Phantastische Heimatseite • Blog 20142017

  Die Welt als schillernde Vorstellung

 

21. Oktober 2017: Da kommt mir was spanisch vor ...

Blödmedium: Haben Sie wirklich den Putsch erklärt? Wie ist das jetzt?
Putschdämon: Oh ja, ich habe ihn deutlich erklärt. Und flugs auch wieder ausgesetzt.
Blödmedium: Finden Sie das nicht unausgegoren?
Putschdämon: Wir bleiben bestimmt nicht ungeschoren.
Blödmedium: Was soll diese hanebüchene Strategie?
Putschdämon: Das weiß man beim Separatismus doch nie!

Blödmedium: Wahrscheinlich fallen Sie auf den Steiß.

Putschdämon: Dann ist es ist gut, wenn niemand weiß, dass ich Rattenfänger heiß.
Blödmedium: In Ihrem Fall kommt bald die Polente.
Putschdämon: Das ist doch nur eine Zeitungsente.
Blödmedium: Alles zersplittert sich, treibt auseinander: Ist das die dem Zeitgeist gemäße Zentrifugalkraft?
Putschdämon: Ich trinke nur katatonischen Minimalsaft.
Blödmedium: Man sieht aber zahlreiche Separatisten, jodelnd und brüllend auf allen Pisten.
Putschdämon: Ich sehe da keine Salafisten.
Blödmedium: Das haben wir auch gar nicht gesagt! Sind Sie schwerhörig?
Putschdämon: Meinem Tinnitus sei's geklagt. Ich bin sogar sehr töricht.
Blödmedium: Wie wird man Sie los, nach Lug und Trug?
Putschdämon: Man knallt mir einen vor den Bug.
Blödmedium: Befürchten Sie keinen Bürgerkrieg?
Putschdämon: Ich glaube kaum, dass der Würger siegt.
Blödmedium: Ihre Chancen stehen schlecht.
Putschdämon: Dafür ist mein Hodensack absolut echt.

 

16. April 2017, Ostersonntag: Was ich schon länger auf den Punkt bringen wollte (hier in englischer und deutscher Version):

In the final analysis

Love does not really have a chance in a totalitarian environment. Loss is not part of the plan. Grief seems offensive in a system desperately trying to reassure itself that unwanted feelings are easily erased by scientific means. And so, Death must be hushed up and stubbornly ignored. Even the concept of Culture, never mind the lip service, is highly suspicious to those who wish to enforce a single source of wisdom and a monopoly upon any kind of meaningful statement. And in the same fashion, the values of marriage, parenthood, and the wonders of being a child are seen as a threat to the all-encompassing dogma. The actual ideal, especially if heart-felt, becomes obnoxious to those who trumpet their idealism. And so, it all goes by the boards and reality is the opposite of what was hoped for, regardless of decades of hard work. If you are lucky, the truth may strike you in a tearful dream, because daytime composure has been steeled to allow no lapse from the brave toughness of Utopia. May you rise like a Phoenix from the ashes of your demon-ridden salvation fantasy.

Letztendlich

Die Liebe hat in einer totalitären Umgebung kaum eine Chance. Verlust ist nicht Teil des Plans. Kummer erregt Anstoß in einem System, das sich verzweifelt auf die Hoffnung versteift, unerwünschte Gefühle ließen sich mit wissenschaftlichen Mitteln leicht ausradieren. So muss denn auch der Tod vertuscht und starrsinnig ignoriert werden. Selbst der Begriff der Kultur ist ungeachtet jeglicher Lippenbekenntnisse äußerst verdächtig in den Augen jener, die eine einzige Quelle aller Weisheit und ein Monopol auf jede Art sinnvolle Aussage durchsetzen wollen. Ebenso werden die Werte der Ehe, der Elternschaft und die wundersame Welt der Kindheit als Bedrohung fürs alles umgreifende Dogma aufgefasst. Das eigentliche Ideal, besonders wenn es von Herzen kommt, ist den Posaunenbläsern des Idealismus am Ende nur noch widerwärtig. Und so geht alles über Bord und die Wirklichkeit ist trotz Jahrzehnten harter Arbeit das Gegenteil dessen, was erhofft wurde. Wenn du Glück hast, erwischt dich die Wahrheit in einem tränenreichen Traum, denn tagsüber wahrt man die Fassung; man hat sich gestählt, keinerlei Riss in der tapferen Fassade der Utopie zu erlauben. Mögest du aufsteigen wie ein Phönix aus der Asche deiner dämonisch besessenen Erlösungsphantasie.

13. April 2017: Wenigstens eines hat die Propaganda-Abteilung Nordkoreas richtig erkannt: "Die törichten Manöver der Marionetten-Streitkräfte erinnern an ein Hündchen, das keine Furcht vor dem Tiger kennt." Gut gesagt! Das gilt nicht nur für die Südkoreaner, auf die der Spruch abzielte, sondern für sämtliche Aufmarsch-Beteiligten rund um die Welt. Tollkühne Marionetten sind sie alle miteinander. Übrigens scheint mir diese Art Weltuntergangs-Theater oder zumindest Propaganda-Festival, auch im Fernsehprogramm, zu Ostern oder Weihnachten nichts Neues zu sein. Man nutzt hierbei geschickt die religiösen Mythen und Stimmungsbilder von Tod und Auferstehung, Jüngstem Gericht und Erlösung durch Weltuntergang, um weihevoll im Namen der Pseudo-Demokratie, des Bären und des Tigers Opfer- und Todesbereitschaft einzufordern. Wollen wir nur hoffen, dass den rechthaberischen, lügenhaften und menschenverachtenden Regisseuren nicht irgendwann doch der kleine Finger ausrutscht, während sie diese Gehirnwäsche bei uns aufzufrischen versuchen.

Der Kern der Ewigen Weisheit

9. April 2017: Ich freue mich immer, wenn ein klarer Denker das Wesentliche verständlich auf den Punkt bringt. In diesem Fall ist es Aldous Huxley in seiner 1947 erschienenen Einleitung zur Bhagavadgita. Huxley schreibt:

Als Kern der Ewigen Weisheit finden wir vier grundlegende Lehren.

Erstens: die materielle Welt der Erscheinungen und des individuellen Bewusstseins – die Welt der Dinge, Tiere, Menschen und sogar der Götter – ist die Manifestation eines göttlichen Urgrundes, in dem alle einzelnen Realitäten ihr Dasein haben und ohne den sie nicht existieren würden.

Zweitens: die Menschen können nicht nur durch Schlussfolgerungen etwas über den Göttlichen Urgrund wissen, sondern sind fähig, seine Existenz durch unmittelbare Intuition zu erfahren, die über die Beweisführung des Verstandes erhaben ist. Diese unmittelbare Erfahrung lässt den Erkennenden eins werden mit dem Erkannten.

Drittens: der Mensch besitzt eine Doppelnatur, das in Erscheinung tretende Ich und das ewige Selbst, das den inneren Menschen ausmacht, den Geist, den Funken Göttlichkeit in der Seele. Verlangt es den Menschen danach, so hat er durchaus die Möglichkeit, seine Identität mit dem Geist festzustellen und ebenso auch mit dem Göttlichen Urgrund, der von derselben Wesensart ist wie der Geist.

Viertens: das Erdenleben des Menschen hat nur ein einziges Ziel: sich mit dem Ewigen Selbst zu identifizieren und somit zu einer vereinigenden Erkenntnis des Göttlichen Urgrundes zu kommen.

(Aldous Huxley, Einleitung zur Bhagavadgita: Gesang des Erhabenen [aus dem Sanskrit ins Englische übersetzt von Swami Prabhavananda und Christopher Isherwood, die Übersetzung ins Deutsche besorgte Ilse Krämer]. 5. Auflage, Freiburg im Breisgau, Bauer 1989; auf Englisch erschienen unter dem Titel The Song of God – Bhagavadgita. Zum Vergleich siehe auch Huxleys Text im Original.)

 

Matrix-Wahn und Realitätsverlust

26. März 2017: Manche Menschen verstehen sich, so könnte man sagen, auf plastischen Knutsch-, Zupack- und Rubbelkontakt mit der wirklichen Welt, und ich meine da bei weitem nicht bloß Sex, sondern auch Schaufeln, Baugerüste, Akku-Staubsauger, Kajakfahrten und Bergbesteigungen. Solche gesunden Tat- und Feststoff-Menschen, wenn der Terminus bei gleichzeitiger Seelen-, Geist- und Witz-Entfaltung entschuldbar ist, sind kein Publikum für Matrixfilmchen oder gar die Andeutung, die Dinge seien nicht wirklich die Dinge.

Meine "Matrix"-Assoziation angesichts der Kasseler Hbf-Überdachung (nächstes Foto unten, ein sehr rohes Muster) beruht darauf, dass in den gleichnamigen Filmen suggeriert wird, die Welt sei in Wirklichkeit nur ein Computerprogramm, das direkt in die Köpfe der Menschen eingespeist wird, während die wirklichen, körperlichen Menschen zu diesem Zweck in zahllosen Nährstoff-Tanks künstlich am Leben erhalten werden, und dahinter stünde bloß nackte, garstige Maschinentechnik. Alles, was die Menschlein erleben, spielt sich also nur in ihren aufgedunsenen Köpfen dort in den Tanks ab.

Unlogischerweise kommen einige besondere Geister trotzdem dahinter und schaffen die Rückkehr in die wirkliche, aber extrem ungemütliche Welt, die nur von Maschinen gelenkt wird. Die Maschinen beziehen idiotischerweise ihre Energie aus den Emotionen der eingemachten Menschlein, denen das Computerprogramm ein Leben vortäuscht, über das sie sich aufregen können. Als gäbe es keine besseren und effizienteren Energiequellen!

Die Matrix-Filme sind also nüchtern gesehen großer Schwachsinn, aber in einer völlig aus dem Lot geratenen, von quälendem Misstrauen überwucherten Welt ist so etwas eben "Kult" und wird reingezogen wie eine Droge. Man kann diese Story unter anderem als Analogie zu Angst- und Hass-Emotion fressenden Vampirseelen aus dem Weltraum oder aus interdimensionalen Alternativwelten verstehen. Außerirdische planetenbasierte oder im Orbit kreisende genetische Zuchtstationen mit Nährstofftank-Batterien für entführte Homo-sapiens-Exemplare oder pseudoreligiöse mentale Einpflanzungsstationen mit hypnotischen Bildschirm-Anlagen für im Jenseits herumirrende Seelen tun wahrscheinlich das Übrige, um bei solchen Filmen den Eindruck besonders genialer Hintergründigkeit und Gruseligkeit zu steigern.

Ich bin übrigens trotz mehrerer Versuche völlig außerstande, mir auch nur den ersten dieser Matrix-Filme mit seinen schrecklichen Realitätsentstellungen anzusehen, mir wird nach 20 bis 30 Minuten grundsätzlich übel und die Scheiße muss abgeschaltet werden.

So viel dazu.

 

Gleisüberdachung im Matrix-Stil: Kassel Hauptbahnhof

Zeitgeist-Figuren: Erdogan als Kalif und Schulz als Erlöser

24. März 2017: Im wilden Strom der Nachrichten traut man kaum noch seinen Augen und Ohren. Das Oberhaupt der Türkei, eines angeblich verbündeten Staates (NATO-Mitglied!), lässt sich zu gefährlichen Drohgebärden ganz generell gegen Europäer hinreißen?! „Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können“, deklamierte Erdogan am 22. März vor Journalisten in Ankara. Wir sind nicht ganz begriffsstutzig und wissen, dass er damit eine terroristische Drohung, wenn nicht gar einen bedingten Kampfaufruf ausgesprochen hat. Was will er denn genau tun, um eine solche Aggression zu verwirklichen? Terroristen finanzieren? Einen asymmetrischen Krieg führen? In unverhohlen zerstörerischer Absicht Flüchtlingsströme mit zahlreichen eingebetteten Dschihadisten auf uns loslassen? Einen Bürgerkrieg auslösen? Ungeachtet seiner eigenen Hexenjagd gegen Journalisten sagte er: "Wir als Türkei fordern Europa auf, die Menschenrechte und die Demokratie zu respektieren." Am Vortag hatte er die EU als "faschistisch" und "grausam" bezeichnet. Er selbst strebt eine Art paranoides Ermächtigungsgesetz für sich an und wirbt dafür hartnäckig auch auf europäischem Boden, wobei er die türkische Diaspora wohl zunehmend als Ausweitung seines Knebel-Territoriums versteht.

Am 23. März zeigte er im türkischen Fernsehen sture Unbeirrtheit: "Diktator, Diktator, Diktator nennen sie mich! Ihr sollt die Freiheit haben, Erdogan einen Diktator zu nennen, aber Erdogan soll nicht die Freiheit haben, Euch Faschist oder Nazi zu nennen? Entschuldigung, aber solange sie Erdogan einen Diktator nennen, werde ich sie weiterhin mit genau diesen Begriffen anreden. So einfach ist das!" Er will jetzt wohlweislich nicht mehr versuchen, vor dem Verfassungsreferendum nach Deutschland zu reisen. Aber für die Zeit nach dem 16. April hat Erdogan den Nerv, "viele Überraschungen" anzukündigen. Da sollten wir wohl lieber gut gerüstet sein, wenn dieser NATO-Partner uns Feuer unterm Arsch machen will, oder? Glaubt er bereits, die Rolle des Kalifen für ein künftiges muslimisches Imperium in Anspruch nehmen zu können? Darauf läuft die Propaganda-Strategie letztlich hinaus.

Am 17. März 2017 hat Erdogan die Türkinnen in Europa aufgefordert, fünf Kinder zu bekommen. Er setzt ausdrücklich auf starke Fortpflanzung als beste Antwort auf die angebliche Unhöflichkeit und Feindschaft, die den Türken in Europa begegnet. Früher rief Erdogan die türkischen Frauen dazu auf, mindestens drei Kinder zu bekommen. Wegen der nunmehr verschärften Lage hat er das Ziel auf fünf erhöht. Das ist die bislang nicht so lautstark vom hohen Katheder hinausposaunte muslimische Überwältigung Europas durch die Geburtenrate im Zeitalter der durch westliche Bombardierung vorangetriebenen Völkerwanderung.

Die Rechnung scheint mathematisch und bevölkerungspolitisch gut aufzugehen, zumal unsere Politiker verräterisch gut mit solchen Absichten kooperieren. Es liegt alles klar auf der Hand. "Habt fünf Kinder, nicht drei", sagt Erdogan jetzt zu den türkischen Frauen. "Ihr seid Europas Zukunft." Einige wollen das sicher gern hören. Es macht sie stolz. Man gönnt sich ja sonst nichts. So kann man sich auf eine glorreiche Zukunft freuen und das Gefühl der eigenen Wichtigkeit schon genüsslich vorkosten. Ich kenne so was. Und die Hohen Herren der Neuen Weltordnung, allen voran Amerikaner, Briten und Franzosen, unterstützt von Deutschen, Dänen, Russen usw., schmeißen jahrzehntelang möglichst viele Bomben auf den ganzen Gürtel von Libyen über Syrien, Irak, Jemen, Afghanistan, Pakistan und destabilisieren auf Teufel komm raus alles, was noch dazwischen liegt, nicht um Frieden zu bringen, sondern um hinterhältig und vorsätzlich eine Völkerwanderung in die eigenen Länder voranzutreiben, die nicht nur aus wohlbegründet Mitleid erweckenden, verzweifelten Flüchtlingen besteht, sondern zu einem Großteil auch aus wohlbegründet zornigen wehrtüchtigen Männern, die sodann, das Gemetzel noch im Kopf, beim nächsten Auslöser den Westen aufmischen werden, letztlich um alles so zu polarisieren und aufzuspalten, dass sich alle nur wütend hinüber und herüber anglühen und endlich mit Sprengstoffen bewerfen, alles im Chaos des künstlich erzeugten Zorns zwischen den Menschen und zwischen den Ethnien und Religionen, bis keiner mehr einen hinreichend klaren Kopf hat, um nach oben zu schauen, wo die Fadenzieher und die finanziellen, pseudoreligiösen oder medialen Kriegstreiber sich den Bauch halten vor Lachen, weil sie ihre eigenen Schäfchen dabei hübsch ins Trockene bringen. Irgendwo nach Uruguay oder Feuerland, schätze ich mal.

Aber wie um Diabolissimos willen, wie um alles in der verfluchten näherrückenden Sahara, während wir halbherzig den angehenden türkischen Diktator kritisieren, wie (!), frage ich, kann es eigentlich kruzihimmlersowjetpestilenzkotzig angehen, dass ein hohler, nichtssagender, gebetsmühlenartig "Gerechtigkeit" beschwörender Europopanz wie Martin Schulz auf Anhieb von 100 Prozent der Delegierten auf dem Sonderparteitag der SPD zum neuen Parteivorsitzenden gewählt wurde? Das war, wie die Huffington Post unanfechtbar kommentierte, "das beste Wahlergebnis eines SPD-Chefs der Nachkriegszeit". 100 Prozent, das hätten sich selbst Nazis und Kommunisten nie getraut. Keine einzige Gegenstimme? Kein Gegenkandidat? Wie kann das sein? Hier, meine Damen und Herren, hat die Gehirnwäsche zugeschlagen. Und der Rudelgeist, das Kollektiv. Die Menschen handeln als Schwarm, stecken sich gegenseitig an, bis niemand mehr in der Lage ist, eine eigene Meinung zu behaupten oder auch nur eine zu haben. Die Vorgabe der Medien und der Marionettenspieler setzt sich total durch. Eigentlich extrem merkwürdig, denn in Esoteriker-Kreisen wird ebenso begeistert vom großen "Awakening" geschwärmt, der mystisch und interstellar vorangetriebenen Erweckung, die angeblich das prägende Kennzeichen unserer Zeit ist. An den GroKo-geschädigten Parteitagsdelegierten der SPD scheint dieser Paradigmenwechsel bislang spurlos vorbeigegangen zu sein.

Was um alles in der Welt hat dieser Herr Schulz in seinem Leben bislang konkret geleistet, dass derart große, geradezu religiös verbrämte Hoffnungen in ihn gesetzt werden? Welche nennbaren, messbaren Fortschritte hat er unserer Welt gebracht? Oder ist er ein Trojanisches Pferd, das uns die EU-Bürokraten hereingeschmuggelt haben, damit er von Deutschland aus und vermutlich auf deutsche Kosten den EU-Karren herumreißt, sobald er an der Macht ist? Ich fürchte, wohl eher das Letztere.

Undurchsichtig bleiben die konkreten Zuwanderungszahlen. Nach dem Stand vom 31. Dezember 2016 lebten in Deutschland 556.499 Ausländer, deren Asylanträge bereits rechtskräftig abgelehnt wurden. Die allermeisten von ihnen (404.000) sind schon länger als sechs Jahre hier. Diese Zahlen werden vom Berlin Journal unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Fraktion zitiert. Die Information deutet also darauf hin, dass man die Leute, sobald sie es erst einmal über die Grenze geschafft haben, nach Ablehnung des Asylantrags nicht effektiv wieder loswerden kann. 46,1 Prozent der abgelehnten Asylbewerber im obigen Kontext haben bereits eine Niederlassungserlaubnis und dürfen somit dauerhaft bleiben. Weitere 34,5 Prozent der abgelehnten Asylbewerber haben schon ein befristetes Aufenthaltsrecht. Ein knappes Fünftel der oben genannten 556.499 abgelehnten Asylbewerber, das sind in konkreten Zahlen 107.961, haben kein Aufenthaltsrecht und sind ausreisepflichtig. Auch Ausreisepflichtige dürfen jedoch, sobald sie eine Duldung erhalten haben, in Deutschland bleiben. (In welchen dieser Gruppen sich die ca. 1,4 Millionen während der letzten zwei Jahre Zugewanderten heute befinden, geht aus der obigen Statistik überhaupt nicht hervor.) Linke Chaoten, wohl eigentlich Anarchisten oder staatlich geförderte Antifa, ziehen unterdessen durch unsere Straßen und fordern "Bleiberecht für alle" (was unter den Umständen wohl einfach die normative Kraft des Faktischen ist, weil die Aussortierung absichtlich eine Farce bleibt und diese Farce als solche offenbar Bleiberecht genießt) und "No borders, no nations!" ("Keine Grenzen, keine Nationen!" – womit sich der Sozialismus am Ende freilich selbst ad absurdum führt: Pleitegeier für alle, also Armut zu importieren statt Wohlstand zu exportieren). Auch Schulzes SPD will es nicht anders machen, sondern die Familiennachholung für all diejenigen syrischen "Flüchtlinge" beschleunigen, die laut Genfer Konvention keine Flüchtlinge sind und keinen Asylanspruch haben. Und Juso-Chefin Johanna Uekermann erklärt, die Jusos seien für ein globales Recht auf Migration. Möge der Rechtsstaat ruhig zerbröseln und die freiheitliche Kultur des Abendlands untergehen, etwas anderes lässt sich aus diesem weltfremden Slogan wohl nicht folgern.

Sahra Wagenknecht mischt sich immerhin auf vernünftige Weise in die Diskussion um Erdogans Provokationen. "Wer mit einer Diktatur, die Tausende Oppositionelle und auch den deutschen Journalisten Deniz Yücel ins Gefängnis wirft, weiterhin eng kooperiert, macht sich an den Verbrechen Erdogans mitschuldig", sagte sie der WirtschaftsWoche. Von der Bundesregierung forderte sie einen harten Kurs gegenüber Erdogan. "Es braucht einen generellen Stopp deutscher Rüstungsexporte in die Türkei, nicht nur die Untersagung einzelner Lieferungen." Außerdem müsse man den geplanten Bau der Panzerfabrik von Rheinmetall in der Türkei verhindern. Die Bundesregierung solle auch alles dafür tun, weitere Finanzhilfen für Erdogan zu stoppen. Im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen fließen nämlich Jahr für Jahr hunderte Millionen Euro nach Ankara. Damit müsse Schluss sein. Bravo! Wir sind ja schön doof, wenn wir diesen Mann trotz seiner Drohgebärden auch noch aufrüsten.

Weiterer empfehlenswerter Lesestoff zum Thema Erdogan/Türkei:

Dr. Andreas Unterberger: Wenn das nicht Terrorismus ist, was dann? vom 30.03.2017

Dr. Andreas Unterberger: Auf in die neuen Religionskriege vom 27.03.2017

 

6. März 2017: Der verwünschte Gekrächzpartner ist zur Zeit nicht erweichbar.

18. Februar 2017: Unten ein sehr passendes Bildchen für die heutige Zeit, passend auch fürs aktuelle Lebensgefühl "über 60": ein Kupferstich von Martin Schongauer, "Der Heilige Antonius, von Dämonen gepeinigt". Ja, man kann sich noch so edel wähnen und noch so heilig-asketisch gebärden, sich mühen und plagen um Tugend und Magen, all diese seltsamen Kletten-Geister kommen dennoch geflogen auf den Schwingen galaktischer Abschaum-Transporte und virtuell durchs weltweite Spinnernetz und kneifen und piesacken, was das Zeug hält. Man übe sich dennoch in Gleichmut und brate sie alle mit ruhigem Blick.

4. Februar 2017: Diesen Link füge ich fürs Erste unkommentiert hier ein, weil man sich dort auch sehr gut weiter informieren kann: Boko Haram und der Tschadsee: warum 2,7 Millionen Afrikaner auf der Flucht leben.

Jesus und der Osterhase

24. Januar 2017: Wenig Zeit in spannenden Zeiten. Stichworte: Jesus und der Osterhase. Oder umgekehrt: Trump und die Geistlichen. In diesem Bild wäre Trump der knallbunte heidnische Osterhase, beweihräuchert und offiziell abgesegnet: Es erschienen fünf religiöse Redner bei der Amtseinsetzung – zwei vorher und drei nachher! Dem Anschein nach vier christliche, ein jüdischer. Programmgerecht natürlich kein islamischer. Machtwechsel als Gottesdienst? Übertriebene Weihe. Der Geist des Schwarms allerorten. Washington DC hat zu 80% Hillary-Wähler, also wen wundert's, wenn die Stadt überkocht? Begreifliche Enttäuschung der Feministen: nun doch wieder ein Mann am Ruder! (Frau wäre mir genauso recht, aber nicht um jeden Preis; nicht eine kriegsgeile lebenslange Illuminaten-Marionette.) "Demokraten", die sich mit einem unzweideutigen Wahlergebnis nicht zufrieden geben können. Madonna verantwortungslos in öffentlicher Rede, sie habe hektisch darüber nachgedacht, das Weiße Haus in die Luft zu sprengen. Aber "es würde ja nichts ändern". Ist dieses amoralische Argument etwa der einzige Grund, es nicht zu tun?

Madonna wörtlich in ihrer Rede, vom lautesten Anti-Trump-Medium CNN zitiert: "Yes, I'm angry. Yes, I am outraged. Yes, I have thought an awful lot about blowing up the White House," Madonna said. "But I know that this won't change anything. We cannot fall into despair." Ja, Menschenskind, das klingt für mich nicht nach stabiler Demokratie. Freiheitlich-demokratische Grundordnung oder Liebäugelei mit der Gewalt? CNN wiegelt ab, sie hätte nur versucht, "sich Ausdruck zu verleihen". Das ginge möglicherweise noch als Rechtfertigung der Künstlerin durch, aber sie betätigte sich hier ja als Politikerin inmitten einer Revolte. Zu ihrer Entschuldigung führt sie an, dass sie Gewalt nicht gutheiße, dass ihre Bemerkung aus dem Kontext gerissen zitiert wurde und dass sie ihre Rede mit dem Satz begonnen hatte: "I want to start a revolution of love." Aus Wut heraus zu handeln löse nichts. Der einzige Weg zu positiven Veränderungen bestehe darin, im Geist der Liebe zu handeln. Sagt sie hinterher. – Scarlett Johansson kam überraschend ebenfalls auf die Bühne, jedoch mit sachlich begründetem Zorn. Man vergesse nicht, dass diese Leute übermäßig angehimmelte Schauspieler sind, die ihr Gewicht sodann in eine andere Waagschale werfen. Das Recht haben sie, aber der Zuschauer möge einen klaren Kopf behalten.

Trump-Beraterin Kellyann Conway redet von "alternativen Fakten" in der Frage der (hoffentlich) optisch belegbaren Teilnehmerzahl bei "Inauguration" und Massenprotesten: berechtigte Empörung im deutschen TV, so etwas gebe es nicht, es gebe nur die Fakten. Das meine ich heutzutage auch, alles andere ist im öffentlichen Bereich als Realitätsverdrehung und Wirklichkeitsrelativierung abzulehnen. Selbst wenn wir uns einer "objektiven Wahrheit" nur annähern können, müssen wir doch weiterhin um der Vernunft willen davon ausgehen, dass sie als erstrebenswertes Ideal in einem höheren Fluidum existiert. Stattdessen sehen wir Massenphänomene. Der Schwarm schwärmt. Periodizität der Ereignisse, weihevolle Wiederkehr. Versammlungslust. Erhöhte Lebensschwingung, Aufgeregtheit, Sprengungsgequatsche. Und oben im Olymp? Da geht es nun mit Milliardären gegen das Establishment, wie? Wer kommt auf Minister- und Berater-Posten? Gattungs-Angelegenheiten dominieren. Identifizierung mit der Nation in Ermangelung persönlicher Erfolgsaussichten. Populisten im Aufwind. TTIP-Gegner absurderweise verärgert (!) über Trump trotz seiner Stornierung der Freihandelsverträge. (Häh?) Trump selbst bleibt extrem widersprüchlich zwischen dem Willen zur militärischen "Größe" und dem erklärten Ziel der Nichteinmischung. Donner und Gloria. Bei uns derweilen Höcke-Sturm in der Petry-Schale. (Das reicht jetzt erst einmal. Man vergesse nicht, in Ruhe zu frühstücken.)

Zecken würden auf Untergang setzen, aber so sind eben Zecken

20. Januar 2017, 13 Uhr: Alles überschattend oder überstrahlend heute die Amtseinsetzung von Donald Trump. Na gut, in Washington DC haben wir gerade erst sieben Uhr morgens. Und Feindesmund tut nicht unbedingt Wahrheit kund. Interessant ist allerdings die gestrige Nörgelei des international engagierten "Star-Investors" (sprich Ober-Vampirs) George Soros bei einem Dinner im Davoser Seehotel. Soros, selbsternannter weltweiter Verbreiter der freiheitlichen Grundordnung (um jeden Preis, wie man z.B. in der Ukraine sieht), in Davos über Trump: "Ich bin davon überzeugt, dass er scheitern wird." Mit bewaffnender Ehrlichkeit setzt er hinzu: "Und ich hätte gerne, dass er scheitert." Das ist ja nett. Wenn Soros den Mund aufmacht, ist stets sein Wunsch der Vater des Gedankens. Hier gibt er es unumwunden zu. Denn welche empörende Unbill ist ihm widerfahren? Soros hat gerade eine Milliarde Dollar verloren, weil er irrtümlich auf einen Börsenabschwung durch den Schock der Trump-Wahl gesetzt hatte. Soros prophezeit jetzt einen baldigen Absturz am Aktienmarkt. (Weil er es so will, warum auch sonst! Weil es seinem Entenhausener Geldspeicher gut täte.) 86 Jahre alt und dem Teufel treu wie kaum einer. "Die EU steckt mitten in der Auflösung", behauptet Soros. Sie sei zu kompliziert geworden; die Menschen hätten sich von ihr entfremdet. Und um den Untergang, auf den er sicherlich selbst gewettet hat, zu beschleunigen, beschwört er als Herzenswunsch das angeblich Unvermeidliche: "Wenn die EU zusammenbricht, wird das sehr schlimme Folgen haben." So ein Miesepeter! (Mehr dazu im heutigen Handelsblatt-Artikel über George Soros)

Wahrheit war gestern

18. Januar 2017: Wir müssen uns wundern über die konzertierte (gemeinschaftlich orchestrierte) Propaganda, dass wir in einer "postfaktischen" Gesellschaft leben. Seltsamerweise haben nämlich auch die Oxford Dictionaries ein "internationales Wort des Jahres" für 2016 gewählt, und dieses Wort lautet "post-truth", also sozusagen "nachwahrheitlich", oder lateinisch wäre es wohl "post veritatem". Es ist ungefähr dieselbe Idee, "postfaktisch", und man fragt sich, wer diese sprachliche Gehirnwäsche eigentlich koordiniert. Ein gewisser Karl Rove, der bis zum 31. August 2007 stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses war, als Parteistratege und politischer Berater der Republikanischen Partei in den USA fungierte und sich als einer der wichtigsten Berater von George W. Bush hervortat, brachte schon 2004 die unverschämte Behauptung über die Lippen: "Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, schaffen wir damit unsere eigene Realität. Und während ihr diese Realität studiert – und euch selbstverständlich kluge Gedanken dazu macht –, werden wir bereits erneut handeln und damit andere neue Realitäten schaffen, die ihr dann ebenfalls studieren könnt, und so wird sich das zusammenfügen. Wir sind die Akteure der Geschichte ... und ihr, ihr alle, werdet bloß noch studieren können, was wir tun." Ja, das ist eigentlich diabolisch – die "Realität" wird von vornherein als manipulierbar dargestellt, als ein künstlich produzierter Konsens, beliebig knetbar in den Händen der Machthaber. Der zwielichtige Mr. Rove wird wohl gewusst haben, wovon er sprach. Vielleicht nach Einnahme eines kleinen Wahrheits-Schnäpschens?

Es ist ein schamloser Angriff auf das Konzept der objektiven Wahrheit, das ich altmodischerweise und trotz all der philosophischen Spitzfindigkeiten der Relativisten immer noch aufrechterhalten würde. Aber mit Macht werden Fakten geschaffen und propagandistisch durchgesetzt, und die klugen Analysten bleiben bei diesem Tempo und diesem Grad an Überwältigung weit zurück, hinterdrein hustend in der Staubfahne des faktenschaffenden, faktendiktierenden imperialen Streitwagens. Natürlich gibt es immer noch real existierende Fakten, aber die Auswahlbefugnis und die Deutungshoheit liegen eisern bei denjenigen, denen die Mittel zur Durchsetzung gegeben sind, und die Wahrheit bleibt auf der Strecke. Nun ja, genau das wird mit dem englischen Ausdruck "post-truth", den ich im Übrigen noch nie gehört hatte, etwas treffender ausgedrückt. Damit hätte ich mir mein Quentchen kluge Gedanken gemacht, und die Faktenmacher sind inzwischen schon wieder weltweit am Werk gewesen. (Als Anregung zu den obigen Zeilen, insbesondere als Quelle des Rove-Zitats, diente der Artikel 2016 – How Truth was Destroyed ... So You'd Buy the Government's Propaganda.)

Übrigens bekommt meine Website momentan überall Löcher, beginnend bei der vollbusigen Blondine Ivanka Trump, weil einige Abbildungen auf mysteriöse Weise verschwinden, mit der Begründung, sie könnten nicht gefunden werden. Zunächst hielt ich das für Auswirkungen einer Infektion meines eigenen Computers, aber es stellte sich heraus, dass das gleiche Problem an verschiedenen Geräten und mit verschiedenen Browser-Programmen auch bei einem Leser in München auftrat, allerdings traten bei ihm die "Löcher" an anderen Stellen auf als bei mir, und je nach Zugriffsmethode waren unterschiedliche Bilder betroffen. Bei meinem Web-Host (Webs.com) in Silver Spring, Maryland, USA sind die betreffenden Bilddateien jedoch weiterhin alle gespeichert. Und das Phänomen wechselt auf unvorhersagbare und unbeeinflussbare Weise. Das ist wieder einmal eine dieser mysteriösen Auslieferungen an die Technik (oder an die automatisierte Sabotage), die viel Zeit verschwenden und ein Gefühl der Ohnmacht hervorrufen. Man hat auch keine Lust, sich ausgiebig mit diesem Quatsch zu befassen, und verlässt sich darauf, dass im gigantischen Krieg der Algorithmen am Ende wieder die Ordnung siegt (oder all das Überflüssig-Künstliche den Bach runtergeht, sodass wir wieder in die Nähe sehen lernen).

Statt Wundern jetzt nur noch "Machttaten"?

14. Januar 2017: Hier gibt es Stoff zum Nachdenken, und wer Ohren hat zu hören, der denke nach: Das Wort "Wunder" wird in der neuen katholischen Einheitsübersetzung der Bibel jetzt durch das Wort "Machttaten" ersetzt.

Im Prinzip ist das ein Schritt auf dem Weg zur globalen Einheitsreligion der "Neuen Weltordnung" (NWO), weil der Ausdruck "Machttaten" ganz gut ins Konzept des Islam passen würde, besonders gut auch in die Denkwelt der Esoteriker und New-Age-Leute, wunderbar sogar in das "Star-Wars"-Universum (Möge die Macht/Kraft mit Dir sein), bemerkenswert gut auch in die übermenschlichen Versuchungen gewisser sektiererischer Seelen-Ingenieure (deren Name bekanntlich nicht genannt werden darf), in die Sehnsüchte mancher Rosenkreuzer und Kabbalisten wohl sowieso, und – wie ein Forumskommentator im Internet anmerkte – dieses Konzept passt sogar zu Hitler, denn auch Hitler hätte sehr wohl "Machttaten" vollbracht, aber bestimmt keine Wunder.

Die Gesamttendenz geht, ob man das nun erfreulich findet oder nicht, ins LUZIFERISCHE. Ich habe das noch nicht ganz ausgelotet, aber Ernst Jünger bringt in seinen Tagebüchern die bemerkenswerte Aussage eines Theologen, die ihm zugetragen wurde: Das Böse erscheint immer zunächst als Luzifer, um sich dann in Diabolos zu verwandeln und als Satanas zu endigen. Jünger kommentiert: "Das ist die Reihe vom Lichtbringer über den Spaltenden bis zum Vernichter ..." (Tagebucheintrag in Paris, 4. Januar 1942)

Da ist auf jeden Fall was dran. Luzifer – der Name bedeutet "Lichtträger, Lichtbringer" – repräsentiert die Aufklärung und die Eigenverantwortung des Menschen, die Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit und die rationale, wissenschaftliche Bestrebung, mit menschlichen Mitteln die Welt und das Leben zu verbessern. Also eigentlich etwas Positives: das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und WISSEN zu erlangen (was laut biblischer Schöpfungsgeschichte äußerst verpönt ist, denn gläubige und demütige Schafe sollt ihr sein, keine Erkenntnisfinder; das besagt die Geschichte vom Apfel und der Schlange).

Der Befreiungsakt scheint ganz sinnvoll zu sein, und für praktische Zwecke ist er das auch (z.B. nach dem Motto "Hilf dir selbst, so hilft dir Gott"), aber sehr bald wandelt sich der Aufstieg des Menschen in eine Form von Hybris (Einbildung, Anmaßung, Überheblichkeit) und nimmt, wenn er gottgleich werden und alles kontrollieren möchte, ausgesprochen teuflische Züge an. Und wenn der Teufel (Diabolos) sich eine Weile austoben durfte, mit Unverschämtheiten, Obszönitäten, Betrügereien, Giftmüll, falschen Belohnungen und ungerechten Strafen, kommt schließlich das Satanisch-Böse ans Ruder. Die eiskalte Schinderei nimmt ihren Lauf. Lord Voldemort übernimmt die Zauberschule und verbietet das Zaubern, das doch gestern noch so lustig schien. Das Bargeld wird abgeschafft und alle kommen in die eiserne Zwangsjacke des Superstaats und der allgegenwärtigen Überwachung. Die namentliche Erwähnung finsterer Mächte und Machthaber wird allzu gefährlich. Vielleicht kommt ein falscher Messias; vielleicht ist er schon da. Liebe wird als Schwerverbrechen klassifiziert. Die Majestätische Küchenschabe erklärt alle hilfsbereiten Menschen zu Ungeziefer.

Also: Nichts gegen menschliche Wissenschaft, überlebensförderliche Technik und freies Denken. Ich bin weiterhin dafür! Mehr Licht! Aber man sei, so seltsam es klingt, auf der Hut, denn das Teuflische folgt allzu leicht nach und am Ende haben wir, inzwischen leicht erkennbar, die pure Bosheit vor uns. Und siehe da, Wunder sind nun angeblich passé. Gottes Erhabenheit erscheint nicht länger im liebenden, heiligen, zarten Aufleuchten außergewöhnlicher Heilungen und Hilfestellungen, sondern zumindest dem Klang nach in brachialen "Machttaten". Wird hier frevlerisch der Gott als Ebenbild des selbstherrlichen Menschen in den Raum gestellt?

Die Hohe Kunst bestünde darin, konsequent bei der Aufklärung und Eigenverantwortung zu bleiben und diese Qualitäten durch Anstand, Humanismus und persönliche Gottbezogenheit in Bescheidenheit zu ergänzen, damit das Ganze nicht in die Katastrophe abrutscht. Darum ging es eigentlich bei Goethes Faust, und der Dr. Faustus wurde mit mehreren Kunstgriffen aus der Schlinge gezogen – am Ende zog wenigstens "das ewig Weibliche" ihn hinan. In dem Thema steckt immer eine gehörige Portion Ironie. Aber deshalb bitte nicht zynisch werden! Bewahren wir uns den Humor, auch wenn definitiv mehr dahintersteckt als nur geistige Konstrukte.

 

Im Westen nicht viel Neues

13. Januar 2017: Trump, Trump und nochmals Trump: Seit Menschengedenken gab es in der Phase der Amtsübergabe zwischen US-Präsidentenwahl und Amtseinführung wohl noch nie einen solchen Krach, so viele Anfeindungen, geheimdienstliche Propagandachöre, Gehässigkeiten aus den Medien und lächerliche, würdelose, undiplomatische oder gar äußerst bedenkliche Zwitschersprüche des designierten neuen Präsidenten selbst. Ein aufgemotzter Clown, ein Dämon sicherlich, nur gewählt, weil die Gegenkandidatin tatsächlich noch dämonischere Qualitäten aufwies und eine bedingungslose Hingabe an das mitleidlose, machtgierige, kriegerisch aufrüstende Establishment verkörperte, und weil sie unser aller etwaigen Untergang mit noch größerer Wahrscheinlichkeit hätte heraufbeschwören lassen.

Dabei ist Trump nicht einmal durch ein Übergewicht der abgegebenen Stimmen gewählt worden, sondern gewissermaßen von der großen Fläche des Landes, deren Bewohner sich gegen die eher nach links orientierten städtischen Intellektuellen in den Küstenregionen polarisieren ließen und dem Establishment einen Schlag ins Gesicht verpassen wollten. Hinzu kommt die eigentümliche Schieflage, die durch das Superhelden-Prinzip des Wahlsystems, "The winner takes it all", verursacht wird, sodass gewöhnlich ein paar bevölkerungsreiche, besonders umkämpfte Staaten den Ausschlag geben. Warum man das eigentlich so macht, leuchtet nicht ein; sämtliche Wahlmänner eines Bundesstaates werden losgeschickt, um für den Sieger der Abstimmung in ihrem Bundesstaat zu stimmen, egal wie knapp die Entscheidung dort jeweils ausging. Da der US-Präsident direkt vom Volke gewählt wird, müsste man eigentlich ohne Rücksicht auf solche Spielchen direkt von der landesweiten Anzahl der Stimmen ausgehen dürfen. Dann hätte Frau Clinton die Wahl gewonnen, denn ihr Volksvotum lag tatsächlich um fast 2,9 Millionen Stimmen höher als das von Herrn Trump: nach offiziellem Wahlergebnis erhielt sie 65.844.954 (48,2%) Stimmen gegenüber Trumps 62.979.879 (46,1%). Das sollte man immerhin wissen. Die Spielregeln sind freilich die Spielregeln, und damit basta; es ist aber kein Wunder, dass sich gegen Trump auch nach der offiziellen Auszählung noch so viel Widerstand manifestiert. In der Sache ähnlich frustrierend wie Hillary Clinton unterlag vor 16 Jahren Al Gore gegen George W. Bush, wenn auch "nur" trotz eines Übergewichts von einer halben Million Stimmen (0,5%). Nun gut, darüber könnte man sich mokieren, aber in Deutschland wird der Regierungschef ja auch nicht durch ein direktes Votum bestimmt, sondern stellvertretend durch die Konstellation und den weitgehenden Fraktionszwang der Abgeordneten, sodass jahrzehntelang die FDP gewohnheitsmäßig das Zünglein an der Waage bildete und durch Wechsel des Koalitionspartners die Machtfrage in der Bundesrepublik entscheiden konnte.

War es nun wirklich ein Schlag gegen das Establishment? Beabsichtigt ja, aber wie sieht der Endeffekt aus? Aufgrund der hochgradigen politischen Unsicherheit, die aus der gewöhnungsbedürftigen Persönlichkeit des Wahlsiegers erwächst, schmerzhaft verstärkt durch seine offenkundigen Widersprüche, ja seine impulsive Unlogik zu wichtigen Themen, sodann auch wegen einer gewissen Empfindlichkeit oder gar Dünnhäutigkeit, lässt sich befürchten, dass er künftig von eben diesem angeblich abgewählten Establishment nur allzu leicht geknetet und umgebogen werden kann. Man erkennt das bereits an den krassen Verunsicherungen und Angriffen aus den amerikanischen Geheimdiensten (es gibt dort viel zu viele Geheimdienste!), noch deutlicher aber an Trumps Zusammenstellung von Ministern und Adjutanten, die im Gesamteffekt ein ziemlich grimmiges Süppchen auskochen könnten. Keiner regiert allein, schon gar nicht ein derart großes Land, und vom erfolgreichen Geschäftsmann ist es ein weiter Weg zum geschickten Politiker. Aber man darf ja noch hoffen. Wenn jetzt nicht noch die kindische amerikanische Vorliebe für das Ausposaunen banaler Schniedelprobleme oder die blutige amerikanische Vorliebe für das Wildwest-Auswahlverfahren den Sieg davonträgt, könnte der Mann sich am Ende als konstruktiv erweisen, nur so ganz ohne blaue Augen wird der Zirkus wohl nicht ausgehen.

(Was die Grenzen der Macht des US-Präsidenten und die Stolpersteine für Trump betrifft, siehe auch den externen Link "Ein Amtsenthebungsverfahren ist möglich", der offenbar gegnerischem Wunschdenken entspringt, die rechtlichen und politischen Möglichkeiten aber sachlich durchgeht. Herausgeber dieser Quelle "IPG" ist die Friedrich-Ebert-Stiftung, also im Prinzip eine meinungsmachende Denkfabrik. Der Autor spekuliert insbesondere auf den Interessenkonflikt zwischen persönlichen Geschäftsvorteilen und der Integrität des Amtes, etwaige Dummheiten per Twitter oder anderweitig, die als Landesverrat o.Ä. interpretiert werden könnten, und Uneinigkeit zwischen republikanischen Abgeordneten. Das Letztere wäre wohl der wichtigste Faktor, denn für ein Amtsenthebungsverfahren kommt es primär auf die politische Situation an; das Rechtliche wäre sekundär und reicht für sich allein nicht aus. Trotzdem – es ist sehr merkwürdig, dass das Thema "Amtsenthebungsverfahren" zur Sprache gebracht wird, bevor der Mann überhaupt eingeschworen ist. Das riecht nach einem hohen Maß an Instabilität in der aktuellen Lage.)

Falschmeldungen

7. Januar 2017: Das charakteristische Wort für das aktuelle Bewusstseinsproblem ist eigentlich nicht "postfaktisch", denn wir sind immer noch brennend an den Fakten interessiert. Allerdings wird uns unerträglich viel vorgegaukelt. Die typischen Blutegel, die an unserer Zeit, Kraft und Denkfähigkeit saugen, sollten doch eher als "Fake News" identifiziert werden: die gefürchteten "Falschmeldungen". Das bisschen Wahrheit, das uns noch mitgeteilt wird, verschwindet in einem Wirbelsturm von Lügen, Widersprüchen und Propagandaformeln. In einer Zeit überbordender Falschmeldungen scheint es mir besonders interessant, auf einige Bemerkungen aus dem Kriegsjahr 1942 zurückzugreifen, die ein dreiviertel Jahrhundert später nun genauso aktuell sind: <Heute gilt nur, was man selber persönlich sieht, hört oder erfährt. Es ist merkwürdig, wie in derselben Zeit, in der die menschlichen Nachrichten- und Kommunikationsmittel ihre fabelhafteste Steigerung erreicht zu haben scheinen, der einzelne denkende Mensch mit ungeheurer Wucht auf sich selbst zurückgeschleudert wird, auf seine einzelne, einsame Einzigkeit und den Kontakt mit anderen ebenso einsamen Einzelnen. Das ist die von der Technik bewirkte "Vergemeinschaftung" und "Sozialisierung".> (Carl Schmitt an Gretha Jünger, 21. Oktober 1942) [Carl Schmitt (1888-1985) war ein deutscher Staats- und Völkerrechtler und politischer Philosoph. Gretha Jünger war Ernst Jüngers damalige Ehefrau, die in Jüngers Tagebüchern etwas distanziert als "Perpetua" bezeichnet wird.]

Und als passende Randbemerkung zum Zeitgetöse: Ernst Jünger erzählt ja immer so unglaublich präzise, klar umrissene, plastische Träume, die ein weniger ausdifferenzierter, stumpferer Geist wohl nie und nimmer im Schlaf zustande bringen könnte. Wir anderen lesen davon mit bohrendem Neid! Na jedenfalls, am 24. Dezember 1942, auf Inspektionsreise an der Südostfront im Kaukasus, notiert er als brillantes Bonmot die geträumte Aussage eines "kleinen Sachsen": <Die Menschen besitzen alle Anlagen zum glücklichen Leben; sie machen aber keinen Gebrauch davon.> (Kaukasische Aufzeichnungen) – Freilich wohnt solchen schöngeistigen Sprüchen inmitten der "Knochenmühle" und zeitgleich mit der Einkesselung Stalingrads eine gewisse Hilflosigkeit inne.

Massive US-Militärtransporte durch Deutschland nach Polen

6. Januar 2017: Schreck lass nach, mitten im eisigen Wetter schickt uns der scheidende Friedensnobelpreisträger Obama jetzt ein gewaltiges Aufgebot an militärischem Material durch das Land! Laut Meldung im Tagesspiegel online von Donnerstag, den 5. Januar 2017 kommt das Militärgerät <ab Freitag mit drei Schiffen in Bremerhaven an. 2500 Gefechtsfahrzeuge, Lastwagen, Anhänger, Container. Es ist die größte Verschiffung des Militärs aus den USA nach Europa seit Ende der Sowjetunion. Die meisten Fahrzeuge der 3. Brigade der 4. US-Infanteriedivision kommen auf 900 Güterwaggons nach Polen. 4000 Soldaten fliegen direkt dorthin. Es ist Teil der Nato-Operation „Atlantic Resolve“, beschlossen beim Nato-Gipfel in Warschau 2016. Weil sich Polen und die baltischen Staaten von Russland, das seine Truppen an der Westgrenze massiv aufgestockt hat, bedroht fühlen. Aber nur 65 Fahrzeuge – keine Panzer – werden auf die Straßen geschickt – durch Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.> (Quelle: Oh Schreck, die Amis kommen)

[Nachtrag am 8. Januar 2017: Ein Anzeichen von Ungenauigkeit in der obigen Meldung: RBB online berichtet am Abend des 7. Januar, dass das für Freitag erwartete Frachtschiff "Resolve" in Wirklichkeit bereits am Mittwoch in Bremerhaven eingetroffen ist. Still und leise, wie sich das gehört! Das US-Militär schickt, wie es sich ebenfalls gehört, einen weiblichen Oberst namens Kathleen Turner nach vorn (Abb. links), um nach Möglichkeit die Wogen zu glätten. "Atlantic Resolve" laufe doch bereits seit 2014, sagt sie. Was diesmal anders ist, sei die Tatsache, dass diese Panzerbrigade ihre gesamte Ausrüstung mitbringt. (Die Dame ist quasi eine sanfte Version des Demi-Moore-Films "Die Akte Jane". In ihrem Karriere-Resümee heißt es: "Kathleen hat strategische und operative Erfahrung in einer Reihe Positionen in den Vereinigten Staaten und Übersee. Während der letzten zwölf Jahre arbeitete sie im Karrierebereich Public Affairs an der Durchführung von Medien-Operationen, PR im öffentlichen Umfeld und Kommunikationsplanung sowie auch als Beraterin hoher Führungskräfte in Strategien der Öffentlichkeitsarbeit. Kathleen diente im Übrigen auf technischer Ebene im Militärpolizeilichen Corps." So nachzulesen beim "Friedens-Institut der Vereinigten Staaten". Sorgfältig abgewogene PR-Verlautbarungen mit eiskalt-charmantem Haifisch-Grinsen sind somit eine professionelle Selbstverständlichkeit.)]

[Nachtrag am 7. Januar 2017: T-Online erteilt die spezifischere Auskunft, dass die aus den USA entsandte "Iron Brigade" (Eisen-Brigade) nach Polen geschickt wird und von dort im Februar auf "ost- und mitteleuropäische Länder" verteilt werden soll. Auch das ist ungenau formuliert, denn ein Teil bleibt doch wohl in Polen? Und für welche Länder sind welche Anteile geplant? Des Weiteren heißt es, die Brigade solle alle neun Monate komplett ausgetauscht werden. "Die Truppen rotieren also und werden nicht fest stationiert. So soll auch das schnelle Verlegen großer Truppenteile geübt werden", heißt es da. Dass die Truppen "nicht fest stationiert" werden, ist ein durchsichtiges Lippenbekenntnis gegenüber Russland. Auf jeden Fall ist es ein teurer Spaß, der jetzt mit viel Getöse eingeleitet wurde. Wie verträgt sich das mit den erklärten Absichten von Donald Trump, der im Wahlkampf wenig Verständnis dafür zeigte, weiterhin so viel Geld für die Sicherheit der Europäer auszugeben? Und wie viel weniger "Sicherheit" bräuchten wir überhaupt, wenn wir uns nicht den ganzen unnützen, selbstzerstörerischen Sanktions-Zirkus gegen Russland hätten aufschwatzen lassen? Und wenn die Vereinigten Staaten (plus NATO) nicht mit ihrem extrem kontraproduktiven Konzept vom "Arabischen Frühling" den Nahen Osten in Aufruhr gestürzt hätten? Und wenn die amerikanischen Geopolitiker, flankiert von selbstherrlichen Pseudo-Weltverbesserern wie George Soros, nicht für möglichst viel Unruhe in Osteuropa, insbesondere in der Ukraine, gesorgt hätten, um auf Teufel komm raus in den ehemaligen Machtbereich der Sowjetunion vorzustoßen? Bekloppt! Die Obama-Clique und ihre Hintermänner möchten wohl vor dem Machtwechsel im Weißen Haus noch so viel irreparablen Schaden anrichten wie möglich.]

Braucht man für diesen Großtransport nur drei Schiffe? Ja, das genügt wohl. Es sind gigantische Containerschiffe. Angeblich ist es der größte Transport des US-Militärs nach Europa seit Ende der Sowjetunion. Aber keine Panik, es sind ja unsere "Verbündeten". Der "liebliche" Obama schafft harte militärische Fakten, bevor der "böse" Trump an die Macht kommt. Unsereins, der in gemütlich aufgewärmter Bude sitzt und friedlich schuftet, um sich die Heizung leisten zu können, weiß jetzt nicht genau, ob nächsten Monat die Mauern noch stehen werden. Und ob der plumpe rotblonde Alternativ-Milliardär es überhaupt schaffen wird, sich in 14 Tagen öffentlich ins Amt des Präsidenten einschwören zu lassen – um seinen Thronsessel dann womöglich sofort im tiefsten Bunker des Weißen Hauses aufzustellen, nicht aus Angst vor den Russen, sondern als Vorsichtsmaßnahme gegen alle möglichen Kommunisten, Dschihadisten und Neocon-Fanatiker, die ihm erklärtermaßen gern zu Leibe rücken würden. Alles ein Irrenhaus, oder was?

In einer etwas anders klingenden Darstellung meldete dieselbe Zeitung fünf Stunden vorher: <Das Material wird auf insgesamt drei Schiffen nach Bremerhaven und dann per Zug und Militärkonvoi über Polen in weitere Länder Mittel- und Osteuropas gebracht. Die US-Frachter „Freedom“ und „Endurance“ werden bis Sonntag erwartet. (dpa)> (Quelle: USA schicken Panzer durch Deutschland nach Polen) In dieser Version nennt sich das in der Überschrift "Militärübung Atlantic Resolve", im Text jedoch "Nato-Operation Atlantic Resolve" ("Atlantische Entschlossenheit"). Übungen und Operationen sind aber nicht gleichbedeutend! Damit entsteht ein schwammiger Eindruck. Außerdem war um 13 Uhr von Transporten "über Polen in weitere Länder" die Rede, während der Artikel von 18 Uhr suggeriert, die Panzer würden "in Polen kurz hinter der deutschen Grenze stationiert". Wenn schon ein und dieselbe Zeitung ins Schleudern gerät, weiß der Leser nicht, welche Angabe er auswählen und glauben soll. Deutlicher schreibt heute hierzu das Handelsblatt online: <Die US-Operation "Atlantic Resolve" ist logistisch nun auch in Deutschland angelaufen. Das Ziel der Operation: die Stärkung der Nato-Ostflanke. Die ersten US-Panzer wurden bereits in Bremerhaven entladen. Die US-Operation "Atlantic Resolve" ist Teil der von US-Präsident Barack Obama 2014 angeschobenen "European Reassurance Initiative" und steht im Einklang mit Beschlüssen mehrerer Nato-Gipfel.> Hier wird auch die Zahl der Panzer angegeben: <Insgesamt werden rund 4000 US-Soldaten und 87 Panzer der 3. Brigade der 4. US-Infanteriedivision in Nato-Länder Ost- und Mitteleuropas verlegt.> (Erste Panzer in Bremerhaven entladen, mit Fotostrecke) In einem Video-Einschub des Handelsblatts wird eine Zahl von 4.200 eintreffenden US-Soldaten angegeben.

Unter den Presseerklärungen im Newsroom der NATO findet man hierzu noch keine aktuelle Mitteilung. Die neueste Presseerklärung vermerkt unter dem Datum 4. Januar 2017 den Besuch des japanischen Verteidigungsministers bei der NATO, zu einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Stoltenberg, einem niedlich und zierlich dreinblickenden Norweger. Die Achsenmächte diesmal verlässlich an der Seite der westlichen Alliierten? Na ja, diese Bemerkung ist vielleicht nicht ganz fair. Die Profis tun eben, was sie können. Die bulligen Eskalationsfetischisten sind viel weiter hinten zu suchen, weit hinter den sichtbaren Linien. Auch unter der Rubrik "News" sagt die NATO-Website heute zunächst gar nichts über ihre enormen Truppenbewegungen. Aus militärischen Erwägungen heraus wäre dies auch gewohnheitsmäßig kaum ratsam ...

Neo-Feminismus

5. Januar 2017: Nichts gegen den ursprünglichen Feminismus, der Gleichberechtigung und aufrichtige Ebenbürtigkeit zwischen den Geschlechtern anstrebte. Aber in einer Website, die ihrerseits eigentlich zu finster ist, um sie weiterzuempfehlen, stieß ich auf eine interessante Charakterisierung des Phänomens, das als "Neo-Feminismus" bezeichnet werden könnte: "Die dunkel-okkulte Agenda des Neo-Feminismus wird verwendet, um zwischen Männern und Frauen Zwietracht zu säen, mit dem Ziel, die menschliche Spezies zu schwächen und sicherzustellen, dass künftigen Generationen der Menschheit die nötigen Merkmale fehlen, um Widerstand gegen die Tyrannei zu leisten." Es geht dabei um "die Zerstörung der Geschlechterrollen und der Familiendynamik".

Im Originalton: "The Dark Occult agenda of Neo-Feminism ... is being used to sow the seeds of discord between men and women in order to weaken the human species and ensure that future generations of humanity lack the traits necessary to resist tyranny. The destruction of gender roles and the familial dynamic ..." (http://whatonearthishappening.com/index.php/videos)

UFOs und Außerirdische – ein neues Paradigma

4./5. Januar 2017: In der Alien-Wahrnehmung zeichnet sich aufgrund einer fantastischen Fülle an Beobachtungen und Nachweisen die Entstehung eines neuen Paradigmas ab – einer neuen Weltsicht oder Grundanschauung. Die zaghafte Routinefrage früherer Fernseh-Sendungen zu diesem Thema, "Sind wir wirklich allein im Universum?", als ob das jemand behauptet hätte, scheint mittlerweile absurd. Die Frage ist eher: "Wie viele Weltraum-Völker kreisen da draußen eigentlich umher?" Und existenziell betrachtet: "Was wollen sie?"

Hier empfiehlt sich zunächst eine Klärung des Paradigmabegriffs, wie er in den 60er und 70er Jahren vom amerikanischen Wissenschaftstheoretiker Thomas S. Kuhn eingeführt wurde:

<Ein Paradigma ist das System von Begriffen und Methoden, das von einer Wissenschaft zur Zeit anerkannt ist. Alle Probleme, die von der Wissenschaft in Angriff genommen werden, werden durch das Paradigma bestimmt. Das Paradigma ist in wissenschaftlichen Lehrbüchern für Anfänger und Fortgeschrittene im einzelnen geschildert. Diese Lehrbücher legen das anerkannte Theoriegebäude, das Paradigma, dar, erläutern seine Anwendung und vergleichen sie mit Experimenten. ...

Der innerhalb eines Paradigmas forschende Wissenschaftler geht davon aus, dass die Natur oder die Wirklichkeit den durch das Paradigma vorgegebenen Strukturen entspricht, ja, das Paradigma bestimmt die Realität der betreffenden Wissenschaft. Es werden darum auch selten völlig neue, im Paradigma nicht vorgesehene Fakten gefunden; dazu ist die Wissenschaft nach Kuhn auch gar nicht angelegt.

Trotzdem kann es vorkommen, dass z.B. bei Experimenten Fakten auftreten, die dem Paradigma widersprechen: Die Natur verhält sich anders, als sie dies nach den Regeln des Paradigmas tun dürfte, d.h. die Struktur der Wirklichkeit weicht an dieser Stelle von dem Modell ab, das sich die betreffende Wissenschaft von ihr gemacht hatte. Das Auftreten solcher Unregelmäßigkeiten nennt Kuhn Anomalien. Anomalien sind Tatsachen, die dem Paradigma der normalen Wissenschaft widersprechen.> (http://www.gesinedoernberg.com/paradigma.htm; mehr siehe dort)

Der Ausdruck wird heute im weiteren Sinn auch für eingefleischte gesellschaftliche Denkmuster und Weltdeutungen verwendet, besonders in Bereichen, in denen sich die beobachtbaren Anomalien (Abweichungen vom anerkannten Theoriegebäude) häufen und/oder wo ein generelles Umdenken verlangt wird: der berühmte Paradigmenwechsel, wie ihn z.B. esoterische Denkrichtungen ersehnen. Die Mehrheit der Menschen pflegt sich aus Sicherheitsgründen ans vorherrschende Denkmuster zu halten, das eine Art Sieb bildet und  nur systemgerechte Informationen durchlässt. Hingegen gibt es jederzeit Minderheiten, die aus Abenteuerlust oder Sensibilität eine Vorliebe für Ausnahmen haben. Ausnahmen (Anomalien) können sich anhäufen und schließlich nach einer neuen Regel oder Grundsatzerklärung schreien.

In diesem Sinne hier der Entwurf einer neuen Basis für die (verifizierende oder falsifizierende) Beobachtung und Auswertung von Erscheinungen, die "nicht von dieser Welt sind". Mit der am Anfang verwendeten Bezeichnung "Majestic Twelve" oder "MJ-12" ist ein hochrangiges US-amerikanisches Gremium gemeint, das sich dem Vernehmen nach seit 1947 streng geheim um den Umgang mit der Alien-Problematik kümmert und selbst den Präsidenten  nicht unbedingt einweiht, von gewöhnlichen Volksvertretern ganz zu schweigen.

MJ-12-Stabsdokument (Majestic Twelve)

EIN GRUNDGERÜST:

30. Juli 1999

TATSACHEN EXOBIOLOGISCHEN LEBENS, DIE MIT DEM "PROGRAMM ZUR AKKLIMATISIERUNG DER ÖFFENTLICHKEIT" VERMITTELT WERDEN SOLLEN

1) Intelligentes Leben existiert auf anderen Planeten und im gesamten Universum.

2) Nicht vom Menschen entworfene oder gebaute Fahrzeuge operieren im Boden-, See- und Luftraum der Erde und um sie herum.

3) Andere intelligente Lebewesen als der Homo sapiens sapiens führen auf diesem Planeten verschiedene Missionen durch. Diese Wesen kommen hier schon seit zigtausend Jahren zu Besuch.

4) Außerirdische können menschenähnliche Körper oder nichtmenschliche Körper haben (z.B. hybride, insektoide oder reptilische Körper). Intelligente Wesen können von physischer, nichtphysischer oder interdimensionaler Art sein.

5) Das Leben im Universum ist vielfältig, ebenso wie das Leben auf unserem eigenen Planeten vielfältig ist.

6) Manche Außerirdische können unter Verwendung fortgeschrittener Technologie oder anderer Mittel beliebig vorwärts und rückwärts durch Zeit und Raum reisen.

7) Die spirituelle Entwicklung einer außerirdischen Lebensform kann ihrem technischen Niveau voraus, gleichwertig oder hinterher sein.

8) Die soziale Orientierung sowie die Motive und Pläne dieser Wesen sind ganz unterschiedlich. Manche außerirdische Intelligenzen sind den Menschen freundlicher gesonnen als andere.

9) Das "Entführungsphänomen" ist in vielen Fällen ein reales Ereignis. Es ist eine komplexe, koordinierte und zielgerichtete Unternehmung. Die Vorgänge ziehen sich oft durch viele Generationen einer Familie.

10) Kreuzung von Menschen mit mehr als einer außerirdischen Spezies ist bereits aufgetreten. Es gibt hybride Kinder und hybride Erwachsene. Sie haben sowohl Merkmale der menschlichen als auch solche der außerirdischen Spezies.

11) Zwar sind die meisten Alien-Kontakte und -Sichtungen, die es in moderner Zeit auf der Erde gegeben hat, in Geheimnisse und Rätsel eingehüllt, aber durch die Bemühungen von Zivilisten und speziellen staatlichen Beauftragten wird der Schleier allmählich gelüftet. Die "Akklimatisierung" bzw. Gewöhnung der Öffentlichkeit an die Realität außerirdischen Lebens schreitet planmäßig so voran, dass die Gesellschaft nicht unnötig schockiert oder durcheinander gebracht wird.

12) Sehr viele "UFO"- und Alien-Informationen sind jetzt allgemein zugänglich. Zahllose Bücher, Videos und Websites sind diesen Themen gewidmet. Auch wurden allein in den USA Tausende von Seiten amtlicher Unterlagen über ungewöhnliche Sichtungen und Begegnungen freigegeben.

(Quelle: http://www.serpo.org/consistencies.php, eigene Übersetzung.)

MJ-12 Staff Document
A FRAMEWORK:
30 July 1999
FACTS CONCERNING EXOBIOLOGICAL LIFE TO BE CONVEYED THROUGH "THE PUBLIC ACCLIMATION PROGRAM"
1) Intelligent life does exist on other planets and throughout the Universe.
2) Craft not of human design or manufacture are operating in and around the land, sea and air of Earth.
3) Intelligent beings other than Homo Sapiens Sapiens are conducting various missions on this planet. These beings have been coming here for tens of thousands of years.
4) Alien beings may have human-like bodies or non-human bodies (such as hybrid, insectoid, or reptilian). Intelligent beings can be physical, non-physical or inter-dimensional in nature.
5) The variety of life in the universe is diverse, like the life on our own planet is diverse.
6) Some alien beings have the ability through advanced technology or other means to move forward and backward at will through time and space.
7) The spiritual evolution of an alien life form may be ahead of, equal to or behind its level of technological development.
8) The social orientation, motives and agendas of these beings is very diverse. Some alien intelligences are more friendly to human beings than others.
9) In many cases, the "abduction phenomenon" is a real event. This activity is complex, coordinated and purposeful. It often occurs throughout many generations of a family.
10) Cross-breeding of humans with more than one alien species has occurred. Hybrid children and hybrid adults do exist. They have characteristics of both the human and alien races.
11) Although most alien contacts and sightings occurring on modern-day earth have been shrouded in secrecy and mystery, the veil is slowly being lifted by the activities of civilians and specially assigned government personnel. The Public Acclimation to the reality of alien life is proceeding in a way designed not to shock or disrupt society any more than necessary.
12) A great amount of "UFO" and alien information is now in the public domain. Countless books, videos and internet websites are devoted to these subjects. Thousands of pages of U.S. government documents on unusual sightings and encounters have been made available.

(Source: http://www.serpo.org/consistencies.php)

Eine Fülle an Informationen zu außerirdischen Flugkörpern und Kontakten liefert im Übrigen das „Disclosure Project“ (Enthüllungsprojekt) unter der Adresse http://www.disclosureproject.org/. Schon im April 2001 bewies ein etwa 100-seitiges, zusammenfassendes Dokument des „Disclosure Project“ mitsamt Zeugenaussagen die folgenden Tatsachen: „1) dass wir tatsächlich von fortgeschrittenen außerirdischen Zivilisationen besucht werden, und zwar schon seit einiger Zeit; 2) dass es sich hierbei um das geheimste, abgeschottetste Programm in den USA und vielen anderen Ländern handelt; 3) dass diese Projekte ... sich der rechtmäßigen Überwachung und Kontrolle in den USA, in Großbritannien und anderen Ländern entzogen haben; 4) dass fortgeschrittene Raumschiffe außerirdischen Ursprungs, die von einigen Nachrichtendiensten als ETVs (extraterrestrial vehicles) bezeichnet werden, spätestens seit den 40er Jahren und möglicherweise schon seit den 30er Jahren runtergeholt, geborgen und studiert worden sind; 5) dass aus dem Studium dieser Objekte (sowie aus damit verknüpften menschlichen Erfindungen seit Nicola Tesla) bedeutende technologische Durchbrüche in der Energieerzeugung und Antriebstechnik hervorgegangen sind und dass diese Technologien eine neuartige Physik nutzen, die zur Erzeugung ungeheurer Energiemengen weder auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe noch auf ionisierende Strahlung angewiesen ist; 6) dass jenseits höchster Geheimhaltung (,above top secret‘) eingestufte Projekte über vollständig funktionstüchtige Antischwerkraft-Antriebsgeräte und neue Systeme der Energieerzeugung verfügen, deren Nutzung zu friedlichen Zwecken nach etwaiger Aufhebung der Geheimhaltung eine neue menschliche Zivilisation ermöglichen und versorgen würde, die ohne Bedürftigkeit, Armut oder Umweltschäden existieren könnte.“ (Eigene Übersetzung) (Quelle: Disclosure Project Executive Summary, April 2001. Prepared by: The Disclosure Project, Steven M. Greer, M.D., Director; P.O. Box 265, Crozet, VA 22932, E-Mail: [email protected], Website: www.DisclosureProject.org) 

Toreinfahrt in Mediaş (Mediasch), der "Stadt des Lichts", Rumänien Foto: Martin Jahn

Zum Totensonntag, 20. November 2016:

<Das Leben liegt im Tode wie eine kleine grüne Insel im dunklen Meer. Das zu ergründen, und sei es auch nur an den Säumen und Brandungsgürteln, heißt wahre Wissenschaft, der gegenüber alle Physik und Technik Lappalie bleibt.> (Ernst Jünger, Tagebucheintrag in Paris, 19. Juli 1942, aus: "Strahlungen I")

Eine Minute nach Trump

9. November 2016: „Man steht voller Bewunderung vor der Weisheit des Wählers.“ Helmut Kohl, Bundeskanzler, 11. März 1983, 7:00 Uhr. Und bei eben dieser Gelegenheit: „Meine Damen und Herren, darf ich jetzt einen geordneten Rückzug antreten?“ Hans-Jochen Vogel, SPD-Kanzlerkandidat im Gedränge des Fernsehstudios.

Und nun? Der Dax bleibt nach dem Trump-Wahlsieg auf Talfahrt, heißt es heute morgen, und weltweite Turbulenzen gebe es an den Börsen: Das ist ein gutes Zeichen. Genau wie nach dem Brexit-Entscheid wird sich das panische Geflatter bald wieder beruhigen; es sind nur hysterische Strafmaßnahmen und Notbremsen der eigensüchtigen Profiteure im Hintergrund.

Von leider nur zwei reellen Kandidaten, beide ziemlich bekloppt, hat wenigstens der gesiegt, der dem Establishment nicht passt und der dem Weltfrieden vielleicht noch eine Chance gibt. Die globalistisch-diktatorische Neue Weltordnung mit ihrer gierigen Einmischungspolitik hat einen weiteren heftigen Tritt in den Allerwertesten bekommen, der schleichenden Aushöhlung nationaler Souveränität wurde ein Dämpfer mit weit reichender Symbolkraft aufgesetzt, und die illegale Zuwanderung ist abgewählt. Der leise tretende Drohnenkrieger und verfrühte Friedensnobelpreisträger Obama, der uns im Endeffekt an den Rand eines großen Krieges geführt hatte, wenn auch nur durch seine Ohnmacht gegenüber den "Falken" in Politik und Militär – bekommt keine brandgefährliche, grausam kichernde Nachfolgerin, sondern es tritt „nur“ ein geschäftstüchtig auftrumpfender Clown mit grellem Unterhaltungswert an seine Stelle. Das hoffen wir angesichts des übermütigen Trampeltiers mit einer Portion Galgenhumor! Und so Gott will, bekommt die Menschheit auf ihre alberne, qualvolle Art trotz all der irrelevanten Schniedelprobleme des öffentlichen Parketts noch einmal eine Chance. Jetzt fehlt nach Donald Tusk als Präsident des Europäischen Rates (allgemein kaum bekannt) und Donald Trump als US-Präsident eigentlich nur noch Donald Duck als Präsident der Russischen Föderation, dann ist alles Fix und Foxi.

Links oben: Trump-Tochter und -Aushängeschild Ivanka Trump. – Ein schönes Trump-Bilderbuch finden Sie übrigens unter http://wallpaperspicturesphotos.com/donald-trump-and-family/. Mit all seinen stinkreichen, busenlastigen, poppigen Puppen und Püppchen! Geradezu paradiesisch, was der Showmaster uns da vorführt. In düsteren Zeiten Balsam für müde Augen.

 

8. Oktober 2016: Nach drei Monaten Funkstille nur mal eben die Nachricht, dass es mich noch gibt ... Im praktischen Dasein musste einiges zu meiner großen Zufriedenheit umstrukturiert werden, und was die Internetpräsenz betrifft – vermutlich ist ein Blog schon längst nicht mehr das zugkräftigste Medium, schon gar nicht über ein so breites Spektrum von Themenbereichen. Diese Website wird deshalb voraussichtlich eine eher statisch wirkende Form annehmen und in kleinere Einzelartikel zerlegt werden. Es wird eine Weile dauern, alles durchzusortieren. Aber parallel dazu können die Blog-Archivseiten als Dokument des chronologischen Werdegangs der Jahre von 2005 bis 2016 ruhig bestehen bleiben.

Foto: Martin Jahn, München

18. Juli 2016: Nun habe ich derzeit keine so große Lust, den sich überstürzenden Lauf der Weltereignisse zu kommentieren. Die meisten Leute merken doch eh schon, was hier los ist. Gefühlsmäßig besser angebracht scheint mir ein weiterer Hinweis auf höhere Welten und das rein Geistige. Im Folgenden daher ein längeres Zitat aus dem Apokryphon des Johannes, so wie es wiedergegeben ist im Rahmen einer anthroposophischen Beschreibung der Gnosis unter der Adresse http://anthrowiki.at/Gnosis (Apokryphen sind Werke, die nicht in die offizielle Bibel aufgenommen wurden, jedoch den anerkannten biblischen Schriften formal und inhaltlich sehr ähnlich sind):

Der «unbekannte Gott»

Der unbekannte, unermessliche, unergründliche und unbegrenzte Gott oder Vater überragt alle Sphären und ist für die Gnostiker der geheime Mittelpunkt der Welt und die Quelle alles Seins, vergleichbar dem Ain Soph (hebr. ‏אין סוף‎ , nicht endlich) der Kabbalisten. Im Apokryphon des Johannes wird Johannes von dem Christus ausführlich über das Wesen des «unbekannten Vaters» belehrt:

„Die Einheit ist eine Einherrschaft, über der nichts ist. Er ist der, der existiert als Gott und Vater des Alls, der Unsichtbare, der über dem All ist, der existiert als Unvergänglichkeit und als reines Licht, in das kein Auge blicken kann. Er ist der unsichtbare Geist, in Bezug auf den es nicht passend ist, sich ihn als Gott oder etwas ähnliches vorzustellen. Denn er ist mehr als Gott, da es keinen über ihm gibt, denn niemand ist Herr über ihn. Denn er existiert nicht in irgendeiner Untergeordnetheit, denn alles existiert in ihm.

Denn er ist der, der sich selbst befestigt. Er ist ewig, denn er braucht nichts. Denn er ist die ganze Vollendung. Er brauchte nichts, dass er vollkommen werde durch es; vielmehr ist er immer gänzlich vollkommen im Licht. Er ist unbegrenzbar, da es keinen, der vor ihm ist, gibt, der ihn begrenzt. Er ist unergründbar, da es dort keinen, der vor ihm ist, gibt, um ihn zu ergründen. Er ist unmessbar, da es keinen, der vor ihm ist, gab, um ihn zu messen. Er ist unsichtbar, da keiner ihn gesehen hat. Er ist ewig, da er ewiglich existiert. Er ist unaussprechbar, da keiner in der Lage war, ihn zu begreifen, um dann über ihn zu reden. Er ist unbenennbar, da dort keiner ist, der vor ihm ist, um ihn zu benennen. Er ist das unmessbare Licht, das rein, heilig und gereinigt ist. Er ist unaussprechbar, indem er vollkommen ist in der Unvergänglichkeit. Er ist nicht in Vollkommenheit noch in Seligkeit noch in Göttlichkeit, sondern er ist weitaus vorzüglicher. Er ist weder körperlich noch ist er unkörperlich. Er ist weder groß noch ist er klein. Es gibt keine Art und Weise zu sagen: Wie groß ist er? Oder: Was ist seine Art? denn keiner ist in der Lage, ihn zu erkennen. Er gehört nicht zu den Existierenden, sondern er ist weitaus vorzüglicher, nicht als ob er an sich vorzüglicher wäre, sondern dieses, was das Seine ist, ist vorzüglicher. Er hat keinen Anteil, weder an den Äonen* noch an Zeit. Denn wer nämlich Anteil hat an einem Äon, diesen haben andere bereitet. Man hat ihn nicht in eine Zeit eingeschlossen, denn er empfängt nicht von jemand anderem, denn es würde empfangen werden als Anleihe.

Denn der, der über allen steht, hat keinen Mangel, damit er empfange von ihm. Denn er ist der, der erwartungsvoll auf sich selbst blickt in seinem Licht.

Denn er ist groß. Zu ihm gehört eine unermessliche Reinheit. Er ist Ewigkeit, die Ewigkeit gibt. Er ist Leben, das Leben gibt.

Er ist ein Seliger, der Seligkeit gibt. Er ist Erkenntnis, die Wissen gibt. Er ist Güte, die Güte gibt. Er ist Erbarmen, das Erbarmen und Rettung gibt. Er ist Gnade, die Gnade gibt.

Nicht weil er es besitzt, sondern weil er das unmessbare unbegreifbare Licht gibt.

Wie soll ich sprechen mit dir über ihn? Denn sein Äon ist unvergänglich, er schweigt und existiert im Schweigen, indem er ruht und vor allen Dingen ist. Denn er ist das Haupt aller Äonen, und er ist der, der ihnen Stärke gibt in seiner Güte. Denn wir wissen nicht die unaussprechbaren Dinge, und wir wissen nicht, was unmessbar ist außer ihm, der aus ihm offenbar geworden ist, nämlich aus dem Vater. Er nämlich ist es, der es uns allein gesagt hat. Denn er ist der, der sich anblickt in seinem Licht, welches ihn umgibt, das ist die Quelle des lebendigen Wassers. Und er ist es, der allen Äonen gibt. Und in jeder Gestalt nimmt er sein Bild wahr, indem er es in der Quelle des Geistes sieht.“ 

                     – Apokryphon des Johannes: Der unbekannte Vater. Mehr dazu siehe http://anthrowiki.at/Gnosis

Äonen: Zur Klarstellung sei noch angemerkt, dass mit "Äonen" im Obigen nicht "lange Zeiträume" gemeint sind, sondern personifizierte Urprinzipien, in denen sich jeweils ein Gegensatzpaar vereinigt. Genauer definiert im Sinne der Gnosis:

<In vielen Systemen der Gnosis werden die verschiedenen Emanationen der obersten Gottheit zusammenfassend als Äonen bezeichnet. Sie sind so etwas wie wesenhafte platonische Ideen und entsprechen den Engelhierarchien der jüdischen und christlichen Überlieferung. Gemeinsam mit ihrem göttlichen Ursprung, dem «unbekannten Gott», bilden sie das Pleroma, die „Fülle“ der rein geistigen Wesenheiten. Die aus der Gottheit emanierten Äonen erscheinen dabei oft als männlich-weibliche Paare (griech. Syzygien).>  (Quelle: AnthroWiki, Definition "Äon")

 

 

Hört, hört, unfassbarerweise:

Ihr sollt die drohende, finstere Wand

eurer strategisch geförderten Dummheit

mit hypnoseähnlichen Kapiertechniken

und strukturierenden Matrizen erhellen,

um aus der Giftwolke des Datenüberflusses

eine schemenhafte Grundlage

für lebenswichtige und brandgefährliche

Entscheidungen herauszusaugen,

ohne euch selbst noch Mühe zu geben.

So bereitet euch denn innerlich darauf vor,

die Hände über den Kopf zu werfen

und euch dem überragenden Moloch

kristallener künstlicher Intelligenz

primitiv verzagend zu Füßen zu werfen,

dem seelenlosen Hyperwesen,

der eiskalt drohenden Singularität,

auf dass sie euch frisst oder gnädigerweise

hienieden noch dahinfurzen lässt

für eine kleine, entschwindende Zeit.

Voralpenland • Foto: Martin Jahn, München

8. Juli 2016

 

Schaufenster eines Juwelierladens an der Königsallee, Düsseldorf

Diese sündhafte Sehnsucht nach der Singularität

Ein Schelm, wer überall Zeichen sieht: Wann kommt die Flut?

13. Juni 2016: Im Ausblick auf den Sommer 2016 schwirrt einem ja der Kopf. Die Flut scheint bereits da zu sein, und nicht nur physisch. Man beginnt zu befürchten, dass sich all die Trendlinien zu einer Singularität zuspitzen, das heißt, zu einer kombinierten, hochbrisanten, einzigartigen Extremsituation, in der die normalen Gesetze nicht mehr gelten. Erwartungen, Gewohnheiten und routinemäßige Abläufe würden dann unter den Tisch fallen. In der Physik treten Singularitäten angeblich beim Urknall oder im Inneren eines Schwarzen Lochs auf; da sind die sonst üblichen Naturgesetze aufgehoben. In der Mathematik sähe man zum Beispiel eine Kurve vor sich, die an einem bestimmten Punkt gegen Unendlich geht, um dann eventuell aus Minus-Unendlich wieder zurückzukehren. Die Prognosen wie auch die beobachtbaren Ereignisse in der menschlichen Gesellschaft nehmen jedenfalls eine hysterische Färbung an. In all diesem Wahnwitz, den auch die hochnäsigen Drahtzieher unmöglich unter Kontrolle halten können, wird der halbwegs brave einzelne Mensch einen schweren Kampf bestehen müssen, noch schwerer als heute schon. Mag sein, dass die Hintermänner des Chaos vorhaben, anschließend mit drakonischen Maßnahmen, Ausrufung des Notstands oder gar Verhängung des Kriegsrechts für Ordnung in ihrem Sinne zu sorgen. Aber sie könnten sich auch verrechnet haben.

Mit erstaunlichem Hochmut nahmen sich die Bilderberger den Affront heraus, ihr hochkarätiges Treffen dieses Jahr ausgerechnet in Dresden zu veranstalten: vom 9. bis 12. Juni im luxuriösen Taschenbergpalais Kempinski. Was glaubten sie, was ihnen dort in polizeilich garantiertem Sicherheitsabstand um die Ohren fliegen würde? Wollten sie um jeden Preis Straßenkämpfe auslösen? War es eine Machtdemonstration? Die Machtdemonstration ist ihnen insofern souverän gelungen, als die Proteste überraschend mager ausfielen. Auf der Fläche vor dem Hotel errichtete die Polizei aus Sicherheitsgründen einen hohen Zaun, ein prophylaktischer Wasserwerfer stand in diskretem Abstand bereit, aber es passierte kaum etwas. Jedenfalls keine Großdemonstration und keine Krawalle. Den eigentlichen Aufruhr, und zwar von besonders primitiver und sinnloser Art, gab es an diesem Wochenende stattdessen in Marseille im Umfeld der Fußball-EM. Das weit verbreitete Unbehagen in der Welt scheint sich also mangels Erkenntnis der Zusammenhänge irgendwo anders zu entladen. Zum Beispiel haben offenbar die Anhänger der Pegida-Bewegung die Verknüpfung zwischen Globalisierung und Migrationsflut nicht hinreichend durchschaut, jedenfalls nicht so, dass sich genügend viele Menschen zu einer beeindruckenden Kundgebung in Dresden motiviert gesehen hätten.

Die Bundesregierung hat bei der angeblich privaten Konferenz der Bilderberg-Alphatiere eine ungewöhnlich starke Präsenz gezeigt und somit indirekt ihre Billigung zugesagt: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Finanzminister Wolfgang Schäuble sowie Innenminister Thomas de Maizière (alle CDU) standen auf der Teilnehmerliste. Gabriel und Steinmeier wurden zwar eingeladen, haben aber die Einladung mit einem Rest an Sozi-Ehre oder aus politischem Kalkül ausgeschlagen.

Das unten stehende Video bietet einige fabelhafte, substanzielle Recherchen zu den Hintergründen der Bilderberg-Konferenzen und zur Verstrickung der Politik in die Organisation, Gestaltung und Ausrichtung dieser Treffen der Welt-Elite. Die Auswertung gründet sich insbesondere auf die Auswertung von Dokumenten aus der Hinterlassenschaft des ehemaligen Bilderberg-Vorsitzenden Walter Scheel, der jetzt 96 Jahre alt ist. Scheel war 1969-74 Außenminister und Vizekanzler, 1974-79 Bundespräsident und 1980-85 der Vorsitzende der Bilderberg-Konferenz. Von dieser krönenden Stufe seiner Karriereleiter hat man in der Öffentlichkeit allerdings wenig gehört. Aber immerhin: Schon im April 2012 gewährte Walter Scheel dem Schweizer "Mysteries-Magazin" den Einblick in seine Bilderberg-Unterlagen, die sich damals bereits im Bundesarchiv in Koblenz befanden. (Vertrauliche Bilderberg-Dokumente im Internet zugänglich.)

 

Die Liste der deutschen Teilnehmer an der Bilderberg-Konferenz in Dresden 2016 zeigt überdies, dass nicht Hinz und Kunz, sondern ein hochkarätiger Mix aus Medienmacht, Großkonzernen, Bankwesen und Politik dort hingeschickt wurde: Paul M. Achleitner, John Cryan - Deutsche Bank; Mathias Döpfner - Axel Springer Verlag; Thomas Ebeling - ProSiebenSat.1; Thomas Enders - Airbus; Ulrich Grillo - Grillo-Werke AG; Timotheus Höttges - Deutsche Telekom AG; Julia Jäkel - Gruner + Jahr; Joe Kaeser - Siemens AG; Carsten Kengeter - Deutsche Börse AG; Ursula von der Leyen - Verteidigungsministerin; Thomas de Maizière - Innenminister; Wolfgang Schäuble - Finanzminister; Hans-Werner Sinn - Ökonom; Stanislaw Tillich - Ministerpräsident Sachsen.

Man hätte nun vermuten können, dass in Dresden Bilderberg-Gegner aus zwei ideologisch verfeindeten Lagern im großen Stil aufmarschieren und eventuell aufeinander prallen würden. Man sagt ja hilfloserweise immer noch „links“ und „rechts“. Die kommunistische Antifa-Publikation „Rote Fahne“ rief dazu auf, die Bilderberg-Konferenz in Dresden zu „blockieren“. Der Kapitalismus sei die Ursache des ganzen Übels. Statt der angekündigten 15.000 Antifa-Demonstranten erschienen aber laut MDR Sachsen nur zehn. Ähnlich kampfbereit rief Compact-Chefredakteur Jürgen Elsässer am 10. April 2016 bei Twitter: <Die Bilderberger kommen nach Dresden – WIR AUCH!! Die Opposition muss auf die Straße gegen die Globalistenkonferenz! COMPACT ist gerne dabei!> Die neuen Rechten um Elsässer wünschten sich eine Querfront. Kommentar von Michael Richter bei Compact-online am 12. Mai 2016 unter der Überschrift „Querfront gegen Bilderberger in Dresden“: <Hoffen wir, dass diese Gruppierungen ihre Energie nicht im Kampf gegeneinander verschwenden, sondern miteinander gegen den Hauptfeind marschieren. Links und rechts war gestern. Heute gilt: Für globalen Imperialismus – oder dagegen.> Die sächsische Polizei bereitete sich mit einem Großeinsatz vor. Komisch! Alles im Sand verlaufen! Bei solchen quasi abstrakten Themen sind die Massen denn doch zu träge und die Protestbewegungen allzu uneins.

Gleichzeitig begann am 10. Juni im schwer geplagten Frankreich die Fußball-EM. Das Turnier dauert einen Monat und zu den 51 Spielen in zehn Stadien werden über 2,5 Millionen Besucher erwartet. Vielerorts werden ja auch große Bildschirme errichtet, ebenfalls ein Massenereignis. Unterdessen warnen ausgerechnet die USA ihre Bürger vor Reisen nach Europa in den Sommermonaten. Wegen potenzieller Anschläge. Die Warnung gilt bis zum 31. August. Nach Angaben des französischen Geheimdienstes rüstet sich der IS für eine Welle von Bombenanschlägen während der Fußball-Europameisterschaft. Überdies hatten Streiks und illegale Blockaden in Frankreich anlässlich des neuen Arbeitsgesetzes schon Ende Mai einen dramatischen Benzin- und Dieselmangel zur Folge. Obendrein hat anderthalb Wochen vor Beginn der Fußball-EM ein unbefristeter Streik bei der französischen Staatsbahn SNCF zu erheblichen Behinderungen im Schienenverkehr geführt. Und wegen Lohnkürzungen drohen im Juni Pilotenstreiks bei der Fluggesellschaft Air France. Auch trat gerade die Seine über die Ufer. Und, und, und  ...

Krawalle am Wochenende 9.-12. Juni in Marseille: Es sieht nicht danach aus, dass momentan die innere Ruhe und die Lebensfreude ausreichen würden, um ein großes Sport- und Spaß-Ereignis einfach fröhlich über die Bühne bringen zu können. <Nur wenige Stunden vor dem EM-Spiel Russland gegen England haben englische Fußballfans eine Massenschlägerei in Marseille provoziert. Zuerst fingen sie an, Polizisten mit Flaschen und anderen Gegenständen zu bewerfen. Später zielten sie es auf die russischen Fußballfans ab und machten dabei alles zur Waffe, was nicht niet- und nagelfest war, wie Stühle, Stangen und Flaschen. Viele der Prügelnden waren stark alkoholisiert. Erst durch Tränengasgeschosse der Polizei konnte die Schlägerei aufgelöst werden.> (Aus der Beschreibung des unten stehenden RT-Videos auf YouTube, veröffentlicht am 11. Juni 2016. Man sollte allerdings beachten, dass bei diesen gewaltsamen Ausschreitungen keineswegs feststeht, "wer angefangen hat". Beteiligt waren englische und russische Fans, französische Hooligans und die französische Polizei. Das Fazit ist, dass auf allen Seiten dieser Tumulte der latente Wahnsinn in einem großen, unbegreiflichen Tobsuchtsdrama zum Ausbruch kommt. Wie bei den Gremlins, oder in einer Art dämonischen Besessenheit.)

 

Nach dem Unentschieden (1:1) England-Russland am 11. Juni 2016 kam es im Stadion (Stade Vélodrome) von Marseilles zu weiteren Ausschreitungen. <Nach Abpfiff stürmten russische Fans die Blöcke der Engländer, es kam zu Jagdszenen in der Uefa-Arena. Fans flüchteten sich aufs Spielfeld, die Sicherheitskräfte konnten nur tatenlos zusehen oder wurden überrannt.> (Handelsblatt online)

Marseille hat schon friedlichere Zeiten erlebt. Zum Vergleich unten mein Foto der aktuellen Prügelecke am Hafen, jedoch in sonniger Idylle Ende April 2015 aus einem Fenster des Hotels Alizé gesehen:

Obendrein „droht“ der Brexit. Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, von uns armen Halbgebildeten gern England genannt, obwohl „Jukäi“ praktischer und inhaltlich korrekter wäre, soll am 23. Juni über den etwaigen Austritt aus der Europäischen Union entscheiden (British exit). Ob es der medialen Propagandamaschine noch einmal gelingen wird, das Zusammenwachsen der Neuen Weltordnung vor der leidigen, lästigen Demokratie zu retten, steht momentan in den Sternen. Aber die furchtbaren langfristigen Wirkungen, die das Establishment für den britischen Ausstieg an die Wand malt, sind sicher nur Phantasiegespinste.

Polen plant die Wiedereinführung von Grenzkontrollen für den Zeitraum vom 4. Juli bis 2. August, weil Ende Juli in Krakau der Weltjugendtag der römisch-katholischen Kirche stattfindet; man erwartet bis zu 2,5 Millionen Besucher. Es wäre in der Tat völlig kontraproduktiv und inkonsequent, gerade in diesem Kontext bedenkenlos die polnische Grenze zu öffnen.

Seit 2014 besteht vonseiten der EU ein Verbot gegen Kreditvergaben und Technologietransfers nach Russland. Der russische Ölkonzern Rosneft hat gegen diese Sanktionen beim Europäischen Gerichtshof geklagt, jedoch besteht kaum Aussicht, dass er damit durchkommt. Frau Merkel hat sich mit ihren NATO-Freunden beim G7-Gipfel bereits auf eine Verlängerung der selbstzerstörerischen, kindischen und weltfeindlichen Strafmaßnahmen gegen Russland einschwören lassen. Auch bei diesem wichtigen Thema handelt die Bundesregierung nicht im offenkundigen Interesse der Deutschen, sondern beteiligt sich an einem Wirtschaftskrieg, der nun seit zwei Jahren die Völkerverständigung in Richtung Osten ruiniert. Ob die Bundesregierung damit wohl gegen Artikel 9, Abs. 2 des Grundgesetzes verstößt? Da heißt es: <Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind verboten.> Wie, jetzt? Ist die Bundesregierung verboten? In diese Kategorie könnte auch die deutsche Beteiligung an der NATO-Strategie der geopolitischen Einkreisung Russlands fallen, die schon im Fall des westlich geförderten Coups in der Ukraine sehr deutlich Putins rote Linie im Sand überschritt und konkrete Gegenmaßnahmen von russischer Seite herausforderte. Wäre die Krim als Standort der russischen Schwarzmeerflotte und als Bestandteil der Ukraine ins NATO-Lager geraten, so hätten wir alle miteinander ein schier unlösbares Problem gehabt. Und gegenwärtig muss man sich in Bangigkeit wundern, wieso die überaus deutlichen russischen Proteste gegen die Aufstellung von Raketenanlagen in Rumänien und Polen in den Wind geschlagen werden. Es sollen Abwehrraketen sein, was eh schon eine Art strategischer Vorbereitung sein könnte; aber wenn die Technik und die Infrastruktur erst einmal dastehen, können sie wohl ohne große Umstände auch aggressiv genutzt werden. Die marionettenhaft operierende Bundesregierung legt gegen das klotzige Hasardspiel der NATO nicht den geringsten Protest ein! Und sie versäumt es auch, angesichts der ständigen Angriffskriege gegen Länder, die uns nicht angegriffen haben, sowie der blind vorangetriebenen Expansionspolitik nach Osten eine Neuorientierung der NATO als Verteidigungsbündnis zu fordern und eventuell aus der NATO auszutreten, wenn sie diesem Anspruch nicht gerecht wird.

Dass gegen Russland überhaupt ein solcher Antagonismus geschürt wurde, scheint mir ausgesprochen unheilvoll für Deutschland wie auch für ganz Europa. Ein neuer Kalter Krieg wurde nun so lange an die Wand gemalt und heraufbeschworen, dass er inzwischen nahezu als Tatsache gilt. Die vormals optimistischen Geschäftsbeziehungen siechen dahin. Die Rüstung wird angekurbelt. Schweden und Finnland, traditionell neutral, rücken näher an die NATO heran. Der in vielfachen Fällen des Mordes per Drohnenauftrag schuldige Friedensnobelpreisträger im Büro der ranghöchsten Marionette des Großkapitals, der sich vor ein paar Tagen zu einer schnulzigen Umarmung in Hiroshima herabließ, hat jetzt auch ein massives Programm zur Modernisierung von Kernwaffen zu verantworten, dessen Kosten im Bereich von 1.000 Milliarden US-Dollar liegen, gepaart mit der Entwicklung einer neuen Generation kleinerer taktischer Kernwaffen, die leider auch die Hemmschwelle beim konkreten Einsatz senken könnten. Yes, we can? Ist das etwa die „Veränderung, an die wir glauben können“, die er im ersten Wahlkampf „versprach“? Inwiefern wäre ein solches Programm gut für Deutschland, oder für die Menschheit? Was soll die Merkelsche Katzbuckelei vor einem solchen ausländischen Regierungschef? Was haben finstere Mächte gegen die arme Frau in der Hand, dass sie sich so unterwürfig aufführt? Nicht nur da, sondern auch beim Großkalifen Erdogan, dessen Egomanie uns alle in einen Krieg hineinziehen könnte und der die Flüchtlingsströme als eine Art Erpressungsmechanismus, wenn nicht gar als Waffe gegen uns einsetzt?

Am 4. Mai 2016 beschloss die EZB, den 500-Euro-Schein aus dem Verkehr zu ziehen. So will man angeblich Terrorfinanzierung und Geldwäsche künftig besser bekämpfen können. Echt? EZB-Präsident Mario Draghi hatte diese Entscheidung vorangetrieben. Die Bundesbank lehnte die Abschaffung zuletzt ab, aber was hat die Bundesbank überhaupt noch zu sagen? Deutschland hat längst einen Ring durch die Nase, wie ein dummer Tanzbär. In Wirklichkeit ist letzten Endes die Abschaffung des Bargelds geplant, was uns alle mit Haut und Haaren den katastrophal fehlbaren Computersystemen und auch der Willkür von Behörden und Banken ausliefern würde. Vermutlich reicht bei vielen Menschen, insbesondere bei den Jüngeren, die Phantasie oder die Informationsgrundlage nicht aus, um sich die Folgen eines völlig bargeldlosen Systems vorstellen zu können. Vor allem fehlt es an gesundem Misstrauen. Das Instrumentarium des Faschismus wird errichtet und kann nach einem geeigneten Coup dann von richtig schlimmen Faschisten bequem übernommen werden.

Arbeiter werden weitgehend überflüssig gemacht, was letztlich die sozialen Spannungen erhöhen wird. So baut z.B. Adidas jetzt in Ansbach eine Roboterfabrik für Schuhe, in der man fast gar keine menschlichen Mitarbeiter mehr braucht. Seit etwa 20 Jahren hatte Adidas überhaupt nicht mehr in Deutschland produziert, sondern nur noch in Billiglohnländern, wo Adidas nun fast eine Million Beschäftigte hat (vor allem in Asien). Aber auch das wird dem Konzern zu teuer, denn die Löhne steigen auch dort. Die Alternative sind Fertigungsanlagen mit Robotertechnologie. Werden die Menschen zwischenzeitlich noch Geld haben, um sich die Produkte kaufen zu können? Werden sie in der Masse am Ende komplett von einem „bedingungslosen“ Grundeinkommen abhängig sein und statt mit Geld nur noch mit einer Plastikkarte herumlaufen, die beim kleinsten Anzeichen zivilen Ungehorsams gesperrt werden kann? Vielleicht ist es nicht einmal mehr eine Plastikkarte, sondern ein eingepflanzter Chip, der den Kredit, den Gesundheitszustand und andere private Informationen laufend in die Gegend funkt und so auch die Überwachung weiter verschärft.

Wahrscheinlich werden wir dann auch ständig von oben beobachtet. Der Himmel brummt bereits. Allein in Deutschland sind für private und kommerzielle Zwecke inzwischen 400.000 Drohnen verkauft worden. Bis 2020 werden es voraussichtlich 1,1 Millionen sein. Beglotzen, Belauschen, Erfassen, Verpfeifen, Verfolgen, Beliefern, am Ende wohl auch standrechtliches Verurteilen und Bestrafen – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Im militärischen Bereich tut man sich da längst keinen Zwang mehr an. Stöhne, neue Welt!

Die letztgenannten Nachrichten sind eher von langfristiger Wirkung. Jedoch steigert sich der Gesamteffekt zum Crescendo; und ob es dabei zum singulären Höhepunkt kommt, also zum großen Knall oder qualitativen Zusammenbruch, oder ob der Wahnsinn im Lauf der Jahre und Jahrzehnte wieder abschwellen kann, lässt sich so aus der Ameisenperspektive nicht sagen. Technik-Optimisten verstehen unter Singularität den Zeitpunkt, wenn die Maschinen imstande sind, sich selbst zu verbessern und somit die weitere Entwicklung selbst in die Hand, oh Verzeihung, in den Greifer zu nehmen. Mit anderen Worten, sie sollen nicht nur künstlich „klüger“ sein als wir, sobald sie das neuronale Netz des Menschen übertreffen, sondern auch erfinderischer und letztlich mächtiger als die Menschen. Der „Fortschritt“ würde sich nach dieser Annahme alsdann rasant beschleunigen und das Endprodukt der Entwicklung wäre gar nicht mehr absehbar. Wie weit wir mit dieser Entwicklungsrichtung aber noch gehen können, bevor die Sicherungen durchbrennen und der Gesamteffekt plötzlich ins Apokalyptische umschlägt, ist genauso unklar. Wir sehen ja schon, was passiert, wenn die Großrechner den Wertpapierhandel übernehmen. In Tausendstelsekunden können sie beim geringsten logischen Fehler bedeutende Kurse zum Absturz bringen – vielleicht sogar die ganze unreal gewordene Weltwirtschaft, wenn diese sowieso schon auf der Kippe steht. Das wäre nicht die eigentliche Ursache des Gelduntergangs – der steht uns im Wesentlichen aus anderen, langfristigen Gründen bevor –, aber es könnte immerhin der absurde Auslöser sein.

Und unlängst geriet eines meiner bevorzugten schlafwandlerischen Ausflugsziele, nämlich die Düsseldorfer Altstadt und Heinrich-Heine-Allee, laut Mediengetöse ins Fadenkreuz der sogenannten Islamisten. Angeblich wurde die betreffende „Zelle“ komplett ausgehoben, bevor sie ihr Verbrechen mit Sprengsätzen und Sturmgewehren begehen konnte. Dort in der Altstadt, an der „längsten Theke der Welt“ und auch genießerisch an der Rheinpromenade, sind fast immer dicht gedrängte Menschenmassen vorzufinden, ein feuchter Traum für blutrünstige Schlächter. Ist klar wie Kloßbrühe. Logik und Formulierkunst versagen, und die Verbalisierung des Entsetzens wird überflüssig. Die pseudoreligiöse Begründung solcher Taten ist völlig egal: Mord ist Mord. Mörder sind Mörder, egal warum sie's taten. Die Herleitung einer bösen Tat aus einer heiligen Schrift tritt den Begriff der Heiligkeit mit Füßen. Auch das ist eine Art Singularität, nämlich eine gegen Unendlich übersteigerte Rechtfertigungsperversion in Zeiten großer Verunsicherung. Scheinbar zählt nur noch der Extremfall. Dass Menschen sich an einem Ort treffen, wo sie Spaß haben, hält ja auch kein Schwein mehr aus: denn das ist keine Singularität. Möge der Wüstensand, der schließlich alles zuzudecken hofft, uns gnädig sein.

Frühlingspracht in Borgholzhausen, 9. Mai 2016

Der Existierende

Der Existierende ist nicht zu beschreiben. Keine Kraft hat ihn erkannt, keine Macht, nichts darunter, nicht irgendeine Kreatur seit dem Anfang der Welt – er sich allein.

Er ist unsterblich, ewig und geburtslos. Er ist ungezeugt und hat keinen Anfang. Denn, wer Anfang hat, hat auch ein Ende. Über ihn ist keiner Herr. Er hat keinen Namen. Wer einen Namen hat, ist das Geschöpf eines anderen. Er ist namenlos und gestaltlos. Wer eine Gestalt hat, ist das Geschöpf eines anderen. Er hat ein Aussehen, nicht von der Art des Aussehens, das wir erhalten oder gesehen haben, sondern es ist ein fremdes Aussehen. Es geht über alles hinaus. Es ist kostbarer als die Ganzheiten.

Er sieht nach allen Seiten, er erschaut sich allein durch sich selbst. Er ist unendlich, unbegreiflich. Er hat nicht seinesgleichen. Er ist unwandelbar gut, ohne Mangel. Er besteht für immer. Er ist selig, unerkennbar, erkennt sich nur selbst. Er ist unermesslich, unergründlich, endgültig. Er hat keinen Mangel. Er ist unvergänglich, selig. Man ruft ihn Vater des Universums.

Gnosis. Das Buch der verborgenen Evangelien, S. 242f:

Der Eugnostosbrief, ein Text aus Nag Hammadi (Auszug)

Hrsg. und übersetzt von Werner Hörmann. Bechtermünz Verlag

 

15. Mai 2016: "Der Wohlfahrtsstaat ist ein großer Honigtopf, der die Raubtiere anlockt." (Stefan Molyneux)

Und im Übrigen, für die hochheilige Pfingststimmung: Bei der Ausfahrt aus dem Krefelder Hauptbahnhof Richtung Düsseldorf stechen linker Hand drei riesige Werbeplakate für aktuelle Bombastik-Filme ins Auge, alle mit englischen Titeln, so als ob die englische Sprache die unheilvolle Bedeutung der Hollywood-Gehirnwäsche und Katastrophen-Einstimmung kaschieren könnte: 1. "Civil War" (Bürgerkrieg), 2. "X-Men Apocalypse" (mit der lieblichen Jennifer Lawrence als Lockvogel in die Untergangsgeilheit), 3. "Warcraft" (Kriegskunst, was auch sonst). Die Fernsehprogramme zum Pfingstsamstag brillieren neben seichter Eurovision und irreführenden Prieuré- und Illuminati-Filmen mit noch mehr Hitler, Himmler, Kriegsgerät und Verstümmelungen als sowieso schon üblich ist, sowie mit dem pseudo-harmlosen Nazi-Entertainer Heinz Rühmann, während unsere Politiker das gesellschaftliche Konfliktpotenzial mit ihrer Stümperei in Einwanderungs- und Invasionsfragen besinnungslos oder boshaft weiter anheizen. Die Medien scheinen nicht speziell an der Ausgießung des Heiligen Geistes interessiert zu sein.

 

 

Menschen in den Klauen der Maschine: Und sie zahlen sogar dafür! (Sprödentalkirmes in Krefeld, 1. Mai 2016)

Und wieder türmt sich der Bilderberg

1. Mai 2016: Bilderberg demnächst in Dresden: Erstaunlich, so im Vorbeigehen, erscheint mir, dass die Bilderberger für ihr streng vertrauliches weltweites Treffen hochrangiger Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Jahre 2016 kein abgelegenes Hotel im Gebirge und auch keine einsame Insel gewählt haben, sondern, wie vor drei Wochen publik wurde, ausgerechnet Dresden, wo der soziale und nationale Konfliktstoff sowieso schon am Brodeln ist. Dresden als Schauplatz wurde vom Bundesinnenministerium bestätigt. Der exakte Tagungsort der diesjährigen Konferenz vom 9. bis 12. Juni, sofern dies keine bewusst ausgestreute Fehlinformation ist, soll das Kempinski-Hotel Taschenbergpalais unweit der Semper-Oper sein. (Siehe SPIEGEL-Notiz über Bilderberg vom 8. April 2016.) Haben die gar keine Sorgen, dass der nationalistische Groll von Pegida genauso wie der sozialistisch-anarchistische Groll der Antifa sich in so einem Hexenkessel direkt gegen die Verkörperung globaler machtpolitischer Arroganz wenden könnte? Wobei diese zwei künstlich geschaffenen und hochprovozierten Pole natürlich auch gegenseitig ins Handgemenge kommen könnten? Das Hochkochen des Konfliktsüppchens ist offenbar das Hauptziel der aktuellen Manipulationen rund um die Welt und so auch in Dresden. Es wird ein teurer Spaß, da noch für Ordnung zu sorgen. Trotzdem doziert a.a.O. der SPIEGEL nur ganz lakonisch und systemimmanent: <Kritiker bezichtigen die Bilderberg-Gruppe seit Langem, bei ihren Konferenzen wichtige politische und wirtschaftliche Entscheidungen ohne demokratische Legitimation und öffentliche Kontrolle zu treffen. Andere Kritiker werfen der Gruppe vor, für eine ultraliberale Ausrichtung der Globalisierung einzutreten.> Ja. Beides trifft zu, und es ist eigentlich dasselbe. Denn "ultraliberal" bedeutet in diesem Kontext: "Alle Macht den Konzernen: die Aushebelung der nationalen Souveränität". Der SPIEGEL freilich ist ex-links und konformistisch und versteckt sich höchstens hinter den Aussagen anderer.

Interessanten, spekulativen Schall und Rauch zu diesem Thema bietet die Website Alles Schall und Rauch, u.a. mit der zusätzlichen Beobachtung: <Gastgeber in Dresden ist übrigens Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank. Ihm zur Seite steht Thomas Enders, CEO des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus. Er war 1984, 2005 und von 2009 bis 2015 Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz, ist im Steering Committee und war bis 2009 Vorsitzender der Atlantik-Brücke.> Na bitte, Geld und Waffen, da kann ja nichts schiefgehen. Ein Diskussionsteilnehmer mit der ominösen Selbstbezeichnung "Firestarter" blökt nicht ganz unlogisch: <Warum sollten diese elitären Knallköpfe das Risiko eingehen, Opfer eines Anschlags zu werden? Das war mit Sicherheit eine Falschmeldung, die viel zu früh rausgegangen ist, um die Journalisten, Demonstranten etc. zur falschen Stelle zu lenken. Dresden ist doch der absolut falscheste Ort. Er könnte Aufstände beschwören.> Ja, falsch und falsch ist auf diesem Parkett quasi zweierlei: je nach dem Standpunkt und den Absichten kann abgrundtief Falsches gewissen Leuten goldrichtig erscheinen. Jetzt sind wir aber gespannt, was wirklich abgeht.

Taschenbergpalais Kempinski, Dresden (heute)

Taschenbergpalais, Hauptfassade (1991, damals immer noch Kriegsruine)

Noch geradezu schläfrig meldete die Zeitung Dresdner Neueste Nachrichten am 14. April 2016, der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert habe mit der geplanten Bilderberg-Konferenz "keine Probleme". <Wenn sich hochrangige Persönlichkeiten die Stadt als Tagungsort auswählen, sei das zu begrüßen, sagte er am Donnerstag in der Fragestunde im Stadtrat. Zu möglichen Gegendemonstranten und Polizeieinsätzen würden der Stadt bislang keine Informationen vorliegen.> Von wegen, die Planung dürfte hinter den Kulissen auf Hochtouren laufen, auch vor zwei Wochen schon. Und wer darf für die Sicherheitsmaßnahmen aufkommen? Gewiss wieder der Steuerzahler, in diesem Fall der deutsche, obwohl fairerweise die gut betuchten geladenen Gäste bzw. deren Konzerne und Institutionen dafür zahlen sollten, wenn es doch angeblich eine private Veranstaltung ist. Jesses Maria.

3. Mai 2016: Um den Bilderberg nicht zu überschätzen, aber auch nicht zu unterschätzen: Ich sehe das so, dass sich bei Bilderberg ein gewisser Konsens aus der Atmosphäre, der Themenwahl und der generellen Tendenz ergibt, das nehmen die Großkopferten mit nach Hause und benutzen es fürderhin, um ihre regionalen Richtlinien zu gestalten. Freilich drehen sie dabei ihr Fähnchen nach dem Wind, weil sie nun etwas besser wissen, wohin die globale Reise geht und mit welchen "falschen" Entscheidungen sie ins Fettnäpfchen treten würden.

Außerdem kann es ein Karriereschritt sein und eine Gelegenheit zur Vernetzung. Den draußen Herumkrakeelenden fehlt eigentlich eine Portion gesunder Menschenverstand, insofern als sie den Bonzen gern jedes Recht absprechen würden, mal in Ruhe miteinander zu reden. Nein, Herrschaften, es gibt gute und durchaus wohlwollende Gründe, warum zum Beispiel Kabinettssitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden und warum sich der Vorstand eines Konzerns nicht vor laufenden Kameras berät. Das sollte eigentlich klar sein.

Davon abgesehen, geraten Politiker im Bilderberg-Mix freilich in Versuchung, sich bei den Wirtschafts- und Finanzbossen anzudienern, es entstehen kartellähnliche Absprachen und politische Kandidaten holen sich hintenrum eine Form von Unterstützung, die sich über einen demokratischen Wahlkampf hochnäsig erhebt und ihn bei Bedarf sogar umlenkt oder neutralisiert. Und dass bei solchen Konferenzen militärische Strategien, unpopuläre finanzielle Mega-Entscheidungen wie die Euro-Einführung, auch die zunehmende Isolation Russlands und vielleicht gar die Entfesselung von Migrationsströmen über die Köpfe der Bevölkerung hinweg suggeriert und vorgezeichnet werden, sollte ebenfalls klar sein. Übrigens hat auch Bilderberg seine territorialen Grenzen, denn vertreten ist dort eigentlich nur der transatlantische "Westen", also der historisch nun fast antiquierte Machtanspruch der USA und Europas. Militärisch gesehen deckt Bilderberg ziemlich genau die NATO-Länder ab. (Russland hat höchstens mal hereingerochen.)

Ich sehe da zumindest eine gehörige Portion Sowohl-als-auch und weiß das Anliegen der Demonstranten, selbst wenn sie manchmal hilflos wirken, definitiv zu schätzen. Nebenbei gesagt natürlich allen Respekt vor der Fähigkeit manch eines sonnigen Gemüts auf dieser Welt, sein Leben konsequent im Interesse seiner selbst und seiner Nächsten zu gestalten und sich nicht unnötig über das Kaspertheater aufzuregen. Ich habe keine Ahnung, wie man sich aus den Weltkonflikten erfolgreich raushält, wirken deren Wogen doch deutlich spürbar bis ins persönliche und familiäre Überlebenspotenzial.

Gleichzeitig stört mich meine eigene Altherren-Müdigkeit und -Abgeklärtheit gelegentlich ein bisschen. Man weiß zu viel, um noch einseitigen Kampfgeist zu entwickeln, und sieht sich eher von sporadischen Verdauungs- und Verknöcherungsproblemen geplagt als von den bösen Machthabern dieser Welt.

Siehe auch, aus früheren Jahren, meine Informationssammlung Geheimgesellschaften: Die Bilderberger.

Um nicht blauäugig ins totale Laissez-faire zu geraten, allzu sehr hoffend auf das Gute im Bonzen, beachte man ein weiteres Schlaglicht, das heute früh von Campact hereingeflattert kam. Campact schreibt: <Die gestern veröffentlichten TTIP-Leaks zeigen, wer hier falsch gespielt hat: Es waren die EU-Kommission und die Bundesregierung, die die Wahrheit über die TTIP-Verhandlungen unterschlagen und die Bürger/innen in Europa bewusst getäuscht haben. Die von Greenpeace präsentierten Dokumente zeigen, dass TTIP ein bitterböses Tauschgeschäft auf Kosten der Bürger/innen ist: mehr Auto-Exporte gegen höhere Toleranzwerte für Gifte in Nahrungsmitteln und Kosmetika. So also sollte das laufen ...! Gentechnik und Hormonfleisch liegen eben doch auf dem Verhandlungstisch. Und die Industrie auf beiden Seiten des Atlantiks greift nach der Macht, die Gesetzgebung in ihrem Sinne zu bestimmen. In einer ersten trotzigen Reaktion hält die Bundesregierung weiter an TTIP fest – obwohl bereits die Hälfte der SPD-Bundestagsfraktion ein Ende der Verhandlungen fordert.> (Campact-E-Mail vom 3. Mai 2016)

Na super, Kommerzengel Gabriel sei Dank! Soll heißen, bei politischen Entscheidungen, die von der Wirtschaft hinter verschlossenen Türen erzwungen werden und die definitiv die Souveränität der einzelnen demokratischen Staaten aushebeln, ist einiges Misstrauen eben doch berechtigt, und mehr Transparenz darf bei konkreten, supranationalen politischen Entwicklungen ruhig eingefordert werden.


21. April 2016: Viel zu tun und derzeit nicht viel Bock aufs Wiederkäuen weiterer wahnwitziger Weltprozesse, während das Wesentliche wohler tut und wirklich weitaus wundervoller ist. Zwischendurch aber hier ein nettes Grundsatzzitat über westliche Wohlstandsweisheit aus einem wertbewussten Wirtschaftswörterbuch: <Das Auseinanderklaffen zwischen nahezu unbegrenzten menschlichen Bedürfnissen und der Knappheit der Wirtschaftsgüter zwingt dazu, die vorhandenen Güter mit dem Ziel zu verwenden, eine möglichst hohe Bedürfnisbefriedigung zu erreichen. Da sich eine optimale Bedürfnisbefriedigung nicht von selbst einstellt, sind Entscheidungen darüber zu treffen, wie die knappen Güter eingesetzt werden sollen.> Und nicht zu vergessen, wenngleich es dank linker Indoktrination, Moralverfall und Automatisierung fast altmodisch klingt: <Man erhält Wirtschaftsgüter nur, wenn man eine Gegenleistung erbringt. Dies geschieht in den meisten Fällen durch eine Bezahlung in Form von Geld. Wirtschaftsgüter haben also einen Preis, der größer als Null ist.> (Wolfgang J. Koschnick, Management and Marketing: Encyclopedic Dictionary, English-German; unter dem Stichwort "goods".)

5. März 2016: Knapp und treffend: <Die Migrationsentwicklung haben wir natürlich deshalb, weil unsere "Freunde" so heißt das ja zwischen Afghanistan und Libyen und Mali die Welt in Schutt und Asche legen; man muss sich natürlich nicht wundern, wenn man die Welt so zerstört, wie es die Amerikaner, Briten und Franzosen machen, und manchmal auch mit unserer Mithilfe, dass die Leute sagen: "Wir wollen überleben", und laufen zu denen, die sie eigentlich bombardieren.> (Willy Wimmer im Interview mit Sputnik, "Europa wird von den USA zerstört")

 

Der Maßstab aller Dinge

30. Januar 2016: Manche Leute diskutieren leidenschaftlich die Herkunft des Wortes „Religion“, nämlich ob es von religare = „zurück-binden“ (zurück zum Ursprung bzw. zu Gott hin verbinden), oder aber von relegere = „sorgfältiges erneutes Lesen“ herkommt, also ob letztlich „das stete und neuerliche Betrachten dessen, was ist, mit dem Bemühen um größere Klarheit, Wahrheit, Weisheit“ gemeint ist. Heutzutage sind ja auch viele Menschen bemüht, die persönliche Spiritualität von der institutionalisierten Religion zu trennen. Jeder sucht nach geeigneter Munition für seine Geschütze.

Letzten Endes bin ich jedoch der Meinung, dass ich für solche Fragen kein Buch mehr brauche; schon gar nicht ein Heiliges Buch.

Ha, da wetzt der Fanatiker aus Wüstenländern bereits sein Messer, wenn er das hört, während die Innozenze bei ihrem Heiligen Stuhlgang die bösen Könige um Hilfe anrufen, auf dass ein Kreuzzug geführt werde. Und Sektenpolizisten rümpfen die Nase, weil sie zwar Glaubensfreiheit einfordern, jedoch von der untrennbar damit verbundenen Freiheit des Unglaubens im Grunde gar nichts halten.

Übermäßige Diskussionen der Wortherkunft (Etymologie) sind genau wie kabbalistische Buchstabenverdrehung und alchimistische Symbolik nur umständliche Umwege für das, was man eh schon weiß oder zu wissen hoffte, oder für das, was man anderen Menschen nun unbedingt unter die Nase reiben will. Beherrschen, Rechthaben, Überleben um jeden Preis, auch wenn der Preis darin besteht, dreißig Jahre lang im streng überwachten Studiersaal oder mit Erweckungsheftchen am Straßenrand zu verkümmern!

Neuerdings habe ich den frechen Maßstab aufgestellt: Du selbst bist der Maßstab aller Dinge. Das heißt nicht, dass Du Deinen Maßstab anderen aufzwingen darfst, sondern es heißt: Für Deine Zwecke und für Dein eigenes ewiges Ich-Sein hat da sonst niemand dazwischenzureden. Es ist deshalb so, weil Du in Alpha und Omega der wahre einzige „Ich-bin“ bist, der Du schon immer warst und immer bist, ergo sind die anderen Leute, obwohl sie in genau derselben Größe und Ichheit existieren und wahrhaft eigenständige Ich-Wesen sind, für Dich als Maßgeber nicht wirklich maßgeblich, wenngleich sie zuzeiten wertvolle Anregungen bieten und im Übrigen das Abenteuer des Seins demonstrieren, eben gerade weil sie nicht unter Deiner Kontrolle stehen und jederzeit völlig unerwartete Sachen sagen, geil den Rock heben oder böse drauflos ballern können.

Im Grunde ruht alles Wissen, das Du jemals brauchst, bereits in Dir selbst. Insofern sind Wörterbücher nur ein untergeordneter Zeitvertreib, außer zur Klärung wirklich unbekannter Ausdrücke, die für die Praxis benötigt werden. Bei theoretischen Begriffen wird jeder gern hineinlesen, was er herauslesen wollte, und im Zweifelsfall wird er die Etymologen herbeizerren, um bitte das zu finden, was er sucht. Oder?

Der altjüdische Hohepriester zerreißt sich bei derart selbstbewussten Ich-bin-Thesen übrigens in flammendem Zorn sein Gewand, weil er wähnte, nur er habe diese Dinge gewusst und nur er könne auf dieser Grundlage die Gesellschaftsordnung manipulieren. Darin irrt er freilich, denn zum Beispiel übt auch jeder halbwegs gescheite Künstler einen subtilen, nachhaltigen Einfluss aus, und gerade der Künstler ist sich seines einzigartigen Ichs oft ganz intensiv bewusst. Auch klassische deutsche Philosophen wie Leibniz, Fichte und Hegel zeichneten sich durch ein geradezu überbordendes, weithin wirksames Ich-Bewusstsein aus.

Die Abbildung rechts oben zeigt das Gemälde Die Jungfrau des Heiligen Grals (1874) von Dante Gabriel Rossetti. Man vermutet, dass hier Maria Magdalena gemeint ist. Ein gutes Beispiel für all das, was wir nicht wissen können, aber in freier Selbstbestimmung des Geistes in die Dinge hineinlegen könnten. Wenn wir wollen! In diesem Fall ließe sich noch anmerken, dass Rossettis Originaltitel nicht auf  virgin („Jungfrau“), sondern ganz salopp auf damsel („Mädel, Maid“) lautetet, und wenn's die Magd à Lena sein soll, dann trifft das neckische Wörtchen damsel den mutmaßlich hymenlosen Sachverhalt wohl genauer.  Aber ich schweife ab.

Freilich hat jeder auch die Möglichkeit, in der Ausübung der eigenen Maßgeblichkeit seinen „höchsten Maßstab“ in ein göttliches Wesen hineinzuprojizieren, das für ihn fortan als höchster Maßstab gilt. Was die Leute in ihrer Beziehung zu Gott dann allerdings an Weisungen oder Eingaben heraushören, und ob es sich dabei um Downloads oder Uploads handelt, das möge jeder Außenstehende wiederum aus dem unerschöpflichen Brunnen seiner eigenen Weisheit heraus beurteilen. Ich hatte längere Zeit gedacht, einige der übleren Auswüchse des menschlichen Verhaltens wären korrigierbar, wenn man, falls möglich, den Glauben an Gott fördern könnte, und das mag wohl so sein; allerdings ist der Gottesglaube, wie man jetzt mit erneuter Deutlichkeit sieht, keine Garantie für vernünftiges und barmherziges Verhalten, denn was dusslige Menschen im Namen eines Gottes schon alles verbrochen oder geopfert haben, geht auf keine Kuhhaut. Je nach dem Inhalt der religiösen Indoktrination können die schönsten oder scheußlichsten Ergebnisse dabei herauskommen. So sind wir denn wieder bei der Definition von „Gott“ angelangt und stehen unausweichlich vor der Tatsache, dass jeder an der Qualität seiner eigenen Maßstäbe arbeiten muss, um nicht einem höheren Wesen einen Willen anzudichten, der möglicherweise der eigenen menschlichen Niedertracht entstammt. Also gilt immer noch: Maßgeblichkeit, trau schau wem. Und werde klug! – – –

P.S.: Zum Gottesbegriff hier noch einmal die Worte moderner Rosenkreuzer: <Es gibt nur einen Gott, der ewig lebt, allgegenwärtig ist, grenzenlos mächtig und unbegrenzt in seiner Erscheinungsform ist – es ist der „Gott unseres Herzens“. Gott ist ein völlig subjektives Erlebnis und somit persönliche Auslegung. Die Auffassung von Gott spiegelt die Vernunft, die Erziehung, den religiösen und gesellschaftlichen Hintergrund des betreffenden Menschen wider. Aus diesen Gründen ist es unmöglich, eine einheitliche Auffassung von Gott zu schaffen, die für alle Menschen gleicherweise annehmbar ist.> (Glossar der Rosenkreuzer)

Waldspaziergang der Roboter

28. Februar 2016: Schöne neue Welt! Die Blechgesellen mit der "künstlichen Intelligenz" beginnen drauflos zu marschieren und werden immer geschickter, lassen sich auch nicht durch Fußtritte beirren und sind in der Lage, ihr Gleichgewicht wiederherzustellen und weiterzumachen. Hier ist der wendige Vierbeiner, schon weitaus tüchtiger als vor wenigen Jahren:

 

Das neueste Modell kommt inzwischen zweibeinig und unbeirrbar daher (siehe unten). Die Firma Boston Dynamics, die diese Dinger baut, ist übrigens seit 2013 eine Tochtergesellschaft von Google! Es ist gruselig und wird immer gruseliger. Nun kann es nicht mehr lange dauern, bis die Elektronik und die Energieversorgung so weit perfektioniert sind, dass mühelos aufrecht gehende Roboter in leicht verwechselbarer Menschengestalt gebaut werden können. Solche wandelnden Maschinen könnten natürlich mit dem Datenreichtum vernetzt werden, der bei Google und in anderen Internetdiensten stetig ausgeweitet wird und für nahtlose Überwachung der Bevölkerung sorgen kann. Man sieht, was sich da abspielt, und wäre schon jetzt sehr vorsichtig, ein solches Monster mit dem Besenstiel oder mit Fußtritten zu irritieren. Die Fähigkeit, "irritiert" zu sein, müsste man freilich noch einprogrammieren, und die spirituelle Frage, ab wann in einem solchen Blechschädel ein echtes Subjekt-Bewusstsein entsteht oder Einzug hält, muss ebenfalls noch geklärt werden.

 

Das amerikanische Militär setzt nach dem Stand von August 2014 rund um die Welt etwa 11.000 UAVs (Unmanned Aerial Vehicles, d.h. "unbemannte Luftfahrzeuge", sprich Drohnen) und 12.000 Bodenroboter ein (Quelle: Future Military Robots). Die Bodenroboter sind überwiegend noch fahrende, ferngesteuerte, unbemannte Aufklärungs- und/oder Kampfmaschinen ohne menschenähnliche Gestalt.

 

Der Stein der Weisen, vorläufig zum Frühstück

23. Januar 2016: Es ist natürlich nur ein weiterer allzu kluger Spruch, aber als Gedanke irgendwie faszinierend und irritierend: Man lebt in der Hoffnung, eine Erinnerung zu werden. (Antonio Porchia) – Ich hoffe doch sehr, dass es dabei nicht bleibt! Wessen Erinnerung? Wie umfangreich oder gehaltvoll kann eine solche Erinnerung überhaupt sein? Außerdem bin ich doch, auch nach meinem diesmaligen Ableben, keine bloße Erinnerung, sondern lebe rückblickend und vorwärtsblickend fort und habe eine Erinnerung, und im nächsten Leben bin ich definitiv wieder ein Kerl, oder ein Mädel, und nicht so ein geisterhaft unwesentliches, bewusstloses, unpersönliches Ding wie eine Erinnerung. Die Beschränktheit innerhalb eines Lebens beschäftigt mich schon eher; ich würde gern mehr Erinnerungen behalten und kombinieren können, aber nicht die Erinnerung selbst sein.

Hier ist ein schönes Beispiel für die zeitliche und inhaltliche Begrenztheit des menschlichen Begriffsvermögens innerhalb eines einzigen Lebens: Ich habe da gerade (in englischer Sprache) ein 1262 Seiten starkes "Lexikon der Gnosis und westlichen Esoterik" entdeckt (Dictionary of Gnosis and Western Esotericism, PDF dort komplett unter "Download" erhältlich). Jetzt geht aber die Post ab, weil man einige Jahrhunderte bräuchte, um mit derart interessanten Informationen überhaupt umzugehen. Hübsch ist jedoch, auf den ersten Blick erfassbar, schon mal das Fundstück auf Seite 57 über Zosimos von Panopolis, den "ersten historischen Alchemisten", der um 300 n. Chr. über den "Stein der Weisen" gesagt haben soll: "Dieser Stein, der kein Stein ist; dieses kostbare Ding, das keinen Wert (kein Maß) hat; dieses polymorphe (vielgestaltige) Ding, das keine Form hat; dieses unbekannte Ding, das allen bekannt ist". Ist ja super, da haben wir die Definition eines nichtmateriellen Geistes, wenn ich nicht irre. Die Alchemisten drückten sich gern durch die Blume aus, weil ihnen im Lauf der Geschichte häufig der Scheiterhaufen drohte, wenn ihre Aussagen deutlicher wurden. Na, und Zosimos sagt auch, ein Weiser, der Selbsterkenntnis besitzt, brauche keinerlei Art Magie, um einen Einfluss auszuüben. Stattdessen erlaube er allem, sich nach der Notwendigkeit der Natur zu entwickeln, und so erzeuge er dauerhafte "natürliche Tinkturen". (Die unnötige, angestrengte, zwanghafte und eitle Zauberkunst fegte er damit vom Tisch.)

Ich bin äußerst beeindruckt und ärgere mich nur ein wenig über die vorerwähnte Beschränktheit des Menschenlebens, die es mir definitiv verwehrt, das ganze PDF-Buch mit seinen 1262 Seiten aufzufressen und all das tatsächlich zu kapieren, zu interpretieren und in mein privates und öffentliches Weltbild zu integrieren. -- Aber mit etwas Vertrauen in die eigene Riechnase war das Obige ja vielleicht schon das beste Stück. Nun jedoch bitte zuerst einmal mein Samstagsfrühstück mit Caro-Kaffee und Lachsbrötchen ... nicht zu vergessen ... !!! -- Abbildung oben links: Farblich entfremdetes Lampenfoto, Saturn-Gebäude, Düsseldorf.

 

Carcassonne Eigenes Foto

Teile und herrsche im endsgeilen Tohuwabohu

16. Januar 2016: Klare Worte kommen von einem feurig argumentierenden kanadischen Blogger namens Stefan Molyneux, der im Prinzip alles Wesentliche sagt, was zur aktuellen Krise gesagt werden muss, mit einigermaßen brauchbaren deutschen Untertiteln, siehe hier: Was mich an der europäischen Flüchtlingskrise ärgert. Besonders unausweichlich kommt das Argument rüber, dass der Wohlfahrtsstaat in Kombination mit offenen Grenzen die sichere Formel für eine Katastrophe ist: Schmarotzertum, Wertezerfall, Bürgerkrieg. Logisch ist auch, dass die Überwältigung einer Kultur mit einer allzu großen Anzahl Menschen aus einer ganz fremden Kultur dramatische und unerwünschte Folgen für die Gastkultur haben wird. Der Zorn dieses einen Mannes bräuchte weniger heftig auszufallen, wenn mehr Menschen in den westlichen Ländern ihre Augen offen hielten und ihren Einfluss auf die Politik geltend machten.

Insgesamt wird die Stimmungslage, aber auch die konkrete Lage für Deutschland und andere west- und nordeuropäische Länder jetzt bedenklich, und wenn man im Internet nachforscht, was derzeit alles passiert, dann zeigt sich deutlich, dass die Polarisierung innerhalb der deutschen Bevölkerung, nämlich „pro und kontra Zuwanderung“, zunächst einmal den größten Schaden anzurichten droht. Man sieht es an dem gigantischen Polizeiaufgebot, wenn die beiden Lager daran gehindert werden müssen, sich offen zu prügeln. Und auch die kleineren Einzelfälle geben zu denken: In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain gingen acht vermummte Antifa-Leute am 14. Januar mit Eisenstangen auf drei bekannte Pegida-Figuren bzw. Zuwanderungsgegner los, die dort einen Video-Dreh machten. Die so Angegriffenen flüchteten sich ins Auto, woraufhin ca. 5 bis 8 vermummte Täter die Scheiben einschlugen und durch die beschädigten Scheiben mit Eisenstangen gezielt ins innere Richtung Köpfe der Insassen stachen. (Siehe auch hier.) Eine der drei betroffenen Personen war die lautstarke, zickige, aber strikt verbal engagierte Stephanie Schulz, die in Videos seit Monaten ihre inhaltlich berechtigten, emotional freilich sehr überdrehten Schimpfreden gegen die deutsche Zuwanderungspolitik vom Stapel lässt. Offenbar lässt sie sich durch den Vorfall nicht bewegen, die Klappe zu halten, sondern stellt die Ereignisse gleich am selben Abend in einem neuen Video dar.

Die übliche Illuminaten-Strategie, „Teile und herrsche“, scheint im deutschen Volk, in anderen europäischen Nationen und schließlich fürs ganze gefährdete EU-Gebilde wieder einmal aufzugehen. Wie am Vorabend der Hitler-Diktatur gehen auf der Straße die sogenannten Linken und Rechten aufeinander los. Mit sehr viel Ideologie, anstatt sich mal alle zur Ausarbeitung pragmatischer Lösungsmodelle zusammenzusetzen.

Und um die Deutschen völlig verrückt zu machen, haue man ihnen Hitler um die Ohren! Das ist das Patentrezept. Daher die pünktliche, ominöse Neuauflage zum Jahresbeginn 2016, egal wie gescheit dieses erbärmliche Machwerk nun kommentiert worden ist. Oder man gebe ihnen Himmler! Am 10. September 2001 liefen abends drei Stunden Himmler im deutschen Fernsehen, nämlich die Bühnenversion der berüchtigten Himmler-Rede vor SS-Gruppenführern am 4. Oktober 1943 im Goldenen Saal des Schlosses von Posen. Supergutes Timing, ausgerechnet diesen Text hervorzuholen, in der Nacht bevor die Wolkenkratzer einstürzten. Es hat was Dämonisches. Na, und heuer zu Neujahr musste eben wieder mal der giftige kleine Schnauzbart in die Buchhandlungen kommen.

Leute! Gute Leute! Wenn wir auf all die Manipulationen reagieren, indem wir uns gegenseitig bekriegen, sind wir leichter zu beherrschen, am Ende dann auch leichter zu bewegen, einer neuen faschistischen Staats- und Weltordnung zuzustimmen, weil irgendwann, wenn alles drunter und drüber geht, der Ruf nach dem autoritären, militaristischen Polizeistaat die Oberhand gewinnt, während die allmähliche Entstehung einer Art konzernhörigen Weltregierung parallel zum großen Getöse kaum noch bemerkt wird. Denn unterdessen merken wir vor lauter Kopflosigkeit kaum, was an Ungeheuerlichkeiten sonst noch vor sich geht, besonders im Finanzsektor, wo die Seifenblase der ungedeckten Derivate* dem Vernehmen nach inzwischen eine Summe von über zwei Billiarden Dollar (= zwei Millionen Milliarden) erreicht haben soll. Das ist ungefähr hundertmal so viel „Vermögen“, wie auf der ganzen Welt konkret überhaupt existiert. Was auf diesen betrügerischen Papieren draufsteht, kann also niemand je bezahlen; es reicht nicht einmal für die Zinsen. Diese Instrumente haben dazu gedient, durch gigantische Spekulationen Geld und Macht aus der Realwirtschaft herauszusaugen. Aber sogar in der Traumwelt solcher unproduktiven Megazecken ist der Schlauch nun bald leer. Die großen Freihandelsabkommen, die den Staaten jeden verbliebenen Rest an Selbstbestimmung in der Wirtschaftspolitik rauben sollen, werden unterdessen von den etablierten Parteien mit grimmiger Entschlossenheit weiter vorangetrieben, ebenso volksfeindlich, destruktiv und antidemokratisch wie die selbstzerstörerische Zuwanderungspolitik.  Na gut. Genug für heute.

*) Derivate: Finanzinstrumente, deren Preise sich nach den Kursschwankungen oder den Preiserwartungen anderer Investments richten. Derivate sind so konstruiert, dass sie die Schwankungen der Preise dieser Anlageobjekte überproportional nachvollziehen. (Börsenlexikon FAZ-net)

Statistischer Alarm für den Rechtsstaat

8. Januar 2016: Die offiziellen Zahlen bleiben undurchsichtig und wenig aufschlussreich. Die eigentliche Kontrolle über die Zuwanderung ist der Staatsmacht längst entglitten. Im FOCUS online wird heute wiedergegeben, dass im Jahr 2015 laut Migrationsbericht fast 1,1 Million "Asylsuchende" in Deutschland "registriert" worden sind, wenngleich (das ist der beschämende Zusatz) "... die endgültige Zahl wegen Doppelregistrierungen unter einer Million liegen wird". Aber was soll es denn, abgesehen von dieser kleinen Ungenauigkeit beim Erfassen von mehr als 100.000 doppelregistrierten Menschen, überhaupt bedeuten, dass ca. 1 Million Zuwanderer "als Asylsuchende registriert" wurden, wenn gleichzeitig im Jahre 2015 beim Bundesamt für Migration tatsächlich "nur" etwa 477.000 formelle Asylanträge eingegangen sind? (Siehe FOCUS, bestätigt durch Statistik-Portal Statista: "Im Jahr 2015 wurden in Deutschland insgesamt 476.649 Asylanträge gestellt.") Das bedeutet auf jeden Fall, dass mindestens eine halbe Million Menschen, größtenteils Männer im wehrfähigen Alter, ins Land gekommen sind, die bis jetzt noch nicht einmal einen formellen Asylantrag gestellt haben, aber mehr oder weniger lustig hier herumdriften. Oder was ist, bitteschön, der Unterschied zwischen einem "registrierten Asylsuchenden" und einer Person mit formellem "Asylantrag"? Wenn kein Antrag gestellt wurde, woher weiß man dann, dass es ein Asylsuchender war? Hat man das nur vermutet und sich eventuell gar auf ungefähre visuelle Schätzung von Menschenmassen beschränkt? Und wo liegt die Dunkelziffer der illegalen Grenzübertritte? – Vielleicht ist diese intellektuelle Anstrengung vollkommen überflüssig und es genügt der Einfachheit halber die unausweichliche Beobachtung, dass die rechtsstaatliche Kontrolle futsch ist. Nach Angaben des Chefs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise, sind in Deutschland derzeit noch 660.000 Asylfälle nicht bearbeitet. Diese Zahl umfasse 360.000 gestellte, aber noch nicht bearbeitete Anträge, sowie "bestimmt auch" 300.000 Menschen, die "registriert sind, aber noch nicht ihren Antrag gestellt haben", sagt Herr Weise (Angaben laut FOCUS-Newsticker heute). Man beachte, dass diese Zahlen auf jeden Fall noch einer Abgleichung mit den obigen Angaben Herrn de Maizières bedürfen.

Was die Herkunft seiner ungefähren Million "Asylsuchenden" im Jahr 2015 betrifft, legte de Maizière die Information vor, dass rund 429.000 Flüchtlinge aus Syrien kamen, das mit 40 Prozent das Hauptherkunftsland ist, gefolgt von Afghanistan (14 Prozent) und dem Irak (11 Prozent). Dass 150.000 Flüchtlinge aus Afghanistan kamen, bezeichnete de Maizière als „inakzeptabel angesichts unseres Engagements dort“. (Lachhaft! Unser Engagement ist offenbar kontraproduktiv. Nachdem wir den USA bei ihrer unsäglichen Einmischungspolitik geholfen haben, braucht sich doch kein Schwein zu wundern, wenn auch von dort massenhaft Flüchtlinge kommen. Was haben wir da überhaupt zu suchen, als Unterstützer eines seit 65 Jahren regelmäßig gescheiterten US-Interventionismus?) Eine weitere Frage ist, ob diese 40 Prozent angebliche Syrer denn wirklich alles Syrer sind! Es gibt unzählige gefälschte Pässe, viele Migranten haben keine Papiere und behaupten bloß, sie seien Syrer, und obendrein verfügt der IS über sämtliche Einrichtungen und Behördenvorräte in den von ihm besetzten Gebieten, um wunderbar echte syrische Pässe für die falschen Leute auszustellen. Des weiteren besteht die offensichtliche Gefahr, dass der durch russische Luftangriffe etwas gestutzte und bedrängte IS nun erstens seine Krieger zum Teil bewusst unter dem Deckmantel der Flüchtlingsströme nach Europa einschleust und dass zweitens frustrierte oder geschockte IS-Kämpfer neuerdings desertiert sind und sich ebenfalls auf den Weg nach Europa gemacht haben – besonders nach Deutschland, wo die blauäuigigen (sprich BILD-lich naiven, weltfremden) Narren offenbar ihren Selbsterhaltungsinstinkt schon vor langer Zeit an den Nagel gehängt haben. Leute aus der Gegend da unten, die z.B. als Christen oder Jesiden oder Dissidenten wirklich geflüchtet sind, sehen nach eigener Aussage jedenfalls schon allerlei IS-Leute hier auftauchen und haben Angst. Da braut sich was zusammen.

 

 

Vergewaltigungen und andere Kollateralschäden der unkontrollierten Zuwanderung

7. Januar 2016: Nun wurde ja in Schweden seit 9 Jahren wohlweislich keine Studie über den Migrantenanteil unter den Vergewaltigern mehr durchgeführt, aber einige stichhaltige Informationen gibt es eben doch. Schweden hat sich in den letzten paar (Zuwanderungs-)Jahrzehnten die zweithöchste Vergewaltigungsrate der Welt zugelegt. Schlimmer ist es nur in Lesotho. Siehe Schweden: Die Vergewaltigungsmetropole des Westens. Ein signifikanter Auszug aus dieser Quelle lautet:

Seit 2000 gab es in Schweden nur eine Studie über die Kriminalität von Einwanderern. Sie wurde 2006 von Ann-Christine Hjelm von der Universität Karlstad durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass im Jahr 2002 85 Prozent derjenigen, die vom Svea Hovrätt, einem Berufungsgericht, zu mindestens zwei Jahren Gefängnis wegen Vergewaltigung verurteilt worden waren, im Ausland geboren oder Einwanderer der zweiten Generation waren.

Ein 1996 veröffentlichter Bericht des Schwedischen Nationalrats für Verbrechensprävention kam zu dem Schluss, dass Einwanderer aus Nordafrika (Algerien, Libyen, Marokko und Tunesien) mit einer 23-mal so hohen Wahrscheinlichkeit eine Vergewaltigung verüben wie schwedische Männer. Die Zahlen für Männer aus dem Irak, Bulgarien und Rumänien lagen bei 20, 18 und 18. Männer aus dem übrigen Afrika waren 16-mal, Männer aus dem Iran, Peru, Ecuador und Bolivien zehnmal so anfällig, Vergewaltigungen zu begehen wie Schweden.

Da der gnadenlose Kampf der globalisierenden Eliten gegen die Bevölkerungen der Erde, inszeniert mithilfe künstlich geschaffener Konflikte, immer hysterischere, zynischere und krassere Formen annimmt, gibt es derzeit so viele wichtige Themen, dass ich hier sowieso bei weitem nicht alles wiederkäuen könnte; daher zum Migrationsthema aktuell nur noch ein paar Links mit weiteren Informationen und Denkanregungen. Die Einbeziehung dieser Links bedeutet nicht, dass ich mit allen Inhalten und Folgerungen der jeweiligen Autoren einverstanden wäre, aber es sind Rohdaten, die auf jeden Fall in Betracht gezogen und mit der Wirklichkeit verglichen werden müssten:

•   20.09.2015: Deutschland: Welle von Vergewaltigungen durch Migranten

•   11.01.2016: Udo Ulfkotte: Al-Taharrush: Die orientalische Sex-Mob-Kultur (Kopp Verlag)

•   10.01.2016: Das Phänomen "taharrush gamea" ist in Deutschland angekommen (WELT)

•   07.01.2016: "Die meisten waren frisch eingereiste Asylbewerber", im Gegensatz zu Angaben der Kölner Polizeispitze

•   07.01.2016: "Spießrutenlauf durch stark alkoholisierte Männermassen", Einsatzprotokoll zur Silvesternacht in Köln

•   03.01.2016: Schweden: Vergewaltigungen, Freisprüche und abgetrennte Köpfe

•   06.01.2016: Die Islamisierung Großbritanniens, Chronologie 2015

•   07.01.2016: Claus Strunz zu Sex-Mob: Ereignisse sind letzte Mahnung - Schluss mit Waschlappen-Mentalität

•   21.10.2015: Christians almost completely destroyed by ISIS fanatics in Syria, says Aleppo Archbishop

 

31. Dezember 2015: Oben zum Jahresausklang mein Foto von der Wandmalerei in der Bahnhofshalle von Carcassonne (Mai 2015). Auf eine entsprechend bewegte Geschichte kann dieser Ort ja auch zurückblicken.

Im Übrigen beginnt man dieses neue Jahr 2016 wohl am ehesten mit einem Gebet oder in stiller Andacht.

 

Nölige Schreynachten

24.-26. Dezember 2015: Glaubenskampf zur Weihnachtszeit: Der Sultan des ölreichen Kleinstaates Brunei (auf Borneo) hat dem Weihnachtsfest den Krieg erklärt, um den muslimischen Glauben zu schützen. Weihnachtsbäume in der Öffentlichkeit, Weihnachtsmann-Mützen, Weihnachtsdekoration in den Geschäften, öffentliche Gesänge und dergleichen sind verboten. Nur noch leisetretend zu Hause oder bei unauffälligen, angemeldeten Gemeindefeiern dürfe man Weihnachten zelebrieren, ohne dies jedoch den Muslimen zu zeigen. Die Muslime machen in dem kleinen Land etwa 68 Prozent der Bevölkerung aus, die Christen 10 Prozent, Buddhisten 13 Prozent. Eine dortige Gruppe von Imamen warnte Muslime diesen Monat, jede Art Feierlichkeit, die keinen Bezug zum Islam hat, könnte zu tasyabbuh (Nachahmung) führen und unversehens den Glauben von Muslimen schädigen. Wer da jetzt noch eine Santa-Mütze umherträgt, muss mit Gefängnis bis zu 5 Jahren rechnen. Schon im vorigen Jahr veranstaltete des Sultans "Abteilung für religiöse Durchsetzung" Razzien in Geschäften und sorgte für die Vernichtung von Weihnachtsbäumen und das Verschwinden von Weihnachtskostümen. (Die prächtige Abbildung zeigt v.l.n.r. Hassanal Bolkiah, den Sultan von Brunei, seinen Sohn Prinz Abdul Malik, dessen neue Frau Dayangku Raabi'atul 'Adawiyyah Pengiran Haji Bolkiah sowie Königin Saleha während der Hochzeitsfeier im Nurul Iman Royal Palace in Banda Seri Begawan, Brunei.) Das müssen wir verstehen und auf jeden Fall grünlich-errötend tolerieren. Denn das ist das Gebot der Stunde.

Weiße Weihnacht rassistisch: Studenten jeglicher Hautfarbe an einem US-College in Virginia erwiesen sich unlängst gern bereit, eine eigentlich als Satire gedachte Petition gegen das Lied White Christmas zu unterschreiben; die Rundfunkstationen sollten es nicht mehr spielen dürfen, weil es rassistisch sei (wegen des Wortes "White", denn das ist doch Propaganda für die "Weißen", gell?). "Die Linken sind jetzt voll durchgedreht", schreibt www.infowars.com. "Das Lied handelt von Schnee, nicht von Rassen." Es gelte schon bald als rassistisch, das Wort "weiß" überhaupt noch in irgendeinem Kontext zu verwenden. Wenn das so weiter geht, werde der irrationale Wahn der Linken Amerika zerstören. (Na ja, "zerstören" – das ist nun auch wieder ein bisschen hysterisch, oder? Es gehört schon ein wenig mehr dazu. Bedenklich ist aber der krasse Verfall der Intelligenz, der allmählich in allen Lagern zutage tritt.)

In den USA häufen sich in letzter Zeit ganz unbegreifliche Empfindlichkeiten. Eine Professorin namens Terri Fine in Florida empfahl sogar, statt "Fröhliche Weihnachten" künftig nur noch "Fröhliche Bundesfeiertage" zu sagen, damit sich niemand ausgeschlossen fühle. Arg närrisch.

Die Finsternis der Elektronik. Kindheits-Qualen in Amerika (und anderswo): Der süße Kleine dachte eben noch, er hätte das richtige Geschenk erhalten, nämlich das Ringkampf-Computerspiel WWE 2K16, musste aber gleich erkennen, dass er die Version von 2015 bekommen hatte. Totaler Wutausbruch! "Warum hast du mir 2K15 geschenkt, statt 2K16??" - "Es war nicht mehr vorrätig!" - "Was zum ... (AARRRGGHHHH!)" [Kenner sagen freilich, dass die 2K15-Version nicht so doll war.]

 

Pseudo-Hilfsbereitschaft: Beim Surfen im Internet taucht unaufgefordert eine Leiste auf meinem Bildschirm auf: "Es wird empfohlen, dass Sie alle Fehler entfernen, die verursachen, dass Ihr PC langsam läuft." Auf der Schaltfläche daneben steht: "Jetzt entfernen". Man holt sich damit aber keine Hilfe, sondern Malware, eine böswillige Infektion, die den Computer umlenkt und mit Werbung vollkleistert. Die Adresse, die man mit der Schaltfläche anklicken würde, lautet nämlich: "admtpmp124.adk..." (usw.), und die ersten sieben Buchstaben "admtpmp" können wohl scherzhaft nichts anderes bedeuten als admit pimp, oder? (Lass den Zuhälter ran!) Was denken sich solche Leute genau? Und wie schamlos und wie bedenkenlos sozialschädlich ist dieses Denken und Handeln eigentlich? Und wie sehr haben wir uns schon daran gewöhnt? – Lieber noch 'ne Stunde schlafen und dann still durch den Tag.

Eine Radierung aus dem Jahr 1802 karikiert die damalige Beliebtheit von Schauerromanen

20. Dezember 2015: Nach Informationen der BILD-Zeitung, wiedergegeben im FOCUS online am 10.12.2015, hatte die Bundesregierung <bereits im September erwogen, Teile der Grenze zu schließen. In der Nacht des 13. September habe ein 30-seitiger Einsatzbefehl für 21 Hundertschaften der Bundespolizei in Kraft treten sollen, in dem es hieß: "Nichteingereiste Drittstaatsangehörige sind zurückzuweisen, auch im Falle eines Asylgesuchs." Merkel habe dieses Vorgehen erst in letzter Minute in einem Telefonat mit Innenminister de Maizière gestoppt.> Na gut, das sind Regierungs-Interna, und wenn es nicht beschlossen wurde, fällt es eigentlich in die Rubrik "Vertrauliche Überlegungen". Deshalb hat, wie vorherzusehen war, die Bundesregierung diesen Zeitungsbericht inzwischen dementiert. Trotzdem wäre es interessant, was hinter den Kulissen genau vor sich ging. Sicher war es letztlich eine Frage der unmittelbaren Machbarkeit. Wenn eine tausendfache Menschenmenge sich bewegt, was soll man machen? Es ist wie eine Naturgewalt, die sicher irgendwo durch die Dämme bricht.

 

Atrium des Saturn-Gebäudes an der Königsallee in Düsseldorf, quergelegt

Zuwanderungspegel

18. Dezember 2015: Der Andrang setzt sich fort. Über die EU-Außengrenzen sind nach Frontex-Angaben allein im November 276.000 illegale Grenzübertritte gezählt worden. Über die deutsche Grenze drängen derzeit im Schnitt pro Tag 3.750 Flüchtlinge wild nach Deutschland. Innerhalb einer Woche griff die Bundespolizei 26.253 Migranten an den Grenzen auf – viele unregistrierte kommen zu dieser Zahl noch hinzu. Im Frühjahr dürfte sich der Ansturm weiter verstärken. Völkerwanderung! Im nächsten Jahr ist bei Fortsetzung des jetzigen Trends mit weiteren 1,35 Millionen Zuwanderern zu rechnen, oftmals mit dem Wunsch, weitere Familienmitglieder nachkommen zu lassen. (Angaben gemäß Handelsblatt online, 18.12.2015). Ist es eine Art höhere Gewalt oder eher die Folge unserer Einmischungs-, Bombardierungs- und Einladungspolitik? Wem nützt es? Den USA, die uns wirtschaftlich schwächen, um trotz der eigenen Schwäche und Schuldenspirale wieder relativ stärker dazustehen?

Ein Großteil der Menschen, die über Österreich einreisen, kann sich nicht mit einem Pass legitimieren. Die deutsche Bundespolizei hat nicht genug Personal, um all die Zuwanderer zu befragen, zu identifizieren und ihnen ordnungsgemäß eine Strafanzeige wegen unerlaubter Einreise anzuhängen. Mit anderen Worten, der Staat hat eine seiner wichtigsten Funktionen, nämlich das Territorium zu schützen und die Identität der Anwesenden zu kennen, schon längst nicht mehr im Griff. <Unter den gegenwärtigen Bedingungen seien die Strafverfolgung und die Gefahrenabwehr "praktisch lahmgelegt", kritisiert Jörg Radek, der Vorsitzende der GdP Bundespolizei [GdP = Gewerkschaft der Polizei]. "Wir wissen nach wie vor kaum, wer in unser Land kommt." ... Obwohl für alle unerlaubt Einreisenden das gleiche Strafrecht gelte, müsse nur ein Bruchteil damit rechnen, polizeilich erfasst zu werden.> Die GdP <fordert von der Bundesregierung, Vereinbarungen mit den Nachbarstaaten zu treffen, die nur noch die Überstellung von zuvor dort namentlich erfassten und identifizierten Personen zulassen>. (Preußische Allgemeine Zeitung, Print-Ausgabe vom 11.12.2015)
Man hat den nüchternen Eindruck, dass unser Land von einer unbegrenzten Anzahl nicht erfasster und schwer kontrollierbarer Personen infiltriert wird und dass diese Menschenmassen in der Mehrzahl unmöglich wieder aufgegriffen und dann, soweit kein wirklicher Asylanspruch vorliegt, konkret abgeschoben werden können.

Ebenso wie die Bundespolizei ist auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) heillos überfordert. Eine Mitarbeiterin der Behörde klagt: "Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist, gelinde gesagt, unterirdisch, Angst und Unsicherheit sind überall zu spüren, die Beschwerden und Hilferufe häufen sich in beängstigendem Maße." Ende Oktober waren beim BAMF über 328.000 Asylanträge unerledigt. Unterdessen kommen immer mehr Flüchtlinge an, die ihre Asylanträge noch gar nicht stellen konnten. BAMF-Personalräte protestierten kürzlich in einem offenen Brief, der Verzicht auf eine Identitätsprüfung bei vielen Flüchtlingen sei mit rechtsstaatlichen Prinzipien nicht mehr vereinbar und öffne Terroristen Tür und Tor. (Quelle: Preußische Allgemeine Zeitung vom 11.12.2015)

Erstaunlich ist, dass unser vermutlich genialster Kabarettist Dieter Nuhr, den ich sehr schätze, in seinem Jahresrückblick beim Thema Flüchtlinge zwar indirekt, aber doch spürbar das Nazi-Etikett als "Argument" gegen die Zuwanderungsgegner hervorholt. In sachliche Feststellungen übersetzt, will er offenbar den Bedenken gegen die Öffnung der Schleusentore keine Berechtigung zuerkennen. Nun gut, es wurde ihm gerade der deutsche Comedypreis 2015 in der Kategorie "bester Komiker" verliehen, insgesamt natürlich sehr wohlverdient. In dem genannten Jahresrückblick schafft er es auch auf gescheite und mutige Weise, den galoppierenden Irrsinn der Terroristen und die Normalität der allermeisten Zuwanderer auszudifferenzieren. Dennoch verbleibt der Eindruck, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen, sicher auch um den Frieden im Lande zu wahren, die staatstreue politische Linie fördert. Der Frieden wird aber brüchig, und man sollte, um seine Erhaltung informationstechnisch überhaupt zu ermöglichen, durchaus die Fakten beim Namen nennen. Ein Konsens über nötige Maßnahmen erfordert Faktenkenntnis.

-- Übrigens, ein geringfügig anderes Thema, in Deutschland leben laut Statistischem Bundesamt 1,2 Millionen Russen. Ja, das ist zwar ein "anderes Thema", aber doch sehr eigentümlich. Wie sind die hier alle reingekommen? Russland ist nicht in der EU. Was machen die vielen Russen hier? Wovon leben sie? Wie hoch ist die zu erwartende Dunkelziffer? Wieso wird dieser Sachverhalt nicht thematisiert?

Realpolitischer Senf: Mindestforderungen der Vernunft

12. Dezember 2015: In der aktuellen Lage sollte beachtet werden, dass der russische Präsident Putin laut Meldung bei SputnikNews.com vor ein oder zwei Tagen in einer Sitzung mit dem russischen Verteidigungsministerium angeordnet hat, jede militärische Einheit zu zerstören, die das russische Militär in Syrien bedroht. "Ich weise Sie an, extrem strikt vorzugehen. Jedes Angriffsziel, das eine russische Gruppierung oder unsere Boden-Infrastruktur bedroht, muss sofort zerstört werden", soll Putin laut dieser Meldung gesagt haben. – In diesem Sinne und weil die Flugeinsätze und sonstigen Operationen der westlichen Koalition und Russlands ohne wirklich gute und verbindliche Absprache zwischen den Großmächten stattfinden, insbesondere mit Russland, liegt bei dem nun anlaufenden deutschen Einsatz eine ernste Gefahr für den Weltfrieden vor. Es kommt hinzu, dass das NATO-Land Türkei nicht wirklich gegen den IS kämpft, sondern ihn eher noch unterstützt und sich dabei rabiat verhält. Worauf wir also im internationalen Umfeld drängen müssten: (a) dass zuerst eine Einigung zwischen den Westmächten und Russland über den gemeinsamen Kampf gegen den IS erzielt wird, (b) dass die türkische Regierung vonseiten der NATO deutlich und öffentlich gerügt wird, (c) dass die Entmachtung von Assad aus pragmatischen Gründen völlig zurückgestellt wird, (d) dass alle deutschen und sonstigen westlichen Flugeinsätze, wenn überhaupt, in vollster Koordination und Kooperation mit Russland verlaufen.
 

Sprödental-Kirmes in Krefeld, Oktober 2015   

Lasst euch nicht introvertieren!

12.-13. Dezember 2015: Ein eigentümliches Umfrageergebnis: Nach einer Allensbach-Feldforschung behaupten ganze 45 Prozent der deutschen Bevölkerung, man müsse in Deutschland vorsichtig sein, seine Meinung zur Flüchtlingsfrage zu äußern (Handelsblatt: Schluss mit dem Gutmenschen-Gegurke). Ist das nicht extrem merkwürdig? Fast die Hälfte meint, man dürfe sich kaum noch gegen die Meinung einer vermeintlichen Mehrheit aussprechen. Ist diese vermeintliche Mehrheit nicht bloß eine Vortäuschung der staatshörigen Medien, oder wenn sie tatsächlich existiert, in erster Linie das Resultat mühsamer, massiver, strikt gegen die Intuition gerichteter Propaganda? Die Regierung regiert von oben herab, und die Medien kneten die Volksmeinung zurecht. Hinterfragung ist kaum noch das oberste Gebot des Journalismus. Selbst nüchterne, unparteiische Faktentreue bleibt oft auf der Strecke. In gewissem Grade ist es der Versuch einer Konfliktdämpfung. Den Menschen aber vorzuwerfen, sie litten an gewissen „Ängsten“ oder würden diese „bedienen“, ist vor allem ein Versuch, sie zu introvertieren, also das Problem gewissermaßen auf den Beobachter zurückzuwerfen, der dann nach innen sieht statt nach außen. Ein anderer solcher Introversionsmechanismus ist die ewig implizierte Leier: „Und du bist schuld daran.“

Würde man zwischen Angst und Furcht auf die klassische Art und Weise unterscheiden, nämlich indem man „Angst“ als etwas Irrationales, hingegen „Furcht“ als normale und notwendige Reaktion auf konkrete Bedrohungen ansieht, dann könnte man einen Schritt zurücktreten und bitte endlich einmal die realen Gefahren herausisolieren, die zu wohlbegründeten Befürchtungen führen. Anders gesagt, der in den Medien, besonders in öffentlichen Diskussionen häufigste Vorwurf, der „politisch inkorrekte“ Diskussionspartner sei nur ein Opfer seiner Ängste oder gar ein Schürer von Ängsten, verstellt den Blick auf die wirkliche Situation.

Hierzulande wird das Schlagwort „Demokratie“ als eine Art Keule gegen unerwartete und unerwünschte Meinungsäußerungen benutzt. Ein englischer Beobachter soll mal gesagt haben, in Deutschland ist „Demokratie“ eine Ideologie, um Konformität aufzuzwingen. Das ist leider sehr wahr. Nationale oder nationalliberale Positionen zu äußern, ohne dass auch nur der geringste Versuch einer Aushebelung oder Abschaffung unserer repräsentativen Demokratie oder unseres Parteiensystems anvisiert wurde, wird mit sofortigen wutentbrannten Beschuldigungen wegen „Demokratiefeindlichkeit“ zensiert. Wie kommt das bloß? Sind andere Meinungen nicht mehr zu ertragen? Wurde das Wort „Demokratie“ in der Schule, auf der Kanzel, in der Presse oder durch die Praxis des Bundestags denn niemals öffentlich definiert? Demokratie lebt davon, dass unterschiedliche Meinungen vorgetragen und ausdiskutiert werden! Das ist ein unverzichtbares Element des ganzen Gesellschaftssystems! Aber die Gleichsetzungsmaschinerie verübt prompt die erstaunlichsten Kurzschlüsse. Wer im Interesse der Nation handeln will, wird irgendwie mit Hitler gleichgesetzt, obwohl Hitler als grenzenloser Kaputtmacher ganz offensichtlich gegen die Interessen der Nation handelte. Man entzündet sich gern daran, „wie es klingt“, vor allem wenn man eh schon Ohrensausen hat – anstatt zu erfassen, was genau gesagt wurde. Heißt Demokratie etwa wie im Sozi-Kindergarten, dass wir „alles mit allen teilen müssen“, und plötzlich nicht nur mit dem Nächsten, sondern in nervigster Claudia-Roth-Manier auch mit den Fernsten aus aller Welt? Oh nein. Wohlfahrtsstaat plus völlig offene Grenzen = Bankrott. Eventuell sogar Bürgerkrieg. So viel sollte klar sein. (Man beachte, dass dieses kommunistische Kindergartenwort „teilen“ jetzt auch schon im Bereich der elektronischen Sprach-Entartung eine große Rolle spielt: Als wären wir nicht sowieso schon mit Informationen, Bildern und Getöse überfüttert, werden wir jetzt dauernd aufgefordert, Medieninhalte nicht nur zu „liken“ [ausdrücklich gern zu haben], sondern sie obendrein mit anderen armen Opfern der allgemeinen Zuschüttung auch noch zu „teilen“. Bitte nicht.)

Aber sogar unser gauckelnder Bundespräsident, der bekanntlich sehr darauf achten muss, was er sagt, wenn er nicht geschasst werden will, warnt inzwischen vor einer Überforderung Deutschlands durch eine zu großzügige Aufnahme von Wirtschaftsmigranten. <Er „verstehe sehr gut, dass Menschen auch vor Armut nach Europa fliehen“, sagte Gauck der „Sächsischen Zeitung“ vom Samstag. „Aber alle aufnehmen zu wollen, die kommen, das wäre ein gewagter Kurs in Richtung der reinen Moral.“ Die Aufnahme sämtlicher Migranten „würde schlicht nicht funktionieren“, sagte Gauck.> (Handelsblatt) Der Verweis auf die „reine Moral“ ist hierbei eine sehr interessante Feinheit in der Diskussion. Die „reine Moral“ kann es in der realen Welt natürlich kaum geben, sondern insbesondere bei jeder politischen Entscheidung sind Vor- und Nachteile für eine Vielzahl beteiligter Menschen, Interessen und Nachwirkungen zu bedenken: eben insgesamt die Funktionsfähigkeit. Somit ist der Vergleich mit der „reinen Moral“ eine leise Kritik an der ursprünglichen, allzu idealistischen Barmherzigkeit der Bundeskanzlerin, die im real existierenden Migrantismus nicht aufrechterhalten werden konnte.

Linksextreme Rechtspopulisten

7. Dezember 2015: Linksrechts! Man höre und staune: Die Front National, die in der ersten Runde der französischen Regionalwahlen 27,7 Prozent der Stimmen geholt hat, mehr als jede andere Partei, sieht laut heutiger Meldung im Handelsblatt <die EU als „trojanisches Pferd der ultraliberalen Globalisierung“, will französisches Recht über europäisches stellen und strebt eine Staatswirtschaft an, wie es sie in der DDR gegeben hat.> Na, die ersten zwei Punkte reichen endlich mal handfest an die Wahrheit heran, außer dass die Globalisierung im tiefsten Wahrheitsgrunde natürlich überhaupt nicht liberal ist, auch nicht ultraliberal, sondern auf rücksichtslose Aushebelung der Macht nationaler Regierungen zugunsten der Macht von Großkonzernen abzielt. Freilich meint die Linksrechts-Fraktion genau das, wenn sie gegen „ultraliberale“ Globalisierung protestiert. Denn die Freiheitlichkeit, die der Begriff "liberal" impliziert, wird hellsichtig als Freiheit nicht für die Menschen, sondern für multinationale Konzerne entlarvt. Zweitens ist es völlig richtig, dass in Frankreich französisches Recht über europäischem Recht stehen sollte. Wie denn sonst? Wenn es teilweise nicht mehr so ist, dann allein deshalb, weil das französische Parlament und die französische Regierung einen Teil ihrer Macht an die EU abgegeben haben, was sie ja theoretisch wieder rückgängig machen könnten. Aber eine Staatswirtschaft wie in der DDR, das ist wirklich ulkig, das hat schon lange keiner mehr gefordert. Das ist ja linksextrem, nicht rechtsextrem, oder? Doch nicht etwa im eigentlichen Sinn des Wortes national-sozialistisch? Es bedeutet aber auch, dass man das Wirtschaftsprogramm der Front National mal genauer unter die Lupe nehmen sollte. Von der einen Knechtschaft in die andere, vom Regen in die Traufe? Weg mit den Multis, her mit der autoritären Staatwirtschaft? [Nachtrag am 18.12.2012: In der zweiten Runde der Regionalwahlen hat es die Front National nicht geschafft, eine der Regionen für sich zu erobern, aber wohl nur, weil die Sozialisten in kritischen Regionen ihre Liste zugunsten der Konservativen zurückgezogen hatten – was schon eine extrem ungewöhnliche politische Maßnahme war.]

Abb. links: Hier sehen wir schönfärberisch personifiziert, worauf man sich gefasst machen muss! Zickentheater von rechts: Marion Maréchal-Le Pen, Nichte der Front-National-Parteichefin und selbst führende Kandidatin bei der ersten Runde der Regionalwahlen in der Mittelmeerregion Provence-Alpes-Côte-d’Azur um Marseille. Quasi ganz sexy, was ambivalent gesehen ein bisschen geil, jedoch relativ irrelevant ist, aber man bleibe auf der Hut und passe auf, wie weit diese Entwicklung gehen kann: „Unsere Erde ist nicht die des Islams. Franzosen können muslimischen Glaubens sein, aber nur unter der Bedingung, dass sie sich unseren Sitten und unserer Lebensweise anpassen, die unter dem Einfluss der Griechen, der Römer und in 16 Jahrhunderten Christentum entstanden sind“, sagt sie. „Bei uns wird nicht in Dschellabas und in Ganzkörperschleiern gelebt“, sagt sie. (FAZ: Die heilige Johanna von Toulon) – Die Dame drückt sich wohl noch vorsichtig aus! Wie will sie diese Sprüche inhaltlich durchsetzen? Es ist eher Stimmungsmache, und die Gesamteinstellung ihrer Partei könnte zu einer heftigen Beschneidung der Menschenrechte unzähliger Muslime führen, die einen solchen Rückschlag en gros nicht verdient haben. Erst mal die Grenzen dicht? Okay. Das ist verständlich. Sage ich auch dauernd: auf jeden Fall ordentliche Grenzkontrollen! Aber dann auch noch die gezielte Polarisierung der Gesellschaft? Kann nicht gut gehen. Was hat die angeblich praktizierende Katholikin Marion Maréchal-Le Pen gegen die Dschellaba, bei Frauen ein tendenziell durchaus schickes, langes Gewand, bei Männern als einfarbiger Kaftan? Wieso nicht? Wegen der nordwestafrikanischen Herkunft und wegen der zugehörigen Kapuze? Sollte doch zu ertragen sein, solange man das Gesicht noch sieht. Irgendwie scheint da jetzt eine Reizschwelle überschritten zu sein, sodass die Reaktion in stupide Gleichsetzung einmündet. Man überlege sich das. Es ist schwer auszudifferenzieren, aber Differenzieren ist das oberste Gebot der Vernunft und sicher in brisanten Zeiten auch das Gebot der Stunde. Gleichsetzung wurzelt im Irrationalen.

NATO-Peinlichkeiten im surrealistischen Als-ob-Getöse

6. Dezember 2015: Es gibt ja den provokativen englischen Ausdruck wag the dog, also Der Schwanz wedelt mit dem Hund. Passend angewandt wurde dieses Sinnbild am 27. November in der internationalen Betonkopf-Website Geopolitical Monitor. Da lautet die Überschrift, wörtlich ins Deutsche übertragen: Der türkische Schwanz wedelt mit dem NATO-Hund. Bei solchen Studien, direkt dargereicht von den verhärteten Erzpaukern des Establishments, muss man freilich berücksichtigen, dass es keine rein objektiven Analysen sind, sondern dass dabei stets ein politisches Wunschdenken mit hereinspielt: also nicht die Welt wie sie wirklich ist, sondern wie man sie gern hätte oder vorzugsweise interpretiert sähe. Aber das Argument lautet durchaus undoof, dass mit der fortschreitenden Osterweiterung der NATO gen Russland schon immer das Risiko bestand, dass die östlichsten Mitglieder eines Tages gegen Russland eine wesentlich härtere (falkenhaftere) Politik als die ursprünglichen NATO-Gründungsmitglieder betreiben würden. (Ein ziemlich teuflisches Risiko, oder? Warum hat man sich überhaupt darauf eingelassen?)

Als Beispiel wird nicht nur aktuell die Türkei, sondern auch Polen angeführt, das die Ukraine-Krise und ebenfalls die NATO ausnutzt, möglicherweise um seine früher unter dem polnisch-litauischen Commonwealth bestehende Vorherrschaft in Osteuropa wiederzuerrichten. Häh? Das ist sehr lange her. Dieser geopolitische Skribent lebt mitsamt seinen Artilleristen in einem Wolkenkuckucksheim. Ich bin zwar für einen gesunden, konstruktiven, kooperativen und friedlichen Nationalismus, aber dieses zündelnde Zurückgreifen auf frühere Glanzzeiten sollte man sich lieber verkneifen. Es gab mal ein Staatswesen Polen-Litauen (laut Wikipedia von 1569 bis 1795), das im Englischen gern Commonwealth genannt wird, jedoch genauer den ulkigen Namen Republik der polnischen Krone und des Großfürstentums Litauen trug. Dieser Staat soll 1772 eine Fläche von 729.900 Quadratkilometern beherrscht haben. Hingegen spricht der Brockhaus 2002 von einem Staatsgebilde Polen-Litauen, das von 1385 bis 1572 bestanden hat und als ein Reich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer beschrieben wird. Ich sehe schon, da verzettelt man sich. Sollte jede Nation (die Deutschen, die Russen, die Spanier, die Dänen, die Türken, um nur wenige zu nennen) das idiotische Ziel in den Vordergrund rücken, wieder geographisch so groß zu werden wie sie in ihren besten Zeiten war, dann müssten wir uns alle wieder endlos die Köpfe einschlagen, und was das betrifft, bevorzuge ich denn doch den Frieden der EWG und die simplen Prinzipien der Unverletzlichkeit der Grenzen und der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder – obwohl man nicht unbedingt eine Europäische Union oder gar die Vereinigten Staaten von Europa anvisieren musste, nur damit wir friedlich bleiben (tun wir ja nun gar nicht so ganz, oder?). Denn überall Leichen auf den Feldern zu haben, nur damit sich jemand groß und glanzvoll wähnen kann, das nützt ja keinem. Das hätten wir uns mittlerweile wohl zusammengereimt, oder? Das Glück der Menschen hängt nicht von der Größe des staatlichen Territoriums ab.

Die Türkei ist unter dem verderblichen Blickwinkel der Geopolitik eine scheinbare strategische Bereicherung für die NATO, weil sie geographisch den Zugang und Abgang aus dem Schwarzen Meer kontrollieren könnte (hilf Himmel, dass sie's nicht tut!) und weil sie einen breiten Riegel zwischen dem Südwesten Russlands und dem brodelnden Wüstenzirkus der Araber und Israelis einschiebt. Im Übrigen unterhält die Türkei seit langem ein sehr großes Heer. Also alles nicht witzig, aber man kann damit leben, solange nicht zwei Sturköpfe wie Putin und Erdogan aufeinander prallen.

Na jedenfalls, die geopolitischen Vordenker im oben genannten Artikel vom NATO-Hund fahren fort: <Dass die Türkei neulich in der türkisch-syrischen Grenzregion eine russische Militärmaschine des Typs Su-24 abschoss, hat die Einsätze im syrischen Bürgerkrieg ernstlich erhöht.> Einsätze wie beim Pokerspiel, weil die beteiligten herrschenden Cliquen in diesem Stellvertreterkrieg um unser aller Köpfe pokern. <Noch bezeichnender war das Verhalten der Türkei im Anschluss an den Vorfall, nämlich sich zuerst einmal der gemeinsamen Motivation mit den NATO-Verbündeten und ihrer Solidarität zu vergewissern, bevor man mit den Russen kommunizierte.> Lässt das Sprachorgan des geopolitischen westlichen Establishments hier einen leisen Tadel gegen die Türkei heraushören? Der nächste Satz ist stilistisch extrem fusselig, wohl um Verwirrung zu stiften, oder als Ausdruck von Hilflosigkeit: <Trotz der jüngeren wirtschaftlichen, insbesondere energiepolitisch relevanten Bemühungen folgt die NATO-Konsultation lediglich einem Muster, in dem die Türken um Beistand aus dem fernen Westeuropa ersucht haben, um ein Gegengewicht gegen ihren nahen historischen Rivalen Russland zu produzieren.> Lächerliches, sinnloses, ewig wiederholtes Säbelrasseln. Die wissen alle ganz genau, dass sie mit einem großen Krieg den völligen Untergang auch ihres eigenen Landes herbeiführen würden, aber sie tun immer so als ob. Es gibt mit solchen Methoden nichts mehr zu gewinnen! Warum tun sie immer so als ob? Wen tyrannisieren sie damit? Die Bevölkerungen – ihre eigene Bevölkerung und die der anderen Nationen. Es ist vom Gesamtergebnis her egal, welche Bevölkerung gerade bedroht wird, die jeweils eigene oder quer überkreuz und gegenseitig jeweils die der anderen Seite. Es sind die Menschen allerorten, die durch eine kleine Handvoll Kampfhähne und Rüstungsgewinnler unter Druck gesetzt werden. Na gut, alles eigentlich nix Neues, man wendet sich angewidert davon ab und sieht zu, wie man unter dem wirtschaftlichen Druck, den dieselben Drahtzieher zu verantworten haben, weiter sein Auskommen sicherstellen kann. Aus der Sicht der Geopolitiker heißt es dagegen ganz cool: <Letzten Endes mag es sein, dass die Türkei die Ängste und das Misstrauen ihrer NATO-Verbündeten gegenüber Russland ausnutzt, um für die Türkei selbst die Einflusssphäre wiederherzustellen, die sie einst zur Zeit des Osmanischen Reiches genoss.> (Ebd.) Wollen wir hoffen, dass Herr Erdogan diese spekulative, leider auch vergangenheitsgeil fahnenschwenkende Kritik halbwegs versteht. Hinter den Kulissen wird der Tadel hoffentlich schärfer ausgesprochen.

Weltpolitische Terrorwarnstufe

29. November 2015: Flüchtlingskrise, unkontrollierbare Invasion, verstreute Dschihadisten, örtliche Brandstifter, fortgesetzte Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine, alles schon schlimm genug und dumm genug, aber die größten Sorgen sollten wir uns momentan wegen eines gewissen Herrn Erdogan machen, der mit seinen Provokationen die Welt in den Abgrund reißen könnte. Der Abschuss eines russischen Kampfjets nahe der syrischen Grenze am Dienstag (24.11.) war schon ein sehr ernstes Spiel mit dem Feuer. Seit langem bombardiert die Türkei kurdische Ziele nicht nur im Irak, sondern auch in Syrien. (Siehe den WELT-Artikel vom 28.07.2015, Fünf Antworten, die den Krieg gegen die Kurden erläutern.) Die Türkei hat für das Eindringen in den syrischen Luftraum keine Erlaubnis der syrischen Regierung. Nun haben die Russen eine unbekannte Anzahl ultramoderner Boden-Luft-Raketen des Typs S-400 auf den syrischen Flugplatz Hmeimim verlegt, mittels derer sie türkische Flugzeuge ausdrücklich abzuschießen gedenken, wenn die Türkei ihrerseits die Grenze überquert. Die Dinger sind präzise und haben einen Radius von 400 Kilometern. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministers vom 25.11. ist außerdem der Raketenkreuzer „Moskwa“ am neuen Einsatzort vor der Küste von Latakia eingetroffen und bereit, „jegliches Luftziel zu vernichten, welches von potenzieller Gefahr für unsere Luftstreitkräfte sein könnte“. (Siehe den Artikel Russischer Raketenkreuzer bei Latakia eingetroffen.)

Was macht Erdogan daraufhin? Er hat gesagt, er werde einen solchen etwaigen Abschuss als Aggression werten und die Türkei wäre in diesem Fall „zu dringenden Maßnahmen gezwungen“. Wieso hat die NATO diesen verrückt spielenden Bündnispartner noch nicht öffentlich und deutlich abgemahnt? Wieso fordert die deutsche Bundesregierung keine solche Abmahnung? Wenn überhaupt, dann muss diese Rüge wohl sehr leise erfolgt sein, denn am Freitag wurde gemeldet, der türkische Premierminister wolle mit Russland zusammenarbeiten, um die Spannungen zu deeskalieren. Am Samstag hörte ich nur eine kleine Erklärung in den Kurznachrichten, Erdogan habe den Abschuss des russischen Jets inzwischen bedauert – er habe gesagt, es wäre besser, wenn es nie geschehen wäre. Das reicht noch nicht ganz, klingt auch ziemlich lasch. Nun kommen russische Sanktionen gegen die Türkei. Alles sehr unschön. In Wirklichkeit müssten sich alle gemeinsam gegen den IS verbünden, wie NATO-Generalsekretär Stoltenberg zierlich betonte, und in diesem hanebüchenen Kuddelmuddel-Kriegstheater, wo alle durcheinander zu sausen scheinen und nahezu jeder gegen jeden antritt, etwas mehr Ordnung schaffen. – Okay, ich gebe es zu: Krieg und Ordnung. Was für eine Kombination! Das ist ja zum Schießen.

Hingegen kann eine Badezimmerwand, wie unten ersichtlich, zu wunderbaren Landschafts-Phantasien anregen, mit denen man sich stundenlang friedlich beschäftigen könnte. Das wäre doch eine gute Entspannungsübung für die ausflippenden Generalstäbe, ergänzt durch kleine Gummiflugzeuge in Rot, Blau und Weiß, mit Saugnäpfen. Schmatz! Zum Spielen statt zum Schießen.

25. November 2015: Manche Leute gehen schon vorsorglich ins Kloster, ins Sanatorium oder gar in eine Sekte, weil das Weltgetöse nicht mehr zu ertragen ist und man sich schon denken kann, worauf das alles hinauslaufen könnte. Da wird einem ja aus Versehen der Tee kalt, oder man macht sich vor lauter Zerstreuung als erstes Caro-Kaffee statt Tee, oder fast in die Hose. Der größte Terror kommt im Ernstfall nicht von innen oder von der Seite, sondern von oben.

Ein paar Worte zum Wahnsinn des NATO-Mitglieds Türkei. Gestriger Abschuss eines russischen Militärflugzeugs. Die Russen haben schon ganz recht, dass die Türkei zu keinem Zeitpunkt von ihnen bedroht worden ist. Nicht wirklich, oder? Die Türken haben auch ganz recht, dass der russische Kampfjet in türkischen Luftraum eingedrungen ist über einen winzig kleinen Zipfel, vielleicht für 10-12 Sekunden, über einen äußersten südlichen Wurmfortsatz der Türkei; das gehört sich überhaupt nicht. Nicht wirklich, oder? Aber warum riskieren diese Streithähne so gern Armageddon? Ist ihnen das Leben der Weltbevölkerung nichts wert? Nicht einmal das eigene? Dass sie glauben, dermaßen zündeln zu dürfen? Halten sie, auf ihre verderbliche Art, die Welt bloß für eine schillernde Vorstellung? Eigentlich bin ich ja der Typ mit dem Motto: Die Welt als schillernde Vorstellung. Aber mutwillig zum Platzen gebrachte Seifenblasen sind keineswegs meine Idealvorstellung. Das bringt einen massiven Ernst auf den Plan, auf den wir gern verzichten können.

Die Türkei: Bedenklich, diese Leute mit im Boot zu haben. Die sind ja nicht mit im Boot. Putin bezeichnet die Türkei als Helfershelfer des Terrorismus. De facto ist die Türkei mit dem IS verbündet und hat dieser Terrormiliz geholfen, indem sie Kämpfer gern dorthin durchreisen ließ und den IS durch Erdölhandel auf dem Schwarzen Markt unterstützt hat. Erdöl des Islamischen Staats im Wert von bereits 800 Millionen Dollar wurden nach dem Stand des vorigen Jahres in der Türkei verkauft. Der zur Opposition gehörige türkische Parlamentarier Ali Ediboglu sagte voriges Jahr, dass Erdöl des IS im Wert von etwa 800 Millionen Dollar in die Türkei geschmuggelt worden war. Über tausend türkische Staatsbürger halfen ausländischen Kämpfern dabei, sich auf dem Weg über türkisches Territorium dem IS in Syrien und im Irak anzuschließen. Beides geschah nach Angaben Ediboglus mit dem Einverständnis des türkischen Militär-Geheimdienstes. (Middle East Eye, 31.07.2015, UK, US turn blind eye to Islamic State oil sales) Also kurz gesagt, ein NATO-Land hilft direkt dem IS. Ein NATO-Land macht den IS groß und stark, sodass andere NATO-Länder (und die Russen) dann draufhauen müssen. Diese Schlussfolgerung entspricht auch der türkischen Strategie, in dieser Situation die Kurden zu bombardieren, die zumindest eine gewisse Chance haben, den IS einzudämmen, während Deutschland aus eben diesem Grund die Kurden immerhin mit Waffen versorgt hat. Vergessen wir außerdem nicht, dass fast alle Türken Muslime sind ... Zu einer mehr als hässlichen Szene kam es beim Fußball-Freundschaftsspiel zwischen der Türkei und Griechenland in Istanbul: Während der Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge von Paris kam es zu Pfiffen und Buh-Rufen. Einige der Zuschauer skandierten u.a. die Parole: <Die Märtyrer sind unsterblich, das Vaterland unteilbar.> Siehe das Video Türkei: Pfiffe, Buhrufe und Parolen bei Schweigeminute für die Terroropfer von Paris (17.11.2015). Das sind nicht nur einige wenige, die hier dazwischenpfeifen. Das ist eine große, lautstarke Sympathiebekundung für islamistische Grausamkeit und Gewalt. Wenn Deutschland sich noch länger an falsche Freunde hält, haben wir bald ganz andere Probleme als die erregten Zankereien in Talkshows. Oder nie wieder überhaupt Probleme, sondern den ewigen nuklearen Frieden. Wer das nicht mag, könnte z.B. demonstrieren gehen: für den Ausstieg aus der NATO, für Grenzkontrollen, Neuwahlen und ähnliche logische Konsequenzen.

Ziemlich schaurig, die NATO-Hauptstadt Brüssel gleichzeitig in höchster Terrorwarnstufe vor Ort und in chronischer, nahezu IS-freundlicher Unentschlossenheit zu sehen, wenn doch ein klares militärisches Bündnis mit Russland gegen den IS die einzige überlebensfreundliche Alternative zum gefährlichen aktuellen Kuddelmuddel wäre. Einfach sinnvolle Realpolitik. Den syrischen Herrscher Assad beseitigen zu wollen ist dagegen ein albernes kleines Steckenpferd.

Es ist auch, wie man längst gelernt haben sollte, vollkommen idiotisch und kontraproduktiv, unsympathische Alleinherrscher in fremden Ländern beseitigen zu wollen, auch wenn sie gelegentlich verbrecherisch handeln (Gaddafi, Saddam Hussein, jetzt Assad), denn solche Diktatoren sind stabile Orientierungspunkte in schwierigen Ländern, sie halten ein gehöriges Maß an Ordnung aufrecht, selbst wenn uns ihre Art und Weise nicht passt. Auch Marschall Tito in Jugoslawien war für diesen Mechanismus ein gutes Beispiel; der hat in einem potenziell brodelnden Vielvölkerstaat 35 Jahre lang sozusagen den Deckel draufgehalten. Wenn man solche Herrscherfiguren beseitigt, hat man auf keinen Fall eine Ahnung, wie die Probleme vor Ort besser gelöst werden können, und in Ermangelung des früheren stabilen Orientierungspunktes bricht die gesamte Ordnung zusammen, woraufhin weitaus schlimmere Kräfte an die Macht kommen oder das Land in Zerfall gerät. Wir können nicht alle Probleme der Welt lösen und wir sind dumm, wenn wir es versuchen. Das hätte man aus den Einmischungen in Afghanistan, Libyen, dem Irak, Ägypten, der Ukraine usw. längst lernen sollen, aber die USA und ihre Marionetten wollen es nicht lernen. LÖSUNGEN, DIE ERFAHRUNGSGEMÄSS DIE SITUATION VERSCHLECHTERN, SIND KEINE LÖSUNGEN UND SOLLTEN DESHALB NICHT BENUTZT WERDEN. Dann lieber gar nichts unternehmen und sich stattdessen um den Wohlstand im eigenen Land kümmern. Und sich an zweiter Stelle fragen, wie man anderen Menschen, vielleicht sogar in der Ferne, konstruktiv helfen könnte. Konstruktiv.

Dass man sich jetzt um den IS kümmern muss, ist eines der katastrophalen Ergebnisse einer falsch konzipierten, immer wieder gescheiterten amerikanischen Machtpolitik, die wir ja offensichtlich unterstützt haben. Darum nochmals: LÖSUNGEN, DIE ERFAHRUNGSGEMÄSS DIE SITUATION VERSCHLECHTERN, SIND KEINE LÖSUNGEN UND SOLLTEN DESHALB NICHT BENUTZT WERDEN. Warum dieses Prinzip bei der Menschheit nicht einsickert, habe ich nie begriffen. Es hat sicher etwas mit Rechthaben und Rechtbehalten zu tun, und dass man zugeben müsste, wie dumm man doch war, als man dumm war. Denkt man jedoch an die eigene Dummheit, vernebelt allein schon dieser Gedanke die Schärfe des Urteilsvermögens, denn wer kann garantieren, dass man nicht schon wieder dumm ist? Diese Grübelei und beschmuddelte Ehre nützt aber gar nichts, sondern wir müssen unbedingt gescheiter werden, wenn schon nicht um unserer selbst, dann wenigstens um unserer Kinder und Kindeskinder willen.

EU-Hauptstadt im Ausnahmezustand

22. November 2015: Ausnahmezustand in Brüssel. Höchste Terrorwarnstufe“ schreibt am heutigen Sonntag das Handelsblatt online. In der EU-Hauptstadt, die auch Sitz der NATO-Zentrale ist, gilt heute „wegen der Terrorgefahr weiterhin die höchste Warnstufe. Das öffentliche Leben steht den zweiten Tag in Folge weitgehend still. So waren Märkte und Sportereignisse abgesagt worden. Die U-Bahn war komplett geschlossen.“ Schon in der Nacht von Freitag auf Samstag war die Terrorwarnstufe für Brüssel aufs höchste Niveau angehoben worden. Nach Angaben des Bürgermeisters der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek sollen sich „zwei Terroristen“ auf Brüsseler Territorium befinden, und die könnten „gefährliche Taten verüben“.

Unerwähnt bleibt in diesem Artikel, wie auch in all den gut zensierten Fernseh-Talkshows, dass zumindest die Kulisse einer solchen Entwicklung von langer Hand vorbereitet worden ist. Schon am 16. Mai 2010 berichtete Europe News, dass die europäische Hauptstadt Brüssel rasend schnell islamisch wird. Bereits 2008, so heißt es dort, waren 56,5 Prozent der Einwohner Brüssels „Ausländer“, und 2010 waren es schon 68 Prozent. Hierbei kommt es fairerweise drauf an, wie man Ausländer definiert, denn gemeint sind hier die sogenannten Allochthonen, d.h. nach gängiger Definition Personen, die entweder selbst im Ausland geboren sind oder bei denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren ist. Viele dieser Menschen haben die belgische Staatsbürgerschaft angenommen und werden als Allochthonen weiterhin mitgezählt, etwa gemäß dem deutschen Begriff des Migrationshintergrunds. Entsprechend meldet am 7. Mai 2013 voxeurop.eu, dass die belgische Tageszeitung Le Soir sich in einem Dossier unter dem Titel SOS Brüssel darum sorgt, Brüssel sei eine ultra-gemischte Stadt, die darum kämpft, mit ihrer Vielfalt fertig zu werden“. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund betrage in Brüssel 75,6 Prozent. Bis 2023 werde sich der Anteil auf 83 Prozent erhöhen.

Die Prognose der oben zitierten Europe News lautete ganz ähnlich, 85 Prozent der Einwohner Brüssels hätten im Jahr 2020 Migrationshintergrund, und die meisten davon wären Muslime. (Hey, muss das sein? Ausgerechnet in der Hauptstadt der Europäischen Union, und rings um die NATO-Zentrale?) Diese Entwicklung sei in fast allen großen belgischen Städten festzustellen, die Muslime übernehmen die Ballungsgebiete und dieser Vorgang sei bereits unumkehrbar. -- Na schön. Mein Computer wird auf verdächtige Weise immer langsamer und macht komische Zicken, während ich an diesem Thema herumbohre, und da ich in einer ruhigen deutschen Provinzstadt lebe, sollte ich mich vielleicht doch zu einem kleinen Sonntagsspaziergang vor die Tür wagen. Oder? Die können ja nicht überall gleichzeitig Stunk machen, die Terroristen. Die Belgier bleiben drinnen, heißt es verallgemeinernd im Handelsblatt. Alle Belgier? Das Internet an meinem Bildschirm reagiert kaum noch ... Ah, hier, immer noch Großraum Brüssel: Den Bürgern wurde empfohlen, in ihren Häusern zu bleiben sowie Ansammlungen, Bahnhöfe, Flughäfen und Einkaufszentren zu meiden. Der Metro-Verkehr wurde eingestellt, zudem wurden viele Geschäfte geschlossen.“ Falls die Terroristen von unbekannten Gönnern angeheuert wurden, um sich möglichst wirkungsvoll als Spaß- und Spielverderber zu betätigen, haben sie dieses Ziel mit relativ billigen Mitteln erreicht. Per Hebelwirkung durch Einschüchterung werden Staat und Medien quasi zu ausführenden Organen der Miesmacher, wenn es darum geht, die einsetzende vorweihnachtliche Stimmung zu verhunzen. Wir müssen uns wohl warm anziehen (es ist auch gerade eine Kältewelle angebrochen).

Problem, Reaktion, Lösung

21. November 2015: Problem Reaktion Lösung ist ein massenpsychologisches System der Bewusstseinskontrolle – es dient dazu, das Bewusstsein der Massen zu steuern und auf diese Weise strategische Schritte vorzubereiten, die andernfalls nicht durchsetzbar wären. Mit den Problemen, die normalerweise auftauchen, kämen wir ganz gut zurecht. Wir wären nicht hinreichend verunsichert, um schwerwiegende Eingriffe in die gesellschaftliche oder internationale Ordnung zuzulassen. Wer sich einbildet, er müsse möglichst schnell den Lauf der Geschichte umgestalten, braucht ein akutes Bedrohungsszenario, damit die Menschen ihre Meinung ändern. Man nennt das auch „Ordnung aus dem Chaos“, wobei aber das Chaos typischerweise zuerst hervorgerufen werden muss, um die Reaktion in Gang zu setzen.

Der erste Schritt ist daher die künstliche Schaffung eines Problems (z.B. Terrorismus, Finanzkrise, Flüchtlingsströme).  Zweitens muss die Reaktion der Bevölkerung gesteuert werden, indem die etablierten Medien (die überwältigend großen Sprachorgane des Establishments) nur diejenigen Aspekte des Problems besprechen, die unsere Drahtzieher gebrauchen können. (3) Der dritte Schritt besteht darin, die im Stillen von vornherein beabsichtigte Lösung bereitzustellen (z.B. Kriegseinsätze, Steuervergünstigungen für Großkonzerne, verschärfte elektronische Überwachung, Streichung von Sozialleistungen, Senkung der Reallöhne, Enteignungen und Ähnliches).

Die galoppierende Weltkrise: Kriegen wir den Überblick? Oder nur Bruchstücke?

20./21. November 2015: Die Bevölkerung wird natürlich zum Hampelmann des Medien-Getöses gemacht was auch immer gerade Thema Nummer 1 ist, verdrängt all das andere, was in letzter Zeit sonst noch als weltbewegende Katastrophe ausgemalt wurde.  Jetzt scheint nur noch der hoch aufwiehernde IS-Terrorismus auf europäischem Boden interessant, während man weiterhin unregistrierte Zuwanderer hereinströmen lässt und im Inland ernstlich die Kontrolle verloren hat absichtlich? Aber was wurde aus der Griechenland-Krise? Das war doch vor wenigen Monaten medialer Anlass zu höchster Sorge um den Bestand der Europäischen Union. Den Griechen geht es nicht besser als vorher, man redet bloß gerade nicht davon. Und was wurde aus den schrecklichen Ereignissen in der Ukraine? Nix da. Jetzt reißt sich alle Welt um Putin, weil er gegen den Wüstenterror da unten endlich mal draufhaut.

Wie sieht es mit der drohenden Wirtschaftskrise aus, dem weltweiten Zusammenbruch der Finanzen? Scheint gerade nicht besonders interessant, obwohl die Aktienblase seit einiger Zeit extrem trügerisch ist. Will die Börse den totalen Krieg? Wieso zündelt Friedens-Nobelpreisträger Obama im Südchinesischen Meer mit Provokationen? Und nicht etwa, dass die Chinesen mit ihren vorgeschobenen künstlichen Inseln dort sonderlich brav wären!? Können wir mehr als ein Thema zur selben Zeit nicht verkraften? Stimmt das überhaupt alles, was uns erzählt wird? Wenn wir lange genug schwarz vermummte Terroristen und teilweise ebenso schwarz vermummte Polizisten und Sondereinsatzkommandos zu sehen bekommen, da werden Weiber zu Hyänen, nein, das vielleicht nicht, aber möglicherweise Pazifisten zu Militaristen. Das macht allein schon die nagende Angst. Und wenn das aktuelle Bedrohungs-Thema dann genügend heftig und nachhaltig eingebläut ist, lässt sich der gewünschte Verängstigungs-Effekt durch reelle oder fiktive Umfragen bestätigen (seht her, die Prozente, wie tüchtig wir sind, wir haben euch das Gruseln gelehrt!), und deshalb kann der Bevölkerung die nächste autoritäre Lösung, die zum Dauerzustand werden soll, aufoktroyiert werden, ohne dass es große Proteste gibt. Um Ordnung (die faschistische neue Weltordnung) aus dem Chaos zu schaffen, wird nach der bekannten Formel Problem Reaktion Lösung zunächst Chaos gesät. An dieser Front steht Frau Merkel leider ganz vorn. Ihre polnischen, tschechischen und ungarischen Kollegen sehen das ganz deutlich.

(Abb. links: Alles Männer, oder was? Da können Sie lange suchen, die einzige Dame ist offenbar die verlorene blonde Polizistin am linken Bildrand, die als Schäferhund überfordert ist. Es ist nicht zu fassen. Nach Angaben der Vereinten Nationen bestehen die syrischen Flüchtlingsmassen, die ja zum überwiegenden Teil noch gar nicht in Europa gelandet sind, aus über 4 Millionen Menschen, die zu 38 Prozent jünger als 11 Jahre alt sind, zu über 50 Prozent Minderjährige unter 17 sind, und nur 22 Prozent sind angeblich Männer im Alter von 18 bis 59; das Letztere wären an die 900.000 Mann [Quelle: I.C.H.]. Ja, Heidewitzka, das deckt sich nicht mit diesem Foto und ähnlichen Fotos von Ankömmlingen in Europa, denn wo sind die Frauen und Kinder? Wären die nicht besonders schutzbedürftig? Na, erstens können viele Männer darunter sein, die keineswegs aus Syrien kommen, und zweitens sind wohl vorrangig die kräftigen erwachsenen Männer auf den mühsamen Marsch nach Europa losgeschickt worden, während die Frauen und Kinder in Syrien oder z.B. in dürftigen türkischen Zeltlagern blieben, in der Hoffnung, dass sie später nachgeholt werden oder auf Unterhalt vonseiten ihrer in Europa aufgenommenen Familienmitglieder zählen können.)

Wo es wirklich einmal Proteste gegen wesentliche Globalisierungs-Diktate gibt, wie z.B. eine Großdemonstration gegen das versklavende, demokratiefeindliche Freihandelsabkommen TTIP neulich in Berlin, da halten sich die Medien lieber ans weitgehende Schweigegebot und lenken die Blicke auf markerschütternde Gewalt-Inszenierungen, egal wer diese kaltblütigen Exzesse nun wirklich organisiert oder durch seine elende Bombardierungspolitik mit heraufbeschworen hat. Demonstrativ Einsätze gegen den IS zu fliegen hört sich gut an, aber haben wir uns da nicht allzu schnell einwickeln lassen? Es gibt Personen und Organisationen, auf die man unbedingt draufhauen sollte, wenn man sie präzise im Fadenkreuz hat, aber wie macht man das jetzt genau und was heißt es zum Beispiel, Luftangriffe gegen Rakka zu fliegen, die Hochburg des IS? Die Stadt hatte vor dem syrischen Bürgerkrieg 277.000 Einwohner, 2010 noch etwa 200.000. Wie steht es mit dem genauen Ausmaß der Kollateralschäden? Wie sehr werden durch die neueste Bombardierungswelle die Flüchtlingsströme vergrößert? Darüber redet keiner, schließlich ist die hiesige Bevölkerung durch die krassen Vorkommnisse und Darstellungen jetzt erst einmal hinreichend schockiert, um keine Fragen zu stellen; wie betäubt, oder zum Teil auch ohnmächtig und mit brachialen Racheplänen allzu rasch einverstanden, vor allem weil die todessüchtigen unmittelbaren Mörder sich gewöhnlich gleich selbst hinrichten und die Justiz deshalb mit leeren Händen dasteht. Die Bildzeitung online schreibt am 18.11. recht cool und grammatisch unbeholfen: Bei Luftangriffen französischer Jets und Flugzeugen [sic!] anderer Nationen sind in den vergangenen drei Tagen mindestens 33 Extremisten getötet worden. Zudem gebe es Informationen über weitere Opfer, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.“ Die Erwähnung „weiterer Opfer“ ist recht pietätvoll und unbestimmt.

Im Interesse des Überblicks und der eigenen Ausgewogenheit lasse man sich zwischendurch auch Zeit und Ruhe zum normalen Leben, womit sich die Gedanken wieder ordnen und entspannen und hoffentlich am Ende der Blick sich wieder schärft. Es empfiehlt sich auch, den Blick schweifen zu lassen. Schweifen! Je mehr sie uns auf eine bestimmte Sache fixieren wollen, umso mehr sollten wir uns darin üben, nach den anderen existierenden Problemen und Verrücktheiten zu fragen und die Gesamtlage zu erfassen.

Herbstlich prachtvoller Dekorationsladen in Duisburg

„Links“ und „rechts“ in der Flüchtlingswelle

15.-17. November 2015: Angesichts der neuesten Ereignisse – der schweren terroristischen Anschläge in Paris genau Freitag, den 13. November – herrscht im Grunde nur Erschütterung und nahezu Sprachlosigkeit. Meine nachfolgenden Notizen entstanden größtenteils allerdings schon am 7. November (siehe weiter unten) und behalten eine gewisse Relevanz, u.a. weil jedem Kritiker der zügellosen Masseninvasion Schlagworte wie „rechtspopulistisch“, „rechtsextrem“ oder „rechtsradikal“ um die Ohren gehauen werden. Indes zählt das Bundeskriminalamt hierzulande laut Nachrichtensender ntv sowieso schon 43.000 Personen zur islamistischen Szene; davon gelten 420 Personen als sogenannte Gefährder, also potenzielle Terroristen. Wir sind nicht ganz dicht, wenn wir solche Zahlen auch noch durch eine unkontrollierte, unsortierbare und zukunftsträchtige Invasion aus muslimischen Ländern erhöhen.

Nebenbei gesagt geht mir auch, obwohl dieser Aspekt keine Gewalttaten (!) rechtfertigen kann, der Vormarsch des westlichen Satanismus auf den Sack, auch in seiner „spielerischen“ Form, der sich u.a. darin zeigt, dass sich ein recht großes Publikum bedenkenlos für eine Band begeistern kann, die Eagles of Death Metal heißt („Adler-des-Todes-Metall“ bzw. „Adler der Stilrichtung Death Metal“, wenngleich sie eher einen ruppig-rauen Garagenrock spielen). Die treten nämlich auch gern mal mit Teufelshörnern auf dem Kopf auf, siehe hier. Der Auftritt dieser „Todesadler“-Band im Bataclan am 13.11. wurde durch den islamistischen Terroranschlag abgebrochen, dessen eigene, nicht nur gespielte, sondern tausendmal bösere und obendrein kaltblütig durchorganisierte Todeslust allein in dieser Konzerthalle die größte Zahl an Mordopfern forderte. Denn die Terroristen flirten ja nicht nur mit kultigen, unartigen Ideen vom Bösen, sondern freuen sich in ihrem euphorischen Gehirnwäsche-Zustand auch während der Orgie des Mordens schon auf den eigenen Tod durch Gnadenschuss oder Selbstmord-Sprenggürtel und umso mehr auf die völlig unwahrscheinlichen 72 Jungfrauen im Paradies. Da funktionieren die normalen Abschreckungsmittel nicht. Es ist also, so oder so, der Teufel los, zuerst im Geiste, dann im Gemetzel. Man fragt sich, ob die Planer obendrein ganz bewusst Freitag, den 13. ausgewählt haben, was eher nach einem illuminatischen Drahtzieher-Witz als nach islamistischer Verarschung westlichen Aberglaubens aussieht.

Kurz gesagt, man sollte nicht unbedingt dem Tod huldigen, weder künstlerisch noch religiös oder terroristisch, aber das ist lediglich meine Privatmeinung, die sich auch höchst verwundert gegen die weit verbreitete deutsche Tatort-Sucht richtet. Mord, Mord, Mord, und immer noch geil darauf? Als schockierter Vertreter der „westlichen Wertegemeinschaft“ muss man so ein bühnengerechtes, musikalisch verbrämtes Teufels-Marketing wie das der Eagles of Death Metal, die sich übrigens durch den Bühnenausgang retten konnten, trotz des Terror-Schocks oder gerade deshalb nicht unbedingt gutheißen (genauso wenig wie die grässlichen gotteslästerlichen Geschmacklosigkeiten, mit denen Charlie Hebdo früher aufwartete). Und dennoch sollten wir zur Verteidigung einer uneingeschränkten künstlerischen, satirischen, religionsvernarrten oder auch religionskritischen Meinungs- und Äußerungsfreiheit eine durchaus kämpferische Position beziehen, d.h. die Dschihad-Radikalinskis schleunigst abschieben, die bereits hier sind, und die inzwischen als „Kalifat“ organisierten, schwarz vermummten Totmacher auch militärisch eindämmen, bevor sie sozusagen von Karthago aus in See stechen und in Rom die Hölle losmachen, oder was sie sonst noch alles vorhätten. Der Grund für unsere kategorische Ausdrucksfreiheit liegt schlicht und einfach darin, dass wir nach langer, bitterer Erfahrung jetzt konsequent genug sind, um im gesellschaftlichen Diskurs nicht von der Existenz, Feststellbarkeit oder gar Durchsetzbarkeit einer absoluten Wahrheit auszugehen. Privat kann jeder seine eigene absolute Wahrheit pflegen, wenn er so will, und er kann auch davon reden, aber es muss ihm verwehrt bleiben, andere Menschen zur Annahme desselben Glaubens zu zwingen. Wir wollen die Kräfte der freien Meinung, der freien Forschung, der künstlerischen und philosophischen Ausdruckskraft zu ihren eigenen Ergebnissen gelangen lassen und sehen darin die beste Grundlage für die Weiterentwicklung der Zivilisation.

7. November 2015: Wären die banalen politischen Bezeichnungen „rechts“ und „links“ überhaupt maßgeblich, müsste meine Position in vielen Fragen wohl eher „rechts“ als „links“ genannt werden. Aber letztlich bin ich, ganz pragmatisch, doch eher von einer liberalen „Mitte“ her bestimmt. Ich glaube auch, man arbeitet besser mit einem Spektrum von Freiheit zu Unfreiheit, womit sich alle „Parteien“ viel realistischer einordnen ließen als mit der nebulösen Links-Rechts-Sortierung. Unsere schöne demokratische Mitte landet auf einem Frei-Unfrei-Spektrum trotz aller Langweiligkeit ausgesprochen „extrem“ am Freiheits-Ende der Skala! Unter normalen Verhältnissen trifft das zu. Und je weiter links (sozialistisch / kommunistisch verbittert) oder rechts (nationalistisch / diktatorisch übellaunig) man steht, umso unfreier werden die Systeme; sie landen gemeinsam am anderen Ende des Spektrums in der Kategorie „äußerst unfrei“. Im Extremfall ist die diktatorische Härte eines Sowjetkommunismus von nationalistisch-faschistischen Regimes kaum zu unterscheiden, jedenfalls was die Unterdrückung des Individuums angeht.

Einer meiner zeitlosen Show- und Scherz-Favoriten

Auch das ist „Paris“, oder zumindest westliche Lebensfreude im amerikanischen Stil: ein schlankes, steinreiches Praliné namens Paris Hilton, hier in der Late Late Show (März 2009) beim Dekolleté-Flirt mit Craig Ferguson. Heute sagt man ja kaum noch „Dekolleté“: Das ist so ein Ausschnitt, aus dem die Möpse fast rauskullern. Hat in Amerika heutzutage größeren Kultstatus als bei uns und heißt cleavage.

 

<Wie geht's mit den Sexgeschichten in deinem Leben, mit deinen Dates, ist alles in Ordnung? Du stehst wieder in sämtlichen Klatschblättern, das ist dir wohl klar.>

<Für mich läuft's richtig gut ... ich bin echt glücklich.>

<Ist es schwierig, in Los Angeles einen netten Mann zu finden?>

<Es ist sehr schwierig.>

<Da fällt mir doch gleich ein Mädchen ein, das ich kenne.>

<Aber wenn man einen Netten findet, ist es gut.>

<Wenn du in einem dieser Ummf-ummf-Klubs einem begegnest, wie kannst du wissen, ob er nett ist? Du kannst ihn ja weder richtig sehen noch hören!>

<Ich lerne Männer kaum in Klubs kennen, die sind nicht mein Typ. Das sind gewöhnlich die plumpesten Mais-und-Käse-Klopse, ich rede also meistens nicht mit Männern in Klubs.>

<Aber wo triffst du sie dann? Im Waschsalon?>

<Bei Freunden ... oder im Fitness-Klub.>

<Im Fitness-Klub?>

<Keine Ahnung, ich sauge mir das nur grad aus den Fingern. Ich geh nicht zur Fitness!>

<Tust du bestimmt! Du siehst sehr gesund aus! Ich wollte schon sagen, du siehst gesünder aus, als ich dich je gesehen habe.>

<Danke ...> (Blick hinab ins eigene Dekolleté) <... nur für dich!> (Kichern) <Jedes Mal, wenn ich zu dieser Show komme, sagen mir alle, du musst dich richtig sexy anziehen für Craig, der mag das.>

<Echt? Wer behauptet denn das?>

<Alle! Die sagen, er liebt großzügige Dekolletés, also dachte ich, fein.>

<Was?! Moment mal, das könnte gelogen sein! Ich genieße Dekolletés, und ich bin amerikanischer Staatsbürger! Ich habe ein Anrecht darauf!>

<Wer liebt denn auch Dekolletés nicht?!>

<Du hast völlig recht! Ich werde dir sagen, wer Dekolletés nicht liebt! Al Kaida!>                  (Komplettes Interview hier)

Die momentane Flüchtlingskrise sehe ich somit einerseits aus traditionell „linker“ Sicht, nämlich als das Umschwappen und Zurückströmen der kolonialen Ausbeutung früherer Jahrzehnte und Jahrhunderte, sodass ich ohne weiteres auf den kriegerischen und geopolitischen Imperialismus der USA und ihrer europäischen Verbündeten schimpfen würde. Andererseits sehe ich die Problematik mindestens genauso scharf unter dem Aspekt des nationalen Interesses und würde sogar diagnostizieren, dass nur die dekadente transatlantische Wertegemeinschaft so leichtsinnig und naiv ist, sich eine massive, flächendeckende Invasion gefallen zu lassen – in den USA von Süden her aus dem lateinamerikanischen Raum und in Europa von Süd und Südost. Ich würde sagen, bis zu 5 Prozent Ausländer, egal welcher Hautfarbe, sind in jedem Land genug – und bei guter Integration auch gern gesehen. In Frankreich kommen nun allein die Muslime auf  über 9 Prozent, womit eine Art kritische Masse erreicht ist, auch wenn es zum Teil französische Staatsbürger sind. Es stimmt aber auch, dass wir ach so edlen „Kaukasier“ (vor allem Europäer, Russen, Nordamerikaner) Jahrhunderte lang eine rücksichtslos imperialistische Politik getrieben haben und während der letzten zwei Jahrzehnte genau die Gegenden massiv bombardiert haben, aus denen nun die Flüchtlinge hereinströmen (und unter diesem Deckmantel kommen sicher auch zahlreiche islamistische Krieger und potenziell rekrutierbare Krieger). Wie will man etwaige Lösungsansätze jetzt noch mit „rechts“ oder „links“ vernünftig aussortieren? Diese Begriffe sind veraltet. Die Zukunft sollte einer Art „Linksrechts“ oder dem „Libertarianismus“ gehören (Libertarian ist in den USA ein Begriff für Freiheitlichkeit und „schlanken Staat“, weil mit dem Wort liberal dort nur „sozialistisch“ assoziiert wird).

Man könnte nun sagen, eine solche Einstellung ist national und sozial, also wäre sie eigentlich im wahrsten Sinn des Wortes „nationalsozialistisch“, aber dieses Wort ist aufgrund unserer Vorgeschichte natürlich passé. (Hitler war ein Betrüger; zig Millionen Leichen sind auf keinen Fall ein „soziales“, „sozial gerechtes“ oder „sozialistisches“ Endprodukt, sondern das Werk von Volks- und Menschheitsfeinden, und die deutsche Nation wurde durch Hitlers Krieg ebenfalls weitgehend vernichtet. Insofern war „Nationalsozialismus ein Lügenbegriff. So wird ein Wort, das andernfalls frei definierbar hätte bleiben können, zum absoluten Unding.) Ein Gesellschaftssystem wie das der sozialen Marktwirtschaft lässt sich innerhalb einer Nation verwirklichen, die einen produktiven Konsens hat, nicht allzu viele Faulenzer duldet und sich ganz bestimmt nicht zum Sozialamt anderer Völker machen lässt. Andernfalls geht das System nämlich pleite. Das sollte jedem einleuchten.

Wenn heute der politische Trend in Griechenland als „linksnational“ bezeichnet wird und wenn wir sehen, dass allein schon aus Gründen der praktischen Machbarkeit (sprich Aufnahmefähigkeit) eine weitaus rigorosere, konsequentere Abwehr gegen die aktuelle Invasion erforderlich ist, dann hat das ja nichts mit Nationalsozialismus im Sinne von Antisemitismus, aggressivem Rassismus, Kriegstreiberei, Lebensraum-Beschaffung, Revanchismus und diktatorischem Führerstaat zu tun, sondern hier haben lediglich einige Leute gesagt: Es gibt so etwas wie ein nationales Interesse, und es gibt auch die Notwendigkeit, der kriegerischen kapitalistischen Gier die Stirn zu bieten. Eine solche Argumentation gerät sofort ins Zwielicht der Missverständnisse, weil sie fürs breite Volk scheinbar zu viel Differenzierung erfordern würde; deshalb treten wutschäumende Agitatoren wie Höcke auf die Bühne und verderben den Brei mit dumpfigen Phrasen, die beim Pöbel gut ankommen. Das schadet natürlich der Sache, um die es konkret geht.

Jedenfalls sind „offene Grenzen“ und „großzügiger Wohlfahrtsstaat für alle, die sich auf unserem Territorium befinden“ ein katastrophaler Widerspruch, womit wir nicht nur bankrott gehen, sondern auch auf einen Bürgerkrieg zusteuern, oder zumindest auf eine allmähliche Selbstabschaffung. Unter anderem soll hier wohl letzten Endes die teils christlich, teils humanistisch motivierte Hilfsbereitschaft ad absurdum geführt werden.

Diese rot-grüne, völkervermischende Mitleids-Utopie, die Deutschland zum Sozialamt weiter Teile der Welt machen will, stößt allerdings, wie man bereits sieht, sehr empfindlich an praktische Grenzen, sodass der Fehler hoffentlich doch noch korrigiert wird, bevor uns der Himmel auf den Kopf fällt. Was Frau Merkel betrifft: Die warmherzige, madonnen- und gluckenhafte Einladung an alle Welt war unmöglich durchzuhalten; aber ich kann mir gut vorstellen, was in ihrem Kopf vor sich ging. Den Menschenstrom an der Grenze gewaltsam zu stoppen, hätte unter Umständen eine Ermächtigung zum Waffengebrauch erfordert, und zu dieser notwendigen Konsequenz der Staatsraison, eingeleitet durch mildere, vorbereitende Maßnahmen wie Informationspolitik, Barrieren und Stacheldrahtzaun, kann sie sich aufgrund der DDR-Vergangenheit nicht durchringen – obwohl es nicht ganz dasselbe ist, denn die DDR hielt ihre eigenen Bürger gefangen, wir jedoch in der heutigen Lage müssen gegen eine massive Invasion von außen gewappnet sein, die nachweislich unsere Rechtsordnung und die soziale Stabilität zerstört (das geschieht ja bereits).

Bis jetzt hat niemand „Schießbefehl“ gesagt, oder? Aber eigentlich müsste jedem klar sein, dass Widerstand gegen die Staatsgewalt in Verbindung mit illegalem Grenzübertritt durchaus den Waffengebrauch vonseiten der Grenzschützer herausfordert. Das ist normal! Es steht nicht im Widerspruch zur Rechtsstaatlichkeit und ist auch nicht „antidemokratisch“, sondern juristisch einwandfrei und kann notwendig sein, um Recht und Ordnung wiederherzustellen.  

Ich würde beipflichten, dass Asylbewerbern aus echten Krisen- und Kriegsgebieten ein Schutz zusteht, aber es kommen da mindestens zur Hälfte auch Leute aus ganz anderen Ländern hereingeströmt (der Staat versagt ja bereits beim Abzählen, ganz zu schweigen von der Identifizierung der Einreisewilligen, und das Aussortieren gefälschter Pässe wird zum Albtraum). Die spätere „Abschiebung“ von 480.000 Menschen, falls wirklich bis zum Jahresende 800.000 hier eingetroffen sind (nach grober Schätzung haben höchstens 40% Anspruch auf Asyl), wird ein extremes logistisches Problem. Da hätte man sie lieber nicht reinlassen sollen (leicht gesagt, ja!), und man sollte auf das Reinlassen schleunigst verzichten, damit die Lawine nicht über unserem Kopf zusammenschlägt. So oder so verbleibt am Ende eine gigantische Dunkelziffer illegal im Land befindlicher Ausländer.

Allein in Brandenburg haben im Zeitraum September/Oktober 2015 ganze 7.000 Personen auf eigene Faust ihre zugewiesenen Flüchtlings-Unterkünfte verlassen und wandern von dort aus jetzt ungehindert und unkontrolliert umher. <Nach offiziellen Zahlen der Landesregierung [Brandenburg] sind seit Anfang September mehr als 17.000 Neuankömmlinge ins Land gekommen. Rund 7800 sind in Städten und Gemeinden untergebracht worden, knapp 2700 Menschen sind derzeit noch in den Erstaufnahmen. Daraus folge, dass mindestens rund 7000 Menschen eigenständig abgereist sind.> (DIE WELT online, 29.10.2015) – Tausende grimmige Landstreicher aus weiter Ferne, die unserer Sprache nicht mächtig, aber durch Handys vernetzt sind? Und dann kommt der Winter? Man kann sich denken, was bei solchen Ausreiß- und Verselbständigungs-Bewegungen alles herauskommen kann, wenn die Lage sich militarisieren sollte. Vielleicht sehen Männer eine solche massive, illegale Einwanderung starker, kampffähiger junger Kerle aus einem teilweise ziemlich aggressiven Kulturkreis weitaus eher mit großen Bedenken, während bei unseren Frauen oft das Mitgefühl überwiegt.

Wieso sich dieser Kulturkreis aber so aggressiv gebärdet, das liegt nicht nur in kulturellen Eigenheiten und Fehlschlägen, sondern teilweise in der Einmischungs- und Bombardierungspolitik der USA und ihrer NATO-Verbündeten und Saudi-Kumpane begründet. Ich vermisse da ein klares Wort unserer Bundesregierung – sie sollte sich von der bisherigen, sinnlosen, kontraproduktiven Militärpolitik der USA nachdrücklich distanzieren. Kann sie aber nicht, eben weil wir kein wirklich souveräner Staat sind. Und das wiederum gilt als ein Lieblingsthema der so genannten „Rechten“, sollte aber öfter zur Sprache gebracht werden.

Nebenbei gesagt sollte ein jeder sich im gesellschaftlichen Umgang weiterhin friedlich verhalten, und es kommt auch immer auf den konkreten Kontext der Lebensumstände an. Wenn jemand an einer Schule unterrichtet, die zu über 60 Prozent von muslimischen Schülern besucht ist, wie das z.B. in Frankfurt bereits vorkommt, dann ist zwar das Überwältigungs-Argument der besorgten Bürger fast schon bewiesen – aber gleichzeitig sind diese Menschen jetzt eben hier, viele sind gut motiviert und anständig, und die Antwort auf gesellschaftliche Probleme besteht natürlich auf keinen Fall darin, bürgerkriegsähnliche Unruhen einzuleiten. Je besser diese zweite und dritte Generation mit „Migrationshintergrund“ integriert werden kann, umso besser stehen die Zukunftsaussichten für unsere Gesellschaft.

Aber wir müssen ja nicht so tollkühn sein, uns hoffnungslos überfordern zu lassen.

 

Flüchtlingsdrama und Invasionsrisiko

22.-31. Oktober 2015 (Erweiterungen am Ende des Artikels): Vor ein paar Tagen hatte ich hier satirische Sprüche über das Flüchtlings- und Invasionsdrama eingeblendet, aber das macht alles keinen Spaß, und es gibt jetzt zu viele Leute, die in helle Aufregung geraten, egal was gesagt wird. Also irgendwie tief Luft holen, und noch einmal von vorn – wenn überhaupt.

Um mit der Überfülle an Informationen klarzukommen, überlegt man sich am besten, was man eigentlich will. Darauf läuft es doch sowieso hinaus: Die Leute glauben, was sie wollen, legen sich alles so zurecht, wie sie es gern hätten, und picken sich aus jeder noch so edlen Philosophie genau das heraus, wodurch sie sich in ihren Überzeugungen und fixen Ideen bestätigt und in ihren Missetaten, Fehlern und Versäumnissen entschuldigt sehen, während andere angeblich schuld sein sollen. Es ist auch stets die persönliche und kollektive Versuchung gegeben, den eigenen Lebensstandard auf Kosten anderer zu erhalten und den Rest der Welt zu beherrschen, während man die letzten Nischen verteidigt, in denen die eigene kleine Freiheit gewahrt bleibt. Daher können mit geschickten Psychotechniken die Gemüter hierhin und dorthin gelenkt und ausgenutzt, entzündet, entflammt und entmutigt werden. Die Tugenden der Menschen werden missbraucht, um im Endeffekt finstere Ziele zu fördern. Ganze Bevölkerungsgruppen werden durch endlose Propaganda aus allen Kanälen polarisiert.

Plötzlich zeigt sich ein äußerst zerrissenes Bild der Gesellschaft, das von langer Hand vorbereitet war. Der langfristige gesellschaftliche und militärische Kriegszustand basiert aber immer auf einem Krieg der Herrschenden gegen die Beherrschten, während die sichtbaren Diskussionspartner oder Soldatenheere hüben wie drüben nur gegeneinander aufgehetzt wurden und eigentlich keinen Grund hätten, sich gegenseitig niederzumachen. Wer genau hinschaut, sieht klar und deutlich, dass all diese Soldatenmassen, egal wie tapfer, wirklich nur irregeleitete Narren sind, die mit der gegenseitigen Zerfleischung nur unendliches Leid fördern und niemals, selbst wenn sie „den Krieg gewinnen“, auch nur den geringsten Nutzen davon hätten. Alle miteinander sind sie Opfer ihrer dummen, hartherzigen Marionettenregierungen, die ihrerseits an ganz anderen Drähten hängen. Die einzigen Gewinner sind Rüstungsproduzenten und Großbankiers – oder dichterisch gesagt: Reptilien, Haifische, Vampire, Illuminaten, man kennt das ja, aber es gibt sie in Wirklichkeit, zum Teil ganz profan und unromantisch. Ob ein Land nachher größer oder kleiner ist, hat mit dem konkreten Glückspotenzial der Einwohner überhaupt nichts zu tun. Na ja, früher waren die Menschen dussliger und ließen sich leichter von großen, nationalen Ritualen berauschen, Siegesfeiern, Paraden usw.; in Russland scheint dieser Schwachsinn immer noch zu funktionieren, und die grausam jubelnden Halsabschneider und Vergewaltiger in ominösen Wüstenländern haben keine Ahnung, wie sehr man sie zum Narren hält. Die angeblichen Doku-Kanäle bzw. „deutschen“ Informationssender wie ntv und n24 zeigen seit vielen Jahren unfassbare Mengen an Hitler- und Kriegsgeschichten, und in letzter Zeit andauernd den Ersten und Zweiten Weltkrieg, auch andere Kriege, und verherrlichen die verschiedensten Waffensysteme. Wir sollen in Stimmung gebracht werden, ja aus der deutschen Seele soll wieder die Gewalt hervorgekitzelt werden. So sieht es aus.  

Am Ende kämpft Jeder gegen Jeden, sowohl in den einzelnen Ländern als auch international. Der Nahe Osten ist dank endloser Vernichtungsfeldzüge der USA und ihrer Verbündeten an diesem Zustand nah dran, und die deutsche Gesellschaft, wo sonst halbwegs die Vernunft herrscht, wird mit allen Mitteln unter Druck gesetzt. Durch gezielte Destabilisierung Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens gewaltige Flüchtlingsströme auf den Weg zu schicken ist die eine Methode; die andere Methode, noch nicht so deutlich erkennbar, ist die Welle an kampffähigen jungen Männern, potenziellen und tatsächlichen Dschihadisten, die im Schutze der Flüchtlingsmassen mit hereinströmen. Sehen Sie sich die Bilder genau an! Der Prozentsatz an kräftigen Kerlen zwischen 18 und 45 ist nicht zu übersehen, und aus dem syrischen Anteil der Flüchtlingsmassen wurde schon mehrfach bestätigt, dass höchstens die Hälfte der illegalen Ankömmlinge, die unkontrolliert die Staatsgrenzen überschritten haben, tatsächlich Syrer sind.

Hand aufs Herz: Die einzelnen Menschen, insbesondere die echten Kriegsflüchtlinge, können nichts dafür und haben ein menschliches Anrecht auf barmherzige Aufnahme – im Sinne einer vorübergehenden Lösung, bis sie sicher in ihre Heimat zurückkehren können. (Unsere Kapazität ist freilich begrenzt.) Selbst Wirtschaftsflüchtlinge suchen bloß, wie jeder von uns, nach einer besseren Überlebenschance, was aber nicht heißt, dass auch sie einen Anspruch auf Einlass hätten.

Aber die Hilfsbereiten hier in unserer Wohlstandsgesellschaft verdienen nachdrückliches Lob. Ich kann mich damit gar nicht messen. Wahrscheinlich bin ich schon viel zu träge, enttäuscht und verhärtet, und auch irgendwie alt und müde, außer beim Studieren und beim Schreiben. Würde mich auch lieber esoterischeren Themen zuwenden, oder allgemeine Grundlagen der Welt- und Geistesgeschichte ausarbeiten.

So ist zum Beispiel die Suche nach den Ursachen der weltweiten Wirren ebenso wichtig wie die christliche Tugend, mit der „wir“ „das“ „schaffen“ werden. Ich vermisse ein einziges klares Wort unserer Regierung, dass hauptsächlich die USA mit ihrer unsäglichen Einmischungs-, Terrorfinanzierungs- und Bombardierungspolitik diesen Zustand hervorgerufen haben und dass diese Politik nicht „funktioniert“, sondern beendet werden muss und dass wir uns davon lossagen müssen.

Das deckt sich mit der anfangs gestellten Frage, was man eigentlich will. Was will ich eigentlich? Wohl am ehesten Frieden, Ruhe, Ordnung, Demokratie, Freizügigkeit, Redefreiheit, Lebensstandard, sachliche Wissenschaft, klares Denken, freie Mystik und Freundlich-Himmlisches. Gegen ein gastfreundliches Land habe ich auch nichts einzuwenden. Habe selbst 33 Jahre meines Lebens in Dänemark zugebracht, war also als Erwachsener meistens ein Ausländer, und bin ausgesprochen dankbar, dass die dänische Bevölkerung kein Problem damit hatte. Es wäre also lächerlich, in der grauhaarigen Phase meines Lebens, zurück im Land meiner Vorväter, nun am Ende herumzurennen und „Ausländer raus“ zu schreien. Dümmlich, in der Tat.

Der Zuzug an Fremden muss allerdings integrierbar bleiben. Und selbstverständlich können wir Menschen, die aus der gleichen westlichen Wertegemeinschaft stammen und bei denen wir eine Art „Vorhersagbarkeit“ empfinden, mit viel größerer Leichtigkeit bei uns aufnehmen und eingliedern als staunenswerte Orientalen und Afrikaner, die doch, mal ganz ehrlich, völlig anders zusammengeschraubt sind. Nicht schlechter oder besser, aber anders. Die Tradition des Humanismus und des Christentums, der Demokratie und der persönlichen Freiheit haben wir mit Engländern, Franzosen, Nordamerikanern, West- und Nordeuropäern, auch Italienern und Griechen natürlich am ehesten gemeinsam, und darüber hinaus scheinen sogar die meisten Türken ganz gut mit uns Deutschen zusammenzupassen. Das haben wir uns so erarbeitet, aber es geschah nach und nach, es war zahlenmäßig erträglich, es gab zeitweise großen Bedarf an Gastarbeitern, und es waren nicht nur freie Stellen, sondern auch gewisse Grundlagen der Übereinstimmung vorhanden, sodass in diesem Grade die „bunter“ gewordene Zusammensetzung unserer Bevölkerung zu einem sehr akzeptablen Ergebnis geführt hat.

So weit, so gut. In der aktuellen Lage geht es aber auf Biegen und Brechen. Es knirscht doch schon verdächtig im Gebälk. Die vermehrte Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien in jüngerer Zeit, die Anwesenheit von erstaunlich vielen Russen, Ukrainern usw., ja vor allem die Frage, womit sich diese Leute alle den Lebensunterhalt verdienen (hm?), diese Faktoren geben bereits zu denken. Die Tendenz zur islamistischen Radikalisierung in Teilen der großen muslimischen Minderheit mag in Deutschland nicht so weit vorangeschritten sein wie in Frankreich, aber die Befürchtungen sind mancherorts schon ganz real. Nichts gegen ordentliche Asylanträge von Menschen, deren Leben daheim durch Krieg oder Tyrannei bedroht ist. Aber wenn jetzt die Grenzkontrollen zusammenbrechen – wer strömt uns da sonst noch alles herein? Jedes Land hat das Recht, die Grenzen dicht zu machen.

Es gibt also drei wesentliche Einwände gegen den derzeitigen Zustrom: (1) die unmöglich zu bewältigende Anzahl und Geschwindigkeit, (2) die mangelnde kulturelle Integrierbarkeit und (3) die aufgrund unterlassener Grenzkontrollen vermutlich bereits katastrophale Invasion islamistischer Kämpfer und Anwerber. Wobei das Letztere noch genauer zu beweisen wäre, möglichst bevor uns das Resultat unserer blauäugigen Naivität um die Ohren fliegt.

-------------------------------------------

Ein etwas anderes Thema: Bulgaren und Rumänen

Interessante Notiz am Wegesrand über den Zuwachs bei Bulgaren und Rumänen, was im obigen Artikel eigentlich kein Thema ist, denn mit der aktuellen „Flüchtlingskrise“ hat es nur peripher etwas zu tun: Nach offiziellen Angaben im Zuwanderungsmonitor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit) für September 2015 ist „im August 2015 die in Deutschland lebende Bevölkerung aus Bulgarien und Rumänien um 12.000 Personen auf insgesamt 637.000 Personen gewachsen. Bis zum Jahresende 2015 ist mit einem [bulgarisch-rumänischen] Bevölkerungszuwachs um 130.000 bis 150.000 Personen zu rechnen.“ Man würde schon sagen, dass aktuell 637.000 Zugewanderte aus Rumänien und Bulgarien eine stattliche Anzahl sind, und diese Menschen kommen im Rahmen der EU-Freizügigkeit ins Land. Man braucht sich aber nicht unmäßig darüber aufzuregen, denn wie die weitere Statistik in selbiger Quelle klarstellt, liegt in dieser Zuwanderungsgruppe die Arbeitslosigkeit (berechnet zur Basis der abhängig Beschäftigten) mit 9,3 Prozent nicht übermäßig hoch. Jedoch setzt sich der Anstieg der SGB-II-Leistungsbezieherquoten fort, nämlich so, dass im Juni 2015 doch ganze 105.000 Bulgaren und Rumänen Leistungen nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) bezogen, im Vergleich zu nur 64.000 im Vorjahresmonat. Somit liegt im Juni 2015 die Leistungsbezieherquote der Gruppe „Rumänen und Bulgaren“ mit 17,1 Prozent um 0,7 Prozentpunkte höher als beim Durchschnitt (16,4 Prozent) der ausländischen Bevölkerung im Allgemeinen. Der Unterschied zu anderen Ausländergruppen ist also nicht besonders signifikant. Über eine etwaige Dunkelziffer aus illegal Eingewanderten lässt sich diese Studie der Bundesagentur für Arbeit nicht aus.

Es sind aber zusätzliche Fakten angemerkt, die mit allem Nachdruck verdeutlichen, wie mit einer Sammelstatistik ein völlig falscher Eindruck erweckt werden kann, denn man sollte Rumänen und Bulgaren nicht in einen Topf werfen: Die Schere zwischen Bulgaren und Rumänen geht weiter auseinander! „So belief sich die Arbeitslosenquote der bulgarischen Bevölkerungsgruppe im Juli 2015 auf 16,0 Prozent, die der rumänischen dagegen nur auf 6,4 Prozent. Die SGB-II-Leistungsbezieherquote der Bulgaren lag im Juni 2015 bei 28,2 Prozent, die der Rumänen bei 11,6 Prozent.“ Aber hallo! Applaus für die Rumänen, und die Bulgaren könnten sich ein bisschen mehr anstrengen!

Niedrige Arbeitslosigkeit – eine Interpretationsfrage

Nebenbei gesagt, es ist alles nicht ganz so, wie man es sich im völkisch-pessimistischen Nebel denkt. Denn immerhin kann der Chef der Bundesagentur für Arbeit jetzt zum Monatsende verkünden, es habe im Oktober 2015 in Deutschland nur 2,65 Millionen Erwerbslose auf Jobsuche gegeben, so wenig wie seit November 1991 nicht mehr (laut Handelsblatt). Und das, obwohl uns insgesamt z.B. 637.000 „Rumänen und Bulgaren“ zugewandert sind, von den Polen mal ganz zu schweigen. Solange eine Vielzahl fleißiger Einwanderer mit anpackt, kann die Wirtschaftslage durchaus positiv beeinflusst werden, weil der Laden angekurbelt wird und sogar neue Arbeitsplätze entstehen! Freilich gilt immer noch „Trau, schau wem“. Teuer wird bei dieser Art „Durchlauferhitzer“ durchs angeblich reiche Deutschland die Abschiebung bzw. auch die mit Geldgeschenk verbundene „freiwillige Ausreise“ der abgelehnten Asylbewerber. Wenn tatsächlich 800.000 in einem einzigen Jahr hier ankommen und typischerweise nur 40 Prozent dieser Menschen Asyl bewilligt wird, wie (und wo) wird man dann die anderen 480.000 wieder los? Wie viele davon werden als Dunkelziffer in die Illegalität abtauchen? Da dürfte mittlerweile der Überblick fehlen. Es gibt andere Kritikpunkte, die man bedenken sollte, besonders die Frage nach der Unterminierung bestehender Tarifverträge, den Verlust gewerkschaftlicher Errungenschaften wegen allzu vieler „billiger“ Arbeitskräfte und das Lohndumping im Bereich der Zeitarbeit. All diese Zahlen springen laufend rauf und runter, stehen meist nicht im nötigen Kontext und sind schwer zu gewichten. Es bleibt eine gefühlte Unsicherheit, weil sich dauernd was ändert ... Wahrscheinlich versagen die administrativen Mittel, um die Fakten für ein großes Land wie Deutschland überhaupt noch verlässlich festzustellen.

Was genau ist „Migrationshintergrund“?

Migrationshintergrund ist ein Merkmal der amtlichen Statistik zur Erfassung von Zuwanderern und ihren Nachfahren. Bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund handelt es sich um „alle Ausländer und eingebürgerte[n] ehemalige[n] Ausländer, alle nach 1949 als Deutsche auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderte[n], sowie alle in Deutschland als Deutsche Geborene[n] mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“. (Statistisches Bundesamt, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Ergebnisse des Mikrozensus 2013, Fachserie 1 Reihe 2.2, Wiesbaden, 2014; hier zitiert aus EU-Migration nach Deutschland: Aktuelle Trends, von Marcus Engler und Martin Weinmann, März 2015.) Genau betrachtet reicht also der Begriff des Migrationshintergrundes teilweise bis in die dritte Einwanderer-Generation, also bis zu denjenigen Deutschen, die in Deutschland als Deutsche geboren sind, deren Vater oder Mutter jedoch noch als Ausländer zur Welt kam, selbst wenn er oder sie tatsächlich auch bereits in Deutschland geboren ist. Wir reden somit auch von den Enkeln der Einwanderer, außer wenn die zweite beteiligte Generation bereits mit deutscher Staatsbürgerschaft in Deutschland zur Welt kam. Eigentlich ist das ziemlich kompliziert, und man fragt sich benommen, wie gut diese Verhältnisse überhaupt statistisch erfassbar sind.

Eine etwas ältere Definition des Begriffes Migrationshintergrund lautete: „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“. (Statistisches Bundesamt Deutschland: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2005. Erschienen am 4. Mai 2007) Im Jahr 2006 lebten nach dieser Definition 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, dies entsprach 18,6 % der Bevölkerung. Im Jahr 2009 stieg die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland auf 16,0 Millionen oder 19,6 % der Bevölkerung. Das Wachstum ist auf den Anstieg der Zahl der deutschen Staatsbürger mit Migrationshintergrund zurückzuführen, da die Zahl der Ausländer in Deutschland seit circa zehn Jahren bei 7,2 Millionen stagniert. (Wikipedia unter Migrationshintergrund) Mein lieber Scholli, im Jahre 2009 waren es 19,6 % der Bevölkerung wie viele sind es dann jetzt im Jahr 2015, und wie viele werden es in fünf Jahren sein?

Übrigens zeigt sich am oben zuerst aufgeführten Zitat mit den vielen eingeklammerten [n]-Endungen, dass jemand beim Statistischen Bundesamt mit der deutschen Grammatik schwer zu kämpfen hatte, denn die eckigen Klammern sind überflüssig, nach „alle“ ist nur die „n“-Endung richtig, es müsste also unbekümmert heißen: „alle Ausländer und eingebürgerten ehemaligen Ausländer, alle nach 1949 als Deutsche auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“. Es hat auch nichts mit Anti-Diskriminierung für männlich/weiblich zu tun, denn all die betroffenen Wörter stehen im Plural und die Mehrzahl von „der Geborene“ ist ebenso wie die Mehrzahl von „die Geborene“ identisch, nämlich „die Geborenen“. Also was soll das? Witzigerweise zähle ich nach dem Wortlaut dieser Definition selbst zu den Menschen mit Migrationshintergrund, weil ich zwar als Deutscher geboren und aufgewachsen bin, jedoch nach langjährigem Aufenthalt in Dänemark schließlich nach Deutschland zurückkehrte, und in diesem Sinne falle ich trotz meiner lebenslangen deutschen Staatsbürgerschaft und trotz meiner deutschen Eltern anscheinend in die Kategorie „alle nach 1949 als Deutsche auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten“, weil ich im Jahre 2010, also „nach 1949“, tatsächlich „als Deutscher“ nach Schleswig-Holstein, also ins heutige BRD-Gebiet, zugewandert bin. Oder gibt es da eine trügerische Spezialdefinition für das Wort „zugewandert“? Ist ein Wiedereingewanderter kein Zugewanderter? Das ist doch lachhaft.

Wikipedia informiert uns des Weiteren: Eine etwas andere Definition wurde in der Migrationshintergrund-Erhebungsverordnung vom 29. September 2010 getroffen, die für den Bereich der Bundesagentur für Arbeit gilt, sie lautet: <Ein Migrationshintergrund liegt vor, wenn 1. die Person nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder 2. der Geburtsort der Person außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt und eine Zuwanderung in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte oder 3. der Geburtsort mindestens eines Elternteiles der Person außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt sowie eine Zuwanderung dieses Elternteiles in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte.> Okay, kapieren Sie den Unterschied noch? Ich habe keinen Bock mehr, darüber nachzudenken. Aber nach dieser Definition habe ich jetzt (laut Bedingung Nr. 2) eben doch keinen Migrationshintergrund, denn ich bin zwar nach 1949 zugewandert (in meinem Fall zurückgewandert) , aber mein Geburtsort liegt nicht außerhalb der heutigen BRD-Grenzen.

Straftaten von Asylbewerbern

Im Vergleich der Jahre 2013 und 2014 berichtet das Handelsblatt online am 29.09.2015: <Bundesweit hat die Zahl der Straftaten von Asylbewerbern stark zugenommen. Im Jahr 2013 listete die Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamts noch 32.495 Taten auf, ein Jahr später waren es schon 53.890 Taten. Besonders drastisch fällt der Anstieg bei Delikten wie Diebstahl (2013: 9.421; 2014: 16.066) und bei Körperverletzungen (2013: 5.172; 2014: 8.994) aus. Stark zugenommen haben auch Delikte wie Gewalt- und Straßenkriminalität sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt.> Diese Aussage ist unvollständig. Um mit einer solchen Information klar denken zu können, bräuchte man gleichzeitig folgende Angaben: a) Um welchen Prozentsatz hat die Anzahl der sich in Deutschland aufhaltenden Asylbewerber von 2013 auf 2014 zugenommen? b) Um welchen Prozentsatz wird die Anzahl der sich in Deutschland aufhaltenden Asylbewerber von 2014 bis 2015 ansteigen? c) Wie viele Asylbewerber hielten sich in absoluten Zahlen 2013 und 2014 in Deutschland auf, und wie viele werden es bis Ende 2015 sein? d) Wie hoch ist demnach die Anzahl Straftaten pro 1000 Asylbewerber in den Jahren 2013 und 2014, und projiziert im Jahr 2015? e) Wie hoch ist im Vergleich hierzu die Anzahl der Straftaten pro 1000 deutsche Einheimische? f) Wie hoch bei den in Deutschland ansässigen Ausländern im Durchschnitt? g) Werden solche vergleichenden Statistiken überhaupt geführt? Inwiefern ja, und inwiefern nein? Warum bzw. warum nicht?

Fest steht, dass sich die Zahl der Asylanträge in Deutschland nach einem Tiefststand von 28.018 im Jahr 2008 stetig steigerte bis auf 77.651 im Jahr 2012, dann 127.023 im Jahr 2013, 202.834 (2014) und schließlich 303.443 (allein für die Periode Januar bis September 2015). (Statistik-Schaubild siehe hier.) Das ist zwar nicht die exakte Anzahl der Menschen, die sich als Asylbewerber jeweils hier aufgehalten haben, aber angesichts der statistischen Entwicklungstendenz ist es generell nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Straftaten von Asylbewerbern zwischen 2013 und 2014 um 65,8 Prozent angestiegen ist.

 

 

Genter Altar geöffnet, Festtagsseite: Möge das Lamm diesmal nicht allzu viel Blut lassen müssen!

Is' ja ne Bombenstimmung

9. Oktober 2015: Eigentlich habe ich für das selbstmörderische Kaspertheater und sentimentale Lemming-Getöse dieses Planeten, unser schönes Deutschland inbegriffen, derzeit wegen beruflicher Hochsaison und thematischer Übersättigung fast gar keine Kommentarzeit übrig, aber ein paar Impressionen will ich weiterreichen, denn man sieht nicht gerne hin, aber es bläht und türmt sich auf im Verborgenen – oder eigentlich direkt vor unserer Nase, nur gucken wir auch "direkt vor unserer Nase" mittlerweile kaum noch hin.

Wir sehen hier den inhaltlich konsequenten, aber auch angeberischen Einsatz russischer Marschflugkörper (auch Flügelraketen oder Cruise-Missiles genannt), die dieser Tage von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer (!!) gegen Rebellen in Syrien abgefeuert wurden: angeblich gegen Stellungen des "Islamischen Staats". Die Dinger fliegen bodennah mit einer Reichweite von 1550 Meilen (2500 km), um Abwehrsystemen auszuweichen, wechseln geschickt den Kurs und beschleunigen kurz vor dem Einschlag auf Überschallgeschwindigkeit. Man muss sich diese Feuerkraft mal ordentlich reinziehen, natürlich vorzugsweise nur in der Imagination, um zu begreifen, dass man den Bären seit langer Zeit wohl allzu leichtsinnig, ja in geradezu geisteskranker Blauäugigkeit provoziert hat, und um sich auch bunt, plastisch und dynamisch auszumalen, was wohl am Empfangspunkt dieser Höllenmaschinen passiert, wenn den weit entfernten Menschlein, die vielleicht doch nicht so präzise identifiziert wurden, die Eingeweide um die Ohren fliegen. Das sollte die kindische Begeisterung in Grenzen halten. Wobei jedoch der Herr Putin ganz recht hat, dass die USA und ihre Verbündeten, ganz besonders Saudi-Arabien, dieses IS-Monster in Syrien und im Irak überhaupt erst in jahrelanger Kleinarbeit mit Waffenlieferungen und Investitionen aufgebaut haben. Der russische Militäreinsatz begann am 30. September auf ausdrücklichen Wunsch der syrischen Regierung, die bereits schwer in die Ecke gedrängt war. Man kann es so interpretieren, dass Putin nach jahrzehntelanger "westlicher" Einkreisungs-, Bombardierungs-, Einmischungs- und Chaospolitik einfach nur zu retten versucht, was noch zu retten ist. Er konnte unmöglich die Krim, wo die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist, einfach so als Anhängsel einer umfunktionierten Ukraine in die Hände einer sinnlos expandierenden Nato fallen lassen, und genauso wenig konnten die Russen tatenlos zusehen, während die US-Politik gegen den syrischen Machthaber Assad, hinterhältig vorangetrieben mithilfe islamistischer Rebellen, ihnen den wichtigsten Verbündeten am Mittelmeer und den Marinestützpunkt in der syrischen Hafenstadt Tartus streitig machte. Strategisch wichtig, weil russische Kriegsschiffe von Tartus aus binnen weniger Tage den Sueskanal und damit den Zugang zum Indischen Ozean erreichen könnten. Natürlich tut all das schon beim Zugucken sehr weh, und auch ohne weitere Auswertung weht jetzt ein rauher Wind.

 

Und zur Illustration hier die Info-Grafik zum Thema Sizzler (Zischer), dem aktuellen Marschflugkörper, der aus unerfindlichen Gründen, genau wie all die markigen Hitzköpfe und Kriegsliebhaber, mit uns gemeinsam auf demselben Planeten existieren darf. Vier Kriegsschiffe der Kaspischen Flotte feuerten 26 Klub-Marschflugkörper auf 11 Ziele in Nordsyrien ab. Unter den Schiffen waren eine Fregatte der Gepard-Klasse und drei Korvetten der Buyan-M-Klasse (im Bild); Übersetzung nebenstehend:

Der Zischer-Schlag über 1600 km: Fakten-Datei zum KALIBR NK (KLUB), Nato-Codename: Sizzler (Zischer). Sprengkopf: Bis zu 409 kg hochexplosiver Sprengstoff. Max. Geschwindigkeit 3.560 km/h. Länge: 8,84 Meter. Der Marschflugkörper wird senkrecht gestartet. Über Land folgt er einer bodennahen Marschroute, um Abwehrsystemen zu entgehen. 40 km vor dem Ziel löst sich der Sprengkopf ab, gewinnt an Höhe und beschleunigt vor dem Aufschlag auf Überschallgeschwindigkeit.

Ja, Heidewitzka, Herr Kapitän! Dass sie überhaupt genug Geld haben für solche Spielzeuge! Trotz all unserer Sanktionen? Es bestätigt sich wieder der schöne alte Satz: "Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg."

Impressionen am Tag der Deutschen Einheit 2015: Sprödentalkirmes in Krefeld

... Na ja, unterwegs zur Kirmes erschien mir in einem Antiquitäten-Schaufenster ein halb materialisierter Besucher aus der 5. Dimension. Er schien sich in einer übermannshohen Transportvase zu befinden. Die Struktur seines Gesichts kann auf den ersten Blick beunruhigend wirken:

In der Vergrößerung wird es auch nicht viel besser. Man könnte vermuten, dass das wirkliche Gesicht dieses Besuchers einfach nur von der knubbligen Oberfläche des Transportmittels verdeckt wird:

Ach so, wie dusslig, das bin ich ja selbst. Alles nur gespiegelt. Reiner Selfie-Stuss für einsame Herzen. – Wunderschön bunt, laut und stellenweise rasant präsentierte sich die Krefelder Oktober-Kirmes auf dem Sprödentalplatz:

Und das menschliche Dasein zeigte sich vor der Schreckensfront der Geisterbahn von einer seiner besseren Seiten.

Man könnte daraus schließen, dass alles doch irgendwie ganz anders ist, als man denkt. Wobei ich zugeben muss, dass ich schon seit längerer Zeit nichts Gehaltvolles mehr in die Tasten gehauen habe. Jedenfalls nicht auf diesem öffentlichen Forum. Die Skepsis nimmt überhand.

Oh du schönes, ruhiges, gesegnetes Heimatland!

(Aufgeschnappt im Schaufenster einer Duisburger Kunsthandlung)

15. September 2015: Der wackere Mauswanderer hat jedenfalls beschlossen, sich von angeblichen dunklen Wolken an den Randgebieten seiner netten, urtümlich grünen, beschaulichen Idylle nicht beirren zu lassen. Hier ist das Leben immer noch so schön, wie es laut Globalisierungs-Miesepetern nie war. Apropos Wolkenformationen, da erhaschte ich doch gestern abend ein paar besonders eindrucksvolle, wenngleich etwas finstere und melodramatische Exemplare in Düsseldorf:

... und direkt an der Rheinpromenade, geradezu schon herbstlich-infernalisch, geduckt in Erwartung des vierten Blutmonds:

Und in der hoffnungsvollen Betrachtung der Zukunft darf freilich auch ein UFO-Effekt dieser Tage bei Duisburg nicht fehlen:

Weltenplan und Wiedergeburt

4. September 2015: Ein Fundstück beim "Arbeitskreis Origenes" (auf dass ich's nicht vergesse; denn dies hat auch etwas mit dem Thema Willensfreiheit und Missbrauch der Freiheit zu tun):

Das Weltbild des Origenes kann in Kurzform so beschrieben werden: Der Ursprung aller  Wesen geht von Gott und nichtmateriellen harmonischen Lichtwelten aus. Die von Gott gegebene geistige Freiheit verbunden mit Schöpfungskraft führen bei einem Teil der Wesen zu Abweichungen vom Schöpfungsplan. Je disharmonischer die Schöpfungen werden, desto enger führt der göttliche Plan die Geschöpfe. In den extremsten Abweichungen, das heißt in der tiefsten Stufe des Falles, werden die ursprünglichen Engel zu Dämonen. Die materielle Welt (erst hier setzt die naturwissenschaftliche Kosmologie mit dem Urknall ein) schafft Gott als Ort der härtesten Läuterung und Bewährung. Darin inkarniert werden nach göttlichem Plan nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern primär die Rückkehrwilligen aller Fallstufen und zwar so oft, wie diese die harte Schule benötigen. Auf diesem Wege können auch aus Dämonen wieder Engel und Bewohner der harmonischen himmlischen Lichtwelten werden. Christus selbst musste als Mensch auf die Erde kommen, denn die Wiederverbindung der Abgefallenen mit Gott ist nicht möglich, ohne dass ihnen der Weg dahin vermittelt wird. Christus, so lehrte Origenes, zeigte uns diesen Weg mit der Substanz seiner Seele. (http://www.origenes.de/lehre/Wiedergeburt.htm)

Und falls jemand ernstlich Lust verspürt, einmal ausgiebig Klartext zur verwirrenden politischen Lage dieser Welt zu hören, einschließlich der Frage nach der Souveränität Deutschlands und den geopolitischen Absichten, die hinter der einseitigen Propaganda gegen Russland stehen, so ist folgender Link zu empfehlen, der nur deshalb als Ausgeburt von Verschwörungstheoretikern diffamiert wird, weil die Verschwörungspraktiker gern unentdeckt mit ihren äußerst zerstörerischen Machtspielchen fortfahren würden: KenFM-Positionen #1: Krieg oder Frieden in Europa - Wer bestimmt auf dem Kontinent? 

Oder wir halten uns weiter an die gemütlichen Gesichter der politischen Unverbindlichkeit:

Echt-ehrlich-Krefelder

8. August 2015: Ja, da schau her! Sinnreiche politische Programme braucht das Land, klar, kernig und kompromisslos! Auch wenn es "nur" um das Amt des Oberbürgermeisters von Krefeld geht!

 

25. Juli 2015: Ein Liebes-Feuerwerk vom Feinsten, aus der kolumbianisch-mexikanischen Koproduktion "La Hija del Mariachi" (Telenovela, 2006-2008). Anklicken, um die Vorstellung zu genießen! Was für eine Glut, Liebe unter Wahrung einer Distanz, einfach als pure Schönheit. Die übrigen Teile, Folgen und Fortsetzungen lohnen sich ebenfalls: was für großartige Stimmen und fabelhafte Figuren! Geradezu ein Grund, um Spanisch zu lernen ... eine sehr originelle Produktion.

 

19. Juni 2015: Die Angaben zu Bilderberg 2015 (unten, 13. Juni) wurden um die komplette, offizielle Teilnehmerliste erweitert, sodass man seiner Phantasie freien Lauf lassen kann: Was hätten sich diese Leute zu erzählen? Interessant ist zu diesem Thema auch das Interview mit dem Sozialwissenschaftler Björn Wendt, der sich in einer größeren Studie mit dem Thema Bilderberg auseinandergesetzt hat: "Es ist eine Privatisierung und Re-Oligarchisierung der Politik zu beobachten, bei der Formate wie Bilderberg verdeutlichen, dass Superreiche und Manager über ganz unterschiedliche, in der Regel relativ intransparente Kanäle Zugang zur Spitzenpolitik und den Wissenseliten suchen und finden." Nicht zu vergessen Teil 2 dieses Interviews: "Die Forschung zu Bilderberg steckt noch in den Kinderschuhen".

16. Juni 2015: Für die ständige Verfahrensweise der USA, sich ihre eigenen Feinde aufzubauen und hochzurüsten, um dann mit hohen Kosten sowie Blut, Schweiß und Tränen gegen sie kämpfen zu müssen, liefert der folgende Artikel der Hindustan Times vom 15. September 2001 (vier Tage nach dem Einsturz gewisser Hochhäuser) ein ausgezeichnetes Beispiel:

Schwerer Bumerangeffekt gegen die USA
von Giles Foden (London, 15. September 2001)

Während der sowjetischen Besetzung Afghanistans haben US-Beamte den Mujaheddin(-Widerstandskämpfern) Milliardenbeträge für Finanzierung und Ausbildung zugeleitet. Die CIA war während der Reagan-Administration der Hauptmanager dieser Operationen.

Beim russischen Rückzug 1989 "feierte die CIA ihren Sieg mit Champagner".

Die Feiern unter der Präsidentschaft von George Bush senior waren verfrüht. Die raffinierten Methoden, die den Mujaheddin beigebracht wurden, und die Tausende Tonnen von Waffen, die ihnen durch die USA – und Großbritannien – geliefert wurden, quälen jetzt den Westen in Form des Phänomens, das als "Blowback" (Bumerangeffekt) bezeichnet wird, indem eine politische Strategie gegen ihre eigenen Urheber zurückschlägt.

Die daraus zu lernende Lektion ist, dass ein belagertes Land nur durch Konfrontation mit seiner eigenen dunklen Vergangenheit in der Lage sein wird, sich eine Zukunft zu gestalten, in der terroristische Angriffe dieser Größenordnung sich vermeiden ließen. Die gesamte Thematik, dass Amerika sich während der 80er Jahre im Frankenstein-Labor Afghanistan die Figur Bin Laden selbst "erschaffen" hat, wird von amtlichen Quellen zumeist gemieden.

Definitiv war es nur eine Frage der Zeit, wann ein Teil dieser Hilfe, die den Mujaheddin geleistet worden war, zum Vorteil solcher Leute wie Bin Laden genutzt werden würde. Osama (bin Laden) traf in Afghanistan direkt nach der sowjetischen Invasion im Jahre 1979 ein. Entzückt über seine makellosen saudischen Referenzen gaben die CIA und auch die pakistanischen Geheimdienst-Generäle Osama in Afghanistan freie Hand.

Auf amerikanischem Boden benutzte die CIA muslimische Wohlfahrtsorganisationen und Moschee-Gemeinden als Fassade, um Kämpfer für den Geheimkrieg gegen die UdSSR im Hindukusch zu rekrutieren.

In Camp Peary – "the Farm", wie in Geheimdienstkreisen das Spionage-Ausbildungszentrum der CIA in Virginia genannt wird – sowie in anderen geheimen Lagern erlernten junge Afghanen und Staatsbürger arabischer Nationen die Künste der strategischen Sabotage. Weitergereicht an die jüngere Jihad-Generation, die die Reihen der Bin-Laden-Organisation anschwellen ließ, sind diese Künste nun als Albtraum für die Vereinigten Staaten wiedergekehrt.

(Guardian News Service via Hindustan Times,  Originaltitel: "The Great US blowback", Online-Datum 16. Sept. 2001)
(Meine Übersetzung)

 

Jauchzende Straßenmalerei in Krefeld: Hurra, die Mächtigsten dieser Welt treffen sich im Gebirge, um für uns alle eine schönere Zukunft auszutüfteln!

Und jährlich grüßt der Bilderberg (2015)

13. Juni 2015: Nachdem die nichts sagenden und völlig unergiebigen Rituale des G7-Traumtänzergipfels im Märchenschloss Elmau auf deutschem Boden überstanden sind, mit einer 20.000 Mann starken Polizeitruppe und zum Preis von 360 Millionen Euro aus Steuergeldern, treffen sich gleich im Anschluss jetzt die handverlesenen eigentlichen Entscheidungsträger des antiquierten "Westens" zum Bilderberg-Spektakel in einer noch entlegeneren Landschaft und noch exklusiveren Kulisse gerade mal 40 km weiter ins Gebirge hinein, im österreichischen Interalpen-Hotel (Foto links; übernommen aus der Twitter-Seite des PrisonPlanet-Journalisten Paul Joseph Watson). Da ist weiträumig alles abgeriegelt und von unschuldigen Wandersleuten natürlich keine Rede. Watson schreibt: "So weit sind wir vom Bilderberg-Hotel entfernt und werden noch immer nach unseren Ausweisen gefragt." – Das Handelsblatt schreibt am 11.6.2015: "Die vor 30 Jahren erbaute, abgeschiedene Anlage der deutschen Baumaschinen-Unternehmerfamilie Liebherr, nur rund 40 Kilometer von Schloss Elmau, ist der ideale Ort für die Bilderberg-Konferenz. ... Auf den jährlichen Bilderberg-Konferenzen gilt die Chatham House Rule, die besagt, dass Informationen und Meinungen zwar genutzt werden können, sie dürfen aber keiner Person, weder Sprecher noch Teilnehmer, zugeordnet werden können." Als Gastgeber fungiert Henri de Castries, im Zivilleben Vorstandschef des französischen Versicherungskonzerns Axa.

Die Teilnehmerliste lässt erahnen, worauf der freie Informations- und Meinungsaustausch dieser Clique, wie üblich unter völliger Ausklammerung der Öffentlichkeit, in einer Reihe brisanter Themenbereiche hinauslaufen mag und welche Art Konsens sich herausbilden könnte. Da wären zum Beispiel der britische Finanzminister (Schatzkanzler) George Osborne, der auch als zukünftiger Premierminister gehandelt wird; NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg; der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte; Google-Chef Eric Schmidt, mitsamt zwei weiteren hohen Führungskräften seines Unternehmens; der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer; die frühere niederländische Königin Beatrix; der frühere CIA-Direktor und pensionierte US-General David Petraeus; der frühere französische Premierminister Alain Juppé, der künftig noch Aussichten auf die französische Präsidentschaft haben dürfte; der absolut unvermeidliche Henry Kissinger, früherer US-Verteidigungsminister und ewiger Mitmischer in der Weltgeschichte; Laurence Boone, Sonderberater des französischen Präsidenten in Finanz- und Wirtschaftsfragen; Springer-CEO Mathias Döpfner; Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäkel; der österreichische Verleger Oscar Bronner; der frühere Weltbank-Chef James David Wolfensohn; der vorbestrafte Immobilien-Tycoon und Karstadt-Eigner René Benko; Österreichs Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer; Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld; Siemens-Boss Joe Kaeser; der milliardenschwere schwedische Investor Jacob Wallenberg; Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank; John Allen, früherer US-General und NATO-Oberbefehlshaber in Afghanistan, inzwischen Sonderbeauftragter der Vereinigten Staaten für die Internationale Allianz gegen den IS; Benoit Coeure, französischer Wirtschaftswissenschaftler und Direktoriumsmitglied der EZB; Jeroen Dijsselbloem, Euro-Gruppen-Chef; Thomas Enders, Chef des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, Stichwort Drohnenentwicklung; Christoph Franz, früher Vorstandsvorsitzender der Lufthansa und seit März 2014 Verwaltungsratspräsident des Schweizer Pharmakonzerns Roche; Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner "Sicherheitskonferenz"; und last not least die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Als Themen werden genannt: USA, Russland, Griechenland, Mittlerer Osten, NATO, Wahlen in den USA, aber auch Künstliche Intelligenz, Netzsicherheit, chemische Waffen und Terrorismus. Journalisten und Fotografen sind nicht zugelassen. Umweltfragen stehen nicht auf der diesjährigen Themenliste. (Zur Info über einige frühere Bilderberg-Jahre siehe auch meine Zusammenstellung Geheimgesellschaften – Die Bilderberger.)

Hier ist eine Auflistung der Länder, aus denen die Bilderberg-Teilnehmer diesmal kommen – womit das Ganze sehr deutlich als ein nordamerikanisch-europäisches, oder wie man auch sagt: transatlantisches Unterfangen erkannt werden kann (nicht einmal Japan ist dabei, und man sieht hier größtenteils die NATO aufmarschieren):

 

Und hier auch wieder, wie schön, die offizielle und endgültige Teilnehmerliste 2015 gemäß Bilderberg-eigener Website. Es ist eine interessante Denkübung, sich auszumalen, was diese Personen einander im Einzelnen zu sagen hätten. Sicher gibt es da viele faszinierende Aha-Erlebnisse, während unauffällig von oben eine gewisse Denk- und Marschrichtung eingeträufelt wird:

Bilderberg in Telfs-Buchen, Österreich, vom 11. bis 14. Juni 2015

Endgültige Teilnehmerliste

Chairman:

Castries, Henri de

Chairman and CEO, AXA Group FRA
     

Achleitner, Paul M.

Chairman of the Supervisory Board, Deutsche Bank AG DEU

Agius, Marcus

Non-Executive Chairman, PA Consulting Group GBR

Ahrenkiel, Thomas

Director, Danish Intelligence Service (DDIS) DNK

Allen, John R.

Special Presidential Envoy for the Global Coalition to Counter ISIL, US Department of State USA

Altman, Roger C.

Executive Chairman, Evercore USA

Applebaum, Anne

Director of Transitions Forum, Legatum Institute USA

Apunen, Matti

Director, Finnish Business and Policy Forum EVA FIN

Baird, Zoë

CEO and President, Markle Foundation USA

Balls, Edward M.

Former Shadow Chancellor of the Exchequer GBR

Balsemão, Francisco Pinto

Chairman, Impresa SGPS PRT

Barroso, José M. Durão

Former President of the European Commission PRT

Baverez, Nicolas

Partner, Gibson, Dunn & Crutcher LLP FRA

Benko, René

Founder, SIGNA Holding GmbH AUT

Bernabè, Franco

Chairman, FB Group SRL ITA

Beurden, Ben van

CEO, Royal Dutch Shell plc NLD

Bigorgne, Laurent

Director, Institut Montaigne FRA

Boone, Laurence

Special Adviser on Financial and Economic Affairs to the President FRA

Botín, Ana P.

Chairman, Banco Santander ESP

Brandtzæg, Svein Richard

President and CEO, Norsk Hydro ASA NOR

Bronner, Oscar

Publisher, Standard Verlagsgesellschaft AUT

Burns, William

President, Carnegie Endowment for International Peace USA

Calvar, Patrick

Director General, DGSI FRA

Cebrián, Juan Luis

Executive Chairman, Grupo PRISA ESP

Clark, W. Edmund

Retired Executive, TD Bank Group CAN

Coeuré, Benoît

Member of the Executive Board, European Central Bank INT

Coyne, Andrew

Editor, Editorials and Comment, National Post CAN

Damberg, Mikael L.

Minister for Enterprise and Innovation SWE

De Gucht, Karel

Former EU Trade Commissioner, State Minister BEL

Donilon, Thomas E.

Former U.S. National Security Advisor; Partner and Vice Chair, O'Melveny & Myers LLP USA

Döpfner, Mathias

CEO, Axel Springer SE DEU

Dowling, Ann

President, Royal Academy of Engineering GBR

Dugan, Regina

Vice President for Engineering, Advanced Technology and Projects, Google USA

Eilertsen, Trine

Political Editor, Aftenposten NOR

Eldrup, Merete

CEO, TV 2 Danmark A/S DNK

Elkann, John

Chairman and CEO, EXOR; Chairman, Fiat Chrysler Automobiles ITA

Enders, Thomas

CEO, Airbus Group DEU

Erdoes, Mary

CEO, JP Morgan Asset Management USA

Fairhead, Rona

Chairman, BBC Trust GBR

Federspiel, Ulrik

Executive Vice President, Haldor Topsøe A/S DNK

Feldstein, Martin S.

President Emeritus, NBER;  Professor of Economics, Harvard University USA

Fischer, Heinz

Federal President AUT

Flint, Douglas J.

Group Chairman, HSBC Holdings plc GBR

Franz, Christoph

Chairman of the Board, F. Hoffmann-La Roche Ltd CHE

Fresco, Louise O.

President and Chairman Executive Board, Wageningen University and Research Centre NLD

Griffin, Kenneth

Founder and CEO, Citadel Investment Group, LLC USA

Gruber, Lilli

Executive Editor and Anchor “Otto e mezzo”, La7 TV ITA

Guriev, Sergei

Professor of Economics, Sciences Po RUS

Gürkaynak, Gönenç

Managing Partner, ELIG Law Firm TUR

Gusenbauer, Alfred

Former Chancellor of the Republic of Austria AUT

Halberstadt, Victor

Professor of Economics, Leiden University NLD

Hampel, Erich

Chairman, UniCredit Bank Austria AG AUT

Hassabis, Demis

Vice President of Engineering, Google DeepMind GBR

Hesoun, Wolfgang

CEO, Siemens Austria AUT

Hildebrand, Philipp

Vice Chairman, BlackRock Inc. CHE

Hoffman, Reid

Co-Founder and Executive Chairman, LinkedIn USA

Ischinger, Wolfgang

Chairman, Munich Security Conference INT

Jacobs, Kenneth M.

Chairman and CEO, Lazard USA

Jäkel, Julia

CEO, Gruner + Jahr DEU

Johnson, James A.

Chairman, Johnson Capital Partners USA

Juppé, Alain

Mayor of Bordeaux, Former Prime Minister FRA

Kaeser, Joe

President and CEO, Siemens AG DEU

Karp, Alex

CEO, Palantir Technologies USA

Kepel, Gilles

University Professor, Sciences Po FRA

Kerr, John

Deputy Chairman, Scottish Power GBR

Kesici, Ilhan

MP, Turkish Parliament TUR

Kissinger, Henry A.

Chairman, Kissinger Associates, Inc. USA

Kleinfeld, Klaus

Chairman and CEO, Alcoa USA

Knot, Klaas H.W.

President, De Nederlandsche Bank NLD

Koç, Mustafa V.

Chairman, Koç Holding A.S. TUR

Kravis, Henry R.

Co-Chairman and Co-CEO, Kohlberg Kravis Roberts & Co. USA

Kravis, Marie-Josée

Senior Fellow and Vice Chair, Hudson Institute USA

Kudelski, André

Chairman and CEO, Kudelski Group CHE

Lauk, Kurt

President, Globe Capital Partners DEU

Lemne, Carola

CEO, The Confederation of Swedish Enterprise SWE

Levey, Stuart

Chief Legal Officer, HSBC Holdings plc USA

Leyen, Ursula von der

Minister of Defence DEU

Leysen, Thomas

Chairman of the Board of Directors, KBC Group BEL

Maher, Shiraz

Senior Research Fellow, ICSR, King's College London GBR

Markus Lassen, Christina

Head of Department, Ministry of Foreign Affairs, Security Policy and Stabilisation DNK

Mathews, Jessica T.

Distinguished Fellow, Carnegie Endowment for International Peace USA

Mattis, James

Distinguished Visiting Fellow, Hoover Institution, Stanford University USA

Maudet, Pierre

Vice-President of the State Council, Department of Security, Police and the Economy of Geneva CHE

McKay, David I.

President and CEO, Royal Bank of Canada CAN

Mert, Nuray

Columnist, Professor of Political Science, Istanbul University TUR

Messina, Jim

CEO, The Messina Group USA

Michel, Charles

Prime Minister BEL

Micklethwait, John

Editor-in-Chief, Bloomberg LP USA

Minton Beddoes, Zanny

Editor-in-Chief, The Economist GBR

Monti, Mario

Senator-for-life; President, Bocconi University ITA

Mörttinen, Leena

Executive Director, The Finnish Family Firms Association FIN

Mundie, Craig J.

Principal, Mundie & Associates USA

Munroe-Blum, Heather

Chairperson, Canada Pension Plan Investment Board CAN

Netherlands, H.R.H. Princess Beatrix of the

NLD

O'Leary, Michael

CEO, Ryanair Plc IRL

Osborne, George

First Secretary of State and Chancellor of the Exchequer GBR

Özel, Soli

Columnist, Haberturk Newspaper; Senior Lecturer, Kadir Has University TUR

Papalexopoulos, Dimitri

Group CEO, Titan Cement Co. GRC

Pégard, Catherine

President, Public Establishment of the Palace, Museum and National Estate of Versailles FRA

Perle, Richard N.

Resident Fellow, American Enterprise Institute USA

Petraeus, David H.

Chairman, KKR Global Institute USA

Pikrammenos, Panagiotis

Honorary President of The Hellenic Council of State GRC

Reisman, Heather M.

Chair and CEO, Indigo Books & Music Inc. CAN

Rocca, Gianfelice

Chairman, Techint Group ITA

Roiss, Gerhard

CEO, OMV Austria AUT

Rubin, Robert E.

Co Chair, Council on Foreign Relations; Former Secretary of the Treasury USA

Rutte, Mark

Prime Minister NLD

Sadjadpour, Karim

Senior Associate, Carnegie Endowment for International Peace USA

Sawers, John

Chairman and Partner, Macro Advisory Partners GBR

Sayek Böke, Selin

Vice President, Republican People’s Party TUR

Schmidt, Eric E.

Executive Chairman, Google Inc. USA

Scholten, Rudolf

CEO, Oesterreichische Kontrollbank AG AUT

Sevelda, Karl

CEO, Raiffeisen Bank International AG AUT

Stoltenberg, Jens

Secretary General, NATO INT

Stubb, Alexander

Minister of Finance FIN

Suder, Katrin

Deputy Minister of Defense DEU

Sutherland, Peter D.

UN Special Representative; Chairman, Goldman Sachs International IRL

Svanberg, Carl-Henric

Chairman, BP plc; Chairman, AB Volvo SWE

Svarva, Olaug

CEO, The Government Pension Fund Norway NOR

Thiel, Peter A.

President, Thiel Capital USA

Tsoukalis, Loukas

President, Hellenic Foundation for European and Foreign Policy GRC

Üzümcü, Ahmet

Director-General, Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons INT

Vitorino, António M.

Partner, Cuetrecasas, Concalves Pereira, RL PRT

Wallenberg, Jacob

Chairman, Investor AB SWE

Weber, Vin

Partner, Mercury LLC USA

Wolf, Martin H.

Chief Economics Commentator, The Financial Times GBR

Wolfensohn, James D.

Chairman and CEO, Wolfensohn and Company USA

Zoellick, Robert B.

Chairman, Board of International Advisors, The Goldman Sachs Group USA

 

23. Mai 2015: Allseits frohes Pfingstfest, falls noch jemand weiß, was da eigentlich gefeiert wird, oder wenn nicht, dann genieße man trotzdem die Tage.

Im Interesse einer Ökumene des Geistes sei hier eine rosenkreuzerische Auslegung des Gottesbegriffs wiedergegeben:

Gott: <Es gibt nur einen Gott, der ewig lebt, allgegenwärtig ist, grenzenlos mächtig und unbegrenzt in seiner Erscheinungsform ist – es ist der „Gott unseres Herzens“. Gott ist ein völlig subjektives Erlebnis und somit persönliche Auslegung. Die Auffassung von Gott spiegelt die Vernunft, die Erziehung, den religiösen und gesellschaftlichen Hintergrund des betreffenden Menschen wider. Aus diesen Gründen ist es unmöglich, eine einheitliche Auffassung von Gott zu schaffen, die für alle Menschen gleicherweise annehmbar ist.> (Glossar der Rosenkreuzer, sehr empfehlenswert)

Oben eins meiner Fotos von der Burganlage in Carcassonne ("La Cité"). In Wirklichkeit erheblich größer als alles, was in ein Foto passt, und auf jeden Fall eine Reise wert.

      Restaurantschild in Rennes-le-Château Eigenes Foto, 2. Mai  2015

18./24. April 2015: Hübsch, formvollendet und hintergründig: Goethes Ballade Der Gott und die Bajadere. Auch von der Sprache her ist dieses Werk, 218 Jahre nach seiner Entstehung, immer noch leicht zugänglich (sagt Opa Ecki). Aus heutiger Sicht, bombardiert mit Sakrilegs-Romanen und modernen Gralsbüchern, würde man in diesem Gedicht vor allem eine Anspielung auf Maria Magdalena sehen. Und es liegt nahe, dass auch Goethe entsprechende Spekulationen geläufig waren. Er verlegt hierbei die Handlung zwar sicherheitshalber in den indischen Kulturkreis, aber das Gedicht bleibt eine Mahnung, dass ein zum Menschen gewordener Gott doch vorzugsweise alles Menschliche und typisch Menschliche kennenlernen sollte, wozu die Erotik mit Sicherheit gehört. Allein schon um des gegenseitigen Verständnisses zwischen Göttern und Menschen willen!

Eine Bajadere ist eine indische Tänzerin, im engeren Sinn die im Tempeldienst beschäftigte Devadasi (Dienerin eines Gottes), die auch religiöse Prostitution ausübt (sagt der Brockhaus). Als leichte Mädchen aufgefasst, waren Bajaderen im 18. und 19. Jahrhundert ein beliebtes Thema der „galanten Malerei“. Es gäbe hier freilich noch mehr zu sagen; insbesondere ist es ja eigentlich der Gipfel an männlicher Selbstherrlichkeit und stinkigem Chauvinismus, von einer gewohnheitsmäßig bezahlten Liebesdienerin eine derart echte Liebe zu erwarten (wurzelnd in Gehorsam), dass selbst der Flammentod als Beweis verlangt werden darf. Erheblich besser gefällt mir Schillers Genervtheit angesichts der grausigen Konsequenzen einer ritterlich vollendeten Minne (bedingungslosen, bedenkenlos schwärmerischen Liebe), wenn die eben noch wie göttlich Verehrte sich als zickige, eitle Sadistin entpuppt, nämlich in der Ballade vom Handschuh: „Den Dank, Dame, begehr ich nicht!“

Aufgrund der mathematisch exakt daherprotzenden Eigentümlichkeiten der Sprache selbst weist der Mensch, besonders als Träumer und Grübler, eine fatale Anfälligkeit für absolute Begriffe auf, die seinen Verstand in mancherlei Fallgruben, unerwünschte Dauerzustände, Frustrationen und saumäßige Kurzschlüsse hineinführen, so zum Beispiel Wörter und Wendungen wie immer, niemals, ewig, bedingungslos, absolut, vollkommen, total, perfekt, ideal, nie wieder, andauernd, wahr, unwahr, unendlich, endgültig, Gott, Liebe, Hölle, Himmel, Ehre, Erlösung, Verdammnis, Schicksal, „und so weiter“. Solche Wörter sind meistens weit von der Wirklichkeit entfernt. Sogar an „unschuldigen“ Hilfsverben wie haben, sein (bin, bist, ist, war), tun, müssen, dürfen, sollen, können, werden ist im relativ robusten, aber nicht ganz unfehlbaren menschlichen Verstand eine Menge Kladderadatsch aufgehängt. Kommt nun eine Philosophie oder Psychologie daher, die gar Hauptwörter daraus macht, wie etwa „das Sein“, „das Haben“, „das Tun“, „das Werden“, „das Dürfen“ etc., dann ist den garstigsten Verallgemeinerungen Tür und Tor geöffnet, während das Publikum ehrfürchtig dasitzen wird und sich von „totaler Weisheit“ umnebelt fühlt. Immanuel Kant hätte ruhig auch diese grammatischen Kategorien genauer untersuchen sollen, die das Denken in zwanghaften Bahnen halten können, einfach weil so vieles und so viel völlig Verschiedenes daran hängt, obwohl doch ein jedes Phänomen in seinem eigenen Zeitabschnitt für sich gesehen werden sollte. Die Pataphysik versucht sich aus dieser Falle zu retten, indem sie jede Situation als einen völlig neuen, nie dagewesenen Ausnahmefall betrachtet. Auf einer höheren Ebene mag die bedingungslose, ewige Liebe (die total verallgemeinerte, blinde Liebe ohne jeden Ausnahmefall) ja sehr gut brauchbar sein, jedoch hier im Irdischen sieht man sich mit solcher Absolutheit oft der Lächerlichkeit preisgegeben.

Die gängigen Interpretationen des oben genannten Goethe-Gedichts findet man gut aufgereiht im einschlägigen Wikipedia-Artikel. Und hier hat ein gewisser Pierre Kodijo Nenguié gleich ein ganzes Buch darüber geschrieben: Zur poetischen Inszenierung der Nord-Süd-Frömmigkeit in Goethes Der Gott und die Bajadere, was ich ein bisschen übertrieben finde, besonders wenn man sich überlegt, dass der Dichter sich alle Mühe gab, ein breites Spektrum an persönlicher Gelehrsamkeit und Recherche in eine handliche Ballade zu komprimieren. Dann kommt so ein kompliziert denkender Gelehrter und walzt das Ganze wieder aus. So haben alle ihren Spaß, obwohl doch offensichtlich das ganze Tohuwabohu auf die üblichen Schniedelprobleme der menschlichen Daseinsebene hinausläuft. Wer seine Jugend an allzu umfangreiche germanistische oder religionswissenschaftliche Dissertationen dieser Art verschwendet, wird sich im Alter ärgern, dass er die Schniedel-Power seinerzeit nicht geschickter zur Verwirklichung eines unkomplizierten Lustgewinns eingesetzt hat. Seufz.

Wie die Freiheit zerstört wird

14. April 2015: Dem Nachstehenden seien ein paar Aphorismen des kolumbianischen Philosophen Nicolás Gómez Dávila (1913-1994) vorangestellt:

„Wo das Christentum verschwindet, erfinden Habsucht, Neid und Geilheit tausend Ideologien, um sich zu rechtfertigen.“
„Wenn der Mensch sich nicht von den Göttern in Zucht nehmen lässt, nehmen ihn die Dämonen in Zucht.“
„Das Böse kann nicht siegen, wo das Gute nicht schal geworden ist.“
„Der Teufel kann ohne die leichtfertige Kollaboration der Tugenden nichts ausrichten.“

7. April 2015: Das folgende 10-Punkte-Programm ist direkt dem Inhaltsverzeichnis des sehr empfehlenswerten Buches von Naomi Wolf, Wie zerstört man eine Demokratie, entnommen. Es findet aber, wie ich meine, nicht nur Anwendung auf politische und polizeistaatliche Methoden zur Vernichtung der Demokratie in einem Staatswesen oder Parteiapparat, sondern genau die gleichen Mechanismen können erfahrungsgemäß von religiösen Gemeinschaften und von Wirtschaftsunternehmen benutzt werden, um schrittweise den freiheitlichen Umgang miteinander abzuschaffen, die Menschenrechte auszuhöhlen und das ursprünglich gute „Betriebsklima“ zugunsten autoritärer Strukturen zu zerstören. Im Mittelalter traf dieses Programm zeitweise sogar auf die Römisch-Katholische Kirche zu, heute auch auf den Islamischen Staat usw. Es handelt sich also um eine weitere „Bereicherung“ des GröGaZ-Handbuches (bezüglich der hinterlistigen Machenschaften des Größten Gurus aller Zeiten, der sich ganz unterschiedlich manifestieren kann, aber stets auf totale Kontrolle geil ist und letztlich eine Schreckensherrschaft etabliert).

  1. Die Beschwörung einer äußeren und einer inneren Gefahr.

  2. Die Einrichtung von Geheimgefängnissen.

  3. Die Entwicklung einer paramilitärischen Truppe.

  4. Die Überwachung der Bürger.

  5. Die Infiltration von Bürgerbewegungen.

  6. Die willkürliche Verhaftung und Freilassung von Bürgern.

  7. Die Verfolgung einzelner Bürger.

  8. Die Einschränkung der Pressefreiheit.

  9. Die Diffamierung der Kritik als „Spionage“ und der abweichenden Meinung als „Verrat“.

10. Die Unterhöhlung des Rechtsstaats.

(Naomi Wolf, Wie zerstört man eine Demokratie. Das 10-Punkte-Programm, Wilhelm Goldmann Verlag, München 2010)

Im Innentitel des Buches wird ein Richter William O. Douglas mit der Mahnung zitiert: „Genau wie die Nacht nicht plötzlich hereinbricht, kommt auch die Unterdrückung nicht schlagartig. In beiden Fällen gibt es eine Zeit des Zwielichts, in der alles scheinbar unverändert ist. Und in dem Zwielicht müssen wir alle mit höchster Aufmerksamkeit auf Veränderungen achten, so klein sie auch sein mögen, damit wir nicht zu ahnungslosen Opfern der Dunkelheit werden.“ (Ebd.)

 

4. April 2015: Die untenstehende, klar formulierte Warnung zum Thema Utopie und Wahrheitsdiktatur sollte man eigentlich in die Lehrpläne aller Schulen aufnehmen:

Wer vom unbedingten Glauben an eine Utopie befallen ist, <wähnt sich im Besitz der Wahrheit und damit nicht nur des Schlüssels, sondern auch der moralischen Verpflichtung zur Beseitigung alles Übels der Welt. In der Annahme, dass die Wahrheit, wenn sie nur klar und laut genug verkündet wird, alle Menschen guten Willens überzeugen muss, wird er zunächst missionarische Wege beschreiten. Führt dies aber nicht zum erwarteten Erfolg, so liegt die Schuld bei denen, die verstockt sind und sich der Wahrheit gegenüber verschließen. Denn dass seine Wahrheit die Wahrheit schlechthin ist, daran hat der utopische Weltverbesserer keinen Zweifel. Damit aber steht der Verteufelung „der anderen“ nichts mehr im Wege, und dass in Extremfällen ihre Ausrottung nicht nur wünschenswert, sondern zur Beglückung der Menschheit einfach notwendig ist, ergibt sich dann fast zwanglos.> (Paul Watzlawick/John H. Weakland/Richard Fisch, Lösungen: Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels, Bern/Göttingen/Toronto 1992, S. 73; so zitiert in dem empfehlenswerten Buch „Wer Religion verkennt, erkennt Politik nicht“: Perspektiven der Religionspolitologie, von Claus-E. Bärsch, Peter Berghoff, Reinhard Sonnenschmidt [Hrsg.], Seite 115 in dem Beitrag von Andrea Ullrich: Das Versprechen des magischen Bewusstseins, Verlag Königshausen & Neumann GmbH, Würzburg 2005; URL: siehe hier.)

Man fühlt sich auf diesem Planeten nicht mehr so wohl

23. März 2015: Soll man versuchen, die Menschheit wachzurütteln? Wird sie dann gegen den unheilvollen Aufmarsch der Generäle protestieren, gegen die erneut aufs Spielfeld geschobenen Atombomben und gegen unsere einfallslos, phantasielos und stur auf den Abgrund zu marschierenden Regierungen, die für ihre selbstgeschaffenen Konflikte keine absehbare Lösung produzieren und wenig Einsicht zeigen? Müssen sie uns am Ende alle totmachen, um von ihren Fehlschlägen abzulenken? Und was brodelt hier sonst noch?

Der aufgewärmte Ost-West-Konflikt – völlig überflüssig!

Das, was die EZB so treibt – nämlich 1,1 Billionen Euro zu „drucken“ (bzw. einfach lustig in den Computer einzutippen) und damit Schrottpapiere zu kaufen, um die Banken fett zu halten – ist noch völlig harmlos im Vergleich zu all den Raketen, die mit der Nato ebenso wie mit Russland Schluss machen würden und auch für alle etwaigen Überlebenden in den verbleibenden Ländern der Erde das Dasein restlos zur Hölle machen können. Wieso spielt man also, tierisch ernst, überhaupt mit solchen Möglichkeiten? Alles bloß wegen der närrischen Illusion, man müsste aus Gründen geopolitischer Vormacht für Russkis oder Natotzkis die Ukraine erobern? Lächerlich. Es hat doch nachher niemand etwas davon. Es hilft uns nicht einmal weiter, wenn es „gelingt“. Wie können also die Regierenden derart mit dem Leben ihrer Bevölkerungen pokern? Ist das nicht unanständig? Was für Teufel müssen sie im Nacken haben, um sich so unvernünftig zu verhalten? Die Völker werden hüben wie drüben aus allen Rohren mit Propaganda zugeschüttet und belogen. Alle Politiker, deren Lösungsansätze großen und immer größer werdenden Schaden anrichten, sollten damit aufhören, ein paar Schritte weit zurücktreten, nachdenken und neu ansetzen.

(Abb.: Sonnenfinsternis am 20. März 2015; Foto: Martin Jahn, München)

Der Grundfehler, der den Ost-West-Konflikt wiederaufleben ließ, war sicherlich die Osterweiterung der NATO, die insbesondere vom Strahlemann Bill Clinton eingeleitet wurde. In einem aufschlussreichen Artikel zu diesem Thema ist bei Wikipedia u.a. die folgende qualifizierte Kritik zu finden:

<Die Entscheidung der Regierung Clinton, die NATO bis zu den Grenzen Russlands zu erweitern, wurde von dem Historiker und Diplomaten George F. Kennan 1997 als „verhängnisvollster Fehler der amerikanischen Politik in der Ära nach dem Kalten Krieg“ beurteilt, weil „diese Entscheidung erwarten lasse, dass die nationalistischen, antiwestlichen und militaristischen Tendenzen in der Meinung Russlands entzündet werden; dass sie einen schädlichen Einfluss auf die Entwicklung der Demokratie in Russland haben, dass sie die Atmosphäre des Kalten Krieges in den Beziehungen zwischen Osten und Westen wiederherstellen und die russische Außenpolitik in Richtungen zwingen, die uns entschieden missfallen werden.“

Die Osterweiterung wurde aus geopolitischer Perspektive von John J. Mearsheimer, Dekan für Politikwissenschaft an der University of Chicago, in einem Artikel in Foreign Affairs auch als eine wesentliche Ursache der Krise in der Ukraine 2014 dargestellt. USA und EU hätten mit voller Absicht und in Kenntnis der – aus dem Sicherheitsinteresse Russlands heraus verständlichen – ablehnenden Haltung Russlands die Ostausdehnung der NATO in Verbindung mit der EU-Erweiterung vorangetrieben, „um die Ukraine für den Westen zu gewinnen“. Putins Reaktion gegen dieses Bestreben sei verständlich, die Ukraine sei als Puffer für Russlands Sicherheitsbedürfnis unabdingbar. In Übereinstimmung mit George F. Kennans früherer Einschätzung sieht er hinter der Osterweiterung eine völlig unnötige und gefährliche Provokation Russlands.> (Wikipedia unter dem Stichwort „NATO-Osterweiterung“)      

Die obige Aussage von George F. Kennan erweist sich inzwischen als geradezu prophetisch. Man bedenke in diesem Zusammenhang beispielsweise auch den Zerstörungsradius von 800-Kilotonnen-Bomben. Die Russen, ihrerseits nicht gerade zimperlich, haben davon ca. 700 Stück einsatzbereit und „wir“ reizen noch immer den Bären, was die Wissenschaftler vom Bulletin of Atomic Scientists veranlasst hat, die Doomsday-Uhr (Weltuntergangs-Uhr) zum ersten Mal seit 1984 wieder auf 3 Minuten vor Mitternacht zu stellen. Das wäre doch ein Anlass für halbwegs lautstarke Ostermärsche, oder?

Der Geist in der Maschine

Ein anderes unübersehbares Untergangs-Szenario: Michio Kaku, flippiger TV-Professor für theoretische Physik und erklärter Sciencefiction-Fan, ließ sich neulich darüber aus, dass die sogenannte Künstliche Intelligenz sich bis etwa 2040/2050 an den Punkt entwickelt haben wird, ihren Erschaffer den Menschen an Intelligenz zu übertreffen. Das wäre dann die „Singularität“, sie sei auch nicht mehr aufzuhalten, und es wird bereits befürchtet, dass die Maschinen den Menschen dann kurzerhand abschaffen oder unterjochen werden. (Hat ja eigentlich bereits angefangen.) Irgendwer hat ausgerechnet, dass das menschliche Gehirn 20 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde ausführt (das merkt man gar nicht; mit oder ohne Bier?) und dass bei der offenkundigen Fortschrittskurve in puncto Rechenfrequenz und Speicherkapazität die Künstliche Intelligenz in ca. 30 Jahren diesen Punkt überschreiten wird.

Die große Frage ist natürlich, ob durch die Komplexität irgendwann Geist entsteht, also ob in der Maschine dann tatsächlich „jemand zuhause“ ist, sei es nun deshalb, weil das Bewusstsein tatsächlich eine Funktion hochentwickelter Materie wäre, oder weil ein nichtmaterielles geistiges Wesen versucht sein kann, sich in einer bestens informierten, Macht und Handlungskraft besitzenden Maschine niederzulassen und in ihr fortan mit Selbsterhaltungstrieb, äußerst verschärftem Bewusstsein und subjektiven Empfindungen zu operieren. Letztere Möglichkeit wäre nur dann relevant, wenn der zugewanderte Geist die Entscheidungen der Maschine, in der er wohnt, tatsächlich beeinflussen könnte. Dieser zugewanderte Geist könnte eines Tages natürlich wieder abwandern, falls die Maschine zerstört wird, und sozusagen als eine andere Maschine oder als Mensch wiedergeboren werden.

Quasi selbstverleugnende Materialisten, die über ihre eigene innere Existenz nicht reflektieren, sich also gewissermaßen „des Bewusstseins nicht bewusst sind“, haben derart starre Blockierungen, dass sie nicht einmal die Frage verstehen. „Ich denke, also bin ich“, okay; aber „Ich bin vorprogrammiert, so zu reden und so zu tun, als ob ich jemand bin – aber bin ich dann tatsächlich ein seines eigenen Bewusstseins bewusstes, spirituell existierendes Ich? Oder nur ein besserer Navi? Verstehe ich mich als Ich, oder bin ich ein totes Ding, dessen Gedanken und Gefühle nur technisch vorgetäuscht sind?“ Weiß die Maschine, dass sie existiert, oder bleibt sie ein vorherbestimmtes Ding? Ich frage nicht, ob sie „eine Seele hat“; sondern ob sie „ein Geist ist“. Ist das dann jemand wie ich und du, ein sich selbst empfindendes Ich, das von drinnen nach draußen auf die Welt schaut und auch träumen kann? Und ist diese Frage für uns noch relevant, falls es zum Aufstand der Maschinen kommt? Wenn ja, in welcher Hinsicht?

Ohne Geist, der nicht bloß Rechenoperationen, sondern auch Intuition, einen freien Willen, persönliche Werte und einen im Geist-Punkt gewonnenen, konzeptuellen Gesamt-Überblick einschließt, gibt es kein selbstbestimmtes Handeln. Die Maschine agiert, egal wie kompliziert, nur haargenau so, wie sie vorprogrammiert wurde, also fremdbestimmt. Und wir wissen ja, wie viel Schaden ein Hacker anrichten kann. Je größer der Supercomputer, um so größer der potenzielle Schaden. Regiert ein Computer die Welt, so ist die Welt in Gefahr, durch einen versehentlich oder absichtlich herbeigeführten Fehler in den Algorithmen (Befehlsabläufen) zerstört zu werden. Auch ohne „bösen Geist“ im Rechner.

Lustige alternative Studien

Ein wenig heiterer sind die Earthfiles von Linda Moulton Howe. Die geniale Rechercheuse präsentiert fabelhafte Berichte über unerklärliche Donner- und Dröhngeräusche quer durch die Vereinigten Staaten (ich tippe ganz lässig auf unsichtbare Tarnkappen-Kämpfe außerirdischer Fraktionen in der oberen Atmosphäre), tolle Erzählungen über eine gigantische Alien-und-US-Einrichtung am Südpol und eine erneute Aufarbeitung der legendären Geheimgruppe „Majestic-12“, die von Harry Truman geschaffen wurde, um auf dem UFO-Phänomen den Deckel drauf zu halten (die originalen Men in Black); gleichzeitig interessieren mich die Pharisäer und die Sadduzäer, Gnostiker, Kabbalisten und Tempelritter, die Fehlschläge, Entartungen und Machtübernahmen in der Hare-Krishna-Verwaltung und anderen religiösen Bewegungen seit dem Tod ihres jeweiligen Gründers (da gibt es merkwürdige Parallelen, die das übliche Maß an sozialpsychologischen Anfälligkeiten in abgeschotteten Subkulturen überschreiten und somit den Verdacht einer gezielten, konzertierten illuminatischen Infiltration aufkommen lassen), die Wirtschafts-Entwicklung, die Ukraine, der Heilige Gral und was nicht noch alles.

In meinem Alter sollte ich endlich lernen, mich zu konzentrieren. Aber das gilt bei der heutigen Reiz- und Datenüberflutung wohl für Menschen jeden Alters.

Das Wunder, das Geheimnis und die Autorität

6.11. März 2015: Spiritualität wäre dienlich, um den Einzelnen aus eigener Erkenntnis und durch eigene Bemühung einen Zugewinn an Wahrheiten und Fähigkeiten erreichen zu lassen. Religion hingegen ist ein organisierter Glaube (soweit dies überhaupt möglich ist), der ein Monopol errichtet und für den Bestand einer Hierarchie sowie auch der gesellschaftlichen Ordnung eintritt. Die Verwandlung von ursprünglicher Spiritualität in organisierte Religion erfordert dreierlei: das Wunder, das Geheimnis und die Autorität. Die Führer einer jeden Kirche, eines jeden Tempels haben dies begriffen.

Sie teilen ihren Gläubigen nicht die ursprüngliche Wahrheit mit, sondern machen daraus ein Geheimnis, vorzugsweise gar ein "gefährliches", während sie ihre Anhänger mit leicht verdaulichen, wenig Nachdenken erfordernden, listigerweise auch widersprüchlichen Klischees und psychisch wirksamen Ritualen abspeisen. Daran besteht jederzeit ein Bedarf, denn die meisten Menschen wollen nicht sonderlich viel Zeit auf tiefgründige Studien, Hinterfragungen und Übungen verwenden. Einfache, vorgefertigte Interpretationen sind ihnen genug. Das Geheimnis, das einst eröffnet werden soll (gern auch erst im Jenseits), wird eifersüchtig gehütet. Oder zumindest hat man diesen Eindruck, auch wenn vielleicht gar kein Geheimnis vorhanden ist und hinter dem Vorhang des Allerheiligsten gähnende Leere herrscht.

Die religiöse Obrigkeit erlangt das Alleinrecht zu entscheiden, ob ein ungewöhnliches Phänomen ein Wunder genannt werden darf oder nicht, und manche Vorkommnisse, die der Priesterschaft in den Kram passen, werden mittels Massensuggestion ungebührlich hochgejubelt, künstlich inszeniert oder kaltblütig erlogen. Die Menschen lechzen in ihrer materiellen Gefangenschaft nach Wundern und akzeptieren Wunder auch willig in Form eines rituellen Hokuspokus, der für Außenstehende oder Zugewanderte relativ leicht durchschaubar ist. 

Darüber hinaus reißen die kirchlichen Würdenträger, die Priester, Rabbiner, Schamanen und Gurus eine unanfechtbare Autorität an sich; das erfordert harte Arbeit und gelegentlich schwere Kämpfe, aber sie schaffen es, getragen von der Macht geheimnisvoller Gesten und Symbole, seltsamer Kleidungsstücke und Kopfbedeckungen, obskurer Drohungen und eigentümlicher Gerüche sowie durch Licht- und Klangspiele, hypnotische Rhythmik und Monotonie, Vermittlung von Schuldgefühlen, Reglementierung der Sexualität und anderen Firlefanz.

Teilweise wird die Autorität auch einfach durch ästhetische oder pompöse Darbietung, Ausgrenzung von Andersdenkenden, schreckliche Strafen und massive Überwältigung zementiert. Der zur Religion gewordene Kommunismus machte es genauso, die Nazi-Religion beherrschte das ganze Instrumentarium, und die Propagandisten der "westlichen Welt" bzw. der "Religion des Kapitalismus" kennen sich mit solchen Mechanismen gut aus und benutzen sie teils genauso krass, teils auf subtilere Art – leicht erkennbar, wenn man mal darüber nachdenkt.

Nachtrag am 9. März 2015: Die Sache ist ja die, dass solche Mechanismen allüberall bewusst angewendet werden, politisch ebenso wie religiös. Ich stehe damit auch gar nicht mehr so auf Kriegsfuß. Hat alles seinen Sinn und seine Bewandtnis. Irgendwie muss man die Gesellschaft doch stabilisieren und einfachen Gemütern ein Zaumzeug anlegen, mit dem sie zufrieden sind! Für einen Oberpriester oder Erzkanzler hängt vom Erfolg der Massenpsychologie ja auch die Frage ab, ob der eigene Kopf auf den Schultern bleibt oder abgehackt wird. Oder in milderen Zeiten die Frage, ob die Kassen sich immer wieder auffüllen und die Heinis da draußen ihm weiterhin zujubeln.

Die Techniken der Herdensteuerung und Bewusstseinsknebelung sollten allerdings nicht übertrieben werden. In Armeen, Diktaturen und abgeschotteten Guru-Reservaten geht die Intensität der Mind Control entschieden zu weit. Insofern ist eine klare Darstellung der Methodik nicht ganz unerwünscht, jedenfalls aufseiten der Ich-starken Individuen. Freilich könnte man diese Prinzipien kompliziert auswalzen, bis keiner mehr kapiert, was gesagt wird, und dem fleißigen Analysten endlich ein Lehrstuhl winkt. Aber beim Stand meiner Eieruhr lässt sich in diesem Leben wohl kein Lehrstuhl anpeilen; die viele Mühe lohnt nicht mehr.

Wir haben da zwei Extreme vor uns, nämlich entweder "Nichts ist wahr, alles ist erlaubt" einerseits und "Demütige Schafe sollt ihr sein" auf der anderen Seite. Im Extrem ist beides unbehaglich. In gemäßigter Dosis ist an solchen Gegensatzpaaren jedoch die ganze Gesellschaftskonstruktion aufgehängt.

Die Kunst des Regierens muss wohl unter anderem darin bestehen, die Dogmen, Rituale und albernen Symbole für die Masse der Unbedarften weiter zu pflegen, während man sich die Genies und das Gros der Freigeister halbwegs nützlich macht – zum Beispiel durch Anreiz und Herausforderungen, aber auch durch allmähliche Einbeziehung in die Sauereien, sodass sie ihre Seele verkaufen. Denn mit dem Köpfen kommt man da nicht weit.

(Ach Mann ... !!! Nun war ich gestern, am ersten effektiven Frühlingstag, auf Rundreise in der Umgebung, Düsseldorf, Kaiserswerth, Duisburg. Alles ganz hübsch. Schön, wie die Leute sich alle freuen, in der Sonne zu flanieren. Das urtümliche existenzielle Wohlbehagen an sich! Licht, Wärme und blauer Himmel. Da braucht es keine Theologie, und Rudi Dutschke, spät nach Mitternacht über den Bildschirm flackernd, lässt sich mit dem letzten Glas in der Hand getrost abwinken. Dann auf jeden Fall lieber Iggy Azalea. Auf die fahre ich dieser Tage am dollsten ab.)

Nachtrag am 11. März 2015: Mein Münchner Korrespondent, der stets auf pfiffigen Frohsinn und unbestechliche Originalität bedacht ist, merkt an, dass diese Schlussfolgerungen doch reichlich ernüchternd seien. Müsste man sich also, wie etwa bei den Kompromissen einer längerfristigen Ehe, in der Regierungskunst mit dem stupiden Nahbereich des Machbaren abfinden? Wäre das nicht eine Art Monopoly ohne Begeisterung? Sieht das Putin auch so, oder die Troika (= eine Kooperation von Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Kommission), oder das neue, schicke "Hemd-über-der-Hose"-Griechenduo?

– Nun ist ja Monopoly, so würde ich entgegnen, spätestens in der zweiten Spielhälfte sowieso ein Spiel ohne Begeisterung, eben weil es ein realitätsnahes, abgekartetes Spiel ist. Wer hat, dem wird gegeben. Das ist doch bereits für Kinder durchschaubar. Auch der kantigen Unbestechlichkeit und menschheitsrettenden, autokratischen Entschlusskraft des guten alten Perry Rhodan kann ich nicht mehr so viel abgewinnen, obwohl mich diese Heftchen im Alter von 12 bis 14 völlig entschweben ließen. Möglicherweise herrscht bereits senile Fadheit vor, also mangelnde Zündung, galoppierende Definitionsmüdigkeit und schwelende, aber nahezu unerfüllbare Begierde. Das kann natürlich niemanden vom Hocker reißen.

Die Realität der Welt IST ernüchternd, jedenfalls wo es um Machterhalt geht, wie in Religion und Politik. Und Putin, die Troika usw., die machen es ganz gewiss so! Verarschung für die Massen und ein bisschen Stangenverbiegen und Potenztesten im Nahbereich. Putin soll sogar mal extra mit seinem großen Hundevieh gekommen sein, um die Merkel zu treffen, weil er weiß, dass sie sich vor dem Biest ängstigt. Lächerlich. Null Würde und "mächtiger Staatsmann".

Habe mir zwei theologische Texte aus "Academia.edu" heruntergeladen. Zuerst, damit sie mich überhaupt downloaden ließen, musste ich alles mögliche ausfüllen, worauf ich keine Antworten hatte, weil ich nicht wissenschaftlich qualifiziert bin, also habe ich mir was aus den Fingern gesaugt und Antworten erfunden. Sie (die Algorithmen) fragten mich z.B. nach dem Fachgebiet, in dem ich doziere oder studiere. Ich schrieb Serendipity. Das haben sie akzeptiert, obwohl es eigentlich nur "Finderglück" bedeutet. Schließlich durfte ich mir Sachen runterladen, die "andere" Akademiker bereits vom Stapel gelassen hatten. Es fragt sich, ob die klüger sind als ich, aber sie kennen Berge, ja ganze Hochgebirge von irrelevanten Details. Da geht viel Lebenskraft den Bach hinunter.

Ich holte mir zwei seltsame, unglaublich komplizierte Abhandlungen über den jüdischen Gottesnamen, woher er kommt und was er wohl ursprünglich bedeuten mag. Sie wissen schon, der angeblich Unaussprechliche und seine noch geheimeren Varianten, über die unter solch geknebelten Umständen natürlich niemand in laienhafter Klarheit nachdenken kann. Denn bei den Akademikern, die sich immerhin trauen, "trotzdem" darüber zu reden, bleibt kein Buchstabe trocken. Jedes Schriftzeichen wird zurückverfolgt bis in graueste Vorzeit, zu aramäischen Einflüssen (Aramäisch war einst Amtssprache des babylonischen Reiches und trat bei den Juden nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil in Konkurrenz zum Hebräischen), bis hin zu althebräischen Vorläufern und obskuren Baals-Geschichten, mit unvorstellbar viel gelehrtem Drumherum. Alles nur, um irgendetwas Nebulös-Stichhaltiges über den Schöpfer herauszufinden. In Wirklichkeit sind all diese Grübeleien ganz genauso Menschenwerk wie das ursprüngliche Gestotter mit urzeitlichen Bedeutungsklecksen. Das ist toll. Man beantwortet sich solche Fragen lieber aus dem Herzen, hier und jetzt, aus eigenem Wahrheitsempfinden. Wieso kleben wir überhaupt am Nahost-Gedankengut?

Nun, Leute dieses gelehrten Schlages bilden ja schließlich die Interpretationselite, d.h. die mit dem Interpretationsmonopol, womit wir wieder beim Monopoly angelangt wären. Es ist genau wie beim Kapitalbesitz: Wer schon viel weiß, darf immer mehr wissen, und all die Unbedarften werden von Tag zu Tag blöder. Das Problem ist wohl, wie immer, die Dichotomie (das Gegensatzpaar), d.h. im obigen Falle, also beim Regieren und in der religiösen Menschenzucht, der Gegensatz zwischen Freiheit und Sklaverei. Am Extremfall oder abstrakten Kontrast kann man leicht hängen bleiben. 

Ein Hebräisch-Gelehrter bin ich freilich noch lange nicht, selbst wenn ich bei Academia.edu ein winziges Quantum von-und-zu-nuttenbergsche Hochstapelei begehe. Aber es ist zum Lachen. Totale Freiheit wäre genauso unwürdig wie totale Sklaverei, daher verfängt sich die Aufmerksamkeit in diesem Spannungsfeld. Da werden wir nie durchsteigen, außer wir durchschlagen den gordischen Knoten mit Augenmaß, Frechheit und Selbstbestimmung. Lasst euch einfach alle nicht so viel Quatsch erzählen, und erstarrt nicht in Ehrfurcht! Zehn Jahre Bibelstudium und Herumkratzen auf palästinensischen Tonscherben, nur um nach Möglichkeit etwas bestätigt zu finden, was man sich eh schon in den Kopf gesetzt hatte – das hätte grad noch gefehlt. Die Zeit läuft ab (selbst wenn immer neue nachkommt, aber das ist dann eine andere Zeit).

 

Nietzsche: Der Trommler des Übermenschen

2. März 2015: Jeder Guru (Nazi-Schamane, Revolutionsführer, Sektengründer) glaubt offiziell, er selbst sei der Größte Guru aller Zeiten (GröGaZ), aber im stillen Kämmerlein wird er vermutlich von Selbstzweifeln geplagt. Das Ziel des Übermenschentums entgleitet ihm; das allzu Menschliche seines eigenen Zipperleins, seines Misstrauens, seiner Kontrollsucht und seiner Angst vor Gefängnisstrafen oder Attentaten holt ihn ein; der Nachweis der Erfüllung seiner größenwahnsinnigen Ziele bleibt aus; die Macht der gesteuerten kollektiven Illusion zerbricht. Friedrich Nietzsche, der nur ein dichterisch hochbegabter Philosoph war und sich allein aus dieser Funktion heraus gewaltig zu erhöhen suchte, ging geistig an seiner eigenen Forderung nach Größe zugrunde. Nietzsche gab jedoch aus den finstersten Verwirrungen des 19. Jahrhunderts heraus einen schrecklichen Ton an, der sodann das 20. Jahrhundert, an dessen Schwelle er starb, wesentlich mitbestimmte, ein gewaltsames Zeitalter der Überforderung des Einzelnen, den ungeduldige Mächte zur Überwindung seiner Schwächen zwingen wollten – oder den sie, wenn er den Anforderungen nicht gewachsen war, angewidert zum Untergang verdammten. Wir hören die Nachwehen noch heute, zum Beispiel in Gestalt des Transhumanismus, der Überwindung des Menschen durch die vom Menschen geschaffene Technik, die einst an die Stelle ihres Schöpfers treten soll (welcher Idiot würde ein solches Ziel aufstellen, das doch seine eigene Selbstverleugnung und die Abschaffung seiner eigenen Spezies in sich schließt? Ein Antimensch?). Oder wir sehen entgleiste religiöse Subkulturen, die in ihrer Verzweiflung zu geldfixierten, autokratischen, materialistischen, das Bewusstsein kontrollierenden, Schuld zuweisenden Versklavungsmaschinen entarten. Sie werden zum Gegenteil von dem, was sie einst zu erreichen versuchten. Ich habe den Verdacht, dass diese Entwicklung von "höherer" Ebene gesteuert ist, auch auf dem Wege einer gezielten Unterwanderung religiöser Strukturen (oder deren Infiltration von oben her), und dass alles, was größere Freiheit hätte bringen können, letztlich doch wieder zur Vertiefung der allgemeinen Verblödung umfunktioniert wird. Demütige Schafe sollt ihr sein! Aber wie dem auch sei, hier ein paar Absätze von Friedrich Nietzsche (1844-1900) aus dem postum in unterschiedlichen Kompilationen zusammengestellten Buch "Der Wille zur Macht", nur so als Anlass zum Nachdenken und zwecks Vergleich mit dem 20. (und 21.) Jahrhundert. (Ich benutze die undatierte, noch in Fraktur gedruckte, zweibändige Ausgabe des Alfred Kröner Verlags, die nun etwa neunzig Jahre alt sein mag.)

Da heißt es in der Sektion "Der Wille zur Macht IV", Abschnitt 6, "Der höchste Mensch als Gesetzgeber der Zukunft" (das hätte der schwächliche Denker gern so gesehen: dass ein "höchster" Mensch in Zukunft die Gesetze erlässt, die der Denker allzu gern selbst erlassen hätte, wenn man ihn nur ließe. Merke: ein egozentrischer, überheblicher Wille ist von Natur aus demokratiefeindlich):

<458: Ich lehre: dass es höhere und niedere Menschen gibt, und dass ein Einzelner ganzen Jahrtausenden unter Umständen ihre Existenz rechtfertigen kann das heißt ein voller, reicher, großer, ganzer Mensch in Hinsicht auf zahllose unvollständige Bruchstück-Menschen.> (Nietzsche)

Mein lieber Scholli, wer ist denn wohl dieser "volle, reiche, große, ganze Mensch", der in so klarem Gegensatz zu den zahllosen "unvollständigen Bruchstück-Menschen" steht? Versteckt er sich hinter den Rhododendronbüschen? Nein, so läuft das nicht! Die "Existenz ganzer Jahrtausende" braucht überhaupt von niemandem "gerechtfertigt" zu werden, schon gar nicht von einem megalomanischen Spinner, der durch Züchtung, durch Niedertrampeln der Schwächeren, durch Rassendiskriminierung, Ausrottungsversuche und schließlich Gentechnik, heimtückische mentale Technologie und "Transhumanismus" die ihm persönlich auf den Wecker gehenden Schwächen seiner Mitmenschen (letztlich die Menschen selbst) auszumerzen versucht. Natürlich könnte man mit religiösen, medizinischen, psychologischen, soziologischen oder völlig willkürlichen Mitteln die Menschen in "höhere" und "niedere" einteilen oder sogar komplette, komplizierte Skalen aufstellen, auf denen die aktuelle oder chronische Position eines Menschen unter verschiedenen Gesichtspunkten bestimmbar wird. Aus rein wissenschaftlichem Interesse wäre das möglicherweise ein Fortschritt. Aber wer würde das tun, und wer würde eine solche Einteilung brauchen oder gebrauchen? Vermutlich in der Praxis dann doch jemand, der hierbei der Versuchung des Machtmissbrauchs nicht widerstehen könnte oder dessen Charakter sich durch die Tragik seiner eigenen Logik der Bewertung und Aussortierung des "Menschenmaterials" bereits gefährlich verschlechtert hätte, nämlich ein misstrauischer, im tiefsten Inneren ängstlicher Menschenfeind. Die ursprüngliche Absicht einer solchen Einteilung der Menschen könnte gewesen sein, den Menschen schrittweise von dem Punkt ausgehend, an dem er sich jeweils befindet, auf eine höhere Stufe hinaufzuführen, weil ja nun die Einzelschritte bekannt wären, die weiter nach oben führen – wenn eine solche Stufenleiter überhaupt empirisch und praktisch brauchbar erstellt werden kann. Der real existierende Verwaltungsimpuls wäre jedoch, es sich leicht zu machen und die als "minderwertig" eingestuften Mitmenschen einfach auszugrenzen, zu entmachten, zu isolieren, zu unterjochen und womöglich gar zu vernichten. Dieser Impuls setzt sich nur allzu leicht durch, und die Schergen, die einen solchen "Job" gern übernehmen würden, gehören sicher zur niederträchtigsten Sorte.

Weiter bei Nietzsche:

<459: Jenseits der Herrschenden, losgelöst von allen Banden, leben die höchsten Menschen: und in den Herrschenden haben sie ihre Werkzeuge.> (Nietzsche)

Das mag strukturell stimmen! Aber allein schon deshalb, weil diese Ultra-Drahtzieher sich "von allen Banden losgelöst" haben, sind es auf gar keinen Fall die höchsten, sondern meines Erachtens die fiesesten Menschen. Niemand kann so finster sein wie diese "Erleuchteten". Denn da sie die nur scheinbar Herrschenden als Werkzeuge benutzen, und da wir auf Schritt und Tritt die Folgen einer gezielten Verelendung der Menschheit beobachten können, kann es sich oberhalb der Marionettenregierungen nicht um die "höchsten", sondern nur um die essenziell "niedrigsten" Wesen handeln, sofern überhaupt eine solche Einstufung erlaubt wäre. Siehe als Beispiel für das wahre Niveau der salbungsvoll propagierten "westlichen Wertegemeinschaft" die langfristigen Folgen der Verwendung abgereicherten Urans in zahllosen Geschossen während des NATO-Kriegs gegen Serbien 1999: Das Uran erhöht die Durchschlagskraft, aber als Nachgeschmack der "Friedensmission" hat sich in den letzten zehn Jahren nach Aussage des führenden Belgrader Onkologen Prof. Dr. Radan Dzodic "in Serbien die Zahl der Erkrankungen an Schilddrüsenkrebs um 300 Prozent erhöht. Es liegt daran, dass die NATO unsere Region als Abladeplatz für Atommüll genutzt hatte. Wir wissen immer noch nicht, wie viele Bomben mit abgereichertem Uran über unserem Land abgeworfen wurden. ... Als Arzt kann ich nur sagen: Der Krebs wird immer aggressiver, er greift jetzt auch jüngere Menschen an und macht sie lebensunfähig." In Serbien wird heute täglich bei mindestens einem Kind Krebs diagnostiziert. "Die NATO hat uns nicht nur während der Bombenangriffe getötet. Die NATO tötet unsere Nation seit 15 Jahren ununterbrochen, und die Zahl der Opfer wächst", sagt der serbische Toxikologe Radovan Kovacevic. Ähnliche Probleme sind im Irak festzustellen. Es ist also höchst unwahr, dass "jenseits der Herrschenden" die "höchsten" Menschen leben. [Die Informationen aus Serbien sind wiedergegeben in einem Artikel der ehemaligen ARD-Moderatorin Eva Herman ("Kosovo: Flüchtlinge fliehen vor Nato-Uran-Gift") in der Preußischen Allgemeinen Zeitung vom 28.02.2015. Das ist die Dame, die bei Kerner aus der Sendung flog (https://www.youtube.com/watch?v=43NRPdov91I) und die heutzutage eigenständig als Publizistin tätig ist.]

Mehr Nietzsche, teils genial, teils grässlich, aber immer zum Denkenlernen gut:

<460: Rangordnung: Der die Werte bestimmt und den Willen von Jahrtausenden lenkt, dadurch, dass er die höchsten Naturen lenkt, ist der höchste Mensch.> (Nietzsche)

Das bilden sich die Schreibstubenherrscher gern ein; sie selbst sind es, die in solchen Gedanken schwelgen. Es gibt keinen Willen von Jahrtausenden; das ist eine Fiktion. Nietzsche war mit der Abschaffung Gottes beschäftigt, niemals ein gesundes Vorhaben! Dann freilich entsteht ein Vakuum, in welchem jemand, der aus seiner lustvoll beflügelten Denkfähigkeit einen arrogant hohen Status abzuleiten versucht, die eigentlichen Beherrscher der Welt postuliert, um sie in irdischen, aber doch quasi olympischen Regionen anzusiedeln und sich mit ihnen identifizieren zu können. Wer soll das nun sein, dieser Wertebestimmer und Willenslenker? John D. Rockefeller? Das schafft nicht einmal der. Aber die hier beschriebene Strategie, die Welt zu beherrschen, indem man "die höchsten Naturen" lenkt, ist gemeinsames Merkmal einer Reihe von Geheimbünden und Geheimgesellschaften. Ein beherrschender Einfluss soll durch eine verschworene Gruppe ausgeübt werden, deren Mitglieder sich in geeignete Positionen bringen, um die führenden Kreise der Gesellschaft zu beeinflussen und auf diesem Weg immer größere Wirkungen zu erzielen; das nennt man "Synarchie", ein von französischen Esoterikern gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelter Begriff. Die "freie katholische Enzyklopädie Kathpedia" versteht unter "Synarchie" erstaunlicherweise den "Plan eines Weltstaates mit einer einheitlichen Regierung. Er entspringt nicht nur den Geheimgesellschaften; wurde dort in den Jahren 1880-1890 aber näher ausgearbeitet. Er bedeutet die Summe von geheimen Mächten aller 'Orden' und Schulen, die sich zusammentun, um eine einzige, sichtbare Weltregierung zu bilden." Da sieht also jemand gleich den Sprung zu einer Weltregierung. Im Wesentlichen ist die "Synarchie" in der heutigen Zeit jedoch ein Denkmodell, wonach Gruppen (Denkfabriken, Sekten, obskure Weltveränderungs-Cliquen), denen eigentlich nur ein geringer Einfluss auf das Weltgeschehen zusteht, durch systematische Beeinflussung von Meinungsmachern und Entscheidungsträgern sowie durch Besetzung von relativ unauffälligen Schlüsselpositionen einen wirksamen Hebel in der realen Welt anzusetzen versuchen. In der Wikipedia finden wir auch noch den Kommentar: "In einem verschwörungstheoretischen Geschichtsbild versteht man unter Synarchie eine geheime Weltregierung, die je nachdem mit der Bilderberg-Konferenz, der Trilateralen Kommission, Skull & Bones, der Freimaurerei, dem Illuminatenorden usw. in Verbindung gesetzt wird." Ja ja, da sind wir schon nahe dran. Führen Sie Ihre eigenen Studien in dieser Richtung weiter fort. Einige dieser Bestrebungen sind uralt, aber im Dunkelmännertum der französischen Synarchen und auch der Bayrischen Illuminaten kommt diese Vorgehensweise in der Neuzeit erstmals deutlich zum Ausdruck.

<461: Ich glaube, ich habe einiges aus der Seele des höchsten Menschen erraten; – vielleicht geht jeder zugrunde, der ihn errät: aber wer ihn gesehn hat, muss helfen, ihn zu ermöglichen.> (Nietzsche)

Nein, nein, nein! Keiner muss müssen! Schon gar nicht "helfen, ihn zu ermöglichen". Dieses Scheusal von "höchstem Menschen" sollte wohl eher verhindert werden – oder schallend ausgelacht werden! Und man rätsle nicht daran herum, auf dass man nicht "zugrunde" gehe! Extra bedenklich stimmt in diesem Kontext eine Aussage von Adolf Hitler, die Hermann Rauschning in seinen "Gesprächen mit Hitler" wiedergibt. Hitler behauptete nämlich, er habe den "neuen Menschen" gesehen, was in diesem Kontext nur eine andere Bezeichnung für den "Übermenschen" ist. (Rauschnings Hitler-Gespräche sind nicht so ganz wörtlich zu nehmen, aber seine Darstellung zeugt durchweg von gründlichem Verständnis der Nazi-Ideologie und Nazi-Mystik. Laut Rauschning soll Hitler ihm zugerufen haben: "Der neue Mensch ist da! Der neue Mensch lebt unter uns. Genügt Ihnen das? Ich sah den neuen Menschen. Ich sage Ihnen ein Geheimnis. Der neue Mensch, furchtlos und grausam. Ich erschrak vor ihm." Ob er ihn im Traum sah oder etwa bei Himmlers SS, ist nicht bekannt. Furchtlos wäre ja okay, aber furchtlos und grausam? Sodass der Diktator selbst erschrickt? Lieber nicht.) Da Hitler Nietzsches Schriften kannte, muss er sich verpflichtet gesehen haben, den "Übermenschen" zu ermöglichen: denn wie Nietzsche sagte, "wer ihn gesehn hat, muss helfen, ihn zu ermöglichen". Wen jetzt gleich wieder? Ihn, den höchsten Menschen als Gesetzgeber der Zukunft. Furchtlos und grausam. Also hart wie Chromstahl, geschliffen, entschlossen und unbarmherzig. Siegessicher und getragen von unerschütterlicher, rücksichtsloser Gewissheit. Jedenfalls nichts, was auf Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, Zivilisation, Toleranz und Nächstenliebe hinausläuft. Als Anschauungsmaterial siehe Adolfs Ausspruch "flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl" in einem kurzen n24-Auszug aus der einschlägigen Führerrede.

<462: Nicht "Menschheit", sondern Übermensch ist das Ziel!> (Nietzsche)

Die Folge davon war, dass nicht nur die Nazis, sondern auch Kommunisten und Sektierer seitdem die Sache so verstanden, dass um des Übermenschen willen die Menschlichkeit (nicht Menschheit – die letztlich auch – aber ganz besonders die Menschlichkeit) mit Füßen zu treten sei. Auch Kommunisten machen den Menschen zum Übermenschen, sozusagen in einer abstrahierten, gesichtslosen, kollektiven Form, als glorifiziertes, geschlechtsloses und willenloses Arbeiterdenkmal, das vermeintlich die Herrschaft über die Geschichte an sich gerissen hat (während der Arbeiter, und der Mensch überhaupt, in Wirklichkeit brutal unterworfen wurde). Was die Sektierer betrifft, sind wir wieder beim GröGaZ angelangt, wenn er mit moderner Maßlosigkeit die seelentechnische Schaffung eines grenzenlos ermächtigten Übermenschen fordert, oder auch bei den verschlagenen Großmagiern, die um die Mitte des 20. Jahrhunderts ihr an den Gitterstäben des Universums rüttelndes Wesen und Unwesen trieben, wie etwa Aleister Crowley und Georg Iwanowitsch Gurdjieff. Bei all solchen Bemühungen blieb ein gutes Stück Menschlichkeit auf der Strecke, und auf den systematisch erzeugbaren Übermenschen warten wir noch immer. Verachtung, Geringschätzung, Heimlichkeit, Überwältigung und dominierendes Gehabe sind bei aufrichtigen spirituellen Bestrebungen unangebracht. Tritt eine wahre Erhöhung des menschlichen Zustandes wirklich ein, dann nur in Verbindung mit Bescheidenheit und Güte, mit Heiterkeit und spielerischer Leichtigkeit.

Ja, ich kenne sie auch selbst, die Sehnsucht nach einer Art Übermenschentum. Jedoch nicht in Form rücksichtsloser, ungebildeter, stumpfer, schwarzbestiefelter Herrenmenschen, die sich als Kaste nach oben putschen, und auch nicht in Form fanatischer, humorloser, bedrohlich gedrillter, scheuklappenbesetzter, unterjochungsgeiler Religionsnarren, die im Trüben fischen und im Dunkeln munkeln, sondern als Sehnsucht nach seelischer und himmlischer Transzendenz, nach zeitweiliger Heimkehr in Liebeswelten, nach leuchtender Einsicht in die Schönheit des Urgrunds, nach Freiheit von irdischen Fesseln und hohen, unabhängigen Flügen eines zum reinen Selbst gewordenen Bewusstseins. Gegenüber den Mitmenschen käme diese Art Freiheit als wunderbares, vielleicht sogar wundertätiges Wohlwollen zum Ausdruck, und gemeinsam hätten solche freien Wesen ein köstliches, über die Sphären hallendes Gelächter.

27. Februar 2015: Mit dem Ausdruck "Grexit" (Greek exit = Ausstieg Griechenlands) schlägt die Sprache mal wieder Purzelbäume. Was ist, wenn Spanien aussteigt? Ein "Spexit"? Oder Deutschland? Der "Dexit"? Sehr viel nüchterner macht ein Blick auf die ursprüngliche Vereinbarung. Im Handelsblatt online unter dem Titel Die größte Insolvenzverschleppung der Geschichte vom 27.02.2015 wagen es zwei Kommentatoren wenigstens, an ein Pamphlet der CDU zu erinnern, in dem sie uns wie viele andere Marionettenorganisationen des Großkapitals vor der Einführung des Euro weiszumachen versuchte, keine Nation müsse für die Schulden der anderen haften. Es stand ja sogar im Vertrag! Die CDU schrieb also seinerzeit, wohlgemut:

„Was kostet uns der Euro? Muss Deutschland für die Schulden anderer Länder aufkommen? Ein ganz klares Nein! Der Maastrichter Vertrag verbietet ausdrücklich, dass die EU oder die anderen EU-Partner für Schulden eines Mitgliedstaats haften. Mit dem Stabilitätspakt wird von vorneherein sichergestellt, dass die Nettoneuverschuldung auf unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzt wird. Die Euro-Teilnehmer werden daher auf Dauer ohne Probleme ihren Schuldendienst leisten können. Eine Überschuldung eines Euro-Teilnehmerstaats kann daher von vornherein ausgeschlossen werden.“

Wie schön! Warum machen sie es dann nicht so? Die Regeln des Stabilitätspaktes wurden übrigens zuerst von Deutschland und Frankreich gebrochen. Ein übles Beispiel für alle anderen.

Was mich selbst betrifft: Als Übersetzer hatte ich während der letzten drei Monate reichlich zu tun, daher rückte auch dieser Blog in den Hintergrund. Eigentlich fing aus meiner Perspektive der wirtschaftliche Aufschwung bereits im Sommer 2014 an, als das Säbelrasseln und die permanenten medialen Erinnerungen an die Kriegsausbrüche von 1914 und 1939 am lautesten durch den Äther schallten. Das war bewusste Stimmungsmache. Plötzlich hatte die Kundschaft wieder Geld, und ich arbeite ja keineswegs für die Rüstungsindustrie, sondern zumeist für Behörden, Gewerkschaften, Versicherungen, Wirtschaftsprüfungsfirmen usw.! Seltsam, oder? Wird da Geld ausgeschüttet, wenn oder weil die Lage brenzlig ist? Oder belohnen die Drahtzieher, die das Geld doch jederzeit aus dem Hut bzw. aus ihrer Rechnertastatur zaubern können, ihre Gefolgsleute dafür, in aller Welt gehorsamst für menschenfeindliche Zankereien zu sorgen? Mich dünkt, es sei das Letztere.

Isch liebe disch auch

23. Januar 2015: Unten als drittes Beispiel in Folge das Motiv der lebenslustigen, lasziv trauernden Witwen, jedenfalls ca. ab 1:29 im Video Isch liebe disch von Tic Tac Toe. Die Nuschel-Aussprache kennt man ja nicht nur von Französinnen, sondern auch hier am Niederrhein. Da der Song schon 15 Jahre alt ist, bemerke ich mal wieder schmerzhaft, dass ich zum totalen Alteisen gehören muss, weil ich ihn unter "neuere Musik" einordnen würde. Wie sagte neulich eine Bekannte eines Bekannten: "Die Enkel werden immer größer: Mein Gott, wie doch die Zeit vergeht, aber das macht nichts, es kommt ja immer genügend neue nach." Das wird wohl nur den spirituellen Obendrüber-Schwebern total einleuchten, aber wahr ist es allemal. Es kommt in der Tat immer genügend neue nach, knapp ist sie (die Zeit) bloß zeitweise im Verhältnis zu der Menge an Aktionen, die man gelegentlich im Interesse der Anpassung an externe Taktgeber in sie hineinstopfen muss. Das sind die Gleichschritt-Forderungen ungeduldiger Mittelstürmer und kapitalintensiver, radikalinvasiver Großkonzerne.

Meine schlesische Oma hatte einen Spruch drauf, der lautete: Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Als Kind konnte ich mir keinen Reim darauf machen. Jetzt allmählich schon. Ich hatte dieser trockenen Aussage immer eine mystische oder moralische Bedeutung beigemessen; in Wirklichkeit ist es wohl eher eine Tatsachenfeststellung. Die offizielle Bedeutung lautet: "Jemand treibt etwas so lange, bis er Schaden nimmt." Diese moralische Auslegung hinkt ein wenig, denn so ein armer, stummer Krug dient eben als Krug und kann wenig dafür, dass er benutzt wird! Es hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass der Esel aufs Eis tanzen geht, wenn's ihm zu wohl wird. No, it's just the fucking physical universe. Der Glatteis-Tanz des Esels beschleunigt gelegentlich bloß den Eintritt des Unvermeidlichen. In dieser Gegend sagen sie alle "muss ja", wenn sie gefragt werden, wie's geht. Das ist die Kurzversion. Und wenn ihnen einer was Gutes wünscht, sagen sie nicht "danke gleichfalls", sondern energiesparend prägnant "auch so".

Jedenfalls läuft das Mindesthaltbarkeitsdatum von Homo-sapiens-Körpern allmählich ab, tick-tock, tick-tock; ob das kleine Fünkchen Bewusstsein, das oben auf der spitzen Welle der "Gegenwart" dahinreitet, sich halbwegs das Ichgefühl bewahren kann, wenn am Tage X der Lehmklumpen gewechselt werden muss, ist eine Frage, deren Antwort nicht immer als sicher empfunden wird. Wir sitzen nicht gerade auf tickenden Zeitbomben, aber in tickenden Uhren. Es kömmt darauf an, der bereits erwähnte zeitlose, allzeitige Obendrüber-Schweber zu sein, während der nette nepalesische Nachbar, der heuer im Dachstübchen wohnt, die Treppe rauf und runter flitzt. Na, wie dem auch sei, freche Mädels auf die Bühne, dann wird's schon gehen! Etwas senil, dieser Humor. Herr Bla-blah und Herr Bladi-blah zwinkern sich unter ihren gesteiften, schwarzweiß-kleinkarierten Kopftüchern im Schein des aufgehenden Halbmondes wohlwollend zu, und Schwamm drüber.

ICH BIN ICH SELBST

Je suis moi-même

Unterscheiden, nicht Gleichsetzen: so arbeitet die Vernunft

16./17. Januar 2015: Jedenfalls bin ich nicht "Charlie". Haben Sie sich einige Zeichnungen dieses unsäglichen Magazins Charlie Hebdo angesehen? Was da bislang in einer Auflage von 45.000 Exemplaren gedruckt wurde, ist niederträchtige Gotteslästerung und kurz gesagt widerwärtig. Zum Beispiel eine Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit als zweifacher Arschfick mit Jesus in der Mitte des Porno-Dreiers. Die meisten Leute, die jetzt mit dem Motto "Ich bin Charlie" herumlaufen, werden sich damit unmöglich identifizieren können und kämen selbst nie auf den Gedanken, so einen schmerzhaften, unterweltlichen Dreck hervorzubringen. Sie hätten auch keine Lust, um einer solchen Schande willen die eigene Brust dem Kugelhagel entgegen zu halten. Es ist sowieso nicht ratsam, sich mit Opfern zu identifizieren. Mit Tätern ebenso wenig! Und mit Mördern schon gar nicht! Identifizieren ist sowieso keine vernünftige Lösung. Unterscheiden, Differenzieren, Nichtverwechseln ist das Gebot der Stunde. Niemand muss so weit gehen, Charlie Hebdo zu sein, selbst wenn er sich allen Ernstes für totale und absolute Redefreiheit einsetzen will. Seien Sie einfach Sie selbst.

Bitte sehr, Redefreiheit: ich bin ebenfalls dafür. Man soll auch unbedingt das Recht haben, sich über religiöse Inhalte, die man bekloppt findet, mit Witzen und provokativen Zeichnungen lustig zu machen, wie etwa im TV-Comic South Park, und die Reaktionen anderer Menschen über sich ergehen zu lassen. Was wissen wir denn? Hat Gott Humor? Hoffentlich doch? Sind unsere Gottesbeschreibungen eventuell Quatsch? Vielleicht gibt es ja gar keinen Gott, oder ganz bestimmt nicht so, wie sich manche Leute das gern vorstellen. Keinen Himmel, keine Hölle, keine Engel, keine Teufel, aber dafür massenhaft Aliens, oder einfach nur bodenlose Abgründe von Sinnlosigkeit? Oder einen Ozean der Liebe? Es ist ein Gebot der Intelligenz und der persönlichen Mündigkeit, dass man über solche Themen reden kann. Und wo die Menschen lange Zeit geknechtet wurden, brauchen sie dringend einen Witz.

Nur überlege man sich, wozu die Redefreiheit eigentlich eingeführt wurde. Man spricht bei uns gern von Redefreiheit im Zusammenhang mit Demokratie. Ganz genau, eben dieser freiheitlichen Regierungsform soll die Redefreiheit dienlich sein. Es muss möglich sein, sich frei, präzise und umfassend zu informieren und auf dieser Grundlage sowohl politische Ziele als auch die Vor- und Nachteile einer bestimmten Gesellschaftsordnung, die künftige wirtschaftliche Entwicklung und philosophische und wissenschaftliche Fragen mit aller Gründlichkeit zu diskutieren. Wir sind überzeugt, dass wir auf diesem Weg bessere Fortschritte erzielen, als wenn wir ständig mit einem Maulkorb herumliefen und uns der Willkür eines Diktators beugen müssten. Dies schließt auf jeden Fall auch das Thema Religion mit ein! Es muss möglich sein, Gottesbegriffe und kirchliche Vorschriften, religiöse Ideen und moralische Ansprüche frei und unbefangen zu diskutieren. So fördert die Redefreiheit die intellektuelle und politische Entwicklung und ermöglicht auch die Beendigung etwaiger religiöser Tyrannei. Ebenso müssen in einem freiheitlichen System Journalisten nach bestem Wissen und Gewissen über jedes Thema frei berichten dürfen. Man beachte, dass es hierbei vor allem um die Äußerung und Verbreitung von Fakten und Meinungen geht! Nämlich um die Intelligenz zu fördern – indem man das DENKEN, das jetzt ein wenig aus der Mode gekommen zu sein scheint, mit dem nötigen Stoff und mit brauchbaren Anregungen versorgt, zum Wohle einer fruchtbaren Demokratie! Es gibt jedoch im praktischen Kontext (z.B. Staats- und Geschäftsgeheimnisse), teilweise auch in Form von Gesetzen gegen Beleidigung, Verleumdung, Volksverhetzung, Pornographie und Gotteslästerung, wohldurchdachte Beschränkungen der Redefreiheit. Solche Regeln entsprechen dem gesellschaftlichen Konsens und wurden geschaffen, weil übertriebene Redefreiheit, besonders wenn dabei vorwiegend Neid, Hass und Niedertracht als Beweggründe wirken, dem hehren Ideal der Demokratie keineswegs förderlich sind.

Natürlich wiegt das Verbrechen der Attentäter sehr viel schwerer als die Boshaftigkeit der Satiriker, denn erstens ist es Mord, das schwerste fundamentale Verbrechen überhaupt; und zweitens erkennen wir hinter der militärisch eiskalten Grausamkeit, die uns bis ins Mark erschüttert, obendrein einen Anschlag auf höhere Werte. Religiös sensible Christen und Muslime könnten entgegnen, dass auch Charlie Hebdo in der Summe seiner Aussagen einen schweren Anschlag auf höhere Werte verübt hat, und dass unsere guten Freunde, die US-Amerikaner, mit ebenso kaltblütiger Grausamkeit ihre Bomben seit vielen Jahren über Muslime abwerfen. Wir haben, wie es scheint, nicht alle dieselben höheren Werte. Mit Sicherheit auch nicht dieselben Denkmuster. Deshalb gibt es keinen sonderlich überzeugenden Aufstand der anständigen Muslime und keine christlich oder humanistisch motivierte Rebellion gegen die ewig sinnlos kriegführende US-Regierung. Verantwortung würde indes bedeuten, dass man auch ein gewisses Maß an Verantwortung für die Reaktion der Gegenseite übernimmt. Dass jeder sich überlegt, welche Folgen die eigenen Handlungen, die Provokationen und Beleidigungen am Ende haben werden und was für Reaktionen damit ausgelöst werden können.

Das gilt ebenso für Politiker. Die US-Regierung und die führenden NATO-Mitglieder haben die militärischen Abenteuer Russlands in hohem Grade mit zu verantworten, nachdem sie dieses Land jahrzehntelang ohne jede Not fortschreitend eingekreist und räumlich eingeengt haben und zur Krönung des imperialistischen Vormarsches dann auch noch die Ukraine unter ihre Kontrolle bringen wollten, indem sie sich dort sogar an einer Art Putsch beteiligten. Jede Bombe, die vom sogenannten Westen auf die arabisch-muslimische Zone von Libyen über Syrien und den Irak bis nach Afghanistan und Pakistan abgeworfen wurde, dürfte einen weiteren potenziellen Dschihadisten hervorgebracht haben. Was sonst? Närrisch, alles närrisch. Jede solche Einmischung erreicht das Gegenteil der angeblich damit verfolgten Ziele. Mit den Sanktionen gegen Russland schaden wir uns selbst. Man könnte fast meinen, die USA seien an einer tiefgreifenden, nachhaltigen Schwächung Europas interessiert, die ja dank all der künstlich aufgebauten und hochgezüchteten Feinde im Osten, Südosten und Süden nun immer mehr Gestalt annimmt. Und siehe da, mit dem Dollar und der US-Wirtschaft geht es nun angeblich wieder bergauf.

Aber das sind alles nur hübsch formulierte Worte. In der Praxis befinden sich Machtgier, Gewalt, Irrationalität und schiere Verzweiflung auf dem Vormarsch. Wollen wir mal trotzdem hoffen, dass wir aus diesen Schmelztiegeln irgendwann gestärkt hervorgehen. Wie sagte ich vor neun Jahren so schön, als wegen dänischer Karikatürchen damals im Orient die Post abging:

"Es ist nicht auszuschließen, dass irgendwann eine Religion oder Weltanschauung diktatorische Gewalt über eine Bevölkerung auszuüben wünscht, die mehrheitlich oder minderheitlich mit der betreffenden Religion oder Weltanschauung gar nichts zu tun haben will. Aber ausschließen lässt sich sowieso nichts, nur leider aufheizen lässt sich sehr vieles! Und deshalb wäre es besser, angesichts solcher etwaigen Gefahren die Kraft der eigenen Vorstellungen zu stärken und tristen Religionisten oder sonstigen Fanatikern statt verletzender Karikaturen lieber eine lustige, bunte, popo-wackelnde Sodapop-, Entenhausen-, Salamander-, Prieuré-de-Sion-, Wallfahrts-, Chorgesangs- oder Walhalla-Welt entgegenzusetzen, oder was man eben sonst bevorzugen würde, und mit diesen eigenen Kreationen wirklich tosend und jubelnd das Volumen aufzudrehen." (Freiheit unter Verantwortung)

Aber wie mein Münchner Korrespondent hierzu anmerkt, geht es in der aktuellen Situation eben doch nicht um Religion. „Hier wird“, wie er sagt, „ein religiöses Deckmäntelchen benutzt, um ganz realpolitische Absichten und Machtinteressen zu fördern und zu legitimieren. Im IS schwört man offenbar nicht Allah, sondern einem religiösen Führer namens Abu die uneingeschränkte Loyalität. Hier werden Menschen indoktriniert und vor einen machtpolitischen Karren gespannt. Und es geht ausschließlich um eines: Menschen zu kontrollieren. Und das macht man genauso, wie Pawlow vor Unzeiten seine Hunde konditionierte. Genau diese Methoden wurden unter Adolf auch benutzt. Die Inhalte der Ideologie sind doch frei austauschbar, solange du es schaffst, dass das höchste Himmelreich auf deiner Seite ist und du alles, aber auch alles damit sanktionieren kannst. Die Amerikaner haben zu diesem Zweck ‚nationale Sicherheitsinteressen‘, in deren Namen sie plündern und morden. Ist nicht ganz so überzeugend, kommt aber gleich nach der Nationalhymne. Die Russen haben ihren schwer angekratzten Nationalstolz, irgendwo zwischen Wodka und dem neuen SUV vor der Tür, für den setzen die sich ein. Wir Deutsche haben hier unser Smartphone, vielleicht ALDI und die Nationalelf und eventuell den Mauerfall und ein paar publikumswirksame Demos mit Kerzen und Transparenten. Man sieht, die Kurve des Motivationspotenzials fällt rapide ab. Mit Dieter Bohlen und dem Dschungelcamp kann man da keinen Blumenpott gewinnen. Trash nennt man das wohl.“

DIE UNERTRÄGLICHE DREISTIGKEIT DES SCHWEINS

TISA: Ein weiterer globaler Anschlag auf Demokratie und Souveränität

28. Dezember 2014: Und es kommt noch dicker ... und noch dicker ... und an immer breiteren Fronten, in immer gespenstischeren Verkleidungen, faschistisch, geldgierig, kontrollgeil, global und erdrückend. Schon die geplanten Freihandelsabkommen mit den USA und mit Kanada (TTIP und CETA) sind in ihren Dimensionen der allgemeinen, antidemokratischen Machtübernahme durch Großkonzerne ebenso entsetzlich und gigantisch wie unbegreiflich (siehe unten den Artikel "Volksparteien gegen das Volk" unter dem Datum 16. Dezember 2014) da ahnt man bereits, warum die Kanzlerin mit einem steinernen Gesicht herumläuft und an welchen Marionettendrähten der angebliche Sozialdemokrat Gabriel hängt. Aber kaum haben wir das Ausmaß der arroganten Provokation auch nur annähernd begriffen, erschallen bereits aufs Neue die Alarmglocken, und wieder müssen wir eine bedrohliche Abkürzung zu unserer überlasteten Festplatte hinzufügen, als banalen Ausdruck ominöser Mega-Schiebereien hinter den Kulissen. Ja, wirklich wahr! Aber werden wir es rechtzeitig kapieren, um uns wehren zu können? Während die Großangriffe heimtückisch und schamlos an so vielen komplizierten Fronten vorpreschen? Angelehnt an eine javanische Redewendung sehen wir hier definitiv die unerträgliche Dreistigkeit des Schweins.

Denn jetzt bedroht uns obendrein eine weitere unanständige Abkürzung mit vier Buchstaben, die den nächsten Anschlag der Konzerne gegen die Freiheit verkörpert: TISA, das Trade in Services Agreement (= Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen). Es wurde keine größere öffentliche Diskussion ausgelöst, als tagesschau.de bereits am 19. Juni 2014 berichtete, es liege dem NDR, dem WDR und der SZ ein diesbezügliches Geheimpapier vor, eine Verhandlungsvorlage der USA, die nicht an die Öffentlichkeit durchsickern sollte: "Es geht um Wirtschaft, doch die Verhandlungen erinnern eher an Geheimdienste: Im Stillen beraten 50 Staaten über die Liberalisierung von Dienstleistungen." (Unter Ausschluss der Öffentlichkeit) Gemeint ist die erleichterte Privatisierung von Dienstleistungen und die erschwerte oder gar verbotene Rückverstaatlichung von Dienstleistungen, und betroffen wären offenbar auch Dienstleistungen der kommunalen Daseinsvorsorge, also z.B. die Energie- und Wasserversorgung. Das Bundeswirtschaftsministerium versuchte abzuwiegeln, für die Daseinsvorsorge werde es Ausnahmeregelungen geben. Alle Ausnahmen müssen aber nach mühsamen Verhandlungen ausdrücklich aufgelistet werden, sonst haben sie keine Gültigkeit. Und man höre und staune: "Die Geheimhaltungsstufe für das Entwurfsdokument ist so festgelegt, dass es nicht nur für die Zeit der Verhandlungen ..., sondern auch noch für fünf Jahre nach Inkrafttreten des Abkommens geheim bleiben sollte." (Tisa: Die Freiheit des Geldes) Man sieht erneut, dass multinationale Konzerne die Souveränität der einzelstaatlichen Regierungen und somit die Demokratie aushebeln wollen. (Damit vor lauter Sorgen niemand nachdenken kann, wird gleichzeitig ein neuer "Kalter Krieg" inszeniert, während sich im Irak und in Syrien Kräfte entladen, die von den USA und ihren Verbündeten durch Invasions- und Bombenkriege sowie durch idiotische Waffenlieferungen überhaupt erst aufgebaut worden sind, ganz zu schweigen von den Auswirkungen der schwer nachweisbaren, aber sicherlich Besorgnis erregenden Aktivitäten amerikanischer Biowaffen-Labors mit Standort in Westafrika. Und was uns sonst noch alles bedrückt, mit ohrenbetäubendem Lärm eindeckt und nach Strich und Faden durcheinander bringt. Wie kann sich da noch jemand wehren?)

Es sollen sogenannte "Stillstands-" und "Ratchet"-Klauseln im TISA-Abkommen verankert werden. Ein ratchet ist eine Sperrklinke an einem Zahnrad. Anders gesagt: es soll unmöglich gemacht werden, die Entwicklung wieder zurückzudrehen, wie es ja bei einem Regierungswechsel oder Kurswechsel ohne weiteres von einer Regierung beabsichtigt sein könnte. So ließe sich für die Konzerne eine unwiderrufliche Festschreibung von Privatisierungen ehemals öffentlicher Dienstleistungen erzielen. Es gäbe selbst dann keinen Weg zurück, wenn private Anbieter versagen würden. "Einmal privatisiert, immer privatisiert", soll die Devise lauten.

Das Ziel dieses Vorstoßes ist, Dienstleistungen von "Handelshemmnissen" zu befreien. Die attac-Website sagt zu den Dimensionen dieses Angriffs: <So könnten mit TiSA Umwelt- und Verbraucherschutz- sowie Sozialstandards abgeschafft werden – also demokratisch beschlossene Regelungen und Vorschriften, die uns Bürgerinnen und Bürgern dienen, den Gewinninteressen privater Dienstleistungsunternehmen aber im Wege stehen. Trotz der Erfahrungen aus der Finanzkrise ist eine weitere Liberalisierung der Finanzmärkte geplant. Auch der digitale Handel, Telekommunikation und Transport sind in die Verhandlungen mit eingeschlossen. Selbst öffentliche Dienstleistungen der Daseinsvorsorge, wie Gesundheits-, Wasser-, Energieversorgung und Bildung sollen möglichst vollständig privaten Unternehmen überantwortet werden.> (TISA - Angriff auf die öffentliche Daseinsvorsorge)

Die Privatisierung der Daseinsvorsorge, die damit international durchgedrückt werden soll, hätte zur Folge, dass solche Dienste nicht mehr dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Der Staat verkauft eine Infrastruktur, die über Generationen mit Hilfe von Steuergeldern und Beiträgen aufgebaut wurde, sozusagen gegen dreißig Silberlinge an rein profitorientierte, oft ausländische Unternehmen, die sodann den gleichen Anspruch auf Zuschüsse oder Subventionen haben sollen wie inländische Anbieter. Auf die Dauer zahlt sich diese kurzsichtige Strategie für den Staat und die Bevölkerung erfahrungsgemäß nicht aus.

Eine weitere prägnante Zusammenfassung der finsteren TISA-Machenschaften liefert die Aktionsgruppe Campact: <Besonders heikel: In Zukunft sollen Konzerne auch mit der öffentlichen Daseinsvorsorge – also mit Bildung, Gesundheit und Wasser Kasse machen dürfen. Was einmal privatisiert ist, darf dann nie mehr öffentlich organisiert werden – egal ob Wasserversorgung, öffentlicher Nahverkehr oder Stadtwerke. Neue Maßnahmen zur Marktregulierung, etwa zur Vermeidung neuer Finanzkrisen, werden verboten. Auch Regeln für die Weitergabe oder Speicherung unserer Daten wären passé. Damit droht die Demokratie außer Dienst gestellt zu werden.> (Campact-Rundschreiben per E-Mail vom 27.12.2014)

Man sieht, dass sich viele gescheite Köpfe schon ernstlich Gedanken machen. Das Problem ist, dass man das schiere Ausmaß eines solchen weltweit stattfindenden Großangriffs auf die Freiheit, wohlweislich auch vorbei an der Welthandelsorganisation WTO, gar nicht so leicht verstandesmäßig erfassen kann. Die Drahtzieher im Hintergrund scheinen jetzt sehr nervös zu werden oder geradezu Wutausbrüche zu kriegen, wenn man ihr Stimmungsbarometer mal an der extremen Unverschämtheit und geballten Häufung ihrer Maßnahmen abzulesen versucht. Die Europäer sind ja schon durch die von amerikanischer Seite angeordneten, selbstzerstörerischen Sanktionen gegen Russland schwer geschädigt, und nun sollen sie auch noch antidemokratisch unterjocht und in ihren sozialen Errungenschaften unwiederbringlich zurückgeworfen werden. Prost Mahlzeit nach einem annus horribilis (Schreckensjahr) 2014 und mit leider düsteren Zukunftsaussichten, wenn wir uns nicht endlich eines Besseren besinnen. Letzter Aufschrei, bevor der Vorhang fällt? Möglicherweise.

>> Originaldokument (englisch), veröffentlicht bei Wikileaks am 19.6.2014, Geheimes Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (TISA), Anhang über Finanzdienstleistungen: Secret Trade in Services Agreement (TISA) - Financial Services Annex.

24. Dezember 2014: Jetzt ist Ruhe. Ich schließe mich doch am ehesten den skurrilen, satirischen Weihnachtsgrüßen von Konrad Kustos an, der sich einen wunderbaren kleinen Urwald an Seitenhieben gegen die politische Korrektheit nicht verkneifen kann: Wahnsinn trotz Weihnachten. Und hau mich noch mal aufs Ohr.

KOMPLETTER, UNVERSCHÄMTER WAHNSINN

Volksparteien gegen das Volk

16. Dezember 2014: Das Establishment wird unruhig. Es entbrennen heftige TV-Diskussionen, wie es denn sein kann, dass in Dresden plötzlich Tausende schweigend demonstrieren. Und wieso viele der Demonstranten weder mit der Regierung noch mit den Journalisten der Massenmedien reden wollen. Dieses Gejammer war gestern abend bei Herrn Jauch zu hören. Ja, ist es denn ein Wunder?

Es steckt nicht nur der Unwille gegen die Verkündigung dahinter, dass Deutschland jetzt eben ein Einwanderungsland sei. Schon bei diesem Thema könnte man fragen: Wieso das denn? Wer hat das beschlossen? Stand es jemals in einem Parteiprogramm? Oder wurde es einfach durchgezogen, weil die Regierung viel klüger ist als die Bevölkerung? Oder steckt die Bundesregierung in der Tasche von EU-Bonzen, und diese wiederum in der Tasche von globalistischen Multis?

Genau deshalb macht sich Unmut breit, Unmut, weil über unsere Köpfe hinweg regiert wird, Unmut, weil die Bürger mit Recht vermuten, dass finstere Absichten und eigensüchtige Interessen uns hinter den Kulissen in eine ganz andere Richtung steuern, als die Wähler beim Urnengang jeweils ahnen können. Gesagt wird ihnen ja nichts. Der ständige Versuch, den Ausdruck „Verschwörungstheoretiker“ zum Schimpfwort zu machen, schlägt gegen die arrogante Politikerkaste selbst zurück. Wenn sie etwas ganz anderes tun, als was sie sagen, ja sogar die Grundsätze ihrer Partei mit Füßen treten, wem dienen sie dann? Wem, bitteschön, dienen sie dann? Und warum sollten unbekannte Absprachen und Machtspiele, die auf jeden Fall im Hintergrund stehen, nicht als Verschwörung bezeichnet werden?

Man verzweifelt angesichts der unzähligen Beispiele für volksfremde Regierungsstrategien. Der Wähler beginnt auf alternative Parteien auszuweichen. Kein Wunder! Und bravo! Eines der krassesten aktuellen Beispiele ist der gegenwärtige Kurs der Volksparteien in Sachen Handelsabkommen zugunsten der Großbanken und multinationalen Konzerne. Es geht dabei um CETA und TTIP, also mal wieder um eine beleidigende Ausweitung des verblödenden Abkürzungsdschungels, damit nur ja kein gewöhnlicher Sterblicher durchsteigt: CETA ist das geplante „Umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen mit Kanada, und TTIP steht für die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“, über die mit den USA verhandelt wird.

In äußerst schizophrener Weise will nun der Vizekanzler, Wirtschaftsminister und SPD-Vorsitzende (!) Sigmar Gabriel, der in Investitionsschutzklauseln nach eigener Aussage eine „Gefahr für die verfassungsrechtliche Grundordnung“ sieht, dem Freihandelsabkommen CETA zustimmen. Es ist unfassbar; man sucht auf Gabriel-Fotos unwillkürlich nach Marionettendrähten. <Nachdem Sigmar Gabriel wochenlang den Eindruck erweckt hat, er würde das Freihandelsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada neu verhandeln wollen, hat er jetzt einen Schwenk vollzogen: Er will zustimmen. Warum? Weil „der Rest Europas dieses Abkommen will“ ... Teil des CETA-Vertrags sind die umstrittenen Investorenschutzklauseln. Diese könnten dazu führen, dass Konzerne Staaten vor private Schiedsgerichte zerren und versuchen, zum Beispiel verbraucherfreundliche Kennzeichnungsgesetze wegzuklagen. Und sie könnten dazu führen, dass verbraucherfreundliche Gesetze in Zukunft gar nicht erst zustande kommen aus Angst vor solchen Klagen.> (Bamberger Onlinezeitung)

Darüber hinaus sind in dem Abkommen Investorenklagen vorgesehen. Die Aktionsgruppe Campact schreibt in einer heutigen E-Mail: <Die Gefahr: Kommt die Paralleljustiz für Konzerne in den Handelsabkommen CETA und TTIP durch, können Investoren vor einem Dreier-Gremium aus Wirtschaftsanwälten klagen, wenn sie durch demokratische Entscheidungen ihre Profite geschmälert sehen – und Schadensersatz in unbegrenzter Höhe verlangen. – Die Klage von Vattenfall gegen Deutschland auf 4,7 Milliarden Euro Schadensersatz für den Atomausstieg vor genau so einem Schiedsgremium hat viele SPD-Abgeordnete aufgeschreckt: Sie zögern, der Linie ihres Vorsitzenden zu folgen – trotz des riesigen Drucks. Zu Recht fürchten sie, dass CETA für ihre Wähler/innen nicht akzeptabel ist. Nur wenn sie standhaft bleiben, handeln sie im Interesse von uns Bürger/innen. Tun sie dies nicht, drohen uns viele neue Klagen nach dem Vorbild Vattenfalls!> (Liebe SPD, wir müssen reden ...

Was für ein Irrsinn! Was hat das noch mit Sozialdemokratie zu tun? Wenn die Politik ihre Vorrechte gegenüber der Wirtschaft einbüßt, so ist das auf jeden Fall ein Verrat an den Grundprinzipien der SPD wie auch an der Bevölkerung. Von der CDU erwartet man wohl nichts anderes, aber jetzt haben wir diesen GroKo-Einheitsbrei und der Widerstand war bislang jämmerlich gering.

Stand diese Art „SPD“-Politik im Wahlprogramm? Oder ist es einfach typisch für die Attitüde arrivierter Politiker? Man bedenke: Auch über den Euro, eine schicksalhafte Kursänderung, gab es ja nie eine Volksabstimmung. Am 17. Mai 2010 brachte die Süddeutsche Zeitung ein Interview mit dem ehemaligen Finanzminister Theo Waigel. SZ: Hätten die Deutschen in einer Volksabstimmung für den Euro votiert? Theo Waigel: „Nie. Wir hätten jede Abstimmung verloren.“ SZ: Sie haben ja auch nicht abstimmen lassen. Sie finden also, Politiker sollten die Leute zu ihrem Glück zwingen. Theo Waigel: „Nein. Aber wir haben alle großen Entscheidungen nach dem Krieg im Parlament getroffen: Grundgesetz, Nato-Beitritt, Nato-Doppelbeschluss, EU-Verträge. Alle diese großen umstrittenen Lebensentscheidungen. In der Weimarer Republik hatten wir Volksabstimmungen und keine guten Erfahrungen damit.“ (Interview, Der Euro ist mein Schicksal) – Was heißt das? Das heißt, wenn der Druck von außen groß genug ist, d.h. wenn die wirklichen Mächte dieser Welt die Daumenschrauben anziehen, dann wird auf keinen Fall das deutsche Volk gefragt, sondern dann machen die Politiker eben Geschichte, wofür sie in diesem System durchaus das generelle Mandat haben. Denn wir haben ja hier keine direkte Demokratie oder „Basisdemokratie“, sondern eine repräsentative Demokratie. Dennoch nennt man die Parlamentarier „Volksvertreter“, also sollten sie das Volk vertreten. Der Wähler hat eigentlich nur eine vage, sehr allgemeine Vorstellung von der politischen Orientierung „seines“ Abgeordneten. In Einzelfragen vertraut er auf das Gewissen und die Sachkenntnis der Parlamentarier; dieses Prinzip wiederum leidet unter beträchtlichem Fraktionszwang. Außerdem redet man gern von „unbequemen Entscheidungen“, die eben nötig seien, und freilich ist nicht alles populär, was im Prinzip richtig wäre.

Mangelnde Bildung und unzureichende oder gefälschte Informationen gefährden auf jeden Fall die Funktionsfähigkeit einer Demokratie, egal ob bei allgemeinen Wahlen oder einer spezifischen Volksabstimmung. Der andere Hinkefuß des demokratischen Systems ist die Eigennützigkeit des Wählers, insofern als Demokratien aufgrund mehrheitlicher Bequemlichkeit in Richtung Wohlfahrtsstaat und Staatsverschuldung tendieren, bis schließlich der Bankrott eintritt. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass übertriebene Wohlfahrtsstaaten in manchen Fällen auch wieder abgebaut wurden, indem sich konservative Vernunft nach einer Zeit sozialistischer Exzesse wieder mehrheitlich durchsetzen konnte, wie etwa in Schweden oder den Niederlanden. Man muss die Bevölkerung nur gründlich über Ursache und Wirkung aufklären: Will das Volk auf die Dauer beim Staat absahnen, muss der Staat umso mehr aus der Volkswirtschaft und letztlich beim Steuerzahler selbst abschöpfen. Irgendwann wird es dermaßen absurd, dass die Stimmung umschwenkt; die Almosenempfänger geraten endlich wieder in die Minderheit.

All das kann und sollte man verstehen. Auch wenn in einer Großstadt 10.000 Menschen auf die Straße gehen und behaupten, sie seien das Volk, muss das an sich noch kein legitimer Grund sein, um die Politik im Sinne der Demonstranten zu ändern, denn in einer Stadt wie Dresden oder Stuttgart wären das noch immer bloß ca. 3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Was meinen die anderen 97 Prozent? In letzter Zeit widersprachen sich die Medien, wenn es um die Deutung der Berechtigung von Aufständen ging. Wenn im Ausland der Zorn überkochte, wie etwa in der Ukraine auf Anstiftung des Westens oder auch in Ägypten, dann gab es geopolitisch motivierten Beifall; wenn es jedoch in Deutschland zu großen Demonstrationen kommt, herrscht einiges Entsetzen. Ich für meinen Teil glaube nicht an Massenaufläufe und Rebellionen, aber sie setzen doch ein Zeichen, dass der eigentliche und mehrheitliche Wille der Bevölkerung aufs Neue klar festgestellt werden sollte. Und dafür wären Volksabstimmungen zu wichtigen, spezifischen Fragen eine recht gute Möglichkeit. (Das gilt auch für die Krim, die östliche Ukraine usw. In Schottland wurde das Problem auf diesem Weg überzeugend gelöst: Eine hinreichende Mehrheit für die Loslösung war dort nicht zu erzielen, und mit dem Ergebnis gibt man sich zufrieden. Kein Grund, sich zu bekriegen. Hoffentlich wäre ein umgekehrtes Ergebnis ebenso friedlich akzeptiert worden.)

In Dänemark herrschte lange Zeit der merkwürdige Zustand, dass etwa 80 Prozent der Politikerkaste unbedingt den Euro wollten, obwohl 53 Prozent der Bevölkerung dagegen waren. Immerhin hat man die dänische Bevölkerung dann abstimmen lassen, und die Politiker mussten sich zähneknirschend (warum eigentlich zähneknirschend?) dem Willen der Bevölkerung beugen. Inzwischen hat die dänische Euro-Skepsis natürlich zugenommen, und das Volk hatte recht. „Man steht voller Bewunderung vor der Weisheit des Wählers“, wie Helmut Kohl in selbstgefälligem Kontext einst sagte, wenngleich er sich in Europafragen lieber auf die Weisheit des Politikers verließ.

Natürlich ist es nicht wahr, dass der Wähler bei Volksabstimmungen immer die „richtige“ Entscheidung treffen würde; aber er müsste dann eben seine selbst eingebrockte Suppe auslöffeln – und es wird ihm eine Lehre sein, wenn er sich geirrt hat. Der Wähler wird sich gut informieren müssen, und das Pro und Contra müsste gründlich in aller Öffentlichkeit erörtert werden. Es ist eine Frage der Verantwortung.

Man beachte für weitere Info und als Aktionsplattform auch die Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen TTIP und CETA, die ihre Ziele so formuliert: <Wir wollen TTIP und CETA verhindern, da sie diverse kritische Punkte wie Investor-Staat-Schiedsverfahren und Regelungen zur regulatorischen Kooperation enthalten, die Demokratie und Rechtsstaat aushöhlen. Wir wollen verhindern, dass in intransparenten Verhandlungen Arbeits-, Sozial-, Umwelt-, Datenschutz- und Verbraucherschutzstandards gesenkt sowie öffentliche Dienstleistungen (z. B. Wasserversorgung) und Kulturgüter dereguliert werden. Die selbstorganisierte EBI unterstützt eine alternative Handels- und Investitionspolitik der EU.> (https://www.mehr-demokratie.de/stoppttip.html)

-- Sehr spezifisch zum Thema TTIP siehe die Pressemitteilung von Sahra Wagenknecht vom 8. Juli 2013 unter der Überschrift Freihandelsabkommen mit den USA stoppen.

Auch mein Artikel von 2007 über Steuern, Staatsverschuldung und Zinsknechtschaft bleibt in diesem Kontext aktuell.

AUSSERIRDISCHE ÜBER UNS

Pimo, der kleine Beobachter aus dem Weltall

15. November 2014: Hallo da unten. Ich kreise hier oben um euch herum. Das mache ich schon seit über 50.000 Jahren – in Erdenjahren gerechnet. Alle zehn Jahre sende ich einen kompletten Bericht an mein Heimatsystem, 700 Lichtjahre weit von hier. Mein Name, übertragen in euer Zahlen- und Buchstabensystem, lautet Pi38Mo211oh. Ihr könnt mich ruhig Pimo nennen, wenn ihr das lustig findet. Mir ist so was egal. Ich bin ein grünes Männchen, tausendmal manipuliert, tausendmal geklont, geschaffen als Beobachter. Ja, auch uns Grüne gibt es noch! Und das große Gebiss ist ein alberner Witz meiner Schöpfer, nur um die Leute zu erschrecken. Denn eigentlich bräuchte ich, genau wie die Kleinen Grauen, nur einen kurzen schmalen Schlitz für die Aufnahme des breiigen, geschmacklosem Energiekonzentrats, das wir direkt aus der Hintergrundsuppe ziehen.

Eure Emotionen sollten mir eigentlich fremd sein, aber ihr steckt mich ein bisschen an, sogar aus der Entfernung. Zum Glück ist mir wenigstens die so genannte „Langeweile“ gänzlich unbekannt, und die Wallungen, in die euch euer „Geschlechtstrieb“ versetzt, sind für mich ebenfalls extrem schwer nachvollziehbar. Wir verfügen über Maschinen, die unser Bewusstsein vorübergehend in einen Körper einer anderen Sternenrasse versetzen können, um deren Mentalität besser kennen zu lernen. In eurem Fall nahm ich nach zweitägigem Aufenthalt im Körper eines Barkeepers gewissermaßen schreiend Reißaus und verspürte nie wieder den Wunsch nach einer solchen Trittbrettfahrt. Wie kann man sich nur über all die einfachen Probleme so lächerlich aufregen, wie ihr es tut, und was soll der Blödsinn, alle 20 Minuten an Fortpflanzung zu denken? Da haben euch eure Genmanipulatoren seinerzeit einen üblen Stachel ins Fleisch gepflanzt. Aber hektisch seid ihr wohl auch wegen eurer vorsintflutlichen Kurzlebigkeit. Ihr armen Eintagsfliegen! Unter spirituellen Aspekten könnte man fast mutmaßen, ihr seid auf diesen Homo-sapiens-Planeten gekommen, um das Sterben zu üben.

Hier kreisen nach meiner Zählung noch 34 andere Spezies aus dem Weltall herum. Die machen sich alle Sorgen um euch. Natürlich aus den unterschiedlichsten Gründen. Einige hatten euch züchten wollen, um euch eines Tages aufzuessen, aber falls ihr euch durch Umweltsünden vergiftet, ihr Lemminge, und euch mit psychotischen Kriegsspielchen alle radioaktiv verseucht, werdet ihr ungenießbar. Andere wollten euch als genetischen Pool benutzen; euer Drang zur Selbstvernichtung dürfte die Ernte erschweren. Wieder andere halten sich mit ihren Eroberungsgelüsten im Zaum, bis ihr alle wertvollen Metalle aus dem Erdboden herausgebuddelt habt; dann wollen sie landen und euch alles wegnehmen. Und es gibt auch ETs, die euch helfen wollen, klar. Zur Warnung schweben sie gelegentlich in Untertassen über eure Atomsilos und setzen die Raketen außer Funktion. Aber das scheint euch nicht zu beeindrucken. Was beeindruckt euch überhaupt?

Ich weiß das alles, weil ich die anderen Erforscher des Sonnensystems und der Erde, all die Touristen, Wissenschaftler, Militärs, universellen Liebesbotschafter und doktorspielenden Genetiker, die hier rumdüsen, über Hyperfunk abhören kann. Ich selbst mache mich nicht bemerkbar, und ihr bekommt nichts mit, weil ihr die nötigen Frequenzen nicht beherrscht. Manchmal tragen außerirdische Vollidioten (nicht alle diese Weltraumvölker sind vernünftig) direkt über euren Köpfen die übelsten Gefechte aus, aber auch das merkt ihr nicht, weil sie fortgeschrittene Systeme benutzen, mit denen die Energieentladungen größtenteils in andere Dimensionen abgeführt werden. Ihr hört bloß dieses seltsame Wummern oder Knirschen in der Atmosphäre, und manchmal fährt aus heiterem Himmel ein unerklärlicher Blitz hernieder. Oder es leuchtet zehn Sekunden lang gespenstisch und gigantisch wie gestern Abend über dem Ural. Na ja, und dann gibt es noch die Künstlertypen aus dem Zentrum der Galaxie, die wie Blumen aussehen und die euch schwer entzifferbare Botschaften per Kornkreis vorlegen.

Das ficht mich alles nicht an. Ich bin nur hier, um Bericht zu erstatten. Ich bin zu nichts anderem geschaffen worden und es macht mir nichts aus, dass ich etwa 700.000 Jahre mit diesem zeitweise „eintönigen“ Job beschäftigt bin. Für nachher hat man mir ein paradiesisches Leben versprochen, vielleicht nur, um mich psychisch zu stabilisieren. Ich habe von meinen Vorgesetzten lange nichts mehr gehört; wer weiß, ob sie überhaupt noch da sind. Aber um ehrlich zu sein, es wird immer „spannender“. Sogar ich muss zugeben, dass sich angesichts eurer Spinnereien eine gewisse Nervosität bei mir breitmacht. Ihr kackt euch sozusagen ins eigene Milchkännchen, und ein anderes Kännchen habt ihr nicht.

Nicht dass das zum ersten Mal passiert wäre. Vor etwas über 50.000 Jahren auf dem Mars, kurz bevor ich hier ankam, ging die ganze blühende Zivilisation mit einem großen Rums plötzlich flöten. Die dabei benutzten Waffen, die noch viel wirksamer waren als Atombomben, hinterließen nur Sand. Deshalb ist an der Oberfläche des Mars auch keinerlei Lebenszeichen übrig geblieben, und sogar die Atmosphäre ist heute viel dünner, teils weil sie böswillig abgesaugt wurde, teils weil die Schwerkraftgeneratoren zerstört wurden, die diesem relativ kleinen Planeten so lange Zeit eine Lufthülle erhalten hatten.

Und da sitzt ihr nun auf der Erde, einem wunderschönen Planeten, und schickt euch an, wieder den gleichen Mist zu bauen. Es ist total unlogisch. Es ist noch mehr als das. Es ist obszön. In den endlosen Jahrtausenden meiner Umkreisungen hat sich eine Art mystisches Über-Bewusstsein bei mir ausgeprägt. Eine Entwicklung, die ich durch das Studium der althergebrachten religiösen Schriften meines Heimatplaneten gezielt gefördert habe. Vermutlich bin ich dadurch über den bloßen Status einer auf Nüchternheit reduzierten Beobachter-Seele weit hinausgewachsen. Ich komme ja nicht viel herum ... außer immer im Kreis herum um euch Narren ..., aber mein Geistesraum oder meine immateriellen Wesens-Dimensionen haben sich weit über mein kleines Raumschiff ausgedehnt. Ein Zustand, den ich sehr genieße; ihr würdet eine Art Weltraum-Zen darin sehen oder mich einfach albern finden.

Jedenfalls streitet ihr euch um mehrere Flecken Erde, die bei weitem nicht so wichtig sind wie ihr glaubt. Was soll das heißen, ihr müsst „geopolitische Räume“ abstecken? Wer hat denn nachher etwas davon, wenn ihr alle tot seid? Warum gönnt ihr euch nicht gegenseitig, was ihr habt, und nutzt es gemeinsam, bis ihr zu einer wirklich blühenden, vielfältigen Gesamt-Zivilisation geworden seid? Wir kapieren das nicht. Unsere eigenen primitiven Zustände sind schon so lange her – zig Millionen Jahre –, dass wir uns nicht mehr daran erinnern können. Es sind nur Mythen überliefert, vage urzeitliche Träume, die den täglichen Wahnsinn eurer Spezies „Mensch“ nicht einmal annähernd erahnen lassen.

Na, für heute sei's erst einmal genug. Ich suche mir jetzt irgendwo ein irdisches Bewusstsein, über das ich diese Botschaft „kanalisieren“ kann. Ich hoffe, die Kanalisation gelingt. Eigentlich darf ich mich nicht einmischen. Aber vielleicht habt ihr noch eine Chance. Es wäre, und jetzt werdet ihr euch wundern, für mich ein bisschen traurig, wenn ich während der nächsten 650.000 Jahre meiner Dienstzeit nur noch eine verkohlte Billardkugel umkreisen müsste. Denn hier holt mich niemand vorzeitig ab. Und wer holt euch ab, euch arme Seelen, wenn euer schöner blauer Planet unbewohnbar geworden ist? Wie wollt ihr euch dann wieder verkörpern? Beherrscht ihr noch den unbeschwerten Seelensprung in ein anderes Sternensystem? Überlegt euch das mal.

Foto: Martin Jahn, München

<Der religiöse Mensch mündet immer wieder in die mythische und heilige Zeit, findet die Zeit des Ursprungs wieder, die „nicht abläuft“, weil sie an der profanen Zeitdauer nicht teilhat, weil sie aus einer unendlich oft erreichbaren ewigen Gegenwart besteht.>

– Mircea Eliade, Das Heilige und das Profane. Vom Wesen des Religiösen, Rowohlt 1957, S. 52

Eine bekömmliche Dosis Krischna

4. November 2014: Die ursprüngliche und fortwährende Emanation erfolgt natürlich nicht, wie im unten stehenden Artikel vom 2. November über den Ansturm der Technik mit Bedauern geschildert, von unten nach oben, also marxistisch stur von einer materiellen Basis aufsteigend in einen als relativ unwichtig erachteten Überbau, sondern weitaus ergiebiger und seelenfreundlicher in einer Richtung, die gemeinhin von oben nach unten dargestellt wird: vom Höchsten Geistigen oder Gott herabfließend in prachtvollen Kaskaden und Lichtphänomenen bis in unsere gröberen Regionen und weiter bis in die letzten Verästelungen der Materie. Sehr schön beschrieben ist dies von A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada in seiner Erläuterung des Quellentextes Sri Caitanya-Caritamrta, Vers 37, der da lautet: „So wie die Erde die ursprüngliche Ursache und die Zuflucht aller Töpfe aus Erde ist, so bist Du die letztliche Ursache und Zuflucht aller Lebewesen.“ Hier ein Auszug aus der schönen Erläuterung durch besagten Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krischna-Bewusstsein:

<So wie die weite Erde der Ursprung der Bestandteile aller irdenen Töpfe ist, so ist die Höchste Seele der Ursprung der Gesamtsubstanz aller individuellen Lebewesen. Die Ursache aller Ursachen, die Höchste Persönlichkeit Gottes, ist die Ursache der Lebewesen. ... Der Herr ist das Behältnis der gesamten kosmischen Manifestation, sowohl der belebten als auch der unbelebten. Die Vertreter der Visistadvaita-vada-Philosophie [Philosophie der Einheit in der Vielfalt] erklären das Vedanta-sutra [wörtl. „das Ende des Wissens“; eine vedische Schrift in Aphorismenform, die alles Wissen in knappster Form zusammenfasst; Autor: Vyasadeva], indem sie sagen, dass das Lebewesen, obwohl es zwei Arten von Körpern hat – einen feinen (bestehend aus Geist, Intelligenz und falschem Ego) und einen groben (bestehend aus den fünf Grundelementen) – und obwohl es in drei körperlichen Dimensionen lebt (grob, fein und spirituell), trotzdem spirituelle Seele ist. In ähnlicher Weise ist die Höchste Persönlichkeit Gottes, von der die materiellen und die spirituellen Welten ausgehen, das Höchste Spirituelle Wesen. So wie eine individuelle spirituelle Seele mit ihren groben und feinen Körpern fast identisch ist, so ist der Höchste Herr mit den materiellen und den spirituellen Welten nahezu identisch. Die materielle Welt, die voller bedingter Seelen ist, die versuchen, die Materie zu beherrschen, ist eine Manifestation der äußeren Energie des Höchsten Herrn, und die spirituelle Welt, die voller vollkommener Diener des Herrn ist, ist eine Manifestation Seiner inneren Energie. Da alle Lebewesen winzige Funken der Höchsten Persönlichkeit Gottes sind, ist der Herr sowohl in den materiellen als auch in den spirituellen Welten die Höchste Seele.>

Ob man das Höchste Wesen wie etwa die Buddhisten als unpersönlichen geistigen Urgrund oder wie Krischna-Anhänger und abrahamitische Monotheisten als persönlichen Gott ansieht, ist freilich eine sehr persönliche religiöse Angelegenheit. An der gemeinsamen Idee einer schöpferischen Emanation oder Ausfließung aus dem Geist ändert es eigentlich nichts.

Möwen in Oslo. Foto: Susanne Tams, Hamburg

Der Ansturm der Technik

2. November 2014: Eigentlich merken wir es alle: Der Ansturm der Technik droht uns biologisch, geistig und seelisch umzukonstruieren und im innersten Wesen zunichte zu machen. Mathematische Prinzipien, starre Logik, kalte Statistik, nüchterne Zweckmäßigkeit, amoralische Benutzung und Verplanung der Menschenmassen, Durchdringung mit gefühllosen Sensoren, Überwältigung mit elektronischen Aufzeichnungen, ständige Vernetzung durch tyrannische Geräte, Ersetzung des Menschen durch Roboter – all das zermürbt und verschleißt uns, raubt uns die Ruhe, gestaltet uns neu von innen und außen, macht uns zu berechenbaren, dirigierbaren Gegenständen.

Der Trend ist nicht einmal ganz neu, aber er spitzt sich zu, in einem Crescendo an nicht mehr kommentierbaren Details und Bedrohungen, die ständig wie Lkw-Lieferungen giftigen Schüttguts über uns entladen werden, und immer fieser anmutenden Kontrollmethoden, die bis in die letzten Winkel hineinreichen. Das „Internet der Dinge“, die Vernetzung aller Haushalts-, Unterhaltungs-, Sicherheits- und Kommunikationsgeräte, wird vollends die Maschinenherrschaft einläuten. Eine recht gute Zusammenfassung, wie es so weit kommen konnte, geht aus der Biographie „Rudolf Steiner“ von Klaus Petersen hervor (Colloquium Verlag Berlin, 1968, Seite 44): Steiner sagte sich demzufolge vor etwa 120 Jahren sinngemäß, „die materialistische Naturwissenschaft konstruiert moralfreie Begriffe über die leblose Materie und wendet sie schöpferisch an im naturwissenschaftlichen Experiment und in der Technik. Das heißt, der Mensch wird heute im Bilden moralfreier Begriffe für die leblose Materie und im Bilden rein zweckmäßiger Begriffe für die Technik zum freien schöpferischen Geist. Was geschieht aber, wenn der Physiker das a-moralische Denken in die Welt des Sozialen hineinträgt, wenn er zum Beispiel Menschen rein zweckmäßig handhaben will? Ein solches a-moralisches Wollen degeneriert sein moralisch veranlagtes Menschsein.“

Es läuft im Grunde darauf hinaus, dass der moralfreie Begriffscharakter und das gigantische Überwältigungspotenzial der materiellen Wissenschaften – einschließlich Physik, Chemie, Maschinenbau, Elektronik, Nukleartechnik, Nanotechnik und im Grunde auch Virologie und Gentechnik, also die gesamte materielle Ebene bis hin zu den elementaren Bauplänen des Lebens und der unpersönlichen Programmierung von Krankheiten – bedenkenlos übertragen werden auf Bereiche des biologischen, geistigen und gesellschaftlichen Lebens. Das tut den höheren Ebenen des Seins gar nicht gut. Es führt zu unnatürlicher Beschleunigung, schamloser und dämonischer Überflutung, allgegenwärtiger Überwachung, sozialer und psychischer Umstrukturierung und beinhart voranschreitender Gefangenschaft des Bewusstseins. Für die Materie als solche bestehen keine moralischen Wertungen, aber unsere instinktfremde, gefühllose, unüberlegte Anwendung der Gesetze und Gepflogenheiten der Materie auf die höheren Bereiche des biologischen Lebens, der Gesellschaft und des menschlichen Denkens und Fühlens zerstört in der Tat sehr vieles, was uns lieb und teuer war: Geradlinigkeit geht durch Vernetzung verloren, Erregbarkeit wird durch Überreizung missbraucht und abgestumpft, die Freude an der Betrachtung wird durch das rasende Tempo hereinstürzender Eindrücke zerstört, nur weil es „machbar“ ist, und wer ständig an den kleinen Aufmerksamkeitsschluckern herumtippt, schaut kaum noch aus dem Fenster, von Gesprächen mit etwaigen Mitreisenden ganz zu schweigen. Ständig verknüpft und doch irgendwie einsam. Angesichts solcher Gefahren hätten wir uns wohl sehr viel eher auf eine moralische Wertung, auf Gut und Böse, auf Natürlichkeit, Spiritualität und Menschenwürde besinnen sollen. Jetzt scheint es schon fast zu spät.

------------------------------------------------------------

26. Oktober 2014: USA betreibt Biowaffen-Labors in Westafrika: Prof. Francis A. Boyle, Experte für Biowaffen, sagte am 25. Oktober 2014 im Interview mit Alex Jones Folgendes: "Ich glaube, wie ich schon anderswo sagte, dass das, was wir in Westafrika sehen, ein Ergebnis der US-amerikanischen Laboratorien des Biosicherheits-Niveaus 4 ist – der höchsten Sicherheitsstufe –, und zwar haben wir eines in Guinea, eines in Liberia und eines in Sierra Leone. Und diese Labors betreiben jede Art scheußlicher Arbeiten an biologischer Kriegführung, die man sich überhaupt vorstellen kann, einschließlich DNA-/Genmanipulation an praktisch jeder vorstellbaren Sorte von Erregern bzw. biologischen Kampfstoffen. Da kommt es also meiner Meinung nach her." (http://www.prisonplanet.com/bio-weapons-expert-ebola-outbreak-is-a-bio-weapon-release.html oder direkt auf YouTube, https://www.youtube.com/watch?list=UUvsye7V9psc-APX6wV1twLg&v=V5DOLQ6MN9g, ab 7'10")

Originalzitat: Bio-weapons expert Professor Francis A. Boyle stating on Alex Jones "PrisonPlanet", 25 Oct 2014: "I think, as I've said elsewhere, what we're seeing there in West Africa is a result of the U.S. Biosafety Level-4 laboratories – the highest level – we have one in Guinea, one in Liberia, and one in Sierra Leone. And these labs do every type of hideous biological warfare work you could possibly imagine, including DNA genetic engineering on just about every type of agent you can possibly imagine. So it's my opinion that this is where it came from." (Source URLs as above)

Wie aus dem Interview des Weiteren hervorgeht, haben die USA seit 2001 ganze 79 Milliarden US-Dollar in die biologische Kriegführung investiert (was sie sicherlich damit zu rechtfertigen suchen, dass der vermeintliche bzw. aufzubauende Feind doch auch nicht ruhe oder raste). Einer der obersten Grundsätze für Kriegs- oder Vernichtungseinsätze biologischer Waffen wäre, dass man vor dem Einsatz gegen wirkliche oder eingebildete Feinde bzw. gegen vermeintlich überzählige Populationen das Gegenmittel (Impfstoffe, Serum) entwickelt hat und es für die privilegierten Überlebenskandidaten rechtzeitig bereithalten kann.

Thomas Cole, Berg Ätna (1842)

In Anlehnung ans ewig Faustische

Habe nun endlos Fiesolofie,

Weltgeist und Geldgeist in Zaubernöten,

Gurukratie und Hitlerismus,

Schismaeliten und Erotizismus,

Kabbalistik mit Pauken und Tröten,

Börsentipps vom Herrn der Kröten,

Hexen und Schienenersatzverkehr

Und was uns sonst noch turboliert,

Mühsam alles durchstudiert.

So bin ich nach vielerlei Hin und Her
Eben doch nicht viel weiser als zuvor,
Kratz mich am warzenbewehrten Ohr,
Fasse den Ramsch aus tausend Seelen
In möglichst wenige Worte zusammen,
Hoffe trotz meiner Narben und Schrammen
Mit dem Geschreibsel die Wahrheit zu fassen;
Lass mich ansonsten nicht mehr quälen,
Geh noch ins Wirtshaus ein bisschen prassen
Und setze, leider bannig spät
Mal auf unbestechliche Realität.
 

11. Oktober 2014: Was die Bloggerei betrifft, bin ich nach neun Jahren mageren Zuspruchs allmählich im Zweifel, denn diese Darbietungsform scheint aus der Mode gekommen zu sein und in den letzten zwei Monaten fehlt es mir (bei guter Auftragslage als freiberuflicher Übersetzer) eigentlich an der Zeit. Diskussionsforen und Kurzmeldungen sind beliebter als der öffentliche Tanz ums eigene Ich und all der ausführliche Nachvollzug des Gelabers in den Hirnwindungen und Netzlabyrinthen. Dennoch taucht ab und zu ein prägnanter Absatz auf, der es verdient hat wiedergegeben und der Nachwelt dargereicht zu werden. So zum Beispiel dieser aufschlussreiche Hinweis auf eine simple Methode, die Welt anders zu organisieren, wobei das "Schöpfen" von Geld natürlich das freie Erfinden (Hervorzaubern) von Geld aus dem Nichts ist (was ja sowieso andauernd gemacht wird, jedoch per Zinssystem nur den Banken zugute kommt, anstatt dasselbe Prinzip fürs Gemeinwohl wirken zu lassen):

<Wie die Regierung auf Steuern verzichten könnte>

<Einst gab es in den Vereinigten Staaten ein von Benjamin Franklin erdachtes Geldschöpfungssystem, das wie folgt funktionierte: "Eine Darlehenskasse schöpfte im Auftrag der Provinzregierung die nötigen Gelder, verlieh sie an die Bürger, nahm die Zinsen ein und führte sie an die [damalige Provinz-]regierung ab, damit diese Gelder anstelle von Steuern verwendet werden konnten." Präsident Lincoln kehrte während des amerikanischen Bürgerkrieges zu diesem System zurück – und wurde (deswegen???) ermordet. Ein – der London Times zugeschriebener – Leitartikel aus der damaligen Zeit drückt die Haltung der britischen Finanzelite gegenüber dieser Bemühung der noch jungen amerikanischen Regierung aus: "Sollte diese boshafte Finanzpolitik, die sich während der Nordamerikanischen Revolution im letzten Krieg des Landes entwickelte, zu einer festen Institution werden, dann wird die dortige Regierung kostenfrei eigenes Geld schöpfen. Die Regierung wird ihre Schulden bezahlen und schuldenfrei sein. Sie wird so reich werden wie nie zuvor eine zivilisierte Regierung in dieser Welt. Die hellsten Köpfe und der Reichtum aller Länder werden nach Nordamerika strömen. Diese Regierung muss zerstört werden, oder sie wird jede Monarchie dieser Erde zerstören."> (Quelle mit mehr dazu: Warum ist die Menschheit so arm? Wer hat das ganze Geld?)

6. Oktober 2014: Konkretes Zitat zum Aussterben der Deutschen: <Um eine Bevölkerung stabil zu halten, bräuchte es etwas mehr als 2 Geburten pro Frau durchschnittlich. 1973 sank diese Zahl auf 1,35 ab und blieb bis heute auf diesem niedrigen Niveau. Die Generation der Deutschen ersetzt sich in der jeweils folgenden nur zu zwei Dritteln – ein Vorgang, der sich über sechs Generationen hinaus kaum verlängern lässt. Das so genannte „Aussterben der Deutschen“ ist also keine Fiktion, kein Schreckensbild, keine Wahnvorstellung, die man beliebig belächeln und bekichern kann. Es ist das Menetekel an der Wand einer Gesellschaft oder gar eines Kontinents, der auf dem Wege ist, Aufklärung mit Nihilismus zu verwechseln.> (Quelle: Demographie des Verschwindens, ein Interview mit dem Bevölkerungswissenschaftler Prof. Dr. Josef Schmid, Bamberg, aus Sezession Nr. 13, April 2006)

Lichtblicke

20. September 2014: Um auf das Getöse der Welt gebührend zu kontern, bin ich gerade mal nicht originell genug. Zum Glück gibt es andere erfreuliche Stimmen, die sich offenbar an heiligen Quellen gestärkt haben. Als Erstes ein Anblick für müde Augen und ein Ohrenschmaus für enttäuschte Seelen: Linda Hesse, Ich bin ja kein Mann. Ultimativ bezaubernd.

 

Lichtblick Nr. 2 für heute, ein Autor, der vielen offenbar bereits bekannt ist, mir jedoch neulich erstmals begegnete. Er sagt vieles aus, was ich selbst in letzter Zeit sagen wollte, und er sagt es poetisch und mit unerwartetem Tiefgang: Khalil Gibran. Hier ein Beispiel:

Von der Selbsterkenntnis

Und ein Mann sagte: Sprich zu uns von der Selbsterkenntnis.

Und er antwortete und sagte:

Euer Herz weiß schweigend um die Geheimnisse der Tage und der Nächte.

Doch eure Ohren dürsten nach dem Klang des Wissens eures Herzens.

Ihr möchtet in Worten wissen, was ihr immer schon in Gedanken gewusst habt.

Ihr möchtet mit euren Fingern den nackten Körper eurer Träume berühren.

Und das ist auch gut so.

Die verborgene Quelle eurer Seele muss aufsteigen und murmelnd zum Meer fließen;

Und der Schatz eurer unendlichen Tiefen möchte euren Augen offenbart werden.

Legt jedoch eure unbekannten Schätze nicht auf die Waagschale;

Und versucht nicht, die Tiefen eures Wissens mit Elle oder Lot zu ergründen.

Denn das Selbst ist wie ein Meer, grenzenlos und unermesslich.

Sagt nicht: „Ich habe die Wahrheit gefunden“, sondern: „Ich habe eine Wahrheit gefunden.“

Sagt nicht: „Ich habe den Pfad der Seele gefunden“, sondern: „Ich bin auf meinem Pfad der Seele begegnet.“

Denn die Seele wandelt auf allen Pfaden.

Die Seele wandelt nicht nur auf einer Linie, und genausowenig wächst sie wie ein Schilfgras.

Die Seele entfaltet sich wie eine Lotosblüte mit unzähligen Blütenblättern.

 

– Khalil Gibran, „Der Prophet“, S. 61/62, Diogenes Taschenbuch 2008, Originaltitel 1923: The Prophet.

Lichtblick Nr. 3 für heute entstammt einem wunderbaren Buch von 1956, Die Engel, von Otto Hophan. Staunend stelle ich fest, dass der Autor auf 360 Seiten in dichterischer und doch exakter Sprache festgehalten hat, was er in seinem katholischen Umfeld tatsächlich als gesicherte Offenbarung bezeichnet. „Gesicherte Offenbarung“! Hätte ich auch gern! Aber allein schon als eine äußerst erbauliche spirituelle Quelle, selbst wenn es „nur“ Imagination wäre, ist dieses Werk weitaus mehr als Gold wert. Je größer der Chor der andachtsvollen Sänger, die da mit einstimmen könnten, umso besser. Hier ein Auszug:

Die Engel des Frühlichts

... In der ersten Frühe der Zeit erglühten die Firne der Schöpfung. Von den die Himmel berührenden Höhen rieselte, flutete in immer breiter werdenden Strömen das Licht hernieder bis zu den Hügeln der schlichten Engel.

O der Herrlichkeit schon der irdischen Sonnenaufgänge auf den Bergen, still und alltäglich, und doch jedes Mal neu und erhaben, dass man den Atem anhält und die Hände faltet wie in einem Heiligtum. In leisem, innigem Rot erglühen die schneeigen Kuppen. Ekstase der Liebe. Dann wandelt sich das rosenfarbene Licht zum fließenden Gold, jetzt ist es blendendes Weiß. Es hält nicht still auf den Spitzen. Es springt hinüber zu den zweithöchsten Bergen und weckt sie aus Schatten und Schweigen ins leuchtende Dasein. Es umkleidet die Nacktheit der Felsen, eilt weiter hinunter zu den Bergen der Mitte, sodass sie freudig erwachen vom Schlaf. Es tastet sich weiter hinab zu den ersten Wäldern, dann noch tiefer zu den milden Hügeln, bis in die Tiefe des Tals. Allen schenkt sich das Licht der Frühe. Keinen umgeht es, keiner verhält es.

Sinnbild der Engel des Frühlichts.

Die ewige Sonne brachte zum Erglühen die „Seraphim“, umstrahlte die „Cherubim“ mit goldener Pracht und kleidete die „Throne“ in grelles Weiß.

Das Licht blieb nicht stehen an diesen Himmeln, wie Josua es einmal der Sonne befahl. Es wogte weiter zu den „Herrschaften“, kraftvoll erstrahlten die „Kräfte“, in Hoheit erstanden die „Mächte“.

Doch keiner von all diesen Chören forderte: wir sind des Lichtes genug. Das Licht stieg talwärts zu den erlauchten „Fürstentümern“; es tauchte die „Erzengel“ in seinen Glanz, es ergoss sich über die weiten Flächen der gewöhnlichen „Engel“.

Ein Paradies des Lichtes, ein Meer des Lichtes, verschieden verteilt, verschieden verschenkt, verschieden empfangen. Doch Licht alle!

Creator alme siderum – Hehrer Schöpfer aller Sterne, aller Sterne ...

– Otto Hophan, Die Engel, S. 94; erschienen 1956 bei Buchdruckerei Räber & Cie., Luzern, Schweiz.

Und wieso die große Nostalgie, die Sehnsucht nach der schillernden Chimäre von anno Schnee? Na, logo, der aktuelle Druck wächst ...

Narrentum, Knalltüten, Lemminge:

Mega-verblödetes Narrentum

5. September 2014: Zumindest habe ich dieser Tage reichlich Arbeit (wie kommt das? kurbelt das Säbelrasseln die Wirtschaft an?), sodass ich nicht allzu bedenklich ins Grübeln komme.  Es fliegen ja sowieso in erster Linie Ungereimtheiten durch den Äther. Lügengebäude auf beiden Seiten, blödes Gequatsche von „Verantwortung“ (= Kriegseinsätze), völlig widersprüchliche Nachrichten, null Glaubwürdigkeit aufseiten der Politiker, die sich um unser Gemeinwohl kümmern sollten. Wir haben sie nicht gewählt, damit sie drüben im Ausland herumzicken und alle Welt mit Bomben eindecken, sondern primär zunächst einmal, damit sie das deutsche Gemeinwesen und Wohlergehen fördern. Souveränität jetzt! Politiker sollen jeweils ihr eigenes Land regieren, die Produktiven belohnen und die Faulenzer bestrafen, sollen nicht alle Welt zum Absahnen hereinlassen, sollen niemandem dort draußen Waffen liefern, sollen sich bei anderen nicht einmischen und sollen nach außen hin Freundschaft und konstruktiven Austausch betreiben. Alles andere verstößt jedenfalls gegen mein Wertesystem. Von welchem Wertesystem die Bonzen quatschen, verdient eine genauere Untersuchung. Jedoch an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Dass die NATO dieses Jahr nicht auf ihr Manöver „Rapid Trident“ in der westlichen Ukraine verzichtet, ist schon Zündelwahnsinn hoch drei. Diese Manöver (siehe den Artikel weiter unten, Friedliebende NATO-Manöver in der Ukraine, vom 14./15. Mai) haben bereits während der letzten drei Jahre regelmäßig auf dem Territorium der Ukraine stattgefunden; die naiven Unschuldsgesten der NATO, wie auch die Beteuerungen der EU, dass niemand sich durch Ost-Erweiterungen bedrängt fühlen müsse, sind also gelogen. Der unsägliche NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen aus dem quasi rechtsradikalen Wohlfahrtsstaat Dänemark, dem Muster-Ländle der Neuen Weltordnung, lehrt uns mit ständig neuen Polarisierungen das Gruseln. Das ist eigentlich gar nicht seine Aufgabe; er greift vor, er heizt auf; einige Mega-Marionettenspieler im Hintergrund betätigen offenbar seine Stimmbänder und seine Katastrophen-Gesichtsmaske.

Seltsam, dass nach immer neuen „westlichen“ Anschuldigungen ein ehemaliger NATO-General namens Harald Kujat bei Maybrit Illner Ratlosigkeit an den Tag legt: „Ich habe noch keinen Beweis gesehen, dass Russland mit regulären Streitkräften in den Konflikt interveniert hat.“ Ganz genau, irgendwie war das alles nicht stichhaltig. Die NATO legt Fotos aus großer Höhe von klitzeklein wirkenden Konvois vor: könnte sonstwo sein, könnte sonstwas geladen sein, könnten drei Jahre alte Bilder sein, wir wissen es nicht. Ja, sicher, dass der verschlagene, extrem irritierende KGB-Mensch Putin allerlei Waffen und informelle Kämpfer einsickern lässt, daran dürfte angesichts der eindrucksvollen „separatistischen“ Feuerkraft wohl kaum ein Zweifel bestehen. Es sind ja keine bloßen Amateur-Protestler, keine friedfertigen Demonstranten, die plötzlich in der Lage wären, eine große ostukrainische Region unter Kontrolle zu bringen. Man sollte sich auch dort keiner naiven Unschuldsvermutung hingeben.

Wo kommen in all den riesigen Brandherden nur immer die vielen, schweren Waffen her? Wer liebt es, solche Waffen herzustellen? Wer liebt es, sie weiterzureichen und zuzusehen, wie andere sich damit gegenseitig zerfetzen? Hätte man, bevor man als neugierige Seele ins Universum eintrat, nicht lieber im glitzernden Schaukelschoß einer Liebesgöttin verweilen sollen, anstatt sich auf solche qualvollen Zerstörungsorgien einzulassen? War es bei der Maja Brahms zu langweilig? Wie ticken die Leute eigentlich? Und was mache ich hier auf demselben fragwürdigen Planeten wie all diese misslaunigen Kalaschnikow-Schwinger? Was diene ich hier ab? Und was tangiert es mich letzten Endes?

Falls es zum großen Knall kommt, könnte man sich bei hinreichender Nähe zum Ground Zero darauf verlassen, dass man erheblich schneller zu Plasma verdampft wird, als die lahmarschigen Synapsen überhaupt das Ereignis des Sterbens registrieren können. Also wozu die Aufregung? Na ja, wir wollen eben nicht, dass schlagartig die Früchte all unserer Arbeit zerstört werden, dass sämtliche Kinder und Kindeskinder dran glauben müssen, dass von unseren Tagebüchern, Personalausweisen, Benzinkutschen, Genitalien, Kaninchenkäfigen, Kegelbahnen, Spitzendeckchen und Weihnachtskugeln überhaupt nichts übrig bleibt, nicht einmal in der vorher so heiß begehrten Ukraine, und dass es kaum noch eine Menschheit gäbe, in die man hoffnungsvoll zurückkehren könnte. Die Mächtigen misshandeln und kontrollieren uns mit eben dieser Angst; so werden wir anfällig für Depressionen oder Fanatismus, für lachhaften Gehorsam, hysterische Überarbeitungs-Sekten oder ineffektive Krawallmache. Geduckte, demütige Schafe sollen wir sein. Da möchte man doch euch allen zurufen: Lasst endlich den Wolf raus! Den Steppenwolf, den Liebeswolf, den Demonstrationswolf, den Verweigerungswolf und etliche andere unregierbare Wolfsrassen.

1. September 2014: Bevor ich es noch vergesse - http://menschenplanet.de/glaubenssysteme/religion/
Der Autor ist, soweit diese Dinge gesagt werden müssen, ganz gescheit. Religion als Gewohnheitsdenken, et cetera.
Mein Existenzgefühl sagt mir zwar noch was ganz anderes, wenngleich ich derzeit nicht predigen mag (siehe weiter unten die Erwägungen zum Heiligen Geist). Man sollte jedoch auch diese gedankliche Bahn mal bis zum Ende durchdacht haben, um gegen die Versuchungen besser gefeit zu sein. Konsequente Skepsis wird auf die Dauer zu karg, hat aber gelegentlich was Erfrischendes. 

Der lächelnde Massenmörder begeistert seine Pimpfe

30. August 2014: Abgründig heiter: „He, was ist los? Wer hat gefurzt?“

Und das, meine Damen und Herren, ist keine Verharmlosung des Nazi-Regimes! Die verwesenden Leichen liegen bekanntlich gleich im Graben an der nächsten Wegbiegung. Die Smiley-Szene unterstreicht nur das absolute Grauen und die abgrundtiefe Verführbarkeit, die offenbar wird, sobald ein propagandistisch, okkultistisch und/oder geheimdienstlich geschulter Hühnerzüchter daherkommt.

Der Rubel schmollt

Russische Touristin in der Exklave Kaliningrad

Schwer zu begreifen, warum das schwer geplagte Volk seinen großmannssüchtigen, eroberungsgeilen Diktator immer noch liebt. Eine Art Masochismus vielleicht, aber letzten Endes auch eine hilflose Identifizierung des eigenen schwachen Ichs mit einem höheren, gigantischen Kollektivgebilde. Nur dass diese Illusion bald verpuffen wird und kaum noch was zu essen da sein wird, ganz egal, wie glorreich Mütterchen Russland oder Väterchen Nato auf die Bildschirme gemalt wurden, damit die Menschen sich mit diesen glitzernden Popanzen verwechseln konnten, um sich dadurch quasi zu „erhöhen“ oder „aufzuwerten“. Hier bei uns ist es ja auch nicht viel besser. Was kümmern den europäischen Normalbürger all die verrückten Expansionsgelüste der EU und ihrer militärischen Planungsbegleiter? Wir wollen den Frieden! Denn der Friede ist in fast jeder seiner Ausprägungen immer noch haushoch besser als die Folgewirkungen all der irrationalen, von inkompetenten oder gar böswilligen Politikern und machtversessenen oder gar böswilligen Großbankiers verursachten Kriege.

Gewinnträchtige Sünden

22. August 2014: Häh? 70 Milliarden Dollar unter ferner liefen: <An der Wall Street wurde ein neuerlicher Vergleich mit den US-Behörden geschlossen. Die Bank of America muss für die Sünden der Vergangenheit unterm Strich mehr als 70 Milliarden Dollar zahlen. Dass solche Summen das Geldhaus nicht in die Insolvenz treiben, zeigt nur, wie gewinnträchtig die Sünden waren.> (Handelsblatt online, Morning Briefing, 22.08.2014)

Es zeigt noch einige weitere Dinge, zum Beispiel die Unwirklichkeit der finanziellen Unverschämtheiten und Entartungen. 70 Milliarden Dollar auf 300 Millionen US-Bürger verteilt ergäben ja immerhin 233 Dollar pro Nase, Kinder und Greise eingeschlossen. Bitte auszahlen! Und die Sünden sollen noch erheblich größer gewesen sein, denn dies ist ja bloß das gütlich vereinbarte Bußgeld? Wie konnte dieses Institut überhaupt so viel „Geld“ aus der Gesellschaft absaugen? Ich setze „Geld“ schon in Anführungszeichen, weil man ja nie weiß, ob es überhaupt existiert. Ich würde gern die Geldscheine sehen, 70 Milliarden in Koffern und Kisten. Es gibt sie nicht; man macht nur Zugeständnisse in Bezug auf äußerst flüchtige Elektronenkonstellationen, die nicht einmal aus wirklichen Strichen und Kreisen bestehen, sondern nur aus der Kombination von ungeheuer winzigen Ladungen und Nichtladungen, die auf Knopfdruck durch die Rechner wandern.

Ein Gespenst geht um in Utopia. Eine Sieben mit zehn Nullen erscheint auf dem Bildschirm. Nichts davon ist vorhanden, weder beim Sender noch beim Empfänger. Der Verdacht liegt nahe, dass man mit der gleichen Illusionskunst ein paar Billionen aus dem Hut zaubern könnte, um den Menschen zu helfen und die Wirtschaft anzukurbeln; aber man tut's nicht. Für die Kriegskosten gern, da sind die üblichen Verdächtigen unter den Staatslenkern schnell bei der Hand, denn so wird ja nichts Erfreuliches produziert, nur Tränen, Qualen, Blutbäder und Leichenberge, Hunger und Seuchen, weinende Kinder, kaputte Häuser, Rachegeschrei, Kalaschnikows und endloses Leid. Mit denselben Billionen ließen sich da, wo Not herrscht, ganze Infrastrukturen aufbauen, was dort auch die dümmliche Neigung zum Köpfen und Rumballern ermatten ließe. Aber nein. Draufhauen heißt die Devise, und dafür ist immer genug Geld vorhanden. Unterdessen wird die Realwirtschaft geschwächt und durch völlig sinnlose Sanktionskriege zwischen Russland und der EU sogar mutwillig an den Rand des Abgrunds geführt. Ein furchtbares Symptom der Begriffsstutzigkeit und Phantasielosigkeit von Regierungen ist die Tendenz, an Maßnahmen, die eindeutig die Lage verschlechtern, nur deshalb festzuhalten, weil man nicht untätig bleiben konnte. Das ist natürlich Schwachsinn, es wäre sinnvoller, unter solchen Umständen wenigstens untätig zu bleiben und alle Maßnahmen, die eindeutig die Lage verschlechtern, sofort zu beenden. Binsenweisheit. So. Und dann, falls überhaupt nötig, brauchbare Lösungswege zu entwickeln. Aber brauchbar sind sie nur dann, wenn sie eindeutig die Lage verbessern; nicht so ein Unfug, wo man sich nur trotzig selbst in den Finger schneidet und allen anderen auch das Leben schwer macht. Solche Narren bitte überall abwählen! Man darf sie aber nicht durch die jeweils andere triviale Volkspartei ersetzen, die das Elend ja doch nur matrixgetreu und korrupt ergänzt, ein bisschen verfärbt und letztlich weiter verschlimmert.

(Bild oben links: Die Comic-Version von Natalja Wladimirowna Poklonskaja, seit der russischen Annexion im Amt als Generalstaatsanwältin der Krim, eine Gestalt, die wegen ihrer klimpernden großen Äuglein und ihres schüchternen Militarismus vor allem japanische Manga-Fans vor Ehrfurcht erzittern und wollüstig aufschäumen lässt. Unten gleich noch einmal, absolut denkwürdig: Наталья Поклонская wie sie leibt und lebt. Mit diesem Video begann eine gewaltige Woge irrationaler Verehrung.)

 

 

Herr Zeitgeist (nicht ich, bei Leibe nicht!) steckt sich nun wieder Kippen ins Gesicht. "Ist ja doch egal."

9. August 2014: Schöpferische Pause. Zuerst war ich verreist, dann seither beruflich eingedeckt "mit einem Arsch voll Arbeit". Ist wohl auch besser so, denn die Ereignisse da draußen sind ja kaum noch zu ertragen, außer man würde sich ihnen mit ganzer Sorgfalt und gebührender Entwicklung von Lösungswegen widmen. Die Politiker, insbesondere die Politiker der sogenannten Weißen Rasse (wenn wir uns das genau ansehen; die Führer der Pinkfaces, einschließlich Obamas und der zum Polter-Club dazugehörenden Hebräer), sind extrem enttäuschend und befördern letztlich den Untergang ihrer eigenen Zivilisation. Mit ihrem eskalierenden Sanktionsgetöse schaden sie "sich" (also vor allem ihren Bevölkerungen) nur selbst. Was bilden die sich ein, und wie lange dulden wir das noch? Es ist dummes Zeug, wie Herr Schmidt schon vor einiger Zeit sehr richtig sagte.

Ansonsten hätte ich momentan nur eine kleine Beobachtung zur entarteten Sprachentwicklung zu notieren, bemerkt im Englischen, aber im Deutschen kommt es auch schon häufig vor: "Der Kunde wurde gespeichert, aber der Vertrag konnte die nötigen Änderungen nicht vornehmen." Da wird das virtuelle Objekt im EDV-System (d.h. die Kundendaten) mit der echten Person verwechselt, und obendrein werden vom Vertrag tatsächlich Fähigkeiten erwartet, die er nicht besitzen kann, sondern die nur in der Software abgebildet sind, also in den Befehlsketten und logischen Verknüpfungen, welche der Programmierer für die digitale Bearbeitung von Verträgen vorgesehen hat. Wir stehen fassungslos vor der Entgegenständlichung der wirklichen Welt, indem sie mit raffinierten Anordnungen von Elektronen verwechselt wird. Und immer hoffnungsloser wird die allgemeine Verblödung. Darum zurück zu den Dingen und zu den lebenden Seelen.

 

19. Juli 2014: Rotzfrecher Sünder

Gott zum König Ahab: "Wenn du nicht ablässest von deinen Sünden, dann schicke ich dir eine große Dürre."
Ahab: "Schade. Eine kleine Dicke wäre mir lieber."

 

17. Juli 2014: Die Welt spinnt. Litte ich an verbalem Tourettesyndrom, stieße ich jetzt sinnfreie Wörter aus wie Ficklöffel! Hasskacke! Knüppelfotze! Zickenspritze! Puppensteiß! Pockenwichse! Die Katharer, ein südfranzösischer Ketzerverein im Mittelalter, dessen Anhänger zu Tausenden und Abertausenden von papsthörigen nordfranzösischen Streitkräften niedergemetzelt wurden, prophezeiten für die Endzeit, die Welt würde zu einem Paradies für Dumme werden. Diese Prophezeiung ist sicherlich eingetroffen. Ich will dazu ein paar alte Verse aufwärmen, denn es ist allseits etwa so, wie ich vor acht Jahren mal dichtete:

Das irrsinnig irre Irrenhaus

Die Welt, sie ist ein Irrenhaus,
und leider gar nicht fein:
Von drinnen schaun die Irren raus,
Von draußen schaun sie rein.

Idiotisch trompeten die Irrenverwirrer,
Die Klassifizierer und Kassenklirrer,
Erotisch erratische Psychobenenner,
Die irrsinnig irren Irrenkenner.

Denn an den Programmirrungsknöpfchen
Irren die Irrenwärter mit Köpfchen,
Plärren den Irrsinn ins Völkchen hinein
Und rühren auch Horror und Wollust mit rein.

Und während die Irren die Irren bewachen,
Beginnen die Irren lauthals zu lachen;
Denn niemand kann wirklich so irre sein
Wie ein Irrenarzt im Irrenverein.

                 10. November 2006

Deutschland ist Götze

13. Juli 2014, kurz vor Mitternacht: Deutschland ist Götze. (Der Name ist schon beinahe Programm.) Selbst ich als Fußballbanause habe mitgeguckt: bin teilweise dabei eingeschlafen, schaltete gelegentlich wegen unerwünschter Aufregung ab und habe dann das eine entscheidende Tor, wie meistens, beim Brutzeln zwischendurch in der Küche verpasst. Ihr (die Argentinier) seid jetzt Papst, aber wir sind dafür Weltmeister, soll jemand geistreich getwittert haben. In die Euphorie des Vordergrunds schiebt das Fernsehen dabei immer wieder den Wahnsinn des Hintergrunds ein: Tod und Teufel im Unheiligen Land, die Juden im Bunkerkeller, Palästinenser en masse auf der Flucht vor Bombenhagel und Invasion; angeblicher ukrainischer Querschläger nach Russland, und innerhalb der Ukraine offenbar Hunderte von toten "Separatisten" und Nebenstehenden. Mammi Merkel und Pappa Gauck lachend bei den Weltmeistern, hoffend, dass sie damit im trunkenen Bewusstsein des Publikums nachhaltig als Freudenbringer positioniert sind. Selbst Putinus Magnus, der erlauchte russische Zar, guckt in Rio halbwegs lieb. Im Irak massenhaft meuchelmordende Dschihadisten, die im Krieg gegen muslimische Brüder sogar den Begriff des Dschihad noch entehren: durchschnittene Kehlen, zerschlagene Schädel bei der etwas anderen Konfession. Unendlicher nationaler Jubel auf der Berliner Fanmeile, während semitische Völker (Araber, Israelis) sich gegenseitig den Garaus machen. Ist das 'ne trickreich illuminierte Nazikacke? Oder sinnstiftende Unschuld? Unerwähnt bleibt heute das endlose Grauen in Syrien. Konfettikanonen, fantastisches Feuerwerk für Deutschland, am kurzzeitig aktuellen Nabel der Welt, unter Jesu ausgebreiteten Armen am Zuckerhut. Der Erlöser als Fußballgott, in blasphemischen Werbefilmchen sogar kickfähig oder durch Frau Merkel ersetzt. Watt für eine Inszenierung!

Unterdessen ungemilderte Verschrottung der deutschen Souveränität durch amerikanische Spionage und das näher rückende Freihandelsabkommen TTIP: Konzerne sollen Staaten verklagen können, wenn neue Umwelt- oder Sozialgesetze ihre Gewinnerwartungen schmälern (siehe attac). Man öffne Tür und Tor für genmanipulierten Schrott und rücksichtslose Geschäftspraktiken. Darüber kein Aufschrei beleidigten Nationalgefühls oder gesunden Gerechtigkeitsempfindens, jedenfalls nicht in den großen Medien.

Aber auf dem grünen Rasen erhebt sich Deutschland zu einer Art Gottersatz, einem Idol, einem Götzen. Nichts für ungut, lieber Fußballspieler Götze: du und deine Kameraden, ihr wart fantastisch, wunderbar gekämpft, stilvoll, fair, leidenschaftlich, gut kalkuliert, ritterlich, sympathisch und überaus siegreich; selbst ich bekomme feuchte Augen. Nur ist das Ganze eben, aufgrund der unerträglichen Schmerzen der wirklichen Welt, übersteigert in einen fast unwirklichen Superhimmel. Der Ansturm des irdischen Wahnsinns verfängt sich im Kapierstau, ist auch bei größter Mühe kaum noch zu bewältigen, wäre auch viel zu schmerzhaft. Nicht nur der Jubel, sondern auch der Schmerz wurde durch diese WM woanders hin verlagert, denn es können ja auch beim Fußball nicht alle Sieger sein, sondern im Turnier nur die allerwenigsten. Statt des überfälligen Weltschmerzes und statt gezielten Aufbegehrens zeigt sich bei den weltweit sehr zahlreichen Verlierern, die besonders viel Gefühl investieren, wenn es ihnen auch sonst schon ziemlich dreckig geht, ein unglaublich übersteigerter, fehlgeleiteter existenzieller Schmerz, wenn dann auch noch das Fußballspiel verloren geht (siehe unten): Mein lieber Scholli. Das geht ja heftiger zu als im Kreißsaal. Woran man wieder mal sieht: Fortpflanzung ist auch nicht alles.

Aber fetzig wie nur die unendliche pangermanische Wahrheit aus Krasnojarsk sein kann: Helene Fischer, "Atemlos durch die Nacht"

 

Persönliche Geschmacksbeichte zwischen Helene Fischer und Missy Elliott

12. Juli 2014: Ganz schamlos in den Raum gestellt zum Thema Unterhaltungsmusik: Ich bin nicht "progressiv". Diese Grundstimmung reicht vom Hochgefühl abends auf dem Balkon in der Teenagerzeit mit Ronnie und Lale Andersen und Bee Gees bis in die Gegenwart mit Helene Fischer, Gaby Albrecht, Bianca und Andrea Berg.

Ich kann zwar einen Hauch von Frust nachempfinden, dass der Mainstream ein bisschen flach und peinlich bleibt und weiß auch, dass am deutschen Schlager immer eine gehörige Portion Kitsch klebt und dass man aus Helene einen Weltstar völlig anderer Art machen könnte und dass die deutschen Schlager-Orchester musikalisch primitiv sind, aber meine perfekt entwickelte rationale Fähigkeit, solchen Argumenten zu folgen, reicht nicht aus, um mir bei (Fremd-)Bedarf das Stimmungsbild vermiesen zu lassen.

Andererseits verbringe ich eine ganze Menge Zeit, tatsächlich die meiste bewusste Musik-Hör-Zeit, mit Rihanna (zunehmend satanistisch) und Missy Elliott (wüstester, obszönster, schwarzer Hip-Hop-Punk), weiß aber nicht, ob mich dies für die progressiv-avantgardistische Geschmacksdiktat-Connoisseur-Gemeinde zu einem akzeptablen Bürger macht; vermutlich ist es bloß die Kehrseite der Münze, und mein Unterhaltungsbedarf, wenigstens musikalisch, ist eben Seelenporno, Punk-Porno oder krasser Radau.

Ach ja, vor allem eines: NICHT ANSPRUCHSVOLL.

Wieso nicht? Vielleicht deshalb, weil mein ganzes Leben ein extrem hoch aufgetürmter Oberwahn extrem anspruchsvoller Bemühungen im intellektuellen, beruflichen und spirituellen Bereich ist, von Hesse und Steiner und Popper über Hubbard und Nietzsche bis hin zu David Icke und Alex Jones, und weil es mich ankotzt, in meiner Freizeit dann eben auch noch hochsensibel und kritisch zu sein, und weil es mich extrem anstrengt, mich auf die "anspruchsvollen" Unterhaltungskünstler einzulassen: ihr wisst schon, all diese Leute mit einer politisch korrekten und einfühlsamen Botschaft, deren gewitzte Tonkombinationen und raffinierte Jaul- und Begrifflichkeitsklänge ständig aufmerksames Hinhören verlangen und die mein Bewusstsein mit ihrer erhabenen Kunst und Sensibilität erobern wollen, anstatt einfach den süßen verfickten Reim und dieselbe identische Fuge zu wiederholen, mit der man es schaffen kann, ein paar Takte so eindeutig 20- oder 30-mal zu replizieren, dass für wenige Minuten die Vergänglichkeit überwunden wird.

Und darum: Kunze kenne ich nicht, Hannes Wader erscheint mir heutzutage fast als Heulsuse, Mozart kann ich nicht nachempfinden, um der unverfälschten völkischen Gesangsdarbietung willen kraxle ich nicht auf Berge, und wenn es darum geht, die Welt zu verändern oder ihr angemessen kritisch gegenüberzustehen, verlasse ich mich auf keinen Fall auf die Musik, sondern aufs wohlüberlegte Wort.

Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt, und nichts für ungut ... ist eben Geschmackssache.

Hatte früher immer Angst, so was zu sagen, weil die Leute einen lieben oder hassen für das, was man mag und was sie aber zufällig nicht mögen, anders gesagt, weil Zuneigung und Anerkennung auf dieser Welt so schrecklich vom "gemeinsamen Geschmack" abhängen, aber sei's drum.

Noch ein kleiner Kommentar: das hat was mit der Aufmerksamkeitsspanne und mit dem sehr interessanten Thema "Die Dauer der Gegenwart" zu tun. Simple Sequenzen, die sich wiederholen, verlängern die Dauer der Gegenwart oder verschaffen dem Zuhörer wenigstens eine starke Illusion, dass sie immer noch andauert. Darüber freuen sich viele, die eventuell nur auf Rasiermessers Schneide in der Winzigkeit des Augenblicks zwischen Vergangenheit und Zukunft existieren (verzögert auf ein paar Sekunden wegen physiologischer Verarbeitungszeiten der Wahrnehmungen). Die Beliebtheit dieses Wiederholungs-Konzepts zeigt sich im extrem primitiven Fall bei der heutigen Bumm-Beschallung, in der es einfach 700-mal hintereinander nur auf dieselbe geisttötende Weise bumm macht, ohne Melodie, ohne Variation. Einem solchen Schwachsinn würde ich aber nun auch wieder nicht zustimmen.

Zu eurem Trost sei gesagt, dass ich den meisten Schlager-Kitsch auch nicht länger als 5 Minuten hören kann und dass ich selbst bei Helene Fischer meistens nach 20 bis 30 Minuten abschalten muss, weil es einfach nicht geht. Es wird zu sülzig. Außer ich bin in besonders empfänglicher Stimmung dafür. Und die Wildecker Herzbuben sind mir unerträglich, vor allem weil ich so furchtbar dicke Leute überhaupt nicht ansehen kann. Es ist mir ein Greuel, ebenso wie der allseits beliebte Herr Ottfried Fischer, wahrscheinlich weil ich selber ein bisschen zu fett bin und mich rechtzeitig am negativen Vorbild abstoßen muss. Aber Helene ist obendrein schön, und dagegen gibt es überhaupt keine Argumente.

Geblendeter Spanier mit englischem Grammatikproblem angesichts deutscher Diva

11. Juli 2014: Fast nicht zu glauben, aber beim Anschauen eines You-Tube-Videos mit Helene-Fischer-Konzert sieht sich ein Spanier namens Luis Sergio Tapia Lopez zu dem Kommentar veranlasst:
"She's amazing, wonderful, both for his talent as for its beauty."
Sein Englischlehrer haut sich fassungslos vor den Kopf.
Alles Gender-Mainstreaming, oder was? Da kann sich niemand mehr wegen Diskriminierung beklagen.

Die Diva selbst zitiert aus einem Buch, das sie neulich zur Hand nahm: "Küsse sind das, was von der Sprache des Paradieses übrig geblieben ist." Treffer! Wie wahr! Dann frohlockt sie: "Und morgen früh küss ich dich wach ... mitten im Paradies!" Und trällert los! Das Publikum rast vor Begeisterung. Mit Recht! Die weiß genau, was sie tut; denn die Formulierung "mitten im Paradies" entstammt eigentlich dem anderen großen Mega-Hit. Aber genau das Wachküssen im Paradies ist doch, besonders für die Herren, die meist "in den besten Jahren" da unten sitzen, eine Art Gutschein fürs Jenseits. Aufheben und beim Entfleuchen mitnehmen - statt Totenbuch!

Im Übrigen: In die heutige Zeit passt ganz gewiss ein schöner jüdischer Rabbinerwitz über den Pleitegeier:

Zum Rebbe kommt ein Geschäftsmann und klagt: "Rebbe, alle Leute behaupten, ich bin pleite. Dabei habe ich 100.000 Kronen bar!" - Der Rebbe klärt (überlegt) lange und entscheidet dann: "Wenn alle Leute sagen, du bist pleite - dann bist du über kurz oder lang pleite!"

Oder der hier: Im kommunistischen Polen:

- "Wie unterhält sich heute ein gescheiter polnischer Jude mit einem dummen?"

- "Von New York aus per Telefon!"

 

Das Glück hat irgendwo einen Anfang, wenn auch einen vielleicht unerwartet anstrengenden

10. Juli 2014: Der obige Spruch beschließt eine Sternstunde meines Münchner Korrespondenten, der dieser Tage die unfassbare Realität des globalen Fortschritts folgendermaßen beschreibt:

"Mir wächst schon vor lauter Informiertheit eine USB-Schnittstelle im Genack. (Fehlt noch, so was.)

Bei Mac-Würg gibt es jetzt Tische, da kannst Du induktiv Dein Smartphone aufladen - da legst Du also Dein Telefon an eine bestimmte Stelle auf den Tisch (markiert mit hübschen bunten Kreisen) und per Induktion wird es aufgeladen.

Was hindert die daran, so etwas auch in Klobrillen oder so einzubauen?

Ich meine, die schicken Metallstreifen im Hirn und der Chip mit den angeblich so vorteilhaften Krankenkassendaten etc. sind ja schon perfide Realität.

Oh Gott, ich mach mir einen richtig altmodischen Kaffee, mit Milch, etwas Zucker.

Man kann ja fast schon aus lauter Retromanie wieder anfangen, Ziggis zu drehen. So als Protest.

Ein offener Kamin ist es, also Lagerfeuer und eine Flasche Rotwein.

Hey: da war noch was, gestern gesehen: ein Mann, heißt Lachner oder so, betreibt aus ökologischen Gründen ein Segelschiff, macht ausschließlich Fracht und bringt Bioweine von Frankreich nach Dänemark, aber auch große Fahrt über den Atlantik. Zwecks der Nachhaltigkeitskette. Also vollkommen ohne Diesel.

Und in den Bergen gibt's wieder verstärkt Noriker (mittelschwere, ausdauernde Gebirgskaltblutpferde), Haflinger und Co., weil die die Hänge hochkrabbeln und die Stämme da wegbringen können.

Da schau einer her.

Das Glück hat irgendwo einen Anfang, wenn auch einen vielleicht unerwartet anstrengenden."

-- Na, und anschließend hoffen wir doch, dass selbiges Glück zur Belohnung einen ganz leichten, fließenden Charakter annimmt:

 

Die größte aller Versuchungen ist die Rechtfertigung.

Der Größte Guru aller Zeiten

Das größte Problem des Größten Gurus aller Zeiten (GröGaZ) sind die logischen Verstrickungen, die durch seine Unendliche Wichtigkeit entstehen. Je wichtiger der Guru aus seiner Sicht für das Schicksal aller Menschen oder gar für den Fortgang des gesamten Universums wird, umso überwältigender müssen, wenn er Richtig und Falsch allein nach einer relativen Situationsethik beurteilt, seine Maßnahmen zur Verteidigung und Durchsetzung seiner Ziele ausfallen. Wer glaubt, alle und alles retten zu können, kann der Versuchung anheim fallen, aus diesem Status das Recht und die Pflicht abzuleiten, alle Gegner gnadenlos zu vernichten. Selbst wenn er damit recht hätte, käme dieser Mechanismus in Gang; aber eben deshalb hätte er paradoxerweise unmöglich recht. Auch sektiererische Kalifen, glühende Revolutionäre und allzu ehrgeizige Staatsmänner und Staatsfrauen geraten in diese Falle. Schon bald verstoßen diese großen Wichtigtuer gegen ihre eigenen heiligsten Ideale und treten die Rechte aller anderen mit Füßen, scheinbar gerechtfertigt durch das größte Gute für die größte Anzahl aller Beteiligten, das sie allein in ihrer allumfassenden Verantwortung am besten erkannt zu haben glauben. Wer Gott und absolute Werte abschafft, wird sich selbst und seine stets zweifelhaften Erkenntnisse an oberste Stelle setzen.

Wenn jemand beispielsweise die Menschenrechte durchsetzen will, muss er sich die Frage gefallen lassen, wie er die Menschen in seiner eigenen Einflusssphäre behandelt. Können diese Menschen frei reden, sich frei aus allen allgemein zugänglichen Quellen informieren und sich zu Gruppen zusammenschließen? Haben sie eine Privatsphäre, oder sind sie ständiger Denunziation, perfiden Lauschangriffen und Kameraüberwachung rund um die Uhr ausgesetzt? Dürfen sie einer Gewerkschaft beitreten? Kriegen sie genug Schlaf? Haben sie ein Recht auf Freizeit und Erholung, oder sind sie versklavt? Dürfen sie sich fortpflanzen, oder wird ihr Liebesleben behindert und geknechtet, werden die Frauen zur Abtreibung genötigt und Ehepaare für beliebig lange Jahre voneinander getrennt? Werden Kinder liebevoll behandelt und haben sie angemessene Bildungschancen? Bekommen die Mitarbeiter des GröGaZ eine landesübliche Bezahlung, oder müssen sie sich mit einem Apfel, einem Ei, einer Koje und ein paar Groschen zufrieden geben? Und wenn sie sich freiwillig derart aufopfern, wie sehr hält sich dann ihr eigener Führer, der GröGaZ, an das Gebot der Askese, die er den Anhängern abverlangt? Schwelgt der herrliche Kalif mit seinen engsten Getreuen im Luxus, während seine Leutchen oft unterernährt in vollgepropften Schlafsälen versauern, ganz zu schweigen von blutgetränkten Schützengräben?

Wir können äußerst froh sein über eine halbwegs gut funktionierende freiheitlich-demokratische Grundordnung, die gerade die Fähigkeit des Zweifelns und die Wichtigkeit der Diskussion an oberste Stelle setzt und die eine gut geordnete, behutsam überwachte säkulare Schaffenskraft mit dem übergeordneten Prinzip der Menschenwürde und mit christlichen Traditionen verbindet. Und hierfür lohnt es sich, wachsam einzutreten, aber bitte wiederum nicht mit der verderblichen Einbildung, alle anderen auf der Welt zu eben diesem relativen Glück mit Waffengewalt zwingen zu müssen. Nein. Auch die Demokratie sollte man nicht zu einer Ideologie machen, die Konformität erzwingt, sondern ihren wohlwollenden Charakter durch entsprechendes respektvolles Betragen wahren. Soviel als Wort zum Sonntag, und jedem angehenden oder arrivierten GröGaZ und dessen Gefolge freundlich ins Ohr geflüstert.

6. Juli 2014

Carcassonne im Languedoc (gewissermaßen zur Beruhigung während der Fußball-Euphorie)

30. Juni 2014: Per Mertesacker, deutscher Verteidiger bei der Fußball-WM, patziger Spruch des Tages zur Abwehr eines unverschämten ZDF-Reporters nach gewaltiger zweistündiger Kraftleistung und 2:1-Sieg gegen Algerien: "Glauben Sie jetzt, unter den letzten 16 ist irgendwie 'ne Karnevalstruppe, oder was?" (Siehe Interview-Auszug bei YouTube.)

Der Mensch ist bereit, für jede Idee zu sterben, vorausgesetzt, dass ihm die Idee nicht ganz klar ist. - Gilbert Keith Chesterton

Isis die Göttin und ISIS die Rebellenarmee

14. Juni 2014: Wo kommt nun plötzlich eine „Terrorgruppe“ her, die mächtig genug ist, um große irakische Städte einzunehmen und bedrohlich gen Bagdad zu marschieren? Und wieso wird sie, nachdem wir die Abkürzung „ISIS“ ein paar Mal verwundert registriert haben, bereits ohne Großbuchstaben als „die Isis“ bezeichnet? Es ist wieder eines dieser großen Verwirrspiele in den Medien, die schneller als jede Begreifbarkeit auf uns einstürzen. Wir bleiben im chronischen Kapierstau.

Der extrem wirkungsvolle Aufmarsch der „Organisation“ ISIS (=Islamischer Staat im Irak und in Syrien) sollte auf keinen Fall mit der ägyptischen Göttin Isis verwechselt werden; die Schreibweise „Isis“ für die Rebellentruppe ist also reineweg verblödend. Außerdem ist es eine unverschämte Beleidigung für die Göttin. Isis ist die ägyptische Muttergöttin, göttliche Schwester und Gattin des Nilgottes und Kulturbringers Osiris, der zum Gott des Totenreiches wurde. <In Ägypten ist Isis die große Göttin, Quelle der Zartheit und Güte, der Liebe und der Fruchtbarkeit. Sie ist die Personifikation der fruchtbaren Erde und ist Schutzgöttin der Kinder. ... Isis hat Gesetze erlassen, sie hat die gesetzlose Willkür und Gewalt unter Strafe gestellt. Dazu ist sie noch Mondgöttin, Erdgöttin, Göttin der Unterwelt und sie ist Beherrscherin des Wassers und der Seefahrt. Sie stellt die Erfinderin der Heilkunst dar. Sie ist Göttin der Geburtshilfe, Gründerin des Staates und der Religion, Göttin der Ehe und der Gerechtigkeit. Durch die Ptolemäer verbreitet sich ihr Kult über die gesamte griechische und römische Welt. • Der Isis-Kult lebte auch im Christentum weiter. Der Mensch als „der Affe Gottes“ ist an Isis gekettet, denn ihr verdankt er seine Existenz. Noch Robespierre sah während der Französischen Revolution in der Göttin Isis die treibende Kraft des Fortschritts: die Vernunft.> (Who is Who der Götterwelten)

Die Bemerkung über den „Affen Gottes“ verstehe ich nicht ganz. Man google ihr selbst auf den Grund; ich dächte doch eher, der Teufel sei der Affe Gottes! Aber was das Christentum betrifft: Das Motiv der Isis, die auf ihrem Schoß den Horusknaben trägt, wurde zum Vorbild der Darstellung Marias mit dem Kinde (oder ist eben eines der mythologischen Urbilder, aus denen das Christentum lange Zeit nach Jesus kompiliert wurde). Na ja, und Robespierre hatte genau wie die islamistische ISIS nichts mit Vernunft zu tun, aber was im Irak aufmarschiert, ist unter gar keinen Umständen die oben beschriebene Isis, sondern definitiv und kontraproduktiv nichts anderes als die ISIS. Ich lasse mich aufs Altägyptische sonst nicht gern ein, aber dieses Detail sollte doch klargestellt werden.

Es ist wunderlich, dass von einer so starken Organisation irakischer Aufständischer bisher kaum die Rede war. Es sollte wohl der Eindruck erweckt werden, die Amerikaner hätten nach ihrem Abzug aus dem Irak eine halbwegs geordnete Szene hinterlassen und somit quasi ein „positives Produkt“ ihres jahrelangen sinnlosen und mörderischen Engagements vorzuweisen. Die ständigen Sprengstoffattentate im Irak widerlegten diesen Eindruck sowieso schon. Nun ist auch im Irak der potenzielle Umsturz wieder an der Tagesordnung. Wann hört die Politik der militärischen Einmischung endlich auf, die offenkundig kein brauchbares Resultat erzielt?

Die ISIS gehört laut Handelsblatt <zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum. Isis [sic!] ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit Mai 2010 leitet der Iraker Abu Bakr Al-Bagdadi die Isis.>

Was soll das werden, ein sunnitischer Gottesstaat? Hat es überhaupt viel mit den Konfessionsproblemen zu tun? Die Sunniten sind eine Hauptrichtung des Islam, die rund 90 Prozent aller Muslime umfasst. Eine andere Konfession sind die Schiiten, zu denen rund 10 Prozent der Muslime zählen. (Als Eselsbrücke merke ich mir gern „Schisma“, weil es Trennung oder Spaltung bedeutet, während „Schia“ eigentlich „die Partei“, nämlich die Partei Alis, d.h. des Cousins und Schwiegersohnes Mohammeds, bedeutet.) Die Schiiten sind vor allem im Iran und im Südirak verbreitet. Hier kommt der Iran als Machtfaktor ins Spiel, u.a. deshalb, weil der gewählte irakische Regierungschef Nuri al-Maliki Schiite ist. Plötzlich hätten die USA, die gern oder auch weniger gern die bestehende irakische Regierung unterstützen würden, einen potenziellen Verbündeten in Gestalt des Irans. Das ist absurd. Man hätte mittlerweile lernen müssen, dass „der Feind deines Feindes nicht unbedingt dein Freund ist“. Diese schwankenden Loyalitäten führen gewöhnlich dazu, dass nacheinander (oder sogar gleichzeitig) beide gegnerische Seiten in Konfliktgebieten rund um die Welt gefördert und mit Waffen versorgt werden. Tatsächlich haben die USA in Syrien die Aufständischen unterstützt, die jetzt als Bündnispartner der Aufständischen im Irak agieren könnten – was sie aber zurzeit nicht tun, sondern diese närrischen Islamisten-Fraktionen bekriegen sich obendrein gegenseitig bis aufs Messer. Jedoch hat ISIS-Führer Abu Bakr Al-Bagdadi mit bis zu 8.000 Kämpfern derzeit großflächig die Oberhand; mehr als 10 Prozent des irakischen Territoriums kontrollieren sie jetzt. – Der Irrsinn der westlicher Mächte, da überall die Finger drin zu haben, ohne eigentlich einen blassen Schimmer zu haben, sollte offensichtlich sein. Der gemeinsame Nenner ist, dass die Rüstungsindustrie frohlocken kann, egal was passiert. Man folge der Spur der Finanzinteressen, um jeweils zu den Lobbyisten und Drahtziehern zu gelangen.

Die ISIS wird vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien finanziert (also aus Ländern, die vermeintlich zu den „Freunden“ der USA gehören), <aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika> (Handelsblatt online, 14.6.2014). Darüber hinaus nahm die ISIS in der ölreichen syrischen Provinz Deir al Zour, wo sie die syrischen Rebellen erfolgreich bekriegt hat, voriges Jahr Raffinerien in ihren Besitz; im irakischen Ninive konnte sie durch Schutzgelderpressungen ihre Kriegskasse für lange Zeit auffüllen. Das reguläre irakische Heer mit seinen 1,5 Millionen Mann ist unfassbarer Weise machtlos gegen die mit wendigen Pritschenwagen umhersausenden Gotteskrieger. Siehe dazu auch den erstaunlichen FAZ-Artikel vom 13. Juni 2014, Bin Ladins Traum ist wahr geworden: <Abu Bakr al Baghdadi ist es gelungen, in Syrien und im Irak ein riesiges islamistisches Kalifat unter seiner Kontrolle zu errichten. Der Isis-Führer [sic! statt ISIS] ist skrupellos – und steht jetzt mächtiger da, als es Al-Qaida-Chef Usama Bin Ladin je war.> Um Himmels willen! Das erzählt man uns jetzt, ganz plötzlich, nachdem wir uns an den Ukraine-Klamauk gerade so eben gewöhnt haben: genug, um über 49 Tote bei Flugzeugabschuss in der Ukraine nur noch lethargisch die Achseln zu zucken. Nach Angaben des ukrainischen Gesundheitsministeriums starben bei all den Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Separatisten mittlerweile mindestens 270 Menschen. Es wundert mich immer, dass überhaupt jemand hingeht. Ich meine, es ist Krieg oder Bürgerkrieg ... und es könnte doch einfach niemand hingehen. Warum bleiben die nicht zu Hause und knacken ein Bier, um rauschhaft in den großen grünen Bildschirm einzutauchen?

Es wäre schön, wenn König Fußball all dem zündelnden Wahnsinn ein Ende setzen könnte, aber er schafft es nicht. Er regiert nicht, sondern lenkt bloß ab – oder ist, je nach Standpunkt, in Wirklichkeit die Hauptsache, wogegen ich nichts einzuwenden habe. Ein Hoch auf den Spielgeist! Und wie mein Münchner Korrespondent dieser Tage kryptisch frohlockte: „Es gibt ein Leben nach dem Überleben!“

Nicht ganz ungefährlich: die Urkraft des Lebens auf den Arm zu nehmen

Der Heilige Geist

8. Juni 2014 (Pfingstsonntag): Tage der Muße, wenngleich nur einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung noch klar sein dürfte, was Pfingsten ist, was es heißt und im christlichen Sinne bedeuten soll: nämlich das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Wenn das kaum jemand weiß, warum feiern sie es dann? Nun gut, freie Tage sind schön, die Sonne scheint und das Blau des Himmels leuchtet herab, die Leiber werden durchwärmt von gnädiger Sommerglut, und teilweise enthebt sich ganz sicher der Geist des Sonnenanbeters aus irdischen Hüllen, fleucht gleichsam ein wenig empor, sich ausbreitend in weite Räume, und vermählt sich mit einem Geistigen, das geradeso gut von Gott kommen mag oder uns in golden durchfluteter Fülle eben einen Anteil am Göttlichen vermittelt: dem Heiligen Geist. Auf unserer massiv materialisierten Ebene kann es wohl kaum noch anders zu uns kommen, und so seien wir denn dankbar für dieses Licht von oben, selbst wenn wir nicht mehr präzise wissen, was Pfingsten heißt.

Die versammelten Jünger wurden vom Heiligen Geist erfüllt: <Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.> – Apostelgeschichte 2, 1-4

Durch die praktische Verleihung der Fremdsprachenkenntnis wird hier gleichzeitig der Effekt der sprachlichen Zersplitterung ein wenig ausgeglichen, mit der die Menschheit seit dem Turmbau von Babel geschlagen war. Man durfte also auf bessere Verständigung hoffen; jedenfalls war mit diesem Wunder, so wie es uns berichtet wird, eine Voraussetzung für die weltweite Ausbreitung einer neuen Lehre gegeben. Eigentlich ist ja der Heilige Geist (griechisch Hagion Pneuma, lateinisch Spiritus Sanctus) eine Art Bindeglied oder gnadenreiche Verbindung zwischen Gott und den Menschen. Und schauen wir im Interesse einer Zusammenfassung mal in den Brockhaus, finden wir folgende Angaben: Im Alten Testament wird als Heiliger Geist die Schöpfermacht Gottes bezeichnet (1. Mose 1, 2), die Leben spendet (1. Mose 2, 7) und den Menschen mit Weisheit und Erkenntnis ausrüstet. Im Neuen Testament geht es um den „Geist des Herrn“, der zu einem neuen Leben im Glauben befreit (2. Korinther 3, 17), die Kirche begründet (Apostelgeschichte 2, 33), leitet und ihr beisteht. In der christlichen Theologie ist der Heilige Geist neben dem Vater und dem Sohn die dritte und mit ihnen wesensgleiche Person der Trinität (Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit). In dieser Dreiheit war nach meinem Gefühl der Heilige Geist immer der offensichtlichste Aspekt, der am meisten einleuchtet und keiner sonderlichen Beweisführung bedarf. Und allmählich vertieft sich das Verständnis der christlichen Darstellungen in solcher Weise, dass hinter ihrem seelenfreundlichen Symbolcharakter immer größere wesentliche Wahrheit erfühlt werden kann, wenn man sich denn auch hiermit in empfänglicher Weise befasst.

Hingegen nehmen doch viele Leute äußerst bedenklich den Tiger auf den Arm, wenn sie in moderner oder auch altertümlicher Schnoddrigkeit den direkten Sprung von Ich zu Gott versuchen, sich womöglich mit einem Höchsten Wesen frevelhaft gleichsetzen oder sich immerhin in gedankenloser oder geisteskranker Überheblichkeit damit verwechseln. Manche wollen mit spirituellen oder gar technischen Mitteln den Menschen selbst zum Gott machen. Sofern sie Gott nicht sehr viel kleiner definieren als es traditionell üblich ist, würden sie mit dieser Anmaßung doch schier unendlich viele Ebenen zu überspringen suchen. Was bilden sie sich ein? Ist es eine Art Größenwahn? Sobald man auch nur ganz oberflächlich die Nase in altjüdische oder altindische Quellen hineinsteckt, wird offenkundig, dass diese Versuchung hier auf Erden nicht neu ist.

In ausgleichender Weise würde ich sagen, dass mit spirituellen Bestrebungen innerhalb oder außerhalb von Kirchen durchaus bedeutende Verbesserungen für die eigentliche Qualität des menschlichen Lebens erzielt werden können, auch größere Fähigkeiten, wenn jemand schrittweise an der Steigerung von Fähigkeiten arbeiten will. Aber dann bitte nicht mit dieser Du-bist-ein-Gott- oder gar Du-bist-Gott-Anmaßung, wie sie in einschlägigen Schriften stellenweise durchscheint. Hier hat jemand etwas verwechselt. Die Wahrheit sieht, wie mir scheint, einfach so aus, dass die Schöpfung mitsamt ihren immateriellen Einzelwesen aus einem Urgrund von göttlichem Bewusstsein hervorgeht und dass wir als Einzelwesen eine Verbindung dorthin haben und auf dieser Ebene auch miteinander ganz subtil verbunden sind. Das leuchtet ein (schöner wahrhaftiger Ausdruck: „leuchtet ein“). Wir haben die Freiheit, uns dieser Verbindung stärker zuzuwenden oder uns von ihr abzuwenden, mit den jeweiligen Folgen und neuen Schlussfolgerungen.

Bei der Lektüre einiger Auszüge aus den Upanischaden fiel mir auf, dass einige alte Inder die Schöpfung und den Urgrund genauso sahen. Bemerkenswert ist, dass sie bezüglich der Götter, die darüber hinaus von den Menschen verehrt werden, den Begriff einer „Überschöpfung“ benutzten. Eine Überschöpfung, ungefähr so, wie die Marxisten, um das wuchernde Ideengefüge anzuzweifeln, skeptisch von einem Überbau sprechen, nur dass die meisten weisen Inder eben nicht die Materie, sondern das Geistige als die grundlegende Wirklichkeit betrachteten. Das würde bedeuten, die eigentliche Schöpfung ist die Entstehung der Welt und der Seelen aus dem Geiste, wie sie ja immer noch vor sich geht, aber wir Seelen hätten dann in einer Art Überschöpfung uns allerlei Götter und andere Wesen hingesetzt, die wir nun als höher einstuften als uns selbst. Ob diese dann effektiv höher stehen, ist eine weiterführende Frage, die sich schwer beantworten lässt. Meine bescheidene Meinung ist, dass sich aus unserer kollektiven Erschaffung und Anbetung höherer Wesen, kombiniert mit entsprechenden, sozusagen entgegenkommenden Emanationen aus dem grenzenlosen Potenzial des geistigen Urgrundes, je nach Stärke des Glaubens und Vielzahl der Gläubigen tatsächlich wiederum die Existenz von Göttern begründen lässt und diese doch weitgehend die Macht haben, die wir ihnen zuweisen. Darüber hinaus ist dies vermutlich ein ewiger Vorgang, wobei ewig bedeutet, dass es auch außerhalb der Zeit und vor der Zeit und über der Zeit und jenseits von allen Zeiten und Räumen, also innerhalb wie auch außerhalb von Raum-Zeit-Kontinua schon immer und überall so war, ist und sein wird – und dass diese spielerische Wechselwirkung nicht unbedingt irgendwann und irgendwo angefangen haben muss und dass es keineswegs irgendwann endet. Das ist die Ewigkeit, und wir Irdischen haben gemäß unserer gebührenden Größe und Schönheit in der Gnade des Heiligen Geistes daran teil, also machen wir uns keine Sorgen!

Frohes Fest noch ...

Weitgehend unbedenklich: Es einfach über sich ausgießen zu lassen

 

Oben: Filmplakat Attack of the 50 ft. woman von Reynold Brown, 1958. Deutscher Titel: Angriff der 20-Meter-Frau. Es hagelte Kritik, weil sie nach diesem Bild etwa 80 Meter groß hätte sein müssen. (50 ft. = 15 Meter)

25. Mai 2014: Hätte eigentlich Besseres zu tun, zum Beispiel gleich erst mal wählen zu gehen, aber da wäre eine unverschämte Meinungsäußerung bei WELT online, die vorher doch der Erwähnung bedarf: nämlich Geht wählen! Sonst entscheiden die Falschen. Okay, ja, geht auf jeden Fall wählen! Aber was heißt hier „sonst“??? Die „Falschen“ entscheiden doch schon die ganze Zeit, allein schon deshalb, weil die Wahlbeteiligung bei der vorigen Europawahl europaweit nur noch 43,0 Prozent betrug. Zumindest entscheiden unter solchen Umständen nicht verlässlich die „Richtigen“. Und sehen Sie sich den Kuchen mal an, es ist ein GroKo-Kuchen auch auf EU-Ebene, d.h. die „Schwarzen“ und die (eigentlich dünnrosa) „Roten“ erreichen zusammen laut Umfrage gerade mal die einzige brauchbare Mehrheit im EU-Parlament. Im Wesentlichen wird aber die Gruppe derjenigen, die im Bewusstsein demokratischer Verantwortung zur Wahl gehen, als „die Falschen“ diffamiert, während die apathisch herumsitzende, von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch machende Mehrheit der europäischen Wahlberechtigten angeblich aus den „Richtigen“ besteht: Leute, die ihren Arsch nicht hochkriegen und ihre schwer erkämpfte Freiheit und Demokratie nicht zu schätzen wissen, zum Teil auch schauderhaft uninformiert bleiben. Ergo, die globalistentreuen, vom Volk gar nicht wirklich getragenen Herrschaftscliquen sehen sich in Gefahr, von den „Falschen“, nämlich den halbwegs Informierten und Engagierten, abgewählt zu werden, wenn nicht auch das lethargische Stimmvieh, das vom Mainstream betäubte Gros der Menschen, endlich mal wieder wählen geht. Oder was? Wer anderer Meinung ist, gehört zu den „Falschen“? Neben den orthodox genehmigten Schwarzen, Roten, Gelben, Lilanen und Grünen gibt es eben auch noch die Blauen, die Braunen, die Bunten, die Kackbraunen, die Knallroten, die Schillernden, die Witzigen, die BüSo und ... tja ... eben die gewaltige Masse der Farblosen, die mit einer ebenso laschen, phantasielosen, schwafelnden, schlecht informierten, untüchtigen, Versprechen brechenden Regierung bestraft werden.

Alberner Tipp für Einflussgeile: Man(n) kann sich auch den Freimaurern anschließen und nach langer, mühseliger Karriere durch allerlei Grade und Hochgrade beispielsweise zum Ritter der Sonne (28. Grad) aufsteigen. Hübsche, pseudoreligiöse, etwas ominöse Bilder sind da zu sehen. Geheimniskrämerei und Ergriffenheit, dramatische Symbolik und schwergewichtige mythologische Inhalte sind garantiert. Immerhin bieten diese Burschen jetzt eine erstaunliche Informationsfülle, weil sie sich in Zeiten des Internets wohl einfach zur Flucht nach vorn gedrängt fühlen.

 

Und was sonst noch alles los ist ... im Schlagschatten der Hauptnachrichten

 

17. Mai 2014: Während gewöhnlich ein Thema die Nachrichten dominiert (derzeit die Ukraine), finden im Hintergrund, sozusagen im Schatten des aktuellen Informationsgetöses, viele andere Dinge statt (z.B. Massentod in Syrien), die weitreichende Proteste oder konkrete Hilfsaktionen auslösen müssten, zumal sie oft erheblich krasser und schlimmer sind als das verordnete „Hauptthema“. Von diesem Schattenphänomen können auch verschiedene Trends betroffen sein, die dem Publikum inmitten der Sensationsheischerei gar nicht bewusst werden, die auf lange Sicht aber die Lebensqualität empfindlich verringern dürften.

So zum Beispiel die Tendenz zur Militarisierung der Polizei. Auch hierzulande haben wir bei speziellen Bedrohungsszenarien schon gelegentlich schwer bewaffnete Polizisten gesehen, im Allgemeinen herrscht aber noch Zurückhaltung. Das nebenstehende Foto zeigt einen der 400 hochgerüsteten Polizisten einer Spezialtruppe, die in Brasilien bei der Fußball-WM (12. Juni bis 13. Juli) als Patrouille zum Einsatz kommen wird. Vor dreißig Jahren wäre das eine Figur aus einem pessimistischen Science-Fiction-Film gewesen, jetzt ist es Realität.

Ähnliche Polizei-Streitkräfte kommen seit einiger Zeit in den USA, und demnächst also in Brasilien, nicht bloß für Sonderkommandos gegen schwere Verbrecher, sondern zur Kontrolle der allgemeinen Bevölkerung zum Einsatz. Eigentümlich ist auch die Herkunft all der Uniformen und Waffen, die von „prorussischen“ Separatisten in der Ukraine benutzt werden und die ebenfalls in diesen Modetrend passen. Vielleicht kommt dort die Ausrüstung eben doch größtenteils aus Russland; man kann die schleichenden, gruseligen russischen Strategien ebenso wenig gutheißen wie die schleichenden NATO/EU-Methoden.

In den Medien dominiert nicht allein das aktuelle Thema Ukraine, sondern gleichzeitig eine Art ungesunde „Hundertjahrfeier“ des Ersten Weltkrieges. Aufgrund der Anfälligkeiten des menschlichen Bewusstseins ist es dabei relativ egal, ob über die Kriegsgeschichte sachlich und friedliebend oder aufpeitschend und gewaltfreudig berichtet wird. Das Bewusstsein wird auf jeden Fall in eine bestimmte Richtung gelenkt, und wo man Ängste schürt, schwindet allmählich die Vernunft.

 

Der oben dargestellte „Robocop“ gehört laut Daily Mail zum Sonderkommando BOPE („Spezielles Polizeiliches Einsatzbataillon“) der Militärpolizei (hier sehen wir mal wieder die neumodische Verwischung der begrifflichen Grenzen zwischen Polizei und Militär). Diese Truppe versieht in Rio de Janeiro gewöhnlich Bereitschaftsdienst für Einsätze gegen Terroristen, soll sich aber in diesem Fall um Hooligans (Fußballrabauken) kümmern, die über die Stränge schlagen.

Die Bullen, wenn man sie netterweise noch so nennen will, sind mit den beim US-Militär beliebten M16- und M4-Karabinern sowie mit Splitter- und Blendgranaten ausgerüstet. Das Logo der Truppe zeigt einen Schädel, der von einem Messer durchbohrt ist, flankiert von zwei goldenen Pistolen: Dein Freund und Helfer. Der Robocop-Anzug wiegt 10 kg und ist feuerbeständig bis 427°C. Fußballfans sollten sich vorsichtshalber nicht besaufen.

Fairerweise sollte man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass Brasilien derzeit landesweit unter Aufruhr, Streiks und Protesten leidet. Die Demonstranten sind u.a. deshalb empört, weil die Kosten der Fußball-WM die Bedarfsdeckung für Schulen und andere Bereiche der Gesellschaft verdrängt haben und weil das ganze Turnier sowieso schon seit Jahren durch Skandale und Korruptionsvorwürfe belastet ist.

P.S.: Ich will noch ein paar andere Themen aus dem „Schatten“ hervorholen, aber bald sollte ich mich auch wieder der „Welt als schillernde Vorstellung“ zuwenden, wie es dem Motto dieser Website eher gemäß ist. Zugegeben: Ich lasse mich von dem dümmlich-propagandistisch neu in die Welt gesetzten „Kalten Krieg“ etwas zu sehr beeindrucken, vor allem weil ich in jungen Jahren sehr viel Lebensenergie zur Überwindung eines solchen Zustandes aufgewandt habe und mich jetzt trotzdem, nach zweieinhalb Jahrzehnten offenbar verbesserter Überlebenschancen für die Menschheit, erneut über Leute ärgern muss, die im sinnlosen Machtinteresse unser aller Leben aufs Spiel setzen könnten.

Wie weit werden sie's treiben? Weiterhin naive Straf- und Expansionslust

17. Mai 2014: Weitere schwer zu ertragende Unlogik: Für die USA und ihre europäischen Partner sei es laut Handelsblatt online vom 16. Mai zentral, „dass die Präsidentschaftswahlen am 25. Mai in der Ukraine gefahrlos stattfinden können – sonst drohen Moskau Wirtschaftssanktionen“. Wieso droht man Moskau mit Wirtschaftssanktionen, wenn die Ukraine es nicht fertigbringt, am 25. Mai „gefahrlose“ Präsidentschaftswahlen abzuhalten? Hat man stichhaltige Beweise, dass Russland den Ablauf der Wahl effektiv kontrollieren kann? Will man Russland ermuntern, Schutztruppen über die Grenze zu senden, damit die Wahlen friedlich stattfinden können? Nein? Dann kann man doch Russland nicht mit Wirtschaftssanktionen drohen, unter denen auch die Europäer und vor allem Deutschland zu leiden hätten? Wäre es nicht besser, konstruktive Vorschläge zu machen? Altkanzler Helmut Schmidt kritisierte in diesem Zusammenhang die EU-Kommission. <Brüssel mische sich „zu sehr in die Weltpolitik ein, obwohl die meisten Kommissare davon kaum etwas verstehen.“ Als Beispiel nannte der Sozialdemokrat den Versuch der EU-Kommission, die Ukraine anzugliedern – und auch Georgien an sich zu ziehen. Georgien liege jedoch außerhalb Europas, betonte Schmidt. „Das ist Größenwahnsinn, wir haben dort nichts zu suchen.“> (Handelsblatt)

Und nicht nur das: Mitten im Getöse bekräftigten Steinmeier und sein französischer Kollege Fabius am 23. April bei einem Besuch in der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau den Willen der EU, noch diesen Sommer ein Assoziierungsabkommen mit Moldau zu unterzeichnen. Mit weiteren Symptomen extremer Naivität und Unfähigkeit oder Unwilligkeit, den Blickwinkel der russischen Seite zu begreifen (oder ist es einfach frevelhafte Lust am Zündeln?): Steinmeier und Fabius betonten nämlich, <dass die Partnerschaft der EU mit ihren östlichen Nachbarn nicht gegen Russland gerichtet sei. „Weder in der Ukraine noch in Moldau noch in Georgien ist diese östliche Partnerschaft auf Konfrontation ausgelegt“, sagte Steinmeier. „Wir steigen nicht ein in ein geostrategisches Spiel, eine Auseinandersetzung zwischen dem Westen und dem Osten, zwischen der Europäischen Union und Russland.“ Auch Fabius sagte: „Wir möchten keine neuen Barrieren auf dem Kontinent bauen.“> (Handelsblatt) Aber sie bauen doch im Endeffekt daran, sie bauen. Unschuldig, weltfremd und leichtsinnig (oder wissen sie teuflisch genau, was sie tun?). Siehe, was die Unschuld betrifft, im nachfolgenden Artikel vom 14./15. Mai (unten) die näheren Informationen zu den NATO-Manövern namens „Rapid Trident“ in der Ukraine in den Jahren 2011, 2012 und 2013. Alles im Zeichen der Freundschaft und des Friedens, versteht sich!

 Foto: Martin Jahn, München

Friedliebende NATO-Manöver in der Ukraine 2011, 2012, 2013 ...

Und die philosophische Grundfrage: Hinsehen oder Wegsehen?

14./15. Mai 2014: Selbst auf die Gefahr hin, man könnte mir Vorhaltungen machen, durch Erwähnung und Beschreibung unerfreulicher Sachverhalte dieselben im Endeffekt gefördert, nämlich „miterschaffen“ zu haben, will ich zum Ukraine-Getöse mal doch ein paar weitere Fakten und Kommentare notieren. Es gibt ja im Extremfall zwei ganz verschiedene Wege, wie man mit dem Negativen und Bedrohlichen umgehen kann. Entweder Sie sagen verächtlich: „Mit so etwas befasse ich mich doch gar nicht!“ und spazieren quasi pfeifend am Rande des Friedhofs entlang – aber niemand könnte Ihnen „nachher“, sofern es ein „Nachher“ gibt, böswillig vorwerfen, Sie wären am Unheil mitschuldig, nur weil Sie das Unheil sozusagen durch Ihre Erregung, Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Energie und Ihre Sorgen gespeist hätten: durch negative Schwingungen, sagen die Esoteriker. „Die Welt ist verrückt, und du bist schuld daran, dass das wahr ist, weil du es wahrgenommen hast und dadurch geistig an der Erzeugung des Wahnsinns teilnahmst. Also steck den Kopf in den Sand – und weil du den Irrsinn nicht mehr siehst, wird er verschwunden sein.“ Fixieren Sie, so heißt es, den Blick lieber darauf, wie schön die Welt ist, wie wunderlich und weinerlich die scheinbar demokratisch gewählte Bartfrau auf dem Euro-Visions-Thron mit ihrem/seinem unaussprechlich geschmacklosen Namen Conchita Wurst das dekadente Political-Correctness-Szepter schwingt, während das US-Militär zu Übungszwecken die Zombie-Akopalypse durchplant (no joke, see here). Auch all das ist der Untergang des Abendlandes, hat aber kaum jemand gemerkt. Wer sich da keinen runterholt, der ist nicht mehr normal.

Das sture Wegsehen ist eine Art Vogel-Strauß-Politik kontra Wirklichkeit, nicht zu verwechseln mit dem Ultra-Bayern Franz Josef Strauß, der stattdessen die bewusste Konfrontation wählte. Oder Sie vertrauen eben, falls Sie das Wegsehen genauso bedenklich finden wie die massive Konfrontation, auf das Prinzip, dass die unerfreulichen Dinge sich am ehesten auflösen werden, wenn man sie gründlich und genau betrachtet – ein spirituelles Phänomen, das auch förderlich sein kann, um brauchbare Lösungen außerhalb der Schwarz-Weiß-Muster, also außerhalb der in zwanghaften Gegensatzpaaren organisierten Matrix finden zu können. Wer freilich beim Anblick der exakten Sachverhalte in allzu große Panik oder in blinde Wut gerät, sollte wohl wirklich lieber den Fernseher, das Internet, das Radio und das SmartPhone ausschalten und Zeitungen unbeachtet lassen, sodass er hübsch daheim oder draußen im Sonnenschein bei Bierchen und gestickten Deckchen die Ruhe behält und zur allgemeinen Aufgewühltheit nicht auch noch die eigene gequirlte Emotionskacke in den Ventilator hinzuschießt. Den Überraschungen einer nüchternen, direkten Betrachtung ist nicht jeder gewachsen, und es gibt auch einen prinzipiellen persönlichen Pfad, den manche Menschen konsequent befolgen, sich nämlich einfach direkt um den eigenen Kram zu kümmern und allen, die das große Spielfeld der Menschheit gefährden könnten oder die auf größere Gefahren hinweisen, schlichtweg einen Vogel zu zeigen. Ich kenne zum Beispiel einen, der allen Ruhestörern, die von ihren Mitmenschen Informiertheit verlangen, mit trotzigem Stolz sagt: „Ich bin nicht informiert. Wenn da, wo ich bin, Bomben runterfallen, dann bin ich informiert. Sonst bin ich nicht informiert!“ Diese Ansicht würde ich niemandem aufschwatzen wollen, aber es ist putzig, dass jemand so denkt, und mancher mag diesen Ansatz gebrauchen können. Ich persönlich halte es mehr mit dem Aufdecken als mit dem Zudecken, weil ich altmodischerweise an die Existenz einer objektiven Wahrheit glaube, selbst wenn wir sie nie hundertprozentig zu fassen kriegen. Und weil ich glaube, dass im Verborgenen und im Zugedeckten, wo keiner hinschaut, der symbolische und konkrete Leibhaftige heranwächst.

Anstatt nach einem sexy Trommelwirbel zu schreien: „Wo ist der Deinhard“?, rufe ich in einem politisch brisanten Kontext also lieber: „Wo sind die Fakten?“ Wenn man Fakten als bestmögliche diesseitige Manifestation der Wahrheit versteht, so trifft es natürlich zu, dass im Krieg die Wahrheit als Erstes auf der Strecke bleibt. Die Fakten werden hüben wie drüben unlogisch, verzerrt und widersprüchlich dargestellt, auch wenn bislang noch gar nicht von Krieg, sondern nur von einer zu 99,9 % gewaltfrei verlaufenen Sezession bzw. Annexion der Krim sowie von Rebellionen und schwer einschätzbaren Sezessionsbestrebungen in einigen süd- und ostukrainischen Städten und Gegenden die Rede sein kann. Das vereinigte Mediengetöse verschärft mit seinem Eskalationsgerede die Lage. Identität und Hintermänner der „prorussischen Separatisten“ bleiben unklar und unbewiesen, Sanktionen sinnlos und masochistisch, Vereinbarungen zum Thema „Entwaffnung“ unrealistisch und unerfüllbar. In Genf wurde am Karfreitag eine „Entwaffnung“ aller illegalen bewaffneten Gruppen vereinbart, ohne jedoch zu sagen, wer denn bitteschön die Entwaffnung implementieren würde. Die westlichen Medien verdrehten den Inhalt der Vereinbarung gleich so, als sollten jetzt nur die Separatisten entwaffnet werden. Russland beteuerte, darauf keinen Einfluss zu haben (wieso hatten die Russen dann überhaupt die Vereinbarung unterzeichnet?). Russland beschwerte sich aber lautstark über Versuche der ukrainischen Putschistenregierung, Separatisten mit entsprechenden militärischen Maßnahmen zu entwaffnen, und forderte stattdessen die Entwaffnung der Maidan-Protestler. Was ist nun wirklich vor sich gegangen? Diese Fragen werden noch lange Zeit Stoff für Nachforschungen bieten, so Gott will und wenn der Mensch bitte abermals auf das zähneklappernde Theaterstück verzichtet: „Es ist ein kleiner Knopfdruck für einen Menschen, aber ein gigantischer Feuerball für die Menschheit“.

Eines steht jedoch fest, die Russen hatten im eigenen nationalen Interesse gar keine andere Wahl, als die Krim zu besetzen, wo ihre Schwarzmeerflotte stationiert ist; andernfalls wäre schon sehr bald ein sehr viel größeres „Sicherheitsproblem“ aufgetreten, nämlich vollendete NATO-Dominanz über ein Land, das langfristig große Hafenanlagen an Russland verpachtet. Die blauäugigen Beteuerungen naiver oder ganz besonders verschlagener NATO- und EU-Größen, wir seien doch schließlich die Guten und friedfertig Harmlosen und der Vorstoß in die Ukraine sei rein freiheitlicher, wirtschaftlicher und ziviler Art gewesen, werden Lügen gestraft durch konkrete Informationen, über die man hierzulande nicht viel redet. Haben Sie schon mal von dem jährlichen Manöver Rapid Trident gehört? „Schneller Dreizack“? (Wohl in Anspielung auf den Meeresgott im Großen Atlantischen Teich. Und Trident heißt, nebenbei gesagt, auch eine ballistische Rakete, die von einem U-Boot abgefeuert wird.)

Rapid Trident

Die Website der US-Armee in Europa klärt uns hübsch großspurig darüber auf. Das gemeinsam mit den Landstreitkräften der Ukraine durchgeführte NATO-Manöver ist dort bereits für die Jahre 2011, 2012 und 2013 reichlich dokumentiert. Originalton US-Armee: <Rapid Trident ist dafür ausgelegt, die regionale Stabilität und Sicherheit zu fördern, die Fähigkeit zur Partnerschaft zu steigern und das Vertrauen zu fördern, während die Interoperabilität zwischen USAREUR, den Landstreitkräften der Ukraine und anderer PfP- und NATO-Partnernationen verbessert wird.>* USAREUR ist die US-Armee in Europa; genauer gesagt, laut Wikipedia „ein Großverband der US Army und die Landkomponente des US European Command, dessen militärischer Verantwortungsbereich (Area of Responsibility) Europa und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion einschließlich Russlands umfasst.“ Man überlege sich das: Russland und die anderen Exsowjet-Staaten fallen unter den Verantwortungsbereich (oder Zuständigkeitsbereich) dieser „Siebten US-Armee“. Also wer hat nun wen eingekesselt? – PfP ist die Partnerschaft für den Frieden (seit Gründungsjahr 1994 einschließlich Russlands), und das Schlüsselwort „Interoperabilität“ bezeichnet im schönen PR-Jargon die gemeinsame Einsetzbarkeit, die Fähigkeit zur nahtlosen Zusammenarbeit verschiedener Systeme, Techniken oder Organisationen, auch im Sinne der datentechnischen Kompatibilität und gegenseitigen Verfügbarkeit von Informationen.

Man muss sich wundern, wie weit das Ganze schon gediehen war. Etwas ausführlicher ist die folgende Definition, in der man auch hintergründig „zwischen den Zeilen“ lesen sollte, mal aus der Sicht hartgesottener geopolitischer Strategen, alternativ aus der Sicht optimistischer Pazifisten, drittens auch mit den Augen eines zum Zaren erhöhten, misstrauischen ehemaligen KGB-Agenten – wenn Sie bei mehrmaligem Lesen bitte bewusst den Blickwinkel wechseln:

<WAS IST RAPID TRIDENT? Rapid Trident unterstützt die Interoperabilität zwischen der Ukraine, den Vereinigten Staaten, der NATO und den Mitgliedsländern der Partnerschaft für den Frieden. Das Manöver hilft dabei, die Teilnehmer darauf vorzubereiten, in einem gemeinsamen, multinationalen, integrierten Umfeld erfolgreich zu operieren, mit Unterstützung durch zivile und behördliche Institutionen der Gastgebernation. Rapid Trident ist Teil des Gemeinsamen Übungs- und Manöverprogrammes des Europäischen Kommandos der Vereinigten Staaten, ausgerichtet auf die Verbesserung der gemeinsamen, kombinierten Interoperabilität mit Verbündeten und Partnerländern. Das Manöver unterstützt auch das Jährliche Nationale Programm der Ukraine zur Schaffung von Interoperabilität mit der NATO sowie Verpflichtungen aus dem Jährlichen NATO-Ukraine-Arbeitsplan.>* (http://www.eur.army.mil/RapidTrident/)

Das ist ja alles ganz lieb, neben einer fast süßlichen NATO-Expansionsstrategie nämlich sozusagen der Lockruf „Streitkräfte aller Länder, vereinigt euch!“ Gegen wen? Und wie lange? Bis alle zu einer friedlichen, gut integrierten Welt-Armee der kommenden Weltregierung zusammengeschlossen sind? Freilich hatte der Gedanke etwas Charmantes und Hoffnungsvolles, denn wenn die Soldaten verschiedenster Truppen sich kennen lernen und gemeinsam üben, dann entstehen doch trotz aller Absurdität neue Freundschaften und nachhaltige Affinitäten, die durchaus der Friedenssicherung dienen könnten ... es wäre zwar eine seltsame Welt, jedoch besser als sich gegenseitig die Köpfe herunterzuschießen. Aber man versuchte die Rechnung ohne den Wirt zu machen, und der Wirt jener Gegend hat nun offenbar die Polizeistunde ausgerufen. Da wirft man nicht mit Flaschen und grölt auch nicht rum, sondern man trollt sich artig, bevor es noch mehr Ärger gibt. Sticht man ihm in die Reifen, wird er kein Bier mehr beschaffen, und kommt man ihm mit kläffenden Dackeln, lässt er womöglich die Bulldoggen von der Leine. Macht man den Deich kaputt, um ihn zu ertränken, ersaufen auch die eigenen Kinder drüben im Tal. – Es hat alles keinen Zweck, die Party ist vorbei. Geht nach Hause, huldigt dem Wurstgötzen und schlaft euern Rausch aus!

*) Zum Obigen die ORIGINALZITATE IN ENGLISCH: a) Rapid Trident is designed to promote regional stability and security, strengthen partnership capacity, and foster trust while improving interoperability between USAREUR, the land forces of Ukraine, and other PfP and NATO partner nations. b) WHAT IS RAPID TRIDENT? Rapid Trident supports interoperability among Ukraine, the United States, NATO and Partnership for Peace member nations. The exercise helps prepare participants to operate successfully in a joint, multinational, integrated environment with host-nation support from civil and governmental agencies. Rapid Trident is a part of U.S. European Command’s Joint Training and Exercise Program, designed to enhance joint combined interoperability with allied and partner nations. The exercise also supports Ukraine’s Annual National Program to achieve interoperability with NATO and commitments made in the annual NATO-Ukraine work plan. (http://www.eur.army.mil/RapidTrident/)

6.8. Mai 2014: Am gesündesten ist es wohl, sich erfolgreich um den eigenen Kram und das Wohl seiner unmittelbaren Umgebung zu kümmern. Motto: Handle im eigenen Interesse! Sollte man auch den Politikern sagen, oder? Als treffendes Zitat zum geopolitischen Rummel möchte ich Folgendes festhalten:

Peter Scholl-Latour: „Die EU war doch schon blöd genug, Bulgarien und Rumänien aufzunehmen. Soll das jetzt mit der Ukraine weitergehen? Ich kann mir das schon vorstellen: Zuerst erhält das Land eine wirtschaftliche Sonderstellung in der Beziehung zur EU, dann wird es irgendwie aufgenommen, und als nächster Schritt kommt die Mitgliedschaft in der NATO. Dann sind US-amerikanische Soldaten an der Südflanke Russlands stationiert, 300 Kilometer von Stalingrad entfernt. Wäre ich Russe, hätte ich da auch etwas dagegen. Wie hat die EU überhaupt einer überstürzten Ausweitung nach Osten zustimmen können, die jeden Einigungsprozess durch die Fremdsteuerung neuer, dubioser Partner und die Einschleusung Trojanischer Pferde zu Ohnmacht und Einflusslosigkeit verurteilt? Was hat die Alt-Europäer, zumal die Deutschen dazu bewogen, die NATO, entgegen allen Zusagen, bis an die Grenze Russlands auszudehnen, als gelte es, einen neuen Kalten Krieg zu entfachen und den ominösen Drang nach Osten wiederaufzunehmen?“  – Interview mit Peter Scholl-Latour, Wir sollten uns dort heraushalten!, COMPACT Magazin für Souveränität, Ausgabe 5/2014, S. 18f.

Und hier ein Beleg dafür, dass die in der Ostukraine kurzfristig festgehaltenen „OSZE-Geiseln“ in Wirklichkeit keine OSZE-Beobachter waren und nicht im Auftrag der OSZE, sondern tatsächlich als Militärbeobachter unterwegs waren. Also haben die großen Medien uns gemeinschaftlich etwas vorgelogen. Man untersuche dazu die wohlfundierten Aussagen von Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz im nebenstehenden Interview.

Unten einige Notizen zur fortschreitenden Technik der Aussaugung (vampirhaften Ausbeutung) der Menschheit durch das Banken-, Schulden- und Spekulationssystem, ausgeübt via Besteuerung, Lauschangriff und endlose, uferlose Zinsen-Abzocke zwecks Umverteilung von unten nach oben, bis nichts mehr übrig ist ... oder na ja, bis man so ungefähr sein letztes Hemd noch behalten und weiterhin Sklavendienste leisten darf.

„Globale“ Abschaffung des Bankgeheimnisses

6./7. Mai 2014: Während der Lärm um die Ukraine tobt, machen die EU und die USA übrigens gewaltig Druck, dass die Banken aller Länder das Bankgeheimnis abschaffen müssen. Der trockene Kernbegriff heißt „automatischer Informationsaustausch“. Finanzpolitiker und Steuerfahnder lecken sich danach die Finger. Siehe den WELT-Artikel Das Bankgeheimnis ist dem Untergang geweiht vom 21. März 2014, also schön unauffällig im Schlagschatten des weltpolitischen Getöses. Jawohl, auch Luxemburg und Österreich, sogar die Schweiz, sie alle müssen klein beigeben und die Regierungen anderer Länder in alle Bankkonten hineinglotzen lassen. Was nun aber die Winzlinge unter den Nicht-EU-Ländern betrifft, nämlich Liechtenstein, Monaco, San Marino und Andorra, da wurde jetzt allen Ernstes die EU-Kommission beauftragt, „möglichst bis Ende des Jahres auch deren Zustimmung zum Informationsaustausch einzuholen“.

 

  Sofaplanet - Liebficken Lieb Ficken - MyVideo

Aufgepeitscht durch die genüsslich ausgeweidete Affäre um Uli Hoeneß, dessen Kopf gewissermaßen auf einen medialen Spieß gesteckt wurde, werden nun viele Leute hoffen, dass diese Entwicklung eines neuen „globalen Standards“ vor allem die sogenannte Steuergerechtigkeit fördern dürfte. Tut mir leid, ich sehe eher eine Ausweitung des globalen Lausch- und Schnüffelangriffs darin, denn wer deine Transaktionen kennt, weiß auch, was du treibst, was du vorhast, und wo und wer du bist. Obendrein hat der amerikanische Kongress ein Gesetz erlassen, wonach ausländische (!) Banken verpflichtet sind, dem US-Finanzamt Einblick in alle Konten amerikanischer Staatsbürger, auch wenn sie im Ausland wohnen, und aller mit Green Card in den USA weilenden Ausländer zu gewähren. 

Inzwischen haben schon zahlreiche Staaten mit den USA ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet (allen voran mal wieder Länder wie Dänemark, Deutschland und Großbritannien, ja sogar die Schweiz) bzw. sind dabei, es zu ratifizieren oder abzuschließen (darunter erstaunlicherweise die bisherigen Steuerschlupflöcher Bermuda, Cayman Islands, Guernsey, Isle of Man und Jersey). Russland, Indien, Brasilien und weitere Länder prüfen gegenüber den USA zurzeit ihre diesbezüglichen „Optionen“. Quelle: Wall Street Journal vom 20. Sept. 2013, Offshore Accounts: No Place to Hide? Dort war auch folgende Länderliste zu diesem „Krieg gegen geheime Auslandskonten“ zu finden. Bis zum September des vorigen Jahres hatten sich laut US-Finanzministerium „schon mehr als 70 Länder oder Jurisdiktionen einverstanden erklärt, den Informationstransfer über Auslandskonten von US-Steuerzahlern an die US-Steuerbehörde IRS zu erleichtern, oder zumindest Gespräche zu diesem Zweck aufgenommen“.

Man wundert sich, wieso derart viele Länder und ausländische Geldinstitute sich geflissentlich einem Erlass des Kongresses der Vereinigten Staaten fügen, so als säße in Washington die Weltregierung; und Brüssel maßt sich Ähnliches an. Da wird eben wirtschaftlich Druck gemacht, und außerdem beruht die Liebe zum Schnüffeln ja auf Gegenseitigkeit; eine Hand wäscht die andere. Einzelne Geldinstitute sehen sich erpresst: Die amerikanische Regierung drohte zum Beispiel der schweizerischen Großbank UBS mit dem Entzug ihrer US-Banklizenz, wenn sie nicht die Daten von Steuersündern herausrücke. Die Schweizer schimpften, mussten sich aber fügen. (Vgl. den Schweizer Artikel vom 6. Mai 2014, Bankgeheimnis 1934–2014: Nachruf auf einen Fettmacher.) Freilich ist abzusehen, dass die wirklich großen Steuersünder neue Wege finden werden, um ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Für die kleineren Fische gilt: Durchsichtig sei der Mensch, gefügig und gut.

Die Europäer versuchen insbesondere, eine weltweit auszuweitende Anpassung an den OECD-Standard für Transparenz und effektiven Informationsaustausch zu erreichen. Zur OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), die hierbei als Hebel angesetzt wird, gehören laut Brockhaus von 2002 alle Mitgliedstaaten der EU und der EFTA sowie Australien, Japan, Kanada, Neuseeland, die Türkei, die USA sowie Mexiko (seit 1994), Süd-Korea (seit 1997), die Tschechische Republik (seit 1995), Ungarn und Polen (seit 1996), Slowakei (seit 2000). Das Bundesfinanzministerium informiert: <Der OECD-Standard für Transparenz und effektiven Informationsaustausch für Besteuerungszwecke verpflichtet die Mitgliedstaaten der OECD, auf Ersuchen alle für ein Besteuerungsverfahren oder Steuerstrafverfahren im ersuchenden Staat „voraussichtlich erheblichen“ Informationen zu erteilen. Eine Übermittlung von Informationen kann nicht mehr deshalb abgelehnt werden, weil der übermittelnde Mitgliedstaat kein eigenes Interesse daran hat oder weil sich diese Information bei einer Bank, einem sonstigen Finanzinstitut, einem Bevollmächtigten, Vertreter oder Treuhänder befinden oder sich auf Eigentumsanteile einer Person beziehen. Dieser Standard ergibt sich insbesondere aus Artikel 26 des OECD-Musterabkommens. ... Das bei der OECD angesiedelte „Global Forum über Transparenz und Informationsaustausch für Steuerzwecke“ ist ein Zusammenschluss von derzeit 120 Mitgliedern. Das Global Forum prüft die Umsetzung des OECD-Standards. Deutschland ist Mitglied des Global Forums und nimmt den Vizevorsitz ein.> (http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2013-04-17-faq-steueroase.html)

Das nennt man wahrlich Globalisierung.

Putins Milliarden?

3. Mai 2014: Ich bin doch nicht blöd, oder? Begriffsstutzig etwa? Ein „friedensverwöhnter Putin-Versteher“ vielleicht? Hieß das früher nicht „Vaterlandsverräter“? Jedenfalls scheinen mir die meisten Nachrichten zur Ukraine-„Situation“ und zum angeblichen Konflikt mit Putin überhaupt nicht einzuleuchten. Lesen Sie am besten das COMPACT Magazin für Souveränität (aktuell mit Timoschenko-Borgfrau auf dem Cover!) oder die Preußische Allgemeine Zeitung. Denn die Behauptungen der Mainstream-Medien sind fadenscheinig, widersprüchlich und unzureichend erläutert. Wir hören seit zwei Monaten die Reizwörter „Krieg“, „Kalter Krieg“ und „Eskalation“. Mittlerweile haben es die blökenden Medien (in Russland ebenso einseitig wie hierzulande) und die sich einmischenden „Großmächte“ mit ihren Aufstachlern und Undercover-Agenten tatsächlich geschafft, bürgerkriegsähnliche Zustände in mehreren ukrainischen Städten auszulösen. Wenn sie alle mal drei Schritte zurückträten und genauer hinsehen und sich verständigen würden, jeder auch ein paar relativ schmerzfreie Zugeständnisse machte, dann könnte sich die Lage durchaus beruhigen: sofern die Drahtzieher gnädigst meinen, sie hätten nun genug Anlass für neuerliche Aufrüstung und auch genügend große neue Sündenböcke geschaffen.

Kleines Beispiel für die Undurchsichtigkeit der Informationen: Am 21. April hieß es in den Deutschen Wirtschafts-Nachrichten, gegründet auf einen Zeitungsartikel in der Times of London, die US-Regierung versuche das Privatvermögen des russischen Präsidenten Wladimir Putin einzufrieren. Die US-Administration könne Schweizer Bankkonten Putins sperren, auf denen über 40 Milliarden US-Dollar liegen. 

Moment mal! Glauben wir überhaupt, dass Putin so viel Geld beiseite geschafft haben könnte? Das würde ihn zu einem der reichsten und ausbeuterischsten Politiker aller Zeiten machen. Es werden aber keine Beweise geliefert. Und wieso sich Wladimir Putin speziell auf die Schweiz verlassen sollte, nachdem sich diese doch zwangsweise längst als Anhängsel und Helfershelfer der EU entpuppt hat, ist unbegreiflich. Also ist das Ganze vermutlich britische Propaganda, um den russischen Präsidenten als unersättlichen Dieb an der russischen Volkswirtschaft hinzustellen.

Und noch wichtiger wäre die Frage: Auf welche absolut illegale Art und Weise hätte die US-Regierung Zugriff auf Bankkonten in der Schweiz, um dort irgendwelche Gelder „einfrieren“ zu können? Welches Gesetz würde es der Schweizer Regierung, gesetzt den Fall sie wäre einverstanden, überhaupt erlauben, solche Konten zu sperren? Wessen Bankkonto, egal in welchem Land, ist dann überhaupt noch sicher?

Sollen wir mithilfe dieser schleichenden Propaganda zu einer stillschweigenden Einwilligung überredet werden, dass auch unsere Privatkonten jederzeit gesperrt oder einkassiert werden könnten? Im Übrigen blieb ja schon die konkrete Methodik der bisherigen Sanktionen, die neben Einreiseverboten hauptsächlich die Sperrung von Konten einer Reihe führender russischer und (ex-)ukrainischer Persönlichkeiten zum Kern hatten, in den Medien völlig unerklärt. Wie sind denn diese Kontosperrungen in der Praxis vollzogen worden? Mit welcher Art Kriminalisierung der Kontoinhaber? Mit was für Gerichtsbeschlüssen? Können die Regierungen denn ohne begründeten Verdacht auf Geldwäsche oder andere kriminelle Aktivitäten einfach die Privatkonten von Ausländern sperren? Ist diese Vorgehensweise nicht selbst extrem kriminell? Übrigens ist die Schweiz zwar kein EU-Mitglied, aber es wurde ihr mit umfassenden und komplizierten „bilateralen Abkommen“ bereits ein schreckliches Gängelband durch die Nase gezogen – wogegen es einige Auflehnung gibt, siehe Schweizer Volksabstimmung zur Einwanderungsfrage neulich, aber die Machtverhältnisse sind eben, wie sie sind.

Für alle „Ausländer“ (Nicht-EU-Bürger und Nichtamerikaner), wie etwa Russen, Chinesen, Araber, Norweger usw. kann doch diese Ungeheuerlichkeit eines willkürlichen Kontenzugriffs nur bedeuten, dass sie ihr Kapital tunlichst aus europäischen und amerikanischen Banken zurückziehen sollten, oder? Und im Gegenzug wären doch wohl die Konten europäischer Firmen und Privatpersonen in Russland extrem gefährdet, denn was würde die russische Regierung hindern, mit denselben Mitteln zurückzuschlagen? Eine solche Maßnahme scheint also eher auf die Zerstörung der Wirtschaft abzuzielen, insbesondere die Zerstörung der europäischen Wirtschaft, und könnte eine schwer zu behebende Kluft zwischen Europa und Asien aufreißen – was vermutlich angloamerikanische Absicht ist –, also einen Keil treiben, der die künftige Ausweitung der eurasischen Zusammenarbeit verhindern würde. Dieser Unfug kann unmöglich im Interesse Deutschlands liegen.

Das ebenso irritierende Dementi folgt aber gleich auf dem Fuße. Das Weiße Haus wolle sich zu den Putin-Milliarden auf Nachfrage nicht äußern, wie die Deutschen Wirtschafts-Nachrichten unter Verweis auf die Zeitung The Hill berichten; es habe jedoch erneut deutlich gemacht, dass Individuen, Offizielle, Mitarbeiter der Führungsebene und Oligarchen potenzielle Ziele möglicher Sanktionen seien. Der betreffende Artikel bei The Hill, datiert den 18. April, zitierte mit einer entsprechenden Formulierung die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice. The Hill fügt an: „Putins konkreter Vermögensbestand ist ein streng gehütetes Geheimnis, und der Umfang seiner Anlagen ist schwer zu schätzen.“ Insofern ist die Aussage der Times als äußerst unverantwortlich zu werten.

Und so weiter! Nichts glauben, stets selber denken, immer schön misstrauisch bleiben!

Jugendstil-Abbildung oben links:

The Selz Good Shoes Lady, um 1920

von Howard Chandler Christy

Das neueste russische Kernwaffen-U-Boot

Die Sewerodwinsk, Ende 2013 in Dienst genommen. Weitere gruselige Fotos dieser Weltuntergangs-Maschine siehe Sploid. Sind wir immer noch gern in der dummdreisten, tollkühn osterweiterten NATO, die sich in falsch verstandenem Selbsterhaltungstrieb stets ihre eigenen Feinde schafft? Lieben wir unsere lügnerischen Medien? Haben wir immer noch Lust auf Sanktionen, die uns selbst erheblichen Schaden zufügen? Finden wir die sinnlos expandierende EU immer noch unverzichtbar? Wählen wir immer noch die zauderhafte, US-hörige und von Brüssel geknebelte Frau Merkel und ihre entkernten Koalitionäre? Glaubt irgendwer noch an Friedensnobelpreisträger Obama? Sind wir immer noch zu begriffsstutzig, um das simple Wörtchen „njet zu verstehen? Denn „wir“ sind offensichtlich mehrere Jahrzehnte lang zu weit gegangen. Sind wir lebensmüde? Sind wir überhaupt „wir“? Und lieben denn auch die Russen wohl hoffentlich ihre Kinder? Denn „Großmacht sein“ bedeutet außerhalb des Zarensaals noch lange nicht Lebensqualität, und territorialer Besitz macht nicht glücklich. Niemanden. Nicht wirklich. (In Kleinstaaten lebt man oft besser.)

19. April 2014: Offenbar sehen wir in letzter Zeit eine Art Neuauflage der Truman-Doktrin, die einst den Beginn des Kalten Krieges markierte und jetzt dem militärisch-industriellen Komplex erneut in dieser Weise dienlich gemacht werden soll:

Truman-Doktrin: Am 12. März 1947 verkündete der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman vor dem US-Kongress die sogenannte Truman-Doktrin. Nach dieser Doktrin sollte es zum außenpolitischen Grundsatz der USA werden, „freien Völkern beizustehen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen“. Unmittelbares Ziel des Präsidenten war es, Zustimmung zu erhalten für eine Militär- und Wirtschaftshilfe zugunsten der Türkei sowie antikommunistischer Kräfte im Griechischen Bürgerkrieg. Die Truman-Doktrin bedeutete das Ende der amerikanischen Kriegskoalition mit der Sowjetunion und markiert den Beginn des Kalten Krieges. (Wikipedia)

So sollte die Ausbreitung des Kommunismus aufgehalten werden. Welcher Teil eines Volkes als „frei“ oder „freiheitlich“ einzustufen ist und wer eine freiheitsfeindliche „bewaffnete Minderheit“ darstellt, lässt sich meistens nur schwer abmessen. Wir sehen das dieser Tage in der Ukraine: Wer sind da eigentlich die „Guten“? Also geht es letztlich (und in der heutigen Welt umso mehr) nur um Einflussbereiche und wirtschaftliche Macht mit den daran geknüpften Bohr-, Schürf-, Absaug-, Betäubungs-, Verblödungs-, Bezinsungs- und Ausbeutungsrechten.

Das einschlägige Zitat aus der eigentlichen, durchaus idealistisch klingenden Rede Harry S. Trumans am 12. März 1947 vor beiden Häusern des Kongresses lautet wie folgt:

 „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Weltgeschichte muss fast jede Nation zwischen alternativen Lebensformen wählen. Nur zu oft ist diese Wahl nicht frei. Die eine Lebensform gründet sich auf den Willen der Mehrheit und ist gekennzeichnet durch freie Institutionen, repräsentative Regierungsform, freie Wahlen, Garantien für die persönliche Freiheit, Rede- und Religionsfreiheit und Freiheit von politischer Unterdrückung. Die andere Lebensform gründet sich auf den Willen einer Minderheit, den diese der Mehrheit gewaltsam aufzwingt. Sie stützt sich auf Terror und Unterdrückung, auf die Zensur von Presse und Rundfunk, auf manipulierte Wahlen und auf den Entzug der persönlichen Freiheiten. Ich glaube, es muss die Politik der Vereinigten Staaten sein, freien Völkern beizustehen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen. Ich glaube, wir müssen allen freien Völkern helfen, damit sie ihre Geschicke auf ihre Weise selbst bestimmen können. Unter einem solchen Beistand verstehe ich vor allem wirtschaftliche und finanzielle Hilfe, die die Grundlage für wirtschaftliche Stabilität und geordnete politische Verhältnisse bildet. Die Welt ist nicht statisch und der status quo ist nicht heilig. Aber wir können keine Veränderungen des status quo erlauben, die durch Zwangsmethoden oder Tricks wie der politischen Infiltration unter Verletzung der Charta der Vereinten Nationen erfolgen. Wenn sie freien und unabhängigen Nationen helfen, ihre Freiheit zu bewahren, verwirklichen die Vereinigten Staaten die Prinzipien der Vereinten Nationen. Die freien Völker der Welt rechnen auf unsere Unterstützung in ihrem Kampf um die Freiheit. Wenn wir in unserer Führungsrolle zaudern, gefährden wir den Frieden der Welt – und wir schaden mit Sicherheit der Wohlfahrt unserer eigenen Nation.“ (Harry S. Truman, US-Präsident 1945-1953)

Dazu fallen einem freilich mehrere Dinge ein. Immerhin war Harry S. Truman der einzige Regierungschef der Welt, der jemals den Einsatz von Atombomben gegen Städte angeordnet hat. Und das weltweite Engagement der USA weckt in heutigen Ohren, weil diese Schwarz-Weiß-Sicht nicht mehr passen will, viel größeres Misstrauen als damals, zu einer Zeit, als sich in der Sowjetunion noch immer der Stalinismus austobte, der Millionen Menschen durch Zwangskollektivierungen, „Säuberungen“ und grausame Arbeitslager das Leben gekostet hat. Der Unterschied zwischen „frei“ und „unfrei“, auch im unmittelbaren Rückblick auf die millionenfachen Gräueltaten der Nazis, trat seinerzeit viel klarer zutage. Diktatoren liebäugelten zugunsten des Kollektivs und ihres eigenen Machterhalts schon immer mit dem Nichtsein des Individuums, treffend ausgedrückt in dem Stalin zugeschriebenen Zitat „Ein Mensch, ein Problem – kein Mensch, kein Problem“. (O-Ton russisch: Есть человек – есть проблема, нет человека – нет проблемы; dieser Spruch soll zwar auf den Schriftsteller Anatolij Rybakow in dem Roman „Die Kinder vom Arbat“ zurückgehen, bringt aber das Charaktergestein des Unmenschen Stalin auf den Punkt.) Was ja auch, trocken betrachtet, nicht ganz unwahr ist, aber für den betreffenden Menschen ist die eigene Nichtexistenz normalerweise keine wünschenswerte Form der Problemlösung, das steht fest.

Des Weiteren ließe sich eine ellenlange Liste von Ländern anführen, in denen die militärische Anwendung der Truman-Doktrin während der letzten 67 Jahre zu weiteren Millionen Toten geführt hat, so insbesondere in Korea, in Vietnam und im Irak. Die Unfreiheit, die nach westlichem Verständnis dort vorhanden war, blieb als Resultat dieser freundschaftlich inszenierten Massenmorde entweder bestehen oder verschlimmerte sich sogar. Ich bin grundsätzlich gegen Methoden, mit denen man regelmäßig das gewünschte Ziel nicht erreicht – und die trotzdem hartnäckig und über Leichenberge immer und immer wieder verwendet werden. Dusslig, oder? Das deutet doch, gelinde gesagt, auf betonköpfige Dummheit und/oder auf niederträchtige Motive hin.

Was übrigens nicht heißen soll, dass die Machthaber auf der anderen Seite des Spielfelds Freunde der Wahrheit, Ikonen der Brüderlichkeit, wahre Friedensengel oder Förderer der Menschenrechte wären. Bei diesem uralten Konflikt-Szenario kann man doch für niemanden ehrlich Partei ergreifen. Im Grunde sollten all die Pseudoregenten sich mal umdrehen und die Marionettendrähte zerschneiden, an denen sie hängen. Was freilich schmerzhaft sein kann. 

Die „wahren Drahtzieher“ wären natürlich Leute, die beide Seiten des Spielfelds manipulieren; sie lenken allbestimmend jeweils die Gegner hüben wie drüben. Vermutlich dieselben Leute, die als „wahre Drahtzieher“ hinter den Chemtrails (giftigen Pseudo-Kondensstreifen) angeprangert werden, siehe die Datensammlung: Wer sind die Urheber, Ausführenden und Profiteure der Sprühflüge? Oder suchen wir die Marionettenspieler am ehesten bei den Finanzeliten: Whistleblower Karen Hudes – Geheime Machenschaften der Finanzeliten zerstören die Welt? In der Ukraine hat ja schon ganz gewaltig der IWF (Internationaler Währungsfonds) die Finger im Spiel. Und wer die Milliarden springen lässt, stellt die Spielregeln auf.

Abgründe der Weltmoral

Säbelrasseln im Interesse des Kapitals

5. April 2014 (mit Ergänzungen am 9.4.): Ist die Welt noch kommentierbar? Nachrichten gibt es in Hülle und Fülle. Lohnt sich das Wiederkäuen? Wohl kaum. Zwischen Inflation und Zinsdruck einerseits und Lohndumping oder Honorardumping andererseits bleibt auch nicht viel Zeit, um all die Zusammenhänge zu kapieren. Vielleicht könnten ein paar Schlaglichter helfen, immerhin grobe Indikatoren festzustellen und auch zu sehen, was „anderswo“ passiert - um einen Überblick zu gewinnen, während wir mit viel Getöse auf einen neuen „Kalten Krieg“ eingestimmt werden sollen. Dieser „Kalte Krieg“ wird allen schaden und niemandem außer gewissen Großbanken, Spekulanten, Militärs und Rüstungsproduzenten etwas nützen. Helmut Schmidt nennt die Sanktionen gegen Russland wegen der Krim zu Recht „dummes Zeug“.

Seltsamerweise haben es Wladimir Steinmeier, Barack Hussein Rasmussen, Julia McCain und Joschka Timoschenko mit ihrem „brandgefährlichen“ Wichtigtuer-Spektakel tatsächlich geschafft, die Aktienkurse im Laufe des Krisenmonats März auf selten gesehene Höhenflüge zu schicken. „Der Dax läuft heiß“, schreibt das Handelsblatt heute. „Mehr als 700 Punkte hat der Dax im März zugelegt. Jetzt nimmt der Leitindex Kurs auf die magische Marke von 10.000 Punkten.“ In diesem Wirtschaftsartikel sieht man die Zukunft im Großen und Ganzen sehr ungetrübt. In den USA der gleiche Trend: „US-Aktien erreichen Allzeit-Hoch“, schrieb vorgestern (am 3.4.) der „Zertifikate-Experte“ Heiko Weyand von der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf. Der als „marktbreit“ bezeichnete S&P 500 erreichte mit 1.890,21 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte, und auch der Dow Jones Industrial Average notierte nahe seinem Rekordhoch.  Na denn, trink aus, in der Tat! Noch frage ich mich verwundert, wie das überhaupt sein kann. Denn andererseits haben wir doch eher den Eindruck, dass das ganze Spielfeld auf dem Spiel stehen könnte. Ist es der belebende Effekt des Säbelrasselns? Könnte es nicht endlich mal einen Planeten ohne „böse Russen“ geben, eine Galaxie ohne Klingonen? Nö. Wäre ja viel zu langweilig! Hätte man die Klingonen nicht, würde man sie erfinden: Russen, Araber, Chinesen, irgendein antagonistischer Gegenpol lässt sich anstelle vernünftiger Zusammenarbeit immer herbeikonstruieren.

Angeblich fließt das massenhaft aus Russland abgezogene Kapital (70 Milliarden Dollar im ersten Quartal) zum Teil jetzt den südeuropäischen Krisenstaaten zu, die plötzlich wieder hoffen dürfen, ihre Ramschpapiere verkaufen zu können. So zeigt sich in der Tat, dass im 1. Quartal 2014 gerade die Problemländer der EU die höchsten Aktiengewinne aufweisen, nämlich Spanien, Ibex 35 gestiegen um 4,27 Prozent; Italien, FTSE MIB gestiegen um 14,36 Prozent; Griechenland, ASE Index gestiegen um 14,88 Prozent; und Portugal, PSI 20 gestiegen um 15,99 Prozent. Diese erstaunlichen Zahlen bedeuten nicht, dass es dort nun den Menschen besser geht; aber ganz bestimmt den Finanzmagnaten und Großinvestoren, weil die Bankbilanzen sich bessern. Sogar für meine kleine wirtschaftliche Existenz als Freiberufler „brachte“ der März mit weitem Abstand den besten Umsatz seit 9 Monaten. Soll ich den Krisenmaklern am Ende noch dankbar sein?

Es funktioniert wohl etwa so: Selbst bei einem Weltkrieg würden diese Geldsüchtigen noch Profit machen, und da sie nur in sinnlosen Zahlengebirgen denken, nicht in lebendigem Glücklichsein, macht ihnen selbst die zittrig kalkulierte 1-%-Wahrscheinlichkeit einer nuklearen Menschheitsvernichtung nichts aus, denn in diesem Fall wären all ihre Sorgen, wie sie sich das einbilden, ebenfalls behoben.

Aber diese Rechnung geht nicht auf. Haben Sie sich schon einmal 7 Milliarden gewaltsam entkörperlichte Seelen vorgestellt, die über einem totalverseuchten nuklearen Winterplaneten zigtausend Jahre in Einsamkeit und Trostlosigkeit warten müssen, bis da unten wieder ein lebenswertes Leben für so viele Leute möglich ist? Ein wahres Trauerspiel, außer man hat sich im körperlosen Reiseverkehr zwischen den bewohnten Sternensystemen geübt. (Aber selbst spirituelle Bewegungen, die einem so etwas beibringen könnten, und ursprünglich in Liebe konzipierte Religionen, die zumindest für geistliche, wenn schon nicht geistige Stärkung sorgen könnten, werden auf diesem Planeten fast immer umfunktioniert in materialistische Geldmaschinen und illuminatische Bewusstseins-Kontrolloperationen.)

Wie viel Freude bringt beim unaussprechlich deprimierenden Herumhängen über einem verwüsteten Spielfeld die Erinnerung an einstmals genossene hohe Aktienkurse? Oder, falls man krasser Materialist war und nach einem jeden körperlichen Ableben vielleicht gewohnheitsmäßig in einen langen, tiefen, dunklen Todesschlaf verfällt, was nützt einem dann (allmählich erwachend, aber blind wie ein Grottenolm im Reich der Schatten, und ohne baldige Aussicht auf einen frischen, gesunden neuen Körper für die Wiedergeburt) die nostalgische Genugtuung, dass man es geschafft hat, die liebe Nato wieder als „nützlich“ oder gar „unentbehrlich“ erscheinen zu lassen? Könnte diese fatale Erinnerung nicht eher qualvolle Gewissensbisse auslösen?

Aber manche großmachtsüchtigen Knallköpfe scheinen das anders zu sehen, und ich kann nicht erkennen, dass ich mich hier auf irgendjemandes Seite schlagen würde. Dafür ist alles viel zu sehr von langer Hand vorbereitet worden, und die hysterischen Westmächte ebenso wie der neozaristische Osten haben alle miteinander mit gewaltigen Fehlern auf eine schwer normalisierbare Situation zugesteuert. Obwohl für das Glück der Menschen in einem Staat doch die „Größe der Nation“ eher nebensächlich ist.

Was der russische Autokrat mit einem gewitzten, im Endergebnis dennoch sehr kontraproduktiven Paukenschlag und brusttrommelnder Geschichtsklitterung aufs Spiel setzt, nachdem er lange genug von scheinheiligen Nato-Strategen in die Enge gedrängt wurde, das ist derselbe Weltfrieden, den die „Westmächte“ seit langem weltweit durch ihre endlosen, schädlichen Einmischungen, Bürgerkriegssubventionen und Regionalkriege empfindlich gefährdet haben. Wofür sie nun eine gesalzene Quittung erhalten. (Man ist verblüfft, wie verblüfft sie darüber tun.) Dafür wiederum versuchen sie sich nun kindisch zu rächen, was sich in fortlaufender Vendetta an ihnen selbst rächen wird, und immer schön so weiter, außer es kommt ein Vulkanausbruch oder eine weltweite Alien-Landung oder eine ähnliche Überraschung dazwischen, die unsere Aufmerksamkeit von dem Sandkasten-Hickhack inkompetenter oder böswillig gesteuerter Politiker ablenkt.

Eine der absurden westlichen Sanktionen besteht darin, bestimmten führenden Russen die Auslandskonten zu sperren, womit ein weiteres Mal auf schändliche Weise demonstriert wird, dass Regierungen sich über das Privateigentum hinwegsetzen und dass unser Geld auf dem Bankkonto nicht mehr sicher ist. Das wird noch üble Folgen haben, denn das Vertrauen in die Banken ist eh schon sehr geschwächt.

Und noch etwas: In Ägypten, nachdem die USA und unsere Medien sich, dümmlich wie es seit ein paar Jahren Mode ist, auf die Seite der Umstürzler geschlagen haben und einen „arabischen Frühling“ feierten, wurden jetzt gerade 529 Menschen binnen 15 Minuten in einer Massen-Aburteilung an den Galgen geschickt. „Verhandlung unerwünscht“. (Siehe das Handelsblatt-Video Massen-Todesurteil und ab an den Galgen.) Ist das vielleicht in Wirklichkeit die Art Gesellschaft, die unsere Drahtzieher sich wünschen? Willkürliche Todesurteile, so wie Präsident Obama sie für Menschen im Jemen und in Pakistan zu unterzeichnen pflegt? Man wagt es kaum auszusprechen.

Mit anderen Worten, in Ägypten haben wir nun ein weiteres, außer Rand und Band geratenes Terror-Regime als Endergebnis westlicher Einmischung und westlicher Förderung von Aufständischen. Im Namen der „Demokratie“! Die Umstürzler in Kiew, die mit tatkräftiger Unterstützung durch die USA und die EU an die Macht kamen, gehören auch nicht gerade zu den „Guten“. Die in Libyen, Syrien, Irak und Afghanistan geschaffenen Verhältnisse sprechen ebenfalls eine klare Sprache gegen die These, die USA und ihre NATO-Vasallen seien die irdischen Heerscharen einer liebevollen Himmelsmacht. Wieso wird mit einer Politik weitergemacht, die jedesmal scheitert? Hat der Wahnsinn Methode? Oh ja.

Vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe wird am Donnerstag übrigens verhandelt, ob ein Schwarzarbeiter die Bezahlung seiner Leistung einfordern darf oder nicht. Hm! Welche Moral wird denn dort wohl, nach salomonischer Gerechtigkeitssuche, den Sieg davontragen? Wenn die Russen illegal die Krim vereinnahmen, dürfen sie dann trotzdem dort Steuern einziehen? Man ist ratlos, denn viele Leute handeln ja nicht so oder so, weil es moralisch richtig ist, sondern weil es machbar ist. Heutzutage. Im wertfreien Raum des egozentrischen Nihilismus.

Tja. Rette sich wer kann, zumindest was das pornoumbrauste, halb schon versteinerte Seelenheil angeht! Die Antwort liegt in Dir selbst.

Die Macht der Suggestion

Wenn jemand Sie einschüchtern will, machen Sie einfach ganz lieb „Buh“!

29. März 2014: Irgendwo zwischen den schwarzen Wolken, die das theatralische Säbelrasseln derzeit heraufbeschwört, und den ausufernden Bilderwelten teils süßlicher, teils apokalyptischer Religionen wuselt noch ein simpler Wahrheitsgehalt, den die freiheitsliebende Einzelseele erkennen müsste und durchaus erkennen könnte, um mit einem geistigen Rundumschlag zu kontern und die eigene Perspektive, den einmaligen persönlichen Sichtpunkt, von dem aus sie die Welt beschaut, wiederzugewinnen.

In dieser halbbewussten Suche stieß ich gestern, in den Tiefen des einzigen verbliebenen Krefelder Buchantiquariats "Papierplanet" in der Petersstraße herumstöbernd, ausgerechnet auf eine Einführung in die Kabbala. Zwar war mir das äußerst detaillierte kleine Werk noch unheimlich genug, um es nicht gleich zu kaufen, denn eine solche geballte Ladung an uralten spirituellen Kreationen, vermutlich mit bösen kleinen Fallgruben und Sprengfallen ausgestattet, muss nicht unbedingt sein. Immerhin äußerst faszinierend: Da purzeln einem gleich die "32 Wege zur Gotteserkenntnis" entgegen, was für eine fabelhafte, wenngleich überwältigende Auswahl für jeden Amateur-Mystiker, nebst einer urtümlichen Emanationslehre, wonach aus dem Göttlichen über allerlei blumig herabgestrahlte Abstufungen und Ausgeburten die Engel, Großbiester und dahinstümpernden Kleingeister dieser Welt "ausfließen", auch biologische und chemische Wesenheiten und Substanzen aller Klassen bis hin zur dumpfigen, stumpfen Materie.

So weit bin ich da schon ganz einig, und offenbar haben aus dieser und ähnlichen, teils noch früheren Quellen seitdem und auch schon im Altertum allerlei aufmüpfige Magier und Gesellschaftsveränderer sowie die Gründer zahlreicher Philosophenschulen, Religionen, Sekten und Ausflippgemeinschaften geschöpft, ohne uns unbedingt zu erzählen, woher sie die Anregung zu ihren schillernden Spekulationen bezogen hatten, und ohne uns zu verraten, dass sie einfach eine "neue Wirklichkeit" suggerieren wollten, die erst Form annehmen würde, sobald viele von uns daran glauben würden.

Der Clou bei der ganzen Sache war, weit hinten in dem findigen Büchlein, ein Hinweis zur Benutzung. Da hieß es nämlich, dass die Anwender dieser Denkrichtung noblerweise auf eigensüchtige Ziele und Zwecke verzichten würden, also keine schwarze Magie darauf errichten würden (gesegnet seien all die Strebsamen, auf die zumindest dieser gute Wille zutreffen mag!), sondern dass sie in erster Linie, um den Menschen zu helfen und um sie zu heilen, die Macht der SUGGESTION benutzen würden, dies allerdings in ziemlich uneingeschränktem und weitreichendem (sprich hemmungslosem) Ausmaß.

Die Macht der Suggestion! Aha! Diese Gurus, Paulusse, Bhagwans, Imame, Propheten und Gurdjieffs nehmen also die göttliche Wahrheit des Daseins, nämlich das Ausfließen alles Kreatürlichen und alles Dinglichen aus höheren geistigen Ebenen, und versuchen diese Wahrheit zu instrumentalisieren, um kraft Suggestion (eines geistigen Faktors) die Realitäten der Welt in ihrem Sinne zu verändern, indem sie den Funken an schöpferischer Kraft zahlreicher Einzelwesen vor ihren Karren spannen. Hierbei wird eventuell sogar das Wort Realität umdefiniert, um eine manipulierbare, nur noch auf konzeptuellen Übereinstimmungen, also auf veränderlichen Gruppen-Ideen basierende neue Wirklichkeit zu gestalten. Innerhalb kleinerer oder größerer Gemeinschaften, die man hinlänglich von anderen Ideen ABSCHOTTET, lässt sich das sogar mit verblüffender Gründlichkeit bewerkstelligen. Ihre Anhänger werden blind für unliebsame Fakten. Das geht auch in der Politik: Goebbels lässt grüßen, Karl Marx lässt grüßen, sogar Vlad Putinus weiß, wie das geht. Aber ob nun politisch oder religiös, selbst bei wohlwollenden Motiven sind solche Umgestaltungsversuche immer ein gefährliches Mega-Spiel mit ungewissem Ausgang und darum mit höchster Vorsicht zu genießen (obwohl es aus Sicht der selbsternannten "Eingeweihten" und "Erleuchteten" wohl anders gar nicht geht, wenn man sich dieses irdischen Irrenhauses erbarmen oder es aus Langeweile oder Machtgier langfristig in den Griff bekommen will).

Eine Mischform sind schrullige, letztlich zweckfreie Spaßmacher wie Pierre Plantard und sein irres Konstrukt der Geheimgesellschaft "Prieuré de Sion", die schließlich weltweit die Phantasie von zig Millionen Menschen bewegte, ohne auch nur zu existieren. Freilich haben solche Spielchen die Tendenz, die so postulierte neue Realität wirklich aus dem Urgrund potenziellen Daseins hervorzuhieven und zuerst nur schemenhaft, dann immer deutlicher Gestalt werden zu lassen.

Soviel zu dieser Tour de Force an einem frühen Samstagmorgen. Es reicht. Vielleicht sollte ich mal nach Düsseldorf oder Duisburg rüberfahren und dem heute dort durchdüsenden chinesischen Präsidenten zuwinken, aber der Große Gelbe Kommunistenkaiser wird wohl kaum das Bad in der Menge suchen, sich auch lieber nicht der liebenden Bevölkerung zeigen, sondern wie die meisten anderen Illuminations- und Illusionskünstler nur geheimnisvoll durch die Schattenkabinette huschen und sich bestätigen lassen, was er hören will und was er zu suggerieren versucht. Barack Osama und Wladimir Iljitsch Stalin oder wie-heißt-er-gleich, die machen es auch nicht anders, am besten ignorieren wir diese schrägen Vögel mit ihren unsäglichen Arsenalen und ihren irrelevanten, absolut wertlosen Großmacht-Allüren und erschaffen lieber den schönen Tag, den weiten blauen Himmelsraum und die freundlich schusternde, melkende, bastelnde, poppende, bier- und weinselige Welt, mit einer netten, pampigen, möglichst nichts sagenden, illusionsfremden Physikerin in der deutschen Führungsetage und einer sorglos trällernden, vermutlich nichtkabbalistischen Helene Fischer. Am Ende sind wir stark genug.

 

Ja, sind wir im Wald hier? Wo bleibt unser Altbier?

17. März 2014: Peinlich, wenn die Beschützten ihre Freiheit von den Beschützern feiern und sich zu streng bestraften, aber gut disziplinierten Grizzly-Bären gesellen. Peinlich auch, wenn die Strafmaßnahmen gegen Abtrünnige den Bestrafern am Ende viel mehr weh tun als den Bestraften. ... So sehen wir uns denn durchdrungen vom Heiligen Freien Geist in enger Zusammenarbeit oder gar Personalunion mit dem Unheiligen Aufmüpfigen Geist.

Meinen Absatz von vorgestern über die Nichts-Erkenntnis des Physikers, genauer heißt er Michio Kaku, will ich euch nochmals ans Herz legen, denn in der Physik und Astronomie geht ja gelinde gesagt alles drunter und drüber. Von Religion sind die nicht weit entfernt, ja sie stecken schon längst mitten drin.

Die Analysen des Säbelrasselns sind trotz ihrer Wichtigtuerei eigentlich alberner Natur und müssen nicht unbedingt studiert werden, können aber ruhig bei Bedarf und innerem Abstand mal durchgesehen werden. Es ist die Stunde der Totenschädel wie Kerry und Lawrow; sogar General a.D. Klaus Naumann, eine der bravsten, aber trübseligsten Persönlichkeiten Deutschlands, die hochrangigste, höchstdekorierte graue Demut in Grau, wurde vor drei Tagen im TV noch einmal zu einem tapferen, melodramatischen Interview-Spaziergang am Sowjetischen Ehrenmal Tiergarten zu Berlin einberufen: es tut weh, einen so verfestigten Mann zu sehen, festgefahren in staubtrockenen DDR-Manieren, "obwohl" er doch immer bei der Bundeswehr und in der NATO war. Tieftraurig. Ich meditiere von Zeit zu Zeit über die Einsatzmöglichkeiten und Beschwörbarkeitskompetenzen von Liebesgöttinen und Liebesengeln zwecks Aufweichung von Kommissköppen, weil ich nicht richtig nachvollziehen kann, dass Berufssoldaten und ich auf ein und demselben Planeten existieren, aber das Kaspertheater wäre wohl sonst nicht vollständig.

Nun zurück an die langweilige Arbeit, na ja, langweilig schon, aber wenigstens Arbeit!

Allerdings ging es dieser Tage zum Beispiel um Andockstationen und das Drücken von App-Icons, wovon ich in der Praxis null Ahnung habe, sodass ich als Erstes stundenlang im Internet herumwühlen musste, um mit größter Akribie die aktuelle Nomenklatur solcher Dinge festzustellen.

Absurd, eh? Eigentlich müsste es irgendwo ein geeignetes Satiremagazin geben, um mich fleißig zu betätigen, aber ich fürchte, ich würde den Geistesrahmen jedes erdenklichen Satiremagazins sprengen.

Vielleicht ließe sich eine Humorbühne entlaufener Aussteigerclub-Freidenker errichten, also all derjenigen, die entweder bei den Aussteigern eines Außenseitervereins ausgestiegen sind oder sich à priori als Außenseiter unter abtrünnig gewordenen Außenseitern verstehen. Wenn man tief in den Wald geht, da wo die weggelaufenen Guru-Anhänger ihr ketzerisches Unwesen treiben, dann stößt man vielleicht in einer abgelegenen Mulde auf ein paar Außenseiter, die bei Letzteren (!) am Ende auch wiederum die Schnauze voll hatten und sich mit anderen Aussteigern aus der Truppe der von Ketzerketzern vertriebenen, nonkonformismuskritischen Nonkonformisten ein kleines Feuerchen machen, Schillers Räuber gewissermaßen, bevor sie eventuell in den Schoß der schunkelnden, biertrinkenden, Unzucht treibenden Normalgesellschaft zurückkehren oder sich freiwillig ins taffe Rehabilitationsprojekt des ursprünglichen Außenseiterclubs einmelden.

Weltgeist-Porno mit Adorno.

Im Idealfall liefe es aber so ähnlich wie in der innersten Tiefe des Schwarzen Lochs, wo wir hoffnungsvoll durch die Singularität des Extrempunktes wieder in ein frisch ausgespucktes neues Universum vordringen.

 

Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen

(... mit Sonnenbrille gegen etwaige Lichtblitze)

15. März 2014: Es ist die Stunde der schwarzmassigen, schwergewichtigen Wichtigtuer, die ihre Wertlosigkeit daran erkennen lassen, wie hoch sie auf etwaige Kosten der Menschheit und Menschlichkeit zocken. Eigentlich wird eh zu viel darüber geredet. Ich tummle mich eventuell, wenn ich Zeit dazu habe, lieber bei Maria Magdalena, Hildegard von Bingen und der Möwe Jonathan herum. Man könnte sogar die Muttergottes (was für eine seltsame Wortschöpfung!) erneut aufs Podest heben. Denn: Ein paar Alternativ-Universen kann unsereins, als gelegentlich heimatlos werdender Geist, doch immer gebrauchen.

Wie ist es dann eigentlich mit der Schwiegermutter Gottes? Eh, da muss man erst nachdenken, oder? Nichts für ungut ... Man wird doch wohl fragen dürfen.

Übrigens, sogar ein ausgeflippter TV-Astrophysiker, ein japanisch-stämmiger US-Populärwissenschaftler mit fülligem weißem Haar, der Mikaku Kaitschu oder so ähnlich heißt (Michio Kaku, ja ja), hat neulich zugegeben, dass die ganze Materie aus dem Nichts gekommen sein muss, und ein äußerst tüchtiges Nichts muss es gewesen sein! Der Haken ist nämlich folgender: Die Ausdehnungsgeschwindigkeit jener aus einem winzigen Punkt herausdonnernden Urknall-Ultramasse verlief den Berechnungen zufolge innerhalb ungefähr einer oktillionstel oder oktilliardstel Sekunde von einem Nullpunkt bis hin zur Größe eines Tennisballs, was bedeutet, dass die Ausdehnung erheblich schneller als mit Lichtgeschwindigkeit erfolgt sein muss. Da aber nichts die Lichtgeschwindigkeit übertreffen kann, so sagte plötzlich auftrumpfend der Herr Astrophysiker, sei eben genau DAS der PUNKT: NICHTS kann die Lichtgeschwindigkeit übertreffen, ergo muss es ein NICHTS gewesen sein, das in diesem errechneten oktilliardstel Augenblick in erschaffender oder ausspuckender Art und Weise die Distanz überquerte. (Er hat so viele Male billion-billion-billionth gesagt, dass man nicht ganz mitkam, ob er diesen Sekundenbruchteil nun eigentlich als 10 hoch minus 45 oder 10 hoch minus 54 beschrieb, also irgendwo zwischen einer septilliardstel und einer nonillionstel Sekunde. Ist ja auch egal.)

Ha! Was für Umwege sie doch gehen, diese Herren!

Ich glaube ihnen die Story trotzdem noch nicht und verbleibe, den Hut ziehend, bei Hubbards Zeitspur-Länge von ca. 311 Billionen Jahren, was übrigens mit verdächtiger Genauigkeit einigen indischen Quellen entspricht, aus denen Hubbard, wenn's nach meinem skeptischen Nachwuchs geht, offenbar abgeschrieben hat. Allerdings behaupteten diese uralten indischen Quellen, wir seien mit dieser Zeitspanne erst ungefähr zur Hälfte durch, bevor wir vom Großen Brahm wieder eingeatmet werden und für ebenso lange Zeit zur Ruhe kommen – bis es dann wieder losgeht.

Ich möchte noch anfügen, dass ich es für einen kolossalen universalen Konstruktionsfehler halte, dass Kernspaltung und Kernfusion mit menschlichen Mitteln überhaupt MÖGLICH sind, würde also diesen Punkt ganz gern beim luziferisch-freimaurerischen Höchsten Architekten, wenn dieser gemäß Entschuldigungstheologie der Gnostiker schon nicht mit Gott oder Brahma identisch sein mag, förmlich beanstanden und reklamieren (wenngleich Kernfusion offenbar die Funktionsweise von Sonnen ermöglicht; wäre es nicht auch anders gegangen? hätte nicht einfach alles angenehm warm sein und golden glimmern können?). DAS, und zweitens die unglaubliche Fress-Sucht, die allem Leben zueigen ist, sodass uns oktilliardenfaches Fressen und Gefressenwerden als Dauerzustand des Lebens im Universum aufdiktiert ist: auch das passt mir nicht.

Passt es Ihnen? Und sind wir selber dran schuld, wir als uneingestandene Mitbaumeister?

Und der, dem es nicht passt: ist das ein Faust, ein Mephistopheles oder gar ein Illuminat? Hm?

Bevor am falschen Fleck tausend Sonnen aufgehen, was typischerweise der Herrgott in Gestalt eines befehlsverweigernden Artillerie-Offiziers zu verhindern pflegt, wenn schon die UFOs ausnahmsweise nicht eingreifen, würde ich doch gern noch ein bisschen in diesen Fragen herumwühlen.

Es ist übrigens wahr, nicht nur der aus Versehen drohende Raketenstart bei den Russen irgendwann in den 70ern oder 80ern, sondern auch der erste – sofort atomare – Schuss aus einem bedrängten russischen U-Boot während der Kubakrise 1962 wurde durch Befehlsverweigerung des an Ort und Stelle stehenden Offiziers verhindert; der Kapitän, der zu Moskau keine Funkverbindung hatte und in dem Glauben, der Krieg sei ausgebrochen, beinahe den WK III gestartet hätte, musste schließlich einlenken.

Ich hoffe, mich mit halbwegs relevanten Fragen befasst zu haben, und kehre zurück zu meinen normalen Aufgaben, nämlich der Übersetzung einer Gebrauchsanweisung für ein elektronisches Unterhaltungs-Dingsbums, einer programmatischen Erklärung der dänischen Lebensmittelgewerkschaft und ... privat ... eines Briefes meiner ausländischen Schwiegertochter an meine inländische Schwiegermuttter.

Zwischendurch Luftschnappen nicht vergessen.

5. März 2014: Den folgenden kurzen Artikel hole ich mal einfach aus der Versenkung hervor, weil er als grundsätzliches Statement immer noch haargenau zutrifft. Ich schrieb ihn ursprünglich unter der Überschrift Lösungswege aus der Kaukasus-Krise. Der Schauplatz hat sich ein wenig verschoben, aber wahr ist es nach wie vor. Wir sehen die Folgen des fortgesetzten, sinnlosen und rücksichtslosen Eroberungsdranges des so genannten Westens. Hier der Artikel vom August 2008, nur eben mit aktueller Überschrift. (Auf einer gesonderten Seite finden Sie auch Näheres zum Ursprung der Geopolitik.)

Unten: Die fröhlich vereinten Lausebengel Hu, Putin und Bush jr.

Lösungswege aus der Krim-Krise

Schluss mit der Geopolitik der Nato!

Man müsste endlich das uralte „Große Spiel“ der Geopolitik beenden. Die Geopolitik beruht auf der Einschätzung und Beherrschung geographischer Räume. Das „Spiel“ der machtpolitischen Akteure könnte als eine Art Wettbewerb betrachtet werden, der auf Überwältigung des Gegners abzielt. Die Überwältigung besteht im Wesentlichen darin, Raum einzunehmen – Raum, der dem Gegner entlockt oder entrissen wird.

Die Reaktion eines Gegners, dem allzu viel Raum genommen wurde – eines Gegners, der sich überwältigt fühlt –, ist durchaus vorhersehbar. Irgendwann wird er aus der bedrängten Situation aufspringen, um sich beißen und zuschlagen, um Raum zurückzugewinnen.

Die völlig unnötige Expansionspolitik der Nato bis an die Ränder der Russischen Föderation, mit der EU-Erweiterung als einer Art Vorhut, sollte man also nicht fortsetzen.

Die Lösung besteht aus zwei Schritten.

Erstens, mit der weiteren Expansion der Nato in Richtung der Russischen Föderation aufzuhören. Es ist wichtig, dass hier und da, in überschaubaren Schritten, den Russen wieder Raum zugestanden wird (Bewegungsfreiheit, Einflussbereiche) und dass die Nato sich strikt auf ihren bestehenden, sowieso großen Raum beschränkt. Die russische Führung und das russische Militär sollten sich nicht eingeengt oder in die Ecke gedrängt fühlen. Provokationen sind zu vermeiden.

Zweitens, im Hinblick auf die geographischen Räume einen neuen politischen Weg einzuschlagen, nämlich den, sich auf GEMEINSAME NUTZUNG der existierenden Räume zu einigen. Ich meine damit gemeinsame Nutzung der Räume und Ressourcen zum beiderseitigen Vorteil – natürlich auch zum Vorteil für Wohlstand und Infrastruktur der dazwischen liegenden Länder. Gemeinsame Nutzung von Räumen statt Eroberung oder Einengung von Räumen ist der Weg, um für die nächsten Jahrzehnte einen nachhaltigen Frieden in Europa zu sichern.

19. August 2008

20. Februar 2014: Seltsame, enorm lange Schädel aus Paracas (Peru) erhärten die Vermutung, dass hier auf Erden noch ganz andere Wesen herumgelaufen sind, als uns offiziell erzählt wurde. Habe für große Recherchen jetzt unmittelbar keine Zeit, jedoch dieses spannende Thema fürs Erste als nachdenkliche Notiz in die Phantastika-Seite aufgenommen, siehe dort.

"Fuck the EU!"? Wer sind die kichernden Wanzenpflanzer?

7. Februar 2014: Was für eine Aufregung mal wieder auf höchster Ebene, nur weil ein niedliches kleines Fluchwort in einem Telefonat zwischen US-Diplomaten abgehört und veröffentlicht wurde! Oberste Nachricht bei WELT online, mit "Fuck the EU" für Merkel "absolut unakzeptabel" als Schlagzeile? Was da abgehört wurde (von wem? von russischen oder ukrainischen Agenten etwa? Frechheit!) und im Internet am Donnerstag über YouTube veröffentlicht wurde (vgl. Video-Clip des Nuland-Gesprächs bei homment.com), offenbar um einen Keil zwischen die USA und die EU zu treiben, ist ein ausgesprochen zivilisiertes und aus der Sicht der USA um konstruktive Lösungen für die Ukraine bemühtes Gespräch zwischen der Europa-Beauftragten im US-Außenministerium Victoria Nuland und dem US-Botschafter Geoffrey Pyatt in Kiew. Als die vorgesetzte Dame schließlich mal "Fuck the EU" sagt, geschieht dies auf eine so beiläufige und sanfte Art und Weise im Kontext eines diplomatischen Lösungsansatzes bei der UNO, dass es eigentlich nur ganz lieb und sexy klingt und nicht mehr bedeutet als "die EU kannste vergessen" oder schlimmstenfalls, spielerisch, "die EU kann uns mal". Hier können Sie den schlimmen Satz allein für sich hören: Nuland-f-the-eu. Das erinnert mich an den süßen Song vor sieben Jahren, einfach lieb ficken: Sofaplanet, Liebficken. Linguistisch würde ich noch anfügen: Es stimmt zwar, dass das "F-Wort" im öffentlichen Leben der USA verpönt ist, aber dafür taucht es in Privatgesprächen um so häufiger und praktisch bis zur Bedeutungslosigkeit als reflexhaftes Füllwort auf.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts der BRD kommentierte den Vorfall mit den Worten: "Hieran sieht man einmal mehr, Abhören ist halt blöd." Für das telefonisch geführte Gespräch können die beiden Diplomaten, die einfach professionell ihre Arbeit erledigen, normalerweise Vertraulichkeit voraussetzen, oder? Oder sind Telefonate zwischen zwei Personen inzwischen eine Plattform, auf der ein Dritter eine Beleidigungsklage vorbringen könnte? Müssen wir jetzt alle höllisch aufpassen, was wir privat am Telefon sagen? Erfolgt die Beleidigung nicht vielmehr durch den Wanzenpflanzer und den Herausgeber der Tonaufzeichnung?

Vorsicht – bei Streitigkeiten in dieser Welt ist typischerweise das aktive Vorhandensein eines lachenden Dritten vorauszusetzen. In diesem Lichte sollte auch die Wikileaks-Affäre bewertet werden, soweit es dabei um gigantische Mengen vertraulicher diplomatischer Aufzeichnungen ging. Solche Papiere gehören nicht an die Öffentlichkeit, außer man will bewusst einen riesigen, unübersehbaren Schaden anrichten und die Wahrscheinlichkeit regionaler Kriege oder Bürgerkriege gezielt erhöhen, indem man Misstrauen sät und Verärgerung hervorruft; und seit der Wikileaks-Affäre sehen wir eine Reihe arabische Staaten in Aufruhr. Es ist eine Sache, kolossale Missstände und Gesetzesverstöße aufzudecken, wie Edward Snowden dies getan hat, aber eine ganz andere Sache, um einer sinnlosen anarchistischen Transparenz willen nun unbedingt Hunderttausende vertraulicher Briefe, Auswertungen und Unterlagen des US-Außenministeriums und seiner Botschaften zugänglich zu machen, wie es Julian Assange getan hat (wozu?). Die Tätigkeiten des Auswärtigen Amts sind ihrem Wesen nach sensibel und erfordern in jedem Land Diskretion – nicht idealistisch verbrämte Transparenz.

Diskussionswürdig ist allerdings generell die Frage, ob gewisse führende und hyperaktive Länder, zu denen sich typischerweise auch die Bundesrepublik zählen darf, nun unbedingt einer so umfangreichen Einmischung in die Angelegenheiten anderer Nationen frönen sollten. Es ist übrigens seltsam, dass es immer dieselben Länder sind, die fatalerweise glauben, den Rest der Welt gleich mitregieren zu müssen, nämlich, primitiv gesagt, Amerika, England, Frankreich, Deutschland, Russland (und neuerdings China), egal ob sie zwischendurch "Sowjetunion", "Kaiserreich", "Republik", "Vereinigte Apostaten von Gomorrha" oder sonstwie heißen. Alle anderen scheinen sich vorzugsweise und gesunderweise um ihren eigenen Kram zu kümmern. Stammtischweisheit ... aber seltsam ist es doch.

Schicksalsjahr 2014?

6. Februar 2014: Wir könnten im gnadenlos manipulierten Zustand dieser Welt auf eine Singularität zugehen, worunter man einen besonderen Grenzfall, ein extremes Ereignis verstehen kann, in dem ein Messwert gegen Unendlich geht oder gesellschaftliche oder finanzielle (!) Entwicklungskurven plötzlich ins Uferlose hinauf- oder in den Abgrund hinabstürzen. Ich zitiere dazu mal eben den leidenschaftlich und genial engagierten Mr. Alex Jones zur Lage Amerikas und der Welt, aus einem Interview vom 28. Dezember 2013: <Wir werden absichtlich de-industrialisiert. Und es findet gegenwärtig eine Machtübernahme statt ... eine von weltweiten Konzernen vorangetriebene, freiheitsfeindliche Machtübernahme. Und wenn man all die Entwicklungslinien betrachtet, die da zusammenlaufen, zeigt sich 2014 als das bislang wichtigste Jahr in der modernen Geschichte und Zivilisation überhaupt, hinführend zu den Singularitäten, die wir sehen, in den Medien, in der Kultur – ich glaube, es wird viele kleinere Singularitäten geben, oder Quasi-Singularitäten, die vor dem Ereignis auftreten, das man als die Hauptsingularität bezeichnen würde, ein Phänomen, dessen Realität nun auch immer schlüssiger wissenschaftlich nachweisbar ist. Das heißt nicht, dass es jemals eine reine Singularität sein wird, aber in jeder praktischen Hinsicht wird es eine Singularität sein.

Und wir leben in geradezu unglaublich dramatischen Zeiten. Es gibt chemische, biologische, radiologische Verunreinigung, es gibt Frequenzverschmutzung (Elektrosmog), es geht jetzt derart viel vor sich – die Menschheit hat niemals unter größerer Belastung gestanden. Und wir können uns entweder an die Belastung anpassen und ihr nachgeben, uns einfach daran anpassen, dass wir sterben und dass wir betäubt und verblödet werden, uns daran anpassen, dass wir als Spezies Homo sapiens, der denkende Mensch, ausgerottet werden. Oder wir können die Attacken gegen uns sowie das Wissen um diese Dinge und diesen Krieg selbst nutzbar machen, um zu überleben – denn wir sind dafür konstruiert, zu überleben, im Kampf mit den Tieren, den Elementen, bösartigen Mitmenschen ... wir können auf unser genetisches Vermächtnis, auf unsere Instinkte und unsere gottgegebene geistige Kraft zurückgreifen und diese Attacke tatsächlich nutzbar machen, wie ein Gewicht, das wir stemmen, um noch stärker zu werden. Aber wir müssen uns entscheiden, dass wir den Willen haben zu kämpfen, im Jahre 2014. Wir müssen uns ernsthaft engagieren und müssen erkennen, dass der Feind uns anstacheln wird, uns gegenseitig zu bekriegen, dass er Lügen und Desinformation verbreiten wird, um die freiheitliche Bewegung zu zerschlagen.> (Alex Jones, Video-Interview)

Und den folgenden Geistesblitz will zwar hierzulande keiner hören, aber man darf darüber nachdenken: „Demokratie heißt, die Verantwortung auf so viele zu verteilen, dass sie verschwindet.“ (Kåre Johannessen, dänischer Schriftsteller und Historiker; der Spruch hat es immerhin einmal auf die Lakritzpackungen der Marke Ga-Jol geschafft, die mit Fug und Recht als „weltberühmt in Dänemark“ bezeichnet werden kann.) Aus der Feder eines Dänen ist dies sicher nicht als Aufforderung zur Abschaffung der Demokratie gemeint, sondern hier wird ein unausweichlicher Nebeneffekt prägnant aufgezeigt. Darum wäre es eine gute Idee, wenn jeder beim Urnengang sein Kreuz genau bei derjenigen Partei setzt, die er auch dann wählen würde, wenn er allein zu entscheiden hätte, wer das Land regieren soll. Also ohne dieses leidige Herumrechnen, dass die kleineren Parteien ja sowieso keine Chance hätten, weil der eigene Stimmzettel angeblich nicht ins Gewicht fällt, oder dass man eine bestimmte realpolitische Koalition begünstigen möchte. Wenn jeder eine ganz unabhängige Entscheidung träfe, so als wäre er selbst der alleinige Souverän und Ernenner der Regierung, dann wäre vermutlich Schluss mit den ewigen zwei Blöcken „Links/Rechts“, die doch insgesamt so sehr auf das Gleiche hinauslaufen, dass sie am Ende eine „Große Koalition“ eingehen müssen – und können – und doch wieder nur eine Politik betreiben, die 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung gar nicht unterschreiben würden.  Siehe das obige Beispiel einer Entwicklung „generell in den Abgrund hinein“ oder den folgenden Artikel über Gaucks unerwünschte Kriegslust, die von der Kriegsministerin und vom Außenminister bereits geteilt und von der Kanzlerin zwar scheinbar schweigend, aber unmissverständlich-bauchrednerisch aus den Plastikmäulern ihrer Kasperfiguren geduldet wird.

Münchner Unsicherheitskonferenz: Die Deutschen an die Front

3. Februar 2014: Zum Abschluss eines samstäglichen Abendspaziergangs durch Düsseldorf, vor der Rückfahrt ins gemütlich dösende Krefeld, besorgte ich mir in der weitläufigen Bahnhofsbücherei der Landeshauptstadt zwei Zeitungen, die in Krefelder Kiosken zumeist nicht ausliegen. Eine halbwegs linksradikale und eine wohl eher rechtsgerichtete Zeitung, nämlich die junge Welt und die Preußische Allgemeine Zeitung inklusive „Ostpreußenblatt“.

Der Blätterwald an sich hatte nur deshalb mein Interesse geweckt, weil zahlreiche Gleichschaltungs-Medien den „sicherheitspolitischen“, d.h. kriegerischen Vorstoß des Bundespräsidenten Gauck auf der Titelseite brachten. Der Mann hat aus den fadenscheinigen „Rücktrittsgründen“ seiner beiden Vorgänger gelernt und sagt normalerweise nichts, womit er den braven, pampigen, nichtssagenden Schrebergarten der Bundeskanzlerin Merkel verlassen würde. Relevante Tatsachen soll man eben nicht beim Namen nennen. Und jetzt, wo er zum ersten Mal bedenklich auf den Putz haut, bewährt er sich zumindest als artiger Lakai der Neuen Weltordnung (NWO), die ganze Kontinente auch gegen den Willen der Völker zu leichter beherrschbaren Föderationen zusammenschließen will und nun von Europa (ja, sogar von Deutschland!) einen gemeinsamen, notfalls kriegerischen Einsatz fordert, der auch in anderen „Regionen“ (Weltteilen) den Widerstand gegen überstaatliche Kontrolle und skrupellose weltweite Monopole brechen hilft. Die großen Zeitungen wollte ich für ihre Globalismus-Konformität nicht mit meinen paar Kreuzern belohnen, also wandte ich mich lieber den Alternativzeitungen zu. Aber die Gauck-Rede können Sie z.B. in der FAZ online nachlesen: Gauck im Wortlaut. Seine Ausführungen sind durchaus denkwürdig und was man so „intelligent“ zu nennen beliebt, aber so gepflegt er auch redet, mich stören die systemimmanenten Scheuklappen, oder anders gesagt, die phantasielose Ankettung an scheinbar unausweichliche Gegebenheiten des materiellen Universums. Der Mann hat offenbar jemanden im Nacken. Warum sollte man Mittel einsetzen, die erfahrungsgemäß immer wieder gescheitert sind? Es ist mir unbegreiflich, wieso es überhaupt Mitbewohner dieses Planeten gibt, die ihre politische Amtszeit, ihre berufliche Karriere oder allerlei Konferenzen mit der Vorbereitung und Durchführung militärischer Einsätze verbringen. Wieso würde hüben oder drüben irgendjemand den Finger rühren, um Waffen zu bauen oder Panzer in Stellung zu bringen? Was ist das für ein närrisches Gehabe? Und wer hat (außer Rüstungsfabrikanten und Geldverleihern) je etwas davon gehabt?

Die junge Welt zeigt den Präsidenten satirisch wirksam als krassen Kommisskopp unter der Überschrift „Gauck erklärt den Krieg“, mit einem Schildchen „Freiheit für die Bundeswehr!“ in der Hand. Erläuterung: „Extremismus von oben: Im Luxushotel Bayerischer Hof tagt die 50. Münchner Sicherheitskonferenz. Bundespräsident fordert ‚aktivere Rolle Deutschlands‘“. Er sprach wohlgemerkt von „Verantwortung“, einem seltsamen NWO-Synonym für militärische Gewaltbereitschaft weit außerhalb des eigenen Territoriums. „Wir Deutschen“, so Gauck, „sind auf dem Weg zu einer Form der Verantwortung, die wir noch nicht eingeübt haben“. Oh doch! Wir sind nur ein bisschen aus der Übung, weil wir uns nach den psychopathischen Feldzügen von 1914/18 und 1939/45 (beides wohl letztlich nur Inszenierungen machtgeiler Illuminaten auf Kosten der Deutschen, der Juden, der Russen und anderer Völker) eigentlich geschworen hatten, die deutsche Beteiligung an jeder Form von internationaler Prügelstrafe abzuschaffen. Nach meinem Gefühl sollten „wir Deutschen“ lieber die Liebeslieder von Andrea Berg und Helene Fischer exportieren, als uns für irgendwelche blutigen Sicherheitsprojekte jenseits unserer Staatsgrenzen missbrauchen zu lassen. Das Auftauchen von Sicherheitskräften steigert sowieso nur regelmäßig das Gefühl der Unsicherheit.

Die seit 1963 regelmäßig stattfindende Konferenz hieß ursprünglich „Internationale Wehrkundebegegnung“ oder schlicht „Wehrkundetagung“, dann „Münchner Sicherheitskonferenz“. Dieses Jahr nahmen rund 20 Staats- und Regierungschefs sowie 50 Außen- und Verteidigungsminister teil. Deren „Sicherheit“ wurde durch 3100 Polizisten geschützt.

Seltsamerweise erwähnt die Preußische Allgemeine Zeitung unter demselben Datum (1. Februar 2014) die besagte Gauck-Rede und die ganze Münchner Sicherheitskonferenz überhaupt nicht! Stattdessen bringt sie auf Seite 8 einen merkwürdigen Gastbeitrag des Rechts- und Staatswissenschaftlers Georg Meinecke unter der Überschrift „Der Weg zum Weltfrieden“. Merkwürdig deshalb, weil sich hier eine sonst eher nationalistisch wirkende Zeitung tatsächlich für eine konsequente Oberherrschaft der UNO einsetzt. Selbstverpflichtung und Instrumentarium der UNO seien nicht ausreichend. Der Autor empfiehlt daher – ohne jede Erwähnung der NATO-dominierten Perspektive der aktuellen Münchner Konferenz – ganz simpel und utopisch der Generalversammlung der UNO die folgenden Beschlüsse zur Sicherung des Weltfriedens:

<Der Oberbefehl über alle Streitkräfte aller Staaten und ihrer eventuellen Zusammenschlüsse wird der Generalversammlung bzw. dem Sicherheitsrat übertragen. 90 Prozent aller Streitkräfte weltweit werden abgerüstet, die restlichen 10 Prozent bleiben dem Oberbefehl der UNO unterstellt als eine Art „Weltfeuerwehr“ oder „Weltpolizei“. Organe des Sicherheitsrates der UNO übernehmen nach einem genau festzulegenden Plan diese weltweite Abrüstung.>

Die frei werdenden Kräfte sollen für vernünftige internationale Projekte eingesetzt werden. Alles schön und gut, derzeit natürlich nicht durchsetzbar und in der Praxis vermutlich wiederum ein Auslöser großflächiger Konflikte. Der Vorschlag widerspiegelt vor dieser Kulisse jedoch eine Debatte, die auch in den Salons der vermeintlich so einmütig handelnden weltweiten Drahtzieher aktuell ist: Sollen sie mit ihren geopolitischen und Weltherrschafts-Zielen weiter auf die NATO und auf die Führungsrolle der USA setzen, oder müssen die USA zur Bananenrepublik degradiert, auf die Hinterbank verwiesen und gegenüber der UNO gefügig gemacht werden? Das ist die ungelöste, diskussionsbedürftige Frage, die innerhalb der USA, wo doch viele der gottspielenden Superreichen nach wie vor sitzen, bereits für widersprüchliche Strategien und heftige Konflikte sorgt.

Amüsant in diesem Kontext war der Kommentar des Urgesteins Helmut Schmidt laut FAZ:

<Wenig anfangen konnte offenbar mit der Debatte Altkanzler Schmidt: „Mir ist das ziemlich gleichgültig, ob es die Nato in 10 Jahren noch gibt. Mir hat auch die bisherige Debatte nicht gefallen.“ Europas Bedeutung nehme rasch ab, immerhin begeistere sich die Welt für europäische Musik und Literatur, das gebe Hoffnung. „Ich bin mehr dafür, sich mit den nächsten 50 Jahren zu beschäftigen.“ – Da sorge ihn eine neue Bedrohung: „Die Macht der Finanzmanager ist ungeheuer“, sagte Schmidt: „Und wir haben sie machen lassen.“ Nichts hätten die Regierungen unternommen, um ihre Macht nach der Finanzkrise zu brechen. Schmidt: „Wenn wir etwas bescheidener wären und nicht immer überall humanitär intervenieren wollten, uns auf eigene Aufgaben konzentrieren würden, dann wären wir wahrscheinlich etwas erfolgreicher.“>

Sehr wahr, Herr Schmidt! Die ungeheure Macht der Finanzmanager hätte gebrochen werden müssen! Lesenswert auch der Diskussionsbeitrag des FAZ-Lesers G. Ahnert - 01.02.2014, 17:48 Uhr:

<Fatale Logik – Wieso bedingt ein starkes Deutschland auch mehr Militäreinsätze? – Und für dieses Deutschland sollen meine Kinder und Enkel im Ausland töten oder getötet werden? Das deutsche Volk ist in seiner Mehrheit friedliebend und lehnt verstärkte Auslandseinsätze ab. Von einem BP [Bundespräsidenten] erwarte ich also zuallererst mehr Engagement, dass diese Einsätze nicht notwendig werden. – Und ich bin froh, dass wir Kriege nicht bereits eingeübt haben.
So mancher Politiker denkt, dass die militärische Macht der westlichen Staaten bei bewaffneten Auslandseinsätzen zu einem geringen Risiko für den eigenen Staatenbund führt – aber sie generieren asymmetrische Kriege und diese werden auch in unserem Heimatland geführt werden. Ach ja – hier soll zur Gefahrenabwehr ebenfalls hochgerüstet werden.
Auch wenn „seit sechs Jahrzehnten die Herrschaft des Rechts existiert“. – Die Intention der Rede bewegt Deutschland in eine Richtung, die ich für moralisch äußerst fragwürdig halte.>

Ich denke mal, das genügt … Allzu ernst darf man diese tief in die Materie abgesunkene Versammlung von Haubitzenfickern, Mörserstampfern und Realprollitickern nicht nehmen. Hier ein hübsches Foto von den berauschenden Resultaten militaristischer Weltpolitik:

Moralisch und strategisch fragwürdig: Schwer bewaffnete Vogelscheuchen in einem der vielen Opiumfelder Afghanistans. Wen nimmt es noch wunder, dass bei dieser gut gesicherten Versorgungsschiene während der letzten 10 Jahre tatsächlich der Heroinkonsum in den USA gewaltig zugenommen hat! Heroin wird aus dem Mohn-Inhaltsstoff Morphin hergestellt.

13. Januar 2014: Nicht viel Neues dieser Tage, denn wie schon angekündigt, gibt es gelegentlich "Umstände, die irgendwie [wie lieblich-neblig ist doch Kants vages Irgendwie] eine energische praktische Tätigkeit erfordern" (siehe Zitat unten). Wie Immanuel und Archimedes lasse auch ich mir nur ungern meine Kreise stören.

5. Januar 2014: Die lange Reihe von Feiertagen hatte angesichts leise mahnender wirtschaftlicher Sorgen, die vordergründig nur die Wahl zwischen Auftragsmangel und Honorarsenkung nahelegen, eher den Effekt einer Verzettelung. Ich kann mich beim Auftakt des neuen Jahres weder zu einer klaren Kampfansage gegen gewisse Galionsfiguren des autokratischen, neofeudalistischen Zeitgeistes noch zum stillen, konsequenten Rückzug in die Privatwelt entschließen; höchstens zu beruflichem Fleiß und hochwertigem Dienst am Kunden. Die Frage ist, ob der (geistige, politische, religiöse) Überbau derzeit so große Beachtung verdient, oder ob lieber der materielle Unterbau gesehen, repariert, gefördert und in wonnige Zustände geführt werden sollte. In diesem Sinne Schopenhauer:

<In Hinsicht auf unser Wohl und Wehe kommt es in letzter Instanz darauf an, womit das Bewusstsein erfüllt und beschäftigt sei. Hier wird nun im Ganzen jede rein intellektuelle Beschäftigung dem ihrer fähigen Geiste viel mehr leisten, als das wirkliche Leben, mit seinem beständigen Wechsel des Gelingens und Misslingens, nebst seinen Erschütterungen und Plagen. Nur sind dazu freilich schon überwiegende geistige Anlagen erfordert. Sodann ist hiebei zu bemerken, dass, wie das nach außen tätige Leben uns von den Studien zerstreut und ablenkt, auch dem Geiste die dazu erforderliche Ruhe und Sammlung benimmt; ebenso andrerseits die anhaltende Geistesbeschäftigung zum Treiben und Tummeln des wirklichen Lebens, mehr oder weniger, untüchtig macht: daher ist es ratsam, dieselbe auf eine Weile ganz einzustellen, wann Umstände eintreten, die irgendwie eine energische praktische Tätigkeit erfordern.> (Arthur Schopenhauer [1788-1860], Aphorismen zur Lebensweisheit, Hrsg. von Rudolf Marx 1950, Alfred Kröner Verlag Stuttgart, Kröners Taschenausgabe Bd. 16, Seite 150)

Abb. unten: Hier haben sich einige Damen verewigen lassen, die Schopenhauer konsequent beim Wort nehmen und sich ohne Umschweife zum „Treiben und Tummeln des wirklichen Lebens“ bekennen. Der Herr möge es ihnen danken mit köstlichem Salzwasser, Luft und Sonne, Lust und Wonne und hübschen, fröhlichen Kindelein in zärtlich duftenden Windelein, alles zu seiner Zeit und sauber abgemessen in genießbaren Ratiönchen, Portiönchen, Körbchengrößen und erotischen Blößen:

   - Frühere Jahrgänge des Chronologischen Blogs sind unter Archiv 2013, Archiv 2012 usw. abrufbar, bis zurück zum Archiv 2005:

 

    - Nach Rubriken geordnet sind folgende Sammlungen zu verwandten Themen erhältlich:


    - Und hier ist die Homepage: