sich die neueste Finanzierungspsychose in Dänemark. Siehe Steuern, Staatsverschuldung und Zinsknechtschaft, mit einer wunderbar präzisen Warnung von Thomas Jefferson (1816).

 

7.4.2007

Kennen Sie Pataphysik? Nein? War mir auch neu.

Es ist jedoch ein Denksystem, das im 20. Jahrhundert recht einflussreich wurde und auch bedeutende weltweite Spinnereien wie den Mythos der Prieuré de Sion aus der Taufe gehoben hat. Hier eine Definition der Pataphysik:

Pataphysik: ein absurdistisches Philosophie- und Wissenschafts-Konzept, das auf den französischen Schriftsteller Alfred Jarry (1873-1907) zurückgeht. Methodik und Denkweise der modernen Wissenschaft werden dabei häufig auf ganz unsinnige Weise parodiert. Nach Jarry ist Pataphysik die Wissenschaft des Partikulären, also des besonderen Einzelfalls. Diese provokante Auffassung steht im Gegensatz zur gängigen Definition nach Aristoteles, dass Wissenschaft sich immer nur mit dem Allgemeinen beschäftigen könne. Normalerweise spricht man von „Physik“ und „Metaphysik“, wobei Physik im weitesten Sinne Naturlehre ist und Metaphysik sich mit Dingen befasst, die jenseits der sinnlich erfahrbaren, natürlichen Welt liegen, also zum Beispiel mit einer Glaubenslehre oder abstrakten Kategorien. Die Pataphysik hingegen ist nach Jarry „die Wissenschaft von dem, was zur Metaphysik hinzukommt – sei es innerhalb, sei es außerhalb ihrer selbst – und die sich ebenso weit jenseits dieser ausdehnt wie diese jenseits der Physik“. Die Pataphysik stehe somit zur Metaphysik wie die Metaphysik zur Physik. Jarry definierte die Pataphysik als die Wissenschaft der imaginären Lösungen, „welche die Gesetzmäßigkeiten der Ausnahmen untersuchen wird und das Universum erklären wird, welches das hiesige ergänzt“. In der Pataphysik wird jedes Ereignis im Universum als außergewöhnliches Ereignis akzeptiert. (Angelehnt an Angaben aus der freien Enzyklopädie Wikipedia)

Mehr dazu auf den letzten Seiten des Artikels Pierre Plantard und seine Merowinger.

Und wenn ich nun schon mal auf diesen Trip geraten bzw. dieser Methodik auf die Schliche gekommen bin, die nicht nur in den gefälschten Rätselpergamenten der Prieuré de Sion, sondern zum Teil auch in der Lyrik der Beatles praktische Anwendung fand, setze ich ganz bewusst noch einen drauf und bringe ein paar Notizen über das Geheimkomitee Majestic-12 und den verborgenen Rummel um außerirdische Technologie: Majestic-12, Hillenkoetter und das UFO-Phänomen. Hier finden Sie auch einige prägnant formulierte, verblüffende Schlussfolgerungen (April 2001) des amerikanischen „Enthüllungsprojekts” (Disclosure Project) unter Steven M. Greer, M.D. Also kurz gesagt, es wimmelt von Außerirdischen, und um die Gefahr zu bannen, gibt es doch nichts Sympathischeres als Konteradmiral Roscoe H. Hillenkoetter.

 

9.4.2007

Zu Ostern ein komisches altes Wort: Flattuse - Flatuse - Fladuse - Fladrusche.

Flattuse: Das frz. Wort flatteuse „schmeichlerisch" führt zum thüringischen Ausdruck Flattuse „flatterhafte, liederliche Frau", z.B. in <s es anne olle Fletusen> „die ist eine alte Schlampe" (ThWb s.v. Flattuse). Schließlich werden auch Wörter und Namen aller Provenienzen umgestaltet zu meist abfälligen Wörtern für Frauen, z.B. Fruse „unordentliche Frau", das wahrscheinlich aus dem veralteten Namen Euphrosine verkürzt worden ist (ThWb s.v. Fruse). (http://ulblin01.thulb.uni-jena.de/indogermanistik/dokumente/PDF/Orbe.pdf)

Flatuse, Fladuse = (niederdt.) Schmeichelei, Geflunker; "Fladusen / Flatusen machen" [< altfrz. fleute douce, "liebliche Flöte"; beeinflusst von frz. flatter = schmeicheln] (Wahrig 1974)

Fladuse = 1. Fladrusche, 2. Schmeichelei (<Fladusen machen> = jemandem schmeicheln). (Duden96)

Fladrusche: (preuß., schlesisch) eine Haube mit Bändern und Rüschen. [zu md., niederd. fladdern = flattern] (Duden96) - Auch "Fladuse" genannt.

Und eine kleine Notiz zur Funktion der Massenversammlung im Faschismus:

Hermann Rauschning zitiert Hitler folgendermaßen:

„Ich habe die Masse fanatisiert, um sie zum Werkzeug meiner Politik zu machen. Ich habe die Masse erweckt. Ich habe sie über sich selbst hinausgehoben, ich habe ihr einen Sinn und eine Funktion gegeben ... In einer Massenversammlung ist das Denken ausgeschaltet. Und weil ich diesen Zustand brauche, weil er mir den größten Wirkungsgrad meiner Reden sichert, lasse ich alle in die Versammlungen schicken, wo sie mit zur Masse werden, ob sie wollen oder nicht. <Intellektuelle> und Bürger so gut wie die Arbeiter. Ich mische das Volk. Ich spreche zu ihm als Masse.” (Hitler laut Rauschning, so zitiert von Lincoln/Baigent/Leigh in dem Buch Das Vermächtnis des Messias, Bastei-Lübbe-Taschenbuch, Kapitel 12, Ersatzreligionen: Sowjetunion und Nazi-Deutschland”, S. 215)

 

14.4.2007

Manche finden es sinnvoll, jedes Mal relativ jung zu sterben, um sich die vielen Jahre der Altersbeschwerden und des entmutigenden Siechtums zu ersparen; sie kommen dann lustig wieder auf die Welt und treiben es so aufs Neue zum Leidwesen ihrer Mütter, die eine solche genießerische, patriotische oder gar fundamentalistische Lebenseinstellung wegen der Schmerzen und Mühen einer Geburt für äußerst undankbar halten und eine üble Verschwendung darin sehen. Andere finden es sinnvoll, ein relativ langweiliges, aber tugendhaftes Leben zu führen, um sich bis ins hohe Alter die Gesundheit zu erhalten, was angeblich die Hauptsache sei; sie planen und ordnen alles mit großer Sorgfalt und vergessen dabei leicht die Frage, wozu sie eigentlich hier sind. Manche fühlen sich sowieso die ganze Zeit wohl, egal ob ihr Körper gerade jung oder alt ist. Ja, gewissen Leuten geht es mit zunehmendem Alter immer fabelhafter! Wieder anderen kann die ganze obige Diskussion gestohlen bleiben, weil sie auch in jungen Jahren andauernd stinksauer und todkrank sind und weil es sowieso, alt oder jung, tot oder lebendig, nie besser wird. Manche finden sich damit ab, dass sie eine Pflegeversicherung brauchen; andere sind mutig entschlossen, den Löffel abzugeben, sobald das fad gewordene Süppchen sie endgültig anödet. Es ist keineswegs Selbstmord im üblichen Sinne, sondern einfach das Fallenlassen der Marionettenfäden, wenn der Geist sich wegen galoppierender Sinnlosigkeit seiner Verhältnisse auf die Reise begibt. Wenn einer trotz des Ungemachs noch ein Weilchen bleibt, dann wohl deshalb, weil seine Mitmenschen ihn in dieser Form noch brauchen oder weil eine Rechnung offen steht, oder weil ihm die aktuelle Daseinsform eben doch noch den einen oder anderen, diebischen oder redlichen Spaß macht.

 

24.4.2007

Diese Nachricht wird hier jetzt ganz flüchtig und schlampig mit hineingebloggt, weil ich sie trotz Zeitmangels unmöglich verschweigen kann:

Eiskalt den Rücken runter ...:

Gen-Mais bewirkt Unfruchtbarkeit

Forscher wollen die Pille durch einen genveränderten Mais ersetzen. Ein Unternehmen aus Kalifornien hat eine Maissorte so verändert, dass Männer unfruchtbar werden. Bei Männern, die den Mais gegessen haben, verändern sich die Spermien. Die Spermien werden schwer und träge und können sich so nicht mehr zum befruchtungsfähigen Ei bewegen. (Quelle: Bild online)

QUOD ERAT DEMONSTRANDUM (= genau das war der Beweis, der noch gefehlt hatte)! Genmanipuliertes Essen kann den biologischen Zustand der Konsumenten verändern.

Das ist wirklich kein Witz ... gestern Abend kam ein weiterer Bericht, eiskalt den Rücken runter, im NDR-Fernsehen um 23 Uhr. Die amerikanische Gentechnik-Firma Monsanto ist jetzt drauf und dran, weltweit die Schweine zu patentieren. Man hat ein neues Wachstumsgen in den Schweinen künstlich erzeugt und lässt sich das patentieren. Anschließend ist folgende Strategie zu erwarten: Man schickt seine Spione (Anwälte) durch Feld und Wald und untersucht die Schweine, die in jahrhundertelanger Kleinarbeit von europäischen und anderen Bauern auf die natürliche Art und Weise gezüchtet wurden. Falls dort dasselbe Gen festzustellen ist wie bei Monsantos Patentschweinen, müssen die Bauern für jedes Schwein künftig Lizenzen an Monsanto zahlen, ohne dass Monsanto ihnen etwas geliefert oder in diesem Kontext zu irgendjemandes Wohlergehen beigetragen hat. Die Patentierung, die in 160 Ländern beantragt worden ist, steht in Deutschland noch aus, aber herkömmliche Schweinezüchter werden schon nervös und lassen ihre Tiere testen, ob bei den Tieren womöglich das patentierte Gen vorhanden ist. Wenn ja, können sie nach Monsantos Schwein-Patentierung im jeweiligen Land von Monsanto belangt werden, was wohl reihenweise die kleineren Züchter ruinieren würde (obwohl sie niemals etwas von Monsanto gekauft haben). Der Nachweis, dass das Gen bei ihnen aus eigener Zucht aufgetaucht ist, dürfte schwer zu erbringen sein.

So viel zu den Schweinen, es ist eine schlimme Sache. 

[Einschub vom 24. November 2008: Oh Horror, es ist inzwischen wirklich passiert: Das Schwein wurde patentiert. Am 17. Juli 2008 brachte www.arschmonster.de in seinem Blog die Meldung: "Es ist soweit, heute hat das Europäische Patentamt in München ein umfassendes Patent an die Firma Newsham Choice Genetics erteilt. Unter dem Patent EP 1651777 werden Gene vom Schwein patentiert, und die Ansprüche auf das Zuchtverfahren, aber auch auf betroffene Tiere selbst und deren Nachkommen geregelt. ... Der Konzern Newsham Choice Genetics hat das Patent von Monsanto erworben, und hat eine enge Kooperation mit Monsanto angekündigt." (Nachzulesen unter: http://www.arschmonster.de/17/07/2008/das-schwein-wurde-patentiert/, bestätigt unter http://mon810.wordpress.com/2008/07/18/das-schwein-im-patentamt/) Die Sauerei ist also furchterregend auf dem Vormarsch, sozusagen im Informationsschatten der Weltfinanzkrise etc.]

Das Ziel bei der ganzen Übung ist die weltweite Kontrolle des Nahrungs- und Futtermarktes. Die Patentierung des Lebens und die Ausschaltung aller Konkurrenz.

Auf dem Gebiet des Maisanbaus und des Soja-Anbaus ist der Kampf längst verloren und man kann das Zeug in den Häfen und Großmärkten weltweit nicht mehr auseinanderhalten.

Es häufen sich die Klagen von Rinder- und Schweinezüchtern, dass die mit genmanipuliertem Futter gefütterten Tiere unfruchtbar werden.

In Indien wurden die vielen hundert ursprünglichen, kostbaren Reissorten weitgehend durch genveränderten Reis verdrängt. Die Bauern zahlen ständig Lizenzen an die Genfirmen und werden reihenweise ruiniert, weil das neue Produkt auch keineswegs besser ist.

DIE MENSCHHEIT, JA ÜBERHAUPT DAS LEBEN AUF DER ERDE IST IM ARSCH.

Mein Gott, das ist mal ein Thema, das mich wirklich auf die Palme bringen könnte, vor allem weil ich das Gefühl habe, dass bei all dem anderen, sehr viel lauter präsentierten medialen Terror die meisten Menschen wohl kaum verstehen werden, welcher unglaubliche Unterdrückungsfeldzug derzeit auf dem Gebiet der Nahrung weltweit vorangetrieben wird. Einfach weil es unvorstellbar und so absolut haarsträubend ist.

SCHLUSS MIT DEM RÜCKSICHTSLOSEN PATENT-IMPERIALISMUS GEGEN DAS LEBEN SELBST!

Es ist die reinste globale Teufelei und wird am Ende möglicherweise einem religiösen Fundamentalismus Vorschub leisten, wie wir ihn noch nie gesehen haben, denn das Argument, dass Gottes Schöpfung zerstört wird, das versteht am Ende fast jeder (auch ich), und dann gibt das mordsmäßig *** Zunder *** und *** Reichstreue Antiimperialistische Revolution ***, aber wohl erst, wenn die Allergien, Unfruchtbarkeiten, Krankheiten und der wirtschaftliche Ruin der Landwirtschaft den Schmerzpegel weltweit enorm in die Höhe getrieben haben.

Ich werde allmählich ein bisschen zu alt, um mich unbedingt aufzuregen, aber gesagt werden müssen diese Dinge unbedingt. ZORNIGE FRAUEN UND MÄNNER BRAUCHT DAS LAND! George W. Bush steht übrigens nachdrücklich auf der Seite der Biotech-Mogule, die berühmt-berüchtigte Food and Drug Administration (die US-Aufsichtsbehörde für Lebens- und Arzneimittel) ist machtpolitisch längst in der Zange und mit Monsanto-Zöglingen durchsetzt, und sogar ein Sender wie FoxNews ist inzwischen zu schwach, um noch einen kritischen Bericht über Monsanto senden zu können. Einige Journalisten bei FoxNews haben es versucht, es kamen eskalierende Drohbriefe von Monsanto und ein Trupp gewiefter Anwälte, und dann wurde nichts draus aus der Sendung, der geplante Text wurde in 83 aufeinanderfolgenden Korrektur-Versionen revidiert und zurechtgestrichen und die Journalisten wurden bei der ersten Gelegenheit gefeuert.

Es ist kein Wunder, dass sich viele Leute schon nach dem Messias oder nach der Apokalypse sehnen. Ich gehöre NICHT dazu, aber wie gesagt, es lässt sich nachempfinden. Nötig ist jedoch eine direkte Kampfansage gegen eine Entwicklung, die das Leben auf der Erde zerstört.

 

Foto: Martin Jahn, München

 

30.4.2007

Die Bürde des Menschen ist unfassbar. Dennoch habe ich den Eindruck, dass mir das Universum andauernd genau die Platte vorspielt, die ich selbst auflege.

Wenn Condoleezza sich erfrecht, Wladimirs Sorgen als lächerlich zu bezeichnen, dann muss ich wohl zumindest den Fernseher eingeschaltet haben, um mir diesen Unfug anzuhören. Unfug auf beiden Seiten des Teichs, wohlgemerkt.

Die geheimnisvolle Lebensgeschichte von Pierre Plantard knapp fünfzig Buchseiten, wenn man sie ausdruckt habe ich übrigens fertiggestellt und einem Internet-Verlag überlassen. (Als Download zusammen mit drei anderen geheimnisumwitterten Artikeln aus meiner Feder ist diese Abhandlung erhältlich unter dem Link: Die Geheimnisse der Menschheit, von Eckehard Junge. Eine Leseprobe der Plantard-Biographie finden Sie unter: Der Mythos der Prieuré de Sion.)

Mehr dazu innerhalb dieser Website unter Pierre Plantard und seine Merowinger.

 

4.5.2007

Kennen Sie die Sorte Schwarz, die zwar samtig und seidig, jedoch an der Oberfläche feinkörnig-rau genug ist, um erbarmungslos das Licht zu absorbieren? So'n richtigen Helligkeitsschlucker? Genau diese Sorte begegnete mir vor ein paar Tagen erstmals im strahlenden Sonnenschein auf der belebten Kopenhagener Einkaufsstraße Amagerbrogade.

Daraus wurde, bei allem Respekt, ein zumindest subjektiv bedeutsames Gedicht, und vielleicht kennen ja auch Sie dieses Gefühl: Rabenschwarzes Schlottergeflatter.

Wahren Sie den Frieden, fördern Sie die Liebe, und bestehen Sie auf Freiheit!

Freundschaft unter den Menschenrassen

Bedeutet nicht, alle reinzulassen.

So viel dürfte doch wohl klar sein.

 

26.5.2007

Angesichts des großen Getöses, das heutzutage einem Gipfeltreffen vorausgeht, sah ich mich zu kraftvollen dichterischen Bemerkungen veranlasst: Siehe die Heiligen auf dem Damm. Mit ein paar Seitenhieben auch gegen den globalen Patent-Imperialismus der Gentechniker.

Übrigens sind die Verhaltensweisen der Super-Mächtigen durchaus als Ausdruck des Zeitgeistes verständlich, und ähnliche Verhaltensweisen und Stimmungsbilder tauchen auch in weniger mächtigen, weniger großen Gruppierungen auf. Wenn sie alle einen Sicherheitstick kriegen, sieht man die Überwachungskameras, das Misstrauen und die Abschottung auf Schritt und Tritt.

 

27.5.2007

Pfingstsonntag! Das hatte doch etwas mit der Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Apostel und ihrer Aussendung in alle Welt zu tun. Denkt noch jemand daran? Oder gucken sie alle den Matrix-Film, der sinnigerweise auf RTL gezeigt wird und an dem zwar in übertragenem Sinne sehr viel Wahres dran ist, der mir aber leider nur den Magen umdreht. Warum muss das alles so heftig rüberkommen? Spürt sonst keiner mehr was? Wo sind die leiseren Töne?

Hier nun, was mir heute selbst dazu einfällt: Homo sapiens im Oberwahn.

Da haben Sie eine Nuss zu knacken, aber auch eine Erinnerung an zarte Traumwelten.

 

28.5.2007

Pfingstmontag! Und welcher Ausguss ergibt sich heute bei mir ein?

Ein wirrationales, undechromatisches, hypermonarchophobisches Machwerk ersten Ranges, das aus der Kraft urtümlicher Greifvögel, den alten Schatzkästlein deutschen Humors im grippalen Affekt französischer Royalisten-Witzbolde und dem seltsamen pataphysischen Ansturm blauer Äpfel schöpft: Les pommes bleues, Les pommes bleues, ich will's schon glauben, alchimistischer Quark in Reinkultur dazu mein neuestes Gedicht: Der Große Patapata-Greif. Wohl bekomm's! Blühender Blödsinn mit mythischem Hintergrund.

Ja, ja, und damit auch die englischen Suchmaschinen in diesem schwachsinnigen Internetz darauf anspringen, sage ich: Blue apples. Ha ha. Und nehmen Sie's bitte nicht so schwer, denn es ist nur eine komplizierte Spinnerei, mit der sich kuriose Menschen gern beschäftigen, weil das Leben sonst zu langweilig ist und weil konstruktivere Tätigkeiten zu anstrengend sind ... genügt das jetzt als Beichte, oder was??? Ich beziehe mich natürlich wieder einmal auf meine Nachforschungen über Pierre Plantard und die Merowinger. Links dorthin siehe oben, unten, rechts, links, vorn und hinten.

Außerdem sitzt manchen Leuten noch der Schrecken im Blut, weil sie in früheren Leben auf den Scheiterhaufen kamen, sobald sie ihre Erkenntnisse klar und deutlich zum Ausdruck brachten; deshalb haben sie sich eine extrem verschlüsselte Ausdrucksweise angewöhnt. Das muss man als einen Schutzmechanismus verstehen. Und wieder andere Witzbolde stimmen in diesen Chor mit ein, weil sie es lustig finden oder weil sie glauben, ihre Mitmenschen auf unbewussten, symbolischen Kanälen besser unter Kontrolle zu kriegen, als wenn sie sie direkt und ehrlich auf die Koordination konkreter Wünsche und Pläne hin ansprechen. Daher die Demokratiefeindlichkeit zwanghafter Mythomanen, Symbolisten, Alchimisten und Traumroyalisten.

Und ob man's glaubt oder nicht, ich haue gleich noch eine weitere vierstrophige Äußerung zu den Irrungen und Wirrungen des Lebens hinzu: Et maintenant: Jetzt ist jetzt.

Mit einer gewissen Inspiration durch Gilbert Bécaud und dessen Textdichter Pierre Delanoë (Et maintenant, 1961), könnte man meinen ist aber nicht wahr, denn Monsieur Bécaud fiel mir erst hinterher ein und er sagt auch etwas anderes aus: nämlich die nonchalant irrationale, selbstbewusst existenzialistische Gegenwarts-Empfindung der Franzosen. Nein, in Dänemark denkt man eher an die witzige Bemerkung des früheren dänischen Premierministers Poul Nyrup Rasmussen (S), der seiner Ungeduld über politische Verzögerungstaktiken, inklusive die eigenen zumindest rhetorisch seinerzeit mit der Bemerkung Luft machte: Nu er det nu!”, womit er ausdrücken wollte: Dieses Jetzt, in dem wir unsere Versprechen einlösen müssen, ist wirklich jetzt. Also sozusagen: 

Denn siehe, die Gegenwart ist nahe herbeigekommen, so unendlich nahe nämlich, dass Jetzt wirklich Jetzt ist, und wenn ich jetzt jetzt sage, dann meine ich wirklich jetzt. 

Das fanden seine gar nicht untertänigen Untertanen derart witzig, dass eine Zeit lang ein geflügeltes Wort daraus wurde.

Bei der Aussprache des dänischen Satzes Nu er det nu!  wäre zu beachten, dass das t in dem Wörtchen det nicht ausgesprochen wird, und das e in dem Wörtchen er wie ein kurzes ä: Nu ärr deh nu, mit Nachdruck beide Male auf nu: Jetzt ist es jetzt.

 

3.6.2007

Während in weiter Ferne das Getöse am Heiligen Damm des globalen Neokaisertums zunimmt, besinne ich mich auf mein Eigentümliches, mein Reich, meine Welt, mein Unnehmbares, mein Uneinnehmbares, mein Unvereinnehmbares, mein Unveräußerliches:

Die Liebe als statische Ewigkeit.

Ich weiß nicht, ob ein Gedicht dieser Art ein Zeichen der Armut oder ein Zeichen des Reichtums ist, aber wenn es Armut ist, dann sicher die köstlichste, und wenn es Reichtum ist, dann sicher der unscheinbarste.

Da jede extreme Aussage auch irgendwie zur Bestätigung des Gegenteils herausfordert, setze ich gleich noch einen drauf, einen ganz irdischen Text nämlich, aber nichtsdestoweniger gereimt in derselben anspruchsvollen äußeren Form als Sonett (zwei Vierzeiler, zwei Dreizeiler, eine uralte hübsche Zwangsjacke der Poesie):

Die Liebe als plastische Wirklichkeit.

Da haben die puritanischen Kritiker ein bisschen Stoff, um rot anzulaufen.

Wenn das in diesen schamlosen Zeiten überhaupt noch einer kann!

Senil”? Hat da einer senil” gesagt? Ich werd' euch was!!!

 

12.6.2007

Was die oben gerade angeschnittene Liebe als statische Ewigkeit betrifft, setze ich hier ein Gedicht von 1985 hinzu: Engel der Liebe. Auch damals war ich so verträumt; da hat sich nicht viel geändert.

Mit einem gewissen Misstrauen beobachte ich allerdings den Rückgang der energetischen Kraft solcher Phantasien im Zuge des biologisch-hormonalen Aktivitätsabbaus meines gegenwärtigen Organismus. Dieses Phänomen passt mir natürlich nicht in den Kram.

Kurz gesagt, je älter der Kadaver, desto lascher die Empfindung.

Das stimmt jedoch nur dann, wenn die Phantasien nicht wirklich ausgereift sind, ungenügend ausgemalt und unzureichend detailliert sind. Und wenn sie nicht wirklich im ganzen himmlischen Glanze, in aller Pracht und im vollen Ornat in den Raum gestellt werden. Dieser Raum braucht nicht Teil des üblichen materiellen Universums zu sein; es genügen dafür Ihre eigenen geistigen Räume. Das Feuer selbst ist immer noch da und wummert freudig in der Heimat der Seele.

Ob ein alternder Körper der Marke Homo sapiens diese Begeisterung nachvollziehen kann, steht auf einem ganz anderen Blatt (diese Marke hält ja nicht einmal in der Jugendzeit sehr viel Jux aus). Deshalb empfiehlt es sich, als Geist gelegentlich bereits in andere Gefilde zu verreisen und dann, von der Glückseligkeit höherer Welten durchtränkt, zurückzukehren, um den alten Affen wegen der einen oder anderen Pflichtverstrickung oder honorigen Verkündung von Altersweisheit noch ein Weilchen durch die Gegend zu schieben.

Aus coeo ergo sum (Ich schlafe bei, also bin ich) wird dann freilich cogito ergo sum (Ich denke, also bin ich).

 

17.6.2007

Und als ich am Sonntagnachmittag zur Entspannung ein bisschen Gentechnik studierte, da überkam es mich. Ein Gedicht, das auch „Der grellgrüne Totentöter” heißen könnte, aber ich belasse es mal bei Grün fluoreszierendes Eiweiß. Der Totentöter kommt sowieso drin vor.

Es soll ja Töter geben, die's gar nicht lassen können, dann werden sie in ihrer Verzweiflung gar noch zu Totentötern. Aber seien Sie sich's versichert, Frau Karlstadt, nachdem man schon die Lebendigen nicht wirklich töten konnte, gelingt's bei den Toten erst recht nicht. Das kann ihnen der Hinterhuber Alois bezeugen, der vorigen Herbst nach tapfer vollbrachtem Abkratzen in die Hände einiger Totentöter fiel und sich heuer zu Mariä Lichtmess dann doch wieder verkörperlichte, zwar mit anderem Gesicht und unter anderem Namen, aber mit krähender Lebensfreude und redlich wohlauf. Er hat sich vorgenommen, als erstes Wörtchen diesmal die Redewendung Leckt mich! zu lernen. 

 

22.6.2007

Und dieses idyllische Öko-Gedicht von 1995 verdient eine Neuauflage: Der Große Schrat.

Denn ungefähr genauso stur san's immer noch, die großen Herrschaften.

 

10.7.2007

Hier lässt sich derzeit nicht viel hinzufügen, weil die ökonomischen Pressionen gerade die Oberhand haben, und das bedeutet vermehrte Konzentration auf die etwas stumpfsinnigere oder jedenfalls weniger originelle Tätigkeit des Übersetzens der Gedanken, Vorgänge, Notizen und Prozesse anderer Leute, womit ich ja noch immer in erster Linie mein Geld verdiene.

Komisch, eh?

Eine kleine Notiz hätte ich aber doch auf Lager: Vielleicht haben Sie schon gemerkt, dass der Computer häufig den Menschen kontrolliert und nicht umgekehrt der Mensch den Computer. Die Kompliziertheit und das ungeheure Aktivitätsniveau dieser weltweiten Vernetzungs-Maschine, das ständige Nachliefern und Aufzwingen unzähliger Details, technischer Rückfragen, Neuentwicklungen, Reizüberflutungen, Automatismen und Blinkphänomene macht den Benutzer ganz benommen, und so kann er tatsächlich unzählige Stunden quasi-hypnotisiert an der Maschine sitzen und hält nicht die Maschine beschäftigt es ist der Maschine auch völlig egal , sondern er wird von der weltweiten Denk-Maschine beschäftigt gehalten. Natürlich denkt sie nicht. Oder? Es wäre nicht ganz auszuschließen, dass ein gigantisches, künstliches Synapsen-Konglomerat wie das Internet am Ende tatsächlich eine Art Eigenbewusstsein auf sich zieht; vielleicht breitet sich irgendein mehr oder weniger fieser, globaler Dämon darüber aus, der aus geistigen Potenzial-Ebenen stammt, und verleiht diesem Weltnetz, das derart viele Menschen benutzt (sic!), eine Art aufdringliche Persönlichkeit. Wenn genügend Zufallsschaltungen eingebaut werden, könnte es doch wohl passieren, oder? Das ist nur eine weit hergeholte persönliche These von mir, aber wer weiß ... denn irgendwie könnte sich das Verhältnis zwischen komplexen Strukturen und geistigen Wesenheiten durchaus so gestalten, dass über einen entsprechend großen Neuronen-Topf auch ein Geist herabkommt, der sich damit identifiziert und damit agiert. Na, Gruselgeschichten!!! Lassen Sie sich keine grauen Haare darüber wachsen, sondern gehen Sie öfter mal vor die Tür und schauen Sie in die Wolken!!! Und an einen solchen Dämon glauben Sie lieber auch nicht, denn je mehr Leute daran glauben, umso eher nimmt er Gestalt an!

So läuft das nämlich!

Falls Sie Engel, Küsse und Bier lieben, sollten Sie deshalb lieber an Engel, Kussmäulchen und gut gefüllte Biergläser glauben!

 

28.7.2007

Demnächst geht's weiter” ist immer leicht gesagt – diesmal dauerte es eine ganze Weile bis zum „Demnächst”, hauptsächlich weil ich eine unangenehme Arbeit vor mir herschiebe.

Etwas beängstigend ist die Wucht, mit der in der Welt des Geistes die Herausgabe des letzten und siebten Harry-Potter-Romans einschlägt. Der kam vor einer Woche heraus, und binnen 24 Stunden waren in Großbritannien 2,6 Millionen, in den USA 8,4 Millionen Exemplare verkauft; ja sogar in Deutschland, wo der Roman noch gar nicht in der Landessprache vorliegt, wurden sofort 400.000 Stück verkauft auf Englisch! Man muss also damit rechnen, dass seit letztem Samstag rund um die Welt etwa fünfzehn bis zwanzig Millionen Menschen Tag und Nacht dasitzen und im Geiste – in einer Art gemeinsamem Geiste, d.h. als Kreation einer ziemlich wirkungsvollen Parallelwelt dieses zum Teil durchaus hinterlistige und düstere Magie-Universum erschaffen. Kein Wunder also, wenn das Wellenschlagen der dämonischen Fieslinge und bösen Flüche uns derzeit bis an den Rand unserer Albträume brandet (falls wir darauf achten).

Mit einer derart globalen, blitzartig wirksamen Machtentfaltung einer künftigen Kollegin, sowie auch mit einer derartigen inhaltlichen Bedenklichkeit des Ruhms, hatte Schiller wohl kaum gerechnet, als er schrieb:

Von des Lebens Gütern allen
Ist der Ruhm das höchste doch;
Wenn der Leib in Staub zerfallen,
Lebt der große Name noch.

   (Friedrich Schiller, aus dem Gedicht: Das Siegesfest)

Dazu könnte ich lakonisch sagen: Wohl dem, der sich trösten lässt! Die trotzigen Zeilen des großen, klassischen Idealisten sind halt Worte nur, wenn man so will, aber auch großes Gefühl und goldene Anerkennung für all jene, die der scheinbaren Übermacht der materiellen Welt unbeirrbar die Stirn bieten. Dennoch wären diese Verse ein magerer Trost, wenn nicht auch der Geist selbst von Leben zu Leben voranschritte. Denn Namen sind Schall und Rauch! Ein bloßer Name kann sich über sein Weiterleben nicht freuen, der Geist aber sehr wohl.

 

29.7.2007

Jeder ist sich selbst der Einzige.

Jeder ist sein eigener einziger Wahrnehmender, von Anbeginn zu Anbeginn und Ewigkeit zu Ewigkeit.

Alles, was ich von der Welt weiß, ist das, was ich selbst von ihr wahrnahm und wahrnehme.
Das Gleiche gilt für Dich und jeden anderen Einzelnen.

Das ganze Universum und alle Welten, die Du kennen kannst, sind sozusagen Dein, denn Du hast sie selbst wahrgenommen, sonst gäbe es sie ja nicht (wohlgemerkt, von Dir aus gesehen aber Du wirst ja immer und ewig nur von Dir aus sehen; selbst wenn Du um die Ecke mit den Augen anderer hinschaust, bist es doch Du, der's dann gesehen hat).

Der für mich Wahrnehmende war immer ich, bin immer ich und werde immer ich sein.

Das erschütternde Wunder ist, dass wir von diesen extremen Licht-Gipfeln des Ich-Seins her sprechend, über eine Kluft von Abstand und Nicht-Ich-Sein hinweg, miteinander kommunizieren können und so zu einer gemeinsamen Wirklichkeit, ja in der Tat zu einer gemeinsam bewohnbaren Welt gelangen.

Machen wir also möglichst etwas Schönes daraus!

 

3.8.2007

Beim Durchblättern alter Papiere fiel mir ein verschollenes Gedicht in die Hand, das in aller Ausführlichkeit, jedoch auch ungewöhnlich schlicht vor 26 Jahren meiner Feder entfloss:

Weisheit um Mitternacht.

Eigentlich geht es immer um dieselbe Grundaussage: Nimmt das Leben Dich in die Hand, oder nimmst Du das Leben in die Hand? Oder wer bist  Du? Bist Du nicht das eigentliche Leben selbst? Was soll also das Gewinsel? Diese Fragen könnte man gelegentlich auch einer ganzen Nation zurufen.

Noch etwas: Ist Stauffenberg für uns der beste denkbare Held? Oder wäre es besser, einen Helden zu haben, der NICHT gescheitert ist? Hat der gescheiterte Held nicht bei aller Hochachtung doch etwas Deprimierendes? War dies die beste Sorte Held, die wir uns noch erlauben durften? Die man uns noch erlaubte?

 

9.8.2007

Wie sagte doch Gustav Meyrink so schön in seinem schauerlich-mysteriösen Roman Der Golem: „Er wohnt, wo kein lebender Mensch wohnen kann: an der Mauer zur letzten Latern”.

In einer ähnlichen Assoziationswelt schwelgt mein neuestes Gedicht:

Die Maus zur letzten Latern.

Die Stimmungslage hat eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Gedicht über das Grün fluoreszierende Eiweiß vom 17.6.2007 (siehe dort). Es setzt sich hiermit eine Art Grüne Phase” bei mir fort, die auf mehreren starken ästhetischen, mythologischen, religiösen und phantasmagorischen Anwandlungen beruht. Ich werde darauf demnächst ausführlich eingehen, aber nachdem ich vor fünf Monaten die Zigaretten verbannt habe, stelle ich jetzt allmählich fest, dass sich meine Farbwahrnehmung auf dramatische und faszinierende Weise verbessert hat. Da wir einen sehr regenreichen Sommer haben, fallen mir in der hiesigen Umgebung, nämlich auf der Insel Amager am Øresund, dieses Jahr vor allem die üppigen, reichhaltigen, mannigfachen Variationen der Farbe Grün ins Auge. Alles ist gewaltig ins Kraut geschossen, und während die Vegetation auf dieser Insel normalerweise durch ein vorsichtiges Zartgrün gekennzeichnet ist, können wir heuer vom Zartgrün bis hin zum schwülstigsten Dunkelgrün alle Nuancen in die durstige Seele auftrinken.

Das ist der äußere Anstoß. Die inneren und konzeptuellen Anregungen entstammen zum Teil der Gentechnik (in der man ein grün fluoreszierendes Protein” als Marker benutzt), zum Teil auch der iranischen Theosophie, die grünes Licht als ein Licht der Erkenntnis behandelt, während bei den Schiiten der Verborgene Imam auf der „Grünen Insel” angesiedelt ist, und so weiter und so fort.

Daraus lassen sich zahlreiche wunderbare Beziehungen und Parallelen ableiten, und es tun sich die Tore zu faszinierenden Mythen auf.

 

12.8.2007

Heute folgte ich dem inneren Drang, den Abschnitt „Garstige Beschwörungen” in dem Artikel Der Speer des Schicksals und die Wiege des Lebens, oder: Der Satan und die Übercroft noch einmal zu überarbeiten und um wesentliche neue Informationen zu erweitern. [Der Abschnitt über Rudolf Freiherr von Sebottendorf ist ebenfalls noch Gegenstand einer laufenden Bearbeitung und Ausweitung schauen Sie gelegentlich wieder herein!]

Denn wie ich dort schon sage: <Darstellungen dieser Art ändern sich. Wir wandeln hier über den Treibsand der Ideengeschichte und rätseln herum, was sich in ferner Vergangenheit hinter verschlossenen Türen abgespielt haben mag. Das aber hätte auch damals niemand wissen können, außer eben jenen Leuten, die selbst dabei waren. Und gerade diese Leute tragen hinterher erstens aus verschiedenen Gründen der Selbsterhaltung oder der Rücksichtnahme einen Maulkorb, zweitens können sie sich gar nicht mehr so genau erinnern oder verbrämen und verklären ihre Erlebnisse und ihre Untaten! , und drittens benutzen sie Informationen oft als eine Art veränderbares Gut: sie finden es nicht so wichtig, ob die Information wahr ist, sondern sind vor allem darauf bedacht, welche Wirkung sie haben wird.>

 

25.8.2007

Hier eine ganz nüchterne Thematik an einem genüsslich langsamen, etwas regnerischen Samstag: A short correspondence on German grammar (with a Norwegian translation colleague). Nur auf Englisch, aber gerade um diesen Gesichtspunkt geht es hier: Wie sieht ein Ausländer, in diesem Fall ein Norweger, die deutsche Grammatik? Und wie kann man sie erläutern, ohne dass es regelrecht unlogisch wird?

Nun, unsere schöne, wohldurchdachte deutsche Sprache lässt uns nicht im Stich.

Tja ... und falls es Sie mal nach dem Thema Sciencefiction-Militarismus gelüstet anders gesagt, nach einer reichhaltigen Aufklärung über die bereits eingetroffene Präsenz des Unfassbaren in der Waffentechnik, dann besuchen Sie doch einfach das SPACE AND ELECTRONIC WARFARE LEXICON, das höchst moderne Lexikon der Weltraum- und Elektronik-Kriegführung. Eine phantastische und äußerst gruselige Zusammenstellung von A bis Z!!! Da stehen dann, sobald Sie ins Detail gehen, viele tausend Kleinodien wie etwa das folgende: 

INSECT CYBORG - An insect having a mixture of organic and mechanical parts that could be used for military applications. Also called HYBRID INSECT MICROELECTROMECHANICAL SYSTEMS (HI-MEMS). NOTE: Microelectromechanical systems would be placed inside insects during the early stages of their metamorphosis to help control locomotion; the later stages of metamorphis would allow tissues to heal to form a reliable and stable tissue-machine interface. (a.a.O.)

Aha, also was da auf uns zukommt, ist eine „verlässliche, stabile Gewebe-Maschine-Schnittstelle” im Cyborg-Insekt, einem neumodischen Kerbtier, das zu militärischen Zwecken aus organischen und mechanischen Teilen zusammengesetzt ist! Die Forschungsbehörde des amerikanischen Verteidigungsministeriums, DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency), finanziert die Implantierung von mikroelektromechanischen Komponenten in Insekten, und zwar soll dies in den Übergängen der Entwicklungsstadien geschehen. Die künstlich aufgemotzten Biester sollen Umgebungsdaten aus ihrer Sensorplattform übertragen; man denkt an Gassensoren, Mikrofone oder auch Videokameras. DARPA hat drei Projektziele aufgestellt: Es geht um die Entwicklung einer bio-elektromechanischen Schnittstelle, einer Bewegungskontroll-Einheit und einer Energieversorgung durch das Tierchen. Mit diesen fliegenden oder krabbelnden und beispielsweise stachligen, spionierenden, hungrigen, infizierenden oder gasversprühenden „HI-MEMS” (das bedeutet: mikroelektromechanische Hybridinsekten-Systeme) wird man dann wohl im 21. oder 22. Jahrhundert einigen Ärger kriegen, es sei denn, wir werden endlich ein friedlicher Planet ... Die Notwendigkeit der Friedenserhaltung im weiteren Verlauf der Menschheitsgeschichte wird immer offensichtlicher. Zur Beschönigung des militärischen Hintergrunds heißt es freilich auch, das Projekt diene der biologischen Grundlagenforschung.

 

2.9.2007

Sieh da, die Anthroposophen geben sich mit ihrer spirituell erarbeiteten Geisteswissenschaft regelrecht streitbar, wenn sie folgendermaßen die Grundidee der Reinkarnation gegenüber der steifen Man-lebt-nur-einmal-Haltung der Katholiken herausarbeiten:

<Während die katholische Kirche die irdische Entwicklungsmöglichkeit der menschlichen Individualität über ein bestimmtes Erdenleben hinaus verleugnet und gewisse Persönlichkeiten auf ihrer in einer bestimmten Verkörperung erreichten Entwicklungsstufe fixieren möchte, indem sie sie zum Beispiel in dogmatischer Weise ein für allemal heilig spricht, rechnet die Geisteswissenschaft mit der realen Weiterentwicklung jeder Individualität durch aufeinanderfolgende Erdenleben hindurch. In Bezug auf die Frage nach der Entwicklungsfähigkeit des Menschen kann es wohl keinen größeren Gegensatz geben als den zwischen Jesuitismus und Geisteswissenschaft. Diese macht auf die unbegrenzten Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen aufmerksam; jener sucht ihn in den Käfig einer einzigen Erdenverkörperung einzusperren.> (Aus der anthroposophischen Zeitschrift Der Europäer, Dez./Jan. 2005/06, Artikel: Jesuitismus, Amerikanismus und Reinkarnation, Zum bevorstehenden Ignatiusjahr, http://www.perseus.ch/PDF-Dateien/Jesuitismus_0205.pdf)

Das war doch mal sehr auf den Kopf zu gesagt: Käfig!  Bei den Anthroposophen ist die PR-Abteilung wohl nicht gerade übervorsichtig ... Nun ja, in der Schweiz, da traut man sich ...

Frecherweise versteigt sich der Kontext, unter Berufung auf Steiners seherische Seh-Resultate, sogar auf eine karmische und Inkarnations-Abfolge von Loyola zu Swedenborg. Allein schon der Gedanke hebt ganz heftig die Endgültigkeitsempfindung der Katholiken aus den Angeln.

Ist ja auch irgendwie blöd, wenn nach einer einzigen kurzen Erdenreise schon das ganze ewige Schicksal entschieden und ad acta gelegt sein soll!

 

14.9.2007

Hier hätten wir eine hübsch weit gefasste, traditionelle deutsche Definition der Liebe:

Liebe: (philia, erôs, agapê, amor) ist die innige Sympathie mit einer Person, die Freude an der Gegenwart, Existenz, den Eigenschaften, dem Glücke dieser. Liebe ist dauerndes Wohlgefallen an etwas, es enthält Vorstellung, Lustgefühl, Wille, ist eine Neigung, ein Sich-hingezogen-fühlen zum geliebten Gegenstande, ein freudiges Gedenken an denselben (»Minne«). Es gibt verschiedene Arten der Liebe. Die sexuelle Liebe wurzelt im Geschlechtstriebe, entwickelt sich aber beim Culturmenschen zu einer geistigeren Form. Die sociale Liebe wurzelt in Gefühlen der Sympathie  für die Mitglieder der Gemeinschaft. Die religiöse Liebe ist freudige Hingebung an Gott. Mit ihr verwandt ist der »amor intellectualis Dei« der Philosophie; die philosophische Liebe ist ferner Liebe zum Forschen, zum Erkennen. Als metaphysisches Princip ist die Liebe die das All durchwaltende, alle Gegensätze immer wieder vereinigende synthetische Tendenz, als deren Ideal die Gottheit zu betrachten ist. (Rudolf Eisler, Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Berlin 1904, Bd. 1, S. 598-602. Wer in diesem Stil noch mehr darüber lesen will, schaut am besten in den Originaltext: http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Liebe.)

Inwieweit man all dieser Liebe teilhaftig wird, hängt sicher davon ab, wie viel man selbst davon zu geben bereit ist.

 

18.9.2007

Wollen oder Müssen? Und was hat diese Frage mit dem Faschismus zu tun?

Mit welchem Verschissmus? Datt is heude man gaa nich mehr so klaar.

Ein näheres Auf-den-Grund-Gehen zum Wesen des Faschismus (Rechts-, Links- und Globalisierungs-Faschismus) finden Sie in meiner eingehenden Untersuchung unter dem Titel Wir wollen, weil wir müssen (Zum Wesen des Faschismus). Diesen Text, dessen Grundgerüst aus dem Jahre 2002 stammt, grub ich heute genüsslich aus, polierte ihn ein bisschen auf, und dann vergingen noch anderthalb Stunden mit der säuberlichen Bildmanipulation meines einschlägigen Krokodils-Portraits (ebenda). 

Denn Sie wissen ja: Die Krokodile kommen. Es ist das Zeitalter des Leviathans, die große Geilheit der Reptilien-Partys und der Advent des Echsengewimmels.

 

22.9.2007

Dem oben (unter dem 18.9.2007) genannten Text über das Wesen des Faschismus habe ich in den ersten paar Absätzen heute noch sehr viel hinzugefügt. Irgendwie denkt man fünf Jahre später doch schon wieder um einiges anders. Zum Glück klarer!

Außerdem habe ich diese Woche zwei zukunftweisende technische Artikel für eine andere Website abgeschlossen: nämlich über Strahlungsenergie bzw. Raumenergie à la Tesla und Freie Energie nach Thomas Moray

 

24.9.2007

Schlottermann glaubt eigentlich, dass der Mensch sich zusammenreißen soll. Er weiß jedoch leider, dass auch er selbst Herr Schlottermann höchstpersönlich dem höchsten Standard der Hingabe und des Zähnezusammenbeißens keineswegs immer gerecht geworden ist, obwohl er sich redlich abgemüht hat. Gegen Ende seiner akribischen Laufbahn bescheinigte man ihm sogar, dass er die Wahrheit trotz seiner jahrzehntelangen Anstrengungen gar nicht hatte kapieren können, weil nämlich andere Leute so viele Fehler eingebaut hatten, dass selbige kostbare Wahrheit angeblich verhunzt und verschüttet war. Herr Schlottermann hat aber von der Wahrheit trotzdem eine ganze Menge mitgekriegt und sieht den blödsinnigen Exzessen der Zukunft mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen entgegen, insbesondere nachdem die Wahrheit nun, dem Vernehmen nach, in reiner Form vollständig feststeht. Außerdem ist von der Wahrheit sowieso immer nur die Menge zugänglich, die der Betreffende zum gegebenen Zeitpunkt verdauen kann und wirklich benutzen will, und mehr nicht.

Herr Schlottermann weiß daher, dass Wahrheit, Erfolg und Hingabe nicht zwingend eingefordert werden können; dazu fehlt sowohl ihm selbst als auch anderen Leuten die moralische Überlegenheit. Kritisch könnte man es so sehen: Schlottermann trödelt der Strafe entgegen. Na und? Die hat er wohl kaum verdient, die Strafe. Denn das Verdienthaben, liebe Mitwesen, ist sowieso eine etwas bescheuerte, rechthaberische Sicht der Dinge. Schlottermann stählt sich beim Spatenbier. Die können ihn alle mal kreuzweise!

Denn der wahre Verfechter der zärtlichen Liebe und höchsten himmlischen Humors begegnet dem düsteren Richtergelichter aus äußerst frustrierten Wächtergeschlechtern doch schlicht und einfach mit Kichergelächter.

 

29.9.2007

Hier mein neuester Artikel im Bereich Geschichte und Menschenrechte: Friedrich der Große - als Kind unterdrückt, als König ein Verfechter der Grundrechte und Was waren die wirklichen Ziele des Preußenkönigs Friedrich der Große? Außerdem habe ich die neuesten vier Seiten Text mit zusätzlichen Daten am Ende des Artikels Pierre Plantard und seine Merowinger gestrafft und überarbeitet, weil ich da seit August 2005 stückchenweise weitere Erkenntnisse hinzugefügt hatte. Solche Sammelsurien muss man ab und zu auf Vordermann bringen.

 

30.9.2007

Und hier das neueste Spottgedicht, das natürlich nur ganz entfernt etwas mit entblödeten Spinnenkanistern und Plauschangriffen im Räderwerkssalon Kreischberger zu tun hat:

Zwecksteinchen im Räderwerk.

Ultimatissimo könnte man hierzu noch sagen, dass alle übertriebenen Funktionalisten und Systemschützer, egal welcher Couleur, sich gern an die eigene Nase fassen dürfen, meine eigene schnippische Wenigkeit inklusive.

Und jetzt kriegen wir auch noch zu hören, dass der entblödete weißblaue Spinnenkanister demnächst wohl gar zum Kanisterpepsidenten befördert wird trotz seiner prestotantrischen Konfessionsschupohörigkeit. Da hört sich doch alles auf! Zählt denn das Ärmelhochkrempeln und ruppige Sektbekämpfen in diesem Freibierstaat derart zu den Kardinaltugenden, dass so ein grimmiger Status-quo-Philister gleich ins höchste Amt aufrücken muss?

 

1.10.2007

Und irrelevant, aber unverzichtbar: Paris Hilton liest ein Buch: Sun Tzu, Die Kunst des Krieges. Was soll das heißen? Heißt gar nix. Aber in dieser Pose sieht sie endlich mal eine Spur attraktiv aus. Sie übertrifft damit sogar eine Pornografin (oder sagt man Pornogräfin?) namens Dorina, die sich vor kurzem ebenfalls, im Auftakt ganz jugendfrei, in der bebrillten Lese-Pose ablichten ließ.

Das erinnert mich an eine Cartoon-Zeichnung von Robert Crumb, die an der Straßenecke Teglgårdstræde / Sankt Peders Stræde im Kopenhagener Altstadtviertel Nørre Kvarter (das auch als Latinerkvarteret, d.h. Studentenviertel, oder im Lokalslang als Pisserenden, d.h. Pissrinne, bezeichnet wird) am Eingang eines Sciencefiction- und Comics-Kellerladens zu hängen pflegte. In prangenden, bunten Farben: Der uralte, aber toppfitte Guru Mister Natural (Herr Natürlich) düst mit wehendem, langem Bart und weißem Nachthemd auf seinem Kinderroller durch die Straße. Aus dem Fenster schaut mit hoch zu Berge stehenden Haaren sein Möchtegern-Jünger, panisch erregt wie immer, eine Art chronischer Stadtneurotiker, und schreit dem unbekümmert vorüberfahrenden Guru eine verzweifelte, aber hoffnungslos verallgemeinerte Frage zu: Mister Natural, Mister Natural, what does it all mean?  Antwort-Sprechblase von Mister Natural, unbeeindruckt-nihilistisch: Don't mean shee-it!

Das eigentliche Wortspiel bleibt unübersetzbar. Herr Natürlich, Herr Natürlich, was hat es alles zu bedeuten? Antwort: Bedeutet keinen Schiii-itt. Bedeutet keinen Scheiß, oder eben auch kein sie-es!”  Um dieser Sache nun weiter nachzugehen, müsste man noch mehr spinnen, als ich sowieso schon spinne. Einen kleinen Hinweis bietet eine ähnliche Konversation von Herrn Natürlich mit seinem Beinahe-Anhänger, die folgendermaßen ablief: Herr Natürlich, ist Sex die Antwort? Herr Natürlich, lüstern und automatisch einer melonenbusigen, fettärschigen, stachelwadigen Passantin nachblickend, wie Robert Crumb sie mit Vorliebe zeichnete: Sex ist nicht die Antwort. Sex ist das Problem!

Don't mean shee-it!  kann also durchaus heißen: Bedeutet kein sie-es, denn um die Sinnfrage zu lösen, verfallen doch viele Männer darauf, eine Sie zu finden, mit der sie ein Es in die Welt setzen können; außerdem gibt es, wenn jenes ultimative Ziel der Fortpflanzung nicht angestrebt wird, immerhin die Möglichkeit, es unter prophylaktischen Bedingungen mit einer „Sie” dennoch zu treiben und hinterher die berühmte Frage zu stellen: „War es  für dich auch so schön wie für mich?”

Aber ich glaube, der Guru würde sich kranklachen, denn im Grunde hat er nur gemeint: Doesn't mean shit = hat nichts zu bedeuten: Einen tieferen Sinn gibt es nicht.

Dasselbe alberne Namens-Wortspiel wie bei Don't mean shee-it!  bietet uns übrigens der Name der Schauspielerin Jennifer Love Hewitt. Wenn man das phonetisch, also rein nach dem Wortklang auseinander nimmt, ergibt sich daraus Jennifer Love You-It , also ein halbwegs überzeugend gestottertes Jennifer Liebe Du-Es Da uns arme Menschen das etwas zu heftig konstruierte, im Grunde allzu profane und allzu mechanische Wunder der Sexualität sowieso häufig ins Stottern bringt, ist dieser Promi-Name doch durchaus sinnig. Noch simpler erscheint dieses primitiv-gurkige oder zucchinimäßige Ich-Du-Es-ah-ja-Stöhn-da-Ding in dem dänischen Klowand-Zotenspruch Hånd i hånd Den i hånd Hånd i den Den i den was ich hier mal ganz wertfrei und auf Kosten meines zweifelhaften Rufes übersetzen will, nämlich etwa so: Hand in Hand Ding in Hand Hand im Ding Ding im Ding, womit wir eine völlig überflüssige Gebrauchsanweisung für Dasda hätten. (Den [kurz ausgesprochen wie denn] ist ein dänisches Allerweltswort für es, der, die, das, dem, den, eben jenes bewusste Dingsbums, um das es gerade geht.)

Und ulkigerweise habe ich heute gerade einen Artikel übers Benzinsparen veröffentlicht: Der Hansen-Hybridmotor: Nur noch die Hälfte Spritverbrauch. Ich sage ulkigerweise, weil ich sowieso mein Leben lang nie ein Auto gefahren habe. Das reduziert den Spritverbrauch ungemein. Mister Natural würde sich freuen, außer er hat gerade seinen grausamen Rennfahrer-Widerlegungstag, an dem er wie wahnsinnig Auto fährt. Mir fällt gerade auf, dass sich das alles ziemlich besoffen anhört, aber ich bin in der Tat nüchtern. Und albern. Damit jedoch in guter Gesellschaft, denn auch Heidi Klum bezeichnete sich neulich als eher albern.

 

14.10.2007

Reichlich viel Arbeit dieser Tage. Sie wissen schon, die Sorte Arbeit, mit der man auf diesem profanen Planeten Geld verdient: Wirtschaftsanalysen zur Mehrwertsteuererhöhung, Planspiele für kontinentale Stromverteilernetze, Gebrauchsanweisungen für Subwoofer-Systeme und andere merkwürdige, hochkarätige Übersetzungsaufträge. Grauenhaft, oder zumindest extrem irrelevant, aber für eine gewisse Kapazität des Geistes doch ähnlich heilsam wie Mathematik oder Schachspielen. – Nun, wenigstens fiel mir heute mittag ein Musengroschen, als ich das Wort Äonen in einem deutschen Fremdwörterbuch von 1879 nachschlug, und dann auch im Wahrig von 1964. Ein faszinierendes und schönes Wort. Der Äon, erstaunlicherweise männlich, nicht sächlich, von griech. aion, ist eine lange oder gar unermessliche Zeitdauer, eine Ewigkeit oder doch zumindest ein Zeitalter oder Weltalter; jedoch verstanden die Gnostiker unter einem Äon auch ein böses schaffendes Wesen (Demiurgos) und ein gutes schaffendes Wesen (Christus).

Somit sind Äonen unermessliche Zeiträume (obwohl man Zeit und Raum nicht verwechseln sollte, aber man sagt so) oder Ewigkeiten (obwohl man Ewigkeiten freilich nicht aneinander reihen kann, sonst wären es keine Ewigkeiten; sie können aber sehr wohl ganz unabhängig voneinander existieren, nämlich in separaten Kontinua, die der Wissende durch Geistesblick aufsucht). Überraschend war für mich der Vermerk in Dr. Joh. Christ. Aug. Heyse's Fremdwörterbuch von 1879, der Ausdruck Äonen bezeichne biblisch auch das Reich der Geister und Vernunftwesen. Diesem Reich der Geister und Vernunftwesen gedächte ich nun sehr viel mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden, wenn ich nicht für den Rest des Tages eine längst überfällige Marktprognose für meine Kundschaft zu übersetzen hätte. Aber mit eben dieser fast unerträglichen Kontrapunktik ölt und orgelt man sich durchs Leben, so gut es halt geht. Zumindest eines klickerte dabei dennoch durch mein System und kam sogar als Ergebnis unten heraus, nämlich der oben erwähnte Musengroschen, in Form eines neuen Gedichts unter dem Zaubertitel Aus der Tiefe der Äonen. Viel Spaß dabei und bis bald.

 

15.10.2007

Ich weiß nicht, ob Richard Wagner seinen Wohnsitz Wahnfried nannte, weil er in Frieden vor dem Wahn anderer Leute leben wollte, oder weil er in Frieden seinen eigenen Wahn ausleben wollte. Ich denke mal, beides. In diesem sehr verständlichen Doppelsinne offeriere ich bescheiden mein Gedicht Wahnfried am Schandpfahl.

Und ich dachte schon, es reimt sich nichts auf verärgern, aber dann fiel mir doch was ein:

Auf den Bergen, auch den kärgern,

Wirst du niemanden verärgern,

Wenn du deinen Pimmel pullst

Und lustig in die Weite strullst.

So viel zur knabenhaften Erheiterung, obwohl der Duden behauptet, die Umlaut-Form kärger sei selten, man sage sonst karger. Das juckt mich nicht; es lebe der urdeutsche Umlaut!

 

20.10.2007

An einem müden Samstagnachmittag pfriemelt der Mensch gern in einer nichtexistenten Welt herum. Deshalb entpuppen sich heutzutage die faszinierendsten Fotos als beknackte Fälschungen.

Urteilen Sie selbst: Zigarren am Himmel: Das UFO-Phänomen

 

11.11.2007

An diesem Wochenende floss einiges zum Thema Menschenrechte aus meiner Feder: Warum sind Menschenrechte gerade in Europa so wichtig? Dieser Ansatz betrifft wichtige Voraussetzungen eines friedlichen Miteinanders der Menschen, gerade in Zeiten ethnischer und religiöser Vielfalt in vormals weitgehend homogenen Gesellschaften. Mit anderen Worten, ob's einem passt oder nicht: kein erfolgreiches Multikulti ohne Anerkennung der Menschenrechte!

 

18.11.2007

Ich glaube, als der Sex erfunden wurde, hat jemand ein bisschen übertrieben. Ganz so heftig hätte der Stachel im Fleisch nun auch wieder nicht sein müssen, bloß um sicherzustellen, dass wir uns fortpflanzen, oder? Die biochemisch-elektronische Intensität ist ja schon fast ein bisschen abschreckend und treibt auch die seltsamsten und traurigsten Blüten. Aber geben wir nicht immer dem einen und einzigen, allein auf weiter Flur stehenden Herrgott die Schuld! Und auch nicht dem vielbeschäftigten Oppositions-Popolithiker, dem Herrn Teufel! Denn als dieser köstliche, aber zwanghafte Schund mit dem überaus hartnäckigen Zeugezeug ausgeheckt wurde, werden wohl auch noch andere Leute beteiligt gewesen sein, womöglich sogar Sie und ich, Wilhelm und Sigmund und vielleicht auch Angelina und Beate, das scheint doch sehr naheliegend, oder??? Ein paar Gedanken zu diesem schwer wiegenden Thema habe ich ironischerweise unter dem Gedichttitel Das Fleisch im Geist auf den Bildschirm getupft.

Die alten Gnostiker und ein paar prähistorische Israelis sind übrigens nicht die einzigen, die je gewusst haben, dass hier Baumeister in der Mehrzahl am Werke waren.

 

6.12.2007

Da mir nicht übermäßig süßlich zumute ist, mache ich heute abend am besten den Nikolaus für die Verschwörungstheoretiker. Gegenwärtig scheint das Geldsystem aus den Fugen zu krachen. Wir haben uns alle – nicht alle, aber so einige – schon gefragt, wer in puncto Finanzen eigentlich weltweit die Fäden in der Hand hält. Ein kluger Mann namens Eustace Mullins hat die Antwort auf diese geheimnisvolle Frage wahrscheinlich am besten zusammengefasst; der einschlägige Paragraph seiner Schriften schreit geradezu danach, ins Deutsche übersetzt zu werden. Also bitte schön, denn es weihnachtet sehr: 

Die Finanzstruktur der Welt: "Die Finanzstruktur der Welt ist bei weitem keine unbekannte oder verborgene Organisation, sondern tatsächlich gut bekannt und klar bestimmbar. Sie besteht aus: 

• den bedeutenden Schweizer Banken; 

• den verbliebenen Teilen der alten venezianisch-genuesischen Achse des Bankwesens; 

• den Großen Fünf des Weltgetreidehandels; 

• dem britischen Kartell, dessen Mittelpunkt die Bank of England mit ihren konzessionierten Handelsbanken bildet, die ihre Geschäfte über die Rothschilds und die Oppenheimers tätigt und durch die Royal Bank of Canada und die Bank of Montreal unter ihren kanadischen Statthaltern, den Bronfmans, Belzbergs, Reichmanns und anderen Finanzakteuren, absolute Kontrolle über ihre kanadische Kolonie ausübt; 

• der kolonialen Struktur des Bankwesens in den USA, die über das Federal Reserve System durch die Bank of England beherrscht wird; 

• den konservativen, alteingesessenen Bostoner Familien, die ihr Vermögen im Opiumhandel aufgebaut haben, einschließlich der Delanos und anderer; 

• sowie der Rockefeller Bank, Chase Manhattan Bank, American Express, der gegenwärtigen Form der alten Rothschild-Vertreter in den USA, zu denen Kuhn, Loeb Company und Lehman Brothers gehören.

Es fällt auf, dass das Rockefeller-Syndikat auf der Liste der Finanzstruktur der Welt weit unten steht. Warum ist es dann so wichtig? Das Rockefeller-Syndikat ist zwar nicht der entscheidende Faktor bei finanziellen Beschlüssen in der westlichen Hemisphäre, aber es ist der eigentliche funktionelle Kontrollmechanismus der amerikanischen Kolonie. Die Rockefeller-Familie selbst, wie auch die Morgans, Schiffs und Warburgs, sind zur Bedeutungslosigkeit verblasst, aber der Mechanismus, der in ihrem Namen geschaffen wurde, ist äußerst vital, aktiv und äußerst kraftvoll und bewahrt noch immer sämtliche Funktionen, für die er organisiert wurde." (The Rockefeller Syndicate, Auszug aus dem Buch Murder by Injection: The Medical Conspiracy Against America, von Eustace Mullins, Kapitel 10; erschienen 1988; Hrsg.: The National Council for Medical Research, Staunton, Virginia, ISBN 0-88060-694-0)

Ziehen Sie sich das mal gründlich rein! Es ist, wie Sie sehen, keine simple Pipifax-Antwort! Beweisen kann ich es Ihnen nicht, denn manche Themen muss selbst ich wohl oder übel den Spezialisten überlassen! Aber wenn es nicht so ist, wie es hier beschrieben wurde – wie ist es dann wirklich? Wissen Sie's? Können Sie  es beweisen? Sitzen die wirklichen Krokodile mittlerweile in China? Würden Sie nicht meinen, dass die Antwort auf solche Fragen zur Allgemeinbildung gehören sollte? Dass sie in der Schule beigebracht werden sollte? Und wenn das nicht geschieht: warum nicht, sehr geehrte Frau Bundespanzerin? Oder wissen Sie  es, Herr Zweckstein? Oder wie war doch gleich der Name? Leckschrein? Streckbein? Zeckwein? Deckpein? Der Name will mir jetzt partout nicht einfallen ... Was sagen Sie? Nein, es war auf keinen Fall Stiersteiger, Schweinsreiter oder Katzenschwimmer. Es geht auch keineswegs um einen Fußballspieler, sondern ich denke da an ein bestimmtes kreischzwergerisch abgesegnetes Urgestein der blauweißen Haudrauf-Politik. Ist ja auch egal. Es ist ungefähr so wie bei Daryl van Horne, dem von Jack Nicholson glänzend gespielten, inkarnierten Teufel in dem Film „Die Hexen von Eastwick”. Niemand kann sich an den Namen erinnern, und auf seltsam eingeschüchterte Art sind alle ganz froh, dass ihn zunächst niemand ausspricht. Als jedoch der Name schließlich fällt, reißt er einiges mit sich in den Abgrund.

 

7.12.2007

Völlig unausrottbar: Der lästige, störrische, aufmüpfige, unsterbliche Geist als Geist an sich.

Trotz Fleisch.

Auf das „an sich” kommt es freilich an!

Daher eine neue Folge der Geistverherrlichung:

Der Geist im Fleisch. Reichlich viele schnoddrige Verse nach dem Motto: 

Wenn dich die Leere stört, schöpf aus dem Vollen!

Demnächst geht's weiter.

21.12.2007

Die oben unter dem Datum 6.12.2007 zitierte Darstellung der Finanzstruktur der Welt ist noch immer recht aktuell, obwohl sie schon 19 Jahre alt ist. In mindestens EINEM Punkt muss sie natürlich aktualisiert werden, denn jetzt hat CHINA kräftig aufgeholt. Es gibt dafür sehr viele Anzeichen, aber am eindrucksvollsten ist wohl die aktuelle Nachricht aus der WELT online vom 19.12.2007 unter der Überschrift Chinesen steigen bei Morgan Stanley ein. Demnach hat der chinesische Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) der US-Großbank Morgan Stanley eine gigantische Geldspritze zugesichert. Morgan Stanley wird als zweitgrößte US-Investmentbank bezeichnet, hat aber heuer durch die amerikanische Hypothekenkrise Milliardenverluste erlitten. China soll für fünf Milliarden Dollar knapp zehn Prozent an der Bank erwerben. Morgan Stanley ließ verlauten, eine Rolle in der Führung der Bank werde China nicht erhalten. (Ha, ha! Aber sicher doch einen gewissen Einfluss, oder ...? Oder was habt ihr ihnen sonst dafür versprechen müssen?) CIC erklärte, man setze auf das langfristige Wachstumspotenzial von Morgan Stanley. Morgan Stanley ist eine der drei Nachfolge-Firmen des von J. P. Morgan begründeten House of Morgan. Die Morgan-Dynastie war lange Zeit eng mit der oben erwähnten Rockefeller-Struktur verknüpft.

Nachdem diese Strukturen zu wackeln beginnen, erkennen wir den deutlichen Aufstieg Chinas auf den Finanzmärkten, der aber schon seit längerer Zeit vorbereitet wird. Außerdem sollte man die Araber nicht außer Acht lassen: Ende November 2007 hat das Emirat Abu Dhabi der ebenfalls schwer in die Krise geratenen Citigroup 7,5 Milliarden Dollar zugeschossen. Am 5.2.2004 war die Citigroup in der Süddeutschen Zeitung als weltgrößter Finanzdienstleister (!) bezeichnet worden.

Schaffen Sie am besten ein paar Goldbarren auf die Seite, oder kaufen Sie an einem unauffälligen, von schwer bewaffneten Vogelscheuchen bewachten Ort eine Gartenparzelle, um Gemüse anzubauen! Oder kaufen Sie, als doofe Brainstorming-Alternative, eine Reserve-Wohnung am Stadtrand von Beijing! (Falls Sie's noch derart dicke haben und nicht etwa schon durch Ihre gescheiterten Investitionen der letzten fünfzehn Jahre völlig ausgelutscht worden sind, ausgelutscht durch die Blutsauger des aufgeblasenen börsianischen Unrealitäten-Marktes.) 

Und nun zu etwas ganz anderem (?), nämlich zur Definition einer Geheimlehre, weil ich heute morgen gerade auf eine hübsch nüchterne Begriffsbestimmung stieß:

Geheimlehre (esoterische Lehre): eine Lehre, die nur Eingeweihten zugänglich ist und von diesen nicht weiter verbreitet werden darf. Als Geheimlehren galten z.B. die jüdische Kabbala, die griechischen Mysterien, die gnostischen Lehren. Heute sind Geheimlehren die Lehren der Freimaurer, Theosophen und Anthroposophen. (Philosophisches Wörterbuch, begr. v. Heinrich Schmidt, 14. Auflage, Alfred Kröner Verlag Stuttgart 1957) Steht da so.

Stört mich nicht im Geringsten, dass der Schinken 50 Jahre alt ist (fast so alt wie ich, wenn ich meine früheren Leben nicht mitrechne, kicher!). In diesen stillen alten Schmökern finden Sie wenigstens regelmäßig etwas Brauchbares, während Sie auf die schöne Bescherung warten. Indes und überhaupt, frohe Auweinachten! Immer schön auf den Au-Wein achten! So viel zur albernen Etymologie (Klärung der Wortherkunft).

Denn draußen auf der grünen Au

trink ich den Wein, den ich euch klau,

so trällerte das Rumpelstilzchen

auf einem bösen Fliegenpilzchen.

Völlig verrückt? Na, Gott sei dank!

26.12.2007

Genug gesoffen, geglotzt und sentimentalisiert; es wird Zeit für ein bisschen zweckfreie, aber anspruchsvolle Denkbeschäftigung, um Licht in die grauen Zellen zu bringen und ihrer völligen Ausschwärzung vorzubeugen. Hier hätten wir jedoch gleich ein interessantes Datum wider die ausufernde Denksucht selbst:

<C. G. Jung definiert Abstraktion als eine Geistestätigkeit, die einmalige, unvergleichliche oder individuelle Inhalte aus einer Verknüpfung wegzieht, differenziert. Wenn man zum Objekt abstrahierend eingestellt ist, wird versucht, sich des Objekts als einzigartigen Ganzen zu entledigen und das Interesse vom Objekt abzuziehen und auf das Subjekt zurückfließen zu lassen. Laut Jung ist Abstraktion eine Zurückziehung der Libido (= Energie) vom Objekt zum subjektiven abstrakten Inhalt, was einer Objektentwertung gleichkommt. Anders gesagt ist Abstraktion eine introvertierte Libidobewegung.> {Wikipedia unter „Abstraktion}

Die Hinwendung zu einer weitgehend vergeistigten Religion oder Philosophie, anstatt im wirklichen Leben zu handeln, wäre somit ein strategisches Beispiel für hartnäckige Abstraktion, nämlich „introvertierte Libidobewegung im Sinne der Jungschen Terminologie, ja tatsächlich eine Bemühung, sich der objektiven Realität zu entledigen, das Objekt zu entwerten und sich stattdessen auf intellektuelle Kategorien zu spezialisieren. Lustig wird es natürlich dann, wenn in religiösen oder philosophischen Schriften betont wird, man solle sich zur Welt aktiv hinwenden und öffnen, sie anerkennen und aufwerten, ja den einzelnen Menschen und die konkreten Situationen gar ausgesprochen wichtig nehmen und hilfreich in Ordnung bringen. Dann fragt es sich, wie lange der Studierende braucht, um sich wieder in die Welt hinausschicken zu lassen, oder ob er seine Introversion unbeirrt, kaltblütig und abstraktionssüchtig fortsetzt, bis er am Ende durchdreht, unbewusst und automatisch als Poltergeist in Erscheinung tritt oder zum Papst ernannt wird ... oder zumindest bei heruntergelassenen Jalousien bis zum Exitus so fortspinnt.

Andererseits hat sich auch jener Herr Jung sein Leben lang ernstlich introvertiert und auf Abstraktionen konzentriert, bis hin zur Erfindung märchenhafter Archetypen für das angebliche kollektive Unbewusste”. Und selbst aus Jungs überaus geistreichen Erörterungen zum Thema Abstraktion ist noch immer das Pathos der Psychoanalyse herauszulesen, die grundlegende Wirklichkeit liege letzten Endes in der Sexualität und überhaupt sei die materielle Welt die einzige, die es wirklich gibt. Was man aber nicht bumsen könne, das könne man abstrahieren, sprich sublimieren (das ist die These von der „introvertierten Libidobewegung), und genau wie bei Karl Marx und Sigmund Freud wird alles Geistige als bloßer Überbau oder schmählicher Rückzug diffamiert.

Aber in Wahrheit zeichnen sich selbst diese möchtegernbasalen Persönlichkeiten durch eine phantastische Fülle an geistigen Kreationen aus und tun sich trotz ihres Lippenbekenntnisses zum Materialismus durch die Erschaffung eines beeindruckenden Kaleidoskops, ja eines ganzen Universums schillernder Bilder und bunt orchestrierter Seelenwelten und Geschichtsversionen hervor. Wie können sie nachher behaupten, die einzig wahre Triebkraft wäre die Sehnsucht nach einem guten Fick oder einem heftigen, dreckigen Klassenkampf gewesen? Sie selbst beweisen doch auf Teufel komm raus, dass ihre größte Freude im Dasein das kunstvolle Beschmieren einer gigantischen geistigen Leinwand war, also ein schöpferischer Prozess in weiten Seelenräumen oder sogar die konkrete Beteiligung an einer göttlich zu nennenden Planungsebene.

 

28.12.2007

Eigentlich hatte ich gleich nach Weihnachten mit einem deutlichen Börsenkrach gerechnet, weil der Hochfinanz-Fernsehsender CNBC schon am 25.12. mit einer gründlichen dokumentarischen Aufwärmung des Börsenkrachs vom Oktober 1987 aufwartete und weil überhaupt die Zeichen an der Wand stehen. Stattdessen wurde am 27.12. erst noch die Ermordung der demokratischen Oppositionsführerin in Pakistan, Benazir Bhutto, dazwischengeschoben. Dieses bestürzende Ereignis liefert neue Sündenböcke und lässt die alten wieder in grellerem Licht erscheinen, noch bevor ihre Schuld überhaupt nachgewiesen ist. Unter den herrschenden Verhältnissen glaube ich nicht einmal an die Echtheit der prahlerischen, verantwortungslosen Selbstbezichtigungen diverser Terrorgrüppchen.

Man braucht wohl kaum den warnenden Hinweis auszusprechen, dass niemand je ins Paradies gelangt ist, indem er sich selbst und andere ganz grässlich, eklig und sinnlos in die Luft sprengte. Alle normalen Muslime wissen das. Noch dazu, wenn dabei so viele Unbeteiligte und sogar am laufenden Band die eigenen Glaubensbrüder zerfetzt werden! Lieblos ad absurdum und qualvoll frei von jeder Logik.

Muslime metzeln sich rücksichtslos nieder, und Christen prügeln sich würdelos im Allerheiligsten! Jawohl, Sie haben richtig gelesen, denn beinahe ebenso ominös, weil hinterhältig und bewusst entmutigend, scheint mir die kleine Nachricht über eine interkonfessionelle christliche Prügelei, die am Abend des 27.12. über den Bildschirm flimmerte. Da hieß es:

Bethlehem: Schlägerei unter Priestern

„Armenische und griechisch-orthodoxe Geistliche haben sich in der Geburtskirche in Bethlehem eine Schlägerei geliefert. 7 Menschen wurden verletzt. Auslöser war ein Streit über Reinigungsarbeiten. Die griechisch-orthodoxen Priester hatten auch in dem Teil der Kirche Leitern aufgestellt, den die Armenier kontrollieren, so ein Augenzeuge. Daraufhin gingen etwa 50 Geistliche mit Besen und Eisenstangen aufeinander los. Erst palästinensischen Polizisten gelang es, die Schlägerei zu beenden. Zwei Polizisten und 5 Priester mussten im Spital behandelt werden. (ORF 2 Europe, Text-TV, 27.12.2007)

Das sind erschreckende Inszenierungen, typisch für die Ernüchterung nach großen christlichen Festen. Während der Feiertage lässt man die Menschen ein bisschen dösen, saufen und herumduseln, als ob es nichts Übles auf der Welt gäbe und als ob niemand sein Bewusstsein zu schärfen und seine Verantwortung zu erhöhen bräuchte. Man lullt sie ein. Dann aber geht es mit großem Karacho wieder los, beinahe wie ein vorsätzliches, konzertiertes Strafgericht.

In manchen Jahren sind es angeblich Naturkatastrophen, die ausgerechnet am 26. Dezember hereinbrechen. Seit Nikola Tesla lässt sich allerdings die Existenz einer Erdbebenmaschine nicht ausschließen; googeln Sie ggf. nach „Tesla und „Erdbebenmaschine, wenn Sie um jeden Preis mehr darüber wissen müssen mir persönlich hängt der Tesla mit seiner maßlosen und weltfremden technischen Machbarkeit zum Hals heraus. Übrigens braucht man dazu nicht unbedingt eine Bebenmaschine, ein kleiner unterirdischer Atomtest tut's auch, der erschüttert die Kontinentalplatten und der Schock pflanzt sich unaufhaltsam fort.

Und dass sich diesmal zum fröhlichen Fest in Jesu Geburtskirche die Priester prügeln, hat gerade noch gefehlt. Das heißt nicht, dass wir weniger Religion bräuchten, sondern eine innigere, edlere, liebevollere und ehrlichere Religion im Sinne der großen Stifter und im Lichte des direkten Gottesbezuges einer jeden Einzelseele das wäre doch sehr wünschenswert.

 

 

 

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