Phantastische Heimatseite • Archiv 2010 •
 - von Eckehard Junge, Denker und Dichter -

Für die Freiheit des Glaubens und die Freiheit des Unglaubens,

die Heiligkeit der Liebe und die Freiheit des Auspfeifens,

die Macht der Seele und die Freuden des Nachforschens,

die Freiheit des Engagements und das Recht auf Eigenbrötelei,

die Unbestechlichkeit der Beobachtung und den Glanz höherer Welten.

Im Übrigen Kopf hoch und nicht verarschen lassen!

Raffaels Engelsbild anklicken für Celine Dion, The Power of Love

Ob ich bin

Es dunkelte bereits. Herr P. schlug den Pulloverkragen hoch, ordnete seinen alten Schal und zog sich die Kapuze über den Kopf. Tief durchatmend trat er in den kalten Novemberwind hinaus und setzte die müden Beine in Bewegung, um seinen Abendspaziergang zu absolvieren. Schräge Gestalten lungerten in einigen Hauseingängen herum. Seltsame Vögel mit hageren Gesichtern, meist grau oder schwarz gekleidet, kamen ihm durch den Nieselregen wie ziellos entgegen und trotteten vorüber. Herr P. registrierte mit Erleichterung, dass ihn niemand bemerkte. Er stellte keine Fragen und war auch froh, dass ihn niemand fragte. Die Stadt hatte bessere Zeiten gesehen. Der alte Glanz war hier und dort noch spürbar, die abgeblätterten Fassaden mit allerlei Schnörkeln, Gesimsen und kunstvollen Reliefs verziert, aber im Ganzen fraß der Zerfall bereits die Substanz an. Herr P. fühlte sich in dieser Umgebung beinahe heimisch, denn der Zustand der Außenwelt entsprach dem Zustand seiner Innenwelt, und irgendwie war es gut so. Kein Prunk, kein Schickimicki, keine Polizisten, keine Moralapostel und keine überteuerten Läden, außer dass ihn nach Einkäufen in türkischen Second-Hand-Shops schon mehrmals der Verdacht überkam, er hätte feilschen müssen, was ihm aber von Natur aus zuwider war. Egal. Er trottete eine Weile herum, kaufte belangloses Zeug, Ess- und Fresswaren, Klopapier, einen Dosenöffner, Knabberzeug, Trink- und Saufwaren, ging wieder nach Hause und setzte sich hin.

Das Zimmer war grau und unpersönlich, aber Herr P. dachte sich so einiges. Früher hatte er sich im Geiste allerlei schöne Frauen an die Wände gemalt, aber da sie ihn nicht mehr antörnten, war er inzwischen auf weiße Hasen und surrealistische Farbmuster verfallen. Kraft seiner Vorstellung färbten sich dann die Wände, und Herr P. brachte es fertig, einige Minuten lang in einer bunten Welt zu leben, in der es lustig hoppelte und knisterte. Heute wollte es aber nicht recht gelingen. Herr P. fragte sich gewissermaßen, ob es ihn überhaupt noch gebe. Und gibt es demzufolge überhaupt eine Welt? Oder gibt es nur deshalb einen Herrn P., weil es eine Welt gibt? Ist Herrn P.'s Bewusstsein nur eine Funktion der Materie? Oder ist die scheinheilige Materie bloß eine Funktion von Herrn P.'s Bewusstsein? Ist überhaupt etwas da, und zweitens überhaupt etwas, das sich lohnt?

Eigentlich ist nichts da, zumindest nichts Nennenswertes außer Geld und Orgasmen, lachte Herr P. in sich hinein, aber wir setzen dauernd was hin. Oder sagen wir mal, das ganze Zeug, so wie es sich reell präsentiert, ist ohne Zusätze dermaßen langweilig, dass wir die tollsten Blüten draufsetzen, dransetzen, hineinträumen, und simsalabim, schon haben wir prächtige Seifenblasen, für die es sich zu leben lohnt, aber leider nach weiterem Hokuspokus womöglich gar zu sterben lohnt. Passen Sie auf, Mann, die Magie ist immer eine latente Arschkarte, also passen Sie auf! Da war ein Stuhl, ein bloßer Stuhl, doch nun ist es plötzlich ein heiliger; ganz recht, sogar mit Großbuchstaben, ein Heiliger Stuhl. Somit haben wir Anlass zu einem Krieg, einem stinknormalen, langweiligen, nichtsnutzigen Krieg mit Hunger und Durst, Matsch und Blut, Mord und Totschlag, simpel und dumm. Es war ein Krieg, ein bloßer Krieg, aber dank unserer überbordenden Fantasie, dank Sternenbanner und Ablasskollekte war es plötzlich ein gesegneter Schneuzkrug, ein Kreuzzug, ein verfickter Heiliger Krieg, ein führenswerter, verehrenswerter, liebens-, lebens- und sterbenswerter Krieg, einer jener unerklärlichen Nuttenzwerg-Kriege, ein Schröder-Krieg, ein Merkel-Krieg, ein Wüstenschrat-Krieg, ein Buschimaus-Krieg, ein päpstlicher, dschihadistischer, mosaischer, bescheuerter internationaler Krieg.

Ja Kruzitürken aber auch, sind wir noch bei Sinnen? Am Ende widert das Getöse uns an, wir sitzen still im Zimmerlein und glauben, wir seien Herr P. oder Frau S., und wir stellen uns absurde Fragen, wie etwa das meisterhafte Rätsel, "ob ich bin". Ob ich verdammt noch mal bin, nicht etwa wer ich wohl bin, sondern grauenhaft introvertiert, blass, verdattert und abgeschmackt, abgefackt, nördisch spiegelreflex-reflektierend, die grundsätzlich unlogisch ausgedachte Frage, "ob ich bin". Unlogisch deshalb, weil wenn da keiner wäre, wie könnte er darüber nachdenken?

"Ja, bin ich denn?" rief Herr P. durch weite geistige Hallen.

Bin ich von allen guten Geistern verlassen? Bin ich dann? Ja, dann bin ich etwas, nämlich ein Häufchen Elend; aber ich will nicht wissen, ob ich etwas bin, denn ich bin doch kein Ding, ich bin doch kein Stock und bin doch kein Stein, sondern wollte nur völlig abstrakt und grundsätzlich ergründen, ob ich bin. Ich denke, also bin ich? Oder denkt bloß ein Es und denkt, dass Es denkt, Es sei ich? Habe ich mich verloren? Wie kann ich mich wieder finden? Ich kränke, also bin ich? Da kommt wenigstens Leben in die Bude, aber eine Faust aufs Auge beweist kein Ich. Ich kränkele, also bin ich? Ich Recke verrecke, doch mein Ich denkt, es sei? Was heißt hier "mein Ich"? Bin ich ich, oder habe ich ein Ich? Wer hat wen, und wo? Bei den Eiern? Ich verstehe sehr wenig von dem, was ich hier frage, aber am allerwenigsten verstehe ich das Wörtchen "bin"!

Ob so vielleicht alles begann? Irgendwie, irgendwo, irgendwann? Bevor der Schlagbaum sich hob und uns Zugang gewährte, hinab in den finsteren Strudel der Zeit, bevor noch irgendwas tickte, nicht einmal der verrückte, verfickte, elektronisch fixierte Grundpuls des Urschlamms, der juckenden, zuckenden, blinkenden Atomuhr der Quarks, im Namen der Dialektik, gesegnet von Hegel und Marx? War ich, bevor die Welt war? War eine Welt, bevor ich war? Bin ich die Henne und bin ich das Ei, warum reißt mich dann heute der Zweifel entzwei? Bis dass ich schrei, ich schrei mich frei, auch ohne Sinn, momentan vergessend die grausame Last, die Last der Verantwortung, dass ich bin?

Nun bin ich zwar weder Henne noch Ei, diskutierte Herr P. mit sich selbst, ja ich bezweifle sogar sehr, dass ich dieser Fleischklumpen hier bin, so ein fetter alter Knacker, der fieberhaft denkt, die verbleibende Frist an das Grübeln verschenkt, sich zu finden sucht jenseits des Körpers und jenseits des Raums und jenseits der Zeit, ohne Etwas zu sein und auch kein Symbol, kein Wort nur, kein bloßer Begriff, sondern stattliches, leuchtendes Seelenschiff und letztlich nicht einmal Schiff, sondern nur noch Seele, das eigentlich Seiende abzüglich all der Zusätze ohne den ganzen Klimperkram, ohne die Identitäten, die kommen und gehen, die wachsen und altern und schrumpfen und modern, die endlose Kette trivialer Illusionen, die alle pompös sich aufblasen ließen, nur um den verhängnisvollen Beweis anzutreten, dass ich bin, indem ich ein Etwas bin; dass ich bin, weil mich andere sehen, auch wenn diese andern, als Formen betrachtet, genau wie auch mein formelles Ich, wir alle vom ständigen Etwas umnachtet, in Formen gegossen, in Formen zerflossen, in einem Atemhauch des unendlichen Kosmos, wie wir ja wissen und leugnen möchten, als vergängliche Form bald unerbittlich und spurlos wieder vergehen.

Reim dich oder ich fress dich, zeig dich oder ich mess dich! Unsere Formen lassen es sich hinieden gut gehen, sie schlachten zu ihrer Selbsterhaltung auf der Reise durch Raum und Zeit zahllose Schweine, Rinder und Hühner, aber am Ende werden sie selbst geschlachtet. Was für ein Wahn! Und sterben tun scheinbar nur die andern, aber auch du musst ins Anderssein wandern.

Heimwärts ins formlose Sein? "Nein! Da wird mir schlecht!", so hören wir uns schrein! Freilich wollen wir nicht zu den Würmern, nicht zu den Maden, nicht auf der schrecklichen Zielgeraden! Wir wollen auch nicht im Fegefeuer brennen! So hört man uns, die schlecht entkörperten ratlosen Seelen, ganz leise im Krematorium flennen! Das darf nicht sein!

Nichts darf sein!? Gerade das Nichts aber darf, denn das höchst persönliche Nichts ist das Sein, das wahre nichtshafte Sein, mutig und scharf! Dieses Nichts darf!

Wir werden uns also erinnern dürfen, damit wir kapieren, was uns bevorsteht, denn bald blüht uns wieder das Nichts, das Nichts zwischen den Turbulenzen des Etwas, das sanfte Ichlicht zwischen den Krämpfen des Werdens und Vergehens, der formlose Urstoff der eigenen Nichtshaftigkeit mit all ihren großen Potenzialen und all ihrer gähnenden Einsamkeit, dort in den Lücken zwischen den Leben, aber auch in den einsamen Nächten verzweifelter neuer Sinngebung für den mühsam weitergestolperten Pfad.

Herr P. machte sich einen Kräutertee, stellte das Heizgebläse an, um seine etwas tauben Beine zu erwärmen, und setzte sich wieder hin. Dieser Dicke, der ich "bin", beantwortet nicht die Frage, ob ich bin, denn der Dicke vergeht wie einstmals der schlanke kleine Junge verging, indem er alt und dick wurde; der Dicke wandert als solcher in den Sarg, aber der Fragende besteht. So sinnieren zu dieser Stunde auch Millionen andere rund um die Welt, denn ihnen allen blüht das gleiche Schicksal, das Nichts, das zyklisch zwischen den Dingen schwebt, dieser gestaltlose Herr P. minus den gestalthaften "Herrn P.", die Frau J. ganz ohne "Frau J.", der kleine Lümmel ganz ohne den "kleinen Lümmel"; das dem Tode stets Entrinnende, sich selbst als Triumph des Lebens immer wieder neu Gewinnende, das blütenreiche, poesievolle, sehnsüchtige Nichts, das Ich-erkennende Ich, die ewige, selbstbestimmte, eigenverantwortliche Ausgeburt des mystischen Brahm, des Herren der Welt, und der mystischen Maja, der Höchsten Dame, zärtlich oder störrisch, begeistert oder mürrisch, je nach persönlichem Gusto. Die sogenannte Seele, oder geistreicher wohl der Geist, das ewig Entfleuchende, der eigentliche Urheber der Situation, der Motivation, der Revolution. Die innere Rosa Luxemburg, die der äußeren Rosa Luxemburg die Form und den Willen, den Sinn und das ewige Feuer verleiht. Die ewig Wiederkehrende, die Mutter der Rebellion, die Königin der Wagenknechte; aber auch der ewige Konrad Adenauer, der ewige Josef Stalin, der unverwüstliche Karl Valentin. Der unzerstörbare Geist, der hierzulande beschönigend und besitzergreifend Seele heißt, damit er vom wirren Irrglauben beseelt sei, man könne ein Seelending, "deine" Seele, die nicht einmal du selber sei, sondern etwas "das du hast und nicht das du bist", nach einer lächerlich kurzen, zynischen, als Prüfung verordneten irdischen Karussellfahrt zum ewigen stink-stink-langweiligen Aufenthalt in Himmel oder Hölle verdonnern. Aber was kümmert es den Geist, er geht von dannen und bleibt, was er ist, nämlich klar und frei er selbst, und alles Schöne, das der sogenannten Seele angeblich innewohnte, wohnt in ihm selbst und entspringt ihm selbst und ersteht in anderen Etwas-Formen aus seiner eigenen Kraft und Liebe heraus aufs Neue. In der englischen Sprache lässt sich diese Geistes-kranke deutsche Verwirrung umgehen, denn "spirit" umfasst beides, den Geist und die Seele; man soll nicht trennen, was ein und dasselbe ist, und man kann nicht ein Wesen spalten, das eins mit sich selbst ist. Es ist also, dozierte Herr P., vor sich hin, im eigentlichen Sinne völlig unmöglich, seine Seele zu verkaufen, denn das bist du.

Es ist auch ein bisschen anmaßend, sinnierte er weiter, von einem anderen zu verlangen, er solle herausfinden, dass er existiert; denn wer das nicht weiß, müsste sich logischerweise die offene Frage stellen, ob er existiert, also kurz und sehr persönlich gesagt, "ob ich bin". Herr P. ließ sich in einer wohligen Anwandlung von spirituellem Mut in die zeitlose Daseinsform vor der Zeit fallen, rein jenseits aller Zeit und frei von allen Raum-Zeit-Kontinua, nämlich frei von Universen, als noch kein Ding die spiegelglatte Nicht-Oberfläche der Nicht-Räume und des unbegrenzt Denkbaren trübte, so wie es im Urgrund immer war, immer ist und zeitlos immer sein wird; und siehe da, als innerlich leise leuchtendes Nichtding in einer Nichtwelt empfand er die Süße eines liebevoll säuselnden Ichbewusstseins ohne Bezug zu rein gar nichts, aber auch eine Art göttliche Seligkeit und Friedensfreude, wie sie auf Erden ganz unmöglich war. Hier ist die Heimat aller Heiligkeit, hier erblüht sie dem selig seiner selbst Bewussten aufs Neue, und von hier aus können wir erneut in die Posaunen blasen.

Herr P. brauchte von dieser Seligkeit nur eine kleine Prise; dann straffte er sich in seinem Sessel, räkelte die warm gewordenen Beine, träufelte Honig in den Tee, schlürfte genüsslich drauflos und freute sich über die Beantwortung der Frage, "ob ich bin".

Eckehard Junge, 29. Dezember 2010

Gemälde am Anfang des Artikels: Dante Gabriel Rossetti, "Astarte Syriaca"

Girl-Foto in der Mitte: Aus einer anonymen "Amateur"-Bildchensammlung

Gemälde unten: Dante Gabriel Rossetti, "La Pia de' Tolomei"

Rohe Schreinachten!!!

19. Dezember 2010: Kaum was zu futtern, aber ordentlich was zum Ballern: Nord­koreanische Weiber im Stechschritt. Die Göttin steh uns bei! (Standard-Stoßseuf­zer, auch wenn wir den Beistand schon fast nicht mehr verdient haben.)

Säulen aus Stolz

Seelen aus Holz

Im Stumpfsinn gestählt

Systematisch gequält

Nichts zu sagen

Bedingungslos treu

Knurrender Magen:

Toi toi toi.

Zwar liebt die Göttin bedingungslos, aber sich auf Bedingungslosigkeit zu verlassen wirkt immer ein bisschen undankbar und charakterschwach. Man nehme sich die Göttin lieber zum Vorbild. Uns Irdischen mag es aus praktischen Gründen nicht vergönnt sein, die Liebe bis zur Bedingungslosigkeit zu treiben, aber ein Schuss grundlose Freundlichkeit steht uns recht gut zu Gesicht.

Ein bisschen lustvoller sehen freilich diese Damen aus (unten), die Militär-Mörserinnen der Ukraine. Zumindest sind sie langbeiniger, blonder und pferdeschwänziger und für die festliche Vorführung besser herausgeputzt. Trotzdem, der schöne Schein trügt, es ist alles Schwachsinn; irgendein finsterer Dämon des Verderbens steckt die Frauen weltweit (!) in Uniformen und richtet sie zu Tötungsmaschinen ab, wie ehedem nur die Männer. Weiteres Anschauungsmaterial siehe Women at War. Wohin soll das bitteschön führen? Zur >> endgültigen Perversion der Frau!

 

11. Dezember 2010: Man hofft, noch einmal beschaulich Weihnachten feiern zu können und den Wirbel der Welt außen vor zu halten. Man hofft auf handliche Informationshäppchen, die sympathisch breitgelabert werden. Man hofft auf wirksame Ablenkungsmanöver, harmlose royale Romanzen, kleine verdauliche Kackbrezeln. Aber leider, leider wirbelt es so sehr, dass nur noch ein kilometergroßer Kotz-Asteroid, komprimiert zu einem visionären Blog-Eintrag Marke Kassandraruf, dem kolossalen Wust an Daten und Umwälzungen die Stirn bieten kann. Wir wollen ja nicht von morgens bis abends den gigantischen Müll der aktuellen Zeitgeschichte studieren, sondern irgendwie ahnen, was eigentlich los ist.

Totale Kontrolle der dritten Art

Es braut sich eine Wolke über uns zusammen. Google, sowieso schon der weltweit größte Sammler von Privatdaten, plant ein neues Betriebssystem, das nicht mehr in Ihrem eigenen Computer, sondern in der "Wolke" gespeichert sein wird. Es kommt über Funk. Aber auch all Ihre persönlichen und geschäftlichen Daten-, Bilder- und Filmsammlungen werden sich nicht mehr bei Ihnen selbst, sondern droben in der Wolke befinden, wo der künftige Oberdiktator sowie seine Geheimdienstler und seine Monopolisten-Günstlinge sich jederzeit reinhacken können. Gott steh uns bei.

Der Lausch- und Überwachungsangriff wird weltweit ungeahnte Ausmaße annehmen. Die ganze Maschinerie, alle nötigen Erfindungen werden vorbereitet, aufgereiht, zum entscheidenden Schlag einer totalitären Machtübernahme bereitgehalten, aufgeschwatzt, implementiert, zur unbedingten Notwendigkeit erhoben, verlockend, unentbehrlich und allgegenwärtig gemacht. Dann macht es irgendwann rums, murks, peng, die Weltregierung ist da und kann die Leute nach Belieben durchleuchten und manipulieren. Mehr noch, es sind Bemühungen im Gang, mit Nanotechnik in die Nervenbahnen einzudringen und mit Kleinstpartikeln und Kleinstcomputern die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, es wird an Wellenlängen geforscht, um die Stimmungslage ganzer Bevölkerungen dirigieren zu können, und Mikrochips könnten so ausgeklügelt in den Körper eingebaut werden, dass der Mensch nicht nur überall lokalisierbar ist, sondern dass auch seine Gedanken und seine Absichten aus der Ferne gelesen und eines Tages der Organismus sogar präventiv abgeschaltet werden könnte, falls er falsch denkt. Neurologen arbeiten jetzt an der Entzifferung der Gehirnströme, um sehen zu können, was einer denkt oder will.

Die totale Kontrolle der ersten Art war die Leibeigenschaft im Feudalismus; die totale Kontrolle der zweiten Art war die organisierte Brutalität von Faschismus und Kommunismus. Jetzt droht die dritte Art, die totale Techno-Invasion, wo auch emotionale, gedankliche, philosophische und religiöse Abläufe technisiert, technisch überwacht und technisch aufgezwungen sein werden.

Schon jetzt gibt es kaum noch eine Privatsphäre, und Krypto-Anarchisten wie Julian Assange, die das Ungleichgewicht des Datenzugangs aufs Korn nehmen, sorgen dafür, dass auch nationale Regierungen fast gar keine geheime Datensphäre mehr aufrechterhalten können. Die kommende Weltregierung wird, nachdem sie den diplomatischen und finanziellen Zusammenbruch der USA und anderer selbstbewusster Nationalstaaten wie Deutschland, England, Frankreich, Russland und Japan herbeigeführt und weidlich ausgenutzt hat, mit solchen Anarchotypen natürlich Schluss machen, ganz nach dem in China herangezüchteten Autoritätsmodell, und dann wird es wieder eine Geheimsphäre auf der Erde geben, aber nur EINE, nämlich die der allgegenwärtigen Weltregierung, flankiert von einem Weltmilitär zur Niederschlagung regionaler Aufstände und vermutlich auch flankiert von einer neuen, umfunktionierten oder synthetisch zusammengestoppelten Weltreligion, die es nach Möglichkeit schaffen soll, die Seelen der Menschen durch Schuldgefühle, Angst und Schrecken, totale Durchleuchtung des Gewissens mittels Gedankenlese-Geräten und sehr viel instrumentalisierte Schwachsinnskontroll- und Gleichschaltungs-Liebe im Griff und im Gleichschritt zu halten. Alle anderen Geister und Betriebe sollen für die Machthaber geduldig daliegen wie ein offenes Buch, ein ständig zugänglicher Patient, ein jederzeit justierbares Programm, Schachfiguren einer zentralisierten Absicht.

Werden wir uns das gefallen lassen? Nein.

Text: Eckehard Junge • Weihnachtsmann-Foto links oben: Martin Jahn, München

Öffentliches bleibt geheim

2. Dezember 2010: Saukalt, anscheinend ganz im Widerspruch zur Klimaerwärmung. Und siehe da, es sind endlose Fluten an Informationen erhältlich, mehr als wir bis an unser Lebensende lesen können, aber gleichzeitig zieht ein neuer Trend am Horizont herauf. Jetzt wird es nämlich kriminell, die Informationen zu lesen. Jawohl, wer sich aus frei zugänglichen Informationsquellen informiert, kann sich zumindest in den USA bereits strafbar machen. Das glauben Sie nicht? Die Sozialbehörde SSA (Social Security Administration) hat ihren Mitarbeitern eine Weisung unter dem Titel "Bulletin zur Datensicherheit: Wikileaks" zukommen lassen, worin es heißt: "Zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr wurden zahlreiche als vertraulich oder geheim eingestufte Informationen der US-Regierung illegal an die öffentliche Website Wikileaks herausgegeben. Die in Wikileaks vorgelegten Doku­mente könnten militärisches Personal und die USA unterstützende Kräfte in Irak und Afghanistan einem erhöhten Schadensrisiko aussetzen. Obwohl diese Dokumente übers Internet öffentlich erhältlich sind, bleiben sie vertraulich bzw. geheim und Mitarbeiter der SSA sollten nicht darauf zugreifen, sie nicht herunterladen und nicht weiterleiten. Der Einzelne kann andernfalls nach den ein­schlägigen Strafgesetzen des Bundes wegen gesetzwidrigen Zugreifens auf vertrauliche oder geheime Informationen oder wegen deren Weiterleitung belangt werden." (Progressive Review via PrisonPlanet.com) Es sollte mich nicht wundern, wenn weitere Länder und Organisationen auf die gleiche Idee kommen, und einige verfahren ja bereits so. Das Anhören von Feindpropaganda und verbotenem Wissen: De facto ist alles frei erhältlich, aber es ***bleibt geheim***. "Har, har, har!", machen die Panzerknacker. Denn wie soll das gehen? Es ist, so oder so, eine üble Schlappe für die bisherigen Informations- und Kontrollstrukturen der Gesellschaft. Machterhaltung durch das Vorenthalten von Wissen scheint ein Ding der Vergangenheit zu sein. Ob das nun wirklich gut ist, muss die weitere Erfahrung zeigen. Und was irgendwo gesagt wird, scheint potenziell überall hörbar zu sein. Nicht dass immer jemand zuhören würde! Aber die Regierungen werden nun genauso gläsern wie der Privatbürger, außer sie greifen auf Papier, Kugelkopfschreibmaschinen, Durchschläge, Kuriere mit schwarzen Koffern und unterirdische Safes zurück: so wie es früher war.

Eine solche Rückkehr zu herkömmlichen Datenkanälen und Ablagesystemen würde ich sogar dringend empfehlen. Denn Außen­politik erfordert traditionsgemäß strikte Diskretion. Ein Auswärtiges Amt oder Außenministerium ist gut beraten, die nötigen taktischen und strategischen Entscheidungen oder Empfehlungen nicht auf Zeitungsberichte, privates Gemunkel, allerlei Intrigen oder mündlich zugeflüsterte Gerüchte zu gründen, sondern ein eigenes Beobachtungssystem mit schriftlichen Aufzeichnungen zu benutzen. Das liegt im Interesse der nationalen Sicherheit und fördert in der Praxis ein kluges, umsichtiges, vorsichtiges Verhalten. Unmittelbar vor Ort ist deshalb das Botschaftspersonal, einschließlich der unvermeidlichen Geheimdienstprofis, jederzeit ange­wiesen, Augen und Ohren offen zu halten und sachlich abgewogene Berichte nach Hause zu schicken. Dass ein Politiker des Gastlandes als radikal oder übermütig, linkslastig oder konservativ, stur, unerfahren, zögerlich, pragmatisch oder gar als "Alpha-Rüde" einzuschätzen ist, kann und muss dabei mit klaren Worten, ohne Rücksicht auf diplomatische Schnörkel, zum Ausdruck gebracht werden und muss irgendwo innerhalb der Botschaften und Ministerien aufgeschrieben und weitergeleitet werden. Das wissen doch alle, die mit reeller Politik zu tun haben, und deshalb versuchen die meisten Regierungen nun leise hüstelnd die Wogen zu glätten und sich auf gar keinen Fall die Freundschaften verderben zu lassen. Warum sollten sie solche gestohlenen Depeschen überhaupt lesen oder auch nur eines Kommentars würdigen? Der Lauscher an der Wand hört seine eig'ne Schand', sagt ein altes Sprichwort, und wenn Sie Tante Agathe sind, möchten Sie nicht unbedingt wissen, was Neffen, Schwägerinnen und Schwieger­großnichten hinter Ihrem Rücken gesagt haben. Wozu auch? Ein Mensch mit gesundem Selbstvertrauen denkt über so etwas gar nicht nach, und er weiß nur allzu gut, wie lose ihm das eigene Mundwerk hie und da gesessen hat.

Obendrein gibt es zahlreiche Informationen, auf denen lieber der Deckel drauf bleibt. Wenn sich z.B. die saudi-arabische Regierung auf leisen Kanälen an die US-Regierung wendet und anfragt, ob die USA denn bitte den Iran bombardieren könnten, dann gehört diese Tatsache auf gar keinen Fall an die Öffentlichkeit. Jedenfalls nicht aus der Sicht verantwortungsbewusster amerikanischer Politiker, die gar nicht so kriegsgeil sind, wie ihnen manche nachsagen, und die sich solche extrem brisanten Fragen lieber in Ruhe überlegen wollen und die ihre Verbündeten ganz bestimmt nicht der Gefahr eines vorbeugenden Angriffs vonseiten des Irans aussetzen wollen. Das dürfte doch wohl klar sein. "Demokratie" bedeutet, dass die Regierung mehr oder weniger direkt vom Volk gewählt wird und dass die Staatsgewalt vom Volke ausgeht; "Demokratie" bedeutet nicht, dass die Regierung und insbesondere das Auswärtige Amt oder z.B. ein militärischer Geheimdienst den Frieden zwischen Nationen gefährden dürfen, indem sie zur falschen Zeit und vor dem falschen Publikum brisante Informationen ausplappern. Die aktuellen Veröffentlichungen würden deshalb juristisch wohl unter Hochverrat fallen, wenn man die Schuld einem US-Bürger in die Schuhe schieben könnte. In Ermangelung dessen ist auch der Spionagevorwurf (Assange ist Australier) aus althergebracht patriarchalischer Sicht nicht ganz abwegig. Das Risiko drakonischer Strafmaßnahmen nimmt ein Mann wie Assange jedenfalls auf sich; wir sind ja nicht im Kindergarten, sondern stehen zumindest mit einem Fuße in einer brutalen realen Welt. Und dennoch: Die schiere Größenordnung, Unaufhaltsamkeit und Verzweigtheit des historischen Wandels, der durch Wikileaks ermöglicht wurde, lässt persönliche Rachsucht gegen Assange geradezu lächerlich erscheinen. Macht ihn das zum Helden? Man wird es letztlich an den Ergebnissen abmessen. Ob die konkreten, langfristigen Folgen dieser plötzlich aufgezwungenen Transparenz im Ganzen positiv ausfallen, bleibt noch abzuwarten.

Was außerdem sehr zu denken gibt, ist die idiotische Abhängigkeit von der elektronischen Datenverarbeitung. Wieso verlässt man sich derart blind auf EDV-Systeme, die ungeheure Datenmengen abspeichern und auf Knopfdruck oder zumindest mit einfachen Hacker-Tricks in eine völlig falsche Richtung kanalisieren können? Früher oder später musste es passieren, wenngleich die Verlinkung der Computer von Militärstützpunkten mit Dokumenten des Außenministeriums wirklich absurd scheint. War das Absicht? Ich fände es nur bedauerlich, wenn deshalb Hillary Clinton abgesägt würde, die man vielleicht noch dringend bräuchte, um demnächst einen Wahlsieg der Kaiserin von Gomorrha zu verhindern. Ich glaube, Sie wissen, wen ich meine, und das darf man auch sagen. Wurde das Informationsleck bewusst geschaffen, um Frau Clinton loszuwerden? Dass Herr Assange, den Kopf in der Schlinge, nun ausgerechnet den Rücktritt der amerikanischen Außenministerin fordert, lässt einen solchen Verdacht naturgemäß aufkommen. Die Kaiserin von Gomorrha ist aber gerissen genug, sich keineswegs dankbar zu zeigen, sondern fordert im Klartext seine Hinrichtung: "Er [Assange] ist ein antiamerikanischer Aktivist mit Blut an den Händen", ruft sie. "Warum wird er  nicht mit dem gleichen Eifer gejagt, wie wir al-Qaeda und die Führer der Taliban jagen?"  Ja, warum nicht? Und wurde Osama bin Laden überhaupt "mit Eifer gejagt", oder war er ein willkommener Popanz, der zuerst großgezüchtet und dann für sein bescheidenes Sündenbock-Theater insgeheim mit einem Swimming­pool und drei dutzend irdischen Matahuris belohnt wurde? Hätte man ihn sonst nicht schon längst erwischen müssen?  Eh, Mann, die wirklichen Geheimnisse dürften doch viel interessanter sein und würden vor allem für ein großes Aha-Erlebnis sorgen, nicht bloß für leeres Trara um gigantische Informations-Müllhalden mit ein paar hochver­räterischen, aber größtenteils eher lauwarmen Details, die man sich "sowieso schon hätte denken können".

Eine etwaige private Schlussfolgerung sollte noch erwähnt werden. Angesichts einer erdrückenden Informationsfülle wächst vor allem die Bedeutung des gezielten Informationsverzichts. Und dies aus drei Gründen: Erstens um sich wichtigeren Dingen widmen zu können (und was Ihnen wichtig ist, müssten Sie vielleicht nach langer Wahnsinns-Beschallung zum ersten Mal neu auswerten); zweitens auch als Schutz gegen allerlei Informationen, die uns gar nichts nützen, die wir überhaupt nicht brauchen und die uns womöglich gar schaden; und drittens weil vieles nur Propaganda ist und wir gar nicht erst darauf hereinfallen sollten.

Frappierende Ähnlichkeit: Die Ikone des MAD-Magazins, Alfred E. Neuman, bleibt auf freiem Fuß, weil sie außer albernem Schabernack nichts angestellt hat und vorsichtshalber gar nicht erst existiert.

Für den angeblichen Hochverräter Bradley Manning wird die Lage ernst: Trotz seiner blödsinnigen Heiterkeit blühen ihm bis zu 52 Jahre Zuchthaus.

29. November 2010: Vorgeschobener Antiheld: Dieser ausgelassene Soldat, der einer bekannten Witzblatt-Figur wie aus dem Gesicht geschnitten ist, soll den brisantesten Datendiebstahl der Geschichte vollbracht haben? Hunderttausende von Dokumen­ten in einem Militärstützpunkt auf CD-RWs kopiert, die mit "Lady Gaga" und dergleichen markiert waren? Es fällt mir schwer, den Unsinn noch zu glauben. Und was sollen wir jetzt tun? Sollen wir die nächsten 20 Jahre damit verbringen, die unge­­heuren Dokumentenstapel durchzulesen, damit wir alle Bescheid wissen? Worüber? Nichts als Belang­losigkeiten? Die saloppen Urteile über deutsche Politiker sind doch harmlos und weitgehend stim­mig! (Suchen die Medien das Wichtigste für uns aus oder das Unwichtigste?) Echt heikel sind mit Sicherheit die Vertrauensbrüche, z.B. die gezielt nach oben gespülten Auskünfte über Verwicklungen des Irans in Irak und Afghanistan sowie die arabischen Forderungen nach einem Angriff auf den Iran: Da scheint mir die "Enthüllung" von höchster Stelle angeordnet, um den nächsten Krieg zu rechtfertigen.

Echsenbrödel

26./27. November 2010: Da kam ein seltsamer Leserbrief von einem gewissen Erdögan Hussein Ixtlan aus Krampfburg im Schweißgau: Angeblich wurde er seit frühester Kindheit von seinem schrecklichen illuminatischen Vater und einem Nazi-Spezialisten für Bewusstseinskontrolle programmiert, bis sich bei ihm eine hochkomplizierte multiple Persönlichkeitsstörung (MPD) entwickelt hatte, die man heute meist als dissoziative Identitätsstörung (DID) bezeichnet. Der arme Herr Ixtlan, Großneffe eines amerikanischen Feldmarschalls, redet noch heute von sich selbst nur im Plural: "Wir stellten nach dem Tod unseres Vaters, als wir 40 Jahre alt waren, fest, dass wir durch gezielte Traumatisierung vom Babyalter an aufwärts künstlich programmiert waren, und zwar in Form einer strukturierten, das heißt gründlich geplanten Bewusstseinskontrolle. Wir waren eine Vielzahl separater Persönlichkeiten. Wenn die eine aktiv war, waren all die anderen komplett ausgeschaltet, und die nächste diensttuende Persönlichkeit konnte sich an die Handlungen und Erlebnisse der vorigen überhaupt nicht erinnern."

Herr Ixtlan behauptet, auf dem Schoß eines glatzköpfigen US-Präsidenten gesessen zu haben und für allerlei extrem erniedrigende Dienste missbraucht worden zu sein; außerdem sei er als Kind gezwungen worden, unaussprechliche Grausamkeiten mit anzusehen. Dadurch hätten sich Teile seiner Psyche als separate Persönlichkeiten abgespaltet. Sein Großonkel soll den Vietnamkrieg benutzt haben, um fuderweise Drogen in die USA einzuschleusen, damit auf lange Sicht das amerikanische Familienleben ruiniert würde, und sein Vater habe sich bewusst an die Spitze einer protestantischen Kirche gestellt, um sie mit allzu vielen halbherzigen Mitgliedern zu überschwemmen, damit die göttliche Spiritualität dieser Kirche verwässert werden konnte. Auch diene heutzutage die blutig erkaufte Kontrolle über Afghanistan hauptsächlich dem Zweck, den Westen mit Rauschgift kaputtzumachen und noch kräftig dabei abzusahnen.

Herr Ixtlan wird seit langer Zeit therapiert, aber es gibt ja auch andere Spezialisten, die solche Erzählungen und Zustände (genau wie Entführungen durch Außerirdische) möglicherweise für ein kulturelles Phänomen oder für eine bloße Suggestion des jeweiligen Therapeuten halten. "Wir" wissen nicht, von welcher kaspernden Nebelwerfertruppe die jeweiligen Spezialisten bezahlt werden. Als Laien sind "wir", die angeblich paranoiden Verschwörungstheoretiker, natürlich überfordert und haben keine Ahnung, wer "uns" anlügt. Daher sollten "wir" Ihnen zur Beruhigung lieber sagen, dass der obige Herr Ixtlan mitsamt seiner kuriosen Geschichte frei erfunden ist; Sie können sich also jeden Reim darauf machen, den Sie wollen, und außerdem darf mit solchen Dingen nicht gespaßt werden (sagt wiederum wer?). Wenn solche wie Hirngespinste anmutenden Erzählungen wahr wären, dann befände man sich in ernster Gefahr, sobald man darüber berichtet; sollten sie jedoch unwahr sein, dann beginge man eine üble Verleumdung, sobald man sie weiterreicht. Jeder normal bleibende Publizist erkennt also mit Schaudern, dass ein etwaiges Engagement nur auf Selbstzerstörung oder kriminellen Irrtum hinauslaufen würde, und hält wohlweislich die Klappe. Lieber im Schatten von WikiLeaks allerlei belanglosen Quatsch wiederkäuen! Kotzgebühren entrichten Sie bitte bei dem Echsengesicht an der Theaterkasse, damit "wir" die Ekelzulage für "unsere" Raumpfleger bezahlen können.

Torso-Foto (oben): Martin Jahn, München

Napoleon in seinem Herrenzimmer • Gemälde von Paul Delaroche

Kerbtier mit Hörnern

An Gottes Kleidersaum gehangen,
Sich dann in des Teufels Zotten verfangen,
War schon das Schicksal manches Helden.
Erst predigt er mit roten Wangen,
Dann bleiben die Finger am Golde hangen
Und andere dürfen Konkurs anmelden.

Wer im Weg steht, wird verhauen,
Und wehe den Guten und allzu Schlauen:
Die schickt er kurzerhand zur Hölle.
Er lässt sich Mausoleen erbauen,
Kann aber niemandem vertrauen
Und schüttet Gift in jede Quelle.

Er sonnt sich im Glanz berühmter Leute,
Hetzt auf den Pöbel die Hundemeute,
Lässt sich selbst auf Rosen betten,

Betrachtet die Welt als persönliche Beute,
Verdirbt uns allen das Hier und Heute
Und sucht die eigene Haut zu retten.

 

 

 

20. November 2010: Es weihnachtet schon fast. Darum ein wenig Nachschub in Hexametern und Pentametern (auf Deubel komm raus und damit ich das nicht verlerne):

 

Schrumpelpilzchen im Sorgenrot

Getrieben vom Stachel der Neugier, getragen auf Schwingen der Sehnsucht,
  hoben wir einst uns hinauf
schwindelnd verließ uns der Mut.
Wo Perry Rhodan uns Raumschiffe zeigte, Rex Corda uns tapfer
  den Weg zum Heldentum wies: Retter der Menschheit zu sein,
Erhob sich ein Zwerg voller Gift, aber erst, als Verträge geschlossen
  von höchster und schönster Moral, ahnungslos sternenhoch gut.
Kleingedruckt hätte ein Weiser erkannt, bedingungslos fesselnd
  war Wortlaut geschickt formuliert, Treue in Blindheit geschweißt.
Doch Regeln verändern sich schnell, und Liebe ward eiskalt zertrümmert,
  weil Falsches uns notwendig schien, Schönheit dem Zweck unterworfen,
Die Welt den Eroberern offen, doch Brüder und Schwestern suspekt,
  schlaflos der König der Nacht, edel das Brechen des Willens.
Missbraucht vom prügelnden Schrat, geworfen in stinkenden Teich,
  kam mancher zur Einsicht und schrie, sinnvoll sei endlich der Tod.
Stänkerer saufen sich heute bewusstlos in finsterster Nacht,
  weil oben der Himmel zerriss, Höllenglut unten sich hob.
Kotzt euch nun endlich mal frei von des Schwachsinns rappelnder Not,
  erinnert euch neu an den Grund schönsten loyalen Bewusstseins,
Das niemals zum Schwur auf Tyrannen gedacht war, niemals für Sklaven,
  sondern zur Freiheit allein, hoch in des Himmelszelts Blau,
Wie einst die Möwe Jonathan das Irdische transzendierte
  und aufstieg in seliges Sein, fließend in goldenem Glück.

 

Dem folgenden Artikel sollte ich eine klärende Bemerkung vorausschicken: Es ist bei weitem nicht so, dass alle guten Bemühungen ins Böse umschlagen würden, und noch fataler wäre der Umkehrschluss, dass "sehr viel Gutes aus dem Bösen erwächst". Oh nein! Gutes aus dem Bösen, ein Ausnahmefall! Böses aus dem Guten kommt schon ein bisschen häufiger vor, weil Rechthaberei, Übertreibungen, Zwang und chronische Rechtfertigungen die Suppe verderben, und weil die materielle Welt durch Trägheit, Schwere und unersättlichen Hunger geprägt ist; das zieht hinab. Zum Glück gibt es das Ewig-Göttliche und das Ewig-Weibliche, die ziehen uns "hinan" (aufwärts, hoffen wir). Jedenfalls hat die Welt es bitter nötig, dass Sie allein und auch in Gemeinschaften an Ihre eigenen Werte glauben, und Ihr eigener Einsatz macht auf jeden Fall einen positiven Unterschied. Was ich im Folgenden aufzeigen möchte, ist lediglich ein doofer Mechanismus, dem idealistische Subkulturen mit allzu hohen Zäunen, abgeschottete Staaten mit allzu großen Lautsprechern und in gewissen Entwicklungsphasen auch große, monopolistische Religionen zum Opfer fallen, nämlich eine Tendenz zur fortschreitenden kollektiven Entartung und zum Abfall von den ursprünglichen Idealen. Die schlimmste Versuchung liegt in der Idee, dass der Zweck die Mittel heiligt, und die größte Tragik liegt darin, dass gerade die höchsten, edelsten und glorreichsten Ziele, eben weil ihre unanzweifelbare gigantomanische Herrlichkeit die krassesten Fehler zu entschuldigen scheint, zu einer verhängnisvollen Umwertung aller Werte führen können, bis alles Zärtliche, Sonnige, Witzige, Geistreiche und Schützenswerte niedergetrampelt ist und im Gefolge dieser Ungeheuerlichkeit die früher so edle Bewegung sich selbst zerstört. Die "größte Sünde" besteht natürlich jederzeit darin, weitaus mehr Schaden anzurichten, als Nutzen zu bringen; aber der übelste Fehler auf dem weiteren Weg in den Abgrund, immer tiefer hinab in den Höllenpfuhl der Versündigung, ist nicht etwa das angebliche Gemecker von Unzufriedenen, nicht die sogenannte Feindpropaganda, die bald durch alle Ritzen hereindringt, sondern das eigene Versäumnis, den Fakten ins Auge zu sehen, um die eigenen Verstöße zu erkennen und zu beheben, sodass eine Rückkehr zu den ursprünglichen Idealen möglich würde. - Trotz dieser realistischen Warnung und bei aller nötigen Wachsamkeit seien Sie bitte so idealistisch wie Sie nur können! Denn Gleichgültigkeit und Zerstörung gibt es schon zur Genüge.

(Bildnis links oben: Dante Gabriel Rossetti, Beata Beatrix)

"Der Versuch, verbrecherische Taten zu rechtfertigen, hat möglicherweise schlimmere Folgen als die Tat selbst. Verbrechen der Vergangenheit zu rechtfertigen, bedeutet, den Samen für zukünftige Verbrechen zu legen. Tatsächlich ist die Wiederholung eines Verbrechens manchmal Teil der Rechtfertigung: wir begehen es wieder und wieder, um uns selbst und andere davon zu überzeugen, es sei normal und nicht abnorm." Eric Hoffer (1902-1983), The Passionate State of Mind. New York: Harper & Brothers, 1954

Wie das Gute ins Böse umschlägt

Was? Wieso? Na, je besser und überzeugender das Gute ist (oder sagen wir mal, "das organisierte Gute"), umso mehr Menschen scharen sich um seine Verwirklichung. Das erzeugt eine hohe Machtkonzentration in der Führung einer Bewegung, die Gutes tun will. Je absoluter und allumfassender das Gute ist oder dargestellt werden kann, umso absoluter wird die Macht der Führung, denn das große, edle Ziel weckt Vertrauen, und der Empfänger des Vertrauens entfaltet naturgemäß eine immer größere Machtfülle. Weil das Gute und all die guten Zukunftsziele nun aber so gut sind, bringen die Hilfsbereiten sehr viel Hingabe auf, die von morgens bis abends genutzt werden kann.

Absolute Macht korrumpiert jedoch, und sei es nur deshalb, weil man sich einbildet, der Zweck heilige die Mittel. Je heiliger der Zweck, umso unheiliger dürfen nach einer so versauten Philosophie die Mittel sein, denn unterm Strich sorge man doch für das größte Wohl aller Beteiligten. Diese Formel kann zur schlimmsten Versuchung eines Machtmenschen werden, denn in einer relativen Welt scheint die abwägende, luziferische Situationsethik in milderen Fällen berechtigt zu sein, aber wie rasch wird sie missbraucht, vor allem wenn unwägbare Gedankenkonstrukte wie "die Rettung der Menschheit", "das ewige Seelenheil", "die Befreiung Jerusalems" oder gar "die Herrschaft der Vernunft" hinzukommen! Es sind nur Gedanken, sie sollten luftig und leicht sein aber durch Einbildung senkt sich die Waagschale. Die Führung erlaubt sich zunächst nur in Notfällen , grausame Befehle zu erteilen, erstens um die Hingabe nicht nur zu nutzen, sondern bis zum letzten Tropfen auszuschöpfen; und zweitens, um Gegner möglichst wirksam zu bekämpfen, mundtot zu machen oder mit krasseren Mitteln auszuschalten. Die Führung verstrickt sich selbst und ihre Mitglieder zunehmend in üble Taten, jedoch weiterhin im Namen des guten oder heiligen Zwecks, der fast alles "rechtfertigt"; dies schließt den Wahn ein, andere zu ihrem Glück zwingen zu müssen. So kann im Namen der Liebe getötet und im Namen des Friedens bombardiert werden. Pazifisten bewaffnen sich, Abtreibungsgegner beginnen klammheimlich abzutreiben, in der Chefetage der Heilsbringer darf geprügelt werden, und Moralapostel verüben "notwendige" Einbruchsdiebstähle, um an Dokumente ihrer Gegner heranzukommen.

Immer grimmiger wird in zahlreichen "Einzelfällen" genau das zerstört, was im Ganzen angeblich so heilig war. An diesem Punkt wäre es sinnlos, die Hingabe fortzusetzen, denn irgendwann kippt der Gesamteffekt ins Negative. Jedoch wird die Wahrnehmung dieses Punktes verpasst, denn die Hingabe ist inzwischen automatisiert und institutionalisiert worden; sie hat eine Art Eigendynamik und ein neues, borniertes Gewissen entwickelt; und was lange Zeit freiwillig war, ist unmerklich zum Zwang geworden. Die Gruppenmitglieder tragen nicht nur einen Maulkorb, sondern sind auch aufgrund ihrer eigenen Verstrickung in allerlei Schandtaten ganz unfähig geworden, dem real existierenden Charakter der entarteten Gesamtbewegung ins Auge zu sehen. Sie wirken gefühllos und versteifen sich mit peinlichen Scheuklappen auf die gewohnten Jubel- und Applausmuster. Die Führung ersetzt die ursprünglichen guten Nachrichten durch ausgeklügelte Klischees, Propagandalügen und Massenhypnose, nach dem Motto: "Wenn die Sache im Ganzen gut ist, dann ist es gut, wenn die Nachricht gut ist; und wenn es gut ist, dann ist es ja gut."

Die "Sache" ist aber lange nicht mehr so gut wie früher; "es" ist nicht einmal mehr "im Ganzen" gut. Einzelne merken, was gespielt wird, und schleichen leise davon, wenn sie noch können, oder hauen auf die Pauke; in beiden Fällen sehen sie sich geächtet, ausgestoßen, exkommuniziert. Die noch Verbliebenen, die schwächeren Seelen, die nichts merken können oder wollen, werden von den Fortgegangenen und auch von aller sonstigen äußeren Kritik nach Möglichkeit abgeschottet und geraten tiefer in das Abhängigkeitsverhältnis ihrer missbrauchten, zum Zwang gewordenen Hilfsbereitschaft.

Der üble Zirkus, noch immer im Namen des hohen, guten Ziels, oft noch verschärft durch eine Art "Gedankenpolizei", setzt sich fort bis zur Palastrevolte oder bis zum gewaltsamen Eingriff von außen. Wenn sich vorher etwas ändern soll, aber auch wenn man nachher etwas daraus lernen will, müssten alle Beteiligten zuerst einmal lernen, ihrer eigenen Wahrnehmung zu trauen und jederzeit das zu sagen, was sie wissen und was sie selbst gesehen haben. Durch eine gründliche, nüchterne Untersuchung müsste in allen Einzelheiten aufgedeckt werden, wie es so weit kommen konnte und wie man sich praktisch bis zur Bewusstlosigkeit von seinen Idealen entfernen konnte. Dies müsste für alle Beteiligten publik gemacht werden; dann zerbröselt der Wahnsinn. Im fortgeschrittenen Stadium der Entartung besteht freilich nur wenig Hoffnung auf eine rechtzeitige, rettende Umkehr, und wenn ganz oben mittlerweile die pure Bosheit im Sattel sitzt, dann ist es, wie die Dänen sagen, "zutiefst gute Nacht" (dybt god nat).

Manche meinen, vermutlich zu Recht, wer nicht nach den Sternen strebe, werde nicht einmal auf der Erde etwas Nennenswertes erreichen. Mag sein! Es müssen auch keineswegs alle idealistischen Bewegungen auf diese abschüssige Bahn geraten; ein sanftes, stabiles, im schmerzhaften Schmelztiegel früherer Jahrhunderte gewachsenes Wertesystem von christlicher oder humanistischer Art bietet Schutz gegen totalitäre Übertreibungen. Wir sehen das in Artikel 1 des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (Siehe die Grundrechte.) So schiebt die Macht der Erfahrung dem diabolischen Potenzial schließlich einen Riegel vor. Aber bei allen allzu gigantischen, allzu glanzäugigen und allzu umwerfenden Gruppenzielen ist ständige Wachsamkeit geboten besonders dann, wenn sie sagenhaft gut sind. (Eckehard Junge, 10. November 2010)

Dialektischer Kummerkasten

Im Urwald verhexter Konfliktphänomene
Entringt sich dem Menschen ein schweres Gestöhne.
Er schwankt zwischen furchtbar konträren Rollen,
Muss Feinden von gestern heut Hochachtung zollen
Und schiebt gar am Ende die Schuld auf die Gene.

Wo Seelenforscher euch Brücken erbauten,
Nachdem sie das Zickzackgerüst durchschauten,
Die Höllenleiter des endlosen Krampfes,
Des Fortschritte rückgängig machenden Kampfes,
Die Hickhackzwänge der früh Ergrauten

Da stehen jetzt kiebige Zinnsoldaten
Mit stumm erhobenen Jubelplakaten,
Himmelwärts ragend, bedrohlich steil,
Und versprechen dir ewiges Seelenheil
Gegen Ablasszahlung in Golddukaten.

Doch hast du das Grübeln zu Ende gesponnen
Und fandest du wieder die einfachen Wonnen,
Dann bist du fürs Erste mit leisen Gebeten
Ganz ohne Pauken und ohne Trompeten
Dem Klappern der Gegensatzpaare entronnen.

Dennoch verbleibt die Notwendigkeit
Der Überwindung von Leid und Streit ...
Ein andermal, ohne pompöse Titel,
In einem gütigen neuen Kapitel
Erheben wir uns in die Ewigkeit.

          -- Eckehard Junge, 8. November 2010
 

Halbedelsteine Foto: Martin Jahn, München

Digitale Dukatenkacker

1. November 2010: Gestern wurde mir eine Frage beantwortet, die mir schon länger unter den Nägeln brannte. Denn wir wissen ja schon, wie Geld gemacht wird, oder? „Die Regierung“ lässt die Druckerpresse anlaufen, aber nur, um die schönen Moneten sofort an die Reichen zu verteilen, an Großbankiers, Großgläubiger und andere gut betuchte Notleidende.

Ich hatte meinen Einblick in solche Vorgänge gerade durch den Artikel Stealth Monetization in the U.S.A. von einem Experten namens Gonzalo Lira vertieft. Der Titel bedeutet soviel wie „Tarnkappen-Monetarisierung in den USA“ (stealth wie beim Tarnkappenbomber), oder sagen wir mal „verkappte Monetarisierung“. Was das heißen soll? Nun, das „Liberale Institut“ hat dazu eine interessante Erklärung auf Deutsch veröffentlicht, Monetarisierung der Staatsschulden. Eine andere, schleimige, bewusst verschleiernde englische Bezeichnung für diesen Vorgang lautet „Quantitative Easing“, womit eine „Erleichterung“ durch Erhöhung der Geldmenge angedeutet wird.

Es geht um die Inflationsfalle, populär gesagt, die für eine Regierung bestehende Versuchung, „einfach Geld zu drucken“. Die Regierung druckt aber das Geld nicht selbst, sondern das darf seltsamerweise nur die Zentralbank veranlassen; in Amerika ist das die Federal Reserve Bank (kurz „Fed“), in Europa die EZB. „Die Mittel für die Begleichung der Staatsschulden kommen direkt aus der (elektronischen) Druckmaschine“, erzählt uns das Liberale Institut.

Halt, Moment mal. Elektronische Druckmaschine??? Soll das heißen, das Geld wird nicht einmal GEDRUCKT??? Ich komme gleich noch einmal darauf zurück, denn ich konnte es einfach nicht glauben!!

Laut Liberalem Institut bedeutet Monetarisierung der Staatsschuld, „dass Schuldtitel der Regierungen von der Zentralbank mit geschöpftem Geld aufgekauft werden.“ Ein Schuldtitel ist eine Urkunde, die jemanden zu einer Leistung verpflichtet. Der Staat schreibt auf ein Stück Papier „Ich schulde dir was“, mit festem Zinssatz blah blah, etwaige Rückzahlung dann und dann, und erhält dafür Geld: eine Art bedrucktes Papier, das die Leute für wertvoll zu halten hypnotisiert sind, oder ein paar Ziffern auf einem Bildschirm, an die wir auf Geheiß genialer Krokodile ebenfalls glauben müssen.

Das oben erwähnte Verkaufen von „Schuldtiteln“ bedeutet in der Praxis also, dass eine Regierung Anlagepapiere (Staatsanleihen) drucken lässt, die sie an die Zentralbank verkauft, um ihre Schulden zahlen zu können. Die Zentralbank bezahlt diese naturgemäß immer wertloser werdenden Papiere mit „geschöpftem“ Geld, also mit Geld, das sie aus der dünnen Luft hervorgekaspert hat und dessen Wert folglich ebenfalls (für uns alle!) abnimmt. (Was zum Teufel macht die Zentralbank mit diesem Ramschpapier, den staatlichen Anlagepapieren? Wahrscheinlich lässt sie sie irgendwo im Keller verrotten, denn obwohl die Papiere theoretisch eine Schuld verbriefen, deren Rückzahlung die Zentralbank bei der Regierung verlangen könnte, ist die Zentralbank doch auf wirkliches Geld gar nicht angewiesen; sie kann es ja jederzeit „nachdrucken“, und abgesehen von der Inflationsgefahr kann ihr das alles schnuppe sein.)

Man weiß jedoch, dass durch die „Monetarisierung der Staatsschulden“ die Inflation angekurbelt wird. Deshalb verbietet der EU-Vertrag der EZB, direkt bei den Regierungen Anleihen anzukaufen. Stattdessen muss die EZB „über die Sekundärmärkte Staatsanleihen erwerben“. In anderen Weltregionen ist die Hemmschwelle weniger hoch als in Europa, aber wir ersehen aus dieser Erklärung, dass auch in Europa eine „verkappte Monetarisierung“ stattfindet.

Die amerikanische Definition für Monetarisierung der Schulden (monetizing the debt) lautet gemäß Farlex Financial Dictionary ganz platt: „Im Regierungswesen das Nachdrucken von Geld, um die Staatsschulden zurückzuzahlen. Nehmen wir an, eine Regierung hätte 1 Billion $ Schulden. Theoretisch kann die Regierung einfach die Geldmenge um 1 Billion $ erhöhen und so die Staatsschuld auf null reduzieren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Regierungen ihre Schulden monetarisieren, aber weil es die in Umlauf befindliche Geldmenge erhöht, gilt das Verfahren als hochgradig inflationär.“ Die deutsche Hyperinflation von 1922 ist das bekannteste und erstaunlichste Beispiel für die möglichen Folgen einer „Monetarisierung der Schulden“.

In den USA zog man sich, soweit ich es dem Artikel von Gonzalo Lira entnehmen konnte, folgendermaßen aus der Affäre:

Die Federal Reserve Bank (Fed) hat mit ihrem frei fabrizierten Geld den Großbanken, die „zu groß sind, als dass man sie scheitern lassen dürfte“, den ganzen Giftmüll an Ramschpapieren zum Nominalwert abgekauft (also 100 Cent auf den Dollar, selbst wenn sie in Wirklichkeit bloß noch 5 Cent wert waren). Die Banken drehen sich dann dankbarerweise um und kaufen für das Geld Staatsanleihen bei der Regierung.

So kann man allen Ernstes „jemandes Schulden kaufen“, eine unbegreiflich absurde Formulierung, die mir gelegentlich untergekommen ist.

Ist das jetzt Stuss, oder was? Gehen wir es gleich noch mal durch!

In den Jahren 2008/2009 hat die Fed „ihre Bilanz ausgeweitet“. Das bedeutet, sie hat etwa 1,5 Billionen $ einfach so aus der blauen Luft hervorgezaubert. Simsalabim, 1,5 Billionen $, das sind bekanntlich anderthalbtausend Milliarden Dollar. Was hat die Fed damit gemacht? Nun, sie hat einfach den „gefährlich großen“ Banken den finanziellen Giftmüll abgekauft, all die wertlosen und unsicheren Papiere, so als ob sie wirklich so viel wert wären, wie draufgeschrieben steht.

Und was machten die Banken mit dem vielen Geld? Sie kauften dem amerikanischen Staat massenhaft Staatsanleihen ab, die sogenannten „Treasury Bonds“. Der Staat deckt mit dem Erlös gerade mal sein Haushaltsdefizit für ein Jahr; denn dieses betrug im Jahre 2009 wie auch im Jahre 2010 jeweils mehr als 1,4 Billionen $. Die Gesamthöhe der wiehernd bergauf galoppierenden Staatsschulden hat nach dem Stand von Mai 2010 bereits die 12,7-Billionen-Marke überschritten.

Sind die staatlichen „Wertpapiere“, die nach diesen unglaublichen Transaktionen jetzt den eingebildeten Vermögensstand der Großbanken abstützen, überhaupt etwas wert? Früher galten sie als sicher, aber heute, wo die Staatsschulden der USA immer weiter in die Höhe schießen, wird wohl irgendwann das Vertrauen zusammenbrechen, dass man beim Staat sein Geld wieder einfordern kann. Den hier beteiligten Illusionisten kann es beinahe egal sein, denn die Fed, die Großbanken und der Staat haben doch sowieso nach Strich und Faden geschummelt. Auf der Strecke bleiben am Ende die ehrlichen kleinen Anleger.

Ich hatte immer noch eine brennende Frage: Wird das Geld nun eigentlich gedruckt, lässt die Fed also wirklich die Druckerpressen anlaufen, oder tippt man in Dreiteufelsnamen die 1,5 Billionen Dollar (1.500.000.000.000,-) einfach kaltlächelnd in den Computer und abrakadabra, das Geld ist da? Weil es auf dem Bildschirm steht?

Ich fragte Gonzalo Lira, und er war so freundlich, mir umgehend zu antworten:

„Es wird per Computer gemacht. Ich denke, von den 2,4 Billionen $ in der Bilanz der Fed sind nur 100 Milliarden $ umlauffähiges gedrucktes Bargeld.“ (It's done by computer. Of the Fed's balance sheet of $2.4 trillion, I believe that only $100 billion is printed cash in circulation.)

Da sehen Sie mal, das nennt man „Geldschöpfung“. Alles Einbildung, alles Hokuspokus, und durchaus kein Grund, sich aufzuregen.

27. Oktober 2010: Bevor ich in diesen trödelnden, schon etwas zu kühlen Herbstzeiten mal wieder was Neues schreibe, möchte ich zumindest eine kleine musikalische Entdeckung aus meiner ferngerückten Wahlheimat Dänemark einfügen, nämlich den dunkel dahinschwingenden Titel My Tribe von der dänischen Synthirockband Spleen United. Passt ganz gut in meine Stimmungslage, wenn auch sicher nicht in jedermanns Stil, denn dänische Musik, wenngleich sie sich hier übertroffen hat, war schon immer etwas gewöhnungsbedürftig, sodass man praktisch in Dänemark gewohnt haben muss, um sie nachzuvollziehen:

 

Man kann sich auch ruhig mal den Text reinziehen: http://www.justsomelyrics.com/2071804/Spleen-United-My-Tribe-Lyrics

Und noch kurz ein Nachtrag zum Thema Aliens:

Zu den unten stehenden UFO-Geschichten um den 13. Oktober 2010 wären sicher noch einige tiefgründige Kommentare und neue Beispiele anzufügen. In der Tat haben sich während des ganzen Monats Oktober die UFO-Sichtungen über großen Städten gehäuft, allerdings meistens auf behutsame Art, nämlich in Form von Lichtkugeln oder Lichtpunkten, die entweder wackelnd und wechselnd in großer Zahl oder aber in einer ziemlich stabilen Dreiecksformation auftauchten. Wenn sich da wirklich einige "Leute" bemerkbar machen wollen, die aus weiter Ferne angereist sind (oder die sich mit holographischen Projektoren hinter den Bäumen oder in Hinterhöfen versteckt haben), dann tun sie es jedenfalls auf eine sehr sanfte Art und Weise, damit hier keiner ausflippt.

Andererseits zeigte mir meine eigene Reaktion auf ein krasses, ziemlich rasch und eindeutig als Schwindel widerlegbares Video mit einem Großraumschiff über Schanghai, dass ich trotz meiner Sympathie für diese Phänomene und trotz meiner grundsätzlichen Überzeugung, dass "da oben" reichlich viele Zivilisationen umherschwirren, nicht gegen einiges Entsetzen in der Magengrube gefeit wäre, wenn wirklich mal ein kilometergroßes Mutterschiff deutlich sichtbar für alle Medien über einer irdischen Großstadt auftauchen würde. Das gefälschte Schanghai-Video, das am 13. Oktober 2010 zum zweiten Mal bei YouTube veröffentlicht wurde, obwohl es bereits 2008 als angeblich aktuelles Ereignis gezeigt und widerlegt worden war, ist zusammengeschnitten aus einer amerikanischen Tonspur von einer kleineren UFO-Sichtung im Jahre 2006, sowie einer Reihe Bildaufnahmen von Menschenmengen in den Straßen, die in Wirklichkeit wegen der Darbietung eines Fassadenkletterers nach oben starrten, und ein paar Raumschiff-Bildfetzen aus einer Sciencefiction-Serie. Nachdem das Interesse an solchen Dingen durch Fulhams Vorhersage für den 13. Oktober 2010 stark angeheizt war, konnte das gefälschte UFO-Video von Schanghai (http://www.youtube.com/watch?v=b_xDpqSTNEQ) mit großem Effekt erneut eingeschleust werden. Ein Schwindel, wohlgemerkt. Schon am 14. Oktober 2008 hatte ein Witzbold mit diesem Video weltweite UFO-Erwartungen auf die Schippe genommen, die damals durch die falsche Prophezeiung einer Hellseherin angestachelt worden waren.

Davon mal abgesehen, gibt es zahlreiche ungewöhnliche Erscheinungen mit stichhaltigen Aspekten, die systematisch untersucht werden sollten. Durch lügenhafte Übertreibungen (die übliche Politik der Desinformation) sollte man sich nicht entmutigen lassen. Übrigens erschien, wie zu erwarten war, auch ein spätes Dementi bezüglich der Ereignisse am Fuße des Qinlang-Gebirges in China, wo ein ganzes Dorf verschwunden sein soll. Es heißt nun, "verschwunden" wäre ein Übersetzungsfehler, die Dorfbewohner wären nur davongelaufen und hätten sich versteckt. In demselben Dementi heißt es aber auch, die Lichterscheinungen wären nur Fotos von Straßenlaternen in Xianyang gewesen. Nun, damit stellt sich immer noch die Frage, wieso sich die Dorfbewohner verstecken mussten und wieso derart viel Militär unterwegs war. Insofern bietet das chinesische Ereignis noch reichlich Stoff für Nachforschungen, und man sollte z.B. auch die Frage stellen, wieso eine Woche vorher wegen einer UFO-Sichtung in China ein Flughafen geschlossen wurde. - Wenn man denn Bock darauf hat.

14. Oktober 2010, 13:01 Uhr: Am Abend des 13. Oktober 2010 (Lokalzeit) gab es eine

UFO-Sichtung über Manhattan/New York City, festgehalten per Webcam. Es war

eine Art Dreiecksformation am Nachthimmel, die von 21 Uhr bis 23.30 Uhr

in wechselnden Positionen andauerte. Es waren eindeutig keine Ballons, wie man

bei den Tagessichtungen am selben Tag behauptet hatte, und hier im gesperrten

Luftraum auch ganz bestimmt keine normalen Flugzeuge;

mal ganz abgesehen vom eigentümlichen Bewegungsmuster:

 

Ebenfalls an diesem Tag: UFO-Sichtungen über der Golden Gate Bridge, San Francisco,

und über den KLCC Towers von Kuala Lumpur, Malaysia; zumindest blitzte da was auf.

Na schön. Ich glaube, da muss ich erst einmal frühstücken. Trotzdem sind all diese

Geschichten immer noch weit entfernt von einer überzeugenden Demonstration

über zahlreichen Weltstädten ... aber seien wir nicht so pingelig. Das könnten

wir gar nicht so gut vertragen. Vielleicht wird hier schrittweise etwas in die Höhe

getrieben, um eine Art Gewöhnungseffekt zu erzielen. Fragen Sie mich aber nicht,

von wem, denn wenn wirklich gigantische Flugkörper auftauchen würden,

ohne zu landen oder mit uns zu reden, dann könnten es ja auch holographische

Projektionen sein, mit dem Ziel, die Menschheit zu "einigen" und einzuschüchtern

und eine Art Weltregierung populär zu machen.

14. Oktober 2010, 11:56 Uhr: Wenn man lange genug mit dem Fuß auf den

Boden stampft und quengelnde Geräusche macht, produziert die Welt am Ende

wirklich einen Anflug dessen, was gefordert wurde (jeder, der herumnörgelt, es möge

etwas geschehen, überlege sich daher bitte genau, was er will): Die Gerüchte über das

Verschwinden eines Dorfes im chinesischen Qinling-Gebirge (Qin Ling Shan) verdichten

sich zu konfusen Berichten, siehe die Website The Truth Behind the Scenes. Zeit und Ort

des Geschehens: Sonntag, den 10. Oktober 2010,  Qinling-Gebirge, Provinz Shaanxi;

es gibt in der Region eine Pyramide, die beeindruckende 300 m hohe Weiße

Pyramide von Xi'an, ja sogar ein ganzes Pyramidenfeld, und eine nukleartechnische

 Einrichtung. Das Pyramidenfeld wäre übrigens ein spannendes archäologisches

Thema für sich; die chinesischen Behörden erlauben dort sowieso seit einiger Zeit

keinen Zutritt. Jedenfalls soll am Fuße der Qinling-Berge ein ganzes Dorf verschwunden

sein, wenngleich die grottenschlechten Rechner-Übersetzungen kaum weitere eindeutig

entzifferbare Einzelheiten enthüllen. In der 500.000 Einwohner zählenden Stadt Xianyang

sahen viele Menschen am 10. Oktober in den Abendstunden mehrere  leuchtende

Objekte am Himmel, die sich ständig drehten; die Quelle der Erscheinung konnte nicht

identifiziert werden. All den Leuten soll sehr seltsam zumute gewesen sein. (Wen

wundert's?) Nach dieser Darstellung, die auf einen Bericht im chinesischen Rundfunk

zurückgeht, der hoffentlich bald besser übersetzt wird, dauerte die UFO-Sichtung dort

zwei bis zweieinhalb Stunden an, bis etwa 22.30 Uhr. Unerklärliche rotierende

Leuchtphänomene wurden aber auch aus anderen Städten der Umgebung berichtet.

Dann setzten sich in den Morgenstunden die Streitkräfte in Bewegung. Über die

Straßen des Bezirks fuhren Panzer, Raketen (!!!), Transportfahrzeuge, Lkws mit

verdeckten Ladeflächen. Alles ein ziemlicher Wirrwarr, Informationssperren, schwere

dunkle Wolken über den Bergen von 3 bis 5 Uhr, weitere bläulich-rote

Lichterscheinungen. Offenbar mehrere Tage lang massive Truppenbewegungen

über die Autobahn, von außen in den Bezirk herein. Am 13. Oktober verbreitet sich

das Gerücht, um 4 Uhr morgens solle (vermutlich am 11. Oktober?) ein Qinling-Bergdorf

begonnen haben, zu verschwinden. Jetzt hat die Armee alles abgesperrt. Natürlich

könnte auch ein militärtechnisches Experiment oder ein nuklearer Unfall dahinter stecken,

aber die genannten Beobachtungen (rotierende Leuchtobjekte am Himmel) widersprechen

doch zumindest dem Gemunkel von Kernkraft- oder Kernwaffenunfällen; auch

das Verschwinden eines Dorfes passt nicht ins Umfeld der Nukleartechnik. Man ist

gespannt, was da noch durchsickern wird, wenn überhaupt etwas durchsickert.

14. Oktober 2010, 4:56 Uhr: Der 13. Oktober ist im Wesentlichen vorbei, außer

in den USA, wo noch 1 bis 4 Stunden davon übrig sind, und wir warten noch

immer auf die angekündigte UFO-Massensichtung über den Weltstädten. Sollten

die vom Ex-NORAD-Offizier Stanley A. Fulham beschworenen "Transcendors" dem

hochwohlgeborenen Channeling-Medium falsche Informationen zugeschleust

haben, oder hat das Medium einen telepathischen Hörfehler? Immerhin kursieren

in diesem schicksalsschwangeren Kontext nun ein paar irrwitzige Gerüchte, dass

in China bei den Qinling-Bergen in Verbindung mit einer größeren UFO-Sichtung

bereits am 10. Oktober 2010 ein ganzes Dorf  verschwunden sein soll! Das Militär hat

die Gegend abgeriegelt. Das klingt zwar einigermaßen spektakulär, aber das Video

dazu ist mal wieder total verwaschen, während die schwachsinnigen englischen

Automaten-Übersetzungen aus dem Chinesischen nur allergrößte Verwirrung stiften,

und all diese Albernheiten (warum macht sich überhaupt jemand die Mühe?) sind noch

weit entfernt von einer ordentlichen, stinkigen UFO-Präsenz über New York, Berlin, Rom,

Athen, Moskau, Paris, Kopenhagen, Peking, Tokio, Sydney, Mexiko City, Los Angeles,

London und Rio, simultan und unwiderlegbar, krass und bedeutungsschwanger.

Jetzt setzt doch endlich mal ein deutliches EXEMPEL, Leute!!!

13. Oktober 2010, 3:19 Uhr: Heute können wir die Wahrheit der unten stehenden

Prophezeiung testen (Vorhersage einer UFO-Massensichtung am heutigen

Datum). Ich gebe der angesagten Stärkedemonstration über zahlreichen

Weltstädten, wenn sie genau an diesem Tag stattfinden soll, zwar nur eine

Wahrscheinlichkeit von etwa 1 : 99.317, weil ich meine, dass uns solche Zeichen und

Wunder in diesem Zivilisationsstadium nur alle 271 Jahre und 11 Monate passieren,

aber wer weiß, es könnte ja sein ... Hier hätten wir bereits eine vertrauenswürdige

Meldung aus Moskau vom 10. Oktober 2010, sind das die Vorboten?

"Großer UFO-Schwarm über Moskau"! Na ja ... Chinesische Laternen?

Dafür ändern sie aber verdächtig gut ihre Farbe:

 

Wer in einer Weltstadt wohnt, kann ja heute mal ausnahmsweise

nach oben sehen (macht man doch sonst gar nicht; deswegen sieht

man auch meistens keine UFOs man hat einfach nicht hingeguckt).

Siehe auch 52 UFOs über Pittsburgh, Pennsylvania am 10.10.2010.

Lassen Sie sich nicht einfach beglotzen, sondern glotzen Sie beinhart zurück!!

Und wer sich auf Amerikanisch am UFO-Thema beölen möchte, der höre http://www.roswellbooks.com/audio.html

Globale Einschüchterungsversuche

6. Oktober 2010: Um irgendwie ein paar Fetzen von der Wirklichkeit zu erhaschen und für kurze Momente einen fratzenhaften Ausschnitt zu erzielen oder schemenhaft einen Glücksmoment aufscheinen zu lassen, will ich mal kurz festhalten, was mir durch den Kopf geht, das heißt, was an lauschigen Plätzchen und in giftigen Nischen über den Bildschirm huscht, oder auch Impressionen da draußen in der Stadt. Das meiste bleibt Phantasie oder irgendwie ein Traumprodukt, sogar auf der Straße. Letztlich kann ich wohl nur auf wenige eklatante Beispiele eingehen, denn der Flickenteppich der Kurznachrichten verliert sich sofort in Bedeutungslosigkeit.
Die Nachrichten schienen eine Weile ruhig zu sein, verdächtig ruhig, aber jetzt zu Anfang Oktober beginnen sie wieder aufgeheizt zu werden. Da führt jemand was im Schilde.

Erstes Beispiel: Vorhersage einer UFO-Massensichtung am 13.10.2010

Besonders urig, aber auch gespenstisch erscheint mir die neueste Internet-Prophezeiung, ausgerechnet für ein Datum, das schon nächste Woche aktuell sein wird und sich somit gleich bestätigen oder widerlegen lässt. Als ob der künstliche Rummel um den 21. Dezember 2012 noch nicht genug wäre, hat in einem 352-seitigen Schmöker namens "Challenges of Change" ein pensionierter NORAD-Offizier namens Stanley A. Fulham für den 13. Oktober 2010 eine massenhafte UFO-Sichtung über einer Reihe von Weltstädten vorhergesagt. (NORAD ist das "Nordamerikanische Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando", hauptsächlich mit Warnfunktion für alle Raketen, Schrottstücke oder Raumschiffe, die gegen die USA oder Kanada anfliegen könnten.)
So ein NORAD-Offizier sollte eigentlich ein gestandener Vernunftmensch sein, oder? Falls die UFO-Machtdemonstration nicht stattfindet, können wir uns dann in Sicherheit wiegen? Nein, denn der "13. Oktober" ist vorsichtshalber als "vorläufig anvisiertes" Datum bezeichnet worden. Wir können uns bis dahin also in Ungläubigkeit üben, uns jedoch nachher nicht beruhigt zurücklehnen. Mit der Entwarnung müssten wir bis Ende 2010 warten, weil dieses absolut epochale Ereignis auf jeden Fall noch 2010 stattfinden soll. Das sagen angeblich die "Transcendors", ein Verbund von 43.000 uralten Seelen, deren Botschaften über ein Medium zu uns kanalisiert wurden. (Auf Englisch nachzulesen, inklusive Interview-Video, in der Website UFOs on Earth).
Ich bin mir nicht ganz sicher, wieso "uralte Seelen" immer als besonders weise und hochstehend dargestellt werden. Vielleicht sind diese Seelengreise ja aufgrund ihres Alters schon total heruntergewirtschaftet? Genau wie die meisten von uns hier auf Erden, die meines Erachtens ebenfalls unvorstellbar alte Seelen sind, und gerade deshalb so müde und reichlich seltsam und zum Teil gar nicht vertrauenswürdig?
Der Autor zehrt, so heißt es, von seinen militärischen Erfahrungen mit dem UFO-Phänomen, die bis in den 2. Weltkrieg zurückreichen und später seinen Dienst bei NORAD durchziehen; außerdem habe er jahrzehntelang mit einem hohen NORAD-Nachrichtendienstler in Verbindung gestanden, der ihn mit einer Fülle historischer Informationen über die Erkenntnisse von NORAD bezüglich der UFO/Alien-Realität versorgt haben soll. Die Öffentlichkeit habe nie etwas davon gehört, weil sie nach Ansicht des Militärs nicht reif dafür gewesen sei.
Der Clou bei der ganzen Sache ist freilich wieder ein erschreckend aufgeblasenes Stück Al-Gore-Propaganda zum Thema Kohlendioxid und ein weiterer Schub in Richtung autoritäre Weltregierung. Denn diese erste Massensichtung der Aliens über den Weltstädten soll zwar nicht gleich mit irgendeiner Kommunikation oder physischen Landung verbunden sein (als ob die Weltbevölkerung angesichts einer solchen Demonstration nicht sowieso in Panik geraten würde), sondern soll der Auftakt zur Vermittlung fremder Technologien sein, die uns insbesondere dabei helfen würden, den Überschuss an CO2 bereits bis 2015 aus der Erdatmosphäre zu entfernen, weil wir sonst bald alle draufgehen würden! Ja, kotz mich doch der Hugo! Das ist dieselbe völlig extreme, furchteinflößende Propagandamasche, wie ich sie vorgestern am Beispiel des Gutmenschen-Splatter-Videos mit seinen fleischfetzenspritzenden CO2-Verweigerer-Hinrichtungen aufgezeigt habe (siehe unten, Notiz vom 4. Oktober 2010, "Blutrünstige Ökofaschisten setzen auf Massaker-Video"). Tickt es bei denen noch richtig? Schwimmen den mit Teufelspuppen wedelnden Emissionshändlern und Möchtegern-Weltherrschern die Felle davon, dass sie nun derart verzweifelte Propaganda-Maßnahmen ergreifen? Sind zu viele Menschen am Aufwachen? Gießen die Mächte des Guten derzeit gnädigerweise den Geist der Klarheit über uns aus, sodass wir immer rascher kapieren, welches faule Spiel hier gespielt wird?
Ach, ach. Firlefanz! Es sind sicher nur hohle Drohgebärden, oder? Moderne Gruselmärchen? Ich müsste mich sonst sehr wundern! Auf jeden Fall wäre die Langeweile bei einer solchen weltweiten Sichtung wie weggeblasen. Im Falle eines Falles bitte nicht aufregen, sondern abwarten und Kamillentee trinken.

Zweites Beispiel: Künstlich aufgeputschte Terror-Warnstufen

Vor etwa einer Woche schaltete ich morgens um halb vier zwecks banaler Entspannung den Fernseher ein und wurde in meiner zerstreuten Gemütlichkeit durch seltsame Meldungen auf CNN aufgeschreckt. Wie, was?! Was flackterte da über den Schirm? "Drohnen werfen Raketen ab" hieß es da in der Breaking-News-Schriftzeile, und das Gelaber der typischen CNN-Schock- und Militärexperten ließ sehr Böses ahnen, sie redeten von "möglichen Angriffen auf Europa", und eine sehr undeutliche Karte war mit grellen Explosionssymbolen gespickt. Wie sich dann herausstellte, wurden in einer CIA-Operation (!) unbemannte Flugzeuge nach Pakistan geschickt, um dort in der Tat die üblichen "Präzisionsbomben" abzuwerfen. Suggeriert wurde, dass wir "andernfalls" mit schrecklichen Angriffen in der westlichen Welt zu rechnen hätten.
Ich habe eher den Eindruck, dass solche Angriffe auf diesem Weg provoziert werden sollen. Siehe den unterschwellig kritteligen Artikel in der Website des großen amerikanischen Radiosenders NPR unter dem Titel "Deutscher Minister spielt die Terror-Bedrohung herunter; Frankreich warnt vor Anschlägen in Großbritannien" (German Minister Downplays Terror Threat; France Warns of Strikes in UK).
Ah ja, die bösen Deutschen und die unartigen Franzosen. Sie GLAUBEN es mal wieder nicht! Das angenehm konservativ-sture Konterfei des deutschen Innenministers Thomas de Maiziere ziert denn auch anklagend den Titel der Seite. Der Minister sagte recht patzig, es gebe kein Thermometer, mit dem sich der aktuelle Gefahrenpegel messen lasse. Bravo! Und besonders witzig die Franzosen, die stattdessen vor Anschlägen in Großbritannien warnen. Mit Chic aus der Affäre gezogen.
Du meine Güte ... Dieses Vergehen kommt am Ende noch in die Liste der Schwerverbrechen
: "Herunterspielen einer Terror-Bedrohung". Die schlimmste Bedrohung kommt natürlich von den Terror-Spezialisten selbst, die uns mit ihrem Terror-Scheiß terrorisieren. DAS ist der Terror, jedenfalls macht es in diesen Zeiten mindestens 99,9 Prozent des wirklichen irdischen Terrors aus.

Autoaufkleber in Kalifornien: Ihr lacht mich aus, weil ich anders bin; ich lach euch aus, weil ihr alle gleich seid.

 

Gegengewicht meinerseits

Das Foto zeigt den Krefelder Westwall mit Liebfrauenkirche, als die Bäume noch klein waren (Blick nach Norden)

Einfach mal um den Block gehen, oder einen noch längeren Spaziergang durch weite Teile der Stadt unternehmen, auch in Straßen, wo ich noch nie war. Eine besonders reizvolle, romantische Ecke bietet Krefeld am nördlichen Ende des Westwalls, wo die großen alten Bäume zu beiden Seiten der Parkanlage einen mächtigen Baldachin bilden und von beiden Seiten die Zimmerbeleuchtung der Anwohner durch das Laub hereinschimmert. Zum Abschluss der großen Allee erhebt sich die kühne Spitze der Liebfrauenkirche in all ihrer christlichen Pracht und kündet von der Macht des Glaubens durch die Jahrhunderte. Diese stabile Umgebung finde ich jedenfalls, ob Christ oder nicht, äußerst beruhigend, und ich hoffe doch, dass durch all die Wirren der nächsten Jahrzehnte noch sehr, sehr viel von dieser spirituellen und gottestreuen Atmosphäre und Tradition erhalten bleiben wird.

Blutrünstige Ökofaschisten setzen auf Massaker-Video

4. Oktober 2010: Man wagt es kaum noch zu berichten, denn die Wahrheit ist eine freundliche Lady von gestern und ein unerträgliches Schreckgespenst von heute. Wahnsinnige Propagandisten des Lügenkults um die angeblich vom Menschen verursachte Erderwärmung haben ein mit Blut und Fleischfetzen spritzendes Video produziert, um Kindern durch satanistische Gehirnwäsche die CO2-(Emissionshandel)-Ideologie zu implantieren. Wer sich der Klimasekte nicht unterwirft, wird gnadenlos gesprengt. Siehe die Links Klimakult-Gehirnwäsche der Öko-Faschisten zielt auf unsere Kinder ab und Ökofaschistischer Splatter-Werbespot sowie meine früheren Notizen hier auf der Blogseite (Hinunterscrollen zur "Mother-Nature"-Karikatur zwischen den Überschriften "Zweischneidiges Schwert" und "Der große Klimaschwindel"). Ja, ja, die Produzenten haben sich "entschuldigt", aber das nützt ja nichts, denn jetzt hüpft das fragliche Video im Internet herum und wird in sich selbst zum perversen Kult.

Es wäre normalerweise unfair, auf die Bedeutung des englischen Wortes "gore" hinzuweisen, denn Namen sollten Schall und Rauch sein; jedoch in diesem Falle erscheint mir der kindische Hinweis aufs amerikanische Wörterbuch angemessen: "Gore" bedeutet "geronnenes Blut aus einer Wunde; gewaltsames Blutvergießen"; und als Verb (to gore): "mit den Hörnern zerfleischen". Leute mit blasser Persönlichkeit und empfindlichem Identitätsmangel verfallen manchmal darauf, ihren eigenen Namen buchstäblich zu dramatisieren. Darum hütet eure Kinder vor solchen theatralischen Einflüssen!

Die infernalische Geschmacksrichtung der "Neuen Weltordnung" kommt nun immer schamloser zum Ausdruck. Die gesamte Medienwelt (Filme, Spiele, Porno, Nachrichten) kotzt uns in beschleunigtem Stakkato groteske Verstöße gegen die Menschenwürde auf den Tisch. Die abgrundtiefe Verachtung der gehörnten Globalisten gegen die Menschen und gegen alles Menschliche nimmt unerträgliche Formen an. Hoffentlich gehören Ausbrüche wie das genannte Splatter-Video, wie manche meinen, bereits zu den letzten verzweifelten Todeszuckungen der weltweit operierenden, extrem psychopathischen Machtclique hinter den sichtbaren Regenten. Die Wahrheit schreit uns doch schon allen ins Gesicht.

Zabriskie Point, Death Valley, Kalifornien PDphoto.org • Bild anklicken für ein Ave Maria von Celtic Woman.

Der Wüstenschrat

Weit hinter sonnenversengten Bergen
Bei seltsam umprogrammierten Zwergen,
Geschützt von Skorpionen und Spinnenlegionen,
Klapperschlangen und Schnüffelspionen,
Lebt hemmungslos ein Wüstenschrat
In einem entarteten Gruselstaat.

Ein weltweites Netz von Spendensammlern,
Hilfsbereiten und Luxusgammlern
Treibt die Kröten für ihn ein,
Für Marmorsäle und teuren Wein,
Während in vergitterten Gruften
Tag und Nacht die Sklaven schuften.

Läuft ein Sklave tatsächlich fort,
Wissen die Schnüffler Zeit und Ort,
Die Namen aller enttäuschten Verwandten,
Nuttenliebchen und hilfreichen Tanten,
Laufen dem Durchgeprügelten nach
Und holen ihn heim in tiefster Schmach.

Der Wüstenschrat zeigt sich leider nur selten,
Außer im päpstlichen Ornat,
Und draußen verehren ihn all die Geprellten
Als ihren großen, unfehlbaren Schrat.
Man überlege sich nicht, wer er sei,
Sonst kommt die Gedankenpolizei.

Eckehard Junge

10. Oktober 2010

Der Zeitgeist hat sich die Brille geputzt

 

26. September 2010: Man könnte eigentlich bloggen, bis man schwarz wird. Einiges bleibt liegen; ein netter Stadtspaziergang ist erfreulicher. Hinter der kolossalen katholischen Josefkirche in Krefeld war Schulfest, gelungenes Multikulti, glückliche Kinder, türkische und griechische Musik, Wurstbuden und reichlich Getränke und lustige Spiele, Wettbewerb im Mäuschenziehen an Wickelstangen, null Problemo und viel Sonne. Auf den Plätzen der Innenstadt Musik, munteres rheinisches Treiben und Schmausen, es durfte sogar getanzt werden. Reiches Schlemmersortiment in allen Läden. Zum Abschluss noch die überaus nette, ansteckend lustige Türkenbelegschaft im großen Gemüseladen gleich um die Ecke. Warum und worüber sollte ich klagen? Nun, darüber ganz bestimmt nicht.

Beklagenswert sind andere Dinge, irgendwo da draußen in weiter Ferne, teils bedrohlich sogar, aber vielleicht renken sich diese Verrenkungen wieder ein. Wer weiß? Wir lassen uns nicht die Laune verderben! Interpreten des Zeitgeistes künden vom rapiden Wandel, alles ändert sich, Pippifax. Schon Gerhard Schröder hielt auf irgendeiner Messe seinerzeit eine Rede über den nichtssagenden Veränderungs-Tick, alles ginge immer schneller, der Wandel überschlage sich geradezu, und Barack Obama, wenn er denn wirklich so heißt, ließ sich mit dem Veränderungs-Motto zum Präsidenten wählen, schob aber im gleichen Atemzug der Bevölkerung den Schwarzen Peter zu, indem er den Wählern das Mantra vorlaberte: „Veränderung, an die wir glauben können.“ (Change we can believe in.) Keine spezifischen Angaben, kein klares Programm, sondern am Ende sogar: „Wir sind die, auf die wir gewartet haben.“ (We are the ones we've been waiting for.) Lächerlich. Jetzt ist er gewählt und nicht zuständig, denn „wir“, nicht er, sind „die, auf die wir gewartet haben.“ Wir warten immer noch, könnten die Amis sagen. Inzwischen sind da drüben 43 Millionen Menschen auf die Armenfütterung angewiesen, Volksküche, Essensmarken, Schlange stehen.

Der Zeitgeist treibt noch ganz andere Blüten als bloß den „Wandel“. Die Bevölkerungen werden sensibler gegenüber Lügnern, Betrügern und Heuchlern an der Spitze der verschiedensten Organisationen, Banken, Kirchen, Religionen, Regierungen, Konzerne usw. Mit absurden Widersprüchen, illegaler Bereicherung, Missbrauch, Unverschämtheiten und fadenscheiniger Propaganda kommen die Bonzen, Oberpfaffen, Vorstandsvorsitzenden, Amtsträger, Investmentberater und Kopfjäger des Establishments nicht mehr durch. Es ist Schluss damit, wir lassen uns das nicht mehr gefallen. Die Konsequenz dieser Erkenntnis gewinnt an Wucht, beschleunigt sich in der generellen Tendenz, dass die wahren Machtverhältnisse und all die alten und neuen Lügengebäude jetzt sehr viel schneller und schärfer durchschaut werden. Dabei wird es auch notwendig, dass der Einzelne sich seinen eigenen Widersprüchen, seinen selbst erlittenen Verletzungen und seinen eigenen Verlusten und Missetaten stellt. In den geistreichen astrologischen Abhandlungen einer Dame mit dem unwahrscheinlichen Namen Barbara Hand Clow (siehe die Website Conspiracy Planet) werden diese dramatischen Herausforderungen mit den Positionen von Planeten, Sternen und Sternbildern in Zusammenhang gebracht. Nun gut, so kann man es sehen, und man kann auch den „Zeitgeist“ oder „das Wirken des Weltgeistes“ als Erklärung herbeizitieren.

Ich würde jedoch in erster Linie sagen, dass das Internet der wichtigste Katalysator der aktuellen Entwicklung ist, der Tendenz zur möglichst raschen, oft schmerzhaften Befreiung von alten Fesseln und bescheuerten Illusions-Ausbeutern. Wenn so ziemlich jede Information frei zugänglich ist, geraten die Diktatoren, die herrschenden Kleingeister, die hochdekorierten Pappnasen und illuminatischen Möchtegern-Übermenschen sehr schnell in Verlegenheit. Es ist jämmerlich, wie sie noch versuchen, die Schotten dichtzumachen und ihren schrumpfenden Sklavenhaufen Scheuklappen und Maulkörbe anzulegen. Das nützt jetzt alles nichts mehr. Die Wahrheit wird herauskommen. Die Wahrheit wird nicht unbedingt einen himmlischen Glanz aufweisen, sondern oft werden es einfach nüchterne Fakten sein, vielleicht auch peinliche Fakten, aber sobald diese Dinge voll und ganz ans Licht der gütigen Sonne gekommen sind, wirft man noch einen gelangweilten Blick darauf und sieht sie zu Staub zerfallen, genau wie die sprichwörtlichen Vampire selbst: die jämmerlich nackt gewordenen Drahtzieher und Marionettenherrscher, die vormals so schöne purpurne Mäntel trugen.

Lassen wir das mal genügen als Wort zum Sonntag. Ich könnte noch viel übers Bienensterben und über Bilderberger, Wirtschafts-Alpträume und fanatisch-eugenische Bevölkerungsreduzierung sagen, aber lassen wir's für ein andermal.
 

Neurotische Neuronenkitzler                        – Eckehard Junge, 16. Sept. 2010

Getrieben vom Hunger nach juckenden Bildern,
nach lustvollen Posen und peinlicher Beute,
öffneten zahlreiche arglose Leute
die Büchse der Pandora und ließen
verborgene Pilze bedenklich sprießen
und lichtvolle Seelenfreude verwildern.

Vergeudete Kraft und verschwendete Jahre,
einsamer Wahn und ergraute Haare ...
Keiner spricht mehr mit dem andern,
während sie durch den Supermarkt wandern,
nächtlich verblendet und täglich verschwendet,
nervlich gestresst und dem Teufel gespendet.

Kisten und Kästen spucken weiter
den Bildersturm in die Hirne hinein,
Elektronen erregen Neuronen
und weigern sich, deine Ehre zu schonen,
denn gräulich bekleckst und selten heiter
verwandeln sie dich in ein Libidoschwein.

Es wäre alles ganz schön gewesen,
hätten wir redlich die Liebe gelobt,
einander aus glänzenden Augen gelesen,
um selig den seelischen Partner zu finden
und physische Grenzen zu überwinden,
während woanders die Schlüpfrigkeit tobt.

Denn oh du Seiender, den keiner sieht,
du bildlich dich Äußernder, der du bist:
In all dem optischen Saugen und Spreizen
wirst du aufs Kläglichste vermisst,
weil Schmerz und Sexsucht die Hölle heizen
und Hurenbeglotzen die Seele frisst.

Der Anti-Onanie-Verein
hätte Wohl wollend beinahe recht,
nur leider ist sein Fanatismus
moralisch versauert und grottenschlecht.
So wird die Religion zum Beschissmus
und Sado-Ethik ist leider nicht echt.

Die haben sich allzu oft eingemischt
ins Liebesleben von Mann und Frau
und machten die Zärtlichen hier auf Erden,
die Lieblichen, Sonnigen, zynisch zur Sau.
Ohne Verständnis für Sein und Werden
hat schon so mancher im Trüben gefischt.

Während die einen uns überschütten
mit Pornofluten, die nicht enden,
durchsuchen die anderen unsere Hütten
und prüfen den Schweiß an unseren Händen.
Irgendwo zwischen Reis und Bohnen
muss noch ein Hauch von Liebe wohnen.

Remix!

Wir kleideten uns in Weiß,
weil wir meinten,
Weiß sei die Farbe der Tatsachen.
Wir würdigten und entwürdigten uns,
weil Wesen wie wir
Geschichte machen.

Wir kleideten uns in Blau,
weil wir meinten,
Blau sei die Farbe der Pflichterfüllung.
Doch leider, oh leider, verirrten wir uns
in eine quengelnde, pingelig nörgelnde,
mickrig bezahlte Richterstellung.

Wir kleideten uns in leuchtendes Rot,
weil die Liebe uns inniglich liebte,
uns siedend heiß küsste im Himmelfahrtsboot.
Wir machten uns frei und schlossen uns ein,
erzitterten vor dem totalen Verbot
und rubbelten die Schlange tot.

Remix! Get Your Freak On!

Wir werden uns wieder anders kleiden
auf ungehemmter Lebensbahn.
Wir lassen uns nicht die Wahrheit verleiden
durch diktatorisch-reptilischen Wahn!
Wir lassen uns nicht die Pflicht vermiesen
durch winzige, wütende Möchtegernriesen!
Und ohne den liebevoll strammen Max
Sind Supermänner Pippifax.

       – Eckehard Junge, 4. September 2010

Man höre dazu auch Missy Elliott & Nelly Furtado, Get Ur Freak On

Pressefreiheit

Eine der besten Grundsatzreden zum Thema Pressefreiheit, aktuell wie eh und je:

John F. Kennedy am 27. April 1961 vor Zeitungsverlegern (Original und Übersetzung)

The very word secrecy is repugnant in a free and open society and we are as a people inherently and historically opposed to secret societies, to secret oaths and to secret proceedings.

We decided long ago that the dangers of excessive and unwarranted concealment of pertinent facts far outweigh the dangers which are cited to justify them. Even today there is little value in opposing the threat of a closed society by imitating its arbitrary restrictions.

Even today there is little value in ensuring the survival of our nation, if our traditions do not survive with it. And there is very grave danger that an announced need for increased security will be seized upon by those anxious to expand its meaning to the very limits of official censorship and concealment.

That I do not intend to permit to the extent that it is in my control and no official of my administration, weather his rank is high or low, civilian or military should interpret my words here tonight as an excuse to censor the news, to stifle dissent, to cover up our mistakes or to withhold from the press or the public the facts that they deserve to know.

For we are opposed around the world by a monolithic and ruthless conspiracy that relies primarily on covert means for expanding its sphere of influence. On infiltration instead of invasion, on subversion instead of elections, on intimidation instead of free choice, on guerillas by night instead of armies by day. It is a system which has conscripted vast human and material resources into the building of a tightly knit highly efficient machine that combines military, diplomatic, intelligence, economic, scientific and political operations. Its preparations are concealed not published, its mistakes are buried not headlined, its dissenters are silenced not praised, no expenditure is questioned, no rumor is printed, no secret is revealed.

No president should fear public scrutiny of his program. For from that scrutiny comes understanding and from that understanding comes support or opposition and both are necessary. I’m not asking your newspapers to support an administration but I am asking your help in the tremendous task of informing and alerting the American people for I have complete confidence in the response and dedication of our citizens whenever they are fully informed. I not only could not stifle controversy among your readers I welcome it. This administration intends to be candid about its errors, for as a wise man once said „an error doesn’t become a mistake until you refuse to correct it“.

We intend to accept full responsibility for our errors and we expect you to point them out when we miss them. Without debate, without criticism no administration and no country can succeed and no republic can survive. That is why the Athenian law maker Solon decreed it a crime for any citizen to shrink from controversy and that is why our press was protected by the first amendment. The only business in America specifically protected by the constitution not primarily to amuse and entertain, not to emphasize the trivial and sentimental, not to simply give the public what it wants but to inform, to arouse, to reflect, to state our dangers and our opportunities, to indicate our crises and our choices, to lead, mold, educate and sometimes even anger public opinion. This means greater coverage and analysis of international news, for it is no longer far away and foreign but close at hand and local. It means greater attention to improved understanding of the news as well as improved transmission and it means finally that government at all levels must meet its obligation to provide you with the fullest possible information outside the narrowest limits of national security.

So it is to the printing press, to the recorder of Man's deeds, to the keeper of his conscience, the courier of his news that we look for strength and assistance confident that with your help man will be what he was born to be: free and independent.

Waldorf-Astoria Hotel, New York: Vollständige Rede, Audio.

Geheimhaltung ist einer freien und offenen Gesellschaft von Grund auf zuwider. Als Volk haben wir eine natürliche und historische Abneigung gegen Geheimgesellschaften, geheime Schwüre und geheime Machenschaften.

Wir hatten schon vor langer Zeit entschieden, dass die Nachteile einer übermäßigen Geheimhaltung relevanter Tatsachen die Gefahren weit übersteigen, mit denen diese Geheimhaltung gerechtfertigt wird. Auch heute wäre es ziemlich sinnlos, einer unfreien Gesellschaft entgegenzutreten, indem man ihre willkürlichen Beschränkungen nachahmt.

Das Überleben unserer Nation hätte kaum einen Wert, wenn unsere (freiheitlichen) Traditionen nicht ebenfalls fortbestünden. Es gibt eine sehr ernste Gefahr, dass der Vorwand der Sicherheit missbraucht wird, um Zensur und Geheimhaltung extrem auszudehnen.

Ich habe nicht die Absicht, so etwas zu dulden, soweit dies in meiner Kontrolle liegt, und kein Beamter meiner Administration, egal in welchem Rang, zivil oder militärisch, sollte meine Worte hier und heute Abend als eine Entschuldigung interpretieren, um Nachrichten zu zensieren oder andere Meinungen zu unterdrücken, unsere Fehler zu vertuschen oder der Presse und der Öffentlichkeit Tatsachen vorzuenthalten, die sie erfahren sollten.

Denn wir sind rund um die Welt mit einer monolithischen und rücksichtslosen Verschwörung konfrontiert, die ihren Einfluss mit verdeckten Mitteln ausbreitet: mit Infiltration statt Invasion, mit Umsturz statt Wahlen, mit Einschüchterung statt Selbstbestimmung, mit Guerillakämpfern bei Nacht statt Armeen am Tag. Es ist ein System, das mit gewaltigen menschlichen und materiellen Ressourcen eine komplexe und effiziente Maschinerie aufgebaut hat, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen verbindet. Ihre Pläne werden nicht veröffentlicht, sondern verborgen, ihre Fehlschläge werden begraben, nicht publiziert, Andersdenkende werden nicht gelobt, sondern zum Schweigen gebracht, keine Aufwendung wird in Frage gestellt, kein Gerücht wird gedruckt, kein Geheimnis wird enthüllt.

Kein Präsident sollte die öffentliche Untersuchung seines Programms fürchten, weil aus der genauen Kenntnis sowohl Unterstützung wie auch Opposition kommt; und beides ist notwendig. Ich bitte Ihre Zeitungen nicht, meine Regierung zu unterstützen, aber ich bitte Sie um Ihre Mithilfe bei der enormen Aufgabe, das amerikanische Volk zu informieren und zu alarmieren, weil ich vollstes Vertrauen in die Reaktion und das Engagement unserer Bürger habe, wenn sie über alles uneingeschränkt informiert werden. Ich will die Kontroversen unter Ihren Lesern nicht ersticken, ich begrüße sie sogar. Meine Regierung will auch offen zu ihren Irrtümern stehen, denn wie ein kluger Mann einst sagte: Irrtümer werden erst zu Fehlern, wenn man sich weigert, sie zu korrigieren.

Wir haben die Absicht, volle Verantwortung für unsere Irrtümer zu übernehmen, und wir erwarten von Ihnen, dass Sie uns darauf hinweisen, wenn wir das versäumen. Ohne Debatte und Kritik kann keine Regierung und kein Land erfolgreich sein, und keine Republik kann überleben. Deshalb verfügte der athenische (altgriechische) Gesetzgeber Solon, dass es für jeden Bürger ein Verbrechen sei, vor Meinungsverschiedenheiten zurückzuweichen, und genau deshalb wurde unsere Presse durch den ersten Verfassungszusatz besonders geschützt. Die Pressefreiheit in Amerika wurde nicht durch einen speziellen Verfassungszusatz geschützt, um zu amüsieren und Leser zu gewinnen, nicht um das Triviale und Sentimentale zu fördern, nicht um dem Publikum immer das zu geben, was es gerade will, sondern um über Gefahren und Möglichkeiten zu informieren, um aufzurütteln und zu reflektieren, um unsere Krisen festzustellen und unsere Chancen anzuzeigen, manchmal sogar die öffentliche Meinung zu führen, zu formen, zu bilden und herauszufordern. Das bedeutet mehr Berichte und Analysen von internationalen Ereignissen, denn das alles ist heute nicht mehr weit weg, sondern ganz in der Nähe und zu Hause. Das bedeutet mehr Aufmerksamkeit und besseres Verständnis der Nachrichten sowie verbesserte Berichterstattung, und es bedeutet schließlich, dass die Regierung auf allen Ebenen ihre Verpflichtung erfüllen muss, Sie außerhalb engster Grenzen der nationalen Sicherheit mit einer größtmöglichen Fülle an unzensierten Information zu versorgen.

Es liegt also in der Verantwortung der Printmedien, die Taten des Menschen aufzuzeichnen, sein Gewissen zu bewahren, der Bote seiner Nachrichten zu sein, damit wir die Kraft und den Beistand finden, auf dass mit Ihrer Hilfe der Mensch zu dem wird, wozu er geboren wurde: frei und unabhängig.
 

14. August 2010: Hier ein ganz eigentümliches Stückchen Text, bezogen auf die Luzifer-Interpretation des deutschen Mystikers Jakob Böhme (1576-1624), wobei auch die Welt als schillernde Vorstellung und das Wesen der Versuchung des Geistes überhaupt und an sich deutlich aufscheint – gewiss nicht jedermanns Geschmack und nicht für jedermann nachvollziehbar, aber mich macht diese nebelhafte, verkappt ketzerische Grübelei derzeit auf bauchnabelnuckelnde Weise an. Es ist ein recht billiges Vergnügen, denn den Ärger deswegen hat ja bereits der Herr Böhme seinerzeit abgekriegt. Im Grunde hat er jedoch nicht moralisiert, sondern nur unter Verwendung religiöser Begriffe auf Teufel komm raus philosophiert. Es geht um ein existenzielles Grundproblem, das unweigerlich aufgrund der Dualität zwischen Sein und Werden entsteht, vor allem wenn das bewusste und eigenwillige Gewordene schaudernd in seinen eigenen Urgrund zurückblickt (von Böhme Ungrund genannt), aus dem es als Einzelseele einst hervorging und an dessen Eigenschaften und Grundproblemen es in seiner Nichtmaterialität einen gewissen Anteil hat (seither streiten sich die Theologen, wie groß dieser Anteil sei oder sein dürfe; meistens wollen sie ihn klein halten). Das ist in Tat und Wahrheit sehr heikel, aber es möge hier in dieser Form kurz angeknabbert werden, weil ich meine Bedenken momentan nicht anders auszudrücken weiß oder auszudrücken wage:

<Die Magie der Imagination spielt in Böhmes Weltanschauung eine ungeheure Rolle. Durch die Imagination ward die Welt geschaffen, durch sie erfolgte auch der Sündenfall des Teufels in der Welt. Der Sündenfall der Kreatur entscheidet sich für Böhme nicht in der menschlichen, sondern in der englischen Welt [Engelswelt], die menschliche Welt entsteht erst später und soll die Tat wieder gut machen, die der gefallene Engel beging. Den Fall Luzifers definiert Böhme folgendermaßen: Denn Luzifer ging aus der Ruhe seiner Hierarchie aus, in die ewige Unruhe.“ Es erfolgt eine Verschiebung des hierarchischen Zentrums, eine Verletzung der hierarchischen Ordnung. Böhme beschreibt den Fall Luzifers folgendermaßen: Dass sich der freie Wille im Feuerspiegel besah, was er wäre, dieser Glanz machte ihn beweglich, dass er sich nach den Eigenschaften des Centri [Mittelpunkts] bewegte, welche zuhand [sogleich] anfingen zu qualifizieren. Denn die herbe, strenge Begierde, als die erste Gestalt oder Eigenschaft, impressete sich [prägte sich auf], und erweckte den Stachel und die Angstbegierde: also überschattete dieser schöne Stern sein Licht, und machte sein Wesen ganz herb, rauh und streng; und ward seine Sanftmut und recht englische [engelhafte] Eigenschaft in ein ganz streng, rauh und finster Wesen verwandelt: da war es geschehen um den schönen Morgenstern, und wie er tat, taten auch seine Legionen: das ist sein Fall.“ Der Sündenfall kam vom finsteren Wünschen, von der Begierde, von der schlechten Imagination, von der dunkeln Magie des Willens.> (Jakob Böhmes Lehre von Ungrund und Freiheit, von Nikolai Berdjajew, Quelle im Netz: http://www.borisogleb.de/boehme2.html)

Tja ... so kann es gehen, und so geht es denn wohl auch, wenn der übermütige freie Wille sich selbst bespiegelt, analysiert und zerlegt, sich dann stümperhaft wieder zusammensetzt und sich in seiner Hoffart, trotz nichtüberwundener klumpiger Belastung durch dumpfige Impulse, dann Eigenschaften anmaßt, die ihm entweder gar nicht oder zumindest nicht unbegrenzt zukommen. Darum seid friedlich und lobet den Herrn.

Nastassja Kinski lässt die dumpfigen Impulse über sich ergehen

Der Autokrat

Was ihm an Demut fehlt,
versucht er auszugleichen
durch rohe Pracht.
Was ihm an Liebe fehlt,
versucht er einzufordern
durch schiere Macht.
Was ihm an Technik fehlt,
das überspielt er
durch Großmannssucht.
Was ihm an Anstand fehlt,
das überdeckt er
mit plötzlicher Wucht.

Wo Engel weinen,
kann er nur lachen
in kaltem Glanz.
Was helfen könnte
und Hoffnung brächte,
verwirft er ganz.
Herz aus Stein
und Teich aus Tränen,
Kerkerzucht und harte Hand
machen den Drachen
in allen Domänen
weithin bekannt.

Wen keiner wählte
und niemand ernannte,
spielt Fu Man Chu.
Und all die Rivalen,
die er verbannte,
schauen nur zu.
Wo Willkür herrscht,
erhebt sich die Hölle
und alles ist Schmu.
Warte nur, balde:
Im Namen der Quelle
erzürnest auch du.

Tod eines massereichen Sterns

Marslandschaft mit dem sogenannten „Wopmay Rock“

Stolz und selbstzufrieden durfte dieses zerklüftete Tierchen viele Jahrtausende lang

vor einer bizarren Felskulisse vor sich hin träumen, ohne dass einer geguckt hat.

Jetzt überlegt es sich, ob es Beinchen kriegen und einfach weggehen sollte, ganz

im Sinne der Formel: 1. Geh weg. 2. Geh weit, weit weg. 3. Geh noch weiter weg.

Schwierig, denn da es auf dem Mars liegt, ist es ja schon BANNIG weit weg! Trotzdem

steht zu befürchten, dass die kleinen Robotkameras ihm dicht auf den Fersen bleiben.

Ketzerspruch

„Wenn es jemals einen Baum des Wissens gegeben hätte oder geben könnte, dann würde Gott dem Menschen nicht verbieten, davon zu essen, sondern er würde ihm befehlen, gerade davon am allermeisten zu essen.“ (Julian, Römischer Kaiser 361-363, von den Christen „Der Abtrünnige“ genannt, zitiert von Thomas Paine)

Sommerpause: Ein etwas gelangweilter grauer Molch saß an seinem Höhlenfenster hinter Galaxis 17, trank seine Apfelschorle, schaute in den Birnbaum und ließ sich einen guten Mann sein. Mann ist wohl zu viel gesagt, er war ein bisschen dicklich und seine Ärmchen und Händchen gerade lang genug, um sich die Schorle oder nachts auch gern das weit durch die Lichtjahre vom Planeten Erde importierte Holsten Edel zu greifen. Früher hatte er zu den großen Schöpfern gehört und reihenweise glühende Gasbälle und nackte Planeten wie Billardkugeln ausgespuckt, bis es ihm zu doof wurde. Den Detailkram hatte er kleineren oder, wollen wir mal sagen, komplizierteren Geistern überlassen, und das Schicksal der Welten oder gar das der Einzelwesen mochte er überhaupt nicht lenken, da schaute er nur im intergalaktischen Fernsehen zu. Wie sie sich alle kloppten und begatteten, er hatte einen milden Spaß daran. All diese seltsamen Kreaturen, egal wie klein sie sich machten, waren nicht sein Problem: die waren ausschließlich ihr eigenes Problem, aber doch putzig anzuschauen, selbst in den Verrenkungen ihres gegenseitigen Aderlasses. Besonders komisch fand er ihre heillosen Verstrickungen in die Regelwerke der Moralisten. Je mehr sich diese Würmlein gegen die Bevormundung durch seelisch verkrüppelte Prediger wehrten, umso tiefer verhedderten sie sich im Gestrüpp der sinnlosen Verbote. Ja, ja. Immer wieder urkomisch, mit Millionen von Variationen: Ablasszahlungen in schwindelnder Höhe, tyrannische Beichtväter, angegrabbelte Chor­knaben, Selbstgeißelung vor versammelter Mannschaft, absurde Strafen, schweinisches Misstrauen, wichsende Theologen, kalte Duschen, Rufmord, hochtechnisierte Gedanken­polizei, erpresste Geständnisse und abgetriebene Wunschkinder. Außerdem summten in den Sommernächten die überaus lästigen Fliegen umher, wahrscheinlich eine Schöpfung des Teufelsmolches, und mussten zu Dutzenden totgeschlagen werden, bevor die erschöpften zweibeinigen Mörder endlich einschlafen konnten. Was für ein Spaß! All die verzweifelten Fliegentöter in ihren durchlöcherten Unterhosen, klatsch, klatsch, klatsch, und dann auch noch Gewissensbisse, es war wahrlich eine Strafe fürs unnötige Kleinsein, und ein völlig absurdes Theater. Der Molch nahm noch einen tiefen Schluck, holte sich einen runter und erschuf sich dann ein Traumboot mit tausend bunten Lichtern, um durch den fünfdimensionalen See des kosmischen Elfenkongresses zu fahren.

8. August 2010: Will nur kurz ein paar Zeilen hindreschen, damit hier keiner zu glauben beginnt, es gäbe mich nicht mehr. Es sieht so aus, als ob die Großstadt mich wieder hat (ah! ein Aufatmen!), ich will aber noch nicht sagen, welche. Der erfolgreiche Nomade macht sich beizeiten davon und verkündet einen neuen Aufenthaltsort erst dann, wenn halbwegs hoffnungsvolle Wurzeln geschlagen sind. Also betätige ich meine Tröte derzeit zwar nicht incognito, aber zumindest illocato, von überall und nirgends, was dicht beieinander liegt. Außerdem verfolgt mich neuerdings eine Stehpinkler-Sitzpinkler-Diskussion, die ich lieber nicht kommentieren will, solange meine Trennwand zur Obdachlosigkeit quasi hauchdünn ist, denn es scheint doch dieses liebliche Thema fast so brisant zu sein wie die vermeintliche Sektenfrage. Also liebe Leute (soweit meine skurrilitätsfreundlichen Leser überhaupt in der Pluralform anzusprechen sind), für heute keine Beute, haltet die Ohren steif und stählt euch oder vermählt euch, solange der Schniedel mitspielt, und haltet euch an Rotwein oder Totmannhebeln fest, falls der kleine Schalk euch den Dienst versagt, ist ja auch piepegal und die Würmer sind geduldig.

Hinduistische Götterdreiheit: Brahma, Wischnu, Schiwa

Gewaltenteilung!

17.-28. Juni 2010: Bemerkenswert klangen mir dieser Tage ein paar erfrischende alte Reden von Hillary Clinton in den Ohren, die 2005 mit großer Bravour die Wiederherstellung der Checks and Balances, d.h. eines Gleichgewichts der Kräfte im politischen Leben einforderte also die ursprünglich vorgesehene Gewaltenteilung im amerikanischen System. Der englische Ausdruck checks and balances bedeutet wörtlich Überprüfungen und Gegengewichte oder „Kontrollen und Ausgewogenheiten“. Man bezeichnet damit insbesondere die gegenseitige Kontrolle von Verfassungsorganen eines Staates, um einer Willkürherrschaft (Tyrannei) eines Einzelnen oder einer kleinen Gruppe vorzubeugen. Dazu gehört eine klare Definition der Zuständigkeiten und eine verbindlich festgelegte Reihe von Ernennungs-, Absetzungs-, Veto-, Bekräftigungs- und Korrekturbefugnissen. Wer eine Regierung zum Wohl des Volkes anstrebt, sollte sich mit diesen Fragen gründlich befassen, denn auch das wichtige Problem der Nachfolge im höchsten Amt eines Staates oder einer Organisation lässt sich mit dem Verfahrensprinzip der Gewaltenteilung gut lösen.

Im klassischen Modell soll die ausführende Gewalt (Exekutive, Regierung) vom Parlament oder vom Volk gewählt werden und sich um die Ausübung der Staatsgewalt sowie um die administrative Anwendung der Gesetze kümmern. Die Gesetze hingegen sollen vom Parlament (Legislative, gesetzgebende Versammlung) geschaffen werden, das auf jeden Fall vom Volk gewählt ist. Und drittens soll es eine unabhängige, nur dem Gesetz unterworfene Rechtsprechung (Judikative, Richterstand) geben, welche die Einhaltung der Gesetze überwacht und die Gesetze in konkreten Gerichtsverfahren verbindlich interpretiert; die Richter unterliegen keinerlei Weisungen. Man kann zu dieser Dreiteilung weitere Raffinessen hinzufügen, wie etwa ein Vetorecht des Präsidenten, der seine Unterschrift, mit der ein Gesetz endgültig in Kraft tritt, durchaus verweigern kann. Man kann auch die Legislative in ein Unterhaus und ein Oberhaus aufteilen, oder in einen Bundestag und einen Bundesrat. Ein unabhängiges Verfassungsgericht und eine unabhängig entscheidende Zentralbank kommen in vielen Staaten hinzu.

Falls Sie als Bürger eines demokratischen Landes über diese Instanzen nicht Bescheid wissen, sind Sie potenziell ein Schaf. Denn je mehr Unwissenheit herrscht, umso leichter können diese Kontrollen und Gegengewichte außer Kraft gesetzt werden, um eine widerwärtige Tyrannei einzuführen. Die Tyrannei wird Ihnen überhaupt nicht gefallen, aber wenn es so weit gekommen ist, können Sie kaum noch etwas dagegen unternehmen. Jeder angehende Diktator würde als eines seiner ersten Angriffsziele die Gewaltenteilung abschaffen und alle etwaigen Konkurrenten beseitigen. Egal ob er zehn Jahre dazu braucht, er würde nicht nachlassen, bis er das geschafft hat. Wie ein wildgewordener Polit-Highlander bildet er sich ein, es könne nur einen geben. Er sieht nicht, wie wertvoll fähige Köpfe sind, sondern betrachtet sie ausschließlich als Gefahr für ihn selbst, versteht sich. Die Situation erinnert ans Pilzezüchten: Überall, wo ein Kopf hochkommt, hackt er ihn ab. Es ist deshalb sehr wichtig, dass ein ineffektiv, destruktiv oder verrückt gewordener Chef notfalls absetzbar ist, und zwar mit verfassungsmäßigen Mitteln, nicht mit Pistolen oder Raketen, bitte. Gewaltherrscher können Aufstände oft jahrzehntelang unterdrücken; in diesem Fall müssen Sie den Willkürherrscher vielleicht bis ans Ende seines natürlichen Lebens erdulden. Hoffen Sie nicht auf die Leute in seiner nächsten Umgebung: Wenn der Kerl richtig drauflos drischt, ist er bald nur noch von schlaflosen Mäusen, demagogischen Hampelmännern und gewalttätigen Bütteln umgeben, die allesamt nach oben buckeln und nach unten treten.

Das Gute schenkt, das Böse lenkt

Gut zu sein, mein Gott, das schlaucht!

Denn Jugendkraft ist schnell verbraucht,

Wenn fern auf einem teuren Thron

Ein Innozenz Josef Napoleon

Die Idealisten im Grunde verachtet

Und nur nach Machtentfaltung trachtet.

Vorschläge werden abgelehnt

Und jahrelang neu durchgestöhnt.

Wer wegläuft, wird zurückgeholt;

Wer anders denkt, wird umgepolt.

Entwickelt mal jemand ein Eigenleben,

Sieht er sich von Detektiven umgeben.

Das Gute schenkt,

Das Böse lenkt.

Das Gute verehrt,

Das Böse begehrt.

Das Gute wird knapp,

Denn das Böse treibt ab.

Das Beichtgeheimnis wird ignoriert,

Der Ablass wiedereingeführt.

Der Führer braucht nur leise zu schnalzen,

Und überall schießen die Kaiserpfalzen,

Die Kathedralen aus dem Boden

Wie steinerne Pilze aus lustlosen Hoden.

Wer nicht spurt, plumpst in den Teich,

Oder man prügelt ihn windelweich.

Da flüchten die treusten Vasallen in Scharen!

Oder sie sind nur noch piepsende Mäuse,

Die nachts in einem verschlossnen Gehäuse

Weinerlich nach Jerusalem fahren.

Die Guten verschenken

Den Schwung ihres Lebens;

Der Irrsinn vernichtet

Die Früchte des Strebens.

Doch was wir uns denken,

Wird selten berichtet.

Und weil es im Schloss keine Zuflucht gibt,

Keine Amtsenthebung, kein Wahlverfahren,

Bleibt er gar lebenslänglich beliebt,

Getreu seinem Motto aus engen Jahren:

Man müsse die Macht nur keck ergreifen

Und auf die Machtverleihung pfeifen.

Was eine durchgeknallte Haut

Mit Willkür und Wutanfällen verkotzt,

Beseitigt ein Braver, der ihm nicht trotzt,

Bevor auch nur der Morgen graut.

So bleibt die Illusion erhalten,

Dass droben nur gute Kräfte walten.
 

Man überlege sich all diese Dinge vorher, solange die Zeiten noch ruhig und die gestaltenden Kräfte wohlwollend sind. Denn hinterher ist eine gewaltsame Revolution zwar verlockend, aber leider eine sehr schlechte Methode, um einen Machtwechsel herbeizuführen. Oft verschlimmert sie die Zustände gar, weil im Wirrwarr großer Umwälzungen nur die alten, geübten Kader wieder an die Macht kommen. Vertrauen Sie auf diesem Planeten auch nicht dem Mythos des blauen Bluts: Der Sohn des weisen, wohlmeinenden Monarchen kann bereits ein abgrundtiefer Bösewicht oder ein ausgemachter Trottel sein, oder vielleicht hat er aufs Regieren gar keinen Bock.

Wir brauchen also ein besseres, ausgewogenes, kontrollierbares System, das von vornherein vereinbart ist, umsichtig etabliert wird und stets wehrhaft verteidigt werden muss. Hilfreich und notwendig ist dabei auf jeden Fall ein hohes allgemeines Bildungsniveau. Eine mutige, aber nicht selbstherrliche Regierung würde von sich aus die Freiheit der Medien (die oft als vierte Gewalt bezeichnet werden) sowie auch der Bildungseinrichtungen fördern, gerade weil sie aus diesen Bereichen unter Beschuss gerät und immer wieder zum Umdenken genötigt wird. Das ist dynamische Intelligenz.

Eine Art fünfte Gewalt und zusätzliche Absicherung gegen den Machtmissbrauch von Regierungen bietet das Vorhandensein unabhängiger gesellschaftlicher Machtgruppen, Lobbys und Institutionen. Dazu zählen beispielsweise Kirchen, Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände, Bauernverbände, Bürgerinitiativen usw. Es kann zwar lästig sein, dass bei vielen Entscheidungen die Interessen solcher Machtgruppen oder Vertretungen berücksichtigt werden müssen, aber für die Freiheit des Einzelnen in der Gesellschaft liegt in diesem Mechanismus auch eine zusätzliche Absicherung. Im Mittelalter gab es zunächst nur zwei große Machtzentren in der Gesellschaft, nämlich das Königtum (oder Kaisertum) und die Römische Kirche. Man könnte meinen, der Einzelne würde zwischen diesen großen Mühlsteinen einfach nur zerrieben, aber in Wirklichkeit gedeiht der Einzelne erheblich besser und kann sich freier entfalten, wenn es wenigstens zwei große Gewalten in der Gesellschaft gibt, die miteinander rivalisieren und sich gegenseitig einschränken, während sie im Einzelfall auch oft eine Zuflucht vor der anderen Partei bieten, wie etwa das Kloster als Asylraum oder ein inquisitionsfeindlicher Fürstenhof.

Aber wenden wir uns wieder den eigentlichen politischen Strukturen zu: Es müssen demokratische Mechanismen für die Ernennung und Absetzung von Regierungen sowie für die Schaffung mehrheitlich und verfassungsmäßig akzeptabler Gesetze vorhanden sein. Diese Mechanismen bedürfen Ihres persönlichen Schutzes als Staatsbürger. Freiheit und Demokratie sind auf aktive Beteiligung und ständige Wachsamkeit angewiesen.

Der Zeitgeist geht leider in die andere Richtung: Diktaturen kommen wieder in Mode. Es entstehen Tyranneien, deren Absetzung oder effektive Aushebelung immer schwieriger wird. In Moskau und Brüssel sowieso, aber auch das Weiße Haus hatte sich schon unter Bill Clinton durch präsidiale Erlasse erstaunliche Befugnisse unter den Nagel gerissen, meist unter dem Vorwand von Notstandsverordnungen, und der Kongress wurde fortschreitend entmachtet. Die umfassenden, vor Willkür und Gummiparagraphen strotzenden Heimatschutzgesetze (Patriot Act) wurden unter George W. dann einfach auf den Tisch geknallt und von den Selbstverrat übenden Parlamentariern in Windeseile pauschal abgesegnet. Das erfordert nun entweder tiefschürfende Untersuchungen oder dürfte auf den ersten Blick klar sein. Forschen Sie nach und engagieren Sie sich, wenn Ihre Freiheit Ihnen lieb ist!

Eine gute grundsätzliche Darstellung dieses Themas finden Sie übrigens im philolex (philosophischen Lexikon) von Peter Möller unter dem Stichwort Gewaltenteilung. Besonders interessant finde ich dort das arrogante Lenin-Zitat: »Ich und meine Leute, wir sind die Wissenden und die Guten. Das steht außerhalb jeden Zweifels. Wieso sollten die Wissenden und Guten unter sich eine Gewaltenteilung brauchen? Und wer nicht zu meinen Leuten gehört, ist entweder nicht wissend oder nicht gut. Warum sollten solche Leute irgendeine Gewalt haben? Die Gewaltenteilung im Kapitalismus ist nur oberflächlich. Darunter verbirgt sich die Macht der Kapitalisten. Wenn meine Partei die Macht hat, dann hat durch uns das Proletariat die Macht.« Kurz gesagt: Wer uns nicht kennt, ist dumm. Wer uns hilft, ist gut. Wer uns nicht will, ist böse. (Der typische Faschist folgert daraus mit besonderem Ingrimm auch: Wer uns verlässt, ist böse.) Mit dieser primitiven Denkweise gelangt man vom absoluten Wahrheitsanspruch zum absoluten Machtanspruch, der schnell zur grausamen Tyrannei entarten kann. Denn so liegt alle Gewalt in den Händen der Spitze, und gleichzeitig gibt es keinen institutionalisierten Weg mehr, um einen verbrecherischen Diktator oder eine üble kleine Machtclique wieder abzusetzen. An diesem Punkt angekommen, hat der Einzelne im Normalfall nur noch die Möglichkeit, dem Tyrannen still und leise die Unterstützung zu verweigern. Der Effekt summiert sich allmählich.

Gentechnik kontra Gewaltenteilung

7. Juli 2010: Ein ganz übles Zeichen für die Aushebelung demokratischer Prinzipien und der konkreten Gewaltenteilung in Europa setzte der neue Gesundheits- und Verbraucher-Kommissar der Europäischen Union, der Malteser John Dalli, indem er im März 2010 die BASF-Genkartoffel „ Amflora“ genehmigte und seitdem auf eine drastische Erleichterung der Zulassungsvoraussetzungen für weitere genmanipulierte Pflanzen hinarbeitet. Dalli plant den Ministerrat aus dem Genehmigungsverfahren auszuschalten (Zerstörung der Gewaltenteilung, in diesem Fall zugunsten der Brüsseler Gentech-Lobby!). Wenn Sie mehr darüber wissen wollen und/oder an einer Unterschriftenaktion gegen diese perfiden Maßnahmen teilnehmen möchten, kann ich die Seite Gentechnik-Durchmarsch stoppen! vom Umweltinstitut München e.V. und die dort in der Menüleiste aufgeführten Info-Links empfehlen.

Und extrem witzig, unmöglich verkneifbar, wunderbar politisch inkorrekt, aus Kanada von den Truther Girls:

Kultur als menschliche Einstellung ist Frömmigkeit gegenüber den Dingen.“ - Soeffner, 1990

Bayerisches Flaggenfoto (links): Martin Jahn, München

Kleine Grundsatzerklärung zur Weltsynopse

3. Juli 2010: Es wäre schön, trotz der unüberschaubaren Fülle an rasch auswuchernden Fachgebieten eine Art Universalgenie zu sein, aber ich kann wohl nur noch von einem gewissen Talent zur Synopse (Gesamtschau, vergleichenden Übersicht) Gebrauch machen. Dabei würde ich sowohl die Grundlagen verschiedener Wissensgebiete als auch besondere, ungewöhnliche Nachrichten heranziehen, vor allem solche, die den bisherigen Denkrahmen zu sprengen scheinen. Damit eine Wissenschaft einen Sprung nach vorn erleben kann, müssen Ausnahmefälle zu den geltenden Regeln untersucht werden; dann kann nach längeren Auseinandersetzungen eine neue, bessere, größere Theorie formuliert werden, die in der Lage ist, die bisherigen Ausnahmen in sich mit einzuschließen und sie zu erklären (wie seinerzeit Einsteins Relativitätstheorie). Nach etlichen Jahrzehnten oder Jahrhunderten beginnt dann die Auseinandersetzung mit den Ausnahmen aufs Neue, weil inzwischen durch neue, ausgeweitete Beobachtungsmöglichkeiten wiederum eine Reihe von Ausnahmen zur herrschenden Regel festgestellt werden konnten, die einer größeren und besseren Theorie bedürfen.

Dieses Grundprinzip der Wissenschaftstheorie wurde von einem gescheiten Philosophen namens Karl Popper (1902-1994) erkannt. Demnach kann eine wissenschaftliche Aussage nur als vorläufig verifiziert (bestätigt) gelten und muss weichen, wenn beobachtete Fakten ihr eindeutig widersprechen. Sagen wir mal, sie MÜSSTE weichen, allerdings hat das wissenschaftliche Establishment seine Methoden, um einen allzu raschen Verschleiß einmal aufgestellter Naturgesetze zu verhindern. In der Praxis geschieht die Verhinderung heutzutage u.a. durch ein Verfahren, das als Peer-Review bezeichnet wird, nämlich die Prüfung jeder neuen wissenschaftlichen Veröffentlichung durch Fachkollegen (Gleichgestellte, engl. peers). Solche Überprüfungen werden von den großen wissenschaftlichen Fachzeitschriften routinemäßig veranstaltet, und wenn ein geplanter Artikel nicht wenigstens von der Mehrheit der prüfenden Kollegen im wissenschaftlichen Establishment gebilligt werden kann, dann wird er nicht veröffentlicht, basta! Die Wissenschaftler müssen im Allgemeinen katzbuckeln und sich als brave Konformisten aufführen, weil von der Veröffentlichung in renommierten Fachzeitschriften ihre ganze Karriere und auch die Vergabe öffentlicher Fördermittel abhängen kann. Wie sehr die meisten Wissenschaftler nach dieser Art Anerkennung lechzen, zeigt sich schon daran, dass große, internationale Wissenschaftsmagazine wie Nature und Science ihnen für die bereitgestellten Artikel keinen Pfennig zahlen. Näheres dazu finden Sie in einem erstaunlichen SPIEGEL-Artikel vom 9.9.2008, Fachmagazine: Monopoly des Wissens von Jens Lubbadeh. Deshalb geht es mit der Wissenschaft, wie auch mit anderen Bereichen menschlichen Strebens, nicht sprunghaft und schnell vorwärts, außer es sind große Investitionen zu militärischen oder äußerst lukrativen oder kontrollgeilen Zwecken beteiligt.

Sobald also z.B. ein Archäologe auftaucht, der menschliche Fußabdrücke in derselben Gesteinsschicht wie Fußabdrücke von Dinosauriern gefunden hat (so geschehen 1969 am Paluxy River in Texas), oder menschliche Fußabdrücke in 150 Millionen Jahre altem Felsgestein (Prof. Amannijasow in Russland, Walking with Dinosaurs), oder das 213 bis 248 Millionen Jahre alte Fossil eines Schuhabdrucks mit Nähten (Nevada, 1922), oder auch nur ein 500.000 Jahre altes poliertes Weidenbrett aus dem nördlichen Jordantal (1989), dann setzt ein großes Gezeter ein, die Entdeckung wird vom wissenschaftlichen Establishment abgewiesen und nachdrücklich als Schwindel verschrien, weil natürlich nicht sein darf, was nach geltender, mühsam erarbeiteter wissenschaftlicher Zeittafel und Datierungsmethode unmöglich sein kann. Erwähnenswert auch ein in Gestein aus der Kreidezeit (Saurierzeit!) eingebetteter Hammer, der 1934 in London/Texas gefunden wurde, Abbildung und weitere Beispiele siehe den Internet-Artikel Ooparts - out of place artefacts. Ich kann Ihnen hier nicht sagen, ob da in Wirklichkeit jemand geschummelt hat oder wie diese Fakten, wenn es wirklich Fakten sind, denn eigentlich zu erklären wären. Es steht aber fest, dass Fundstücke dieser Art, wenn sie von der etablierten Wissenschaft jemals geprüft und als echt anerkannt würden, natürlich die Grundstruktur mehrerer Wissenschaften über den Haufen würfen.

Übrigens gäbe es neben dem unmittelbaren Gedanken, dass es folglich vor Hunderten von Millionen Jahren Menschen heutiger Sorte gegeben haben müsste, auch noch andere denkbare Erklärungen.

Erstens wäre da die Möglichkeit, dass wir es mit Hinterlassenschaften außerirdischer Touristen oder biologischer Entwicklungskomitees zu tun haben, die sich auf unserem Planeten vor Urzeiten umgesehen haben könnten und dann einfach wieder abflogen.

Zweitens könnten auch eklatante, grundsätzliche Fehler in der heute üblichen Datierungsmethode dahinterstecken. Denn die sogenannte Radiokarbonmethode versucht das Alter geologischer und historischer Gegenstände organischen Ursprungs anhand des Gehaltes an dem radioaktiven Kohlenstoffisotop 14C zu ermitteln, das aus dem Kohlendioxid der Luft stammt und sich in toten Organismen, die kein 14C aus der Luft mehr aufnehmen, vorhersagbar durch radioaktiven Zerfall verringert; die Halbwertszeit beträgt 5730 plus/minus 40 Jahre. Diese Theorie setzt voraus, dass die Halbwertszeit in diesem Winkel der Galaxis zu allen Zeiten dieselbe war und dass auch alle anderen Ausgangswerte verlässlich und zu allen Zeiten stabil sind, wie etwa die Radioaktivität des in der Luft vorhandenen Kohlenstoffisotops 14C. Man könnte sehr wohl ein böses Fragezeichen dahinter setzen.

Drittens gibt es, wenn wir das Brainstorming ungehindert und schamlos fortführen, auch die Möglichkeit, dass gewisse Gegenstände erst in jüngerer Zeit durch Teleportation in die Felsen hinab gelangt sind. Ich weiß, dass das jetzt richtig albern klingt, aber in Überlieferungen der alten Inder, die übrigens auch unglaublich fortgeschrittene astronomische Kenntnisse belegen, wird eine mental gesteuerte Methode der Teleportation von Gegenständen berichtet. Ich will nur sagen, man sollte nicht andauernd die phantastischen und skurrilen Erklärungsmöglichkeiten ausschließen, denn vieles, was wir heute wissen oder bauen können, wäre den Menschen noch vor wenigen hundert Jahren als äußerst phantastisch erschienen.

Viertens könnte die Evolutionstheorie falsch sein und der Mensch oder menschenähnliche Geschöpfe über sehr lange Zeiträume immer wieder einmal spontan auftauchen und wieder verschwinden, wobei wir noch das Tempo und die konkreten Ursachen einer beschleunigten Mutation des irdischen Erbguts oder aber die Wege und Gründe einer prähistorischen menschlichen Migration durch den Kosmos feststellen müssten.

Tief im kühlen Waldesgrund
Sind die Eier richtig rund
Und die Möhre knackig hart.

Tief im kühlen Waldesgrund
Sind die Melonen kerngesund
Und der Pfirsich saftig zart.

Hoch am blauen Firmament
Wo der Geist auf Wölkchen pennt
Hat die Liebe einen Bart.

Hoch am blauen Firmament
Wo niemand deine Träume kennt
Wird das Gemüse weggespart.

Fünftens gäbe es, solange die Entdeckung solcher Gegenstände und Fossilien selbst kein Schwindel war, vermutlich auch all diejenigen Erklärungen, von denen wir noch gar keine Ahnung haben und die wir uns in unseren wildesten Träumen nicht ausmalen würden. Jetzt befinden wir uns definitiv im Bereich der Pataphysik, der Wissenschaft von den imaginären Lösungen, die ebenso weit oberhalb der Metaphysik angesiedelt ist wie die Metaphysik über der gewöhnlichen Physik.

Sechstens verstreuen also möglicherweise Zeitreisende aus der Zukunft ihre Utensilien in fernster Vergangenheit, weil ihnen niemand wegen der daraus entstehenden Paradoxa ordentlich den Hintern versohlt hat ... (Hm, versohlt haben wird sollte das in korrekter Zukunftsform heißen.)

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Im Ernst gesagt, man sollte offen sein für das Neue. Ich habe dieses archäologische Beispiel benutzt, um zu veranschaulichen, was ich im Wissenschafts- und Erkenntnisbetrieb unter einer Ausnahme zur geltenden Regel verstehe. Es wird immer einen sehr großen Widerstand geben, bevor auch nur die BEOBACHTUNG einer Abweichung von der Regel akzeptiert wird. Dennoch sind das unabhängige Beobachten, eine streng disziplinierte Überprüfung, das Sammeln vergleichbarer Tatsachen und die induktive Aufstellung einer neuen Hypothese der einzige Weg, wie wir vorwärtskommen. (Induktiv bedeutet, dass man von beobachteten Einzelfällen auf eine allgemeine Regel oder allgemein passende Erklärung schließt; und eine Hypothese ist eine vorläufige Annahme, die wiederum durch Beobachtung zahlreicher weiterer Einzelfälle geprüft wird, bis man sie derart gut bewiesen oder fortschreitend justiert und an die Wirklichkeit angepasst hat, dass ein neues Naturgesetz formuliert und zur breiten Akzeptanz vorgelegt werden kann.)

Zurück zum Thema Universalgenie und zur Synopse (Gesamtschau) der vorliegenden Beobachtungen, insbesondere der ausgefallenen, ungebührlichen, abweichenden Beobachtungen: Da werde ich wohl heute, an einem heißen Sommerabend, nicht mehr zu umfassenden Anwendungen meiner eigenen Strategie kommen, aber zumindest dürfte hiermit klargestellt sein, dass ein universaler Paradigmenwechsel (eine grundsätzliche Änderung der vorherrschenden Weltsicht im Ganzen) durch die Beobachtung und Auswertung einer großen Anzahl ungewöhnlicher Tatsachen in den verschiedensten Fachgebieten vorbereitet werden müsste. Dann ließen sich synoptische (gesamtschauliche) neue Hypothesen aufstellen, die man im Einzelnen durchtesten könnte, um zu einem kompletten neuen Weltbild zu gelangen. Natürlich nur dann, wenn Sie meinen, dass mit dem alten Weltbild irgendwas verkehrt war. Sonst halten Sie wohl besser daran fest, solange Sie sich damit wohlfühlen; geben Sie aber Acht, dass das alte Weltbild nicht zur spießerischen Schmusedecke inmitten der Turbulenzen einer veränderten Wirklichkeit wird!

Im Übrigen kann sogar eine soziologische Grundannahme, wie etwa das Erklärungs- und Rechtfertigungsmuster der verflossenen DDR als Gesellschaftssystem, sich allmählich in immer mehr Widersprüche verwickeln, sodass die beobachtbaren Fakten des real existierenden Sozialismus auf immer peinlichere Weise der herrschenden Gesellschaftstheorie widersprechen und unbedingt nach einer neuen Erklärung schreien. Mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieses Scheiterns sind die wenigen verbliebenen Marxisten noch heute schwer beschäftigt; aber höchstwahrscheinlich war es von vornherein keine Wissenschaft, sondern nur eine Gesellschaftsutopie, deren Widerlegung (Karl Popper würde Falsifizierung sagen) eben deshalb besonders lange gedauert hat, weil der zeitliche Rahmen ihrer Behauptungen so weit in die Zukunft vorgestreckt war. Man sah erst spät und hätte nicht früher sehen können, dass die pseudowissenschaftlichen Prognosen des dialektischen Materialismus verkehrt waren.

Ich für meinen Teil hatte seit langem beschlossen, mich mit den unpassenden Beobachtungen in den Grenzbereichen zu befassen, um beim Einläuten einer neuen Zeit meinen Beitrag zu leisten. Wieso? Nun, einfach deshalb, weil das alte, etablierte, von den Herrschenden abgesegnete Weltbild an seinen Rändern jederzeit erkennen lässt, dass nicht alles stimmen kann, was uns erzählt wird, und je länger wir im zeitlichen Rahmen voranschreiten und je länger das alte Weltbild gewaltsam und irrational aufrechterhalten wird, umso dringender wird der Blick auf das Neue, noch Unerklärte, und die Arbeit an größeren, besseren Erklärungen und Verfahrensweisen.

Der große Klimaschwindel

Eine neuere Übersetzung von mir (Mai 2010), bestellbar beim Sabine Hinz Verlag, ist Eine unbequemere Wahrheit - Der globale Schwindel von John Truman Wolfe. Hier geht es um den weltweiten Klimaschwindel, erstaunliche Enthüllungen darüber, wie Erdöl in rauen Mengen wirklich entsteht (abiotisches Erdöl!), eine sehr gründliche Kritik an der Theorie der Klimaerwärmung durch CO2, die Unsinnigkeit und Schmutzigkeit des Börsenhandels mit CO2 wie Regenwald für Biokraftstoff gerodet wird und wer denn eigentlich am CO2-Betrug verdient. - Ein wichtiger Augenöffner, dass nicht alles edel und klug ist, was im grünen Gewand daherkommt, und zündender Diskussionsstoff für wesentliche Menschheitsfragen.

Zum Thema "abiotisches Erdöl" (nichtfossiles, aus den Tiefen der Erde selbst entstandenes Erdöl) siehe außerdem an anderer Stelle den sehr aufschlussreichen Artikel "Der Erdöl-Schwindel" vom 24.1.2007, der den eigentlichen Grund für die leichtsinnigen Tiefenbohrungen vieler tausend Ölplattformen im Golf von Mexiko aufzeigt: <Im Juni 2003 berichtete Geotimes ...: "Unter dem Golf von Mexiko fließen Kohlenwasserstoffe nach oben durch ein kompliziertes Netzwerk an Verbindungswegen und Reservoirs. ... All das ereignet sich in der Jetzt-Zeit und nicht vor Millionen von Jahren", schrieb Larry Cathles, Chemiker und Geologe der Cornell University. "Wir betrachten ein gigantisches Durchfluss-System, in dem sich Öl gegenwärtig bildet, durch die überlagernden Schichten hocharbeitet, die Reservoire füllt und an den Ozeanböden austritt. Und all das in der Jetzt-Zeit!"

Cathles und seine Mitarbeiter schätzen in einer Studie, dass in einem Gebiet südlich der Küste von Louisiana, das etwa 15% der Fläche von Österreich ausmacht, bis zu 184 Milliarden Tonnen von Öl vorhanden sind. Dies sind 30% mehr als die Menschheit bisher in ihrer gesamten Geschichte gefördert hat.

Cathles verweist darauf, dass dieses Gebiet im Verhältnis zur Gesamtoberfläche der Erde nur eine winzige Fläche hat. "Wenn dies auf der ganzen Welt so ist, dann treten ungeahnte Mengen von Kohlenwasserstoffen an die Oberfläche aus."> (Mehr dazu im Originalartikel)

Siehe auch den Artikel Vom Mythos der begrenzten Vorräte vom 10.3.2006.

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Zufall ist das Pseudonym Gottes, wenn er nicht selbst unterschreiben will.

- Anatole France

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Wenn wir nicht an Redefreiheit für Leute glauben, die wir verabscheuen, dann glauben wir überhaupt nicht daran.

- Noam Chomsky

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In Gefängnissen bekommt man nur positive Literatur zu lesen.

- Friedrich Dürrenmatt

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Sei die Liebe, die du suchst ...

Rainer Maria Rilke

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

 

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,

und ich kreise jahrtausendelang;

und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm

oder ein großer Gesang.

 

      Rilke, 1899: Das Stundenbuch
 

Friedrich Schiller

Friedrich Schiller
 
Die Macht des Gesanges


Ein Regenstrom aus Felsenrissen,
Er kommt mit Donners Ungestüm;
Bergtrümmer folgen seinen Güssen,
Und Eichen stürzen unter ihm.
Erstaunt mit wollustvollem Grausen,
Hört ihn der Wanderer und lauscht,
Er hört die Flut vom Felsen brausen,
Doch weiß er nicht, woher sie rauscht:
So strömen des Gesanges Wellen
Hervor aus nie entdeckten Quellen.

Verbündet mit den furchtbar'n Wesen,
Die still des Lebens Faden drehn,
Wer kann des Sängers Zauber lösen,
Wer seinen Tönen widerstehn?
Wie mit dem Stab des Götterboten
Beherrscht er das bewegte Herz,
Er taucht es in das Reich der Toten,
Er hebt es staunend himmelwärts,
Und wiegt es zwischen Ernst und Spiele
Auf schwanker Leiter der Gefühle.

Wie wenn auf einmal in die Kreise
Der Freude, mit Gigantenschritt,
Geheimnisvoll nach Geisterweise
Ein ungeheures Schicksal tritt;
Da beugt sich jede Erdengröße
Dem Fremdling aus der andern Welt,
Des Jubels nichtiges Getöse
Verstummt, und jede Larve fällt,
Und vor der Wahrheit mächt'gem Siege
Verschwindet jedes Werk der Lüge:

So rafft von jeder eiteln Bürde,
Wenn des Gesanges Ruf erschallt,
Der Mensch sich auf zur Geisterwürde
Und tritt in heilige Gewalt;
Den hohen Göttern ist er eigen,
Ihm darf nichts Irdisches sich nahn,
Und jede andre Macht muß schweigen,
Und kein Verhängnis fällt ihn an;
Es schwinden jedes Kummers Falten,
So lang des Liedes Zauber walten.

Und wie nach hoffnungslosem Sehnen,
Nach langer Trennung bitterm Schmerz,
Ein Kind mit heißen Reuetränen
Sich stürzt an seiner Mutter Herz:
So führt in seiner Jugend Hütten,
Zu seiner Unschuld reinem Glück,
Vom fernen Ausland fremder Sitten
Den Flüchtling der Gesang zurück,
In der Natur getreuen Armen
Von kalten Regeln zu erwarmen.

               -- von Friedrich Schiller, 1795

bar

Und nun zum krassen Gegenteil:

Heinrich Himmler
Heinrich Himmler, Massenmörder  

Totales rechthaberisches Erbarmen

Einer meiner Korrespondenten fragte vor 20 Jahren, als er beruflich in Asien zu tun hatte, einen ultrareichen Konzernchef, mit dem er ins Gespräch gekommen war: «Sind die eigentlich unnötigen gesundheitsschädlichen Zusatzstoffe nicht eine Riesensauerei?» Worauf er zur Antwort bekam: «Was hast du denn? Menschen wollen nicht wirklich leben, wir helfen ihnen nur schneller zu sterben.» Diese Antwort war für meinen Brieffreund schwer verdaulich. Angesichts des selbstzerstörerischen Verhaltens vieler Menschen geriet er in Zweifel, ob der reiche Zyniker nicht möglicherweise recht hatte mit seiner Aussage. Er fragte mich neulich, ob wir denn alle Todes-Junkies sind. Ich überlegte mir, was ich darauf sagen könnte, und möchte meine Folgerungen trotz des brisanten Inhalts hier auch fürs breitere Publikum vorlegen:

Ob wir empört sein sollten, wenn gewisse Bonzen uns «Universale Sterbehilfe» anbieten, oder ob wir in Wirklichkeit alle Todes-Junkies sind, ist eine knifflige Frage, aber der äußere Eindruck täuscht.

Gerade diese absurde Antwort («Wir helfen ihnen, schneller zu sterben») zeigt, dass der Mensch im Grunde gut ist und vor sich selbst gar nicht bestehen könnte, wenn er sich nicht eine Erklärung zurechtgelegt hätte, die sein Handeln oder Nichthandeln rechtfertigt und als eine Art «Hilfe» interpretiert.

Ich erinnere an die berüchtigte Rede von Heinrich Himmler vor SS-Gruppenführern in Posen am 4. Oktober 1943, in der er aufrichtig behauptet, die Geschichte werde es uns einst («in 6.000 Jahren») danken, dass «wir» dieses Werk vollbracht haben, und das Werk ist die Vernichtung der Juden; er schwelgt sogar in dem Gefühl, wie wunderbar es doch sei, dass «wir» bei all dem Schrecklichen, das wir vollbringen «mussten» (Massenmord an den Juden), doch auf jeden Fall «anständig» geblieben sind. (Originalton Heinrich Himmler: «Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Und dies durchgehalten zu haben, und dabei abgesehen von menschlichen Ausnahmeschwächen anständig geblieben zu sein, hat uns hart gemacht und ist ein niemals genanntes und niemals zu nennendes Ruhmesblatt. ... Wir haben diese schwerste Aufgabe in Liebe zu unserem Volk getan. Und wir haben keinen Schaden in unserem Innern, in unserer Seele, in unserem Charakter daran genommen.» Da dreht sich der Magen um! Heinrich, der Mega-Mörder!)

Ähnliche, aufrichtige «Gutmensch»-Antworten erhielten auch bereits andere Rechercheure, wenn sie sich den Hintergrund-Machthabern (Illuminaten oder dergleichen) am Ende näherten und sie persönlich befragten. Fragen wir zum Beispiel Heinrich den Kissinger nach etwaigen Skrupeln wegen der Folgen von Kernwaffentests für die Einwohner Mikronesiens im Pazifik! («Von denen gibt's doch nur 90.000», sagte er. «Wen kümmert's?») Der an sich schon extrem niederträchtige Zweck «heiligt» die scheußlichsten, mörderischsten Mittel. Wer dabei ein jungenhaftes Unschuldslied pfeifen kann, kriegt vom Ehrungskomitee des salbungsvoll selbsternannten Totentöter-Clubs glatt noch einen Friedens-Nobelpreis obendrauf!

Erst wenn Du siehst, dass die übelsten Charaktere der Welt tatsächlich auf eine verschrobene Weise überzeugt sind, sie handelten zum Wohle aller oder sie wollten doch auf jeden Fall nur das Beste erst dann leuchten die Ereignisse einigermaßen ein. Der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs ist ein sehr netter Mann.

Ob diese Leute sich was vormachen und in Wirklichkeit Dummköpfe, gierige Egozentriker und sadistische Feiglinge sind, steht auf einem anderen Blatt, aber ich würde schon sagen, dass dieses mentale Festhalten am Guten ein gemeinsamer Nenner ist. Oft liefern religiöse oder pseudoreligiöse Erklärungen den Brennstoff, wie etwa bei den Ober-Nazis oder auch streckenweise bei «luziferischen» Illuminaten oder Top-Islamisten ... oder es sind gefühlvolle humanistische (oder auch kommunistische oder «grüne») Abhandlungen über Menschheitsziele, worin neuerdings angeblich eine Reduzierung der Bevölkerung eingeschlossen sein müsste (nicht genug Platz, Ressourcen usw.); dass die großen Retter dabei durchaus ihre eigenen Schäfchen ins Trockene bringen, versteht sich. Denn «die Guten» werden ja auch in Zukunft noch «dringend gebraucht».

Damit erübrigt sich wohl die zweite Hälfte Deiner Frage, ob wir etwa «wirklich» alle nur aufs Sterben scharf sind.

NEIN, das sind wir NICHT!

Aber es kann schon sein, dass ein schwankend großer Anteil der Menschen (manchmal eine Mehrheit, aber in guten Zeiten nur eine Minderheit) eher in Richtung Tod als in Richtung Leben geht. Das heißt, wenn die Lebensfreude unter einen gewissen Punkt absinkt, dann kann es sein, dass die Mehrzahl der Handlungen eines Menschen eher den Untergang fördert für sich selbst wie auch für andere. Wenn einer sich bloß noch versorgen lässt (oder häufig bei der Arbeit pfuscht) und wenn er seinen Mitmenschen in der näheren oder ferneren Umgebung das Leben schwer macht, während er sich allmählich zu Tode säuft/raucht/fixt/faulenzt, dann können wir aus der Summe dieser Signale durchaus eine Art Sterbewunsch ablesen, aber das verschafft den Zynikern noch lange keine wahre Rechtfertigung dafür, den Vorgang zu beschleunigen!!!

Um Euthanasie an der ganzen Menschheit zu befürworten, muss man wohl völlig starblind sein, denn es gibt doch immer ein paar Milliarden Leute hier, denen das Leben Spaß macht und die auch das Leben ihrer Mitmenschen eher erleichtern und verschönern; und auch die meisten der weniger Lustigen haben Hoffnungen, Lichtblicke und Freuden, die das Leben trotz allem lebenswert machen.

In einer apokryphen Schrift des Urchristentums habe ich neulich die Formulierung «vollkommenes Erbarmen ohne Überheblichkeit» gelesen, und ich denke, das wäre eigentlich ein schöner Maßstab für eine göttliche oder gottgefällige Perspektive, wenn man nach und nach das Lebensniveau für alle anheben wollte. Seltsamerweise würde aber selbst diese Formel keine Nazi-Bewegung verhindern, denn die Nazi-Mystiker hatten durchaus, an Richard Wagner angelehnt, die Idee, «durch Mitleid zum Wissen» zu gelangen, und dass ein solches Denk-Vehikel auf extrem krumme Art und Weise auch für Sadisten gut brauchbar sein kann, bedarf wohl keiner ausführlichen Erläuterung. Kurz gesagt, die reden sich dann ein, das Leiden der Lebensuntüchtigen abzukürzen, und aus der unumgänglichen Erfahrung des Mitleidens beim grausamen Vollzug der Euthanasie ziehen sie einen mystischen Lustgewinn und perversen Erkenntnisgewinn. Dann stehen sie da, hoch erhobenen Hauptes in edler Traurigkeit und trotziger Unverstandenheit; und zu guter Letzt, getarnt auf Leichenbergen liegend, beißen sie tapfer in ihre Zyankali-Kapsel, noch immer überzeugt, dass sie zum Wohle der Menschheit ihr Bestes gegeben haben.

Mit pauschalen Schwarz-Weiß- Beschreibungen zum Lebens- oder Nichtlebens-Willen der «gesamten» Bevölkerung ist es also nicht getan. Da gibt es doch sehr viele Schattierungen, auch bei den angeblich «Guten» oder «Bösen».

Mir schwebt noch ein Artikelchen oder Büchlein unter dem Titel «Weltuntergang, nein danke» vor. Sollte eigentlich offensichtlich sein, aber komischerweise muss es gesagt werden. Das ist der Zermürbungseffekt der derzeitigen Untergangspropaganda.

Nur nicht unterkriegen lassen!

             Eckehard Junge,  17. 10. 2009

Und apropos:

fingerZur okkulten Vorgeschichte des Nazi-Oberwahns siehe meinen versponnenen Artikel Der Speer des Schicksals und die Wiege des Lebens (Oder: Der Satan und die Übercroft): Notizen über Trevor Ravenscroft, die "heilige Lanze", die Thule-Gesellschaft, Dietrich Eckart, Rudolf Freiherr von Sebottendorf und Okkultismus an den Wurzeln des Nationalsozialismus; Tiefsinniges über Krishnamurti-Theosophen wie Henny Diderichsen, die Große Weiße Loge und den Sternenorden; sowie moderne Mythologie in Gestalt der Lara Croft)

Merke: „In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt.“ – George Orwell in seinem Roman „1984“
 

Eckehard Junge, Autor

Nun, was kann man noch erwarten?

Spitzbübisch bis zum bitteren Ende ...

Und siehe, sie träumten
   seltsame Träume

Von graugesichtigen
   Fremdlingen,
   mager und hungrig,

Von Echsenwesen, scheinbaren
   Hütern des Buches

Und allerlei atheistischen
    Konquistadoren,

Schlangengestalten aus lebhafter
   Täuschung,

Unsäglichen Prüfungen,
   schmerzhaften Versteifungen,

Verzückungen, Entrückungen,
   Verdrückungen

Schmutzigsten Wassers und
   giftigsten Blutes,

Und unbarmherzig tickenden
   Maya-Kalendern,

Schwachsinn fürs breite Volk
   und Gelächter für irre Führer.

 
So dösten sie völlig bescheuert
   dahin, während gierige Banker

Die Tische und
   sämtliche Teller räumten

Und alles Gold
   aus den Kellern leerten

Und alles, was Wert noch hatte
   oder verkäuflich sein konnte,

An sich rissen in grenzenloser
   Habgier und alles, ja Alles

Verscherbelten
   nach dem Platzen
   der wertlosen Blasen,

Die einst ein Haufen
   Protzspekulanten erschuf

Aus reinem Blendwerk
   und digital frisierten Preisen.


       - Eckehard Junge, 15.7.2008
        Ausführlichere Version: hier
        Englische Variante folgt:

Zap it until The Skeleton calls
 

Morosely they stared at their devilish telly
Where pictures got mixed
   in lusty abundance,
Depraved in horror and swinish redundance.
And oh, they had lost the turn-off button!
But meekly gasping with
   super-ballooning belly,
They gargled about, quite ticklish
   and awfully fickle,
To an anguished release
   by that anticlimactic trickle.

Vaguely they wondered about the nights,
All the nights they had lost,
   and the long-lost days
And the weekends and months
   and forgotten years,
Dull to the pleadings of children
   and husbands and wives,
While they trudged through the fog
   of their empty lives,
Mindless of the most terrible danger,
The loss of their very sacrosanct selves,
Dumbfounded, stultified,
   open-brained idiots,
Helpless victims to any cruel invaders
Who might be approaching
   from serious Deep Space,
Intent on infesting
   the soggiest brains in a whiffy.

And so they morbidly doped
   into deepest night
And never recovered the spirit
   that shone so bright.

Behold, their dreams were eerie
   to say the least,
Of meager grey-faced aliens,
   mean and voracious,
Modernized versions of ultimate
   pix of the Beast,
Of lizardy freaks, ostentatiously
   guarding The Book,
And atheist Conquistadores
   wherever you look,
Snakelike creatures just born
   from your vivid delusion,
Unspeakable trials and stiffnesses
   wrought with pain,
And Raptures and Captures,
   disgusting intrusion
Of dirtiest water,
   most poisonous blood,
Relentlessly ticking
   Mayan calendars lurking,
Messages pounding of fire
   and terrible flood,
Bullshit for sheoples
   and crazy presidents smirking.
 

 – Eckehard Junge, September 5, 2008

Nastassja Kinski

GEDICHTE

Mitteilungen

Elegie eines Getriebenen

Der Wanderer und die Königin

Der Märchenerzähler

Europa über alles  

Ich ziehe Schönheit aus dem Nichts

Im Rausch der Elektronen

In Sehnsucht

Partnerseele

Glühender Honig

Aglaia

Ich als ich bin schon genug

Die Tiefen des Weltraums

Königin der Seele

Die intergalaktische Katze

Wir sind die freien Katzen

Salamander lebe hoch

Das Universum in deinen Augen

In Wirklichkeit ist alles anders

Das bekämpfte Selbst

Was ihr wollt

Auf Adlerschwingen

Ein Lichterbad

Abraxas

Was reimt sich auf Weihnachten?

Freiheit

Das bestürzte Königreich

Opas Nörgelstunde

Sinnentleerte Dichtkunst

Die Hymne des Vierten Reiches

Lieber nicht!

Vom Segen und Fluch der Großen Idee

Dem Dingsbums sei Dank

Der Kannibale

Auf der Seufzerbrücke

Selig sind die Nullen (Kurzfassung)

Selig sind die Nullen (Ausführliche Fassung)

Soldaten der Wahrheit

Abschied und Neubeginn

Die Offenbarung des Aufmüpfigen

Sex.doc

Hexenlob

Hexenlust

Strom der Bilder

Im Rosseparadies

Logospuppen im Lieblosland

Das irrsinnig irre Irrenhaus; English version: Through the Loony Glass

Sehnsüchtig seufzen die Sylphen

Die Königin von Salphur ist tot

Mitschurkig sind die Heinzelmännchen

Der heilige Prahl

Rabenschwarzes Schlottergeflatter

Siehe die Heiligen auf dem Damm

Homo sapiens im Oberwahn

Der Große Patapata-Greif

Et maintenant: Jetzt ist jetzt

Die Liebe als statische Ewigkeit

Die Liebe als plastische Wirklichkeit

Engel der Liebe

Grün fluoreszierendes Eiweiß

Der Große Schrat

Weisheit um Mitternacht

Die Maus zur letzten Latern

Schlottermann trödelt der Strafe entgegen

Zwecksteinchen im Räderwerk

Aus der Tiefe der Äonen

Wahnfried am Schandpfahl

Das Fleisch im Geist

Der Geist im Fleisch

Daseinslust

Huldigung an die Gegenwart

Was bin ich denn laden?

Nedal nib Amaso

Ahnfried aus der Stanze

Ali aus Bali

Zicken, Zacken, Zitzenblitzen

Zappen bis der Sensenmann kommt; English version: Zap it until The Skeleton Calls

When, as now ... (only in English)

Der reine Warnsinn

Zockerdämmerung

Rotbraun heulen die Sirenen

Jenseits der Sterne

 

GEDICHTBAND

DIE GÖTTIN DER LIEBE

   (Ein Gedichtband, dessen Konzept NICHT VON DIESER WELT ist. Etwa 60 Gedichte, entstanden 1979.)  

 

PROSA

Satire:

Der Aufstand der Krokodile (Eine Märchensatire über Kreuzzugs-Reptilien)

Die Bruderschaft des widerwärtigen Beigeschmacks (Ätzende Dunkelmänner-Satire); English version: The Brotherhood of Obnoxious Flavor (An acid conspiracy satire)

Rüste deine Feinde auf (Ein bissiger Blick auf eine alberne Spielstrategie)  

Verbiete deinen Freunden das Maul! (Sagendürfen oder Nichtsagendürfen? Die absurde Spielidee eines Teufelsanwalts namens Kakaplustra)

Dinosaurier-Plage aus Nordamerika (Satire zur Überfallstimmung 2003)

Aktuelle Warnungen des Propheten Habakuk (Biblische Parallele, 25.2.2003)

Eine notwendige Predigt (...des fiktiven Bundespräsidenten zum Wahlausgang 2005)

Die Hotpants-Maschine (Ein Durchbruch in der Energiepolitik)

Nachts ist es kälter als draußen (Sciencefiction-Satire zum Energieverbrauch)

Zigarren am Himmel: Das UFO-Phänomen (Laszive Bildmanipulation)

 

Phantastereien:

Der Speer des Schicksals und die Wiege des Lebens (Oder: Der Satan und die Übercroft): Notizen über Trevor Ravenscroft, die „heilige Lanze“, die Thule-Gesellschaft, Dietrich Eckart, Rudolf Freiherr von Sebottendorf und Okkultismus an den Wurzeln des Nationalsozialismus; Tiefsinniges über Krishnamurti-Theosophen wie Henny Diderichsen, die Große Weiße Loge und den Sternenorden; sowie moderne Mythologie in Gestalt der Lara Croft)

Pierre Plantard und seine Merowinger (Lügenbaron und Dunkelmänner – Essay – Hintergründe zum aktuellen Trubel um den „Da Vinci Code“ und die „Prieuré de Sion“)

Der Leviathan (Chaosdrache, Krokodil, Dinosaurier oder Staatstyrannei?)

UFO-Absturz in Varginha (Wiedergabe einer trockenen Meldung von 1996)

Kombabus: Bei Vertragsantritt bitte die Genitalien abliefern (Antike Beschnipselung)

Majestic-12, Hillenkoetter und das UFO-Phänomen ("Disclosure Project": der Nachweis für außerirdische Technologie?)

Bulletin No. 1 of the Black-Faced Tronix Vanguard, March 20, 2029: "The Watsonian Federation of Carmichaelism in Pestilential Areas" (only in English)

Bulletin No. 2 of the Black-Faced Tronix Vanguard, March 24, 2029: "Carmichaelism Defined in its Application to Pestilential Areas" (only in English)

Bulletin No. 3 of the Black-Faced Tronix Vanguard, April 4, 2029: "American Armageddon - How the Vice-Empress of Gomorrah Succeeded the Manchurian Emperor of Sodom" (only in English)

 

Mythologie:

Bei Co-Art Publications erschien von mir das Werk Die Geheimnisse der Menschheit. Alle Abschnitte sind jetzt kostenlos abrufbar. Neben einer großen Abhandlung über alternative Methoden der Energieerzeugung werden hier vorwiegend mythologische und historische Themen behandelt:

Atlantis: Mythos oder Wirklichkeit? Ein tiefschürfender Einblick in die Vorgeschichte, aufbauend auf Platons Enthüllungen.

Indien: Kosmische Urgewalten. Ewigkeit, High-Tech und Donnerwaffen. Einblicke in prähistorische Flugmaschinen und verblüffende Kriegstechnik. Nebst einer gründlichen Erklärung des Begriffes Kali-Yuga.

Der Mythos der Prieuré de Sion: Pierre Plantard erfindet eine Geheimgesellschaft. Das wahre Hintergrundwissen zum Rummel um den Da Vinci Code. Die düsteren Geheimnisse der Entstehung eines fiktiven Vereins.

Hier geht es um Rennes-le-Château und Bérenger Saunière, die Geschichte des Lügenbarons Pierre Plantard, seine Mitstreiter Gérard de Sède und Philippe de Chérisey, die Geheimgruppe Alpha Galates und die erstaunlichen Machenschaften der Pataphysik. Siehe zu diesem brisanten Thema auch meinen etwas kürzeren, chaotischeren, nichtkommerziellen Artikel Pierre Plantard und seine Merowinger.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Vergreift euch ja nicht an Mutter Natur!

Zweischneidiges Schwert

19. Juni 2010: Die nebenstehende, martialische Zeichnung macht an, ist aber sehr doppeldeutig und interpretationsbedürftig. Denn wir sehen eine wildgewordene, zeitgemäß sexy gekleidete Göttin namens "Mutter Natur", die mit Waffengewalt ihr Recht einfordert, "nicht gefickt zu werden", was in der verrohten Vietnam-Sprache des amerikanischen Armageddon so viel bedeutet wie: nicht ruiniert, versaut, betrogen, belästigt oder misshandelt zu werden. Eine krasse Form der Abweisung erotischer Annäherungen spielt sicher auch eine wichtige Rolle: das in Richtung Unfruchtbarkeit tendierende, übertriebene Emanzentum.

Viel erschreckender ist allerdings die Tatsache, dass diese Umwelt-Rächerin mit einem Waffenarsenal daherkommt, das nicht nur die Menschheit, sondern auch die Natur zu zerstören droht. Denn die Atombombe im Hintergrund ist doch wohl als Teil ihres "gerechten" Wutausbruchs zu sehen, oder? Die Karikatur entstammt dem Umkreis eines durchaus einflussreichen US-Ideenvereins, der sich First Earth Battalion nennt, also "Erstes Erd-Bataillon". Das sind Leute, die auf eine Neue Weltordnung abzielen, in der es nur noch eine einzige, esoterisch hochtrainierte Weltarmee sexloser (!) Psi-Soldaten oder Kriegermönche geben soll, deren Angriffsziel vor allem die Umweltsünder wären. Hier lässt der schnüffelnde, diktatorische, scheinheilige Zeitgeist, der sich auf Kosten spiritueller Wahrhaftigkeit auch anderswo breitmacht, ganz schamlos die Maske fallen.

Damit wir uns hier richtig verstehen, natürlich gibt es Umweltverschmutzer, und natürlich sollte da endlich die Polizei kommen. Die Gewässer werden mit Psychopharmaka und anderen Arzneimittelresten verseucht, dieser Dreck gelangt ungebeten ins Trinkwasser, Schwermetalle und Virusbruchstücke rieseln hernieder, die nach zahlreichen Zeugenberichten offenbar von Flugzeugen versprüht werden (Stichwort: Chemtrails), die genetische Grundstruktur unserer Hauptnahrungsmittel wird fortschreitend verhunzt und von bösen Kräften monopolisiert (siehe Unterschriftenaktion Gentechnik-Durchmarsch stoppen!“), und es gibt unzweifelhaft giftige Emissionen aus Fabriken usw., aber was tun die Mächtigen? Treffen sich wie neulich in Kopenhagen zu einer großen Debatte über den einen Aspekt, der wirklich fragwürdig ist, nämlich bloß diese unbewiesene Theorie vom Zusammenhang zwischen CO2 und einer angeblich weiter fortschreitenden globalen Erwärmung ... große, teure Debatte und keinerlei konkretes Ergebnis, nicht einmal bei diesem einen weithin akzeptierten Thema, das mit lautem Getöse als schlimmstes Umweltproblem des Jahrhunderts propagiert wird. Kein Hauch von Ethik! Wir müssen also davon ausgehen, dass es sich bei den großen CO2-Klimakongressen nur um ein Ablenkungsmanöver handelt (an dem absurderweise der große Umwelt-Messias Al Gore unanständig viel Geld verdient, indem er gigantisch mit CO2-Verschmutzungsberechtigungen ["Emissionsrechten"] spekuliert im Ernst, siehe das Info-Sonderheft Eine unbequemere Wahrheit - Der globale Schwindel von John Truman Wolfe). Wenn ich sage, da sollte endlich die Polizei kommen, dann meine ich die wirklichen, direkt nachweisbaren Verschmutzungen, die nun wirklich von einzelnen Ländern und Regionen aus eigener Kraft bekämpft und behoben werden könnten, wenn die Regierungen ehrlich wären. Bleiben wir doch erst einmal beim Offensichtlichen, damit lässt sich nicht nur die Glaubwürdigkeit der Moralapostel am besten testen, sondern auch konkret am meisten erreichen.

"Man sehe sich uns an. Alles ist verkehrt herum; alles steht Kopf. Ärzte zerstören die Gesundheit, Anwälte verderben die Gerechtigkeit, Universitäten vernichten das Wissen, Regierungen zerstören die Freiheit, die großen Medien machen der Information den Garaus, und Religionen zerstören die Spiritualität." - Michael Ellner. Dazu ein Wort der Warnung: Der Mann ist ein Spezialist für Selbsthypnose ... das brauchen wir nun auch wieder nicht!!!

Weckdienste schläfern ein?! Wachen wir lieber auf!!! Aber wie der gute Mann schon sagt: Alles ist verkehrt herum.

Und übrigens, falls Sie glauben, ICH sei schon ein besonders bissiger Dichter, wie finden Sie dann folgende Zeilen von Stephan Hermlin aus dem Gedicht „Ballade von unserer Zeit mit einem Aufruf an die Städte der Welt“:

Hier aus den rattenerfüllten Kellern, grässlichen Stollen

Brüll ich euch sterbend zu: Errettet uns aus der Haft!

Rettet uns aus dem sanften spitzfingrigen Griffe der tollen

Folterer und vor des Wahnsinns süßem mohnfarbnen Saft,

Hier in den rattenerfüllten Kellern und grässlichen Stollen!

(Stephan Hermlin, Gedichte und Prosa, Verlag Klaus Wagenbach Berlin, 1965)

20. Juni 2010: Zum Thema Wahrheit sei hier ein Wort der Warnung aus der Abteilung Phantastika eingeschoben:

SCHAMLOSER ERFINDUNGSGEIST

… oder man könnte es auch „allgemeine Realitätsverdrehung nennen. Das Internet ist über weite Strecken eine sehr verantwortungslose Zone, und es ist jederzeit gut möglich, dass ein sonderbarer Einzelgänger oder ein ganzer Verein rachsüchtiger, bekloppter oder abenteuerlicher Leute eine komplizierte Geschichte erzählt, die 100%ig erstunken und erlogen ist. Es gibt dafür ein paar erstaunliche Beispiele von Wahnsinns-Websites und ausgeflippten Videos, in denen tatsächlich viele Jahre lang und mit zahlreichen Fortsetzungen eine nicht vorhandene Wirklichkeit präsentiert wird – überzeugend, hartnäckig, scheinbar wissenschaftlich, und vielleicht glauben die Urheber sogar selbst daran, wie ja auch Professor Harald Lesch in einer reinen Phantasiewelt lebt, nur eben auf die materialistisch-nihilistisch akzeptable, mit weltfremder Mathematik abgesegnete Art und Weise.

In der Fachsprache heißt die fortschreitende Neigung zum Erzählen verrückter Geschichten Pseudologia phantastica, siehe http://www.medhost.de/gesundheit-lexikon/pseudologia-phantastica.html. Ein Münchhausen-Syndrom. Ich neige auch schon selbst ein bisschen dazu, in Form von Satire oder grotesker Spekulationslyrik über die Stränge zu schlagen, und manchmal weiß ich nicht hundertprozentig, ob ich nun alles glaube, was ich rede, oder ob es zum Teil der reinste Schabernack ist. Einerseits ist das seniler Quatsch oder jugendliche Frechheit, zum andern ist es auch ein Triumph der Kreativität. Ein außerordentlich faszinierendes Beispiel für Pseudologia phantastica im Internet ist die völlig unglaubliche Website Zetatalk (http://www.zetatalk.com/newsletr/issue186.htm), die bereits in ca. 190 Fortsetzungen von den unwahrscheinlichsten und physikalisch unmöglichsten astronomischen Erscheinungen und Verschiebungen berichtet, wobei diese Exzesse jedoch mit zahlreichen Kommentaren der Außerirdischen von Zeta Reticuli untermauert werden. Diese Website liefert auch reichlich viel absurden Brennstoff für die These der Nibiru-Annäherung. Was Nibiru betrifft, bin ich inzwischen selbst nicht mehr so sicher, dass alles nur Quatsch ist: vielleicht möchte ich gern das Gruseln erlernen? Sollten sich im kommenden Winter die Sichtungen auf der Südhalbkugel häufen, beginne ich mir eventuell Sorgen zu machen. Es wird aber mit größter Wahrscheinlichkeit alles reine Hysterie und Vorspiegelung sein, das ist klar. Allen, die sich da wirklich ernsthafte Sorgen machen, wäre die lebensfrohe und wohlinformierte Website Astrodicticum simplex zu empfehlen (Kein Weltuntergang am 21.12.2010“, heißt es dort; wenn Sie nun ausrufen möchten: Oh, wie schade!, dann sind Ihre Überlebensinstinkte verkehrt gepolt).

Ein anderes wahnwitziges Beispiel für einen totalen Realitätsschlenker in eine gruselige, aber in sich sehr überzeugende und schlüssige Alternativwelt habe ich neulich gesehen, und zwar gibt es einen Amerikaner namens Dan Burisch (http://video.google.com/videoplay?docid=-6050135807205176703, siehe auch bei Google unter den Suchwörtern Burisch Aliens), der ellenlange Interviews über seine Mitarbeit in geheimen Regierungsprojekten gegeben hat; mit fantastischen Mengen an Details über die kleinen grauen Männchen, nämlich dass es Vertreter unserer eigenen Spezies seien, die ungefähr 50.000 Jahre in der Zukunft auf einem anderen Planeten sitzen und dort genetisch total degeneriert sind, und die jetzt zu uns in die Vergangenheit zurückkehren, um ihr Genmaterial aufzufrischen. Eine richtig tolle Geschichte, sehr unterhaltsam und nicht einmal vollkommen abwegig, sondern derart verrückt, dass es in einem verrückten Universum durchaus so sein könnte.

Vielleicht sind all das ja nur Erzeugnisse einer phantastischen Langeweile, auch bekannt als die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, sodass man Zeit für solche skurrilen Blüten hat. Bleiben wir also stets eingedenk der milden Wahrheit des gereiften PR-Mannes, der da sagte: Die Wahrheit wird überschätzt.“ Deshalb empfiehlt sich, falls Sie die katholische Kirche abkönnen, in einer stillen Abendstunde ein virtueller Rundgang durch die Peterskirche. Sehr schön gemacht, teils sogar mitsamt Decke und Fußboden, 360 Grad ringsherum alles frei zu besichtigen. Gott suchen Sie, soweit eine güldene Ahnung von Ihm erhaschbar ist, meines Erachtens trotzdem besser in den unerschöpflichen Tiefen und unermesslichen Höhen Ihres eigenen Seelenkosmos, aber das ist bekanntlich Ansichtssache. Die Peterskirche finde ich durchaus inspirierend.

17. Juni 2010: Statt Grübeleien seien hier zwischendurch lieber ein paar Zeilen eines ungereimten Fluchtgedichts eingeschoben, das mir vor ein paar Tagen aus der Feder tropfte. Na ja, vielleicht sollte ich nebenbei nicht unbedingt versuchen, Dürrenmatt zu lesen, ich werde eher matt und dürre davon.

Machen wir uns lieber davon
Setzen wir unsere schneeweißen Segel
Erinnern wir uns an den Antrieb des Geistes
Beten wir lieber erneut zu der göttlichen Fee
Und fliegen wir fort durch weite, funkelnde Räume
In die Gefilde der ewigen Heimat
Wo weiche Gewänder aus sanftester Seide
Den wegemüden Wandrer umhüllen –
Als wäre er nie von dannen geschwebt
Um irgendwo in stickigen Tiefen
Das Gruseln und endlich das Weinen zu lernen.

Nibiru und Otto Reutter, Steiner, Luzifer, Israel, Ormuzd und Ahriman

8. Juni 2010: Manchmal denke ich, das wird mir alles zu ernst hier. Angeblich rückt ein obskurer Planet X (oder ein Brauner Zwerg mit ein paar Monden) näher, auch als Nibiru bekannt, der in den nächsten zwei bis drei Jahren hier alles zum Wackeln bringen soll, und möglicherweise wagen sogar die „Annunaki“ eine Stippvisite auf der Erde, während sie vorbeifliegen, und stehlen unser mühsam zusammengeschürftes Gold oder bringen uns Weisheit oder Doofheit (als ob wir von beidem nicht schon genug hätten). Aber wenn die Annunaki-Mythologen schon glauben, dass die NASA und die ESA und alle offiziellen Sternwarten uns anlügen, dann sollen sie doch bitte mal erklären, wieso nicht ein einziger Hobby-Astronom mit einer brauchbaren Fotografie dieses legendären Ungeheuers aufwarten kann, das auf seiner langen erratischen Bahn schon sehr nahe herangekommen sein müsste. (Nachtrag vom 19. Juni 2010: Ich habe eine Weile herumgesucht und kein richtig authentisch wirkendes Foto dieses mythologischen Objekts gesehen. Wenn das Ding 3600 Jahre für seinen schrägen oder unregelmäßig-senkrechten Umlauf braucht, dann befände es sich jetzt im letzten, stark beschleunigten Tausendstel seiner Wegstrecke und sollte irgendwo schon deutlich sichtbar sein, zumindest zur geeigneten Jahreszeit. Befände sich die Erde in ihrer Umlaufbahn gerade auf der anderen Seite der Sonne, dann wäre Nibiru, "von unten" näher an unsere Bahnebene heranrückend, tagsüber mit einem entsprechend präparierten Teleskop hinter der Sonne bzw. in ihrer Nähe auszumachen. Jeweils ein halbes Jahr später würde man das fragliche Objekt, falls es außerhalb der Erdumlaufbahn durchschießen möchte, am besten nachts von der Südhalbkugel aus sehen, und zwar jedes Jahr deutlicher und jedes Jahr von höheren Breitengraden aus; wichtig wäre in diesem Zusammenhang freilich, ob der seltsame Himmelskörper die normale Bahnebene der Planeten zwischen den Umlaufbahnen von Erde und Venus oder zwischen Erde und Mars oder weiter draußen durchstößt. Wenn diese Geschichte wahr wäre, dann wäre es wegen heftigster elektromagnetischer und geologischer Anomalien wahrlich kein Zuckerlecken, eine solche Zeitspanne durchleben oder durchsterben zu müssen ... frohlocken Sie also nicht zu früh, dass Ihnen und Ihren Lieben oder Unlieben dadurch etwas Wunderbares widerfahren werde, außer Sie sind ein echter Todes-Junkie. Mit solchen Sachen spaßt man nicht. Hoffen wir lieber, dass nichts dran ist, und nutzen wir unsere Kraft für positives Schaffen in beeinflussbaren Bereichen.)

Na, und unterdessen benehmen sich die Israelis saumäßig vor Gaza, und die Ölbohrer verschandeln mit ihrer widerwärtigen Gier und akuten Inkompetenz eine der schönsten Regionen der Erde: den Golf von Mexiko. Das technische Niveau der Ölbohrungen liegt sonst eigentlich atemberaubend hoch, aber hier wurde gepfuscht. Vielleicht sollte man es wirklich so machen, wie die Russen es schon mehrmals praktiziert haben: nämlich auf gut Glück eine russische Atombombe am Bohrloch zünden, nur um das Bohrloch zu verschließen ... Um Gottes willen! Und eventuell mit einem Tsunami den ganzen Golf von Mexiko überschwappen lassen? Welche Vollidioten und bösartigen Drahtzieher haben mit mangelhafter Pioniertechnik eine derart unzugängliche Tiefenbohrung vorgenommen?

 

Am besten betrachten wir eine Strophe von Otto Reutter aus seinem wunderbaren Kabarettstück „In 50 Jahren ist alles vorbei“ (geschrieben 1919):

Und bist du ein Eh’mann und kommst nach Haus,
Halb drei in der Nacht – und sie schimpft dich aus,
Dann schmeiß dich ins Bette und sag’ : »Verzeih’,
Wär’ ich zu Hause geblieben, wär’s auch halb drei.«
Und kehr’ ihr den Rücken und denk’ : »Nu schrei !
In fünfzig Jahren ist alles vorbei.«

Da hat er recht, der gute Mann! Es lohnt sich, alle 14 Strophen nachzulesen: In fünfzig Jahren ist alles vorbei. Ich hatte gar nicht gewusst, dass das Lied so viele Strophen hat; meistens wurde doch während der 60er Jahre im schunkelnden karnevalistischen Stimmungsrausch oder Vollsuff unter dem Damoklesschwert der Atombombe nur eine kleine Auswahl davon gesungen. Natürlich muss in fünfzig Jahren genauso wenig alles vorbei sein wie in fünfzigtausend Jahren, aber wer sich unbedingt fallen lassen will, dem wünsche ich einen guten Rutsch; jedem das Seine. Die alten Gnostiker wussten, dass zwischen den Leben eine Art Vergessenstrunk kredenzt wird, aber es scheint immer wieder ganze Heerscharen leidender Seelen zu geben, die das Zeug freiwillig und begeistert runtersaufen, genau wie sie’s auf irdischer Ebene mit dem profanen Met (Wein, Bier, Schnaps) getrieben haben. Amnesie (Gedächtnisverlust)  ist scheißpopulär; das haben die Lichtbringer (Wissensfreunde, Alternativreligionen, Esoteriker, Wachmacher) den Leuten noch nicht ausgetrieben, und die Propagandisten der Finsternis (Unwissenheit, Dogmatik, Betäubung, Inquisition) feiern sowohl bei Materialisten als auch bei den etablierten Religionen immer wieder fröhliche Urständ, weil sich doch verflucht viele Abkratzer gern das Licht abdrehen und die Tafel blankwischen lassen („Tabula rasa“ heißt das bei den Lateinern), bevor’s wieder losgeht. Das hat wohl was mit ihren Missetaten im vorigen Leben zu tun, an die sie sich bei der nächsten Karussellfahrt nicht gern erinnern wollen, oder man wünscht während seiner nächsten Kindheit nicht mit dem Wissen um die profanen und schmerzlichen Fakten des Lebens belastet zu sein. Das letztere Argument leuchtet sogar beinahe ein.

 

Wie dem auch sei, es gibt sehr viel Erfreuliches in nächster Nähe (allein schon die schwarzgesichtigen Schafe auf der Weide hier an der Hauptstraße in Wrohm sind äußerst erbaulich); aber aufgrund einer albernen Langeweile sucht sich der irrende Geist immer wieder aufregende Ablenkungen in weiter Ferne oder fernster Zukunft und Vergangenheit – oder im Nebelland der wildesten Spekulation. Heute las ich zum Beispiel das Geschimpfe misstrauischer Leute, die in Rudolf Steiner und seinen Waldorf-Schulen sowie in der Anthroposophie überhaupt „Satanismus“ wittern, bloß weil Steiner auch von „Luzifer“ geredet hat. Dieser Vorwurf ist Quatsch.

 

Man sollte sich das Wort „Luzifer“ und die gesamte Mythologie zu diesem Thema, die sich doch unabhängig von der Bibel herausgebildet hat, einmal ganz genau ansehen. Dieser „Luzifer“, so wie er in früheren Ausgaben der Bibel bei Jesaja 14 erwähnt wurde, ist weder der Teufel noch der Satan, sondern schlicht und einfach eine dichterische Anspielung auf den König von Babylon, der in der Metapher (d.h. bildlich gesprochen) als Morgenstern bezeichnet wird. In der heutigen deutschen Bibelausgabe der EKD (seit 1984) steht an der fraglichen Stelle bei Jesaja 14,12 nur das Wort „Morgenstern“ und überhaupt nicht „Luzifer“. Denn „Luzifer“ bedeutet „Lichtbringer“ oder „Lichtträger“ (von lateinisch lux = Licht, und ferre = tragen), und so nennt man darum den Morgenstern, der ja auch als Abendstern in Erscheinung tritt, nämlich die kraftvoll leuchtende Venus. Ich habe keine Ahnung, was mit einem Lichtbringer verkehrt sein soll. Würden Sie etwa die Finsternis bevorzugen? Schließlich sprach der Herr doch schon ganz zu Anfang „Es werde Licht“, und es ward Licht. Na Gott sei buchstäblich Dank, sonst würden wir doch gar nichts sehen!!! Praise the Lord!

 

Jesaja 14 ist das Triumphlied über den Sturz des Weltherrschers, eine Prophezeiung über den Fall des Königs von Babel (Babylon). Die Prophezeiung, so wie Jesaja sie „geschaut“ hat, beginnt bereits in Jesaja 13, Gottes Gericht über Babel (Nachlesen lohnt sich, wenn man die ganze Verzweiflung und herbeigewünschte Grausamkeit emotional nachvollziehen will.) Der zweite Vers von Kapitel 14 könnte beinahe als Vorhersage und Rechtfertigung für das aktuelle israelische Benehmen dienen und wird sicherlich von amerikanischen Fundamentalisten (mehr alttestamentlich-jüdisch als neutestamentlich-christlich orientierten Glaubens-Militaristen) in ihrem engstirnigen Kampf gegen „Babylon“ fast blindlings so interpretiert:

 

„14,1: Denn der Herr wird sich über Jakob erbarmen und Israel noch einmal erwählen und sie in ihr Land setzen. Und Fremdlinge werden sich zu ihm gesellen und dem Hause Jakob anhangen.

14,2: Und die Völker werden Israel nehmen und an seinen Ort bringen, und dann wird das Haus Israel sie als Knechte und Mägde besitzen im Lande des Herrn. Und sie werden gefangenhalten die, von denen sie gefangen waren, und werden herrschen über ihre Bedränger. ... ...

14,11: Deine Pracht ist herunter zu den Toten gefahren samt dem Klang deiner Harfen. Gewürm wird dein Bett sein und Würmer deine Decke!

14,12: Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst!“ (Bibel nach Luther, EKD-Überarbeitung von 1984)

 

Vers 14,2 wurde in der Neuzeit verblüffend realistisch aufgewärmt („Israel an seinen Ort bringen“) und nahezu als Leitmotiv benutzt („… dann wird das Haus Israel sie [die Völker!!!] als Knechte und Mägde besitzen“, was zumindest mit umfangreicher Finanz- und Militärhilfe vonseiten der USA und anderer Länder bewerkstelligt wurde, und „gefangenhalten die, von denen sie gefangen waren“: davon können die Palästinenser ein Lied singen, wenngleich sie wahrlich keine „Babylonier sind und vielerlei Unheil auch durch eigenen Starrsinn bewirken). In der sogenannten Einheitsübersetzung heißt es, noch deutlicher: <Die Völker werden Israel nehmen und in seine Heimat zurückführen und im Land des Herrn wird das Haus Israel sie zu Leibeigenen machen, zu Knechten und Mägden. Es wird die gefangen halten, die es gefangen hielten, und wird die unterdrücken, die es einst unterdrückten.> Den Spieß der Unterdrückung umzukehren verbessert sicher niemandes Karma, aber wir wollen ja hier nicht die Religionen vermischen! Obwohl natürlich genau das schon getan wurde, als man das Alte und das Neue Testament im selben Buch veröffentlichte!

 

Dieselbe Einheitsübersetzung sagt in Vers 14,12 zum König von Babel nicht „du schöner Morgenstern“, sondern „du strahlender Sohn der Morgenröte“. Es ist aber ein und dasselbe, denn in der römischen (!) Mythologie war der Morgenstern (Luzifer) der Sohn der Aurora, der Göttin der Morgenröte. Was hat denn diese Assoziation, d.h. dieser ungenannt bleibende, aber wirkungsvoll angedeutete römische Luzifer, der wiederum mit dem Teufel nichts gemeinsam hat, in einem Text von Jesaja zu suchen, der über 700 Jahre vor Jesus gepredigt hat, als das klitzekleine Rom gerade erst „aus dem Ei gekrochen und im östlichen Mittelmeerraum völlig unbekannt war? Des Rätsels Lösung kann sicher nur auf den verschlungenen Wegen und Umwegen der Übersetzungen von einer Sprache in die andere gefunden werden. Die neueren Übersetzer der EKD haben mit der Formulierung „du schöner Morgenstern auf den rein dichterischen Aspekt zurückgegriffen, der ja am ehesten einleuchtet. Denn Jesaja kannte keinen Luzifer.

 

Was die Gewaltorgie betrifft, denke sich ein jeder seinen Teil, obwohl und gerade weil uns bis zur Aufklärung nie zugerufen wurde: „Wer einen Verstand hat zu denken, der denke! Im A.T. heißt es ja besinnungslos sehr häufig „Auge um Auge, Zahn um Zahn!, auf dass der Streit ewig andauern möge. Der vor 2700 Jahren zu Papier gebrachte Rachedurst eines schwer geplagten Wüstenvolkes sollte allerdings für die Neuzeit vollkommen bedeutungslos sein und schon gar nicht als Rechtfertigung für irgendwelche neuen Schandtaten dienen dürfen. Die Zeiten, Figuren und Gefahren haben sich doch erheblich geändert und müssen völlig unabhängig in der Gegenwart überdacht werden. Die Kenntnis des Mythos und der Überlieferung hilft allerdings beim Verständnis einer wichtigen Komponente der heutigen hartnäckigen Irrationalität, die mithilfe nebelhafter Verteufelungen aus ferner Urzeit geschürt wird. Babylon (hebräisch Babel) lag in der Nähe des heutigen Bagdad, das schon im zweiten Golfkrieg 1991 stark zerstört wurde und auch jetzt unter endlosen Sprengstoffattentaten zu leiden hat.

 

In der Auslegung des Jesaja wurde aus einem bildhaften dichterischen Ausdruck eine ganze pseudotheologische Lehre fabriziert. Im Meyers von 1990 heißt es: <Luzifer: [lat. „Lichtbringer“], in der römischen Mythologie der Morgenstern, Sohn der Aurora, der Göttin der Morgenröte. Da Jes. 14, 12 einen in die Unterwelt gestürzten Engel erwähnt [wie? wo? stimmt doch gar nicht!], der als „Sohn der Morgenröte“ bezeichnet wird, und da Luk. 10, 18 diesen Engelfall mit Satan verbindet, kam es zu der Identifizierung Luzifers mit dem biblischen Satan. Während der Christianisierung Skandinaviens wurde Luzifer gelegentlich mit Loki gleichgesetzt.> [Meyers Großes Taschenlexikon in 24 Bd., 1990] • He, das ist doch totaler Unfug, denn wie wir in der modernen Bibelübersetzung sehen, war keineswegs ein „in die Unterwelt gestürzter Engel“ gemeint, sondern bloß der vom Thron heruntergeklatschte Herrscher von Babylon! (Aha, Saddam Hussein? Ahmadinedschad? Nein, nein, NEIN … diese Herren kannte der wildgewordene prophetische Schreibstift von anno Senkblei noch gar nicht! Es war bloß frohlockende, barbarisch auftrumpfende, vorgreifende Schadenfreude, um den leidenden Volksgenossen das schwere Los ihrer wechselnden Knechtschaften ein bisschen erträglicher zu machen.)

Was geht den Auslegungsspezialisten und populistischen Dogmatikern bloß durch die Köpfe, während sie Schauergeschichten für ihre duldsamen Schafe erfinden?! Eine Art Massenhypnose, dargeboten auf einer religiösen Plattform, gegen die niemand einen Einwand zu erheben wagt? Sie wollten wohl bloß keinen Lichtbringer. Der ist den Dunkelmännern und den Hütern verdunkelter Geheimnisse stets unbequem. Wenn sie ihn für ihre eigenen finsteren Zwecke benutzen, umgeben sie ihn mit einem Hauch von Schauerlichkeit und Verruchtheit.

 

Bleiben wir beim reinen „Lichtbringer“, gegen den ich ganz bestimmt nichts einzuwenden hätte, wenn er genau das täte, also Licht, Weisheit, Aufklärung, Wissenschaft und Klarheit zu bringen; sonst hätte er seinen Namen nicht verdient und müsste neu beurteilt werden. Nichtsdestoweniger hat diesen Herrn Lichtbringer freilich niemand gesehen, gehört oder gespürt, er ist nach meinem besten Wissen und Gewissen also nur eine mythologische Erfindung. In Reinform eine der sympathischeren Gestalten, würde ich sagen, aber man setzt sich damit natürlich allerlei Missverständnissen bei den Kleindenkern aus.

 

Man kann in diesem Kontext den Luzifer (als Geist des Lichts) mit der persischen Götterfigur Ormuzd vergleichen (= altiranisch Ahura Mazda, „der weise Herr“; mittelpersisch Ormuzd), der in der Religion des Zarathustra (etwa 628 bis 551 v. Chr.) die Macht des Lichts, den Schöpfer und Erhalter der Welt und des Menschen darstellte. („Mazda“ ist heute blasphemischerweise auch eine Automarke, deren modernes Logo, ein Kreis mit einer Art Flügelsymbol in der oberen Hälfte, durchaus als mutwilliges Abbild vulkanisch oder „teuflisch“ spitz zulaufender Augenbrauen oder nach innen versetzter Hörner gedeutet werden könnte, obwohl Ahura Mazda [Ahura Masda] bzw. Ormuzd der Geist des Lichtes ist. So wird im kommerziellen Bereich große Verwirrung gestiftet.)

 

Widersacher des Ormuzd ist Ahriman, der Geist der Finsternis. Damit haben wir eine Dualität, ein Gegensatzpaar, das auch in späteren Religionen wieder auftaucht, besonders im Katholizismus, egal wie sehr die frühen Kirchenväter sich dagegen zu wehren versuchten. Interessanterweise steht in der persischen Mythologie über diesen beiden Gegenspielern noch ein höherer, nämlich „der ewige, alleinige Gott Zeruane Akerene“, der die Welt zu dem Zweck erschaffen hat, dass das Gute im Kampf mit dem Bösen verherrlicht werde und das Böse schließlich durch das Gute untergehe. Aus unergründlichem Ratschluss, könnte man wohl hinzusetzen. Jedenfalls läuft seit langer Zeit dieser Kampf und überzeugt wohl nicht jeden, aber man kann sich ihm kaum entziehen und sieht sich oft gezwungen, Position zu beziehen. Hm. – Ich albere manchmal damit herum, indem ich Germanien aufgrund seiner Arier-Manie als „Arimanien“ bezeichne, was doppeldeutig dann auch den Geist der Finsternis mit anklingen lässt und dreideutig sogar an den Arianismus erinnert (wieder ein ganz anderes Thema). – Wir sehen aber im Ernst, dass auch genau dieser altpersische Zweckgedanke des Weltgeschehens in zahlreiche westliche und östliche Religionen, Philosophien und Ethiksysteme Einzug gehalten hat – mal deutlich, mal weniger deutlich, und der „Kampf zwischen Gut und Böse“ ist doch wohl das häufigste Religions-, Heldensagen-, Kaspertheater-, Roman- und Movie-Thema überhaupt.

 

Hierzu möchte ich – um der allgemeinen Aufklärung willen – eine ganz wunderbare Zusammenfassung aus einem uralten Mythenlexikon einfügen (Minckwitz, 1874; genaue Quellenangabe siehe Ende des Zitats). So genau erklärt uns das heutzutage niemand mehr:

 

Ahriman und Ormuzd: (Persische Mythologie) Der ewige, alleinige Gott Zeruane Akerene brachte Licht und Finsternis, oder Ormuzd und Ahriman, hervor, welche beide unendlich, nur durch sich selbst begrenzt waren. Die beiden Urwesen lebten einsam in ihren Reichen, Ormuzd im Licht, Ahriman in der Finsternis; da schuf Gott die Welt, damit das Gute im Kampf mit dem Bösen verherrlicht werde, und dieses Letztere durch das Gute untergehe. • Der Welt gab er eine Dauer von vier großen Perioden, eine jede von 3000 Jahren: in der ersten sollte das Licht herrschen, in der zweiten die Finsternis unter der siegenden Gewalt des Lichtes, in der dritten Ormuzd und Ahriman gemeinschaftlich, in der vierten wieder beide, doch das böse Prinzip als Sieger den Untergang der Welt, damit aber auch seinen eigenen Untergang bewirkend. • Ormuzd schuf im ersten Weltalter alles Sichtbare, durch die Sinne Wahrnehmbare. Ahriman stellte derselben [sic] eine furchtbare Schöpfung der Finsternis entgegen; doch selbst im Zweifel über seine Stärke, wagte er im ganzen ersten Zeitraum keinen [Kampf], und, selbst aufgefordert von seinen bösen Genien, auch im zweiten noch nicht einmal einen Kampf, wozu er sich erst am Ende desselben stark genug fühlte und dem Himmel Krieg bot; er drang selbst, doch allein, in diesen Himmel ein, wurde aber, von Entsetzen ergriffen, auf die Erde herabgestürzt, kam bis in ihren Mittelpunkt, tötete den Urstier, verunreinigte das Feuer durch Rauch und Dampf, verheerte mit seinen Genossen alles gänzlich, und stürzte alles in finstere Nacht, bis er durch Ormuzd und die Fervers, d.h. die von Gott geschaffenen, geistigen Vorbilder, die Ideale vollkommener Menschen und Dinge, zurückgeschlagen und in den Abgrund der Verdammnis gestürzt war. Dennoch raffte sich Ahriman wieder auf, drang vor bis zur Erde und machte sie zu seinem Wohnsitz. Jetzt beginnt die dritte Periode, während welcher Gutes und Böses gleich geteilt herrscht; jedem guten Geschöpf des Ormuzd setzt Ahriman ein böses entgegen, nur dem Urmenschen Kajomorts vermag er nichts entgegen zu setzen, daher er ihn mit allen seinen Kräften angreift und nach einem dreißig Jahre dauernden Kampf überwindet, darauf die ersten Menschen Meschia und Meschiane verführt. • Im vierten Weltalter gewinnt er die Obergewalt, läßt einen Kometen auf die Erde herabstürzen, welcher sie in Brand setzt und in einen glühenden Metallstrom verwandelt, der hierauf in den Abgrund Duzakh, Ahrimans Reich, hinabfließt und ihn völlig ausbrennt, ein Los, das dann zuletzt auch Ahriman und seine bösen Geister trifft. – Hiermit wird das Reich der Finsternis zum Reiche des Lichts, die bösen Geister werden rein gebrannt, sie erscheinen mit Ahriman an Ormuzds Seite vor dem Throne Gottes; die sündhaften Menschen, gleichfalls gereinigt, bewohnen die gereinigte, hell strahlende Erde, das Gute herrscht allein. (Text aus: Dr. Vollmer's Wörterbuch der Mythologie aller Völker - Mit einer Einleitung in die mythologische Wissenschaft, von Dr. Johannes Minckwitz, mit 303 Abbildungen, Stuttgart 1874)

 

Solche ergiebigen Erklärungen, die das Verständnis alter Kulturen und Religionen sehr erleichtern und auch den Ursprung moderner Symbole, Dogmen und Idiotien verdeutlichen, sind aus allen neueren Enzyklopädien im Zuge des allgemeinen Materialismus und Psychologismus gestrichen worden. Daher die konfuse Aufregung heutiger Verschwörungshysteriker über ein Wort wie „Luzifer“. Jeder frage sich mit allergrößter Sorgfalt, was die von ihm verwendeten Wörter eigentlich bedeuten. Dann kämen wir hier sehr viel besser vorwärts; das wusste schon Voltaire. <Definieren Sie die Wörter, sagte Voltaire, der, nachdem er sein Leben damit verbracht hatte, Polemiken aller Art zu führen, aus persönlicher Erfahrung wusste, dass es eine ernsthafte Diskussion nur unter der Voraussetzung gibt, dass man sich zuvor über die genaue Bedeutung der von beiden Seiten gebrauchten Wörter geeinigt hat.> (Was ist Ästhetik?, eine Schrift von Eugène Véron, 1878)

Im Vorbeigehen fiel mir bei diesen Nachforschungen noch ein anderes, wenngleich äußerst obskures Paradebeispiel für irrationales, zwanghaft assoziierendes und darum bereits in Dissoziation (Auflösung) übergehendes religiöses Denken auf, nämlich ein hübscher unfreiwilliger Witz über die Akasha-Chronik des Personalpronomens ich“: Ein Bubenstück anthroposophischer Philologie. Ja, da guckste und da gluckste.

Aber es ist jetzt extrem tief in der Nacht; es wird Zeit für Subcommander T'Pol (Jolene Blalock), die mit ihren schnittigen Enterprise-Gesichtszügen, ihren mühselig eingedämmten Leidenschaften und ihren fast nicht einpackbaren vulkanischen Strotztitten so manchen einsamen Abend verschönert, ohne dass sie je zur Sache kommt. Man beachte die klassisch luziferischen Spitzohren; etwa eine Ausgeburt babylonischer Kulturhalunken, die uns für hirnwaschende Schweinereien präparieren wollen?? (Wohl kaum!) Nein, lasst Euch nicht ins Bockshorn jagen, ein Filmchen ist nur ein Filmchen und ein Öhrchen ein Öhrchen.

Das übermenschliche Kaspertheater: Es kombiniert nicht!“

3.6.2010: Inmitten der vorgespiegelten Ausweglosigkeit unserer politischen, wirtschaftlichen und religiösen Verhältnisse und angesichts übelster Unverschämtheiten, die gegen den Verstand, die Brieftasche und die Würde des Einzelnen begangen werden, stellt sich mal wieder die Frage nach der Sagbarkeit der Sachlage. Eine Russin, die etwas Unschickliches oder Ungeschicktes beschreiben wollte, hörte ich einst sagen: „Es kombiniert nicht“, womit sie letztlich wohl meinte, es lässt sich nicht so ausloten und zusammenfügen, dass man der Verbannung nach Sibirien entgeht. Da hält man vorläufig lieber die Klappe; aber wollüstig juckt die Trompete, und verführerisch knistert das Megaphon. Darum seien hier nun doch ein paar Schleudertropfen des aufrührerischen Samens verschüttet.

Leider gibt es auf der Erde eine selbsternannte Elite, die glaubt, sie sei derart erhaben und erleuchtet, dass sie kaltherzig die Reduzierung der Bevölkerung planen dürfe. Diese Idee setzt sie mit allerlei Verschmutzungen und Vergiftungen in die Tat um. Gleichzeitig versucht sie, sich allen materiellen Reichtum der Erde durch absurde Finanzkonstrukte und geschickt eingefädelte Krisen unter den Nagel zu reißen. Dieses besessene, durchaus nicht neue Bestreben mit all seinen Merkmalen von Raffgier und Herrschsucht hat ein gewaltiges Ringen mit anderen, spirituell oder humanistisch ausgerichteten Kräften zur Folge. Deren Vertreter geraten jedoch seit mindestens hundert Jahren trotz ihres großen Idealismus regelmäßig in Versuchung, dem diktatorischen Zeitgeist zu erliegen, der mit schleichender Niedertracht auch in ihre Reihen einsickert. Es herrscht das Gefühl einer aufgepeitschten Dringlichkeit, und unter solchen Umständen sind große Leistungen, aber auch gigantische Unterdrückungen und kleinliche Peinigungen möglich obwohl es im Namen des Guten geschieht (Erlösung, Errettung, Impfung, Terrorismusbekämpfung, soziale Gerechtigkeit, Entwicklungshilfe, Kreditvergabe, Klimaschutz, Heimatschutz usw.). So sprach ja auch Obama während seines Wahlkampfes von der grimmigen Dringlichkeit des Jetzt. Das ist die Stimmungslage, in der im Eiltempo Notstandsgesetze verabschiedet werden, und man kann sich (im besten Fall!) auf eine systematische, freundliche, aber unglaublich hartnäckige Bearbeitung gefasst machen.

Raumschiffe werden an Mücken zerschellen

Nun kommen die ruhelosen Tage,
Die Hetzjagd, die Meute, der Stunk im Revier,
Die fundamentale Hornissenplage:
Das unaufhaltsame Stachelgetier
In höllischer Eintracht und himmlischer Zier.

Kaum hast du das Telefon abgestellt,
Klingeln sie an der Wohnungstür
Mit liebevoller Bekehrungsmasche:
Frei bist du nur unterm Himmelszelt
Und ohne Funkgerät in der Tasche.

Winzlinge werden die Riesen anbellen,
Raumschiffe werden an Mücken zerschellen,
Panzer werden vor Scham verglühen:
Und gehst du dann auf allen Vieren,
Verbieten sie dir das Masturbieren.

Alles, was den Menschen pläsiert,
Wird klar und treffend analysiert.
Schluss mit Petting und Zigaretten:
Die Peiniger kommen aus goldenen Sälen
Und prüfen die Flecken in euern Betten.

Man wird euch sanft und sachlich quälen,
Tausendköpfig und weltbewegend,
Hartnäckig nett auf allen Kanälen:
Unwiderlegbar und unwidersprechlich,
Kollektiv schrecklich und Anstoß erregend.

             – Eckehard Junge, 20. Juli 2008

So etwas lässt nach einer Weile wieder nach, weil es einfach zu bescheuert ist. Aber es kann noch viel schlimmer kommen, wenn nicht endlich mal die Lethargie durchbrochen wird, die im Grunde das Hauptangriffsziel der missionarischen Verzweiflung ist. Man verzeihe also den Missionaren; sie sind ja nicht doof.

Denn nie war die relativ unengagierte Masse der Menschen so gefährdet wie seit Mitte des 20. Jahrhunderts, und nie zuvor gab es eine solche Fülle an Massenbeeinflussungs- und Massenvernichtungswaffen der schnellen und der langsamen Sorte. Daher kann der ermüdende, titanische „Kampf zwischen Gut und Böse“, dem sich kleine, aber mächtige Prozentsätze an den dramatischen Rändern des menschlichen Lebensspektrums widmen, die Lebensfreude normaler Menschen ganz außerordentlich trüben. Unter künstlich erzeugtem Zeitdruck werden sie zwischen all diesen propagandistischen und bewusstseinslenkenden Bestrebungen hin- und hergerissen und wissen bald weder ein noch aus. Nietzsche forderte die Überwindung des Menschen durch den Übermenschen; nun, wir haben ihn jetzt, er sitzt auf hohem Ross und plant und diktiert weltweit, was das Zeug hält. Das tut er in den hohen, arroganten Gremien auf beiden Seiten des Schlachtgetümmels; bei den „Bösen“, die sich im Stillen für ganz besonders „gut“ halten, und genauso bei den „Guten“, denen hinterlistige Clowns immer wieder einreden, sie seien in Wirklichkeit „böse“. Ich halte das für ein Kaspertheater! Bei Ernst Jünger stieß ich vorgestern auf eine visionäre Forderung, die weit über den Übermenschen hinausreicht, dessen Mitleid ja längst „um der Übermacht willen“ geopfert wurde. Jüngers Forderung lautet, dass der Übermensch seinerseits durch Menschlichkeit überwunden werden muss; die Hoffnung ist, dass dieser letzte Sieg vor allem den Menschen zugute kommen werde. Man kann dies aus Jüngers Perspektive nach der Erfahrung mit Nazis und anderen Extremisten gut verstehen. Hitler glaubte, er habe den Übermenschen gesehen; es war aber nur der Unmensch.

Unentbehrlich für den Sieg der Menschlichkeit ist meines Erachtens auch, dass die große Masse der „Nicht-Engagierten“ endlich aufhört, sich nur um das eigene Selbst, das eigene Liebesleben und die unmittelbare Familie zu kümmern, und dass viel mehr Menschen auch einiges Engagement für ihre Gemeinschaften, Regionen und Nationen aufbringen diesmal im Namen der Menschlichkeit und NICHT um großspurig den „Hauch der Geschichte“ zu spüren oder im Dienste zweifelhafter Mächte „die Welt zu erobern“ oder auf Sündenböcken herumzuhacken oder auf der eigenen moralischen Überlegenheit herumzuwichsen. Von diesem Unsinn haben wir genug. Wir haben auch die Schnauze voll davon, dass wichtige Entscheidungen unseres Privatlebens am Ende von kalten Funktionären getroffen werden. Wir wollen, dass zwischen unseren Lebensbereichen ein gesundes Gleichgewicht gewahrt bleibt, sodass die Liebe nicht weniger heilig ist als die Menschheitsziele, und die Selbstbestimmung nicht weniger wichtig als die Pflichterfüllung. Es geht aber vor allem darum, in größer werdenden Kreisen Vernunft und Anstand einzuführen. Solange sich der Einzelne seiner Verantwortung fürs Gemeinwohl nicht bewusst wird, bleibt die Verantwortung vor allem den Obermackern im Kaspertheater um „Gut und Böse“ überlassen, und wir sehen ja, wohin das führt. Ungefähr das will ich hier sagen; ob's mir gelingt, na, wer weiß? Aber versuchen will ich es wohl:

Wehe den leise Verwehenden
 

Wehe den arglosen Konformisten,
wenn knallharte Übermenschen sie killen,
in deren Herzen das Mitgefühl
geopfert ward um der Übermacht willen!

 

Wehe den Schafen, die allzeit bereit sind,

sich für die Bonzen zu Tode zu schuften,

bis all die Schufte in goldenen Schiffen

rechtzeitig in die Karibik verduften!
 

Wehe auch den Eigenbrötlern,
den harmlosen Spinnern in mystischen Höhlen,
den nicht rekrutierbaren Luftikussen,
die sich am eigenen Witz beölen!

 

Wehe den Unvorhersagbaren,
den Tänzern zwischen den Planquadraten,
die selig im Liebesspiel transzendieren

und fröhliche Extrawürste braten!

 

Gebt Acht auf selbsternannte Päpste,
die Ablass fordern und Bosheit wittern,
sowie auf geschniegelte Hinterteufel,
auf deren Geheiß wir zur Hölle schlittern!

 

Die einen leben vom Weltuntergang,
der ängstliche Blicke aufs Jenseits richtet,
die andern schmarotzen am Gelduntergang,
der die Früchte unserer Arbeit vernichtet.

 

Sie wähnen sich jenseits von Gut und Böse,

auf hoch erhabenem Planungsniveau,

und spülen dabei die menschlichen Werte

und das, was sie heilig nannten, ins Klo.

 

Doch auch der Übermensch muss am Ende
durch Menschlichkeit überwunden werden,
denn das ist der Ausweg und endlich die Wende
zum lang ersehnten Frieden auf Erden.

             – Eckehard Junge, 3. Juni 2010

Die Zahl des Tiers - 666 - The Number of the Beast

29. Mai 2010: Na, und wenn schon, denn schon! Die folgenden Beobachtungen notierte ich vor zehn Jahren in Kopenhagen, am dänischen „Verfassungstag“ (Grundlovsdag). Ein bisschen gruselig ist diese Entdeckung auf jeden Fall. Es bedeutet aber nicht unbedingt, dass die alten Prophezeiungen korrekt waren, sondern weitaus wahrscheinlicher ist, dass jemand die Macht der alten Prophezeiungen geschickt ausnutzt, um das „kollektive Unbewusste“ bzw. das Denken der Massen nahezu unmerklich in seinem Sinne zu beeinflussen. Hier also meine Originalnotizen aus dem Jahr 2000. Die dänische Nationalbank steht noch genau wie beschrieben, und die Unibank fusionierte zwar längst zur Nordea, aber auch ihre verräterische Architektur ist geblieben.

Die Bank des Tiers

Ich musste dreimal um das seltsame Gebäude der dänischen Nationalbank herumgehen, bis ich herausbekommen hatte, wo der Hase im Pfeffer lag. Ich bin sonst kein Zahlenmystiker, und ich habe auch an anderen Gebäuden die Probe aufs Exempel unternommen, dort aber nichts Vergleichbares festgestellt. Man kennt ja die Johannes-Offenbarung 13, 18:

           Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

Die dänische Nationalbank (Danmarks Nationalbank) hat sechs Stockwerke (einschließlich Erdgeschoss), und die längste Fensterfront wird von 36 (sechs mal sechs) Pfeilern getragen. Da hätten wir die erste 6-6-6.

Das Gebäude hat einen trapezförmigen Grundriss mit 29 Fensterabschnitten an der Hofseite, 35 Fensterabschnitten an der langen Straßenseite und 2 blinden Fassaden, macht 29 plus 35 plus 2 = 66, und jeder Fensterabschnitt ist pro Stockwerk senkrecht in 6 Einzelscheiben unterteilt. Da hätten wir wiederum 6-6-6.

Wurde da frei gemauert, oder hat sich jemand freigemauert? Lesen diese Leute in der Bibel und ziehen sich dann den Schuh an, der ihnen passt, oder wissen sie nicht, was sie tun? Machen sie bewusst Witze, damit sie sagen können: „Seht, wir erfüllen die Schrift!“? Und damit die christlichen Fundamentalisten ordentlich Stoff haben für ihre Schimpfkanonaden? Oder wirkt hier das namenlose Unbewusste?

Der schöne Nachmittag wurde nach dieser Beobachtung etwas gruseliger, und die Sonne trübte sich in Schleierwolken ein. Das klotzartige, abweisende Gebäude mit der glatten, etwa 3 ½ Meter hohen Marmorumzingelung an allen Seiten steht im übrigen der dänischen Regierung direkt vor der Nase.

Am anderen Ende der Nationalbank stehen sich die Danske Bank und das Versicherungshaus Codan gegenüber. Und flüchtet man nun über die Kanalbrücke Knippelsbro nach Amager, begrüßt einen als erstes die Unibank, ein Fusionsprodukt (Symbol: ein Einhornkopf). Am Kai entlang sind aber sechs neue Gebäude entstanden, alle mit sechs Stockwerken natürlich, und ein sechsstufiges Wasserbecken zwischen den Gebäuden entdeckte ich auch. (Also ein weiteres dezentes 6-6-6-Beispiel.) Als ich nachsah, was das für Luxusbauten sind, stellte sich heraus, dass diese Glas-, Beton- und Stahlpaläste über Hochbrückenpassagen ans Hauptgebäude der Unibank angeschlossen sind. Und im Inneren sind sie schon überall aufgestellt, die Computer auf den Schreibtischen. Was wird da eigentlich verwaltet? (Ich sah auch ein Schild: Wohnungen zu vermieten, es könnte also sein, dass man einen Teil der Investition durch Vermietung an der begehrten Hafenfront wettzumachen versucht.)

Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen könne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden.

Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn,

und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. (Johannes-Offenbarung 13, 15-17)

Mein lieber Mann! Nun braucht man uns bloß noch in Form eines Computer-Chips dieses „Zeichen“ in die Stirn oder in die Hand einzubauen, ohne das wir nicht kaufen oder verkaufen können; die Leute, die sich diese tierische Rolle anmaßen, haben schon seit langer Zeit deutlich Farbe bekannt.

Betrachtet man dagegen, inmitten dieser Umzingelung, die Gebäude der dänischen Regierung, dann nehmen sich diese im Lauf der Jahre immer dürftiger aus (mal abgesehen vom Parlamentsgebäude: der Trutzburg Christiansborg). Die dänischen Ministerien sind im Vergleich zu den neuen Finanzpalästen recht bescheiden.

Die dänische „Börse“ [jetzt nicht mehr in dieser Funktion tätig], die zwischen den Ministerien und der Nationalbank steht, ist das älteste all dieser Bauwerke: errichtet Anno 1640. Es ist ein sehr barock anmutendes Gebäude mit vielen steinernen Köpfen und Torsos, von denen ich nicht viel verstehe. Von Zahlenmystik war bei all dem Geschnörkel nichts festzustellen (jedenfalls nicht unmittelbar). Das einzige beunruhigende Merkmal ist der hohe Spitzturm über der Börse. Er besteht nämlich aus vier Drachen (oder kurzschnäuzigen Krokodilen, könnte man beinahe sagen), die in die vier Himmelsrichtungen starren und deren Leiber oder Schwänze sich aufwärts zur Spiralform der Turmspitze umeinander winden. Die Alte Börse wird also gekrönt und beschützt von Reptilien.

Beobachtet am dänischen Nationalfeiertag, dem Tag des Grundgesetzes, 5. Juni 2000

Nachtrag vom 4. Juli 2010: Interessanterweise ist sogar in allen Computerstrichcodes den Universal Product Codes (UPCs) die Zahl 666 enthalten, sodass wir ohne dieses "Zeichen" nichts mehr kaufen oder verkaufen können, und es gibt ja schon hinlänglich Pläne, den Menschen auch eine Art Strichcode unter die Haut einzupflanzen, der fürs bargeldlose Einkaufen und zu Überwachungszwecken brauchbar wäre. Meines Erachtens beruht die moderne 666-Anspielung in Produktcodes, Pornoreklame usw. nicht darauf, dass altisraelische Propheten so etwas vorhersagen konnten, sondern darauf, dass moderne Witzbolde solche altbiblischen Elemente geschickt in ihre technischen Machenschaften eingebaut haben, damit es uns gruselt. Wie dem auch sei, alle UPCs haben drei identische Streifenpaare (links, rechts und in der Mitte), die als Orientierungsbefehle (Beginn, Mitte, Stopp) dienen. Diese Orientierungscodes bestehen aus jeweils zwei dünnen Strichen. Das aber ist der gleiche Code, der zur Darstellung der Zahl 6 verwendet wird. Alle UPCs, egal welches Produkt oder welche Identität sie kennzeichnen, enthalten also die Zahl 666. (Mehr darüber im "Lexikon zur neuen Weltordnung", Der Antichrist und die Zahl 666)
 

18. Mai 2010: Zur späten Nachtstunde noch ein paar Gedanken, die vermutlich vom Portwein befeuert sind (endlich mal eine Sorte, die an Ort und Stelle in Portugal abgefüllt ist!): Der absolute Clou war natürlich Frau Merkels kapitulierender Seufzer neulich: „Jetzt gilt es vor allem, das Vertrauen der Finanzmärkte wiederherzustellen.“ Das dürfte doch wohl der Witz des Jahres sein. Man wird um drei Uhr morgens im Rotlichtviertel von einem gelbsüchtigen Junkie ausgeraubt, überlässt ihm Kreditkarten, Passwörter, Ausweis, Armbanduhr, Lederjacke und Kleingeld, schleicht sich ehrfürchtig fröstelnd, ganz grün im Gesicht davon und murmelt an der nächsten Ampel: „Jetzt gilt es vor allem, das Vertrauen der heroinspritzenden Straßenräuber wiederherzustellen.“

Die Finanzmärkte reagierten natürlich auf die frei erfundene Billion Dollar ÜBERHAUPT NICHT, sondern machten weiter, als wäre GAR NICHTS passiert. Wahrscheinlich aus dem sicheren Wissen heraus, dass dieser Betrag wirklich nur leere Luft darstellt. Entsprechend kletterten parallel dazu auch die Gold- und Silberpreise unbeirrt in die Höhe.

Konkret lieferten in der Sonntagnacht vor acht Tagen die USA die erlösende „Absicherung“, indem sie für den Fall des unvermeidlichen Falles einen Währungstausch ihrer eigenen wertlosen Papiere gegen die wertlosen Papiere der Eurofritzen anboten, und zwar in Höhe von 435 Milliarden Dollar. Ha ha! Da juchzten die Euro-Hilfspaketschnürer, und als auch noch der Internationale Währungsfonds 250 Milliarden Euro nichtexistentes Geld anbot (immer nur in Form von Sicherheiten, versteht sich, niemals in Form von „wirklichem“ Geld und schon gar nicht in Form von Gold ... ha ha), ja, da konnte am Montagmorgen der Euroclub lustvoll ein Paket in Höhe von 750 Milliarden Euro zusammengeborgter nichtexistenter Sicherheiten verkünden, um mit einem riesigen Haufen Gedankenfetzen aus dem Land der blühenden, lallenden, selbst hoffnungslos verschuldeten Finanzphantasie die voraussichtlich als Erste zusammenbrechenden Schuldensünder abzusichern.

Übrigens ist es reichlich schwer, exakte Angaben über die Schuldenhöhe der Staaten zu finden, da wird vieles verschleiert. Die Franzosen haben gerade durchgedrückt, dass ihre als Banken-Nothilfe gedachten Gelder (die Betonung liegt auf „gedachten“), die über irgendwelche Zwischenhändler „bereitgestellt“ werden, beim europäischen Statistikamt Eurostat NICHT zu der Staatsverschuldung hinzugerechnet werden, und bei anderen Ländern wird es genauso laufen. Ich sehe auch noch keine Meldung, dass die großzügig angebotenen 750 Milliarden Euro zur Absicherung gegen Staatsbankrotte irgendwo auf die bereits existierenden Schuldenlatten der größten Euroländer angerechnet worden wären, die ja sowieso schon alle oberhalb von 1 Billion Euro angesiedelt sind.

Man konnte diesen Firlefanz nur so lange vorantreiben, bis die ewige Wachstums-Illusion zusammenbrach, denn nur das angebliche (teils getürkte) Wirtschaftswachstum hielt als Rechtfertigung für die ständige Neuverschuldung der Staaten her. So ungefähr nach dem Motto, wenn die Wirtschaft um drei Prozent wächst, dann sei es auch okay, den Staat um weitere drei Prozent tiefer in die Verschuldung zu stürzen. Wie diese zwei Dinge logisch aneinanderzukoppeln sind, bleibt eigentlich ein Rätsel, weil der Staat dann (mit welchem Recht?) immer sofort die Fortschritte der Volkswirtschaft verjubelt; klar ist nur, dass es nicht ewig so weitergehen konnte.

Am Punkt des Abknickens setzt dann eine Eigendynamik in Richtung Absturz ein - die Kosten steigen, die Zinszahlungen können nicht mehr geleistet werden, die Kreditwürdigkeit sinkt, die Steuereinnahmen sinken, die Zinsen steigen, die Situation wird absurd und der offizielle Konkurs sollte eigentlich, so schmerzhaft er auch ist, hochroten Kopfes vollzogen werden, um dann irgendwie ehrlich von vorn anzufangen. Das ist gesünder als die ewigen „Bailouts“, die nur alle halbwegs gesunden Volkswirtschaften (wenn es solche noch gibt!) mit in den Abgrund reißen. (Nähere Angaben zur aktuellen Staatsverschuldung der einzelnen Länder siehe meine Tabelle auf der Rubrikseite Politik und Wirtschaft.)

Ablenkungsmanöver: Ein Auftritt von Jennifer Aniston bei David Letterman - nein, eigentlich kein Auftritt von Ms. Aniston, sondern ein Auftritt ihrer hochwohlgeborenen Beine. Typisch im sektglasschwenkend nuttenhaften amerikanischen Talkshow-Stil:

 

... wie unlängst schon Paris Hilton im blauen Stretchkleid, so richtig Osterei mit Schleife und Sensationsausschnitt für die Liebhaber der halbkugelförmigen Milchdrüsen bei den weiblichen Exemplaren der Spezies Homo sapiens ... aber wie gesagt, ich schweife ... ömm ... ab ...

 

10. Mai 2010: Jede Bank in Europa muss jetzt von allen Kontoinhabern, die in einem anderen Land wohnen, die Angabe ihrer einheimischen Steuernummer anfordern, weil gemäß neuen EU-Regeln z.B. meine dänische Bank verpflichtet ist, die Zinseinkünfte ausländischer Kontoinhaber an das dänische Finanzamt zu berichten, damit dieses dann die Informationen vorschriftsmäßig an die Finanzämter im Ausland weiterreichen kann. Welchen Zweck soll die Angabe meiner lächerlich geringen oder nullwertigen Zinseinkünfte aus Dänemark haben? Doch nur DEN Zweck, dass die europäischen Regierungen auch über den letzten Cent informiert werden, den irgendein Bürger noch auf irgendeinem fernen Konto im Plusbereich liegen hat, damit auch das alles noch abgezockt werden kann, um die Großbanken zu füttern, die dann am Ende ihrerseits größtenteils umfallen werden wie die Dominosteine, damit die Endspiel-Monopolisten sie billig verschlucken können, während ja die wirklichen Vermögenswerte sowieso schon die ganze Zeit abfließen an jene ultimativen Abzockerbanden im Übergeordneten Krokodilskonsortium des ausgesaugten Planeten Erde (Endspiel-Monopolisten eben).

Die dieser Tage in den Nachrichten servierte Realitätsversion hat mit Wirklichkeit nichts mehr zu tun und wird immer absurder, immer fadenscheiniger und ehrlich gesagt immer lächerlicher. Während sich im Irak allerlei Muslime mit Inbrunst gegenseitig abschlachten (heute über 100 Tote, heißt es im Radio), wird in der restlichen Welt ein Sparschwein namens „Menschheit“ geschlachtet. Wenn Frau Merkel salbungsvoll von „den Menschen“ im Lande spricht, frage ich mich immer, von welcher ANDEREN Spezies dieses Land denn noch bevölkert ist? Reptilien? Sonst würde sie doch das Wort „Menschen“ nicht immer so mitleidig betonen. Jedenfalls wird „den Menschen“ von Tag zu Tag eine horrend ansteigende, nichtexistente Summe in die Ohren geleiert, die sie nie im Leben aufbringen können. Vor ein paar Tagen hieß es, die Euro-Schlottersituation würde etwa 30 Milliarden Euro Hilfsgelder erfordern, wovon Deutschland 8,4 Milliarden tragen müsse. Am nächsten Tag war diese Summe auf ca. 110 Milliarden Euro über drei Jahre angewachsen, wovon Deutschland 22,4 Milliarden zu tragen hätte. Heute heißt es bereits - superinflationär -, dass 750 Milliarden nichtexistente EURO gebraucht würden, um den in schrecklichen Schwierigkeiten steckenden EURO zu retten, den wir uns alle BORGEN müssen, WEIL WIR KEINEN HABEN, und Deutschland werde zu diesem Zweck insgesamt 123 Milliarden Euro beitragen müssen - aus wessen Tasche, wenn wir eh schon nix als Schulden haben, deren ZINSEN wir nicht einmal bezahlen können? Wie hoch wird dieser Betrag morgen und übermorgen gehandelt werden, und wie will man mit einem Borg-Euro, der außer Kontrolle ist, denselben Borg-Euro retten, der offenbar absäuft? Frei nach dem Invasoren-Motto: „WIR SIND DIE BORG! WIDERSTAND IST ZWECKLOS! IHR WERDET ALLE ASSIMILIERT!“ (Lies „ausgeplündert“ statt „assimiliert“.)

Na gut, wenn Sie nach besseren Lösungen suchen, dann sollte man wohl in erster Linie aufhören, erfundenes Geld in gescheiterte Länder und Unternehmen zu kippen; aufhören, irgendeine lächerlich verspekulierte Bank aufzupäppeln; keinerlei Bank, Rüstungsfirma oder Pharmafirma mit Steuergeldern, die via Griechenland oder sonstwo kanalisiert werden, bei der Eintreibung ihrer Außenstände unterstützen; und im Übrigen diesen kranken Euro abschaffen und in Deutschland die D-Mark wiedereinführen.

Der SPIEGEL spinnt unterdessen vor sich hin und behauptet, wir sähen hier einen titanischen Kampf zwischen den Regierungen und den Banken, zwischen der Politik und der Finanzindustrie. Quatsch mit Soße, die Regierungen sind längst zu Lakaien der Finanzbranche degeneriert, und die Bezeichnung „Finanzindustrie“ ist äußerst irreführend, weil es sich nicht um eine „Industrie“ handelt, sondern um ein Wolkenkuckucksheim. Eine Industrie ist ein Bereich, in dem die Menschen fleißig sind und brauchbare Dinge herstellen. Das ist eine Industrie, und diese Art ECHTE INDUSTRIE hätte jede erdenkliche Unterstützung verdient. Aber bitte in D-Mark!

Symptomatisch für einen generellen Systemzusammenbruch ist auch das grassierende Versagen der behördlichen Verwaltungsorgane. Zum Beispiel funktioniert das dänische Steuer-Eintreíbungssystem nach Einführung neuer, „leichter“ zu bedienender EDV-Systeme fast gar nicht mehr. Man kriegt die Leute beim dänischen Finanzamt nicht mehr ans Telefon, weil sie total überarbeitet sind, wie sie selbst sagen. Man sollte theoretisch binnen fünf Tagen eine Antwort auf eine E-Mail erhalten, aber sie warnen einen gleich, dass dies aufgrund der Überarbeitung (sprich Verwirrung, Systemkollaps) erheblich länger dauern könnte. Sie schicken per Post eine siebenstellige Kodenummer für das System der elektronischen Selbstangabe für die Umsatzsteuer, jedoch hat das Kästchen am Bildschirm dann nur sechs Plätze und der Eingabekode wird abgelehnt! Nach dem dritten Versuch wird der Kode ungültig und muss neu bestellt werden. Außerdem informiert mich eine andere dänische Behörde, dass das System ja gar nicht funktionieren KANN, dieweil ich doch als Firma in Dänemark wegen Umzugs nach Deutschland längst abgemeldet bin, sodass meine ehemalige Firmennummer vom Computersystem gar nicht mehr anerkannt werden kann, obwohl ich immer noch die Umsatzsteuer vom 2. Halbjahr 2009 nach Kopenhagen berichten muss. Während dieses endlose Geplänkel nun schon wieder monatelang unterwegs ist und im Computersystem überhaupt nichts mehr geht, wird meine Umsatzsteuer, die wegen des Systemfehlers nicht berichtet werden konnte, zuerst einmal sehr viel höher veranschlagt (strafweise!). Ein Bericht der korrekten Zahlen auf normalem Briefpapier ist jedoch vollkommen unzulässig.

Ich sage Euch, der Wahnsinn kocht über. Pflanzt Apfelbäumchen und tut Euch vielleicht am besten mit praktischen Leuten zusammen, die noch wissen, wie man Kohl anbaut, Schweine schlachtet und Kühe melkt; oder trefft wenigstens schon geeignete Vorbereitungen für einen praktikablen Tauschhandel, für den Fall, dass dies eine Zeitlang die einzige verbleibende Wirtschaftsform sein sollte ... Und ja, beschafft Euch ein paar Goldmünzen, „Währungsgold“ oder wie das heißt, Kärtchen mit eingeschweißtem Gramm Gold oder was auch immer. (Keine Barren, wie wollt ihr die aufschneiden? Mit'm Buttermesser?) Ich werde mich hüten, jetzt auch noch den Investmentberater zu spielen, aber es sollte wohl offensichtlich sein, was sich hier abspielt.

Ich für meinen Teil spazierte heute gemütlich hinter der Dorfkirche des mit zwei großen Supermärkten gesegneten Nachbarorts Tellingstedt (siehe unten) links in die grünende Gegend hinein. Es war erfrischend kühl und klar, vor dem Hintergrund schwarzer Wolken ließ strahlender Sonnenschein das zarte Grün der Bäume überirdisch aufleuchten, sogar der Friedhof erschien als gartenbauliches Kunstwerk ersten Ranges, und gleich dahinter glühte eine große, weite Wiese mit prachtvollem Löwenzahn. In der Ferne wieherten die Pferde auf der Koppel, und es war echt nicht übel. Verschiedene unbestimmbare, traumhafte Qualitäten der Szene erinnerten mich an heitere, lichte Dorfkindheitstage auf diesem Planeten oder vielleicht auch in anderen Leben auf anderen Planeten. Ich könnte es gar nicht so genau sagen, aber lobet den Herrn, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! So sei es.

Dorfkirche von Tellingstedt, Dithmarschen
Die Dorfkirche von Tellingstedt, Dithmarschen.
Foto: Dirk Ingo Franke (der mich nicht kennt), freigegeben im Rahmen der
 
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Ich weiß, es drängt sich der Eindruck auf, dass der Spitzturm schief steht. Ich habe da schon recht oft gesessen (besonders gern auf einer Bank hinter dem freistehenden Glockenturm, der rechts am Bildrand wahrnehmbar ist; die Kirche steht auf einem Hügel). Nach langer und gründlicher Beobachtung der Gegebenheiten kam ich jedoch zu dem Schluss, dass Tellingstedt nicht Pisa Konkurrenz macht, sondern dass alles andere schief ist, Mauern, Dachrinnen, Dachfirst, Bäume, Hügel - nur nicht der Turm! So kann man sich täuschen.
8. Mai 2010: Nur damit die Sache mal klargestellt ist: Die Finanzhilfen für Griechenland verstoßen gegen Artikel 125 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union und sind somit rechtswidrig. Der betreffende Artikel 125, Abs. 1 lautet:

Die Union haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen von Mitgliedstaaten und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein; dies gilt unbeschadet der gegenseitigen finanziellen Garantien für die gemeinsame Durchführung eines bestimmten Vorhabens. Ein Mitgliedstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen eines anderen Mitgliedstaats und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein; dies gilt unbeschadet der gegenseitigen finanziellen Garantien für die gemeinsame Durchführung eines bestimmten Vorhabens. (http://dejure.org/gesetze/AEUV/125.html)

Umständlich, aber eindeutig! Kurz gesagt, weder die EU noch einzelne andere Mitgliedstaaten haften für die Verbindlichkeiten eines Mitgliedstaats, der seinen Karren in den Dreck gefahren hat. Schluss, aus, basta!  
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30. April 2010: Jedes erfundene Geld geht zu Lasten der Produzierenden. Jedes ohne Gegenleistung erlangte Geld hat die Kraft eines Zahlungsmittels nur auf Kosten derjenigen, die wirklich etwas leisten. Jede Geldmacherei ohne eigene Arbeit geht zu Lasten der Arbeitenden. Lässt sich der Staat nach Belieben Geld drucken, verschlimmert er die Inflation; der „gemeine“, sprich ehrliche Mann, der keine solche Druckerei betreiben darf, muss blechen. Jede Spekulationsblase mit nicht vorhandenen Werten zehrt an der Realwirtschaft. Jeder Absahner hat jemanden, den er absahnt. Für jede „schnell gemachte“ Million eines gierigen Haifischs muss irgendwo eine alte Dame hundert Jahre lang stricken. Jede staatliche oder private Eintreibung bei unfreiwilligen „Kunden“, die nichts bestellt haben und keine Gegenleistung erhalten, ist im Prinzip Diebstahl, selbst wenn der linksradikale Rechtsstaat oder die rechtsradikale Versammlung von Bankmarionetten den unfairen Anspruch gesetzlich absichert. Und so weiter.

Möglicherweise lernen wir das mal und bauen die Verhinderung solcher Ungerechtigkeiten in das Grundkonzept des nächsten Staats-, Finanz- und Wirtschaftssystems ein. Und ich befürworte nicht den sogenannten Kommunismus, denn da herrscht doch erfahrungsgemäß die gleiche Ausbeutung vieler durch eine relativ kleine Clique. Es geht hier also nicht um „links“ oder „rechts''. Das bin ich weder-noch, denn beides ist bescheuert, weil beides die rücksichtslose Dominanz des Kollektivs gegenüber dem Einzelnen verkörpert und weil in beiden Fällen die Unproduktiven ganz schamlos die Produktiven ausplündern. Es geht einfach um diese gigantische Sauerei, den Krieg der ultimativen Abzocker gegen die Weltbevölkerung, blutsaugend vorangetrieben vor der albernen Kulisse des Scheingefechts zwischen „Links“ und „Rechts“.

In Wirklichkeit sollte es so sein: Ein Knabe, der den ganzen Tag mit dem Bau einer großen Sandburg zubringt, hat auch das Recht, die Sandburg als exklusives eigenes Spielfeld zu behalten - ohne am selbigen Abend im Namen der „sozialen Gerechtigkeit“ die eine Hälfte der Sandburg an einen anderen Knaben abgeben zu müssen, der den ganzen Tag am Strand gefaulenzt hat. Egal, ob der andere Knabe ein eigensüchtiger Spekulant und Wucherer ist, oder ob es ein kriegführender Wohlfahrtsstaat mit wachsender unproduktiver Klientel ist. Damit soll nichts gegen soziale Fürsorge gesagt sein, aber diese dann bitte freiwillig. Wenn wir nicht dauernd ausgesaugt würden, hätten wir genug Überschuss, um unseren Mitmenschen im Notfall unter die Arme zu greifen.
Parthenon, Athen
Dominostein Nummer 1 unter den offensichtlichen Illuminaten-Schnäppchen von 2010: Abgebrannt!

24. April 2010: Andauernd habe ich das Gefühl, dass da draußen jemand Geburtstag hat, sehe aber nichts in meinem Kalender. Deshalb möchte ich erst einmal all den Leuten gratulieren, die dieser Tage Geburtstag haben. Lasst es Euch gut gehen und verschenkt nicht Euren letzten müden Euro an die Krokodile. Hört endlich auf zu blechen! Denn die Banken treiben es ja wieder ganz besonders heftig. „Wie sich jetzt herausstellt“, hat Griechenland Schulden in Höhe von ca. 300 Milliarden Euro und ein Haushaltsdefizit von 13,6 % des Bruttoinlandprodukts. (ZDF-Spezial, „Euro in Gefahr?“, 23. April 2010)

Wie haben sie denn das geschafft, mit ihren ca. 11 Millionen Einwohnern? Und wieso soll vor allem Deutschland im großen Stil dafür blechen? Nun, dafür sorgt sicher schon die deutsche Banken-Lobby. 43 Milliarden Dollar Schulden (wieso jetzt schlampigerweise plötzlich „Dollar“?) hat Griechenland laut ZDF allein bei deutschen Banken und Versicherungen, davon bei der Commerzbank 3,1 Milliarden Euro (wieso denn jetzt wieder „Euro“, eh?), bei Hypo Real Estate 10 (zehn!) Milliarden, Allianz 0,9, Münchener Rück 1,5 und Postbank 1,3 Milliarden Euro. Jetzt auch auf dem Umweg über Griechenland werden sich deutsche Geldinstitute also aus den Taschen deutscher Bürger die Zinsen holen, die sie sich durch maßlose „Geldschöpfung“ (Gelderfindung aus dem Nichts) und Geldverschleuderung an kreditunwürdige Schuldner „verdient“ haben. „Verdient“ hätten sie dafür freilich etwas ganz anderes, nämlich die normalen Konsequenzen ihres unternehmerischen Risikos.

Staatsschulden pro Kopf in DeutschlandDie Länder (die Bevölkerungen!) der Euro-Zone sollen 30 Milliarden Euro für Griechenland „allein schon in diesem Jahr aufbringen“, meldet das ZDF; davon entfallen Forderungen von 8,4 Milliarden Euro auf Deutschland, 6,3 Milliarden auf Frankreich, usw. je nach Größe der Euro-Ländlein. (Dänemark kommt umsonst dabei weg, weil es sich nie auf den Euro eingelassen hat. In Dänemark wurde seinerzeit das Volk gefragt; in Deutschland nicht.) Das bedeutet, wie immer, dass die ursprüngliche Kreditsumme überhaupt nicht angekratzt wird, sondern nur die laufenden Zinsen bedient werden sollen. Die eigentlichen Schulden werden nicht zurückgezahlt; das erwartet auf dieser bekloppten Ebene niemand! Sondern die deutschen Steuerzahler werden ein weiteres Mal zur Kasse gebeten, damit in die Großbanken, die sich sorglos verspekuliert haben, fantastische Zinsbeträge fließen können, und zwar bis zum Sankt-Nimmerleinstag, denn die Schuldensumme wird ja insgesamt nie kleiner, sondern wegen der vereinbarten „Zulässigkeit“ einer moderaten Neuverschuldung meistens noch größer. Die großen Banken können sich kriminelle Sorglosigkeit leisten, weil ihre Gewinne bekanntlich privatisiert und ihre Verluste sozialisiert, das heißt auf den Steuerzahler abgewälzt werden. Wenn Sie das nicht ein bisschen wütend macht, wenn also bei Ihnen in der Eifel oder im Thüringer Wald oder auch auf der norddeutschen Rübensteppe oder in Unterschleißheim nicht endlich der Vulkan hochkocht, dann haben Sie zu viele Pillen geschluckt, zu viel gekifft oder zu viel gesoffen, oder Sie haben sich durch den Lebenskampf unter der Knute der Großbanken und staatlichen Abzockhelfer ganz einfach in eine tiefe, tranige Apathie hineintreiben lassen.

Es lauern also Krokodile mit grellen Augen und scharfen Reißzähnen nicht nur in der Marslandschaft (Foto siehe unten), sondern auch hier in der Bundesrepublik Deutschland. Wann diese Abzocke aus den Taschen der deutschen und europäischen Bürger endlich aufhören wird? Tja, das geht bis zum Staatsbankrott und zur Währungsreform (Euro ade!), aber zuerst wird dafür gesorgt werden, dass praktisch alles den Banken gehört. Wenn ganze Staaten, Industrien und Volkswirtschaften angeblich „wertlos“ geworden sind, kauft man sie billig auf und hat hinterher alle Macht. Denn es geht ja letzten Endes nicht ums Geld, sondern um die Macht. Insofern ist „Pleite“ natürlich relativ.

Marslandschaft Krokodil

Ausschnitt aus einem irrwitzigen NASA-Landschaftsfoto vom Mars.

19. April 2010: Trotz aller Lippenbekenntnisse und konkreten Bemühungen, in dieser Website „Ordnung“ zu schaffen, siegt letzten Endes doch das chaotische Bedürfnis, zu bloggen, und das typische Chaos der bloggenden Welterfassung passt vielleicht am besten zu meiner universalen Form der Betrachtung. Denn nur so entsteht, während ich hier in meinem Dithmarschener Exil zwischen Schafen, Kühen und Pferden spazieren gehe, auch weiterhin ein komplettes, naturgemäß verwobenes Bild. Wie sollte ich die Politik von der Satire trennen, die Wirtschaft von der Religion, die Gedichte von den Ungeheuerlichkeiten der Energiepolitik? (Ich werde es zwar versuchen, um systematisch vorgehenden Lesern die Übersicht über das Archivmaterial zu erleichtern, aber es ist und bleibt eine Nebenschiene.)

„Schiller würde heute bloggen“ habe ich neulich irgendwo gelesen, und das klingt durchaus glaubwürdig. Wieso? Na, weil wir mit Sach- und Fach-Informationen jeder Couleur sowieso überfüttert sind und es wenig Zweck hat, „objektive“ Faktenkunde treiben zu wollen in einer Welt, die in widersprüchlichen Aussagen und medial frisierten Beweiskonstruktionen aus Spezialeffekten und bezahlten Lügen ersäuft. Der Böse Reiche Feind im Hintergrund finanziert sowieso stets beide Seiten eines Konfliktes, sodass bei all der lebhaften medialen „Diskussion“ nur Kakophonie und Verwirrung herauskommen kann. Wer wen zuerst gehauen hat, ist eine müßige Frage, wenn man nicht selbst als Augenzeuge, Täter oder Opfer zur Stelle war - oder wenn man nicht wenigstens einen Augenzeugen persönlich kennt, dem man vertrauen kann und dessen Motive man kennt und dessen Mimik und Gefühl beim Erzählen von Aufrichtigkeit zeugt. Das gesundeste Gespür hat man doch in der persönlichen Begegnung und in der Ausübung der eigenen Denkfähigkeit. Alles Übrige, all die kontroversen Spekulationen erweisen sich immer mehr als ein undurchdringlicher, zeitraubender Quark. Also, was bleibt uns noch?

Am vernünftigsten wäre es, Probleme zu lösen, die mit konkreten, sichtbaren Bedürfnissen und Notwendigkeiten zu tun haben, um das eigene Leben sowie das Leben der Menschen, die uns nahe stehen, zu verbessern, zu erleichtern und es nach Möglichkeit über die allgemeine Welt- und Wirtschaftskrise hinaus zu verlängern. Welche Gewissheit bleibt uns noch, in einer Welt voller Lügen und Intrigen, die von höchsten Stellen aufrechterhalten werden, nachdem die „Globalisierung“ offenbar kläglich gescheitert ist? Nun, es bleibt uns die Gewissheit der eigenen Beobachtung, der eigenen Erfahrung und der eigenen Schlussfolgerungen. Es bleibt die praktische Kenntnis der eigenen Umgebung, der Austausch von Wissen und Fertigkeiten, von Waren und Diensten in der unmittelbaren Region. Wenn auch die letzte große Blase platzt, nämlich die Schuldverschreibungen der US-Regierung und ihrer bankrotten Vasallenstaaten rund um die Welt, könnte es in einer äußerst konfusen Übergangsphase nötig sein, wieder ganz auf den Zusammenhalt von Dorfgemeinschaften und Nachbarschaften zu setzen und sich die nötige Energie und Nahrung aus nächster Nähe kooperativ zu beschaffen, während auf nationaler Ebene (sehr mühselig) ein gesundes Maß an Souveränität und Unabhängigkeit zurückerobert werden muss. 

Hoffentlich wird das alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Aber wir tun wohl gut daran, uns jetzt schon zu überlegen, wie wir durch diesen Engpass durchkommen können. Während also das Geschrei zu einem ohrenbetäubenden Crescendo anwächst, das jede Aussagekraft einbüßt, kann der Einzelne ruhig die doofen Geräte abschalten, um sich auf sein Überleben und das seiner Lieben zu konzentrieren; und sich konsequent auf die eigenen Werte besinnen. Anders gesagt, glauben Sie keinem, der von oben her predigt, und verlassen Sie sich auf das, was Sie mit eigenen Augen sehen und was Sinn macht. Es gibt interessante Überlebenstechniken, mit denen man sich befassen kann: Regenwasser-Zisternen, Biomasse-Heizkraftwerke, Gemüseanbau, Hühnerzucht, Lokalwährungen, pflanzenöltaugliche Motorenumrüstung und so weiter. Das ist eigentlich sinnvoller als der ständige Versuch, die wahren Drahtzieher ausfindig zu machen. Denn was würde es nützen, wenn man sie kennt? (Ich werde wohl trotzdem noch ein bisschen weitersuchen, weil es ein amüsantes Hobby ist, aber ... allzu ernst nehmen kann ich den Hobbykram derzeit selber nicht.)

Neben der unmittelbaren eigenen Wahrnehmung und vertrauenswürdigen Berichten aus erster Hand bleibt im Übrigen noch die Beschäftigung mit grundlegender, praktisch brauchbarer Wahrheit, das kritische Studium wissenschaftlicher Tatsachen und das eigene klare Denken, logisch und unbestechlich, um zu persönlichen Erkenntnissen zu gelangen.

Außerdem erfreuen wir uns jederzeit gern an den schicken und blitzgescheiten französischen Adelsdamen des 19. Jahrhunderts, die in ihren Salons die edelsten Künstler und aufmüpfigsten Geister ihres Zeitalters versammelten. Hier zum Beispiel in einem Porträt von Ingres (1845) die Romanautorin Louise d'Haussonville (1815-1882), auch bekannt als Duchesse Louise-Albertine de Broglie, Comtesse d'Haussonville, Byron-Gelehrte, Salonleiterin in einigender, nicht entzweiender Funktion («shaken, not stirred»), Enkelin von Germaine de Staël:

Louise d'Haussonville

27. Februar 2010: Egal, ob's an einer Flasche Holsten Edel lag oder ob mich Aglaia küsste, hier sind ein paar komische Zeilen für die Liebhaber des eigensinnigen Schwadronierens in sehnsuchtsvoll herbeigewünschten Regionen:

Hier bin ich und hier spinn ich;
Spinne genüsslich vor mich hin,
Spinn mir das Netz, in dem ich bin,
Indem ich bin, wie ich eben bin.
Und wer's nicht fasst, ist fast eine Last.
Denn wenn sie mal alle das Träumen erlernen,
Dann finden sie auch zurück zu den Sternen.
Und ergo stürzt der Himmel nicht ein,
Sondern wir stecken noch mächtig was rein.
Aber ja, so war es, und so wird es sein:

Hasi Küssmich, Hasi Drama,
Stasi Kismet und Hadschi Osama,
Nazi Fiskus und Schlumi Obama,
Sogar ein Diktator mit leeren Palästen
Und Mafiabosse mit weißen Westen,
Alle in niedliche Unschuld versetzt
Und überhaupt nicht mehr vergrätzt,
Schwelgen unterm Weihnachtsbaum
In einem sinnlichen Schnörkeltraum
Und von wirklichen Dingen wissen sie kaum.

Wuseln gar selig bei Tag und Nacht,
Sind an Traumbildern reich und trunken,
Oft in die Augen der Venus versunken,
Teleportieren auch leis und milde
In kostbar verzierte Himmelsgefilde
Zu geilen Huris und Haselmäusen,
Wo sie an berstenden Gnadenschleusen
Der ewigen Wonne teilhaftig werden,
Um dann erneut hier unten auf Erden
Die Welt zu durchfluten im lichtvollen Werden.

22. Februar 2010: Nachdem ich jetzt in einem deutschen Dachstübchen gelandet bin, nämlich an einer obskuren Adresse in der Bauernrepublik Dithmarschen, ist es wohl an der Zeit, wieder einmal „piep“ zu sagen. Ich sage also ordnungsgemäß „piep“ und versichere hiermit an Neides Statt, dass mir das Rattenlabyrinth des materiellen Erfolgs auch weiterhin „piep“-egal ist, obwohl mir manche besorgten Zungen ernsthaft nahelegen, ich müsse aus den vielen Strafen, die meine Sorglosigkeit mir auferlegt hat, nun endlich etwas „gelernt“ haben. Ich lerne daraus, dass ich das kriege, was ich will, nämlich momentan eine verschlafene, idyllische Winterlandschaft in einem abgelegenen Dorf mit stattlichen alten Gutshöfen, Schafherden und massenhaft Stille und Zeit zum Ausruhen. Zwar schmilzt der Schnee nun allmählich; er war aber in dieser Form, Breite, Tiefe und in dieser Umgebung ein einmaliges Erlebnis. Demnächst dann mehr; es sind noch eine Reihe Formalitäten zu klären, bevor ich wieder stinkig zu motzen und mysteriös anzudeuten und skurril aufzuklären beginne, was das Zeug hält.

28. Januar 2010: Nur als Nebenbemerkung für Leser, die sich vielleicht fragen, warum sich hier zurzeit nichts tut: Ich stecke mitten in den Vorbereitungen eines größeren Umzugs. Diese Phase hat nichts Beschauliches, aber am anderen Ende des Regenbogens erwarten mich beschaulichere Lebensumstände, die auch dem literarischen Output zugute kommen dürften. 

Edmund Blair Leighton, God Speed (1900)

Es dürfte sich hier um die Verabschiedung eines Kreuzritters handeln, freilich durch die romantische Brille der vorvorigen Jahrhundertwende betrachtet. "God speed" (Gott sei mit dir!) sagt man, wenn man jemandem gutes Gelingen wünscht. Gemälde in höherer Auflösung bei Wikipedia, siehe dort auch den Hauptartikel über Leighton.

Anbei stelle ich provisorisch ein paar Forschungsergebnisse in den Raum, die noch umfangreich erweitert werden sollen, aber mit Sicherheit wird sich bereits in diesem Stadium jemand dafür interessieren:

Globale Machtstrukturen: Das Geflecht der international arbeitenden Lobby-Institute für Weltpolitik, Geopolitik und Interessenpolitik nach dem Muster des Council on Foreign Relations (CFR)


Quasselköpfe, Drahtzieher und Königsmacher

Ein weltweites Geflecht von Instituten für „auswärtige Politik“ – allen voran der amerikanische Council on Foreign Relations – betätigt sich ohne demokratische Legitimation an den Schalthebeln der Macht. Wer sind diese Lobbyisten, und was steckt dahinter? Geht es wirklich um eine neue Weltordnung, oder spuken hier die Überreste des Britischen Imperiums?

Es gibt Vereine von solcher Verschwiegenheit und Machtfülle, dass einem bei näherer Betrachtung der Atem stockt. Sie haben keinerlei Wählerauftrag und werden in keiner Parlamentsdebatte erwähnt; und doch lassen sich Regierungen und Medienbetriebe von ihnen beeindrucken und manipulieren. Ein solcher Privatverein ist in den Vereinigten Staaten von Amerika der Council on Foreign Relations (CFR), wörtlich und harmlos übersetzt ein „Rat für auswärtige Beziehungen“. Eigentlich ist es eine gigantische Lobby für Fragen der Weltpolitik – und ein Personalreservoir für die höchsten politischen Ämter der USA. Wer in dieser Lobby vertreten ist, wie sie die amerikanische Politik beeinflusst, wie viele politische Posten sie ausfüllt und wer eigentlich dahintersteckt, sollte dringend untersucht werden. Stattdessen befassen sich die gründlich geknebelten Medien lieber mit entlaufenen Braunbären, irrelevanten Sexgeschichten oder seltsamen Wintereinbrüchen mitten im Winter.

Wir können uns nicht einmal damit herausreden, dass es sich um ein rein amerikanisches Problem handelt. O nein! Denn erstens versucht der CFR über die politischen Strukturen der USA die gesamte Weltpolitik zu steuern, und zweitens existieren schon seit längerer Zeit nahezu gleichnamige Ableger des CFR in anderen bedeutenden Nationen – natürlich auch in Deutschland. Noch nie davon gehört? In Deutschland gibt es bereits seit 1955 die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) zur Förderung der „außenpoliti­schen Meinungsbildung“ in Deutschland – ein „unabhängiger und gemeinnütziger Verein“, der nach eigener Aussage das Verständnis für internationale Beziehungen und deren wissenschaftliche Erforschung verbessern will. Außerdem lädt der Verein regelmäßig deutsche und ausländische Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien ein, um über Grundfragen und aktuelle Themen der Außenpolitik zu diskutieren.1

Jedem professionellen Diplomaten sollten eigentlich die Haare zu Berge stehen, denn der gesamte Auswärtige Dienst, zu dem das Bundesministerium des Auswärtigen und alle entsandten Diplomaten gehören, muss sich äußere Einflüsse traditionsgemäß vom Leibe halten. Denn solche Einflüsse könnten von sonstwo herstammen und möglicherweise intrigant oder konfliktfördernd sein. Auch sollten die Richtlinien der Außenpolitik ordnungsgemäß nicht von irgendeiner Lobby oder einem Privatverein, sondern vom Außenminister und von der Bundesregierung bestimmt werden, die sich allein vor den gewählten Volksvertretern und vor dem Souverän – dem deutschen Volke – zu verantworten haben. Trotzdem lesen wir staunend auf der Homepage der DGAP: „Die DGAP wird unter anderem finanziert vom Auswärtigen Amt, Unternehmen, Stiftungen sowie den Beiträgen ihrer mehr als 2000 Mitglieder.1Finanziert vom Auswärtigen Amt!? Und von was für Unternehmen und Stiftungen? Aber jetzt mal echt: mehr als 2000 Mitglieder?! Namhafte Mitglieder der DGAP im Jahre 1992 waren Otto Wolff von Amerongen, Klaus von Dohnanyi, Björn Engholm, Karl Kaiser, Otto Graf Lambsdorff, Hans L. Merkle, Volker Rühe, Helmut Schmidt, Rita Süssmuth, Manfred Stolpe, Wolfgang Wagner, Theo Waigel und andere.7

Um zu verstehen, welche Interessen in der DGAP vertreten sind, sollte hervorgehoben werden, dass der Präsident der DGAP in den Jahren 1999–2002 Dr. Ulrich Cartellieri war, der von 1981 bis 1997 dem Vorstand der Deutschen Bank, danach bis 2004 deren Aufsichtsrat angehörte.2 1986 bis 1997 saß er u.a. auch im Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp.4 1993, 1996 und 1997 nahm Cartellieri am jährlichen Treffen der weltpolitisch schwergewichtigen Bilderberg-Clique teil.3 2000–2001 war Cartellieri überdies Bundesschatzmeister der CDU.4 Im Jahre 2008 wird vermerkt, dass Ulrich Cartellieri seit 1999 (!) als Non-Executive Director bei BAE Systems aufgeführt ist4 – dem größten Rüstungskonzern Europas. Dass ein solcher Mann während seiner eingefleischten Zugehörigkeit zur Rüstungsindustrie und zum Bankwesen der Präsident eines „unabhängigen und gemeinnützigen“ Vereins für Außenpolitik sein konnte, dessen meinungsbildende Kraft gewissermaßen dem Auswärtigen Amt aufoktroyiert ist, spricht bereits Bände. Wenn Sie an Demokratie und Transparenz interessiert sind, reißen Sie am besten mal das Maul auf! Denn diese Herrschaften verstehen sich bestens auf das Maulaufreißen, verschaffen sich Gehör bei Entscheidungsträgern und sorgen auch dafür, dass sie bei jeder Gelegenheit von den Medien interviewt und zitiert werden – das Letztere gelingt in allerhöchstem Grade den Mitgliedern des amerikanischen CFR und anderer amerikanischer „Denkfabriken“ des Establishments, aber auch in Europa haben die Lobbyisten schon viel dazugelernt.

Präsident der DGAP seit dem 3. Februar 2005 (nach Intermezzos mit Hans-Dietrich Genscher und Alfred Freiherr von Oppenheim14) ist Dr. Arend Oetker, seines Zeichens Geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co. KG (Berlin), außerdem Vizepräsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie e.V. und Präsidiumsmitglied der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände. Er hat auch Aufsichtsratsmandate bei Hero AG (Lenzburg), Schwartauer Werke (Bad Schwartau), KWS Saat AG (Einbeck), Degussa AG (Düsseldorf), Merck KGaA (Darmstadt) und Bâloise Holding AG (Basel).8 Im Jahre 2007 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz der BRD ausgezeichnet.9 Auch in diesem Fall sehen wir also an der Spitze der DGAP einen Mann, der gegenüber der Politik – im Namen der „Gemeinnützigkeit“ – ganz entschiedene Wirtschaftsinteressen vertreten wird. Das ergibt sich schon aus seinen Spitzenpositionen in Unternehmerverbänden. Er kann gar nicht anders. Er ist und bleibt ein Mann der Wirtschaft; die Einflussnahme auf die „auswärtige Politik“ wird unweigerlich von seiner lebenslangen Perspektive bestimmt bleiben. Seine Geschäftsinteressen haben primär mit Lebensmitteln (Marmelade), Saatgut, Rohstoffhandel und Schifffahrt zu tun, außerdem mit Chemie/Spezialchemie (Degussa), Pharmaindustrie und Chemie (Merck) und Versicherungen (Bâloise). Wenn man bedenkt, dass in den nächsten zwanzig Jahren ein immer härterer, zunehmend monopolbestimmter Kampf um die Lebensmittelversorgung und das fortschreitend mit Gentechnik verseuchte Saatgut zu erwarten ist, während die Bombardierung der Bevölkerung mit Pharmaprodukten und Chemikalien weiter eskalieren dürfte, dann ist hier wohl der „geeignete Mann“ zur Beeinflussung der zeitgenössischen Außenpolitik an die Vereinsspitze gehoben worden. Versetzen Sie sich ruhig mal in ihn hinein! So verstehen Sie das am besten.

Wir sehen da einen kontrollfixierten Menschentyp, der als „Hans Dampf in allen Gassen“ oder gar „Spinne im Netz“ die undurchschaubare Verflechtung der großen Kapitalgesellschaften verkörpert. In Ermangelung einer präzise nachweisbaren Gattungsbezeichnung nennt man solche Leute gern „Insider“ oder „Illuminaten“. In allen Ehren durchdrehende Verschwörungstheoretiker glauben hinter dem Schleier der Illusionen sogar „reptilienblütige Aliens“ oder „Echsenvampire“ zu erkennen. Aber vielleicht sind es einfach nur vom System nach oben gespülte Machtmenschen, die jenseits von Gut und Böse den Gesetzen eines weitgehend automatisierten Netzwerks von Interessengruppen gehorchen. Am besten studieren wir also ganz sachlich die Einzelfiguren und Zusammenschlüsse in der realen Welt. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! Anschließend eröffnet sich vielleicht ein stichhaltiger Rückschluss auf historische Wurzeln und globale Zukunftsvisionen.

Der Teufel offenbart sich im weltweit aufgezwungenen Detail. Denn ausgesprochen ähnliche Vereine für auswärtige Politik, deren Führungsgremien auf jeden Fall untersucht werden müssen, sehen wir zum Beispiel in Großbritannien und als mächtige neue Lobby bei der Europäischen Union (unter dem Namen Centre for European Policy Studies, Abk.: CEPS). Das CEPS wurde 1983 in Brüssel gegründet und rühmt sich selbst als „eine der erfahrensten und maßgeblichsten Denkfabriken in der heutigen Europäischen Union“.15 Dazu später noch mehr, denn besonders bei der Liste der Vorstandsmitglieder wird es äußerst interessant!16 – In Dänemark gibt es einen Verein namens DUPI (Dansk Udenrigspolitisk Institut, „Dänisches Institut für auswärtige Politik“).10 In Norwegen nennt es sich Norsk utenrikspolitisk institutt (NUPI).11 In Schweden heißt es, als ob wir das alle nötig hätten, Utrikespolitiska institutet (UI); das ist eine riesige, 1938 gegründete Anstalt, die seit 1940 den heutigen Namen trägt.12 Und so geht das weiter, Land für Land, Abklatsch und endloser Abklatsch vom Abklatsch: Australien (AIIA), Kanada (CIIA), Brasilien (CEBR), Frankreich (IFRI), Spanien, China, Mexiko, Finnland, Italien, Schweiz, Russland, Japan, Neuseeland …13

Wer sorgt dafür, dass überall diese ominösen, identisch konzipierten Vereinsgründungen aus dem Boden schießen, die wie Außenstellen eines zentralen Plans zur Schaffung einer neuen Weltordnung anmuten? Welches Spinnennetz wird da mit immer engeren Maschen versehen? Als ob sich die „örtliche“ Regierung nicht selbst entscheiden könnte oder dürfte, welche Außenpolitik sie betreiben will!

Tja, die Mutter all dieser kaltschnäuzigen Lobby-Vereine im CFR-Stil, die meistens eine Art geopolitischen Schwachsinn im Sinne globalistischer, weltherrschaftlicher und militärisch forcierter „Verantwortung“ ausposaunen, ist offenbar das britische Royal Institute of International Affairs (RIIA) mit Sitz im Londoner Chatham House.

Genauer gesagt: Chatham House ist sowohl der Name des Gebäudes als auch ein weithin bekanntes Synonym für das RIIA. 2004 wurde „angesichts dessen“, wie sie im Nebelwerferstil sagen, vom Council (Verwaltungsrat) des RIIA beschlossen, als primäre öffentliche Identität den nichtssagenden Namen „Chatham House“ anzunehmen, der bestenfalls „Quasselschinkenhaus“ bedeutet, während die sehr viel aufschlussreichere Bezeichnung „Royal Institute of International Affairs“ nur als formeller Name für rechtliche und finanzielle Zwecke bestehen bleibt.17 Ein Schelm, wer etwas Böses dabei denkt – vielleicht gar, dass die großmächtige Mutter des weltweiten Netzes von Lobby-Instituten des britischen Imperialismus ihren eigenen Namen verschleiert, nachdem sich ihre Klone jetzt in allen großen Ländern lautstark in ihrem Sinne ins Zeug legen. Denn das wäre immerhin denkbar, aber es bedürfte einer sehr gewissenhaften Beweisführung; und während wir bei dieser Sisyphusarbeit weiße Haare kriegen, ist das Machtzentrum vermutlich längst nach New York und von dort nach Peking weitergewandert.

Bleiben wir also bei den simplen, einigermaßen handfesten Fakten: Das Royal Institute of International Affairs entstand bereits 1920 aus den angloamerikanischen Delegationen der Pariser Friedenskonferenz, die gerade den kriegsgeil verpfuschten Versailler Vertrag ausgeheckt hatte. Offizielle Schutzherrin des RIIA ist die britische Königin. Das RIIA will den Eindruck einer bloßen „Denkfabrik“ erwecken, übt aber bestimmenden Einfluss auf die britische Politik aus.6 „Unsere Mission“, so sagen sie ohne falsche Bescheidenheit, „besteht darin, eine weltführende [sic!] Quelle unabhängiger Analysen, wohlinformierter Debatten und einflussreicher Ideen hinsichtlich der Frage zu sein, wie eine florierende und sichere Welt für alle aufgebaut werden kann.“17 Nun gut! Die Frage ist berechtigt, und ohne einen gediegenen Meinungsaustausch zu solchen Themen kommen wir nicht vorwärts. Aber wie aus der britischen Kriegs- und Weltmachtpolitik zu schließen ist, die im typischen Interessenraum des britischen Imperialismus, nämlich von Palästina bis Bangladesch, nun schon viele Jahrzehnte lang für Leichenberge sorgt, ohne dass aus dem „Quasselschinkenhaus“ der geringste Protest gekommen wäre, kann an der Absichtserklärung des RIIA, eine florierende und sichere Welt für alle aufzubauen, nicht viel dran sein.

Das RIIA hat drei gemeinsam fungierende Präsidenten, jeweils einen aus den drei Hauptparteien des Parlaments. Einer dieser drei Co-Präsidenten ist Lord Robertson, der sich in den heftigen Kriegsjahren von 1999 bis 2003 als Generalsekretär der NATO und von 1997 bis 1999 als nicht minder kriegerischer britischer Verteidigungsminister hervorgetan hat.18 Ein anderer Co-Präsident ist Lord Ashdown, der von 2002 bis 2006 als Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina im Dienste der Vereinten Nationen stand, nachdem er sich schon in den 90er Jahren lange Zeit für eine internationale Intervention auf dem Balkan stark gemacht hatte.19 Von 1959 bis 1972 diente er als Offizier der Royal Marines in Spezialkräftekommandos als Nahkampfspezialist und Kampfschwimmer. Man beachte, dass der Mann auch ein wahres Sprachtalent ist und fließend Hochchinesisch spricht. Behauptungen, dass er während seiner diplomatischen Tätigkeit in Genf während der 70er Jahre als MI6-Agent gearbeitet habe, kommentiert er nicht.20 Der dritte Co-Präsident des RIIA ist Sir John Major, der von 1990 bis 1997 britischer Premierminister und Führer der Konservativen war. Das ist eine eher farblose Figur. Zu seinen geschäftlichen Interessen zählen u.a. die Funktion eines Seniorberaters des schweizerischen Finanzkonzerns Credit Suisse und die Rolle des Vorsitzenden des internationalen Beratungsgremiums der Nationalbank von Kuwait21 … Wie bitte? Wieso gerade Kuwait? Nun, Anfang 1991 hatte sich John Major als britischer Premier mit Pauken und Trompeten am Krieg gegen den Irak beteiligt. Solche Heldentaten vergisst man nicht, dafür gibt es später niedliche Beraterposten bei großen Banken – und die Chance, nach Ablauf des demokratischen Mandats als königlich abgesegnete Pseudo-Friedenstaube weiter auf die Politik einzuwirken.

Im Grunde war dieses angeblich so friedliebende, menschenfreundliche „Royal Institute of International Affairs“ eine Kreation der Geheimgesellschaft The Round Table, die 1891 mit dem langfristigen Ziel entstand, eine Weltregierung unter britischer Vorherrschaft herbeizuführen. Zu den großen Initiatoren des Round Table zählten der Südafrika-Ausbeuter Cecil Rhodes (1853–1902) und der imperialistische Rothschild-Agent Alfred Milner (1854–1925); auch die Rockefellers leisteten finanzielle Unterstützung. Bedeutende Mitglieder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren u.a. Arthur Balfour (britischer Premierminister, dann Außenminister, durch dessen Balfour-Deklaration 1917 der Grundstein zur Entstehung Israels gelegt wurde; Schöpfer des Begriffes „British Commonwealth“) und Lord Astor (Eigentümer der Londoner Tageszeitung „The Times“).6

Und ... Da müsste man noch viel weiter ausholen. Kommt demnächst ...

 - Eckehard Junge, März 2010

 

Quellen:

1)      Hauptseite der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V., http://www.dgap.org/dgap/ueberuns/

2)      IP, Deutschlands „führende außenpolitische Zeitschrift“ (von der DGAP), Autorenportrait: Ulrich Cartellieri, http://www.internationalepolitik.de/ip/archiv/autoren/73bfa9c2f70511da88c60bf6480259d759d7.html

3)      Bilderberg Conference, http://www.bilderberg.org/1997.htm

4)      Wikipedia-Artikel über Ulrich Cartellieri, http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Cartellieri

5)      Deutsche Teilnehmer an Bilderberg-Konferenzen, http://www.flegel-g.de/Bilderberg/teilenhmer-bilderberg.html; mit zusätzlichen Personendaten auch http://hahn.1on.de/archives/2172-Deutsche-Teilnehmer-an-Bilderberg-Treffen.html

6)      Ivan Fraser/Mark Beeston, Lifting the Veil, Chapter 13, The Brotherhood and the Manipulation of Society, Part 1 – The Main Manipulating Groups, http://www.educate-yourself.org/nwo/brotherhoodpart1.shtml, Hauptseite: http://www.educate-yourself.org/nwo/brotherhoodindex.shtml

7)      „Die heute einflussreichsten Hintergrundorganisationen“, http://members.internettrash.com/medwiss2/freimaurereinfussreicherhintergrund.html

8)      Aktuelle Angaben der DGAP (Anfang 2010) zur Person ihres Präsidenten, http://www.dgap.org/dgap/ueberuns/praesident/

9)      Arend Oetker, Wikipedia-Artikel, http://de.wikipedia.org/wiki/Arend_Oetker

10)    Dänisches Institut für auswärtige Politik, Homepage http://www.dupi.dk/

11)    Norwegisches Institut für auswärtige Politik, Homepage http://www.nupi.no/

12)    Außenpolitisches Institut (UI) in Schweden, mit Foto des Gebäudes, http://sv.wikipedia.org/wiki/Utrikespolitiska_Institutet

13)    Katholische Universität von La Plata, Argentinien, mit einer Liste der zum weltweiten mysteriösen Netzwerk ausgebreiteten „Institute für auswärtige Politik“ in den verschiedensten Ländern der Welt (das Dokument herunterrollen zu „Relaciones Internacionales“), http://www.dipublico.com.ar/enlaces.html

14)    Geschichte der DGAP, http://www.dgap.org/dgap/ueberuns/geschichte/

15)    Selbstdarstellung der CEPS, „About CEPS, the Centre for European Policy Studies“, http://www.ceps.be/content/about-ceps

16)    Liste der Vorstandsmitglieder des Centre for European Policy Studies, http://www.ceps.be/content/ceps-board-directors

17)    About Chatham House, http://www.chathamhouse.org.uk/about/

18)    Chatham House, Infoseite über den Co-Präsidenten Lord Robertson, http://www.chathamhouse.org.uk/about/council/lord_robertson/

19)    Chatham House, Infoseite über den Co-Präsidenten Lord Ashdown, http://www.chathamhouse.org.uk/about/council/lord_ashdown/

20)    Deutscher Artikel über Paddy Ashdown, Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Paddy_Ashdown

21)    Chatham House, Infoseite über den Co-Präsidenten John Major, http://www.chathamhouse.org.uk/about/council/sir_john_major/

 

 
Weltweite Liste der Lobby-Institute für auswärtige Politik

Gefunden in der Website der Katholischen Universität von La Plata, Argentinien:

RELACIONES INTERNACIONALES

Australian Institute of International Affairs (AIIA): www.aiia.asn.au

Biblioteca Virtual sobre los Asuntos Internacionales: www.etown.edu/vl/

Canadian Institute of International Affairs (CIIA): www.ciia.org

Centre for European Policy Studies (CEPS), Bélgica: www.ceps.be

Centro Brasileiro de Relações Internacionais (CEBRI): www.cebri.org.br

Centro de Relaciones Internacionales y Cooperación Internacional, España: www.cidob.org

China Institute of International Studies (CIIS) Beijing, China: www.ciis.org.cn/english/

Consejo Mexicano de Asuntos Internacionales: www.consejomexicano.org

Council on Foreign Relations, New York: www.cfr.org

Dansk Udenrigspolitisk Institut, Danish Institute of International Affairs: www.dupi.dk

Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik: www.dgap.org

Diplomaticnet.com: www.diplomaticnet.com

Finnish Institute of International Affairs: www.upi-fiia.fi

Institut Français des Relations Internationales (IFRI): www.ifri.org

International Relations and Security Network (ISN), Schweiz: www.isn.ethz.ch

IR Theory Web Site: www.irtheory.com

Istituto Affari Internazionali (IAI): www.iai.it

Japan Institute of International Affairs (JIIA): www.jiia.or.jp

Moscow School of Political Studies: www.msps.ru

New Zealand Institute of International Affairs: www.vuw.ac.nz/nziia/index.htm

Norwegian Institute of International Affairs: www.nupi.no

Royal Institute of International Affairs (RIIA, Chatham House): www.riia.org

Singapore Institute of International Affairs: www.siiaonline.org

Stiftung Wissenschaft und Politik: www.swp-berlin.org

Swedish Institute of International Affairs: www.ui.se

____________________

Quelle: http://www.dipublico.com.ar/enlaces.html, ganz am Ende des Dokuments.

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(Vollbild siehe http://www.kunstkopie.de/kunst/sandro_botticelli/botticelli_weibliches_brustbild_1001902.jpg),
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